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Jüdische Rundschau · 1923-01-19 · Heft 6 (19.1.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 6 (19.1.1923)
Date
1923-01-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r לזפמד־־ז!—ש י / ‘־IT.»ין L;1׳סי'// ל/... Nummer 6 IprgaSSSTSS&S Berlin, 19.1.1923 ■־־) RcsInMionu.VcrlogWfS, S3dtsl<1cLcSlr.8. Erscheint jeden Dienst!»(! «tl Freitag. Bezugspreis bei der Expedition 1600.-M. Vierteljahrfiel» ia Deutschland. Bestellung bei den Postämtern monatlich. *»«"וי tulsaboonerafoti werden ia dar WShninj dar etnxelnen Ltadrr bcreclmot. n > Arr-uHficn-Vc rwßltun^: Jüdische Rundsclaiiit G.ra.b.H., Berlin W15, SSchrfsche , StraßeS. - Telephon; Amt Pfalzburg 6697.6698 u.6699.' Anzeigenpreis für dlonchtgcspaltcneNonpa1cillc*cil« 60.- M. Für litbr.Aiucl!:« lM^AufictilajJ. FürAuilandalmcratr l<C£{Vat11<atuacMs£ AnzcigenocliluBs Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. ד' 7, ׳ץ־/ 1־1 f—ן i t- Telephon; Pfalzburg 669711.6693. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich: roslsparkassenamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: l’or.lsparkasscnamt Prag, Konto Nr,59410. — RedakUonsschluti Sonntag und Mittwoch nachmittag, —!CSSäjXi»1! 1בס׳ תרפ״ג X’i Sߣ^ZJ1 •» r- P°* glont5mu8 erstrebt für das Jüdische Volk cäSo Schaffung einer ttftontUctti rtscbtllch gekicherten׳ Heimstätte In PaJü ־י' ״ י "/ו■ ׳־״״ » . ~־״ .־׳ ■ I ״ ■׳""**סו׳r-waaMMr״ ״ las W.V.aww 4־:na. XXVIII. Jabrf^r9 ,Baseler Programm.“ n ö. W-. ׳ייי«*^ Zweiter Tag, Montag, den 15. Januar. Ms erster Punkt der Tagesordnung gelangt zur Verhandlang der Bericht des Wirtsdiaftsrates über die Frage der Webertragung von F ounder •S h a re s des I.C.T. .ו * «I i c M i t g 1 i c d e r d c s A.-C. I־>r. I Ialpcrn verliest den' alär.hrniglirlieii Besililiilt der Karlsbader Jalircskonfcrenz und icPrriert über die in dieser י Frage gepflogenen Verhandlungen. Narb längerer Debatte wird ein Antrag Stricker folgenden Inlull ei angenommen: ״Die Exekutive wird auFgefordert, den Bcschlufl, nadi rudclcm alle Mitglieder des Actions-GoniiKs Inhaber von Fpunder-Sharcs wenlen sollen, Ws zur nächsten Sitzung «des Aclions-GoiniMs durchzuführen.“ Hierauf erteilt der Vorsitzende Dr. Chajes das Wort Sierra Dr. Halpcrn zu seinem Bericht über die finanzielle und ■waisclufliichc Lage in Palästina. Das Referat Dr. Uaiperos 1 ringen wir an anderer Stelle in gekürztem Wortlaut. Kachdem noch Herr Jabotinsky seine Anschauungen über <Sc politische Lage dargelegt hatte, wurde die Vonnit tagsailiiing gcscltlosscn. , ■ In der Naclunittagssitning wurde die politische Debatte ioirijdrilirt. Im Laufe der Debatte ergriff Herr Weizmnnn <Lj! Wort und gab die von den Rednern gewünschten Erflmngea seines ersten Berichtes. Dritter Tag, Dienstag, den 16. Januar. Der dritte Tag, Dienstag, den 16. Januar, war vollständig (Trt politischen Debatte gewidmet Nachdem die Exekutive mehrere Sitzungen abgchalten hatte, gab Herr Sokolow die Ertlfirung ab, daß die Majorität der Exekutive die von ihm tnwE Dt. Weizmann in ihren Bcriciiten vorgcschiagcnc Politik irthilligt habe. Die Exekutive werde jetzt dem Kolonialamt rin Memorandum überreichen, worin der Bericht Dr. Weizinamiis ,über seine Eindrücke im Lande und Vorschlag; über lif 2111 Erreichung des Mandatszwcckes notwendigen Schritte ®»Halten sein werden. Herr Jabotinsky äußerte in 111: Minen Fragen seinen abweidienden Standpunkt. Hierauf muck? die politische Debatte unterbrochen, und Dr. Soloweitschik erstattete das Referat über die Vorarbeiten für die Ei«Berufung des jüdischen Weltkongresses. Er gab eine Uebersacht über das aus den einzelnen Ländern als Antwort auf die Ens]»Kie «״gelaufene Material, aus dem die "Anschauungen der einzelnen Landesverbände bezüglich der Frage der Möglichkcit allgemeiner Waiden, bezüglich der WÜJischbarkcit von Landeskongressen usw. hervorgeht. Wegen der Bialilc-Jubel feier mußte die Dienstagsitzuag wn 1 Uhr bereis geschlossen werden. Es wurde eine Re- »hii-ons-Kommission für die politische Debatte, bestellend aus GiiinJaum, Dr. Hantke, Dr. Jacobson, Rabbiner Rubinstein, l>1. A, Katzncljon und Rubnschow eingesetzt, die in der ״heilsten Sitzung bcriditcn soll. Vierter Tag, Mittwoch, den 17. Januar. Während vormittags die Rc901ulionsk0mmission beriet, *™«d c zunächst die Aussprache über den .Kongreß fortgesetzt. Sodann wurde anläßlich der Vorschläge der Kommission die politische Debatte aufgcnoinmcn, die den ganzen übrigen Tag «■ Anspruch nahm. In der Diskussion ergriffen alle Mitglieder der Exekuitve das Wort. Die Vertreter der linken Gruppen!»achten die Angelegenheit Jabotinsky-Slavinsky zur Sprache mkI forderten dem Bericht, der dem A. Ci versprochen worden חוחי Nach längerer Debatte wurde eine Kommission eingesetzt, »011 den Bericht des Herrn jabotinsky cntgcgcnzimchmen. Hach Beendigung der Aussprache wurden folgende Resolu- 4* tonten angenommen: Resolutionen 1. Das Actions-Comite nimmt die von Herrn Sokolow isa Namen der Exekutive abgegebenen Erklärungen über («i-c politische Tätigkeit und die zukünftigen politischen I'Iiiic der Exekutive zur Kenntnis. . ' 2, Das Adions-Comite begrüßt den von Herrn Dr. U׳׳cir1nann und Herrn Sokolow angekündigten Beschluß der Exekutive, daß sielt die Mitglieder der, Exekutive מי die Spitze der Aktion für die Deckung des Palästinariwdgcts der Zionistischen Organisation und für den iinu iizicllen Aufbau Palästinas stellen werden, und fordert seine Mitglieder auf, sich der Exekutive zur ,Ver- Fhgtuag zu stellen. S, Das Adions-Comite erachtet cs׳ als selbstverst'dndlieh, daß mit politisdie« Aktionen nur •diejenigen!Mit- Glieder der Exekutive betraut sein können, die die politisclic Grundlinie der Majorität vertreten und sich auf cImi Boden ihrer Beschlüsse stellen. , 4. Das Adions-Comite beauftragt seinen Präsidenten, 61« Brief des Waad Halemni 2u .beantworten, ,ihm die Siifenommenen Resolutionen mitzuteiien und die Versiciicrung zu übermitteln, daß ,die Exekutive alle, Mittel »«greifen wird, die Forderungen .'des , Waad־ Halunti be- Itrcffs seiner Legalisierung ttrw. gemäß den Beschlüssen «ies. letzten Kongresses durchzusetzen und drückt seinen Wunsch aus, daß die politischen Aktionen des Waad Haleumi im Einvernehmen mit dem politischen Vertreter der Exekutive geschehen, welche die Funktionen der jtwish Agency übernommen hat. ,׳ ' ן י 4 ׳)< (Siehe auch letzte Nachrichten.), Die finanzielle und wirIscliaf ÜicheLage Referat Dr. Halpcrn Ich bin nach Palästina nicht zum Zwecke der Revision wie etwa die f.elucrzclligc Rf<»rg.n1iv1tü1nsk»11Hniv>lon Rcgangcn, sondern zur Untersuchung «er Vc111nitnir.se bei der A. P. C,; d.dtei Ii.iIh• ich mich natürlich auch mit den wirtschaftlichen und finanziellen Dingen im Lande befaßt. Ich habe deswegen auch dort keinerlei Maßnahmen oder Anoitl«trugen' getroffen, ln den seit dem Kongreß nach Palästina überwiesenen Beträgen sind wir weit in unseren Verpflichtungen zurückgeblieben 1m׳i unsere Schulden in Palästina sowie die Gesamtheit der Verpfliditungcn der Exekutive haben sich naturgemäß sehr erhöht. Ich stelle diese Mitteilung absichtlich, in den Vordergrund, weil sic für die Rudgctbcliaiidlung von atissdilnfrgetender Bedeutung ist. Wir haben die Pflicht, unser Bestes zu leisten und das Geld wenigstens für das laufende Budget aufzubringen. Ich komme mm zu der wirtschaftlichen Lage. Icli bin