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Jüdische Rundschau · 1923-02-16 · Heft 14 (16.2.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 14 (16.2.1923)
Date
1923-02-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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H Seite 76 JUEDI5CHE RUNDSCII. Nr 11 Die Einwanderung ftn Januar Jerusalem. (J. C, B.) Wahrend des Monat* Januar dieses Jahres sind in Palästina 1022 Immigranten ein• getroffen. Die Organisation der jüdischen Gemeinde■ Jerusalem. (J.C. B) In einigen Wochen wird eine Konferenz der Mitglieder des Waad Icumi unter Zuziehung der Vorsteher der jüdischen Gemeinden stattfinden, die den Zweck haben soll, eine vereinheitlichte Arbeit der Gemeinden zu erzielen. Der Waad Icumi hat sämtliche Gemeinden au{• gefordert, ihm ihre Statuten sowie die Materialien zur Beurteilung ihrer finanzielle» Lxistciumöglichkcit einzusenden. Die diesjährige Touristensaison Die Tourisicrtsaison dieses Jahres läßt sich zwar viel besser als im vorigen Jahre an, erfüllt jedoch noch lange nicht die an sie geknüpften Erwartungen. Infolge der krisenhaften Zustände in der ganzen Welt und insbesondere im Oste» haben viele hunderte, ja vielleicht tausende von Toulisten, die sieh bei den verschiedenen Reisegesellschaften für den Besuch von Aegypten und Palästina eingeschrieben hatten, ihre Anmeldungen zurückgezogen. Man kann also, auch wenn die politische Lage volle Klärung erfahren sollte, keine besonders gute Saison im Laufe des Winters erwarten, aber in diesem Falle könnte man noch auf eine gute Sommcrsaisost zählen. Besonders erfreulich ist die Zunahme der jüdischen Touristen aus den verschiedenen L«ändern. Ke ersten sind bereits eingetroffen; im Laufe des Winters werden auch einige Sondergruppen jüdischer Touristen unter Leitung des Richters Hyin.m in New York und des Herrn Franklin aus England Palästina besuchen. Wie die palästinensische Exprcß-Co. mitteilt, laufen aus den verschiedenen Orten ständig Anfragen ein, die die Bildung größerer Touristengruppen betreffen, welche־ in nächster Zeit Palästina besuchen wollen. Wenn natürlich nicht damit zu redmen ist, daß alle diese Plane zur Vcrwirklidiung gelangen, 90 lassen sich immerhin ohne jeden Zweifel günstige Anfänge fcsistellen. So sind angekündigt: Für den 21. Februar der Dampfer ״Homeryck“ aus Amerika mit 600 Touristen des Reisebüros Cook, die jedoch nur drei Tage in Palästina zubringen wollen. Am 25. Februar wird in Haifa das amerikanische Schiff ״Ernprcß of Scotland“ mit 700 Touristen des Reisebüros Gark ciuireffen, die sechs Tage in Palästina bleiben wollen. Für den 5. März ist das Schiff ״Scj’thia“ n»gekündigt mit 600 Touristen des Büre» Franc, die drei Tage in Palästina verweilen werden. Am 12. März soll die ״Laoonia“, die eine Weltreise zurücklegt, mit 100 Leuten, welche einen Tag im Lande bleiben wollen, in Haifa anlcgcn. Am t7. März wird die ״Rotterdam“ 700 Touristen 11 .