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Jüdische Rundschau · 1923-02-02 · Heft 10 (2.2.1923) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 10 (2.2.1923)
Date
1923-02-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10 SeR« 53 Sei;, en ״•. nsic,|;t cali;; brau K.i: י ers*,' « ki■' *n;; .! sol•׳ Jlich';; kt er \c Jct- (1; Irin ן נ op;, er »•; Sßc < en, Ischa! Wir h!׳ י Gr;,:; wie1-•־ twa ici> k setreit, lind! t, ist ( irozcn ••OclJ( npiingt > kenr: Kendo; izierte; irhcr; > Ein Wirtschaftsinsütut für Palästina (The Palcstine Economic Society.) Von Dr. Alphons J. Sussnitzki (Tel-Awiw). I. Palästina ist — wie sonderbar das klingen mag — «u wirtschaftlich , sehr wenig crtorschtcs!and. Und zwar ist Palästina deshalb w I r t ־ «c h a f 111 c h eine terra incognita, — weil es wirtschaftlich eine terra nova ist. In der Tat wird die politische Umgestaltung zugleich eine wirtschaftliche Umwälzung zur unmittelbaren Folge haben. Schon der Um■ «jaiid dali Palästina aus dem türkischen Wirtschaftsverband aiisrc'schicden, ein selbständiger Staat geworden, dabei in engste kommerzielle Beziehungen zu Aegypten getreten ist, macht eine Neuorientierung notwendig. Es darf ferner nicht filier acht gelassen werden, dali das Wirtschaftsleben Pa• י iäsünas sich zu einem bedeutenden Teil auf den Kapitulationen i jVifbautc, die ja jetzt unter allen Umständen starken Ver- 1 ^derungon unterworfen werden müssen. So haben wir 1'■ ' Reformen auf den verschiedensten Ocbicten zu gewärtigen, '! vor allem al|f riet! Gebieten des Zoll- und Stcucrwescns wie des Finanz- und Agrarsvesens. Dabei ist alles noch in Fluh begriffen, dali wir kaum erst vage Umrisse, keinesfalls schon festere Formen zu sehen vermögen. II. TozenK bishc' müsse:! thal bt zeige■' Erster,* u la::i* •egebcj >n ihr' vürdc:; die fj at, h,1 1, nie'־ leben; Je e 1 tt f lass■ eit der (ahmen,1 Ite gc-i! weilet kt a״:' j wer: Es verstellt sich von selbst, daß nur restloses Vcrfrautscin mit den einschlägigen Verhältnissen in solchem Falle gedeihliehe Wirksamkeit verspricht. Umgekehrt kann man sich leicht vorstelicii, welch heillose Verwirrung cs geben würde, wenn, ohne genügende Kenntnis der Dinge, man einfach sich aufs Experimentieren verlegen wollte. Es erwächst somit die Forderung, nicht eher zur Ergreifung neuer Maßnahmen zu schreiten, als bis man sich mit den Wirtschaftsbedingungen Palästinas genau vertraut gemacht, des Landes Hilfsquellen, deren Ausbeutungs- und Enlwicklungsrnögliihkciten sorgfältig geprüft und fcstgestcllt hat; nicht eher, mit einem Worte, als bis das ökonomische Palästina sowohl In seiner Innenstruktur wie im Rahmen der Weltwirtschaft in völlig einwandfreier Weise ermittelt worden ist. Studieren — nicht probicrcnl muß demgemäß hier die Losung sein. Aus dieser Erwägung heraus hat sich vor etwa anderthalb fahren aus führenden kaufmännischen Kreisen in Jaffa eine Gruppe zusammengetan, um die ״Palcstine Economic Society“ ins Leben zu rufen. ״Aufgabe der Gesellschaft 5011 cs sein“ —־ so heißt cs im Programmentwurf -- ״alle Fachleute und Kcmier Palästinas nach den verschiedenen Ökonomischen und technischen Seiten hin zu vereinigen, um auf diese Weise von der gegenwärtigen Lage und den künftigen Bedürfnissen des Landes ein klares Bild zu bekommen und dementsprechend die Gesetzgebung zum Wohle der Bevolkcrung beeinflussen zu können. Eine gleich wichtige Aufgäbe der Gesellschaft soll es ferner sein, Unternehmer, sei es Korjwrationen, sei es Einzelpersonen, im In- und Aus- Ende mit allen wichtigen Informationen zu versehen, und damit die Begründung von Unternehmungen auf dein Gebiete der Landwirtschaft, der Industrie und des Handels zu crinögliehen. Durch dieses Vorgehen hofft die Gesellschaft in erheblichem Maße zur wirtschaftlichen Erschließung und Ent■ Wicklung des Landes beizutragen.