Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 9 (30.1.1923)
- Date
- 1923-01-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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!0EDISCHE RUNDSCHAU Seite 48 Ark'i 1t kc mhi um 1.11 , nr Ke: CT St Ul t Fl p>,n<Btn &«*** x 1 רץ ו . (, \' ו י;l£f Bericht der palästinensischen Regierung für die Zeit vom 1. Juli 1920 bis zum 31. Dezember 1921 Vor wenigen Tap.cn ist in London, lierausgegebcu von r britischen Regierung, der Bericht dcr^Landesrcgicriing von leue Ui[ m rn c!׳.; i sch cd ,na über ihre Verwaltiingstätigkcit vom Juli 1920 bis!׳Dezember 1921 erschienen. Da dieser Bericht eine statt- II Broschüre von 134 Seiten darstelit, müssen wir nt 5'rcin Bedauern diesmal davon abselie», ihn den Lesern I'1 Indischen Rundschau“ in voller, diplomatisch getreuer!,(.”iel/unp nt geben und uns auf einen Auszug bc- •.ri11k(־t1. Wir behalten uns aber vor, einzelne Teile des Be- Ls noch in voller Uchcrsct/ung zu bringen, 11m so mehr, dieser ״Report on Palcstinc Administration“ ein rieh- ' kleines Handbuch von Palästina mit besonderer Bc- ,.Ljciitiomig der Verwaltung, de« Verkehrs und der Wirtft üarsteiit. Ihn den Lesern der ״Jüdischen Rundschau“ ־/. -;c1nt eine Vorstellung von dem umfassenden Inhalt des iViihtes zu pelicn, folgt hier die Aufzahlung der einzelnen jpitclüberschriftcn. brwort. Finanzen. — Oeffentliche Sicherheit. “ Rechtspflege. — Oeffentliche Gesundheitspflege. — Erziehung. — Land- Wirtschaft — Kommunikationen. — Verschiedenes. I: ו Polizei! i .nzeichi;! rden sei sfgcsfcl; ,aber uv: More isetzur•1 (וו ’ State! Traue:.! 11 hde war] u d er 1 i 3 c h J!,Finanzen. A) Allgemeines; B) binnahmen; (;) Ausgaben;!!) Einhebung der türkischen Steuern 1, Immobilienstcucr (Werke), Z Zehent, 1. Vichstcttcr, •1. Stcmpdgebülircn; E) Die türkische Staatsschuldenverwaltung; I) Nichteingehobene türkische Steuern; 0) Einkünfte der Staatsdomänen; II) Sladtgcmcindcn; I) Dorfgemeinden; J) Mohammedanische geistliche Stiftungen. fttl stclh: bei de!1er\a II '11 111)1' Ibcy un; Ile chm' lokal:!!.Zölle» Schiffahrt, Handel nnd Industrie. A) Zölle: Organisation. — Grenzen. — Transjordanien. — Syrien. — Der syrisch-palästinensische Zollvertrag. — Umfang des Handels mit Syrien. — Aegypten. — Zolltaritc. —: Spezialtarife. — Einfuhrverbote. —: Ausfuhrverbote. —- Transitverkehr. — Lagerhäuser. — Einfuhr und Ausfuhr. — Einfuhrhandei — Ausfuhrhandel. pen Da!■ 1 berührt Minder xvlniscl־,:!ment ir Henntnisj: I5C 1(0,1׳ Ichcrhcii, iwicklun: luden in wenif ln Kamp! fivilegicr JjSjministcr. jjessc, in auf 11;( iSr dabei liten vor׳ B) Schiffahrt: Häfen und Lichter. — Schiffsverkehr. C) Handel nnd Industrie: 1. Geschichte und Organisation des Departements für Handel und Industrie; 2. Allgemeine Handelsverhältnissc; 3. Industrie und Erzeugung; 4. Eingeführte Industrien; 5. Bankwesen; ö. Währung; 7. Mincrnlschätze; 8. Informationen; 9. Kosten der Lebenshaltung, Indexziffern. Großhandelspreise; 10. Maße und Gewichte; 11. Konzessionen; 11 Rcgäerungslagcr und Kontraktkommiasion. und Erziehungskomitees. für öffentliche Gesund-!filier dz■ 'Für die} |*c11tsc!1cr>t i. Dip 11 für d:«[ ilbtc c!1,: |cr über׳! tote, da£l in Kraf: (daß di«j ob wob, |der emL I für di; rechte: ,»jjrcnd die jm linker. 