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Jüdische Rundschau · 1923-02-09 · Heft 12 (9.2.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 12 (9.2.1923)
Date
1923-02-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 65 1 ß'»ffcn. : ssar. eliRitsc Klc d<T ■*fiel (Jit licwo SO |(ן-י » zvvcj ■rc« ün n> זס׳י einer׳ licOiici! frstreut te'igion ״ «len, ״*'euren l Ercr. findet. ßun״ t, S. s' ■Irt ist rt, th% ozi,1li$. ,: die es : •chf i״! ifcl an : . durch : rt de״ : ed, zu ie den ö jlaubc Mi der; Ciinftsj Krise; ichung ■ß das j ‘kann. ’ skep- . Das lieber, indem Jude, 1 ideal 'Schaft; •erden &!lu!1g fcrem: 1 und i נו der i Zeit , nicht jlische : «führt t zum Irten, irwal :hri-.fc. 1 l Be• : über* ז achten ,iesen I der ' f1111 ־ Aus• nach!rden f Ifcnc! Iiat; der und okalc :lien. ,oale mit• bdi• der mm) I ISgC- I ,trat• ein* ן!seit. | loch | beilind, tach irtei and iric- OB 50 Die die n־ea bc־־ dit* 'die icn on sec Nr. 12 __ Eine hebräische Schule für Zoppot! Mil der Schaffung des Freistaates Danzig hat sich für die •־itisdic Oefieiiihchkcit eine Situation ergeben, deren Perspek- 1'vcn nicht weit genug abgesteckt werden können. Mehrere hundert ostjüdisriic Familien haben sidi bereits in Zonpot!npcsiedclt, und diese neue Kolonie wächst von Tag zu lag, np Grenzen zwischen dem Freistaat einerseits und dem pol• nisdicn SD1״ andererseits stehen offen, ein Zustand, der aus, 2 . i.rkamiii’ii Absichten der polnischen Regierung gegenüber ninziß hinreichend erklärt wird. Ebenso erklärlich aber ist, j‘u bisher als Ergebnis dieser Politik neben einer fühlbaren lYi'onbicnmß der Stadt tmd ihrer Umgebung ein vielleicht noch fühlbareres ‘Zusammenströmen polnischer, russischer, ukrainisclicr litauischer Juden nach dem Freistaat auzusehen ist. Es'ist mm interessant zu beobachten, in welch hohem Maße ,Ich diese neuen Einwanderer von denjenigen Elementen unterscheiden, die vor dem Kriege die Wanderschaft nach dein Weste» aiuiitreten pflegten. An Stelle des kleinen Hausierers ■mj jc(zt üiolikauiieute im vollen Sinne des Wortes ׳ auf• ctmclit, an Stelle des Krämers der ״königliche Kaufmann“, in Stelle des talmid-äioehom der gebildete Europäer. Man trifft heute dort Menschen, die es an allgemeiner und spezieller kommerzieller Bildung mit jedem ihrer westeuropäischen. Kon• kurrenten anfiiclimcn können. Auch die politisch-jüdischen Anschauungen dieser neuen Kolonie haben eine gründliche Wandlung durehgcmacht. Es hängt mit dem weiteren Horizonl fiires allgemeinen Menschentums zusammen, daß ihnen Ercz• Uiacl und Misehiach keine spcz.iell religiösem Begriffe mehr «n'd, keine Bindcformcln eines in sich ruhenden, gesättigten und’doch ewig nach Befreiung ringenden Volkstums. Diese Dinge haben aufgehört, Ausdruck zu sein für das Drängen untT Sichspanncn unterirdischer letzter Kräfte eines in der Agonie liegenden Volkskörpers, sie sind über die Schwelle des nationalen Bewußtseins getreten und haben die Menschen mit einer ganz großen und ganz neuen Dynamik erfaßt. Und dabei sind diese neuen Kräfte doch wurzclhnft geblieben, sic haben sich nicht zu den Schemen halb assimilierter Einzelindividuell vei flüchtet, sie sind nicht zum Problem erstarrt und nicht zu leerer Organisationsmasehinerie herabgesunken, weil eben die Realität jüdischen Lebens in diesen Adern pulsiert und in diesen Hirnen denkt, weil die Realität jüdischer Tab Sachlichkeit der Grund ist, auf dem diese Menschen stehen, aus dem heraus sic