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Jüdische Rundschau · 1923-02-16 · Heft 14 (16.2.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 14 (16.2.1923)
Date
1923-02-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I Seite 78 Somit wird der Blau-Weiß nach seiner Verfassung vfon einer nicht gewählten, nicht ab setzbaren und völlig unverantwortlichen Bundesleitung geführt. Dese BundesleiUung hat denn auch in den Grundgesetzen und den ihnen vorangeteenden Bestimmungen eine geradezu ungeheuerliche Macht- Befugnis erhalten, durch die sie imstande ist, eine völlige Diktatur aiiszuiiben. Sie hat ein Anrecht auf Gehorsam, hat die volle Verfügungsgewalt über alte Blau-Weißen, ihrer Genehmigung bedarf die Zugehörigkeit eines Blau-Wcißcn zu jeder anderen Org.mi* Kation, sie kann jeden zum Austritt aus einer solchen Organisation zwingen, sic bestimmt über den Wohnsitz und über die materiellen Verpflichtungen jedes einzelnen, feie kann, ohne sich um die einzelnen Bünde zu kümmern, in ihnen Führer und Fiilircrschaftsleitcr einsetzen und kann endlich jeden Blau-Weißen, der diesen Forderungen nicht entspricht, aus dem Blau-Weiß ausschlicßen. Derartige Rechte einer kleinen dreigliedrigen Körperschaft wären selbst dann mehr als bedenklich, wenn es sich um eine Diktatur in einer Notstandszeit handelte und wenn nach Ablauf der Diktaturperiode das Triumvirat sich zu verantworten hätte. Eine Diktatur auf Lebenszeit ist vollends unerträglich und mit allen Grundgedanken Unserer Erziehung unvereinbar. י Somit stehen sämtliche Blau-Weißen als eine zum!Gehorchen und zum ״Dienen“ verpflichtete ״Armee“ der mit unbegrenzten Machtbefugnissen ausgestatteten Bundesieitung gegenüber. Die Aufnahme des ״verpf'.iehteten“ Wanderers als ״Nadclwandcrcr“ in den Bund er* folgt in besonders feierlicher Form. Die von uns soeben besprochenen Grundgesetze, die die Rechte der Bundesleitung und die Pflichten des Blau-Weißen enthalten, werden in vollem Wortlaut vorgelesen, und der Aufzunehmende muß geloben, die ״Forderungen des Blau-Weiß zu erfüllen, nach seinen Gesetzen zu leben und ihm die Treue zu halten“. Dann erst erfolgt die Aufnahme durch Handschlag ״im Namen der Bundesieitung“. Man begreift, daß diese Verpflichtung auf das Gesetz bei jungen 14- bis 15jährigen Menschen die Wirkung haben muß, daß ihnen die Möglichkeit einer freien und unbefangenen Kritik an ihrem Bunde und seiner Leitung moralisch unmöglich gemacht wird, nachdem sie sich durch Handfecltlag verpflichtet haben, diesem Bunde, d. 11. seiner unabsetzbaren Bundesieitung die Treue zu halten. , Man mag vielleicht einwenden, daß es schließlich Sache des Blau-Weiß sein mag, welche Verfassung er sich gibt. Im ersten Absatz der Einleitung heißt es in der Tat: ״der Blau-Weiß ... gibt sich heute sein erstes Gesetz“. Aber das ist nicht wahr. Dieses Gesetz hat sich der Blau-Weiß nicht gegeben, sondern cs wurde auf dem Prunner Bundestag den Biau-Weißen, die bis dahin nichts von diesem Gesetz gewußt hatten, seitens der Bundesieitung verkündet, um nicht zu sagen, geoffenbart. Es ist dem Blau-Weiß auferlegt worden, er hat cs nicht freiwillig auf sich genommen. Die zweite Frage, die nach der Lektüre des Gesetzes auftauchen wird, bezieht sich auf das Ziel, das der so organisierte Blau-Weiß zu erreichen sich vornimmt. Im allgemeinen pflegt das Statut eines Verbandes in einem kurzen Paragraphen arn Anfang sein Ziel zu umreißen. Das ist, in dieser Form wenigstens, im Blau-Weiß-Gcsctz nicht geschehen. Das Gesetz beginnt vielmehr mit einer Einleitung, über deren Stil noch zu sprechen sein wird. Ihrem Inhalt nach ist sie eine Art von Geschichte des Blau-Weiß, die in der Entwicklung von Freiheit zu Bindung gesellen wird. Die letzten drei Absätze