Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 9 (30.1.1923)
- Date
- 1923-01-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 42 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.» Galutii oder Palästina Von I)r. Wolfgang Wei *I, Jerusalem Am böhmischen Distriktstag war eine lange und sehr schöne umi sehr geistreiche Debatte über das Wesen zionlsfischcr Propaganda. Audi ich habe in der Debatte das Wort ergriffen und nicht lang und nidit schön und nicht geistreich darüber gesprochen, was midi seit langem mit liefern Schmerz tmd oft mit bitterem Ingrimm erfüllt. Ich sprach davon, daß seit llcrzls Tod unsere zionistische Propaganda auf eine abschüssige Bahn geraten ist, die zum Abgrund führt. Und ich sagte — und das erregte zwar viel Empörung, aber wenig Verständnis — daß die Schuld daran die Nadi- Wirkungen der Adiad Uaaniistisdion Kritik des Hcrzlschcn Zionismus tragen. I letzt propagierte nämlich, was man heute mitleidig be- Lächelt, den Zionismus als die Lösung der Juden frage. Die Theorie war: die Juden gehen zitjrromlc unter den Wirkungen des Galutii. ln den einen Ländern werden sic erschlagen, in den anderen wirtschaftlich vernichtet, ln wieder anderen otoralisch und rassisch verdorben. Die Lösung der seelischen, wirtschädlichen und politischen Ju.kmuot ist die Mnsscnauswnndcrung in einen Staat, wo die Juden die Majorität bilden und daher gefahrlos leben können. Als Ort dieses Staates kam »cltlicßüth nur Palästina in Betracht Diese Idee war großzügig, einleuchtend und logisch richr tig. Die Jugend schloß sich ihr begeistert an. Sie hatte das Gefühl, für ganz große, hohe■ Oüfer zu streiten, wenn ste die Lösung eines verelendeten Volkes durch Massenauswandenmg nach Palästina propagierte. ״Der Judenstaat'‘, das war ein Programm. Wer wissen wollte, was Zionismus sei, konnte sich diesen Gedanken in einen» Wort vorstellen. Und das war die gewaltige Stärke unserer damaligen Propaganda. Hier setzt* die Kritik Adiad Haarns ein. Achad Haam KJciiie tu beweisen, daß ״der Judenstaat“ keine Abhilfe der Judennot sein könne. Achad Haam legte dar, daß ״Palästina zu klein sei“, daß Palästina bestenfalls in vicljähriger, kostspieüger, verlustreicher Arbeit soweit werde entwickelt werden können, um bestenfalls den Geburtenüberschuß des jüdischen Volkes in sich auf nehmen zu können. Die Massen des jüdisdten Volkes aller seien wohl dauernd verurteilt, außerhalb Palästinas zu leben, und der Zionismus werde ihnen nur das werden können, was Israeli tische Oebetbüdier ״die Innere Lebenskraft des Volkes“ nennen. En Ersatz für die angeblich Ln Sinken begriffene Macht unseres■ Thora. Diese Theorie Achad 1 laams liatte etwas bestechend richtiges. Sie stützte sich nämlich airf Tatsachen und auf die ökonomischen und politischen Verhältnisse, wie sie zu Achad Haams Zeiten jeder sah, der selten wollte ttnd wie sie auch heute noch momentan richt sind. Ich gebe das ohne weiteres zu. Und diese Theorie hatte auch eine lebenscrhnltendc Bedeutung für den Zionismus. Als nach Hcrzls Tode die gewaltige Konzeption seiner Lösung undurchfüäirhar schien, da griff das schwächere Geschlecht seiner Nachfolger mit Freude nach der Möglichkeit, mit einem kleineren Ziel, das aud» kleineren Geistern realisierbar sein konnte, die Forderungen der wadtgewordenen jüdischen Massen zu befriedigen. Dieses kleinere Ziel lautete, in der Theorie Achad Haams ״Audi wenn man mir in langsamem Tempo für Palästina arbeitet, auch wenn man nur ein paar Kronen für den National fonds sammelt und ein paar Quadratmeter Boden in Palästina kauf(, also Dinge macht, von denen jeder vernünftig Denkende weiß und wissen muß, daß sie in gar keinem Zusammenhang mit der Erlösung der jüdischem Massen stehen können, freut dies erfahrungsgemäß die zionistisch arbeitenden Menschen, Infolgedessen ist nicht das Ziel der Arbeit: Der Herrische Judenstaat, der dem Zionismus seine innere, beglückende Kraft gibt, sondern die Arbeit für Palästina selbst. Die Arbeit allein. Und so werde Palästina, noch che dort ein Zentrum jüdischen Lebens geschaffen werde, durch die Arbeit für Palästina zum lebenerweckenden Faktor im Judentum.