gewachsen sind, weil die Realität der Gewohnheit als bestimmende Macht ihrem physischen und psychischen Menschen zu Grunde liegt, darum haben wir cs hier nicht mit ״Zionisten“ zu tun, sondern mit Juden, ganz und leibhaftig mit allen Vorzügen und mit allen Fehlern des Galmhincnsehcn. Und mm nehme man hinzu, daß das Land, in dem diese Menschen sidi niedergelassen haben, der gegebene Kreuzung:;• paukt östlicher und westlicher Kultur, östlicher und westlicher Wirtschaft ist, und man wird verstellen, welche Bedeutung־ dieser neuen Kolonie Ihr die allgemeine, wie für die jüdische Gesamtsiniation ziilcommt. Der Jude in seiner Rolle als Ver• miitlcr — ein bekanntes Bild, nur zu oft gesehen, nur zu oft mißbraucht und gar oft auch verkannt — hier sieht er wiederum mr uns. Aber ich glaube, daß cs sich hier 1\icht um eine Vermittlung gewöhnlicher Art, nicht um Vermittlung zwischen licmdcn und’ Fremden, vielmehr um eine Synthese eigener Renaissance mit den losgelösten Kräften Europas bandelt. Dem Juden, der schon gelockert von dem Grunde des Verrangeuen in dies.׳ neue Sphäre cintritt, schlägt hier die Luft tuR pas unmittelbar und unvermittelt entgegen. Und so wird denn vieles in seinem tiefsten Innern wach tmd vieles Widerstrebende erhebt sich in ihm. Zwar ist sidi der Jude der revolutionären Strömungen seines Innern nicht immer bewußt, da ja seine ganze Kraft auf Erwerb und Erhalt eingestellt ist. Aber wer objektiv die Vorgänge beobachtet, die sidi in dieser neuen Kolonie abzuspielen beginnen, der' wird sich von der scheinbaren Gleichmäßigkeit des Lebens dieser großen Kaiifleutc nicht täuschen lassen; er wird in ihnen mehr sehen, als sic selbst. Zu diesen für die Oesamtjudenheit so außerordentlich infcicsjantcii Vorgängen gehört auch die .Schaffung einer eigenen Schule für die jüdische Kolonie in Zoppot. Bereits seit geraumer Zeit wird das Projekt dieser Schule in Zoppot lebhaft diskutiert, und cs sind sich alle darüber einig, daß es für die jüdischen Kinder besser ist, in eine eigene jüdische als in eine russische, ]Klinische oder deutsche Sdtnlc zu gehen. Soweit weist der Instinkt dieser Juden durchaus den richtigen Weg. Auch wäre die Regierung in Danzig bereit, ihre Zu• Stimmung zu der Gründung einer solchen Schule zu geben. Ebenso macht die Frage nach dem Charakter dieser Schule (nämlich: ob Volks- oder Mittelschule) keine Schwierigkeiten, da sich hier eine zufriedenstellende Lösung zweifellos finden ließe. Meinungsverschiedenheiten bestehen lediglich über die Unterrichtssprache in der jüdischen Schule. Es muß liicrhei betont werden, daß sich der Kampf nicht etwa um die Frage dreht: hebräisch oder jiddisch. Soweit sind eben diese ostjiulisdvcn Einwanderer durchaus, wie gesagt, dem Westen zngewandt, daß ein Interesse an einer jiddischem Kultur und Erziehung hei ihnen nicht mehr anziitrcffcn ist. Vielmehr lautet die Fragestellung: hebräisch oder deutsch, und das ist sehr interessant, denn es zeigt, daß diese Juden eben an einem Scheidewege stellen und somit ihre Kinder gleichfalls vor die cntschcidiingsschwersten Fragen gestellt werden. Die Motive der Anhänger der deutschen Unterrichtsspräche sind ja nicht unverständlich. Es handelt sich hier Keineswegs um bewußte Assimilationstcndenzcn. Dazu — und das muß wiederholt betont werden — sind diese Menschen ',iel zu «fchr in dem natürlichen Erdreich ihres Judescins — heute noch — verwurzelt. Diese Eltern wollen lediglich, da sic w einem deutschsprachigen Lande leben, daß ihre Kinder die deutsche Umgangssprache lernen, und sic glauben, dieses Ziel nicht durch einen guten *Rutschen Spradiunterricht, sondern nur durch die deutsche Unterrichtssprache erreichen zu können. '1!׳. 1 ׳; I Es würde zu weit führen, hier über die pädagogische Seite der Frage ah ovo zu sprechen und es ist auch unmöglich, theoretisch darzulcgen, aus welchen Gründen gerade diese Kinder das Deutsche nur im Deutschunterricht, nicht aber jft der Mathematikstunde mit deutscher Unterrichtssprache erlernen können, diese Kinder, deren Muttersprache das Polnische oder Russische oder Jiddische ist und die alle mehr oder Weniger hebräisch verstehen und sprechen, ebenso wie ihre ״as Deutsche als Unterrichtssprache verlangenden Eltern. Die eigentlichen Absichten dieser Eltern liegen ja auch weniger *uf pädagogischem, als auf politisch-praktischem Gebiet, sie 'vollen, daß ihr Kind zwar die jüdische Schule besucht, gleichzeitig aber den Anschluß gewinnen soll an die deutsche Um1gebung, und das wohl hauptsächlich im Sinne des praktischen Weiterkommens ihres Kindes. Und diese Eltern meinen mit einer solchen jüdisch-deutschen Schule beiden Forderungen gerecht zu werden, Ls kann mm aber gar keinem: Zw'clfel unterliegen, daß die Rcduiim;( dieser Eltern ohne den Wirt gemacht ist, Er* zogen werden *111 das Kind, nicht der Vater und nicht die Mitttfr. Das Kind ist also zunächst Objekt des ihm zugedachten, Erzielnmgssystems, Trotzdem aber wird cs ganz merklich auf die Methode seiner Erziehung reagieren, und diese Reaktion kann in doppelter Weise erfolgen, Kinder, deren Urtcilsvcrmögen noch nicht genügend entwickelt ist, die ״Kleinen“, werden in einer dcutsclirjüdisclicn Schule denselben Prozeß durdimaclic», den die Kinder deutsch-jüdischer Eltern durchgemacht haben und noch heute durclimachcn, Sic werden von der deutschen Sprache und dem in ihr verkörperten Geist einfach absorbiert werden, denn nicht der gute Wille zum Judentum entscheidet, sondern das Ie־ h e n d 1 g e V o I k s t u tu entscheidet und dieses kann nur durch das Medium der nationalen lebendigen Sprache auf das Gemüt des Kimles einwirken. Lebendig aber ist nur und ausschließlich die Unterrichtssprache. Jede andere Sprache ist Freindspradie uiul muß (lern kindliehen Gemüt, das in dieser Sprache nicht lebt, als etwas Erlerntes und darum mehr oder weniger Unlcbendiges erscheinen. Die Unterrichtssprache aber erlernt es nidit, cs bildet sie selbst, und lebt in ihr. De Fremdsprache, die das Kind natiirlidi auch lernen soll und lernen kann, hat für es nur Gebrauchswert, die Unterricht spradic wird ihm! zai einem Teil seiner selbst, zu einem unveräußerlichen und unverwisch• baren seelischen und geistigen Besitztum. Das Zoppot er Kind wird1 also m doppelter Weise auf die deutsche Unterrichtssprache reagieren. Entweder cs ist zu schwach, tun dem Einfluß der Sprache, zu widerstehen, dann wird cs rettungslos der Assimilation oder zumindest der gleichen Isolation verfallen, in der sich heute eile Juden und die Zio״ nisten des Westens befinden, und :.Iler gute Wille zum Judenrum wird ihm nichts nützen. Oder alter cs wird — durch die Energie des bereits bestehenden hebräischen Wanderbundes in Zoppot unterstützt — zur Opposition übergehen, und diese Opposition wird i/1 das elterliche Haus dieselben Konflikte hineintragen, wie sic seinerzeit in den deutsdi-jüdschcn Familieti ausgelragcn worden sind'. Die hebräische Schule aber