“ Zu diesem Zwecke wurde eine Reihe besonderer Kommis- .denen gebildet; vor allem eine Finanz- und Handclskonimis- «011, eine Kommission für technische und industrielle Anjetegenheiten, eine landwirtschaftliche Kommission, eine Kommission für statistische Fragen, sowie eine Kommission;um Studium des Kooperativwesens. Als unmittelbares Ziel dieser Kommissionen galt die Behandlung des Kreditwesens or_ .״•: unter besonderer Berücksichtigung des Hypothekarwesens; י׳' t,: die Ausarbeitung von Rcformvorschlägcn über das Zollwescn, auc blc. '׳j< das Münz-, Mail- und Gewichtssystem; die Feststellung der Milk: «landenPn» ergreifenden Maßnahmen zur 'Hebung der Landwirtschaft; .ocku־| die Sammlung bestehender und Gewinnung neuer statistischer ׳ Natu:r Daten mit spezieller Verwendung dcrsellien zur Ermittlung ich cr|* der Schwankungen in den Waren- und Lebcnsmittclprciscn; len zult<lic systematische Zusammenfassung der bereits vorhandenen f noc!lä Industrien und die Aufstellung von Richtlinien zu ihrem teil J'vd!crcn Ausbau; die Prüfung und Ausarbeitung technischer c l| Projekte, welche für die ökonomische Entwicklung des Landes ‘ Ijcntwedcr dringend notwendig sind oder von besonderer lährhehj,Bedeutung zu «׳erden versprechen; endlich die Untersuchung l wird,;der bestehenden kooperativen ,Unternehmungen und die Auf- »ehern:״ findung geeigneter Wege zur weiteren Ausgestaltung dieses 0cvvcn|! Wirtschaftssystems. Eine praktische Auswertung der Arbeiten dunys(•31״, außerdem noch dadurch vorgesehen, daß die Kommis- ’ '!sinnen, auf ihre Kenntnisse gestützt, kapitalkräftigen Unter-; nehtnern bald Anregungen geben, bald Rat und Auskunft erteilen sollten. Gleichzeitig damit suchte die Orgauisationsjleiiung Fühlung zur Regierung•, um bei der Legislative als .Sachverständige Geltung zu erlangen. ln (e d< laten:. eincB׳.| »sioncr־ •sehen] Hahn] zirka,!sehen.! et, di׳ e da:; e c!:•; | ent-, ZiitM'g »> tl־’f 'sollte, :In!■'• »eiten, Krane; nötig•‘;innen‘ »klart. aber,; > alilh, Reise eh ihr, ■ojebK tc tl>c »erde!' n üßten, ncü£b| Fm?' lutio«; iS von da!?. »erde•'’, UI. Es ist nicht zu leugnen, daß in der Weitschichtigkeit des Programms sich von vornherein eine Ueberspannung des Bogens barg.' Nicht au sich, wohl aber im Hinblick 5uf die verhältnismäßig geringen Mittel, die der Gesellschaft m Gebote standen. Uin dem ursprünglichen Plan entsprechend 'äe Arbeit auszuschöpfen, hätte über ganz andere finanzielle?alte verfügt werden müssen. So blieb es wiederholt, bei bloßen Ansätzen, ohne daß auch das Ziel erreicht wurde, xui trop embrasse, mals etreint.... Zum Glück ist innerhalb der Organisation selbst die «tuation bald erkannt und richtig gewürdigt worden.