kein landwirtschaftlicher Sachverständiger׳ und bin es auch in den sechs Wochen'meines Aufenthaltes in Palästina nicht geworden. Ich habe aber gefunden, daß es mit den landwirtschaftlichen Sachverständigen wie mit den Juristen ist: Es ist unmöglich, in Palästina zwei landwirtschaftliche Sachverständige zu finden, die einer 'Meinung Wären, und die Sachverständigen and untereinander recht polemisch. Es Ist sehr schlecht, daß es in Palästina keine autoritative Stelle gibt, die Entscheidungen zu treffen hat, der ach alle fügen. Denn die Verwirrung ist’ sehr groß. Alles, was in beztig auf die Leistungen der Einzelnen in der Landwirtschaft von Dr. Weizmann gesagt wurde, kann ich nur bestätigen. Die Leistungen sind be wunde* rungswürdig, und cs ist wirklich — mir wenigstens — geradezu unbegreiflich, wie man längere Zeit solche •Leistungen vollbringen kann. Zweifellos ist das alles sehr hoffnungsreich. Es läßt sich andererseits nicht bestreiten, daß die landwlrtschaftiichen Betriebe, und zwar fast alle, sich in keiner glänzenden Lage befinden. Das hat gewisse allgemeine Zusammenhänge. Die Weinbaubetriebe haben mit :roßen Absatzschwierigkeiten zu kämpfen, die Orangen- Pflanzungen sind stark verschuldet, Sie haben aber in diesem Jahr eine gute Ernte, und audi die Preise sind zufricdcnstcilcnd. ■Mit Aufnahme Gnes ci'niigen'Sachverständigen wurde mir allgemein versichert, daß eine neu anzulcgende Orangcnpflanzung auch, Unter den technisch besten Bedingungen kaum zu empfehlen sei, weil in Anbetracht der große« Mittel, die das erfordert, die Rentabilität sehr zweifelhaft wäre. Die Situation auf dem Mandel markt ist infolge der Konkurrenz Italiens mit relativ niedriger Valuta ungünstig. Ein Teil der Mandeln könne von den Bäumen überhaupt nicht abgenommen werden, und ein ariderer Teil muß cingclagcrt werden. Der Brotanbau, für den man sich seitens der Juden leider bisher nur wenig interessiert hat, ist Im Augenblick nicht sehr rentabel, weil das importierte Getreide sehr billig ist. Für die Zukunft ist zu berücksichtigen, daß die Sachverständigen überwiegend behaupten, daß man mit weniger als 1200 £ einen Kolonisten kaum ansiedcln könne, und manche nennen eine Ziffer bis. zu 2006, Mit diesen Sumnten müssen wir bei der Fortführung unserer landwirtschaftlichen Kolonisation rechnen.! Man kann unter den jetzigen Verhältnissen nicht sagen, ob unsere landwirtsdiaftlidicn Siedlungen gut oder schlecht sind, solange unser Budget nur auf dem Papier steht, solange eine Kuh in der Regenjxriodc ohne Stall sein muß und solange wir in Nahalal und Nuris keine Bauten für die Unterbringwig der Leute haben. Jeder Piaster, den wir naüh Nahalal und Nuris schicken, wird zuerst für Bauten und für die Versorgmig des Viehs, sowie die Beschaffung der Saaten verwendet; an ihre eigene Ernährung und Versorgung denke« dk? Leute zuletzt. Daß das nicht gut ist und daß die Ziffer der Malariacikrankten erschreckend hoch ist, ist eine traurige Tatsache. Ich habe von diesen wirtschaftlichen Dingen so ausführlich gesprochen, um ein klares; Bild zu geben über die gesamte Tätigkeit, damit Sic Schlüsse daraus ziehen können, wie die Dinge geändert und gebessert werden sollen.. Auf einem anderen wichtigen Gebiet, ,nämlich auf dem der Kreditfähigkeit, haben wir nichts geleistet. •Das Karlsbader Budget enthält zwar für Kredite einen Posten von 9000 £, aber cs wurde nicht, einmal der Proporz eingehaltai. Man hat nur einige hundert Pfand zur, Verfügung gestellt, und es ist höchst bedauerlich, daß wir nicht mehr tun konnten, Einerseits hat dies unsere Bedeutung imd Unseren Einfluß für das Wirtscliaftsleben in Palästina geschwächt, die Tendenz wird immer stärker, daß