Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 8 (26.1.1923)
- Date
- 1923-01-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652509--16330-2673957- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 30 jUEDlSCHE RUNDSCHAU Nr 8 Max Nordaii Max Südfeld — das ist der ursprüngliche Name des später unter seinem Schn.tsteilerpscuiionym berühmt gewordenen Max Nordaii — ist am 21). Juli IS■!1) als Sohn eines jüdischen Gelehrten in Ungarn geboren. Er saldierte Medizin und begann dann Reisen zu maclien, die ihn nach Deutschland, Rußland, Skandinavien, England, Spanien und Italien führten. Im Jahre 1850 ließ er sich in Paris zu dauerndem Aufenthalt Bis ireier Schriftsteller nieder. Seine Veröffentlichungen, zuerst Reiscscliüdcrimgen wie ״Vom Kreml zur Alhambra“, vor allem seine Schriften philosophisch-zeitgeschichtlicher Art wie die ״Konventionellen Lügen“, die ״Paradoxe“ und die ״Ent* artimg“ sowie Theaterstücke machten seinen Namen bald in ganz Europa als den eines unerschrockenen Vorkämpfers demokratischer Ideen und eines Schriftstellers von viclseitigern Wissen, reichen Gedanken und blendendem Stil bckannt. In der Bewegung de* jüdischen Volkes ist der Name Max Nordau unlösbar verknüpft mit dem Augenblick, da Hcrzl seinen ״Judenstaat“ veröffentlichte. Zufall und gemeinsame journalistische Tätigkeit hatte diese beiden Männer zusnmmcngefiihrt, Hcrzl, den Pariser Korrespondenten der ״Neuen Freien Presse“, den elf Jahre jüngeren, Schon geachteten und angesehenen Schriftsteller, mit Max Nordau, dem auf der Höhe seines Ruhmes stehenden Schriftsteller. Aus Hcrzls Tagebuchaufzeichnungen wissen wir, daß Nordau zu den CTsten gehörte, denen Herd das Manuskript des ״Judenstaates“ vorlegte, und daß er sich, trotz kritischer Bedenken im einzelnen, Herd zur Verfügung stellte. So wurde Nordau der treue Berater und Freund Theodor Hcrzls schon in der Zeit, als noch keine zionistische Bewegung bestand und Hcrzl die ersten politischen Fade-:, knüpfte, um der Sacltc des Judenvolkes zu dienen. Er wurde einer der anerkannten und umjubelten Führer der jungen zionistischen Bewegung, als diese sich in Basel zum ersten Male zusammenfand. Bedeutete ja schon allein die Tatsache, daß ein Geist von curopäischcm Ruf wie Nordau sich dieser so phantastisch und utopisch anmutenden Bewegung anschloß, eine ungcwohnliche moralische Stärkung für diese. Unlösbar bleibt Nordaus Name gerade auch mit der Geschichte des ernten Kongresses verbunden. Schuf Hcrzl den Zionie,tischen Kongreß als die Tribüne des jüdischen Volkes und die Zionistische Organisation als die Konzentrierung der lebendigen und zielbewußten Kräfte de* Volkes, 60 wurde Nordau zum Schöpfer des Baseler Programms, der Fahne, die dem Zionismus voranzog, der Parole, der das erwachte jüdische Volk gchorchte, dem Symbol, das bis zum heutigen Tage unter gänzlich veränderten Verhältnissen den Gedankengehalt und das Ziel unserer Bewegung zum Ausdruck bringt. Es war auch in den folgenden Jahren Nordaus Aufgabe, mit seiner glänzenden Feder und seiner Beredsamkeit, die etwas Faszinierendes hatte und deren starkem Eindruck auch Herzl sich nie entziehen konnte, die Idee des Zionismus zu vertreten. Nordaus Reden wurden die stärkste agitatorische Kraft, die die junge Bewegung hatte; in ihnen und in seinen beriÜtmten Aufsätzen in der ״Welt“ schuf er die erste Ideologie des Zionismus, führte er jene durchschlagende Polemik mit den Gegnern der Zionsbewegung. Von den Kongressen ist die Persönlichkeit Max Nordaus nicht zu trennen. Ihm kam die Aufgabe zu, am Anfänge der Tagungen in einem umfassenden Referat Umschau zu halten, die Lage der Juden zu charakterisieren, die Verfallsmomente aufzuzeigen, aus ihnen immer und immer wieder die Notwendigkeit des Zionismus abrulciten und den Gedanken der nationalen Freiheitshcwegung zu vertreten. In diesem Sinne waren seine Reden auf den ersten vier Kongressen aufgebaut. Auf dem fünften Kongreß hielt Nordau jenes eindrucksvolle und viel beachtete Referat über die Fragen der körperlichen, geistigen und wirtschaftlichen Hebung der Juden. Dann kam der sechste Kongreß, und mit ihm das Uganda-Problem. Es ist bekannt, daß Nordau damals sich in seiner großen Rede im Sinne Herzis für die Aussendung der Delegation nach Uganda einsetzte, und daß er damals das Gorkische Wort ״Nachtasyl“ auf das Uganda-Projekt anwandte. Es war eia Akt ungewöhnlicher Selbstverleugnung, geboren aus tiefster Freundschaft und Ergebenheit gegenüber Theodor Herzl, mit dem Nordau sachlich in der Uganda-Frage nicht übereinstimmte. So erschien Nordau der zionistischen Welt als der Vertreter das Uganda- Projekts. Jenes in unserer Bewegung erfreulicherweise alleinstehende Attentat auf Nordau gegen Ende des Jahres 1903 zeugte von der maßlosen Erregung der Tage. Dann starb Theodor Herzl, und niemanden mag der Schmerz mehr bis ins innerste Mark getroffen haben als Nordau. Auf ihn richteten sich die Blicke der verwaisten Zionistischen Organisation, die den Führer im kritischsten Augenblick der Geschichte verloren hatte. Nordau schwankte, schien einen Augenblick bereit, das schwere Amt der Nachfolge Theodor Herzis anzutreten, aber er lehnte schließlich ab, wie er denn überhaupt es stets vermieden hat, durch Wahl an leitende Stelle der Bewegung sich auch äußerlich als der Führer zu dokumenticren, als der er empfunden wurde. So trat David Wolf!- söhn an Hcrzls Stelle. Nordau hat auch weiterhin der Bewegung seine großen Dienste nicht versagt. Er war der gegebene Nachfolger Herzis auf dem Stuhle des Kongreßpräsidenten und hat in dieser Eigenschaft dem siebenten, achten und neunten Kongreß präsidiert Auf dem siebenten war cs, wo er dem dahingegangenen Füll* rer unvergeßliche Worte nachrfcf. in dieser Zeit bereitete siel» jener innere Wandel in der, Bewegung vor, der zu immer heftigeren Auseinandersetzungen führte und auf dem zehnten Kongreß die ״Neue Leitung“, gebildet aus Anhängern des damals sogenannten ״praktiscltcn Zionismus“, mit der Ftihnsng der Bewegung beqtftttgtc, Wie für Wolffsohn selbst war auch für Nordau die Stellung in diesem Kampf von vornherein gegeben. Er vertrat mit aller Leidenschaft und allem Temperament, das ihm eigen war, den Gedanken des ״politischen Zionismiis“ und wehrte sich gegen die Auffassung, die in der kolonisatorischen Tätigkeit in Palästina und in der stärkeren Berücksichtigung der kulturellen Gedanken Aclud-!Harns den Schwerpunkt der Bewegung zu sehen glaubte. Seit dem zehnten Kongreß trat Nordau von der zionisüschcn Bühne zurück. Er erschien nicht mehr auf den Kongressen, aber er nahm, wie bisher, leidcnschoftliehen Anteil am Leben der Bewegung, einen Anteil freilich, der sich mehr und mehr in scharfer Gegnerschaft gegen eine Richtung äußerte, die ihm mit dem Grundgedanken des Hcrzlschcn Zionismus im Widersprach zu stehen schien. Der Krieg ' brachte Nordau schwere! persönliche Leiden. Als ungarischer Untertan wurde er gezwungen, Frankreich zu verlassen und brachte mehrere Jahre von seiner Familie und seinen» gewohnten Leben abgcschnitten, in Madrid zu. Erst nach Beendigung des Krieges vermochte er die Beziehungen zur Zionistischen Organisation und Bewegung wieder aufzunchmcn. Er ging nach London und arbeitete dort in der sich neu bildenden Exekutive mit. Es war um diese Zeit, als Nordau seinen siebzigsten Geburtstag beging und die Exekutive den Aufruf erließ, durch eine Nordau- Gartenstadt in Palästina den Namen des Altmeisters der zionistischen Idee mit Ercz-IsracI zu verknüpfen. Er blieb bis nach der großen Jahreskonferenz von 1920 in London und nahm an deren Beratungen regen Anteil. Dann siedelte er wieder nach Paris in seine gewohnten Verhältnisse über, wo er nun im 74. Lebensjahre stehend, verschieden ist. Er war sdion die letzten Jahre kränklich, hat aber noch mehr als ein Mal Gelegenheit genommen, Stellung zu nehmen und scharfe Kritik an der Politik der neuen Exekutive zu üben. Aufsehen erregten »nsbesondere seine Artikel, mit denen er im ״Pcuplc Juif“ seine Auffassungen vertrat. Seine letzten Lebensjahre wurden ihm noch besonders verbittert durdt die Hetze, die von chauvinistischer Seite unter Führung von Leon Daudet in Paris gegen ihn geführt wurde und seine Ausweisung forderte. Mit Max Nordau wird wieder einer jener Männer zu Grabe getragen, die an der Wiege der zionistischen Bewegung gestanden und in Gemeinschaft mit Theodor Herzl die ideellen, politischen und organisatorischen Grundlagen geschaffen haben, auf denen wir heute bauen. Während Theodor Herzl der Bewegung sdion in einem frühen Stadium entrückt wurde, während er zum Mythos und zum Symbol der Bewegung geworden, weit über Menschengröße hinausgewachsen, uns den Führer unser Bewegung bedeutet, während Herzl wie ein Achill mitten aus seiner Bahn gerissen wurde, war Nordaus Geschick ein anderes. Er überlebte den jüngeren Freund um mehr als achtzehn Jahre und unterlag dem Geschick jedes Menschen, der ein Mal jenen Tag erlebt, da er nicht mehr der Führer einer jungen heraufziehenden Generation bleiben kann, nicht mehr ganz mitzuempfinden vermag, was in ihr lebt. So ist Nordau, der der älteren Generation des Zionismus als leidenschaftlichster Vertreter der Bowegung, ja als der Prophet erschien, in den letzten Jahren mehr und mehr zu ihren! Kritiker geworden, zum Vertreter von Auffassungen, die in der Bewegung keinen Widerhall mehr finden konnten, auch wenn sie von der allvcrchrten Persönlichkeit Nordaus kamen, auch wenn sie die leidenschaftliche Liebe zeigten, mit der er an unserer Sache hing. Wer den Nordau der letzten Jahre verstehen will, der darf nicht vergessen, daß für ihn und seine Generation Theodor Herzl nicht nur das heilige Symbol unserer Bewegung war, sondern der Führer unter dessen unmittelbarem Eindruck Nordau den Weg zu seinem Volke zurückgefunden hatte und dessen gewaltige Persönlichkeit ihn mit der Sache des Zionismus erst verknüpft hatte. & ist nicht zu vermeiden, und es ist ein in der Geschichte geistiger Bewegungen nicht seltener Vorgang, daß es dem engsten Kreise derer, die den Führer in seinen ersten Jahren umgaben, schwierig wird, neuen Entwicklungen zu folgen, weil die gewaltige Persönlichkeit des Schöpfers der Bewegung es ihnen schwer macht, ihm unbekannt gebliebene Gedanken aufzunehmen. Aber auch Nordau wird im Gedächtnis! des jüdischen Volkes den Weg gehen, den Herzl vor ihm gegangen ist Der Instinkt des Volkes wird verstehen, das Vergängliehe in Nordau von dem Entscheidenden und Bcstimtuenden zu trennen. Auel! Nordau wird einmal zum Mythos werden. Jener Nordau wird bleiben, dessen erschütternde Beredtsamkcit die Leiden des jüdischen Volkes verkündete, dessen tiefer Glaube an das Zionsideal assimilierte Juden des Westens den Weg zu ihrem Volke finden ließ. Und bleiben wird da* Unvergänglich- Menschliche in Max Nordau, die Treue und Hingebung, mit der er dem Genie und der Persönlichkeit Theodor Hcrzls ergeben war, die treue Gefolgschaft die er dem früh verstorbenen Führer über das Grab hinaus hielt Der Historiker, der dereinst die wunderbare Geschichte von der Auferstehung eines totgcglaubten Volkes schreiben wird, wird Nordau an erster Stelle neben dem nennen, dem auch Nordau stets den Vorrang einräumte, neben Theodor Herzt F, L. S ü Aus der ersten Kongreßrede bli■ .... Das Ist die sittliche Judennot, die bitterer b l<c als die leibliche, weil sic höher differenzierte, stolzer^; nu feiner fühlende Menschen heimsucht. Der emanzipiert?; tra Jude ist 11 alllös, unsicher in seinen Beziehungen zu dc8 dä Nebentnenschert, ängstlich in der Berührung mit Uttbt. ' f‘• kannten, mißtrauisch gegen die geheimen Gefühle selbst k'd der Freude. Seine besten Kräfte verbraucht er in <J« er* Unterdrückung und Ausrottung oder mindestens in der >'° ״ mühsamen Verhüllung seines eigenen Wesens, denn er besorgt, daß dieses Wesen als jüdisch erkannt werden י ■ möchte, und er hat nie das Lustgefühl, sich ganz a! : wn1 . gebe«, wie er ist, er selbst zu sein, wie in jedem Gt. 6cf danken und Gefühle, so in jedem Ton der Stimm«, Wi in jedem Augcnaufsclilag, in jedem Fingcrspiel. Inner- Ha lieh wird er verkrüppelt, äußerlich wird er unecht und dadurch immer lächerlich und für den höher gestimmten, H»! ästhetischen Menschen abstoßend, wie alles Unwahre ,,, 0 Aus de! Trauerrede au! Herzl H : y י ־ .... Hcrzl war ein Willensgcnic־, sein Wille war 1 das Größte in seiner großen Natur; nichts konnte diesen, * Kr demnntenen Willen abnutzen, nichts seine unwidersteh• 1 Na liehe Spitze abstumpfen, Dieser Wille, von einem er• י? habenen Glauben, einer unerschütterlichen, fast mysti-• g J scheu Zielsicherheit geleitet, hätte Berge versetzt, wenn!! Dr ib ihm dazu Zeit gelassen worden wäre. Der Tod hat ihtb j 6d; m früh gebrochen und dadurch das jüdische Volk eines 1 [Au f unersetzlichen Baugeräts für seine Wiederaufrichtung be•! ife»; , raubt. Sein Glaube, seine Zielsicherheit, sein Wille gaben!; 11e»?! ihm Immer neue Kombinationen ein. Schlug eine fehl,?' die nicht durch ihre Mangelhaftigkeit oder seine Schuld, {' de! f7 immer nur durch Mangel an Unterstützung, so ersetzte | Po er sie sofort durch eine andere, und die folgende war; j Dr jedesmal überraschender, kühner, geistreicher als die vor•; Kr. 1, iicrige. Was er in den neun Jahren seiner Volksführang!; fo an Staatsgedanken und diplomatischen Plänen hervor-! brachte, das würde genügen, um zehn Ministern eingerich- * yei teter Normalstaatcn die Unsterblichkeit zu sichern. Nun;* mw — ja, er war eben ein fruchtbarer Märchendichter, spotten1, die Gegner. Ich aber wiederhole mit ihm; ״Wenn ihr: |! wollt, ist cs kein Märchen.