־!eh Palästina bringen. Die für denselben Tag angekündigte ״Adriatic" bringt mehrere Touristengruppen, darunter auch 50•Juden unter Leitung des Richters 1 lyman aus New York, die einen Monat in Palästina zubringen wollen. Für den 18. März ist die ״Mauretania“ nrft 350 Besuchern (Arrangoment der American Expreß) angekündigt, die zwei Tage in Palästina zu verbleiben gedenken. Am 25. März bringt die ״Caionia", die die Weit umschifft, gegen 100 Leute des American Expreß. Für den 23. März ist eine zweite Oruppc jüdischer Touristen aus England angekündigt, die unter Leihing des Herrn Franklin steht und die einen Monat, darunter auch die Osterfeiertage, in Palästina verbringen will. — In dieser Aufzählung sind nur die organisierten Gruppen berücksiditigt, nicht aber die einzelnen Besucher, die ohne Vcrmitt• iung der verschiedenen Reisebüros ins Land kommen und deren Zahl alljährlich eine recht beträchtliche ist (Ziko.) Der Besuch der Nailonalbibliofhck Im Laufe des Monats Tcbeth haben die Nationalbibliothek in Jerusalem 3059 Leser besucht; 1032 entliehen Wcikc nach Hause, während 2027 in der Bibliothek selbst verschiedene Werke benutzten. Die Zalil der in diesem Monat benutzten Werke betrug 1952, davon S03 hebräische, 404 russische, 356 deutsche, 206 englische, 112 jüdische und 69 französische. Die Zahl der im Lesesaal permanent aufliegenden Zeitungen beträgt 239. (Ziko.) Eine Kranken Station der Agadas Jisroel In Jaffa Der ״Doar Hajom" berichtet, daß dank den Bemühungen des Rabbiners Slonim die Agudas Jisroel eine allgemeine Krankenstation in Newe Schalom errichtet hat, die unter Leitung von Dr. Kantorowitz steht. In der Eröflnungsanzeigc heißt cs u. a., daß in dieser Krankenstation medizinische . Hilfe jedem, der sich an die Station wendet, zu niedrigen Preisen gewährt wird, den Mitgliedern der Aguaas Jisroel aber unentgeltlich (auf diese Unterscheidung der Kranken nach ihrer politischen Zugehörigkeit darf wahr• lieh die Aguda stolz sein). Mitteilungen über das judisdic Bibliothekswesen In Erez Jfsrset Berichte der Hauptsammelstelle (Prof. Dr, Heinrich Loews Berlin NW 52, Flemmingstr. 12 Sch'bat 5683/Januar 1923. Das Bibliothekswesen in Palästina hat noch Immer nicht die Forderung erfahren, die es haben müßte, um mit, dem in jeder Weise aufblülicndcn Werke des Aufbaues einigermaßen Schritt zu halten. Es sind zu viele Dinge, die in Angriff genommen werden müssen, als daß für solche für rein ideal gehaltenen Bestrebungen, wie Universität und Bibliothek, die notwendigen Mittel übrig blichen. Und ohne Geld kann auch der größte Idealismus kein Bibliothekswesen errichten. Nur liegt hier bei den Allermeisten insofern ein Irrtum vor, als sie nicht wissen, daß die Schaffung der Univcrsitäts- und Nationalbibliothek kein kultureller Luxus, sondern eine harte materielle Notwendigkeit ist. In jedem Augenblick wird der Mangel einer richtigen Bibliothek schmerzlich empftmden. Jetzt, wo die Universität mit einer geisteswissen- *chaltlichen Fakultät iltr Dasein dokumentieren will, wo such das Technikum seine Tore den Zöglingen und Studierenden erötfncn toll, jetzt wird die Bibliothek ganz notwendig gebraucht. Aber such ohne diese wissenschaftlichen Institute bedarf das Land dringend der Tätigkeit der Bibliothek in weit ausschauendem Sinne. Jeden Tag machen die Beamten und Ingenieure, die Behörden und die Baumeister, die Aerzte und die Werkführer dieselbe trübe Erfahrung, daß die •0genannte ״Nationalbibliothek“ zu Jerusalem, trotz der aufopfernden Mühe Ihrer Freunde und Beamten den Bedürfnissen auch nicht im entferntesten genügt. Am schlimmsten freilich wirkt der Mangel Im einem einigermaßen ausreichenden Gebäude. Dns jetzige kleine und völlig unzureichende Haus, das von der Jeruschnlajlm-Loge des Bnc-tiiitli-Ordciis errichtet worden ist und dieser gehört» ist Fingst überfüllt. Mietsräume, die außerdem sehr teuer sind, reichen nicht aus, um dein Bedürfnisse zu genügen. Man muß bauen! Die W 01 f f s 0 h n S11 f t u n g hat es übernommen, aus ihren Mitteln diesen notwendigen Bau aufziifiihren, um dann das alte Haus für eine Volksbibliolhck zu fassen,• während die wissenschaftliche Bibliothek in das neue große Hau* werk iibcrsicitcln und dort bliilien soll. Aber ehe dieses ״David Wollfsohn-Haus“ au!geführt werden kann, muß erst der Bauplatz erworben werden, der dem Nationalfonds noch nicht gehört. Hierzu muß man der Stiftung die Mittel an die Hand geben und auch Ihren Baufondi möglichst vermehren. Endlich wird man daran gehen müssen, das Budget auf eine einigermaßen sichere Grundlage zu stellen. Dazu müssen in allen Ländern ,,Gesellschaften der Freunde der Jerusalem-Bibliothek“ ins Leben gerufen werden, die aus ihren Mitglicdsbciträgen das jährliche Budget sichern. Außer• dem müssen einzelne Freunde größere Beiträge spenden, um dm Baufouds zu vergrößern und einen Bodenfonds für die Bibliothek zu schaffen. Ein Freund des großen Kultur- Werkes, das wir errichten, Ingenieur Emilio Stock ln Triest, teilt uns soeben mit, daß er uns beim Beginne des Baues einen Beitrag von 250 £ für den Bau zur Vcr• fügiing stellt und außerdem weitere 20 £ jährlich, einstweilen ftir fünf Jahre, also noch weitere 100 £ für das lahrcsbudgct der Bibliothek spendet. Auch unser Freund Prof. Dr. Aron Embcr von der Johns Hopkins University ln Baltimore unterstützt unsere Bemühungen weiter ln seiner unermüdlichen Weise. In Amerika hat sich unter der Leitung der Herren Jakob De Haas, Dr. David Klein, Pollock, Levy und Julius Simon ein besonderes Komitee gebildet, das jetzt energisch die besondere Arbeit für den Bibliotheksbau der Woiftsohn-Stiftung in die Hand nehmen will. Auch in anderen Ländern regt cs sich. So sandte uns die Gesellschaft Zci're-Zion in Abo (in Finnland) die ersten 500 finnischen Mark für den Baufouds. Jetzt bekommen wir die Mitteilung von der Oründung einer ״Gesellschaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek in Itaiien“. Eine gleiche Gründung findet in der Tschechoslowakei statt. Von größter Bedeutung Ist es, daß man Im Bne-Brith- Orden den hohen Wert des Bibliothekswesens zu erkennen an• fängt. Soeben hat die Großloge für den tschechoslowakischen Staat in Prag die ersten 1500 tschech. Kronen (=* 10,10 £) für den Baufonds der Wolffsohn-Stiftung überwiesen. Die Hauptsammcistdlc in Berlin konnte bisher durch die ihr zuteil gewordenen Geld- und Bilchcrspcndcn ihre Wirksamkeit in alter Weise fortsetzen, wenn ihr auch augenblicklich die Mittel fehlen, die großen Bücherschätze Ihrem Ziele zuzuführen. An Jahresbeiträgen gingen In den letzten Monaten fo!• gende Beträge ein: Lippmann Bloch, Breslau (2. Rate) 500 M.j Rechtsanwalt Dr. Erich Cohn, Berlin, 503 M.; Otto Cohn, Lichtcrfelde, 20 000 M.; Sally Fiatow, Berlin, 500 M.; Lazarus Friedmann» Mainz, 1000 M.־, .Miclui Goldenberg, Charlottcnburg (durch Dr. Oskar Nacht) 300 M.; Max He nach cf, Berlin, 500 M.; Max Jonas (V. J.St. Jordan!.!), Frankfurt a. M'., 500 M.; durch cand. mcd. Juliusburger (Zamolra 1003 M.; Hochberger 500 M., Bertenthai 300 M), Kiel, 1800 M.; Heinrich Klein, Plauen, 500 M.; K 11 n g e r, Plauen, 200 M.; Hermann Adolf Kraus, Berlin, 2003 M.; Dr. John Marcus, Charlottcnburg, 1000 M.; Hermann Popper, Cassel, 6üv)M.; Moritz Reizmann, Kaschau, 1003 M.; J. Schnelling, Cöln, 300 M.; B. Sudowicz, Leipzig, 10000 M. Ferner