umreißen dann die Aufgaben des gegenwärtigen Blau-Weiß. In einer unklaren, vieler Deutungen fähigen Weise, wird von dem ״beispiellosen Beruf“ des Blau-Weiß gesprochen, der von ihm ״in seiner ganzen Größe erfaßt“ worden sei, und es wird erklärt, daß der Blau-Weiß nur auf sich selbst, auf seine Menschen und auf seine Kraft hoffe, ״alle auch noch so harten Erfordernisse des Aufbaus selbst zu erfüllen“. Man steht vor diesem Passus etwas fassungslos. Er kann eigentlich nur besagen, daß der Blau-Weiß gewillt ist, allein und mit eigenen Kräften, ohne Hilfe anderer, Palästina aufzubauen. In der Tat ist seine Organisation, wie die Einleitung weiter ausführt, auf diese große Aufgabe zugeschnitten. ״Füh• rer, um *ubefehlcn,Armeen,um zu dienen“, sind erforderlich. ״DerharteGlaube an denSieg der Kraft“ (ursprünglich hieß es: Macht) hat zu herrschen. So ist der Blau-Weiß zum ״stolzen Bunde“ geworden, jn dessen Schutz man ״tief geborgen“ ist und dem ״Leben zuschreitet“, wälirend der, der von ihm abfäilt, als ״Feind“ unter den ״Bürgern abstirbt“. , 1 Wenn man sich von diesem Wus! unerträglicher Redensarten etwas frei gemacht hat und nun versucht, sich über Ziel und Alt des Blau-Weiß klar zu werden, wird man zu dem Ergebnis kommen müssen, daß liier ln einer geradezu beispiellosen Art und Weise Mißbrauch mit dem Begriff ״Bund“ getrieben wird. Der Bund, d. h. die enge Verbindung von Menschen zu einem gemeinsamen Ziele, bedeutet in der zionistischen Bewegung, die Gemeinsamkeit zionistischer Erziehung und zionistischer Leistung. Bund ist also Mittel zum Zweck. So und nicht anders ist der Bund stets vom K. J. V., vom Herz!- Bund und anderen jugendlichen Organisationen verstanden worden. Int Blau-Weiß ist durch die Gesetze von Prunn der Bund als letztes und höchstes Ziel der Entwicklung hingcstellt worden. Dieser Bund findet in sich sein volles Genügen, er bedarf der Verbindung unc der Beziehung zu anderen Welten nicht. Kann doch die Bundesieitung jedem Blau-Weißen die Zugehörigkeit zu jeder anderen Organisation (also z. B, wenn tie das ein* 1 JU EP IS CHE RUNDSCHAU mal für richtig halten sollte, zur Zionistischen Organ!- sation) verbieten. Und welcher Geist herrscht In diesen Gesetzen! Das Evangelium der, Kraft, die Vcrhcrrichmig der Armee, Befehlen und Gehorchen, die Vcr- 'dnnung desjenigen, der die Wege des Bundes nicht mehr mitmachen zu können meint, die unumschränkte Alleinherrschaft einiger weniger: alle diese Gedanken sind uns so wenig neu, wie die teils schwülstige und tutrlare, teils militaristische Ausdruckswcisc. Es sind die Formen, in denen heute in aller Weit Bünde entstehen, ebenso in Deutschland wie in Italien, wie itt Ungarn. Zs ist der Geist fascistischcr Machtbündclci, der liier seine Auferstehung auch bei uns feiert. Im Bezirk des jüdischen Volkes allerdings waren uns diese Dinge bisher remd. 1; Erklärung In Nr. 11 der ״Jüdischen Rundschau“ Ist post festtim von Dilcski der Standpunkt des K, J. V. zur Aufhebung der Fusion zwischen K. J.V. und Blau-Weiß dargelegt worden. Zur Charakterisierung des Gegners bedient sich der Vcr* tictcr des K. J. V. hierbei einer Reihe von Ausdrücken, die hart nn die Grenze des auch im politischen Kampf noch Mögliehen hcranreichen. Er spricht dem Gegner jedes Gefühl für eine moralische Verantwortlichkeit gegenüber der ztenistischen OdScntiichkcit ab und beschuldigt seine Führung in unverantwortlichen Wottcn des frevelhaften Leichtsinns. Es wäre nun keineswegs schwer, diese Vorwürte auf ihren Urheber zurückfallcn zu lassen und etwa zu betonen, daß unverantwortlicher Leichtsinn weit eher einer Führung vorgeworfen werden könnte, die ihrem Kartell unter Verschwelgung und vereinzelt sogar Vertuschung der beim Gegner vorhandenen Schwierigkeiten mit allen