ist heute bereits aus dem Stadium der Diskussionen herausgetrrien. Es soll nicht untersucht werden, inwieweit die hebräische Schule allen piidagogisdien und allen nationalen Forderungen wirklich gerecht wird. Gewiß ist jedenfalls, daß die hebräische Schule in einem ״roßen, unlösbaren Kultiir/nsammeniiangc stellt, der von keiner Seite ernstlich angczwcifclt werden kann. Es wird heute viel darüber diskutiert, warum neben dem Versagen der politischen Schlagkraft der Zionistischen Or• ganisätion eine so schmerzlich empfundene Leere auch in allen Ein/eLrgani'jlioneii, vor allem in der sogenannten Jugend- Bewegung zu kansinlicrcn ist. Ich glaube, die Lösung dieses Rätsels ist nicht allzu schwer: weil nämlich zwischen öslliebem und westlichem Zionismus heute noch keine wirkliche innere,״ keine organische Einheit bestellt, was naturgemäß für eien westlichen Zionismus ungteidi gefährlicher ist wie für den östlichen, der sich bekanntlich auf die Realitäten des Lebens der jüdischen Massen stützen kann und stützt. Die Zionisten des Westens ,aber haben es bisher noch nidit vermodif, aus ihrer Isolation hcrauszulreten und die Assimilation in sielt selbst de facto zu überwinden. Daker das Bestreben, diesen Zionismus mit irgend etwas zu erfüllen, dem man die Bezeichnung jüdisch gibt, daher aber audi der Mißerfolg dieser Bestrebungen und die Reaktionen aller Art gegen sie. Lebendiges Judentum, positiver Zionismus, Produktivicrung des jüdischen Lehens — alle diese als Ideale aufgestelltcn Tendenzeu der letzten Zeit sind eben unerfüllbar ohne eine lebendige Judenliclt, Eine lebendige Jndenheit aber knnn mir ent• sichen, wenn die spezifischen Gesn m t c n crg ie 11 dieser Menseheiigruppe wieder lebendig werden, Nur was aus der Juden heit heraus, durch spezifische Genialität erwächst, kann für uns Bedeutung haben. Ein ״Bund“ aber, gleichviel ob er Lamlskiicchtslicder singt oder nicht, ein ״Bund“ nach fremdem Muster bleibt etwas Aufgepfropftes, Nachgcmaclites, Unechtes, Halbes, zum Abstcitcu Verurteiltes, Ich weiß nidit, ob wir Juden eine ״Jugendbewegung“ haben können oder sollen oder müssen. Nicht um diese Frage handelt cs sich. Sondern cs handelt sich darum, ob das Leben, das junge Juden führen, der Initiative jüdischer Gemeinschaft erwachsen ist, d. 11. nicht d cu ts eil jüdischer oder ostjüdischer, sondern internationaler jüdischer Gemeinschuft. t Man wird einwenden und sagen: Internationale jüdische Gemeinschaft ist nur in Palästina möglich, und darum eben sind wir Zionisten, um diese Gemeinschaft zu schaffen. Ich aber bin «!er Ansicht, daß cs nur der Uoberwindung technischer Schwierigkeiten bedarf, um in gewissem Grade eine solche internationale-nationale jüdische Jugcndgemcimchaft schon hier im Go'ns vorzubereiten, und cs kommt hier im Golus auch nicht so «ehr auf die geographische als vielmehr auf die geistige Sammlung und Konzentration der jüdischen Jugend an. Diesem Ziele aber kann nur die hebräische Schule dienen, weil sie die Keime international-jüdischer Gemeinschaft in sich trägt und darum berufen ist, ein Geschlecht heraimmchcn, das nicht nach Erfüllung ringt einer vorhandenen Leere, sondern nach Ausdruck und Tat, und dem eben die Aiisiedhmg in Palästina die einzig wirkliche Tat bedeutet, ein Geschlecht, das zugleich Schulgemeinde und , Jugendbewegung darstcllt und daher neue, spczifisdi-jihlischo Formen seines Lebens ausbilden wird, ein Geschlecht, das nicht vom Klassenhaß verseucht und