Einzelbeiträgcs Jüdischer Turn- und Sportverein Bar Kochba E. V., Leipzig, 15 050 M.; Bruno Bender, Berlin, 5000 M.; Bernstein & Bacr, BerlinW 15 (zeichnet gleichzeitig Jahresbeitrag von 500 M.) 2030 M.; Bikkura, Hannover, 500 M.; durch cand. mcd. Juliusburger, Kiel, von Fräulein Kajau 2000 M., von Fräulein Therese Mer 5 Lit.; Jacobus Kann, Haag, 15100 M.; Prof. Dr. Heinrich Loe wc, Berlin, 20000 M.; Schüler des Hebräischen Gymnasiums zu Mariampo! (Litauen) 24 450 M.; Buchhändlcr Ludwig Mayer. Berlin, 30 000 M.; Moritz Pomeranz, Memel (Königsberg i. Pr.), 10 000 M.; H. Tugendhaft, Berlin (durch B. Z. V.) 1U0 M.; B. W i e n e r, Inovraclav, 200 M.; H. Zimak, Berlin,25 000M.j E. Lands borg, Schöneberg, 2000 M.; J. Wolf, Charlottcnburg, 5000 M.; auf der Hochzeit Fräulein Fanny Jawtchitz und Dr. Laser Hirschberg aus Memel, in Königsberg, sammelte Herr Moritz Pomeranzaus Memel für die Biblio• thek 152 000 M. Rechtsanwalt Dr. Max Wlstln etzkf, Allenstcin, hat mit seinen Geschwistern die bei der Bibliothek bestehende Joseph und Rahel Wistinetzki-Stiftung um 3000 M. vermehrt. Uhrmacher Arnhold Rosenthai hat zum An denken an seinen Sohn stad Ing. Hermann Rosen thal בי בןאחרן* (geb. 13. Cheschwan 5063 zu Breslau, gest. 6. Siwan 5682 zu Holzkirchen) eine Stiftung von 34 4SI M. zum Kaufe von kulturtcchnischcn Büchern gemacht. Für den Bau des Davld-Wolffaohn-Hauses, das die Universität*- und Nationalbibliothek In Jerusalem aufnehmen soll, hat Dir. Salo Translateur, Treptow bei Berlin, eine Pfundaktie gespendet, ebenso, wie oben oben erwähnt, der Verein Zeire-Zion in Abo (Finnland) 500 finnische Mark. Herr Cargher in Berlin spendete 1 £ für den Baufonds. Eine große Einbuße hat die Bibliothek durch den Handstreich derJ Litauer auf das Mcmclland erlitten. Unsere Freunde in Memel hatten die Anwesenheit von Prof. H. Loewe benutzt, um eine für unsere hiesige Arbeit erhebliche Summe zu zeichnen, die Ende Januar überwiesen werden sollte und die uns jetzt fehlt Um so nötiger ist es, daß unsere Freunde in anderen Städten und Ländern uns unter Würdigung der täglich enorm steigenden Bücher- und Buchbinderpreise die Möglichkeit ersprießlicher Weiterarbeit geben. Auch müssen wir in die Lage versetzt werden, die wertvollen, unler unserer Verantwortung lagernden Bitcherschiitzc ihrem Bestimmung®' orte zuzuführen, von wo sie dringend verlangt werden. Büchcrschcnkungen wurden der Bibliothek gemacht von; cand. chcm. Leo Aberbach. Ettlingen (Baden); Buch׳ händlcr Josef Aitmann, Berlin (wichtigste, überaus wert• volle bibliographische Werke); V. J. St. Barkochba, Oöttingen (durch Dr. Peysei); Dr. Louis Frlnket, Kopcnhagen; Dr. D. A. Fried mann (Verlag Ajanoth), Berlin; Heinz Gold schinldt, Berlin; V. J. St. Humoiuca, Riga; Dr. H. Konsztam, Piotrokaw (Polen), Bcrthotd L e v y, Berlin (wertvolle liiere Jüdisch-wissenschaftliche Werke); Apotheker Leo Lichte nstefn, Pankow; Moses Marx, Berlin; Frau Thekla Meinrath, Konstanz. (Bibliothek ihres verstorbenen Gemahls Dr. Gereon Meinrath, geh. in Neustadt, gest. in Konstanz); Ernst Not hm an 11 Pankow; V. J. St. Makkahlia, Berlin; ,,Ose“, Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden, Clwloltenburg; Dr. in Peyser, OÖUingcn; Philo-Vertag (Central.y, t in deutscher Staatsbürger jtUlinchcn Glaubens» Berlin);[. )r.!!»mar Elbogen, Berlin; Schimon Kaw1d״NVi( •rlin; Ruder-V.J.St., Berlin; Dr. M. Schwarz, K1,W Dr. Henry S. Simonis (durch Piülo-Verlag), Berlin (nt,. für Haifa); Prof. Dr. Ludwig Stein, Berlin (zugic.d!. Tel-Abib). , , , , ״ j . Im Monat Dezember 1922 langte in Jerusalem Eine Sem•.' von 1250 Büchern an, welche die jüdischen Studenten T; Manchester für die kunitige UnivcrsitäHb.b.iotliek .