Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 3 (9.1.1923)
- Date
- 1923-01-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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fUEDISCHE RUNDSCHAU Sc& n Nr. 3 d (׳} Vi / i / j ED feelbiT •..׳.© n ETi-'Y’/siEidlj, EjecISra. veransfelfef anläßlich des •50jährigen Geburtstages Ch.N. Bialiks zugleich Im Aufträge des BiallR-Jubiläurm-Komifees am Wensiag, den!©.J^cwraxieyr 1 &Z3>, aJsei&cls 0גף Ufer pröaslse, im großen Saale der Plillhcurmonle, Bernburger Straße 22,-25, eine inii: ־ ן 1 - ) r תך ■..U.-LC יףת< jüiCd^Ll r»» . \• , 311>״^ A נשף ביאליק לכבוד יובל ההמשים שלו Neben musikalischen Darbietungen des Jüdisch-musikalischen Ensembles von J. Engel werden Ansprachen gehalten von Nahum Sokolow, W. JaboilnsKy, O. Grusenberg, S< SchniSur u. S. Tschcmichowskl. Blalik-Fesf-Komlfee SücDsiacFie Straße ö. 4.2.V.,Scydcl'5!״ 3ro-3en Nachiroge n r- Burhhnndluna, Knescbedruno Kedem, Dnhlm«r>nMrn!ie, löOltdiil trUhzamo zu besorgen. Sprechstunde: («gllcta 4-0 Uv. Telcphom PtaJzfcurg 0007-00. Severings Memorandum wie der Amtliche Preußische P re ss* d i e nst milteilt, 11.1t der preußische t n nennt in i st« r am den Reichs• minister des Acußern, Herrn Dr, v. Rosen b« rg, eine c»״cUe1ule Denkschrift geriditet, in der er uil «Sie ־wti innen• vie’anßcnnolitisehen Standpunkt gleich!►wlciil«1111« Trage «kr Ost ei 11 wa niir rung!linweist und konkretE Vorschläge iiiadit, durcii die «len aus dieser Zuwwidcmui.C «I »11 enden Gefahren begegnet werden könnt«. Wem» auch, 90 wird in der Denkschrift aiR ״t Ifflirt, in letzter Zeit die Zuwanderung nachgelassen 11al>e, so sei dodi zweifellos eine grolle Zalil vom Fltditlingai aus dem Osten zum Teil aus Gründen Tri ■nsgeblieben, die 1i1r.e11 eine Rückkehr in ihre Heimat oder eine Weiter- Wanderung tatsächlich u n m öglieb rraehen. Alle v0:11 polizeilichen Sta1Kl!nu1kt iinlernoiiiinene» AUßnnliinen liiittcn sich gegenüber den Gefaliren, di« uns aus dem Zustrom von Leuten fremden S l atmiri es drohten, ak mmireiclmid erwiesen. Angesichts der Tats a.rh c, daß es sich — vveltl.isiorisdi betrachtet — uni eine Wanderbewegung vom Osten Her fi.mdlc, bei der Deutschland die Brücke vom Ost nach West!-;!de, komme es darauf an, DeirtsdiLimJ in •sein«! Schwäch« und Armut davor zu bewahren, ein Kessel m werden, aus dem die Einwanderer sich weder vorwärts swc't rückwärts bewogen können. ITcses Probient, von dem «fic die Ocflcntlichkdit besonders besdiäfiigcnde sogenannte Ostjudenfrage mir dnen Ans!*d1nitt darsldle, sei nur international zu meistera Um lkutsditand in die Lage am versetzen, seine VcpSVichtungui den ehemaligen Feinden gegenüber in möglichst wcitgcli«n־dem Malle zu erfüllen, mülRem ihm auf inienrntioiiaiem Wege die Listen erieicht ert wt-rtl«®, die es lediglich durch «iic politisch« und wirtschaftliche Entwicklung: amü-cr Länder uml Völker sowie tlurcli seine d goie geographischc Lage, also ohne Verschulden und oliiie di«- Möglichkeit csgtrer Abwelir, übernommen habe. InsbesoiHliw« mUiSte sich der Völkerbund mit der Ostj lidcrrfra^c befassen, die ja ohnehin ein int erziat ioua I es Ang es i cfi t trage (Ucbcrtragung des Mandatsübcr P ali st i «1 nn England, Balfour• D eh ia ra tio 11). Weiter müsse thm׳dh Fühlungnähme mit Einwanderung?ge hie ten, in elcaen. no־d1 Bedarf an Arbeitskräften bestelle, die Auswanderung der radi Deutschland gelangten Ausländer möglichst gefördert, viethädat auch ihre An Siedlung in fremden Ländern vn'.ogen werden; <״e finanzielle Unterstützung der Auswa mdcrairgsbc reiten, (Herabsetzung der Fahrpreise nach Llelxeiscc) sei ins Auge zu fassen. Der Rcparatioiwkommissi« 1t sei «ulentlegcn, auf Mittel zu sinnen, <1,111 wir durch diese« Zushns* *«!gebetener Gäste mclit au der Erfüllung unserer ir.tc rata lionalr* Vcrpflichtungeji gcliiiutert werden. Dazu trage die grolk Zahl der Russen