nidit von Klassenideologien verdummt und nicht von Klassenwirtschaft verkrüppelt ist, sondern erzogen zu einer einzigen großen arbeitenden Ge- Seilschaft, ein Geschlecht mit einem Wort, stark genug, das jüdische in sich und' aus sich in Realitäten zu formen, und das leben wird und Leben zeugen(,! Um Realitäten handelt cs sich, nicht um blutleere oder weltenferne Phantasien teilet vor allen Dingen nicht um das Wohl oder Wehe eines Parteiprogramms. Ganz kann der Mens di nur sein, wenn er aus ganzem hervorgeht; wenn eine einheitliche, umfassende, alhveltliche Organisation ihn trägt. Die eine dieser realen, nllwcltlidicn, umfassenden Organisationen ist die Weltwirtschaft, die wahrlich durch eherne Gesetze beherrscht wird. Aber die andere ebenso reale, ebenso alhveltliche und umfassende Organisation ist der jüdische Geist, dessen Realität durdi nichts schlagender bewiesen wird, als durch die Angst, die seine Feinde vor ihm haben. Wir aber wissen, daß dieser internationale jüdische Geist nicht dazu verdammt Ist, ruhelos, seine Formen wechselnd, über den Erd- | boden zu wandern, unfruchtbar, steril, destruktiv, •widern wir glauben, daß es möglich sein muß, dieser InternatHnalität ״jüdischer Geist־‘ wieder ein Erdreich zu gelten, in dem sie wurzclsclilngcml zu neuer Seßhaftigkeit und damit zu neuer Produktivität gelangen kann. Wir wollen daher, daß auch im Golus schon eine große international zusanimnigefaßte jüdische Kulturgemciiischaft geschaffen wird, die das Leben der Gegenwart für dasjenige der Zukunft voiberciten und so sdihcühcli die spezifischen Kräfte unseres Volkes frcimachen soll, um dadurch nicht nur' jüdisches Volk zu erlösen, sondern mensch• hciUichcs Sehnen zu erfüllen. I>cr Weg hierzu aber kann nur durch d i e jüdische Schule führen, deren Sprache die Sprache des all weltlichen Judentums ist: durch die hebräische Schule, Mit derselben Energie daher, mit der wir die jiddische Schule bekämpft haben, bekämpfen wir heute die deutsch-jüdische. Denn der wahre jüdische Geist, der sidi mit der internationalen Wirtschaft und in ihr durchsetzen soll, ist selbst international-national uuJ darum hebräisch. Wer also eine jüdische Jugend, d. h. eine Jugend erziehen will, die mit jüdischem Geist das große internationale Leben mitlebt, mitsdiafft, mitgenießt, — der erziehe sie in der Sprache unserer nationalen Kultur und Gesittung. ־ Dr. Julius Levin sohn, z. 7.t. Berlin. Rumänien Neue Pogrome Bukarest. (J.C.B.) Am Dienstag, den 1ö. Januar, kam cs in den Städten Barl ad und Huszi zu neuen schweren Unruhen. In allen Schulen wurden die jüdischen Schüler von ihren Christlichen Kollegen gewaltsam am Betreten der Schulräumc verhindert. Die jüdischen Schüler wurden mißhandelt, drei von ihnen trugen schwere VcHeizungen davon. Ueber das Komitat Falciu wurde der Ausnahmezustand verhängt, da die Ba1u׳n1schaft einen Ucberfall auf die jüdische Bevölkerung der Städte angekündigt hat Die Lage ist sehr ernst. In allen Städten des Komitats patrouilliert Kavallerie. Dar Führer der judanfieundliclien Bauernpartei Dr. Florca Lupu bereiste die Orte, wo Exzesse stattgefunden haben, und erklärte bei seiner Rückkehr, <•-־ sei einer Wieder- Itohmg der berüchtigten Pogrome der Bauern von 1017 zu befürchten. Blutige Tage in Bukarest Bukarest. (J.C.B.) Ueber die blutigen Vorgänge an der Bukarcstcr Universität am 31. Januar berichtet die Zeitung ״Dimineatra“: Die von Cuza verhetzte Studentenschaft ist zur Tat geschritten. Die Schwäche und Nachgiebigkeit der liberalen Regierung, die sicii nie zu Taten auf rafft, hat blutige Früchte gezeitigt. Eine kleine Zahl jüdischer Studenten begab sich auf die Universität. Dort wurden sic von den nichtjüdischen Studenten gräßlich mißhandelt. Man schlug den jüdischen Studenten die Schädel au die Wände, man trat sic mit Füßen, tmd bald war der 150den mit Blut gefärbt. Mit wilden gröhlendcu Rufen: ״Nach Palästina!