sich die Wirtschaft außerhalb unserer Einflußsphäre entwickelt. Andererseits kann eine ganze Anzahl von Existenzen nicht besteisen, weif sic selbst die kleinen Summen, die sic benötigen, nicht haben. Damit komme idi zu dem zweiten Teil meiner Ausführungen^ Ich halte 90 ziemlich die gesamte gegenwärtige 1 ndustric'in Palästina für künstlich. Auch die Landwirtschaft ist ׳ in vielen Beziehungen künstlich, aber diese von uns unternommene Sache müssen wir durch■ führen, auch wenn sie ■auf künstlichem für ab;■ sehbarc ' Zeit gemacht werden , muß. In ,Palästina ist der . wirtschaftliche - Anreiz ,des Verdienens ־•noch■;״nicht groß genug, um dort aus:die«^m׳ Grund« Unternehmungen zu >cha ffen. 1 >as ist eine Tatsache; mit der siel» ein Zionist abfindet, Nach einer Iteriode der künstlichen Unterlialtung• (jie«r׳lndt*■ strien wird aber eine ganze Reihe ׳ dieser ' Wirtschaftsunter• nehmungen durdhaus lebensfähig sein. Vorläufig stellen dem zwei Dinge im Wege, das eine ist, daß wir nicht über das nötige McnschcnmaterUl verfügen. Es gibt zuwenig erstklassige Handwerker, auf dis »ich dis Metrie stützen köwilft, Pier Unternehmer 'der größeren Bet riete ist leider auch' nfdit Immer der beste in seinem Fach, denn der Beste in seinem Fach iiat in der Regel nicht die Tendenz, «ach Palästina zu geben, Zweitens braucht in Palästina jedes industrielle Unternehmen wesentlich mehr Betriebskapital als ■in einem anderen Lande. Ein Unternehmer muß ein viel größeres Lager von Rohstoffen, Ersatzteilen usw. haben, weil die Nachbcsdaffutiga) schwieriger sind. Das sind die Schattenseiten, mit denen wir uns abfiiiden nnsi'.cii, 1,1 gibt für den Aul bau der Industrie nur eine Möglichkeit, und dies ist die Beschaffung von lnd 11 s t ri r 11 en Krediten, die in ׳*item besonders geartet: sind, als sic langfristig sein müssen, leb halte für unsere nächste und wichtigste Aufgabe, daß wir an der Schaffung eines solchen Kreditinstitutes für kleinere und g röß er c Unternehmungen arbeiten, Abgesehen von was selber müssen wir auch alle anderen Leute dafür heranziehen. Ich habe Gelegenheit genommen, auch schon mit anderen Kreisen und Körperschaften in Palästitia in Fühlung zu trete» und habe sehr viel Verständnis dafür gefunden; feil beabsichtig«, mich in nächster Zeit dieser Arbeit besonders zu widme«. Die A. P. C. selbst mit ihren beschränkten Mitteln kann diese: Aufgaben nicht lösen. Die Behauptung, die man in Palästina oft hört, daß die A. P. C. versagt Inte, ist.grundfalsch. Sie hat in Palästina unendlich viel geleistet, und ich wage zu behauptai, daß cs kein einziges Unternehmen dort gibt, das nicht unter Mitwirkung und Unterstützung der A. P.C, zustande gekommen ist., Sic kann'aber nicht allein die im Lande erforderlichen Kredite zur Verfügung stellen, auch schon deswegen nicht, weil die Kredite langfristi״ sein müssen, was für eine Kommenbank unmöglich ist. Das Land ist absolut kapitalarm, und diese Kapitalarmut wurde durch die starke Bautätigkeit der letzten Jahre noch vermehrt. Nicht nur durch die Investitionen, die in den Bauten stecken, sondern audi deshalb, weil nur 50—60 "/o jm Lande blieben, während 40—50 0״ für Be- Schaffung von Baumaterialien ins Anstand gingen. Die Geldknappheit in Palästina ist außerordentlich, Die Folge davon ist, daß sich eine private Krcdittäfigkc'it entwckelt liat.i indem Leute zu hohen Zinsen Geld, verleihen. Der Abfluß von Geld aus Palästina wird nicht mir zum Ankauf von Waren, sondern audi zur Unterstützung von Verwandten in Osteuropa verwendet Bei der A. P.C. allein betragen diese Summen monatlich etwa 5000 £, Ferner wandern 1111:11« mehr Leute ein, die auf Kosten der Verwandten ia Palästina hinkommen. So erfreulich das ist, so bedeutet, das doch «ir.־a Abfluß von Kapital. Dazu kommt noch die ungenügende 'nationale Moral der Juden iin Wirtschaftsleben, die sich darin zeigt, daß man unnötigerweise und oit gedankenlos Güter importiert, die im Lande sogar gut und billig hcrgcstetlt werden. Man■ muß sich darauf ein stellen, in Palästina möglichst wenig zu importieren und alles im Lande zu kaufe«. Aber nicht mir industrielle. Produkte, sondern auch Nahrungsmittel, die überflüssig sind, werden dauernd nach Palästina importiert. UebcralL im Lande kann man z. B. Aeptcl kaufen, die nicht im E1<14e wachsen, während doch gute inländische Obstarten genüge«! vorhanden sind. Die Len., verwenden z. B. Cakes aus Engl.i«! und Schokolade aus der Schweiz, während e» in Palästina bereits eine Schokoladenfabrik gibt, die sehr gufc Produkte «rzcugl De Förderung der Industrie ist auch der beste Weg, um zu einem vernünftigen Wirtschaftsverhältnis zu 4c» Arabern zu kommen. De Araber sind nicht nur ihrer Zahl, sondern auch ihrer Kaufkraft nach der wichtigste Absatzkreis. Vorläufig sind sic weder gewillt, noch befähigt, industrielle Unternehmungen zu schaffen, und darin liegen die große» Aussichten für unsere induslricUen Unternehmungen. Das neune ich eine gesunde Wirtschaftspolitik. Es wird noch viel Zeit vergehen, bis wir auf dem Gebiet 4er Landwirtschaft konkurrenzfühig sein, werden. Folglich müssen wir auf industriellem Gebiet, wo wir es bereit» sind, an der Erreichung unseres Zieles' arbeiten. Unser nächstes Ziel inult sein, eine große Zahl neuer Menschen nach Palästina zu bringen, die sich in der Industrie betätigen. Alte Sachverständigen sind sieh darüber einig, daß in der Landwirtschaft die gemischte Wirt• schatt das Gegebene ist. Es müssen aber dabei absolut er• fahrene und längere Zeit im Lande ansässige Leute verwendet werden, nicht Neue in wände rer. Ich stimme Weizmann darin vollkommen zu, daß es unser Bestreben sein rmfß, im Laufe der nächsten fünf bis sechs Jahre eine große Zahl Mensel:«« ins Land zu bringen. Dazu kann die Industrie sehr viel bei• tragen. Das sind die grundlegenden Schlußfolgerungen, die ich aus meinen Beobachtungen in Palästina ziehe. Für die industrielle Entwicklung des Landes sind natürlich einige Voraussetzungen notwendig. Erstens die Errichtung von Häfen. Der Bau muß von der Regierung ausgeführt werden, und jetzt ist ein maßgebender Sachverständiger nf.t den endgültigen Untcrsucluuigcn beschäftigt. Die Mittel dazu sollen aus der Anleihe kommen, die die Regierung in der Höhe Von 242 Millionen £ ausgeben will. De zweite Voraus- Setzung ist die Be s c ha f f u 11g. vpn L i eh t und Kraft, das, was man allgemein als Rutcnberg־Projekt bezeichnet., Ich kann die erfreuliche Mitteilung machen, daß es in den letzten Tagen gelungen ist, in Paris die Gründung der großen Gesellschaft durchzusetzen, die die Konzessionen übernimmt., Der Bau der Station in Jaffa ist vollendet, und u» April d. J, wird sie Strom abgebe 11 können. De Kinn Hiebkeit der Industrie wird dadurch wesentlich gemildert weiden,. Audi die Obligationen unserer Hypothekenbank sind bereits im, Druck *urifl werden demnächst begeben. Wir müssen dabei vorsichtig' Vorgehen, dcnii' die‘ Gefahr einer falschen Kretinkonstruktion ist groll. Es gibt Leute, die bauen' und Wirtschaftlieh 'nicfij dazu imstande sind. Sie borgen nicht mir (סי «,<!, sondern «lieh noch die' übrigen •10 t>;0, l Leistungen des Misrad ia׳ Awoüoth Ziburioth .1 sdir erfreulieh, und cs ist hier ein Nachweis grliefcrt , .•den, daß «ine ’ Bauarbeilcrorganisätion fällig ist. ein Ocschi.it von großem yjnfeog ia Ordnung zu führen, ־ .....

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