bei, die durch die bekannten Verottbintngcn der russisdien und ulcrainisdien Sowjetrepubliken ihr HHuiat recht und damit die Tcclillidie MöglicliLcit der Rüclldur nrtoren hätten, aber nicht in die Heimat at g es eh «üme e werden könnten, ebensowenig wie di« zahlreichen,, im Inlande befindlichen ehemaligen nwsisdhcn Kriegsiref-iatficnen, die liier!:cdiildet werden müßten, weil kein ireinde* Staat sie zu übcrneliinen bereit oder verpflichtet sei; <wl-cr urie die polni sehen Deserteur« und Refraktär«-, deren Abschiebung, «)lange nicht in Wen eine umfassende AninesLic fürinilitärisdic IWikte erlassen ist, einer, jedenfalls unzulässigיט Mnslieferung giodikxwnmen würde. Durdi die Um wälnai 1g«a im Osten mal die Frie«l«11ssdtlii.ssc seien airBeropdcutlidi 2 a.111 reic iic Ausländer staatlos geworden und körtiskn dcslialb, selbst irn Falte ihrer Lüßlig-keiit, aus dem iiiilaaid mit Zwang niclit entfer.1t werden; *Iic Regelung der Sd»c311ale solcher , Staatlosen könne «licn falls mir internal tonal **001 j־w», Deshalb sei sdilicßiidi auch der baldige Abschluß von Übernahme- '׳erträgen mit unseren östiidicn Nachbarn ei« zwingende Notwendigkeit Der prenSisdi« ]niMifnrini 9!er gibt der H-o-Wuiaiatr Ausdruck, daß das Reich sdi «liesen Darlegungen aidit vcrsd-JicOen werde. Gegen die raiticrikmi ischen E in wa« ierurnj! sheschriinbuiigeii.’ Laut den in der Warschauer I1i,u;-Ableilmig ein- Jtctruffeiwn Nadirichtcn Iialxn die gröUte« h'tiw Torker Falirikanten eine energische Aktion gegen die Enwandcruui'sbcsehränkiingcn mit der Begründung ciagckitcl., «laß in der amerikanischen Industrie gegenwärtig Aifceitfrttnaigtl herrsciit. Die Zahl der Wiener jüdischen Befülkc*uag. Nach einer statistischen Aufstellung der Wieuer Kulhtsgemeinde erreicht die Zahl der jüdisch«» Bevölkerung (jepemviirtig rund ’l-A)0t:0 Seelen. im Jahre 1914 «׳olinteii 1 WWW■ Juden in Wien. F>ie Wiener spaniolisch *jiidteche 0«1net11de ist In dieser Ziffer nicht inbegriiien. (J.C, B.)• Der Skandal des Rektors Diener Wiener Brief (Von unserem Korrespondenten.) m. 11, Wien, Ende Dezember. Die Haltung des Rektors der Wiener Universität, des Paläontologen Dr. Diener, in der Frage des numcnis clausus für jüdische Lehrer und Schüler an den österreichischen 1 lodisdiulen, entwickelte sicli zu einem öficntlichen Skandal. Lmiiuil auf die abschüssige Bahn des extremen Rasscnantisetnilisimrs geraten, wurde der genannte Rektor nach und nach dessen Apostel und rücksichtslosester Verfechter. Er wollte sich auch nicht mit seinen Enunziationen nuf den;ikiuiciuisdieii Boden bescheiden und trug seine i leilslchrcn in die breite Üeftcntiklikeit, wobei er sich natürlicherweise der antisemitischen Organe als Sprachrohr bediente. In der ,,Rciehspost“ und in der ״Dcutschöstcrreichisclien Tages- Zeitung‘‘ entwickelte er seinen Standpunkt zu den Forderungen der ,,arischen“ Studentenschaft. Er hält es für ״durchaus bcrcditigl“, daß Juden von allen Würden an der Uocliscliulc ausgeschlossen werden sollen. Ebenso erachtet er cs für ״billig und gerechtfertigt“, daß höchstens zehn Prozent der Gesamtzahl der Lehrenden jüdischer Abstammung sein dürfen; dasselbe erklärt er auch in bezug auf die Forderung■ nach Einführung eines numcnis clausus von 10 Prozent für jiidiselie Studierende, wenngleich er dies nur hinsichtlich der Ausländer für durchführbar hält. Was diese öffentlichen Auslassungen des Rektors Diener besonders interessant!nacht, ist nicht bloß die Sclbstversliiudlielikcit, mit der er sich über das Staatsgrumlgesctz und die Verfassung der österreichischen Republik I1inwcgsetr.cn zu dürfen glaubt, sondern auch seine Stellungnahme zur Wissenschaft. So erklärt nänilicli der oberste Würdenträger der zweitältesten deutscher. Universität in einem Tone, der in ein De- «lauern ausklingt; ״, . . cs dürfte sciiwcr sein, Abhilfe zu schaffen, so lange infolge der geltenden Habilitationsvorschriften ausschließlich die wissenschaftliche Qualifikation maßgebend sein darf.