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Jüdische Rundschau · 1923-02-09 · Heft 12 (9.2.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 12 (9.2.1923)
Date
1923-02-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 68 ■»!,ICT"?■ - Ein neues Palästina* Uttterachmen Unter der Firma ״PASYREG“ Orient-Export Aktien-Gc seil sClia ft ist mit dem Sitz in Berlin, ITnubcnstr. 47 ein Unternehmen gegründet worden, welches die Ausfuhr von Waren ans Deutschland nach Palästina, Syrien, Aegypten und anderen Ländern des Nahen Orients, sowie die Einfuhr der Erzeugnisse dieser Gebiete bezweckt. Ferner soll sich die Gesellschaft mit der industrlcllen Erschließung Palästinas befassen, . ׳ , : Das Zustandekommen des neuen Unternehmens!st dem1 Zusammenwirken von jüdischen Großfirmen in Berlin und Frankfurt mit Institutionen und Gruppen, die sich für den Aufbau Palästinas einsetzen, zu verdanken. An den Vorbcreihmgett zur Gründung der Gesellschaft beteiligten sich in reger Weise mehrere zionistische Oruppen, welche den Aufbau Palästinas durch die Anregung der Privatinitiative befürworten: Der ״Binjan Haarez“, die ״Wo!f solln •Gese11 schaf t“ und das ״Vereinigte Berliner Komitee für zionistische Reorgani- Kation“, Gleichzeitig aber traten die neutralen Palästina- Vereinigungen, die ״Allgemeine Jüdische Kolohitat io ns- Organisation“, sowie das ״Hilfskomitee für P a1ä s t und besonders eifrig auch die Palästina- . ]UED1SCHE RUNDSCHAU < * ' ...״""־ ־ "n ״" ־ J ". ־ .wmrnrnimmmmmm Unsere Zeitnah Ist la Ecrlla in den Bahn« liofsbucl iliandlunijcn, den Buchhandlungen der adt-, Hoch« ond Untergrundbahnen und in eilen Zeitungskiosken zu haben. Der Einzelpreis beträgt gcgcnwSrtig Diensten 00 Mark, Freitag J 00 Mark, Nr. ij Centrale der ״Agtidas Jisrocl“ für das Unternehmen ein. Dank dieser Kooperation wunde der ״PASYREG“ nicht nur die Unterstützung der neutralen, orthodoxen und tiouistischcn jüdischen Kreise Deutschlands, sondern auch die der zur Zeit in Deutschland wohnenden russisch-jüdischen Großkaufleutc gesichert, > Das Anfangskapital der Gesellschaft beträgt 30 Millionen Mark. Daneben verfügt jedoch die ״PASYREG“ über sehr ausgedehnte Wareitkrcdite, die ihr von zahlreichen Industriellen and Handelsfirmen zugesichert wurden. Das Gcscllschaftskapital soll demnächst erheblich vergrößert werden. Der Aufsichtsrat besteht aus den Herren: Kommerzienrat Oerson Simon, Heinrich Freirieb, Moritz Grieß, R.-A. Dr. M. Kollcnschcr, Salmon Scbalit, Heimantt Zitnak, sämtlich in Berlin; Siegfried Birnbaum, Herbert Kruskal, Frankfurt a. M.; iaques Schapiro-Jaffa. Ais Direktoren wurden die Herren >r. N. Honig und Ernst Löwenberg bestellt Zum Generaläckrctär wurde Dr. Alfred Nossig berufen. Die neue Gesellschaft besitzt bereits in Palästina Und den Nachberländcrn ausgedehnte, erfolgversprechende Be- Ziehungen. Ihre kommerzielle Tätigkeit ist noch vor der formellen Gründung der Gesellschaft eingcleitct worden. Ebenso sind die Vorbereitungen für die Initiative der Gesell- Schaft auf industriellem Gebiete bereits im Gange. In bezug auf die geschäftlichen Aussichten des neuen Unternehmens ist Folgendes zu sagen: ln dem gegenwärtig aufblühenden palästinensischen