1 las Vcr {irdneter, circa«!' Ichicilene, m.Oesetzgebung. (Aufzählung aller in der Berkhfezeit erlassenen Gesetze.) IV. E r z i e h u n g. a) Volksschulwesen, b) Mittclschulwcscn, c) Sportknr.se, Technische Erziehung, Allgemeines: Landwirtschaftliche Schulen. — Kurse für Beten. — Sprachpriifungcn. — Mädchcncrzichung. — Privat• schulen (mohammedanische, jüdische,_ christlicb.e). Juristischer Kurs. - ׳ ׳ V.De pa rt e ment heitspflege. A) Geschichte; B) Organisation; Cl Gesetzgebung; D) Verordnungen; El Künftige Projekte; F) Allgemeine Ergebnisse; G) Klima 1. Sektion für Epidemiedienst und Hygiene, 2. Medizinische Sektion; A. Spitäler und Kliniken; 1. Regierungsspitäler, 2. Regierungskliniken, 3. Private Spitäler und Kliniken, 4. Pflegerinncnausbildung; Die medizinische Kommission; Ausübung von Medizin, Pharmazie, Zahnheil künde und Geburtshilfe; D. Ausbildung für die erste Hilfe; Aerztlicher Dienst; F. Malariabekämpfung; G. Wasserversorgung; H. Heilmittcliager; I. Gericlitsärztliche Prüfungen; J. Sektion für Augenheilkunde; 3. Sektion für Quarantäne und Hilfsarbeit: A. Quarantäne; B. Mckkaptlger; C. Hilfsdienst; D. Geisteskrankheiten; E. Zahnärztlicher Dienst; 4. Laboratoriumssektkm: A. Bakteriologie; Entomologie; Chemie. R C. ^Ijusitizde partement Gerichtshöfe. — Staatsanwaltschaft ■־־ Landesgerichtsk*i£e, 1—1 Mohammedanische gdstSf ~i Oetichtsböfa. ha ס ודת תס / Ffe. 1 NiGrünolminmcdanfscIve geistliche Gerichtshöfe. t~~ I«. spctlorate. —Advokaten. —< Justizkurac. — Registrierung von Gei-diäfts firmen. — Markenschutz u^d Patente. VII. D ep s rte me n t für öffentliche Sicherheit 1. Aufbau der Polizeitruppc und allgemeine Uebcrsicht. 1. Organisation. — Ausrüstung. —1 Disziplin. — 'Aus- Bildung. — Erziclning und Funktion der Polizei — Gendarmerie. — Vorbeugung, Verfolgung und Ausforseliuiig von Verbrechen. — Gefiingnisvcrwaltung. VIII. Post, Telegraph 11«d Telephon. Einleitung. — Allgemeines. —! Viehstand. — Aufforstung. — Obstbau. —1 Fischerei IX. Landwirtschaft, Forsten und Fischerei. X. Gr 1t n db uehwesen, Vermessung und Reglerungsländercien. .1) OrumlbiK'liwescn, b\ Vcnncssung, c) Regie rungsländercien. XI. Ocff entliehe Arbeiten. * Beendete, in Arbeit stellende und geplante Arbeiten. — Straßen. — Brücken. —! Wasserleitungen. XII. Eisenbahnen. XIII. Ein waad erung und Reisen. XIV. Departement für Altertümer. XV.Oeffentliche Treuhänder. Alle Teile des Berichtes sind sehr zahlreich mit Ziffernmaterial belegt. Das Folgende ist ein Auszug aus dem Berichte mit bcsotidcrcr Berücksichtigung der Angelegenheiten von jüdischem Interesse. In der Einleitung wird fcstgcstcllt, daß das Land den Bemühungen der Regierung entsprochen hat, die wesentliehen Bestandteile eines Staates zu schaffen lind Anzeichen erkcnnch läßt, daß cs in eine Periode günstiger Entwicklung Eintritt. Ferner heißt cs: ״Gemäß der von Seiner Majestät Regierung und von den verbündeten Hauptmächten angenommenen Politik, die Errichtung eines jüdischen nationalen Heimes in Palästina zu bcgünstigen, wobei iiicbls geschehen soll, was die biirgorliehen und religiösen Röchle der iiichtjüdixchcn Bevölkerung beeinträchtigen würde, erhielt die hebräische Sprache einen offiziellen Rang und wird von der Verwaltung in den Bez.irkeit, wo eine beträchtliche jüdische Bevölkerung bestellt, gcbraucht. Jüdische «ml sonstige Einwanderung wurde entsprechend der Fähigkeit des Landes, weitere Bevölkerung atifzundimcn, zugdasseii. Während cler Bcrichtspcriodc kamen 17000 Einwanderer ins Land, die fast alle Juden waren. Doch infolge großer Verluste durch Tod und Auswanderung während des Krieges ist cs zweifelhaft, ob die jüdische Bevölkerung Palästinas heute größer, ja auch mir so groß ist, wie sie 1914 war. Doch liegen keine genauen BevölKcniiigsstitistikci! weder für jene noch für diese Zeit vor. Eine Anzahl neuer Industrieuiuenii■ Innungen wurde von Juden geschaffen und einige beträchtliche Boden komplexe von jüdischen Organisation neu erworben. Es wurde durch diese Organisationen seihst, unter Aufsicht der üitlichen Vcrwnlluugsbcamtcn, Sorge getragen, daß in keinem Falle irgendwelchen Laiidleutcn, die Teile der so erworbenen Boden okkupiert hatten, Abbruch getan ■werde. Die Regierung hat sonst in dieser Richtung nicht interveniert und Kauf und Verkauf von Boden ist vollständig frei. Außer den verschiedenen Maßnahmen, weiche während der ersten Periode der neuen Verwaltung bereits du rehgeführt wurden, sind auch Pläne vorbereitet und in vielen Fallen bereits vorbereitende Schlitte unternommen worden, um auch in anderen Richtungen Fortschritte 2,u erzielen, sobald cs die finanziellen und sonstigen Erwägungen gestatten.“ Finanzen und Handel. Der Finanzapparat der palästinensischen Verwaltung wnhrend 'der Berichtsperiode scheint recht kompliziert gewesen zu sein, da die türkische Staatsschuld einen doppelten Steuereiiihebiuigsapparat notwendig machte. Das System des ״Zehnten“ wurde bcibchaltcn, doch wurde die alte' Methode, den Zehnten zu verpachten, die zu vielen Mißbräuchen und Korruption führte, ausgesclialtet. Die Abschaffung des Tabakmonopols gab einen beträchtlichen Anreiz, für den Anbau von Tabak, und im Jahre 1921 wurden mein׳ als SO 01)1) kg produziert, eine Ziffer, die sieb vermutlich im folgenden Jahr bedeutend erhöht bat. Die Einfuhr aus Großbritannien belief sich in den zwölf Monaten bis Ende März. 1921 auf 1,()9ö.(>29 iig. £, eine Erhöhung von •191.947 äg. £ gegenüber dem vorhergehenden Jahre. Die Aiisiuiir nach «Großbritannien betrug 941.214 äg. X, um 2185 äg. X mehr als im Vorjahre. In den neun letzten Monaten des Jahres 1921 zeigte der Import aus Großbritannien einen Zuwachs von 188.777 äg. X gegen die gleiche Periode des Vorjahrcs. Dazu kommen noch sehr bedeutende Ziffern für den Handel mit Aegypten und anderen britischen Besitzungen. Der Bericiit betont das bedeutende wirtschaftliche Hindernis des Fehlens eines geeigneten Hufen׳.. Die geschäftliche Lage im Jahre 1021 reagierte auf die allgemeine wirtschaftliche Depression der Welt, doch machten sich die Folgen weniger stark fühlbar als in den!neiden Ländern. Es gab keinen!־'all von Bankerott. ״Die hervorstechendste Erscheinung' des Jahres,“ sagt der liericlit, ״war der gewaltige Zuwachs der Einfuhr aus Deutschland und Oesterreich, I02Ü wurden Waren im Werte von 29.000 äg. X importiert; 1921 aus Deutschland im Werte von 292.000 äg. £, aus Oesterreich im Werte von 107.103 äg. X, Dieses Anwachsen ist nicht nur auf tlic entwertete Valuta dieser Länder, sondern auch auf die z.iclbevvußteu Bemühungen deutscher Kaiiflcutc zurückzu führen, in Palästina Fuß zu fassen. Ihre Methoden ausgedehnter Kredite, in der Landesspräche abgefaßte Kataloge und Preislisten, verbunden mit intensiver Reisctätigkcit hatten bedeutende Wirkung auf die palästinensischcn Importcurc,“ Palästina scheint enorm viel zu rauchen. Nicht weniger als 129,202 kg Zigaretten wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres 1921 aus Aegypten, to.