“ Zwar erklärte der Rei:tor nachträglich, daß diese seine Bemerkung nicht a!s ein Beklagen des Zustandes, sondern als bioße Konstatierung desselben auf/utassen sei; man darf jedoch nicht übersehen, daß diese Erklärung nicht spontan abgegeben, sondern vielmehr dem Rektor durch das energische Einschreiten der Vereinigung der sozialistischen Hochschullehrer förmlich ab- Der famose Rektor ging jedoch noch viel weiter. Er mißbraucht״ sogar seine Stellung, um die Oeficntliclikeit durch gefälschte Berichte über die Meinungen und Stirn• mtingcn itn Senate der Universität irrczufiihrcn. Während man auf Grund der nirtiidren Mitteilungen des Rektors den Eindruck gewinnen mußte, daß der gesamte Senat den Standpunkt des Rektors in bezug auf die Forderungen des Memorandmns der dcutsclivölkisciien Studentenschaft teile, fanden unterdessen heftige Auseinandersetzungen zwischen dein Vertre'.cr der medizinischen Fakultät, Professor Dr. Fisclif, und dem Rektor Diener statt, welch ersterer ob der Haltung «!es Rektors sogar seine Würde als Dekan dem mediziiiizdrei» Profcssorenküllcgium zur Verfügung stchte, Daraufhin stelitc sicii nicht bloß das genannte Kollegium auf die Seite Prof. Fischls, auch der Senat seihst sah sich veranlaßt, seinen Ucktor_ öffentlich zu desavouieren. Und so beschloß der Senat in einer ad hoc cinbcruicnen Sitzung, der auch der Rektor beiwohnte, daß ״die Wunsche der deutschen Studentenscliaft schon aus dem Grunde nicht den Gegenstand von Beratungen im akademischen Senat bilden künden, weil ihr Inhalt den geltenden gesetzlichen Bestimmungen widerspricht.“ Man darf jedoch nicht glauben, daß diese öffentliche Desavouierung den Rektor zur Aufgabe seiner bisherigen Bemüliungcii oder gar zur Amtsniederlegung veranlaßt haben. Ein eciit ״deutscher Mann“ wirft nicht die Flinte ins Korn, zumal es um so wichtige ״Belange“ geht und trotz der Erklärung des Senats cs noch verschiedene Möglichkeiten giln, die numcnis clausus-Fordcrimg in die Tat umzusetzen. Einen wertvollen Fingerzeig nach dieser Richtung hin enthält sogar die vorerwähnte Erklärung des Senats selbst, indem sic mit folgendem Passus schließt: ״Es wird Sache der akademi• scheu Behörden sein, in ihrem Wirkungskreis die Maßregein zu rfrgrcifen, welche geeignet simi, Ausländer, derer! Bildungsgrad dem Niveau der Wiener Universität nicht entspricht, von ihr fcrnzuhaltcn.“ Schält mau aus diesem Satz «ten eigentlichen Sinn heraus, so findet man, daß der Senat via facti-Spcrre für Ausländer, d. 11. für Juden an- Juindigt, die auf Grund des Mißbrauches der Autonomie der Hochschulen durchgeführt werden soll, nachdem dies auf legalem Wege, infolge der geltenden Gesetze, nicht gesell eilen kann. Zwar vermag dieses Zugeständnis unseren Rektor nicht vollständig zu befriedigen, da der Senat bloß von ״Aus)ändern“ spricht, während der Rektor diese Sperre auch hinsichtlich der bodenständigen jüdischen Suiden e i a!1gewendet sehen möchte, Uehc rdics anerkennt der Senat lediglieh das Kriterium des ״Bildungsgrades“, indes der Rektor auch andere Untcrschckfungsmomcntc anführt, nämüch ״Kidftir“ und ״Moral'■'; allein in diesem Falle ist es wichtig, «ien Rahmen für «eil« *vcitcrc Tätigkeit im Sinne der Rassenbiologic zt#erhalte«[■der ja durch die ,״Autonomie der Hoch* schulen“ gegeben Wt. ■ Daß der Rektor noch weit davon entfernt Ist, seine Position fiir verloren z.u halten, beweist übrigens auch eine soeben veriautbartc Meldung der Parteikorrespondcnz* der Großdeutschen. Danach fand auf Anregung des sattsam bc- (, kannten antisemitischen Abgeordneten Dr. Urs in und im Einvernehmen mit dem Rektor Dr. Ebener eine Konteren! der Rektoren der Wiener Hochschulen statt, die u. a. auch über die Wahrung des deutschen Charakters der Österreich ischen Hoch sc hu■ len beraten hat. