Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 6 (19.1.1923)
- Date
- 1923-01-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 26 Der Bialik *Ehrenabend Eine Ehrung von ungewöhnlichen Dimensionen veran-!־,faltete «las Berliner Judentum am Dienstag, den 16. d. M., dem Nntionalilichtcr Ciiaim Naehman Bialik. Der Beth- Waad hatte dem Dichter zu seinem 50. Geburtstag einen Ehrcnabciul gewidmet, der noch dadurch eine besondere Feierlichkeit erhielt, daß Führer der nationalen Bewegung, die gleichzeitig führende Persönlichkeiten bei der Wieder* gebürt der hebräischen Sprache sind, als Redner an der Ver- Sammlung tcilnahmcn, und daß im künstlerischen Teil die bedeutendsten hebräischen Dichter selbst ihrem großen Kollegen, den Tribut zollten. Der festlich geschmückte Saal der Philharmonie war lange vor Beginn der Veranstaltung bis zum letzten Platz gefüllt. Um 0 Uhr etwa cröffncte unter atemloser Spannung der greise Nestor der hebräischen Publizistik, Dr. Simon Bcrnfcld, den Abend. Als erster Redner sprach Nah um Sokolow, der die Bedeutung des Dichters als künstlerische Persönlichkeit und als nationale Persönlichkeit in plastischer Darstellung der Versammlung zum Bewußtsein brachte und gleichzeitig den Gefühlen der Verehrung und Liebe Ausdruck gab, die das hebräisch-jüdische Volk für den Dichter empfindet. Der zweite Redner, Dr. Chajcs, sprach sein Bedauern aus, daß gerade er von dem Festkomitee ersucht worden ist, in deutscher Sprache zu sprechen, da es ihm unangemessen erscheint, gerade Bialik in einer dem Judentum fremden Sprache zu feiern. Chajcs warf die Frage auf, warum Bialik in der europäischen Ocffentlichkcit bisher nicht nach Gebühr bekannt ist, obwohl doch Ucbersctzungen in allen Sprachen existieren (er erinnerte daran, daß ein Schüler von ihm vor 15 Jahren in Florenz mit einer Dissertation über Bialik und Ucbersctzungen seiner Gedichte promovierte) und beantwortete die Frage damit, daß die hebräische Literatur noch keine Gleichberechtigung in der euro* piiischcn Welt erworben hat, weil die Sprache als tote Sprache gilt. Er sprach den Wunsch aus, daß Bialik die Anerkennung dieser Gleichberechtigung noch erlebe. Dieser Wunsch ist nicht übertrieben, wenn man bedenkt, welches Wunder sich in diesen 30 Jahren an der hebräischen Sprache vollzogen hat. Der dritte Redner, Jabotinsky, feiert Bialik als revolutionären Dichter, Man habe oft gefragt, warum Bialik in den letzten Jahren geschwiegen hat Die Antwort auf die Frage geben Biaiiks Gedichte selbst Denn er, der Dichter der Empörung, mußte einsehen, daß das Geschlecht für seinen Geist nicht reif ist, daß es ihm zwar Beifall klatscht, aber im Leben, wo es ernst wird, wieder in seine Sktavcugesinnung und Würdelosigkeit zurückfällt. Bialik hat einsehen gelernt, daß sich das jüdische Volk den Luxus eines solchen Dichters noch nicht leisten kann, daß zunächst das einfachste Handwerkszeug ge* zimmert werden muß, und er ging hin und arbeitet seit zehn Jahren mit größter Hingebung auf dem Gebiet der Kulturarbeit; er ist es, der Lehrbücher für unsere Kinder usw. hcrausgibt, während andere Dichter anderer Völker, die sich von ilyem Volk unverstanden fühlten, dem Volk enttäuscht den Rücken kehrten, arbeitet Bialik innerhalb des Volkes an seiner Auferstehung, an der Erziehung der neuen Generation zu einem größeren nationalen Wollen. Zum Schluß rief Jabotinsky Bialik zu, er möge zurückkehren, nicht um unscrctwillcn, sondern um der Generation willen, die auf den Bergen Judas neu hcranwächst und die sein Wort zu hören imstande sein wird. Alle Redner wurden mit Ovationen empfangen, und zum Schluß ihrer Reden umbrauste sie begeisterter Beifall des Publikums, ein Dank, der zugleich den Vortragenden und dem gefeierten Dichter galt, der persönlich der Feier nicht beiwohnte, da er es nicht liebt, gefeiert zu werden. Der zweite Teil war künstlerischen Darbietungen gewidmet. Dieser Teil erhielt seine besondere Bedeutung dadurch, daß nicht Vortragskünstler auf dem Podium saßen, sondern die bedeutendsten zeitgenössischen hebräischen Dichter selbst sich zu Interpreten der Werke des Jubilars machten. Die neben׳ Bialik vielleicht bedeutendsten und jedenfalls populärsten Dichter T s cli ern i cho w sky und Schncur, lasen Gedichte von Bialik, darunter auch einiges Unveröffentlichte, mit tiefstem Verständnis und eindrucksvoller Wirkung. Das Publikum brachte dem Dreigestirn begeisterte Huldigungen dar. Den Schluß bildeten musikalische Darbietungen. Das ״Berliner Tageblatt" brachte anläßlich des 50. Geburtstages von Bialik ein Feuilleton aus der Feder von Josef Chapiro, in dem der Versuch gemacht wird, dem deutschen Publikum eine Vorstellung von der Bedeutung und dem Wesen des Werkes und der Persönlichkeit Biaiiks zu geben. Wir lassen nachstehend einige Sätze folgen, die für den. Artikel charakteristisch sind: ״Die großen Dichter, die großen Empfinder sind, mag man cs wollen oder nicht, sogar ״dreifache Denker", wie Flaubcrt in einem Briefe schrieb. Wer ist denn Dichter, wenn nicht jener, der ״musikalisch" denkt, um das Carlyle 80 liebe Wort zu gebrauchen? Coleridge behauptete, daß überall, wo er einen Satz voll wirklicher Musik fand, dieser einen tiefen, guten Gedanken enthielt. Jedes Gedicht Goethes ent■ hielt einen Gedanken oder ein Gefühl, wodurch es entsteht. Jeder Gedanke Dantes ist ein Gesang, und jeder Gesang Biaiiks enthält einen Gedanken. Das Gehirn beginnt unter dem Antrieb des Herzens zu arbeiten: Das Gefühl ist der Vater des Gedankens und der Gedanke der der Tat Es ist eine direkte Verkettung unter diesen drei Phasen, von der Geburt bis zur Vollendung. Führt das Gefühl keinen Gedanken herbei, so ist dieses Gefühl kein wirkliches, und leitet der Gedanke nicht zur Tat, so Ist der Gedanke falsch. Man könnte die Gedichte Biaiiks einzeln erzählen, würde einem bei diesem Gedanken nicht das Herz bluten, daß dabei alle Schönheiten der Sprache und des Aufbaues schmäh• lieh verloren gingen: Ich denke an einen anderen orfcnfatisch-europilsehen Dichter: Rabindranath Tagorc, den großetn indischen Auf• rü!1 rer. Er hat die Herzen mancher europäischen Leser erbeben lassen, als sie seine Oedichte kennen lernten. Es Ist möglich, daß die Werke Tagorcs durch die Ucbersctzungen, in denen wir sic lesen, an Wert verlieren. Ich, für mein Teil, finde, daß die Dichtungen Biaiiks, wenn man sie ln der Originalsprache liest, jene des Inders bei weitem über* treffen. Ob cs sich nun um ein hohes lyrisches Bekenntnis, wie ״Und wenn der Engel fragt . . (worin er die Geschichte von der Schöpfung seiner Seele erzählt) handelt, oder um das epische Gedicht ״Die Toten der Wüste", diese großen Aufrührerischen, welche sich gegen Gott empörten, der das jüdische Volk durch so viele Jahre ln der Wüste umherirren ließ, -- ein episches Ocdicht, dem Ich in der Dichtung dar letzten hundert Jahre nur *The Revolt of w Li i I 4— I UhD Islam" von Shelley vergleichen kann, — oder um die tn.ijjbche ״Fcuerrolle“, worin er vor unseren Blicken uferiose Leiden• schalten enthüllt, Leidenschaften, die wie Vulkane in ihren unterirdischen Tiefen unaufhörlich grollen, bis eines Tages ihr Ausbruch «o gewaltig wird, daß der Himmel feurige Tränen weint und cs scheint, als habe Gott, in seinem großen Zorn, *einen Thron zertrümmert: immer handelt es »Ich um Meisterwerke und um Themen, die den Geist aufrütteln und die Augen vor Bestürzung weiten. Es sind Visionen, an die wir nicht mehr gewöhnt sind, nach all dem Zuckerwasser, das uns zu trinken gegeben wird; die Dichtung Biaiiks ist ein Getränk von höchstgradigcm Alkoholgehalt, das den Gaumen verbrennt und den Blutkreislauf beschleunigt" י Za Podllschcwskte 60. Geburtstag י Am 1, Januar feierte das Mitglied des Actions-GomMs, Herr A. Podlischcwski, Warschau, seinen 60. Geburtstag. Ke polnischen Zionisten nahmen diese Gelegenheit wahr, dem altverdienten Arbeiter auf allen Gebieten des zionistischen Lebens und gegenwärtigen־ Präsidenten des Keren Hajessod' in Polen durch eine große Feier den Ausdruck ihrer Liebe und Achtung entgegenzubringen. Es wurde ihm eine Dank• adressc überreicht, worin seine dreißigjährige Arbeit für den Zionismus vollste Würdigung fand. Am Bankett selbst nahmen mehr als 200 Personen teil. Die führenden Männer des polnischcn Zionismus hielten Würdigungsansprachen. Herr Podlischcwski gehört zu den Menschen, die Ihr ganzes Leben und all ihre Fähigkeiten in «len Dienst des jüdischen Volkes und seines Kampfes für den Wiederaufbau gestellt haben. Nach dem Auftreten Hcrzls war Podlischcwski einer der ersten, der tn die zionistischen Reihen eintrat. Am ersten Zionistenkongreß war er durch Zufall teilzunehmen verhindert, doch seit dem zweiten ׳ Kongreß hat er an allen folgenden Kongressen teilgcnonuncn. Die englische Palästina־ Poliiik Ein Artikel deT ״Time*״. In Verbindung mit der Erklärung des Kolonialministers, des Herzogs von Dcvonshirc, an die arabische Delegation, daß die Regierung von ihrer Palästinapolitik nicht ab weichen wird, veröffcntbcht die ״Times" einen Leitartikel, worin es heißt: ״Es ist in jeder Hinsicht gut, daß die neue Regierung ihre Stellung in dieser wichtigen Frage präzisiert hat, 90 daß kein Platz mehr ist für Unsicherheit über die fundamentalen Prinzipien unserer Politik in Palästina. Ke Die palästinensische Volkszählung Die amtlichen Ziffern ton den, (J.C. D.) Das Kolonialamt hat soeben die Ergebnisse der jüngst in Palästina stattgefundenen Volkszählung veröfient lebt. Danacli wohnen in Palästina: Muselmanen 589564, Juden 83 794, Christen 73 026, Drusen 7028, Samara«163 ־, Baliais 265, Hetawalüs 156, Hindus 1454, Sikhs 408, Insgesamt 755858. Die Einwanderung im Dezember Jerusalem. (J. C. B) Im Verlaufe des Monats De• zember sind 300 jüdische Einwanderer in Palästina elnge• troffen. Jüdische Transit •Wanderung aas Polen über Rumänien Dienstag, den 12. Dezember, ist der vierte Transport au» Polen, bestehend aus 155 Personen, Mittwoch, den 13. d. M., der fünfte Transport, bestehend aus 81 Personen, über Ccrnauti nach Galati abgegangen. Die Transporte wurden in Nepalokoutz durch die dortige Lnbcstalion verköstigt, von Beamten des Czcrnowitzer Palästinaamtes übernommen und nach Galati wcitcrgelcitct. Sie reisten mit dem Schiffe ״Bucuresti" am 16. Dezember nach Palästina ab. ״Nach Damaskus'* Ront. (J. C, B.) Zur Ernennung von Commendatore Oalli zum italienischen Vertreter in Palästina veröffentlicht ״Mcssagero“ folgende Notiz: ״Die Nachricht über ilicse Ernennung hat in katho* lisch cn Kreisen und besonders in den Kreisen des Patriarchates des Heiligen Landes eine gewisse Mißstimmung hervorgerufen, da man sich der Tatsache erinnert, daß Com* mandatore Galli in der Vergangenheit eine diplomatische Tätigkeit entfaltet hat, die von Sympathie für das zionistische Programm, das immer noch ernste Beim• ruhigung in Palästina hervorruft, diktiert war. Nunmehr verlautet aber, daß, wenn auch früher daran gedacht wurde, Commendatore Oalli nach Jerusalem zu schicken, der Staatssekretär des Acußcm jetzt diesen Entschluß geändert hat Commendatore Galli wird in nächster Zukunft nach Damit• kus gehen, wo er Italien als Generalkonsul vertreten wird." Eine jüdische Schuisieuer in Palästina * Jerusalem. 0-C-B) Der Waad Lcumi wandte sich in einem Rundschreiben an die Städte, Kolonien und Oc- Balfourdckhration war eine allgemeine Erklärung, deren prakmcindcn mlt dcr Au״orderun״, der jüdischen Bevölkerung eine tische Seite bestimmt wird aus Erfahrungen, und diese Er- 1 fahrungen waren sehr belehrend,. wenn auch manchmal un* angenehm. Die arabische Gegnerschaft, die übertriebenen zio* nistischen Präfcnsiotscn haben schwere Probleme für die britische Verwaltung in Palästina geschaffen. Diese Probleme sind dadurch nicht leichter geworden, daß cs an einer Erklärung der genauen Politik der Regierung gefehlt hat. Die Behauptung mancher Zionisten, daß Palästina so jüdisch werden müsse wie England englisch, hat gewisse Beunruhigungen hervorgerufen wegen der durch die Balfour-Deklaration eingegangenen Ver* Pachtungen. Diese Beunruhigungen spiegelten sich wieder in der Agitation der Araber, und die Erklärungen Mr. Chur* chills im Weißbuch über die englische Politik waren zeitgemäße, weil sie Ordnung gebracht haben In eine Lage, die Gefahren in sich trug. Die Politik der Gründung eines jüdischen Nationalheims "in Palästina wurde bestätigt, aber die Behauptung, daß dies die Schaffung eines jüdischen Staates ist, ist zurückgewiesen und festgcstcllt worden, daß die Jüdische Exekutive keinen Anteil nehmen wird an der offiziellen Verwaltung des Landes. Es liegt kein Anlaß für die jetzige Regierung vor, diese Politik zu ändern. Wir sind Schulsteuer aulzucrlcgen. Der Waad Lcumi betont, daß es den zionistischen Organisationen unmöglich ist, das gesamte Erzlchungsbudgct allein zu decken und daß es auch sonst bcdcnklich sei, immer vom Auslande abhängig zu sein. Die Sfadtanleihe von Tel - Awlw (״W, M.-Z.") Von Richter Rosenblatt, der sich In Amerika mit der Unterbringung der Stadtanlcihe von Tel• Awiw befaßt, ist am 1. Januar in Tel-Awiw ein Telegramm eingclaufcn, wonach die Plazierung der Anleihe ohne allzu große Anstrengungen und Reklame In Amerika erfolgreich vor sich gehe. Eine Christ* liehe Bank habe Schuldscheine für 3300 Pfund erstanden. Bereits im Laufe dieses Monats soll die erste Rate der Anleihe im Betrage von 25 000 Plund nach Tel-Awiw überwiesen werden und der Rest im Verlaufe der nächsten zwei Monate. Aus Hebron Jerusalem. (J.C. B.) Hier befaßt man sich viel mit der rückschrittlichen Entwicklung der jüdischen Siedlung in in Palästina, und die britischen Interessen fordern nicht weniger i Hebron. Vor wenigen Jahren zählte Hebron noch 1500 jüdische als eine ehrliche Unternehmung selbst, daß wir dort bleiben ' -'- ' ‘ ' ״ ״• ’ '״ י׳" י —־־ und die Aufgabe voliführcn, die wir auf uns genommen haben. Das jüdische Volk ist ln Palästina kraft eigenen Rechtes und nicht aus Toleranz. Die Juden sind die Erben ihrer Urväter, die Kanaan erobert und besetzt haben Jahrhunderte vor Beginn der christlichen Zeitrechnung, und deren Geschichte durch die Bibel uns allen vertraut ist. Aber auch die Araber sollen nicht untergeordnet werden; alle, die in Palästina wohnen, sind Palästinenser, und alle sind berechtigt, zur ökonomischen und politischen Entfaltung Ihrer völkischen Eigenart Palästina wird nicht so jüdisch werden, wie England englisch ist. Christen, Mohammedaner und Juden werden dort gleichberechtigt sein, Es ist Pflicht der Regierung, das Prinzip der Unparteilichkeit in jedem Departement der Verwaltung zu wahren, das weder projüdisch noch proarabisch, sondern britisch sein muß. Aus diesem Grumte hat der Kotenialmluistcr der arabischen Dcle• gation mifgetcilt, daß keine Rede davon sein kann, die durch die englische Regierung im Juli 1922 festgclegte Politik zu ändern." Die ״Times" bemerkt weiter, daß die Araber der Ver■ Einwohner, jetzt nur noch 450. Es wurden Konferenzen abgchaltcn, andenen der Waad Lcumi, die palästinensische zionistische Exekutive und die jüdische Gemeinde von Hebron tcilnahmcn. Verschiedene Pläne wurden in Erwägung ge• zogen. Es lagen Vorschläge vor, die Jcschibah aus Jen!• »alem nach Hebron zu verlegen, ferner dortselbst ein Sanatorlum zu errichten, sowie eine große Fabrik zu erbauen. Der Streik gegen de Haan Wie erinnerlich, haben seinerzeit die Hörer der juristischen Kurse in Jerusalem gegen de Haan wegen seiner Zionismusfciwitichcn Haltung den Streik cingcteitct. Dieser Streik ist jetzt, wie ״Jcwish Chronicle“ meldet, auf folgender Grundläge beigetegt worden: Dr. de Haan wird in diesem Jahre seine übliche Vorlesung über Strafrecht nicht halten, die an seiner Stelle von einem anderen Dozenten gelesen werden wird. Ebenso wird er nicht die Prüfungen der jüdischen Studenten am Emle dieses Jahres abhalten. Das bezieht sich jedoch nur auf den zweiten und dritten Jahreskurs, nicht dagegen auf den ersten Jahreskurs, bei dem Dr. de Haan seine Tätigkrit fortsetzen will. Die Schüler des ersten Jahreskurses sind nämlich erst nach dem Ausbruch des damaligen Konfliktes walhing des Landes nicht so mitgeholfen haben wie die Juden. I aufgenommen worden. Die Regierung hatte verboten, daß Die Araber hätten Aufstände gemacht, und viele Ihrer Be- 1 "״-1י-* ־— •* v . , schwcrdcn sind grundlos. Wenn man von ihnen Beweise für die angeblich an ihnen begangenen Ungerechtigkeiten verlangt, so beschränken sie sich auf Allgemeinheiten, die auf* gebaut sind auf Angst, aber nicht auf Tatsachen. Der Artikel schließt: ״England wind mit starker Hand Frieden machen zwischen den beiden Rassen, die sich dort befehden. Es wird sich nicht aus Palästina zurückzlchcn, bis nicht die Bevöikcrung reif ist, das Land selbst zu verwalten ohne innerliche Streitigkeiten und sich selbst zu beschützen ohne auswärtige Hilfe," Vor einer Verständigung tn Lausanne Wie die Tageszeitungen melden, scheint in Lausanne eine Verständigung zwischen den Entente-Mächten, besonders England und der Türkei, immittelbar bevorzustchen. Eine der größten noch bestehenden Streitfragen bezieht sich darauf, ob die Mandatmächte, nämlich Frankreich und England, für ihre Mandatgebiete Syrien und Palästina einen entsprechenden Teil der türkischen Schuld über* nehmen, was von den Türken verlangt, von England und Frankreich jedoch abgelchnt wird, ׳ die Agitation gegen de Haan auch auf den ersten jahreskursus ausgedehnt wurde 1h Vyw״ 1'!;.*ו ’t* ii 3 |ht c 'S |hfiel 1 :'J1 .r r.1 , * 1;׳:;1 cn .r.it M ptin j ''׳ 4 { Ji WteJwHi■ . Ein polnischer Konsul In Palästina London. (J. C. B.) Von hiesigen unterrichteten Stellen wird bestätigt, daß der erste Sekretär der polnischen Gcsandschaff in London, Dr. Georg Adamkiewiecz, zum diplomatisehen Agenten und Konsul in Jerusalem auserscheo sei. Kleine Palästina-Nachrichten Der Emir Abdullah hat Jerusalem verlassen und Ist nach Amman abgefahren. Vor »einer Abreise hatte er eine längere Unterredung mit Sir Herbert Samuel. Sir Windham D c e d e s hat die wichtigsten Institutionen der }(Wischen Arbeiterschaft in Palästina besucht Ke Kolonie Daganiah hat von der Regierung eine Anleihe von 1000 Pfund für fünf Jahre bei 6'/« °/0 Zinsen erhalten. Unsere Zeitung ist von jetzt ab in Berlin in den Bahnhofsbuchhandlungen, den Buch- Handlungen der Stadt-, Hoch- und Untergrund* bahnen and tn allen Zeitungskiosken zu haben. Der Einzelpreis beträgt gegenwärtig Dienstag 60 .Mark, Freitag 30 Mark. ■1}:' t