gerade noch erlaubten Mitteln die Fusion aufgeredet hatten. Der Blau-Weiß lehnt cs aber entschieden ab, sich dieser vom Gegner beliebten Tonart auch seinerseits zu bedienen. Einmal meint er, der Reinhaltung der zionistischen Sache, als deren Anwalt der Gegner sich so geflissentlich aufwirft, einen schlechten Dienst zu erweisen, wenn er auch von seiner Seite der vom Gegner so dringlich angerufeneu zionistischen Ocffentlichkcit das beschämende Schauspiel bieten würde, wie sich zwei Vertragsparteien nach ihrer Veruneinigung corani publico mit Schmutz bewerfen. Der Blau-Wclü ist der Meinung, daß ein solches Schauspiel, selbst wenn sich der Artikelschreibcr, wie nach seiner Persönlichkeit vom Blau-Weiß nicht verkanut wird, von den besten Motiven hat leiten lassen, der ganzen zionistischen Sache schweren Schaden zufügen muß. Das vom K. J. V. hier im speziellen eingeschlagene Ver• fahren hält der Blau-Weiß aber noch für besonders verfehlt. Es scheint ihm nicht gerade ein Zeichen von besonders starker zionistischer Verantwortlichkeit zu sein, wie sic ja vom K.J.V. für sich in Anspruch genommen wird, gegen einen Kreis, dessen bisherige Geltung innerhalb des deutsehen Zionismus Bileski selbst unterstreicht, Vorwürfe größter Schwere zu erheben, ohne dem Leser den diesen Angriffen zugrunde liegenden Sachverhalt zu unterbreiten, an Hand dessen allein er sich ein Urteil zu bilden vermag. Ist es schon im allgemeinen nicht üblich, einen Urteilstcnor ohne den Tatbestand und die Entsclicidungsgründc zu vcxöffentliehen, so muß dies in zionistischen Angelegenheiten als geradezu unerlaubt bezeichnet werden. Ccm Blau-Weiß selbst ist sehr daran gelegen, den •wirkliehen Sachverhalt klar und eindeutig fcstzustellcn, weil daraus erhellen wird, daß die Dilcskischen Angriffe nicht nur in der Form verfehlt, sondern auch sachlich völlig unberechtigt sind. Wir sind allerdings der Meinung, daß die zionistische Ocffentlichkcit ein Recht hat, nicht mit einer einseitigen Partcidarstcilung abgefunden zu werden, sondern die objek. tive Wahrheit zu erfahren. Daher haben wir dem K.J.V. die Einsetzung eines aus unparteiischen älteren Zionisten bestehenden Schiedsgerichts vorgeschlagen, das über Recht und Unrecht entscheiden und seinen Spruch veröffentlichen soll. Bei der Sicherheit, mit der das K. J.V, seinen An* griff vorgetragen hat, zweifeln wir keinen Augenblick daran, daß cs sich dem Entscheid eines solchen Gremiums beugen wird. Wir haben des ferneren auch keinerlei Bedenken, daß das K. J.V., einer selbstverständlichen und in zionistisehen Angelegenheiten besonders unumgänglichen Pflicht der Loyalität folgend, vor Abschluß des Schiedsgerlchtsver• fahrens kündigten jede weitere Beeinflussung der öffentliehen Meinung unterlassen wird. Der Blau-Weiß kann es sich nicht versagen, schließlich noch darauf hinzuweisen, welche Paradoxie, jedem von Parteiicidenschaft freien Zionisten auf den ersten Blick er• sichtlich, darin gelegen ist, daß in dieser krisenhaften Situation des Palästinawerke«, das die vereinigte Aufbietung aller Kräfte fordert, die zionistische Jugend in Deutschland, die in ihren beiden Lagern von leidenschaftlichem Palästina״ willen erfüllt ist, in fruchtlosen inneren Kämpfen sich aufzurciben beginnt. Wir können es uns nicht anders vorstcllen, daß nur durch eine Fülle von tragischen Mißverständnissen und durch das Fehlen einer wirklich überragenden zionistischen Persönlichkeit, die diese tiefgehenden Mißverstandnisse hätte aur.glcichcn können, eine derartig widersinnige Situation hat entstehen können. Die letzten Beschlüsse des K. J. V.-Kartclltagcs enthalten, wie jedem Unbefangenen klar sein wird, eine offene Kampfansage und Mobilmachung des K.J.V. gegen den Blau-Weiß und seine Unternehmungen.’ Wir begnügen uns in dieser Situation nicht mit der leeren wilhelminischen Geste, daß wir den Krieg nicht gcwollt haben, sondern stehen nicht an, zu erklären, daß wir auch heute noch zur Verständigung und Zusammenarbeit bereit sind. Angesichts der Tatsache, daß das K«J.V, den ganzen zionistischen Beamtenapparat Deutschlands und insbesondere die Organe seiner öffentlichen Meinung kontrollicrt, und daher der stärkere Gegner Ist, mag uns dieser Vcrständigungswitle als Schwäche ausgäegt werden, Wenn wir hierdurch den Kampf vermelden können,. nehmen wir diesen Verdacht im Interesse der zionistischen Sache willig auf uns. ׳ ־ Mit Entschiedenheit müssen wir schließlich aber hervorheben, daß letzten Endes nicht in den natlonaljüdjschefi Verelnsiiumen Groß-Berlins entschieden'wird, ob rir.o Jugend stark oder schwach, ob sie ernat oder leichtfertig, ob sie männlich oder unmännlich Et, auch Tendcnznaragraphen sind kein entscheidendes Kriterium hierfür —, sondern daß Nr!4 die Entscheidung hierüber nur In einem einzigen Ra״■ fallen kann: in Palästina. Der Blau-Weiß glaubt in Vergangenheit hier nicht versagt zu haben. Er hofit, , der Zukunft recht bald mit dem K. J.V. in diesem t1V zlgcn einer zionistischen Jugend heute angemessenen Rä«. im Werke de# Aufham weiterem zu können. Mag a״.< dieser Wille Ihm wiederum als Prätention aufgelegt werd1•׳ hiergegen gibt es ein unwiderlegbares Argument, das t\> fache Tun einer kraftvoll zusammcngcsehlossenen Om-׳. Der Blau-Weiß verspricht, auch in Zukunft sich dieses ment« recht lebhaft zu bedienen: er glaubt auf diese Wti die allerdings verliiillnismäßig kurze Zeit, in der sich *!;-/ entschieden haben wird, besser ausfüllen zu können, durch tiefschürfendes Problematirieren über seine jödhc' ‘ Entscheidung oder durch heftige Zeitungsfehden über sch Wert oder Unwert. , Die Bundesleitung des Blau-Weiß, I I.tin «Ist licll in י Sy י׳ ttir Fes Ein Sanimefruf j; Der am 1. Februar in Hamburg unter Abspüllemr;‘; von dem bestellenden ״JüdFciic״ Wanderhütte U!j, j Weiß“ neu begründete ״Freie jüdische Wandctb«, Blau-Weiß“ bittet uns um Aufnahme des folgend{:1 ״Sammelrufs“. Die Red. d. ״J. R." Seit dem Bundestag von Prunn befindet sich die b:sl<<•;' im Blau-Weiß einheitlich zusnmmcng«chlossene zionistisch' Jugend im Zustande der allmählichen Auflösung und Zu, Splitterung. Zwar hatte sich weitaus die Mehrheit des alte: Bundes der Bundesieitung unterworfen oder angesdilosseaber schon auf dem Prunner Bundestag und bald darauf 4 eine beträchtlidie Minderheit ausgcscliicdcn, die bei der neuer,, airtokratischcn Führung des Bundes keinerlei Möglichkeit d«: Entfaltung tmd freien Entwicklung ihrer Eigenart der G{■[, staltung jüdischer Wirklichkeit mehr sehen konnte. Jetzt, nad^ dem Scheitern der Fusion zwischen K. J. V. und Blau-Wcil; werden auch noch diejenigen Gruppen am dem Bksu-Wtil aussdiciden, die bisher von dieser Fusion eine Aufheburder hemmenden Bestimmungen des Gesetzes von Prunn odg' wenigstens zunächst die Möglichkeit einer freien Entwicklung unter Duldung des Bestehenden erwartet hatten. Dazu kommt! daß nunmehr audi noch das K. J. V, dort, wo cs ihm möglici [ ist, zur Gründung von Jugcmlbiinden im Sinne des altes; Blau-Weiß schreiten wird. Wir stehen also im gegenwärtiger Moment in der allmählichen Atomisierung der zionistisch®: Jugendbewegung.; Wer unter uni kann diese Entwicklung, eine Folge der: Haltung der Bundesieitung auf und seit dem Prunner Bunde» t tag, ruhig mitansehen? Wer wird da nicht zur Vereinigung aller Splitter zu einem starken Bunde rufen? j Jeder von uns fragt nach den Ansätzen zu diesem Wieder aufbait, denn cs lebt doch in uns allen der Wunsch und da{ Bedürfnis nach der Erweiterung unserer örtlichen Bünde L* einem großen Bund