Länderkreis macht sich ein Stetig wachsendes Bedürfnis nach Waren jeder Art bemerkbar. Deutschland bildet infolge seiner industriellen Leistungsfähigkeit und seiner niedrigen Valuta die Hauptbczugsquelle für den dortigen Handel. Der Export ist jedoch bis jetzt so mangelhaft organisiert, daß es nach Ansicht der Sachverständigen im Interesse des wirtschaftlichen Aufbaues Palästinas liegt, gerade in Deutschland eine Orient-Handelsgesellschaft zu gründen. Nach den bisherigen Erfahrungen darf der Handel nach der Levante als rentables Unternehmen gelten. D!r Kampf gegen die Malaria v Jerusalem. (J.C. B.) Die palästinensische Regierung veröffentlicht eine offizielle Mitteilung über den Kampf gegen die Malaria. Neben den mit der Bekämpfung der Malaria betrauten Regierungsbeamten arbeitet eine Vertretung des vom amerikanischen Milliardär Rockcfeller gegründeten internationalen Gesundheits-Komitees an der Bekämpfung der Seuche. Das internationale Komitee errichtete ein Institut zur Erforschung der Bedingungen der Malaria in Palästina und stellte cs unter die Aufsicht der Regierung. , Ein Ben Jehudah Komitee Jerusalem. (J. C. B.) Unter dem Protektorat des Ober- Kommissars Sir Herbert Samuel hat sich hier ein Komitee gebildet, welches die Vollendung und weitere Herausgabe des großen wissenschaftlichen Wörterbuches Ben Jchudahs ״Thesaurus totius hcbraicac“ sich zum Ziele gesetzt hat. Dem Komitee gehören u. a. an: Achad Haam, Ussischkin und David Yellin. Wie bereits mitgefeilf, hat die Actions-Comltd-Sitzung die materielle und moralische.Förderung dieses Unternehmens beschlossen. , . . , , , Palästina •Bilder in der englischen Presse , ׳ Die englischen illustrierten Zeitungen räumen letztens pa- . Ilstinensischen Bildern recht viel Platz ein, So enthält die bcdeutendste englische illustrierte Wochenschrift, der ״Graphic“ vom 30, Dezember, zwölf Bilder des modernen Palästina. Die Wissenschaftliche Monatsschrift ״Everybodv’s Science“ veröffenilicht in der Jamiarmnumcr einen illustrierten Artikel über den Aufbau Palästinas, Der populäre ״The Wcokly Tele* graph“ vom 1. Januar gibt ebenfalls Bilder aus Palästina wieder, so die Silikatfabrik und häuserbauettclc Juden in Jaffa und Td-Awiw. (Ziko.J , . Geschichte des Zionismus als Dokto.1H.se Itüon ' Iml vorigen Jahr promovierte an der philosophischen Faktdtät der Züricher Universität Herr Bernhard Weine t, «1it einer EXssertation ״Der politische Zionismus 1806—1901, ein Beitrag zur neuesten Gesichte des jüdisch™ Volkes", die nun im Druck erschienen ist. Die interessante Arbeit stellt ein kurz gefaßtes Kompendium der Geschichte der zionistischen Bewegung bis zum Tode Herzls dar. Es sei vermerkt, daß der Autor das Material großenteils dem Archiv der Zion stlscheu Organisation in Berlin entnommen hat, (Ziko) Schekel der liitachduih Chawerim des Hapoel-Hazai'r und Zionisten, die den Hitacl1duth.(Ha|>oel-Haza!r־)Schekel kaufen wollen, werden gebeten, darauf zu achten, daß von ihnen mit ihrem B. Z. V.. Beitrag nicht auch der Betrag für einen ״allgemeinen Schekel“ eingezogen wird. Sie werden aufgefordert, bereite zugestellte oder verrechnetc Schekalim an die B. Z. V. mit dem ausdrückliehen Hinweis auf das Mißverständnis zurückzusenden. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Schekelkommissarc des Hapoel-Hazai'r berecht'gt sind, den Hitachduth-Schekcl in sämtlichen zionistischen Veranstaltungen zu vertreiben.! Zu E11 Ocamfcnproblcm Wir hatten seinerzeit bet Wiedergabe emc'ä Berichtes ’der belgischen Zionistcn-Föderation bemerkt, daß die in diesem Bericht gerügten Fehler der Arbeit damit Zusammenhängen dürften, daß man cs in. Belgien bisher grundsätzlich obgclchnt hat, die Arbeiten der Organisation durch Beamte führen zu lassen, wie denn Belgien überhaupt eine der Landsmann׳• schäften darstellt, in denen der Kampf gegen das zionistische Beamtentum am meisten geführt wird־. In der ״Hatikwnh“, dem offiziellen Organ der belgischen Zionisten, hat man sich mit diesem Artikel beschäftigt undt uns geantwortet. Wjr übergehen die Polemik des Artikels und kommen auf das praktische Programm der Beamten (rage, das dort zusammengestellt wird. Dieses Programm wird, wie Mißt, zusammen► gefaßt: ״Der richtige Mann an die riditige Stelle, Bruch mit jeder ungerechten Begünstigung, Bezahlung und' Betör• derung nach den beruflichen Fähigkeiten unter Berücksichtigung des Dicnstaltcrs (in einem gewissen Maße) und in Berücksichtiguitg der Ersparaisfordemng, der die Organisation sich zu fügen hat, Schaffung einer Pcnsionskassc und schließlich und vor allein: Unvereinbarkeit eines Postens ln der zionistischen Verwaltung mit dem eines Delegierten in einem gesetzgebenden Organ.“ Wir halten die meisten dieser Forderungen für durch• aus vernünftig. Gerade in den Kreisen der Beamtenschaft selbst ist der Wunsch nach einer Regelung des Beamtenverhält־ nisscs sehr stark vorhanden. Die belgischen Forderungen sind sogar noch zu erweitern. Es fehlt noch man dies andere, was in dem Programm der ״Hatikwah“ nicht enthalten ist: Bestimmungen über die Vorbildung zum Beamten, über seine Weiterbildung, Bestimmungen, die einen Austausch! der Boamten in der Art gestalten, daß es z. B. allen Beamten ermöglicht wird, im Laufe einer gewissen Zeit auch In Palästina tätig zu sein, Regelung der Pcnsionieruiigsverhaltnisse. Die Forderungen der ,Unbestechlichkeit und einer Entschädigung, die das Existcnz.minimum befriedigt, dürften ebenfalls von allen Seiten anerkannt werden, die erste von ihnen braucht freilich nicht erst erhoben zu werden. Es bleibt die Fond'cnmg, die in dem genannten Artikd zur Kardinalfordcrung erhoben wird und um die vielleicht allein der Streit noch gebt, die Forderung nach der Unvereinbarkeit eures Beamten- Postens mit der Stellung als Mitglied unserer Legislative, Der Verfasser des Artikels in der ״Hatikvvah“ argumentiert, indem er das Beispiel eines Generaldirektors im Finanzministcrium entwickelt, der gleichzeitig Parlamentsmitglied ist und nun im Parlament über das von seinem Vorgesetzten, dem Minister, cingebradhte Budget spricht, ihm sein Mißtrauen ausdrückt, oder, was noch■ schlimmer scheint, sein Vertrauen Das Beispiel ist schlagend für den modernen parlamentarischen Staat. Audi für unsere Verhältnisse? Uns scheint das nicht der Fall zu sein. Die Zionistische Organisation klagt über den Mangel an fähigen Menschen. In allen Landsmannschaften ist cs dasselbe Problem. UcbcraU dieselben Arbeiter, die mit Arbeit überlastet sind, keinen AugcnWidc dazu kommen, in einer gewissen Muße neue Kräfte zu sammeln und sich mit neuen zu erfüllen. UcbcraU vermissen wir neue Kräfte aus der zionistischen Jugend, die zwar vorhanden Ist, aber den Weg zur aktiven zionistischen Arbeit noch nicht in, ge׳• niigeinlcm Maße gefunden hat. Wir können es uns in solchen Augenblicken noch nicht leisten, zwischen den Mänftenn der Legislative und denen der Verwaltung in dein Sinne zu trennen, wie es ein moderner Großstaat kann, der niemals Mangel an Personen haben wird, die die Bcamtcnl&ufbaha erwählen wollen, nodi an solchen, die es lockt, Abgeordnete zu werden, j Aber es kommt noch ein anderes wichtiges Moment ln Frage. Es gibt gar keine zionistisdic Bcanitenlaufbahn. Es gibt bei uns kaum Menschen, die nach Beendigung ihrer beruflichen Vorbereitung als junge Menschen in die Zionistische Organisation gegangen sind und in ihr von der Pike an gedient haben, um heute irgendeinen Beamtcnpostcn in ihr zu bekleiden. Es war fast stets umgekehrt, Menschen nämlieh, die als leidenschaftliche Zionisten seit Jahren freiwillige zionistische Arbeit gemacht hatten, die gewöhnlich bereits seit Jahren Delegierte auf unseren Tagungen waren, taten schließlich den letzten Schritt, oft genug unter schweren ma• tericllen Opfern, und erwählten den Beruf des zionistischen Beamten. Es liegt auf der Hand; daß eine solche zionistische Persönlichkeit nicht <1:1 du reit, daß sic Beamter wird, die Rechte verlieren kann, die sie als freiwilliger Mitarbeiter hatte, ist ja überhaupt das menschliche Verhältnis ln der Zionistischen Organisation erfreulicherweise im allgemeinen ein solches, daß nicht von Vorgesetzten und Untergebenen gesprochen werden kann. Man empfindet «8 bei uns nicht als merkwürdig, wenn ein Delegierter auf dem Zionlstcnkongreß oder auf dem Delegiertentage einer Landsmannschaft kritisch sich zur Arbeit äußert, wenn er selbst gleichzeitig Beamter ist. Das wird vielleicht in dem Augenblick einen gewissen Wandel erfahren, wenn cs bei uns wirklich den zionistischen Beamten in dem Sinne wie in anderen Staaten den Staatsbeamten, mit bestimmter Berufsvorbildung, bestimmter Beförderung, bestimmten Pensionsaussiditcn, mit einem W!ort: mit einer fest geregelten Laufbahn gibt. Und auch dann wird man, solange wir eine politische Bewegung und' nicht ein Staat sind, falsch tun, wenn man staatsrechtliche Begriffe wie den der Inkompatibität der Beamten, auf unsere Verhältnisse überträgt. Drannenvergiftung t Natfonalrat Dr. Färbst ein, Zürich, veröffentlicht obiger» Titel im ״Volksrcclit“ einen Artikel, worin er gc?(;| den Züricher Pfarrer Dr. Zanetti und Herrn Dr. Bücher 5fJjf Vorwurf der Verleumdung und grobfahrläs’sigcr Verbrcitu--!1• einer Fälschung erbebt, Dr. Zanetti hat nämlich im Kirchen.! Anzeiger der Katholischen. Pfarrei St. Peter und Paul «infn| Artikel ״Ein jüdisches Dokument“ veröffentlicht, in dem bt.1 hauptet wird, daß anläßlich eines Zionistenkongresses in 1ן&* berg im Jahre 1911 gesagt wurde, daß die Juden nunmd;;| alles beherrschen und daß lediglich die katholische Kirch; \ ihnen hinderlich sei, mit der nun der Kampf begonnen werde! I müsse. Diese Behauptung findet sich.bereits in einem Artikd;; Btichers lm Luzcmcr Wochenblatt der katholischen Schu!vu.| einigung ״Schweizer Schule“ Dz. Farbstein stellt nun fest,ft daß cs sie» um eine niederträchtige und infame Verleumdung| die von A bis Z erlogen ist, handelt. In Leimberg hat nie ein f Zionistenkongreß staitgchmden. IX-r Kongreß in Basel vom fr 9 bis 15. August 1911 tagte ln aller ()Öffentlichkeit, und % Vertreter der schweizerischen Presse wohnten ihm bei, Di!| stenographische Protokoll dieses Kongresses liegt gedruckt י vor. Weder an diesem noch an irgendeinem anderen Kongrcll wurde da« gesprochen^ was in dem von Dr. Zanetti reck• f gierten Blättaicn oder im Artikd Buchcrs steht. Das publizierte Dokument sei eine plumpe Fälschung, (Ziko.) k< fu D D k! VS ZI v< V sl?1 T K 111 n T ü F E Presseschau Die ״Frankfurter Zeitung" bringt in Ih'rentf MorgeuWati vom 1. Februar eine ausführliche Besprechung von Blüh .נ!־ ״Seccssio Judaica“ ans der Feder von Dr. Eridv Troß. . 1 ——..- ■ר—׳-״׳ . Gesucht Frau Rosa Sachs ln Wilna, Jüdische Gasse,־ forscht nach ihre« Söhnen Salomon m Jakob Sachs (oder Salt;;) aus Wilna, die einige Zelt bei ». Vihrcr in Kö i.3׳i:crg (t'reußen), VcrsUdtisehe llospitaWtr.7 ׳, beschäftigt ■waren. Erzlehtingsfrajjcn im Beth Waad Im Bcth Waad Iwri wurde der letzte Abend durch Heim Me rem bürg mit einer Gedenkrede aut Max Nordau erl öffnet. Dann sprach Herr Pugatschow über Erziehung, fragen. Er ging davon aus, daß in der Seele des Kimlcr schöpferische Kräfte vorhanden seien, die die Welt erobern könnten, wenn sie zu voller Intensität entwickelt würden! ln Wirklichkeit aber müssen wir die Beobachtung machen, daß zwischen dein seelischen Zustand des Kindes und dem des Mannes ein Abgrund klafft, jäh, unüberbrückbar, grundlos. Und so steigt denn die Frage in uns auf: Wie kommt es, daß die reine Kindcssccle verdorben wird, daß der Mann verlacht, was der Jüngling anbetete, daß ein Oeschlccht Heran• wächst, kalt, routiniert, ausgelöscht. Die Schuld an diesem Ucbct trifft die heutige Erziehung, die nicht die seelischen Kräfte des Kindes entwickelt, sondern erstickt, nicht befreit, sondern knechtet. Es wird ein langst veraltetes Erziehung«; Programm blind und kritiklos übernommen, die alte Trägheit der Menschennatur siegt über jedes Verantwortungsgefühl, Ohren und Augen schließen sich systematisch von der Wirklich‘ keit kindlichen Lebens ab — und so trottet ein Geschlecht nach dem anderen über den Erdball. ״Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage 1“ — und es bleibt nichts als der Befehl an und für sich, der Befehl um des Befehles willen, die Schul« wird zur Kaserne, die Erziehung zur Sklaverei. Aus diesem unerträglichen Zustand muß es, besonders für uns Juden, einen Ausweg geben, der zu einer Zukunft führt, in der sich das seelische Out des Kindes in Freiheit •ntwickcln kann. ' Den zweiten, positiven Teil seines Referates wird Herr Pugatschow am Montag, den 12. Februar, im Gutmann-Saal, Bidowstr. 