“ Diese Theorie Adiad Haams hielt den Zionismus in den zehn Jahren von Herzls Tod bis zum Altsbruch des Weltkrieges über Wasser. Das große Ziel war in der Tat damals uncrreidibar. Hätten wir nicht das kleinere Programm gehabt, wäre damals die Zionistische Organisation zusammengebrochen, wie die Ito. Aber allmählid» wurde die Zeit anders. Krieg und Revolution brachten eine neue Jugend hervor, die von Herz! nichts mehr wußte und von Achad Haam nichts lernte als sein: ״Oahith wird ewig sein“. Die russische Revolution trieb unsere Besten in die Arme des Sozialismus, der dem Zionismus fremd oder feindlich gegenübcrstclit Und immer wieder und wieder verließen und verfassen uns neue Scharen begeisterter junger Menschen, weil sie sagen: ״Wenn der Zionismus nur dazu dienen 9011, ein paar tausend oder ir cinetwegcn hundert tarnend Mensel uen 01 Palästina eine Heimat zu schaffen, so ist das eine reine Wohltäfigkeitsaktion. Vidleicht ein bischen größer, als Baron Hirsd» oder Baron Roth- Schild zusammen es vollbringest könnten, eine soziale Tat ist es aber nicht Infolgedessen kt für uns cfie logische Konsequenz, daß wir das romantische Experiment der Ansicdhmg einer w schwindenden Minorität in Palästina abtehnc® und alle Kräfte darauf konzentrieren, die Lösung der Judenfrage in den Ländern durch zu führen, in denen die Juden voraussichtlich dauernd weiden leben müssen. Und wir Zionisten müssen halte endlich einmal ganz offen »geben, daß dieses Programm absolut logisch und vernünftig kt. Ob man mm diese Erlösung der jüdischen Massen mit Hilfe des internationalen organisierten Proletariats versucht, wie es die Bimdlrien auf nationaler Grundlage oder die assimilatorisch mitteleuropäischen jüdischen Sozialdemokraten auf nationaler Orundlage versuchen, ist Geschmacksaclte. Das gefährliche für uns — und das liervorznlicben war der Zweck meiner Rede am Distriktstag — ist, daß tatsächlich das zionistische Programm von heute, wie es sich in den Köpfen mitteleuropäischer Zionisten widerspiegelt, nichts anderes ist, als ein verwässertes bundistischcs Programm. Bundismus auf bürgerlicher, oder wenn man will, auf spießbürgerlicher Grundlage. Jeder Zionist ist sich harte darüber ״klar“, daß das Judentum im Oaiuth fortbestehen muß. Er formuliert das in der berühmten Formel, nur ein starkes Oahrthjudentum kann Palästina aufbauen. Wenn er sehr konziliant ist, fügt er hinzu, nur ein starkes Palästina kann die Oaiutli ertialten. (Dieser Nachsatz allerdings entspricht der wahren Meinung Achad Haams, und diesen Nachsatz halte Ich auch für durchaus richtig.) Aber der Vonkrsatz! Was 808 das eigentlich heißen, wr eia starke* Exil kann das Mutterland auilaucct? Ein starkes Oaiuth braucht doch gar kein PallUtina. Wenn es den Juden hier gut ginge, wenn sie hier national gefertigt leben würden, dann hätten sie doch gar keinen Grund, Palästina ztr wollen. Also sogen wir: ״Nur ein finanziell starke« Oaiuth kann Palästina aulbauen״. Das ist zweifellos richtig. Al>er — finanziell stark heißt, daß viel Geld für Palästina ntr Verfügung stellt Nicht, daß die Ocmcindc-Imriilutionen der heiligen KtiiHle Rostopschin oder Khgcnfurl Itlühen tmd gedeihen. Ob die Mensa akadcmica jmlaica in Prag oder Wien zusperren muß oder weiter existiert, st nicht mir für Palästina, sondern letzten Endes sogar auch . für das Galutii ganz gleichgültig. Und wenn Zionisten — ״um das Oaiuth zu