der gemeinsam nach Zion strebenden ja; disdien Jugend und das Erlebnis der Stärke, die aus dea| Zusammenwirken lebendiger Volkskräfte in einem Bunde aus•! strömt. Aber, wo ist denn ein solcher Bund entstanden? ן In Sdiiüditcm trafen die stärksten der ausgetretenen Bünde1 zusammen und trennten sich mit dem Beschluß der Ver cinigung, aber ohne , schon •. den Rahmen für sie gc firmlet! zu haben, ln jüngster Zeit ergeht von Fulda aus der Ruf zum Anschluß an den ״Brith Haolim“. Aber wer hier da Beginn des Wiederaufbaus des alten Blau-Weiß erwartete, wurde bitter enttäuscht Der ״Brilh Haolim" ist ein zionisti■ sdier Bund orthodox-sozialistischer Prägung, in dem sich שן eine Komponente unseres nationalen Lebens im Blau-Weiß *nsdrückt. Ja, gleichsam, als ob man den Gedanken des alte« Blau-Weiß vergessen wollte, weil au; dem alten Bund trotz vieles Großen zum Schluß doch nur ein Mißton übrig gc• blieben ist, als ob man auch den alten Bund verneine, bat der neue Bund Namen um! Nadel abgelegt und damit scharf mit der alten Tradition, die in uns allen gefühlsmäßig stark vorhanden ist, gebrochen. Und der neue hebräische Name ist nicht der Ausdruck eines Seins, sondern ist Programm, ist Zukunftsbild, nach dessen Erfüllung man streben mag, das aber deshalb niemals den Namen geben darf für den Bund, bevor es auch verwirklicht wird. Wir sollten auch nicht hebräische Namen als Ausdruck unseres Wesens wählen, solange cs noch verfrüht ist. Der ״Britii Ifaolim“ wird aus sachlichen und gefühlsmäßigen, nicht minder berechtigten Oründen, nicht der Weg zum Wiederaufbau der geeinten zio■ nistischen Jugendbewegung sein, auch wenn er betont, dies* Einigung zu wünschen. Vielleicht aber wollte er im Ver■ trauen auf den ersten Schritt der Fusion zwischen K. J.V. und Blau-Weiß diese Aufgabe auch nicht übernehmen. Aber damit tritt nun mit um so größerer Klarheit die Notwendigkeit vor uns, neue Wege zu suchen. Wir brauchen einen starken Wanderbund im Sinne des alten Blau-Weiß• der imstande ist, der verführten Blau-Weiß-Armcc die Wagt zu halten und unsere Kräfte zu freier Entwicklung und üb kräftiger Arbeit in Erez isracl zu vereinigen. Wir braudien einen freien jüdischen Wanderbtmd Blau• Weiß, eine Einheit über alle Sonderbiindclei, eine etnheib lidie zionistische Richtung über jeder parteipolitischen oder wcltansdmilichcn Sondenurücht. Wir brauchen eine strafie, aber demokratisdie Leitung. Unser Symbol muß der Blau• Weiß rein, seiner Fahne müssen wir treu bleiben und dürfen uns nicht verwirren lassen, auch wenn uns die ״anderen" nicht mehr als ״Blau-Weiße“ anerkennen. Haben wir den Mut zu dem alten Bekenntnis und fangen wir noch einmal von Anfang an. Dann wird auch der Weg zur weiteren Einheit möglich sein. Wir werden was vereinigen können mit allen, die In gleicher Weise und Freiheit den Weg nadt Erez-Israel gdien. Schaffen wir nicht erst beschränkte Bünde* die immer wieder neue Grenzen au [richten, sondern gleich im Anfang, in seiner Organisation, groß angelegt, den um• fassenden Bund., Dieser Sanwnclruf ist wichtiger als alle theoretische Au»־ einandersetzung über die ״Breslauer'‘ oder ״Frankfurter״ Riditung, es ist ein Ruf zur Eürhdt in der Stunde verhängte*• vollster Zersplitterung. Richard Markei, Hamburg, Orinielhof <52. Berichtigung In unserem Bericht über die Sitzung des Actions-ComlR* hieß cs bei Wiedergabe der Rede von Dr. Welzmann, er habe selbst von: der» Antizioni ite n in Rom und Mailand Beträge für den Keren Hajessod erhalten. E* mußt« richtig heißen: 'A׳zionisten, wai wir hierdurch fest■ , stellen. fftW von »tat . grö nlüi Per }■ ' kor; Ov gst U1K 1 lan ein! der ker au; 1 Un 1 ms K« *01 : zio 19: Vc g< J« B B B B B B C I H D E I

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