׳ Man *!!!schloß sich demgemäß abzubauen und sich nach der Decke Lu strecken. Es geschah, indem man gleichsam von der * eripherie aus die Kreise enger zog, dafür afc>er sich desto 1״du■ auf den Innenteil konzentrierte, Wohl sollte nach wie vor '■pekonomie“ getrieben werden, aber nicht mehr .,angewandte Ökonomie“. Wie ursprünglich blieb die wirtschaftliche Er- Kenntnis des Landes Aufgabe und Ziel der Gesellschaft;; ‘•:׳•'!haltet wurde jedoch aus ihrem Wirkungsbereich die “utzansvendung aus dieser Erkenntnis. Die Organisation will?s Material beschaffen, die Konsequenzen daraus zu ziehen ,,״criäßt sie ganz, dem Einzelnen. Vorschläge machen, Rat ״teilen, lehnt sie als über den Rahmen ihrer Tätigkeit hinaus- 8«!emi ab. Für derlei Funktionen sind übrigens Institute '!rliandcn: Die Handelskammern, die Banken, die Zionistische ״*Ranisation, die für diesen Zweck eine besondere Abteilung “,gerichtet hat. Es gälte also nicht einmal eine Lücke ausvyz״? ״’ und Konkurrenz zu treten liegt kein Anlaß vor. 55 •tiilt und nottut, ist eine Stelle, die die Bausteine liefert, ף denen erst die Auskünfte, Ratschläge, Anregungen gebaut ז" .ßc(°r1״t werden: ein Institut zur wirtschaftlichen Er- *schungdes Landes. Und ein solches Wirtschaf tss111ut wil»-die ״Palcstine Economic Society“ '"״ ■יי‘־Unsere Organisation“, sagte mir gelegentlich ein [);,?״™smitglicd, ״soll gewissermaßen die Buchtührung der ־3™5״ ,״Wirtschaft besorgen. Niemand wird behaupten >. Icn> daß der Buchhalter das Geschäft macht Aber kein daß 1 mi* pcsiindcm Verstand wird auch bestreiten können, ein 1'je &״ז: gesunde Buchführung sich auf die Dauer ״ solides Geschält unmöglich zu halten vermag.“ - in allen solchen Dingen wird es freilich immer auf den «ger des Oedankens ankommen. Es mag daher an dieser JUEDISCHE RUNDSCHAU Stelle des engeren Vorstandes wenigstens mit ein paar Worten noch Erwähnung getan werden. Präsident der Gesellschaft ist der ebenso In der Fachweit als Gelehrter wie In der jüdischen Welt als Zionist wohlbekannte Ingenieur Seidener, der Erbauer und technische Leiter des Silikatwerkes in Jaffa, des ersten wirklich großen und modernen Fabrikuntcriiehmcns fn Palästina. Stellvcrtretender Vorsitzender ist Ingenieur Novomeisky, der als besonders guter Kenner der technischen und chemischen Bedingungen des Landes gilt. Schriftführer ist Dr. Weinborg, bis vor kurzem Leiter der Jaffacr Handelsschule, jetzt Direktor des ״Pardes“, der größten Oraiigon-Exportgesellschaft Palästinas. Schatzmeister (und die eigentliche Seele) der Gesellschaft ist S. Hoofien, der als Generaldirektor der Anglo Palcstine Com pan v eine der ersten Persönlichkeiten im palästinensischen Wirtschaftsleben bildet. Bel allen afso eine bemerkenswerte Synthese von akademischer Bildung und praktischer Wirtschaftscrfahruiig, in deren Zeichen gleichsam auch die Tätigkeit der Organisation siel» abzuwickeln bcrufen ist. IV. Eine Statistik gab cs bekanntlich In der Türkei nicht, die beredteste Sprache, die Sprache der Zahlen, blieb dort stumm. Dieser Zustand, schon unter türkischem Regime schmerzlich empfunden, wurde jetzt für Palästina als völlig unhaltbar erkannt. Die ״Ockonomischc Gesellschaft“ beschloß infolgedessen, sich der Sache anzunelimeii, mit deren Behandlung sic in der Tat einen ihrer wichtigsten Programmpunkte crtüHtc. Das sich gesteckte Ziel Zu erreichen, vermochte sie freilieh nur dadurch, daß ihr reichliche Unterstützung zuteil wurde seitens der Ica in Paris, welche gleichfalls die Not- Wendigkeit, dem Ucbcl ahzuhelfcn und die Lücke aiiszufüllcn, erkannt hatte und demgemäß sich bereit fand, durch Ueberlassung größerer Mittel die Ausführung des Planes zu ermöglichen. Es handelte sch um eine Berufszählung, Handwerk, Gewerbe und die freien Berufe umfassend, unu wurde ausgeführt im Sommer 1921 und Sommer 1922. Die Zählung galt von vornherein nur den Juden ln Palästina, erstreckte sieh daher aucii lediglich auf die Ortschaften mit jüdischer Bcvolkcrung: Jerusalem, Jaffa und Tel-Awiw, Haifa, Safcd,, Tiberias und die jüdischen Kolonien. Da wir eine Statistik der Gesamtbevölkerung Palästinas nicht besitzen — so etwas ließe sich nur mit Hilfe des großen Regierungsapparates zuwege bringen — bleibt cs uns auch genommen, Vergleiche mit den anderen nationalen Elementen im Laude anzustcllcn. Wäre dies möglich gewesen, so hätte die Arbeit gewiß an Wert und wohl noch mehr an Heiz gewonnen. Es ist hier nicht der Ort, auf das Ergebnis der statistisehen Untersuchung näher dnzugehen. So etwas würde eine Studie für sich beanspruchen. Und ich behalte mir auch vor, bei Gelegenheit noch auf die Arbeit zutikkzukommen. Nur soviel darf schon jetzt gesagt werden, daß die Untersuchung — zumal wenn man in Betracht zieht, daß wir es hier so ziemlich überhaupt mit dem ersten sozialistischen Versuch größeren Stils In Palästina zu tun haben — eine ernste Arbeit und ' bedeutsame Leistung darstcllt, ein Werk, das der Ica, die so freigebig das unternehmen unterstützt hat, zur Ehre• gereicht, - der Palcstine Economic Society aber geradezu •ihre Existenzberechtigung dokumentiert. Von der Statistik ist bis jetzt der erste Abschnitt unter dem Titel JfA Statistical Survey of Trades, Industries arid Liberal Protessions nt Jaffa and Tel-Avlv“ im ״Bulletin“ der Gesellschaft veröffentlicht worden. Denn auch das verdient als •Tat der Organisation vermerkt zu• werden, daß sie sich für Ui re wissenschaftlichen Untersuchungen ihr eigenes' Publikationsorgan• geschalten hat. Bis jetzt sind zwei Hefte erschienen; das erste 101־, das zweite 124 Seiten umfassend. Im ersten Heft finden wir eine äußerst gründliche und wcitausholendc Studie von Hoofien über ״das Krcditproblcm in Palästina", eine Abhandlung über ״die ökonomische Lage Palästinas am Schluß des Finanzjahres 1920/21“, die die Wiedergabe eines vom früheren Leiter der Abteilung für Handel und Industrie, Harari, an den High Commissioncr erstatteten Berichts bildet, sowie mannigfache statistische Angaben, von denen die Eiuwandcrungsstatistik besonders hervorgehoben zu werden verdient. (Atitn. d. Red. Dieses Heft ist von uns unter Zitierung der Quelle schon mehrfach benutzt worden.) Das zweite Heft bringt einen Aufsatz Ruppins über die wirtschaftliche Entwicklung' Palästinas in Gegenwart und nächster Zukunft, Abhandlungen über die Hafen- und Baufrage, eine Schilderung des Silikatwerkes aus der Feder seines Leiters I. Seidener, endlich, -wie schon erwähnt, den ersten Abschnitt der Berufsstatistik. ■ ■ ׳ Im dritten Heft, das sich bereits in Vorbereitung befindet und Ende Januar erscheinen dürfte, soll die Fortsetzung der Berufsstatistik (Abschnitt: Jerusalem) und ein weiteres Kapitel aus der Eiuwandcrungsstatistik veröffentlicht werden, außerdem das Währungs- und Industrieproblem eine größere Berücksichtigung erfahren. Das ״Bulletin“ erscheint zweisprachig, Hebräisch und Englisch, was natürlich erhöhte Arbeit und Kosten verursacht, aber, wie die Dinge liegen, in Palästina unumgänglieh ist, wenn man auf die Oeffenthclikcit und zumal auf die Behörden, aus deren Kreisen ein Teil der Vcrcinsmitglicder sich rekrutiert, Einfluß gewinnen will. Gefördert• wird letzteres freilich dadurch, daß das ״Bulletin“ nur Originalbeiträge — und zwar nicht so seltr hterarischo Komplikationen, als vielmehr möglichst aus tutmittelbarer Quelle geschöpftes Tatsachenmaterial — bringt. Wer• das Wirtschaftsleben ־ln Palästina■ kennen lernen, wer mit den wichtigsten •Gegenwartsfragen dort sich vertraut machen will, der wird zu diesen Heften greifen müssen. Nun soll das zwanglos erscheinende ״Bulletin“ zu einer periodischen Zeitschrift ausgebaut werden. Dadurch würde sich ganz von selbst schon'eine Ausdehnung und Steigerung der Tätigkeit der Organisation ergeben. Mit den statistischen Untersuchungen soll fortgefahren werden. Es wird dann die Frage zu ventilieren sein; ob nicht auch H a u s I» a f t u tt g s - Statistiken veranstaltet ־werden sollen. Das hätte zugleich sozialpolitische Bedeutung, Indem wir auf diese Weise ein übersichtliches Bild von der Lebensart des Juden in Palästina bekommen würden. Auf die Kolonien ausgedehnt, hätten wir damit endlich den nötigen Maßstal) zur Beurteilung des Abhängigkeitsgrades des jüdischen Kolonisten vom arabisehen Bauer. Ein Licblingswunsch der Organisationsleitung ist, recht bald mit der Aufstellung und Veröffentlichung eines L c bc ns mi 11el prcisindex für Palästina zu bcginnen, da sie sich davon einen günstigen Einfluß auf die Gestaltung der Arbcitslohnverhältnlsse verspricht. So schreitet die ״Palcstine Economic Society" rüstig vorwärts, dem sich gesteckten Ziele entgegen: ein Institut zur Forschung der Wirtschaft in Palästina zu werden. Hierbei dürfen wir mit Genugtuung die Tatsache verzeichnen, daß es steh zwar um eine jüdische Gründung bandelt, die aber, wie so oft schon, ein Werk darstcllt im Dienste und zum Nutzen der Gesamtheit. Tel-Awiw, Dezember 1922. ' Die Palästina Arbeit des Keren Kajemetb im Jahre 1922 Ländliche Bodenkäufe 1922. Ocrtllchkelt Dunam geh bis 1922 auf t im Jahre 19a In*- gesamt Emek Jesreel: 1. Tel Adas (Option auf 3000) 5000 5000 2. Merchawia 3524 (und Kauf von 1250 eingeleitet) 1328 4852 Sa m ari a: 3. Oan Schrmtel Judäa: 394 56 450 4. Nachlaß! Jehtida 77T 429 1206 5. Kf.ir Mlal 10)0 1500 (D'«»»1־ K*«f 11• asrh cs|«*4 perfekt) 2550 Insgesamt an diesen 5 Plätzen: 8313 14058 Der wichtigste Kauf, der von 5000 Dunam der Tel-Ada»• Böden, (von denen eine Option auf 3000 Dunam schon früher gesichert worden war), dient der Gründung einer landsmantv schnfilidten Kolonie der transisylvanischcn Juden. Der Boden hei Klar Mlal soll nigekauft werden, um den dortigen Moschaw Owdim zu vergrößern. Auch die anderen Käufe wurden zwecks Stärkung der auf K. K. L.-Boden schon bestehenden Ansiedhingen durchgcführt. Die Gesamtfläche der ländlichen Böden, die vom K. K. L. 1922 neu erworben bzw. deren Erwerb da־ geleitet wurde, umfaßt demnach 8313 Dunam. Außerdem bat die vom K. K. L. 1922 neu erworben, bzw. deren Erwerb ein* Kirjath Anawim 300—400 Dunam hinzuzukaufen. Städtische Bodenkäufe. Nach den bedeutenden Käufen des Vorjahres in Jerusalem und Jaffa hat der K, K. L. 1922 auch in Haifa eine große Fläche, 114370 Quailratellen, erworben. Der Boden liegt am Fuße des Karmel und vereinigt die anderen Im Bau befindlichen jüdischen Viertel Haifas zu einem Block. Emek J esreef. 