ööl kg aus England i1״- portiert und etwa 12.000 kg monaliieh wurden im Lande selbst erzeugt. Ein wichtiges Licht auf die Tendenz des palästmenr.ischeu’ I iandels gibt folgender Absatz, betreffend die Zollcinnahmcn: Die Zolleinnahinen zeigen weiter eine stark passive Handelsbilanz. Doch muß beim Studium dm■ Ziffern berücksichiigt werden, daß der Import durch den Wert der betriebtliehen Bedürfnisse der militärischen Bcsatzungstruppcn, z. B. durch die von der Regierung nngekauflen Lagervorräte, die keinen Zoll zahlen, aber für statistische Zwecke aufgenommen sind, anschwoll. Es müssen auch solche unsichtbare Posten bcrücksichtigt werden, wie die, welche im Lande von der Armee and von Touristen, aber auch von der Zionistischen Korn- . '** ,#♦* ך"—■*» * 23*(^^ ai-L• misslon, von religiösen und humanitären Kommissionen »ms* gegeben werden und auf Geldsendungen vom Au.41־nde. Wenn all dies berücksichtigt wird, so muß festgciialtcn werden, daß der Export-und Reexport-Handel Palästinas vornehmlich nach Osten tendiert. Die für den Export, Reexport und Transithandcl gegebenen Ziffern veranschaulichen auch nur zum Teil den nach Osten gerichteten Warenstrom, da nur der bcschränkte Teil festgciialtcn ist, der auf der Linie Haifa — Zemach—Damaskus nach Syrien geht; über die Warcnladungcn der Kamclkarawmicn, welche östlich nach Transjordaiiicn lind Irak und südöstlich nach Arabien gehen, haben wir so gut wie keine Kenntnis, denn an der üslgrenze gibt es keine Zollämter und daher wird keine Statistik über’ den Handel geführt, der ununterbrochen durch die Wüsten des Ostens iiindurchgcht.“ Der Bericht erwähnt die Anfänge einer industriellen Bewegung, ״welche, wenn sic anhält, von großer Bedeutung für das ganze Land werden wird. Die Bewegung ist um so bezeichnender, als sie zu einer Zeit begonnen hat, wo Kraft noch außerordentlich teuer ist.“ Es werden Einzelheiten über eine Anzahl von Fabriken gegeben, die in der Berichtsperiode errichtet wurden. Die einzigen erteilten Kon7.cs.-.ionen sind die beiden von Rutenberg. Erziehung. Vielleicht der interessanteste Teil des Berichtes Ist der über das Erzichungswcsen. Die kcgierungsschulen sind fast ausschließlich für Mohammedaner bestimmt, wie der 'folgende bezeichnende Absatz erklärt: ,1111 Budget für 1921/22 wurde die Stimme von 6125 äg. £ für die Förderung der Privntschulcn unter gewissen Bedingungen betreffs Inspektion und dergleichen festgesetzt und auf Grund der Kopfzahl verteilt. Da die Mehrheit der Privatschtiljugend jüdische Kinder sind, wurde der größere Teil dieser Zuwendung den jüdischen Schulen gegeben und im Jahre 1021 ein jüdischer Inspektor auigenommen, 1un das Departement in Fühlung mit dem jüdischen Schulwesen zu halten. Obgleich der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung in Palästina 11 0/0 der Gesamtheit nicht übersteigt, ist die 'Zahl der Privaischulcn besuchenden jüdischen Kinder nach etwas große! als die Gesamtzahl der die Regierungssdmlen besuchenden Kinder; dies kommt daher, daß wahrend die Zionistische Organisation und andere jüdische Körperschaft ten wie die Alliance Israelite und die Anglo Jewish Asxociatiou in der Lage waren, Erzieliiuigsmöglichkeiien für die Meluhcit der jüdischen Kinder zu schaffen, die Last der Beislellung der Erziehung für Mohammedaner größtenteils auf die Regierung fällt — wie dies unter dem türkischen Regime der Fall war, und (las Departement bis heute iiitahye Geldniangei nicht in der Lage war, für mehr als etwa ein ״Siebentel der Gesamtzahl der mohammedanischen Kinder des Landes Schulen zu schaffen.