• sammelt haben. Die Sammlung enthält viele wertvolle U't . besonders aus dem Gebiete der Philosophie und Theo:! ' darunter, was besonders wichtig und nachahmenswert, 4 Serien wissenschaftlicher Zeig ibiiüciy Die Sammlung w,: in Manchester von dem dortigen Zweig der ״lnler-Uni.cr i Jewish Federation of Great Britain and Ireland" du; ' geführt. , | Die Arbeiten für die Haifaer Bibliothek wuh־ jetzt noch von einer anderen Seite aufgenoinmen. Nacli.y wir bereits die Anfänge dieser Bibliothek aus der Joiy Hirsch •Stiftung (Halberstadt) zusammengebradit t. :alalogisicrt haben, gellt jetzt Ingenieur Max Hecker! Leiter des Haifaer Technikums daran, durch weitere Kb, die Bibliothek zu einem brauchbaren Instrumente für <. Technikum zu gestalten, da* demnächst seine Pforten t: öffnen wird. | In Jaffa existiert seit 1892 die kleine Bibliothek SriuJ Zion. Sie hat ungefähr 12 000 Bände. Jetzt ist sie, sie schon seit längerer Zeit in Tel-Abib ihre Auktdli••1 gefunden hat, von der Stadtverwaltung Tel-Abib n Stadtbibliothek übernommen worden. _ Fürs erste einem Mietshause. Aber ein Grundstück für einen besomit!״ Bibliotheksbau ist schon bcreitgestcllt. Der Etat ist einstwci»; sehr gering. Hausmiete 20 £, ücamtcngchiilter (ein ßi:>',.• thekar und zwei Hilfskräfte) 32 £, zusammen mit klcir;; Ausgaben 55 £. Das ist gewiß wenig. Aber erstlich st!:" die erste hebräische Stndtgemcinde der Welt hinter diertv Institute, und dann werden sich gewiß auch viele Fremd׳[ Im Auslande finden, die, wie cs bisher allein Herr Lt( Motzkin getan hat, sich der Fürsorge für die Erweitere,- dieser wichtigen Bibliothek insbesondere widmen werden.; Dir ״Gesellschaft der Freunde der Jers. saiem-Blbliothek in Deutschland" quittiert hier* mit über folgende für das Geschäftsjahr 1922 emgegany־: Jahresbeiträge: Willy Abramczyk 1000 M.; Buch Händler Josef Alt mann 50000 M.; Jacques Asch 1000 M Bruno Bender 5000 M.; San.•Rat Dr. Gustav Bradt 100; Mark; Sally Bradt 1000 M.; Siegfried Elle 530 M.; P״., Goldschmidt 1000 M.; Studienrat Dr. Kurt Joach:; Orau 1000 M.; Rabbiner Dr. Meier HiIdesheime| 1000 M.; Hermann Judey 5000 M.; Rechtsanwalt Drf Eduard Leszynsky 1000 M.; Jacob R. Marcus 2000 M; Buchhändler Ludwig Mayer 2500 M.; Richard Mnyeit 2500 M.; Dr. med. Hans Mühsam 500 M.; Dr. Da vT Nußbaum u. Frau 20 000 M.; Prof. Dr. Otto Opet, Kief 1000 M.; Moritz Rosenthai 500 M.; Satman Schaiii 50000 M.; Dr. Schapiro 5000 M.; Dir. Moritz Simo׳. 10000 M.; Dr. Emanuet Velikovski 2000 M.; Rcchtsmv.v:? Dr. Benno Walter 500 M.; Prof. Dr. Otto Warburg 5 9 Yi Der Vorstand der jüngst gegründeten ״GeseilI achaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek' in Deutschland" setzt sich aus folgenden Personn zusammen: Sanitätsrat Dr. Gustav Bradt, Vorsitzender; Prof. Dr. Albert Einstein, stcllvertr. Vorsitzender; l'rut! Dr. Heinrich Loewe, Schriftführer; Kaufmann Moiitif, Rosenthal, stcllvertr. Schiiftiührer. Außerdem sitzen to! Vorstände der Gesellschaft Rabbiner. Dr. Meier Hilde!, h e i m e r» Rabbiner Dr. Leo B a e c k, Prof. Dr. Otto Warburg, Frau Rabbiner Dr. E. Eschelbachet, Buchhändler Joset Aitmann, W. Abramczyk, Redt anwait Dr. Ed. Leszynsky, Dr. Hans