stärken“ — Geld etwa für das Rothschild- Spital in Wien geben, da» sonst gespart werden müßte, so nehmen se dieses Ocld Palästina weg und verursachen die im Herbst 1922 erfolgte Schließung des nvdwa־ Mcisumg unglcidi widtligcrci» jüdisdxsi S!4t.als Tiberias. Hören wir doch endtldi mit leeres» Pliraee» aut Was legt dem jfotbdiai Volk damit waa liegt dem Judentum Wien« daran, ob ein I Liinorriwkfen-Pattent hn Roflvsd1ikl־Spita] oder im Allgemeinen Krankenhaus operiert wird? Man winf mich foagen, ob man also alle Spitäler und Schulen ttml Bibliotheken trsw. hier ein geben lassen solle, nur um Palästina zu erlialtcn? Man wird mich daran erinnern, daß dw die Geschichte von der berühmten Kuh ist, die man nicht melken wollte, sondern der man den Euter abschnitt, um möglichst rasdi Mildt bi bekommen. Man wird mir sagen, daß das eine kurzsichtig« Politik sei, daß man die Jugend verlieren werde, usw. Liebe Freunde 1 Idt weiß das aß cs. Id» weiß, daß alle möglidten Gründe dafür sprechen, letzten Endes vor allem sentimentale, das zu erhalten, was jeder von uns vor Augen hat. Aba ich spredse ja nidit von einen« Prinzip, ich spreche nicht davon, daß wir ewig und bii in cüe letzten Generationen unseres Galutiigesclilcdites 90 arbeiten sollen. Id» sage mir eines, was Ihr nidit seht und was Ihr nicht selten wollt, weil Ihr Oalulhi-Judcn seid: Ir. 0 wie kt Wien, Prag, Derfut und Warsdtau. Uwl gege, ,! soldtes Oaiuth, das zwei oder drei oder zdm Automobilstem von den Latulcsgretizcn Palästinas entfernt sein würden, h ich nidit das geringste einzuwenden. Von einem 90k' Oaiuth werde auch ich sagt«, daß es durdt sein bk.״ Vorhandensein Palästina stärk«. ' Ilu werdet mir (kxth einwenden: ״Du sprichst von f,' oder zehn Jahnen, die wir Deiner Meinung nach für Pal,י$ו,* brauchen. Wie kommst Du zu dieser phantastisch nial,־,;‘ Ziffer?“ ' ' . Deswegen, weil ich die sogenannte zionistiSeite Arbei:, Europa und zum Teil in Asien und Afrika mir zu gut keB Rechne einmal jeder für sid» sein privates Ausgaben!׳«*«■ nach! Idt wette, ihr werdet Firsten, daß Ihr ncumn.nl , vid für jüdisclte Oahilluwecke ausgegeben habt, als für K«U Hajesaod und für Keren Kajetueth zusammen. Vasn!*,‘ einmal, alle• für Palästina zu geben und Ihr wvtdet Ete*-'״i»c B Stärke erkennen. **^xrcin Mit dem kleine 1» Finger 4er Unken Hand bautet fottr ״jü bisher Palästina. Nehmt einmal beide Hände dazu, E#:,JbcHC' ganzes Herz und Euren ganz»! Willen, reißt Euch loß *.,id«"1*‘ dem Gedanken, daß Europa« Judentämer wert seien, crlial!• 1יי''j;sfj zu werden, 1ml iltr werdet den Sieg sehen, früher als ■׳,<!* ‘gj. ihn erträumet ili-kyieh Wem! Ihr wollt . . . c ... — -■11üijr1־r*1 i «iiiachs* ä richte )cf Vor .1 briti ׳ n l>e ״Palästina ist in Oefahrt“ Dort Gilt jetzt die Entscheidung über die Zukunft des Judentums. Jetzt irnd vielleicht noch in den nädistcn fünf Jahren haben wir Gelegenheit, ohne'allzu große Hemmnisse zu arbeitea Aber — ein neuer Weltkrieg stellt vor der Tür. Iltr wißt cs. Ihr wißt aber nicht, welche Verficenmgcn dieser Weltkrieg den Judentümem der einzelnen Üinder schlagen kaum Was wir heute nach Palästina übcrfultren, das retten war vor der Vernichtung. Was wir heute in Palästina an Boden kaufen und mit jüdischen Arbeitern besiedeln, das bleibt jüdisch oder es kann wenigstens jüdisch bleiben, wenn wir die kurze Spanne Zeit, die uns gegönnt Ist, so ausnützen, wie cs nötig ist. Alle Kraft imd der letzte Heller für Palästina. Alle Kraft und der letzte Mensch nach Palästina. Dort müssen wir heute ein Zentrum schaffen —- und hier nehme Idt das große Wort Achad Haams freudig auf — ein Zentrum, das über a'lc Wirren abendländischer Politik hinweg einen kleinen Rest unseres Volkes jüdisch und bebräisdt erhält, damit von dort aus unser Volk wieder erneuert werde, wenn das verfaulte Eimopa mit ergeht und kt schien piilvergcsdiwärz-tcn Trünnncni das airopäiscltc Judentum mitbegräbt. Napoleon sagte einst von den Ocstcrreidieni: ״Sie würden alle ihre Schlachten gewinnen, wenn sie jene Truppen, die sie wir Deckung ihres evtl Rückzugs verwenden, mit in da! Angriff schicken würden.