1. Klar Na'nalaL Auf dem Boden von Nahalai, und zwar auf einer Teilfläche von 8000 Dunam, wurde eine Arbeite»־ kokmic gegründet, ln der 80 Familien wohnen. Auf dem Boden von Nuris wurden folgende fünf Ko• tonien gegründet: . 2. Giweath Jecheskel Arbcitcrlcolonie von 60 Fa• milien auf 6000 Dunam. 3. Ejn Charod und 4. Tel Josef. 400 Arbeiter vom Odud Awoda auf 12000 Dutum, 5. G e w a. 25 Arbeiter auf 800 Dutum. 6. Nuris-Ost 100 Arbeiter auf 5000 Dunam. Auf diesen neuen K. K. L.-Böden wurden also bisher 32000 Dunam von HO Klcinsicdlcrfamiiien und 525 koopexativen Arbeitern in Arbeit genommen. Die Entwicklung der neue!] städtischen Siedlungen auf K. K. L.-Boden Obdachlosen -Ansiedlung. lm Jahre 1922 hat der K. K.L. 140 Dunam Boden bei Tel-Awiw erworben zur Ansicdhtng für jene Juden, die nach den Unruhen im Mai 192J das arabische Viertel von Jaffa verlassen mußten, wie auch für neue Einwanderer. Diese Siedlung entwickelt sich erfolgreich, lm Jahre 1922 wurden zirka 150 Häuser gebaut dank den Darlehen der ״Allgemeinen Hypothekarbank“, welche vom Keren Hajessod gegründet worden ist. Einige weitere Dutzend Häuser sind im Bau. Boro cltow-Kolonie. Im Jahre 1921 hat der K. K. L., 3 km von Tel-Awiw entfernt, 300 Dunam Boden für die Ansicdhtng von Arbeitern, Handwerkern usw. erworben. Die Siedlung trägt den Namen Boroehow. Audi diese Siedlung entwickelt sich erfreulich. 1922 wurden, dank den Darlehen der obengenannten Hypothekarbank, 25 Häuser gebaut; weitere Häuser sind im Bau. Am cliorations arbeitet». Emek J es ree 1. Im Jahre 1922 wurden große Strecke» in Nahalai und Nuris durch Trockenlegung der Sümpf« urbar gemacht. Und zwar: 1. In Nahalai 8000 Dunam; 2. In Nuris 11 000 Dunam. Außerdem wurden in allen Kolonien auf diesen Böden Wasserleitungen• cingeriditct. 'Diese Drainagearbeiten haben nicht nur vom laml wirtschaftlichen, sondern auch vom hygicitisclt-kulturcllcti Standpunkte aus großen Wert. Die Sümpfe entstanden durch Quellcnwasscr, das nicht ablaufen konnte. Um nun■ dieses Wasser abzuleiten, mußte ein ganzes Netz von Kanälen und Röhren angelegt werden, weiche das Wasser nach den nächsten Flüsse» abkiten, 90 vom Komplex Nahalai nach dem Kisclton und vom Komplex Nuris nach dem Jordan. An Wege bauten wurden in Nahalai ausgeführt: ein Weg von der Kolonie' zur Chaussee Haifa—Nazareth und in Nuris ein Weg von der Station Ejn Charod zur Kolonie gleichen Namens und ein anderer Weg,von dieser Station zur Kolonie Giweath Jcsclteskcl. ׳ Wasserleitungen wurden eingerichtet in Dagania B, Kirjath Anawim und in Chukla. in Cluilda wurde außerdem die Au»• trocknung des Sumpfes beendet. P f a n z u n g e n. Während des Jaltres 1922 war der K.KL bestrebt, seine Frucht- und Waldbattinwoilpflanzungcn zu entwickeln. Außer■ dem wurden an den Grenzen von Nahalai und Nuris Bäutn« gepflanzt, um die Grenzen zu fixieren. Ein bedeutendes Ercjgnis ist der Beginn der Arbeiten zur Restauration eine» Waldes zu Nahalai. Es sind dies die Reste eines uralteq Waldes, die sich auf einer Strecke von 4600 Dunam ausdduim Durch systematische Behandlung während einiger Jahre ließe sich hier ein großer, wertvoller Wald schaffen. Bau von Arbeiterhäusern. Vom Saldo des — vom K. K. L. noch vor dem Kriege ge■ gründeten — Arbeiterheimstättenfonds, wurden im Jahre 1922 13 Häuser für die Familien von jemenitischen, landwirtsdbaft• liehen Arbeitern in Rischon le Zion vollendet und der Bad von zehn weiteren Mausern begonnen.

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