“; IS ־ ji M Unser Volk ha1 einen Hcrzl gehabt, aber unser Hcrzl» vf hat kein Volk gehabt. Das verkleinert ihn nicht, nur uns,j;; Das allein ist daran schuld, daß die ungeheure Anstren• pt V gung, die ihn das Leben kostete, verhältnismäßig geringe% sachliche Ergebnisse schuf. Um so reicher aber fiindHtfaij ihre moralischen Ergebnisse. Herzl war ein Vorbild und| j־ctj b ein Erzieher. Er hat ein gebrochenes Volk gerade ge*| Ex * richtet.' Er hat ihm Hoffnungen geschenkt und Wege? -־; :,! gezeigt Er hat mit großartig weitem Schwünge ge• ddS 0 sät, 1md die Saat wird aufgehen und sein Volk wird 1 ernten. Ich aber glaube, nicht passender schließen zu Au: I können als mit diesen Strophen einer Trauerkantate, die die f Ich für einen Tondichter verfaßt habe: VoTi! ״Ewig In des Volks Gedächtnis! | Lebt dein Werk und lebt dein Bild. - SSt | Sieh! Wir hüten dein Vermächtnis \ Unc i Treu, den stolzen Davidsschild. | Ue I In der Zionsfahne Falten if Gri Wird dereinst dein Sarg gehüllt. Was du schworst, wir werdcn’s halten Und dein Sehnen wird erfüllt.,/' 1. Um Verzögerung« *a vermeiden, Mttem wh a!S0 Einsonder von Artikeln and sonstig« ittr die' Redaktion bestimmten Zuschriften, dies« Sendungen nicht •n irgendeine Privatperson, sondern einfach an die Redaktion dar ^JfWJac&aa Rundschau" («hu an. srai: Ha tmg? Uns; Eid1 wk wai En» In Trs |.r: rrra bar Äußerungen fölirender Persönlichkeiten (J- C, B-I Noch unter dem ersten Eindruck der Trauerbotschaft hat «ine Rpihe jüdischer Persönlichkeiten gegenüber dem Berliner J. C. B. den Gefühlen über den großen nahe• nalen Verlust Ausdruck gegeben. Nachstehend die Aeuße• run gen: De« Historiker S. Dubnow: Aus der Judenhclt Ist «Ine riesige Kraft, ein Teil der jüngsten historischen Epoche ausgeschieden. Aus der Tiefe der konventionellen Lügen emporkommende, der europäischen Kultur und der Welt von der Tribüne der zionistischen I Akl Kongress« die erschütterndste Wahrheit ins Gesicht ru I Öd schleudern: das war «ine Heldentat. Ich habe einst gegen f jüd gewisse extreme Auslassungen dieser großen Persönlichkeit' Du polemisiert Ich muß aber gestehen, daß die Figur des |ן ßch Alten, der von der Tribüne des Kongresses herab seine mächtige Stimme gegen die Welt der Lüge und der Oewnlt erhoben und die Judcnhcit zur nationalen Wiedergeburt gerufe!» hat, mich an die Figuren der hih!i;-chcn P.oplieicn erinnert hat Wladimir Jabotinsky: Die zionistische Geschichte Nordaus eit 'hält moi •er An■ sicht nach drei Haiiptmomcnte. Das erste Moment: er und Zangwill waren die «irrigen Juden von Weltruf, die mit Hcrzl gegangen sind. Nichts kann diesen ersten Mut schöne! und erhabener ausdriickcn als der Bibelspruch: ״Ich werde! stets der Liebe deiner Jugend gedenken, da du mir durch 1 die Wüste über das ungesäte Land gefolgt bist.“ Das zweite Moment: Er war der Verfasser des Baseler Programms. Ich halte es ohne Uebcrtreibung für das klassischste, was Nordau geschrieben hat. in zehn Zeilen werden die Ziele und die Methoden der Bewegung erschöpft. Mit einer architektonischen Schönheit, Orazic und Feinheit, die mich an die Tempel auf der Akropolis in Athen erinnern. Das dritte Moment war seine Sehnsucht nach dem großen ״. Schwünge In unserer kurzbeinigen Zeit. Ich habe die Nach• 1 kricgszcit im Sinne, da seine Plane nicht ganz durchdacht waren, aber es lebte in ihm der Wunsch, den Adkr־chwung des Zionismus nicht erlahmen zu lassen und nicht die Ebbe eintreten zu lassen, die jetzt leider doch zur Tatsache ee• worden toi * Ab hat