“ Madien wir nidit denselben Felder, wie die österreichischen Generäle! Klammern wir uns nidit mit beiden Händen an ein cinslürzcndes Hans und versuchen wir nicht nur so nebenbei gewissermaßen mit dein kleinen Finger der linken Hand uns ein neues Haus atifzubaiten. Die Frage ״Oaiuth oder Palästina?“ darf nicht dadurch verschleiert werden, daß man sagt, wir wollen ja beides. Solange Palästina, solange die Heimstätte für das jüdische Volk oder zumindest für den Rest des jüdischen Volkes, der das neue Geschlecht, das neue Israel, zeugen soll, nicht anfgehaut ist, gibt es für uns nur die Antwort: Palästina aufbauen und das Oaiuth zusammenbrcchcn lassen, wenn es wirklich zum Zusammenbmcli reif ist. Ist es aber noch lebenskräftig — tmd idt glatfbe es und ich wünsche es — dann winf das Oahithjudentirm auch noch fünf oder zehn Jahre überstellen, die wir Zionisten brauchen, um den Jischuw in Palästina auf gesicherte, vom Ausland unabhängige Grundlagen zu stellen. Wozu sind denn schließlich die iiichtzionisiischen Juten da? Jene, die von Palästina nichts wissen wollen, jene, die das Galutii bejahen, nodt mehr, als wir Zionisten es leider hm? Statt daß wir unsere Kraft darauf konzentrieren, einen Bruchteil dieser Massen für die Palästinaarbeit zu gewinnen, wäre es doch ungleich dnfadver, unsere ganze Kraft auf Zion tmd seinen Aufbau zu konzentrieren und das Galtrth den anderen zu überlassen. Und Ist erst Palästina aus dem Aergsten heraus — dann Olam hasch. Wir werden nidit viel daran vertieren. Und ist erst Palästina aus dom Aergsten draußen — dann werden war nodt immer Zeit haben, die Wunden zu heilen, die die assimilatorische Politik des Oaiuth unterdes geschlagen haben mag. Vorläufig ,aber müssen wir tim entscheiden. Wir müssen wiederum daran glauben, daß Herzl Recht gehabt hat tmd nidit Achad Haam, daß der Zionismus die Lösung der Judenfrage sei in dem Sinne, daß olutc den Juden rinnt in Palästina das Judentum zugTimdc gelte. Dann werden wir auch die Kraft und den Mut haben, unser Ziel so groß zu empfinden, daß cs nicht die Konkurrenz kommunistischer Ideologie und pazifistisch - internationaler Dichterlinge und ihrer Kaffeehausanltängcr zu fürchten haben wirtl, wie es jetzt bei unserer verschwommene« Propaganda leider der Fall ist. Ein Staat, Ein V<Jfk, Eine Sprache, Ein Gott . . ״ das sd unser Programm und dann werden wir siegen. Noch cinsl Man wird mich fragen: ״Und wie kommst Du darüber hinweg, daß Palästina so klein ist, daß Palästina doch nie mehr als höchstens einige Millionen Menschen auf• nehmen kann?" Sehr richtig. Ich versichere Ettdt, ich' weiß wie groß oder klein Palästina ist umi weiß, daß das jüdische Volk fünfzehn Millionen Menschen zählt. Aber erstem: Elte Paläsfina nicht voll ist, bis an den Rand voll “miit jüdischen Menschen, brauchen wir uns nicht darüber den Kopf zu zerbrechen. Und zweitens: Ich will Euch' ein Geheimnis verraten. Man kann Palästina auch größer machen I Nicht mit gewaltsamen Mitteln, Aber man kann ebensogut ein jüdisches Zentrum geistigen und wirtschaftlichen ttml lvcbrä• iseben Lebet» in Beyruih, Damaskus, Bagdad’ und Kairo schaffen, Neue Unruhen in Jaffa Jerusalem (J. C. B.). In Jaffa sind neue ruhen ausgebrochen, in deren Verlauf sich Zu s am me•, Stöße zwischen Arabern und der jüdische; Bevölkerung ereignet haben. Den 16. Januar wurde die Leiche des ältesten Poll»;' Inspektors Tefwik Bey aufgefunden. Alle Anzeichc wiesen darauf hin, daß Tefwik Bey ermordet worden sc Die Mörder konnten nicht mit Sicherheit fcstgcste’. werden, doch sind mehrere Personen, sowohl Araber י»■;: Juden, unter dem Verdachte der Beteiligung am Mord) verhaftet worden. Atu 17. Januar fand die Beisetzur.