101, wieder im Bcth Waad Vorfragen. An die interessanten Ausführungen schloß sich eine reg« Diskussion an. , ,! , J. L, ־ ״Die IntlmitStspsyctioIogle and das religiöse Erlebnis“ ln der Jüdischen Religlonsphilosophlschen Gesellschaft findet die zweite Vorlesung von Herrn Professor Schneurson aus dem Vortragszyklus ״Die Intimilätspsychologic und da« religiöse Erlebnis“ am Sonntag, den 11. Februar, 8 Uhr abends, im Logenhaus, Kieiststr. 10, statt! Purim •Aktion des Nationalfonds Noch Immer haben einige Vertrauensleute des Nationalfonds nicht die für die Durchführung einer großzügigen Purim-Aktion notwendigen Vorbereitungen getroffen. Ls sei auch hier nochmals darauf hins^ewiesen, daß die Vcrnach- Lässigung dieser Aktion unser Aufbauwerk empfindlich schädigt. Trotz vieler Schwierigkeiten ist es dem N.-F. gelungen, einen erheblichen Teil palästinensischen Bodens — nach der letzten Schatzung zirka 80000 Dunam — in den Besitz des jüdischen Volkes zu bringen. Hierdurch haben wir uns nicht nur eine, wenn auch bisher leider nur kleine Grundlage für den Aufbau, sondern auch eine dauernde, sichere politisch wie wirtschaftlich bedeutungsvolle Position im Lande geschaffen. Wir wissen, daß dieser Erfolg der hingebungsvollen Arbeit der Vertrauensleute des N.-F. zu verdanken ist. Wir können uns aber unmöglich mit dem jetzigen Bodenbesitz begnügen. Die altbewährten Kräfte des N.-F. müssen zusammen mit denjenigen, die erst vor kurzer Zeit in die Reihe der Mitarbeiter des N.-F. getreten sind, cs als ihre heilige Pflicht betrachten, immer und immer wieder und bei jeder Aktion mit aller Energie zur Vermehrung unseres Bodenbesitzes und damit zur Stärkung unserer Lage in Palästina beizutragen. Darum erwarten wir, daß jeder Vcrtrauensmanji sofort der Zentrale des N.-F. mitteilt, welche Vorbereitungen er in seinem Ort für die Durchführung der Purim-Aktion getroffen hat und welche Materialien cf zu erhalten wünscht. Wenn der Vertrauensmann an einem Ort versagt, ist damit die ganze Aktion an diesem Ort geschädigt. Kunstabend der B. Z. V. Die Berliner Zionistische Vereinigung veranstaltet in: Donnerstag, den 15. Februar, abends 8 Uhr, im Blüthnersaal, Lützowstr. 76, einen Jüdischen Kunst- und Autorenabend unter Mitwirkung von Else Lasker-Schtiler, Arno Nadel, Andreas Weingerber u. a. Karten zum Preise von 275 bis 5500 M. erhältlich im Büro der B.Z.V., Scydclstr. 3, Zentrum 3614/15. Wir machen hierdurch auf diese Veranstaliu 1g besonder» aufmerksam. KuHardezernat der B. Z. V. Hebräische Kindergärten. Oruppc Charlottcnburg: Montags bis Freitags, vorm, voi 1/210 -1/21 Uhr, OcrvinusstT. 25, Gruppe West: Montags bis Freitags, vorm, von ty>10—1/»t Uhr, in der Wohnung von Frau Wolf, Kurfürstendamm 217. Gruppe Süd: Montags bis Freitags, vorm, von VjIO—1/jl Uhr, Neukölln, Berliner Str. 100, Ecke Hobrechtstr. Oruppc Ost: Montags bis Freitags, vorm, von 9—1 Uhr, Jablonskistr, 26. Hebräischer Spiclnachmittag Süd: Dienstags nachm, von 4 bi' 6 Uhr, in der Synagoge Kottbuser Ufer Kottbuser Ufer 48/50. Anmeldungen sind zu richten an das Kulturdczernit der B. Z.V., Seydclstr. 3, Zentrum 3614/15. , Das Büro der ,.OSE״-Gcselhc’ r!t für OesumllieitssclHi'..־ der Juden ist nach der Frühe, .4, BerlinW57. verleg worden und■ bittet sämtliche O:,.!יו,.,;'.men und Personen, "ihre Korrespondenz' an die "neue AI, י. ־״►• zu richten, ' '

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