“ Die vorhandene technische Erzieliung ist, wie der Bericht fcststellt, hauptsächlich auf jüdische Bestrebungen beschränkt nnd es wird in diesem Zusammenhang die Bczalclschulc und .,eine gut organisierte technische Schule in Haifa“ erwähnt. Die beste landwirtschaftliche Schule ist die der Alliance Israelite in Mikweh Israel. Folgende Einzelheiten werden über die jüdischen Schulen berichtet: ״Es gibt über 17 000 eingeschriebene Schüler in den Jüdischen Schuten, wovon zirka 11 500 die Schulen der zionistischen Organisation besuchen. IHc letzteren umfassen 4-6 Kindergärten nach modernem Frubei-System, 62 Volksschulen, 6 Mittelschulen und lü technische und Spezialschulen. Es gibt Abendkurse für den Unterricht in der hebräischen Sprache und für Hnndclsschulfächcr und Fortbikliiiigsscliulcii für jene Leute, die während des Tages bcschädigt sind. Die nichtzionistischen Schulen sind diejenigen der Alliance Israelite Universelle, die Eveiina-Rothschild- Mädchenschule unter Leitung der Anglo jewish Association- Ein Sportkurs und eine technische Schule, eine Anzahl orthodoxer Institutionen größtenteils von sehr elementarem Charakter und einige hauptsächlich technische unabhängige Privatschulen. Die zionistischen Schulen sind im allgemeinen dem Prograntln und Niveau nach im großen und ganzen ־ähnlich den entsprechenden Schulen in Europa, insbesondere denjenigen in der Schweiz, wobei die hebräische Sprache und die jüdisclie Geschichte uml, Literatur au Stelle der nationalen Gegenstände tritt, die in anderen Lindern unterrichtet werden. Dasselbe kann von den meisten nidilzionisusdien Schulen außer den orthodoxen gesagt werden, abgesehen davon, daß in einigen davon Hebräisch nicht die Unterrichtssprache ist. Alle Schulen in den Kolonien und ein Teil derjenigen in den Stiidieu sind gemischt (für Knaben uml Mädchen), in den Mittelschulen wurde Griechisch und Latein aus dem Lehrplan ausgeschaltet, da diese Sprachen mit der jüdischen Kultur nicht eng verbunden sind. Der Lehrplan cler zionistischen orthodoxen Schulen legi Gewicht auf religiöse Gegenstände auf Kosten allgemeiner, wie zum Beispiel Naturgeschichte, Zeichnen usw., doch wird ein Minimum allgemeiner Erzicliung gegeben, und jede Schule muß gewisse hygienische Bedingungen erfüllen. iJic niditziomstisdien orthodoxen Schulen jedoch'erreichen dieses Niveau nicht. Die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit den jüdischcii Schulen sind: 1. materielle Verbesserungen, insbesondere mit Bezug auf die Unterbringung und auf die Lehrbücher; 2. bessere Möglichkeiten für die allgemeine Entwicklung der Kinder mit Einschluß einer reichhaltigeren Kinderlitcratur; , 3. eine engere Anpassung der Schulen an die Bcdingungen des Landes uml die Erfordernisse der jüdischen Gcmeiiischaft, insbesondere mit Bezug auf eine eingehendere Haiidfertigkcitsair.bikhing und die Schaffung einer praktischeren Grundlage der Erziehung. Manches geschieht bereits in der Richtung ries Gartenbaus, der Beschältigung mit Holz- und Kartoiniage.'irbcitcii usw׳., doch bisher konnten umfassendere Pkinc in dieser Richtung aus Geldmangel nicht verwirklicht werden. Das Budget der jüdischen Schulen wird zum Teil durch die verschiedenen leitenden Körperschaften, zum Teil durch Schulgelder gedeckt (mehr als 20.000 äg. £ pro Jahr); der Großteil aber (mehr als 100.000 äg. C) kommt von der Zionistisclieu Organisation. Im Jahre 1920/21 wurde!Jivsen Sdsulen von der palästinensischen Regierung ein Betrag von 3550 äg. £ aus den für Subventionen für P!ivatsd1ul«m verfügbaren Mitteln zugewiesen.“ Oeffentliche Ocsun heitspflege. Die Arbeit der Verwaltung auf dem Gebiete der öffentliehen Gesundheitspflege wurde durch freiwillige Körnerschäften, insbesondere die Hadass.ih, wesentlich gefördert. Es ist erfreulich, das folgende zu lesen: ״Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, daß ein seit Jahrfiunderten nicht an sanitäre Reformen gewöhntes Volk 80 rasch die wesentliche Tatsache erfaßt hat, daß richtige