“ warf man die jüdischen Studenten die Treppen hinab. Es blieb nicht ein jüdischer Student zurück, der nicht einen blutigen Kopf hatte und auch den letzten unter ihnen warf man die Treppen hinab. Am 1. Februar wurden jene jüdischen Studenten, die die Sperre der jüdischen Geschäfte in Bukarest veranlaßt haben, zur Polizei vorgcladen und dort zurückbchallcn, bis die Staatsanwaltschaft bestimmt, ob für sic eine Ursache zum Einschreiten vorfiegt, Ausschreitungen in Czernowitz C z e r n 0 w i t z. (J. C. B.) Die jüdischen Hörer der Czernowitzer Universität wurden am 1. Februar, als sie im Universitätsgebäude zu den Vorlesungen erschienen waren, von der mit Stöcken und Knüppeln bewaffneten rumänischen Studentenschaft aus den Univcr.sitätsräumcn hinnnsgcdrän'gt, nachdem die jüdischen Studenten über Befragen sich zur jüdischen Nationalität bekannt hatten. Mit Rufen: ״Juden nach Palästina!“ wurden die jüdischen Studenten verjagt. Ein jüdischer Student, der unbemerkt hincingclaiigcn konnte, wurde mit Stößen und Schmähungen hiiiansgcdrängt. Die Vorlesungen wurden wie gewöhnlich für die nichtjüdischen Studenten allein abgchalten. Die Forderungen der rumänischen Studenten Bukarest. (J.C.B.) Die antisemitischen rumänischen Studentenverbände haben eine Resolution an die maßgebenden Stellen geschickt, die nachstehende Forderungen enthält: 1. Fortsetzung des Kampfes für den numerus clausus bis zum siegreichen Ende. 2. Jüdische Medizinstudenten dürfen, nur jüdische und keine christlichen Leichen sezieren. 3. Strenge Zensur der ״gewissenlosen“ Presse. 4. Keine weitere Verleihung von Staatsbürgcrrcchfen an Juden. 5. Ver׳ bot der Einwanderung neuer Juden nach Rumänien. Der Widerhall Im Parlament Bukarest. (J.C.B.) Die Kammersitzung vom 1. Februar wurde fast ausschließlich von der Erörterung über die antisemitischen Manifestationen ausgcfüllt. Der jüdische Deputierte Dr. Stern ergreift gleich nach Eröffnung der Sitzung das Wort und befaßt sieh eingehend mit allen Erschcinungcn der antisemitischen Bewegung. Redner verliest den Teil der Karlsburgcr Beschlüsse, der über die Gleich• Berechtigung aller Bürger des Landes handelt. Dr. Stern schildert den furchtbaren Scelcnzustand, in den das Judentum infolge der Zwischenfälle der letzten Tage, versetzt wurde und fordert die rascheste Wiederherstellung der Ordnung. Deputierter Mandrescu (Lib.), der Universitätsprofessor in Bukarest ist, erklärt, daß die gestrigen Zwischenfälle von den jüdischen Studenten hervorgerufen wurden, die mit einer Kampfdevise in die Universität kamen. Der Unterrichtsminister versucht den aktenmäßigeu Nachweis zu erbringen, daß seinerseits nichts versäumt wurde, um die Ruhe herzustcllen. 30 eirfol reicher d g-!10 יין •מ 11 ן •! p w j 1 Hj Ejlll 11 n f L;'\ /§פ 1 ח י; h! .ףי/;| #Lj U LjJ ImJ L-j SmJ n ' n o ׳, ( fr*j r ך׳•« ך «j Lj Lj J \j d 0 s i 0 gi 1» :.J La i ״TU L!1/. 5^ Ij rößer ׳der!LDUch!es jüdischen Volkes! a-C־. . ~ "" ■* יי ״־ ■־jft?ß *f1

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