• des ermordeten Beamten unter großer Beteiligung sta;■ Sämtliche Läden der Stadt waren während der Traue! Zeremonie geschlossen. Nodt bevor die Beisetzungs-Zeremonie zu Ende ws; überfiel eine Gruppe Araber die Juderj worauf sich Kämpfe entwickelten. Die englisch!] Gendarmerie griff energisch ein und stelhC'J die Ordnung wieder her. B Der Polizeiinspektor Tefwik Bey hat sich bei de 1 Unterdrückung der Jaffa-Unruhen im Mai 1921 hervo. | getan. Der Bericht der Untersuchungs-Kommission üb׳: : die Jaffa-Unruhen erwähnt darüber, daß Tefwik Bey ur.‘; der erste Inspekor Cohent diejenigen waren, die durö ilire überlegene Haltung die damaligen Unruhen lokal;' siert haben. poUn Sikorskl über die Rechte der Joden Warschau. (J. C. B.) In seiner letzten großen Da!{ legung vor dem Sejm über die innere Lage Polens berühr« der Premierminister Sikorski auch die Frage der Mindcrl beiten in Polen und erwähnte dabei, daß der polnisch; Sejm schon vor 350 Jahren, als das erste Parlament i: Europa, die Gleichberechtigung aller Religionsbekenntnis(; proklamiert hat und daß auch die heutige polnische Kos• j stitufion allen Bürgern nicht allein die persönliche Sicherlich, J sondern auch die Möglichkeit kultureller Entwickln«; j garantiert. Der Premierminister wendete sich dann der Juden■'• frage zu und erklärte, man muß die Judcnschatt ein wcnifo davor warnen, daß sic nicht, wie sie es oft tue, den Kamp״ um berechtigte Forderungen in einen Kampf um Privilegien tnmvandele. Nach der Meinung des Premierminister! berufen sich einige Organe der internationalen Presse, 1נ dem sie auf Bedrückungen Hinweisen, allzuschnell auf di: ln Polen garantierte Gleichheit; sie vergessen aber dabei daß es keine Rechte geben kann, wo keine Pflichten vof| handen sind. Minderheitendebalte in Sejn Im polnischen Sejm hat eine große Debatte über <f* Rechte der nationalen Minderheilen stattgefunden. Für dk Juden sprach der Zionist Dr. Thon, für die Deutsch«) Spickermann, für die Ukrainer Psodninski. Di:' Redner der polnischen Parteien traten im allgemeinen für di! Oewährung aller verfassungsmäßig verbürgten Rechte cir, Erklärungen, die in ihrer Bedeutung um so weniger übe! schätzt werden dürfen, als z. B. Korfanty behauptete, dri diese verfassungsmäßigen Rechte heute bereits überall in Krjbf seien. Der Ministerpräsident Sikorski erklärte, daß & von den Juden verlangten Rechte Privilegien seien, olnvofc diese Rechte in der Verfassung festgelcgt sind. Bei der end gültigen Abstimmung über das Vertrauensvotum für d״> Ministerium stimmten die Juden zusammen mit den recht« Parteien gegen das Vertrauensvotum, während di! Deutschen und die anderen Minderheitsgrmpen mit den lini« Parteien für das Ministerium stimmten, uem somit das Vertrauen votiert wurde. Nach der Sitzung beschlossen die jüdischen Abgeordnete!!! in die Opposition zu gehen. Sie werden damit ihre eigen«! von der der übrigen Minderheiten durchaus verschieden« Politik Verfolgern BUIik ■ Nummer des ״Haolnm' Die zweite Nummer des zionistischen Zentralorga« ״H a o 1 a m" ist der fünfzigjährigen J u b e 1 f e i«! Blaliks gewidmet. Die Nummer beginnt mit einer Hvn׳־n« von ScImCur, dann folgt eine Selbstbiographie ßialiks (B0I;«'| Chnjaj). Ferner folgen Beiträge von Klatzkin, Baal Machsch»■[ woth, Pasternak, Klelnmnnn, Ben-Zion, Friedmann, ZangwI'Aj Oorelik, Tschernlchowski. im übrigen bringt die Nuinffl« die Fortsetzung der begonnenen Aufsatzreihe von Sokolo* und jüdisch-politische Aufsätze und Berichte über die ActioM׳ Comite-Sitrung ui.י IV. I V.