Mühsam, Kau; mann Salman Schallt Schatzmeister ist Herr Schallt Die Gesellschaft hat außer ihrer Gründungssitzung bi her keine Versammlung abgehaltcn, da sie erst ihre Bcatätigunr als E. V. erwartet. Demnächst wird diese erfolgen und dann alsbald eine erste Versammlung cinberufen werden, zu der Gäste besonders herzlich willkommen sind. Die Oe■ Seilschaft denkt daran, für ihre Mitglieder besondere Drucke herstcllen zu bissen, die durch ihren bibliographischen und historischen Wert viele Freunde anzichen würden. Von besonderer Bedeutung ist cs, daß der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin auf Unsere Bitte hin. einem Beschluß der Bibliothekskommission entsprechena, sich bereit erklärt hat, die von uns bezeichne es Dubletten der Berliner jüdischen Gemcindebibüotl.ek der Univcrsitäts- und Nationalbibliothek zu Jerusalem zu über* lassen. Abgesehen von dem hohen Geldwerte, den d!cst Bücher haben, ist das ideelle Moment zu wertin. Denn noch viel 'größer ist die moralische Bedeutung. Ist es doch kein Zweifel, daß auch heute noch die Berliner jüdische Oe• mcinde ein großes Ansehen genießt und zu den führenden Gemeinden der jüdischen Diaspora gehört Wir werden selbstverständlich später gern ebenso von unseren Dubletten der edlen Spenderin Bücher zur Verfügung stellen. Wir haben vor allem bei der Bestimmung der für uns' ausgesuchten Dubletten darauf geachtet, daß wir solche älteren Hcbraci bekommen, die bisher in Jerusalem noch fehlen, ferner solche Palästina, den Orient und die Juden- und Judcntumsfraje betreffenden Schritten, die für die jüdische Gesamte chnhie von einiger Bedeutung sind. Wir sprechen dem Vorstände der Jüdischen Gemeinde zu Berlin für seinen vorbildlichen Entschluß auch an dieser Stelle unseren Dank aus. Durch die Entwertung der Mark und die dauernd enorm steigenden Bücher- und Buchbinderpreise ist die Hauptsammel• stelle in Berlin in starke Verlegenheiten geraten. Um so mehr ist es die Pflicht aller Freunde jüdischer Kultur und der Verbreitung europäischer Gesittung im Vorderen Orient ihr durch Gewährung reichlicher Mittel die Möglichkeit xu gewähren, ihre fruchtbringende Arbeit In gewohnter Weise fortzusetzen. Es gilt ein großes Kulturwerk {ortzuführen! Die Sorge für die Univcrsitäts- und Nationalbibliothek zu Jerusalem ist keine Parteisache. Es handelt sich um eine allgemein-jüdische Angelegenheit, um'elwas, was jeden Menschen interessieren sollte, der für Bildung und Wissen- *chaft Sinn hat. Daher gehören die Freunde der Jeruvalcm- Bibliothek allen Parteien und Gruppen im Judenlume an, und neben Orthodoxen und Liberalen wirken Zionisten und Reformjuden einträchtig für die Bibliothek zusammen, eb.nso wie sich Nichtjuden für diese von Juden errichtete erst« moderne wissenschaftliche Bibliothek im Vorderen Orient Einsetzen. ln Deutschland hat die Jerusalem-Bibliothek eh Bankkonta auf den Namen des Bevollmächtigten der B io h’k, Prof. Dr. Heinrich Loewe, Separatkonto ״feru:,a cm-.Hh• llothck" bei der Filiale ehemals Meyer Cohn, der L'ukontogescllschaft, Berlin W, Unter den Linden 11, sowie ein Postscheckkonto unter dem Namen ״Prof. Dr. Heinrich Loewe, Jerusalem-Bibliothek", Berlin NW 52, Flcmmiiu׳• ■ Straße 12, unter der Nummer: Berlin 35 0D2. Alle Zuschriften und Anfragen sind zu richten an Professor Dr. Heinrich Loewe, Berlin NW. 52, Flemmingttraße 12. <

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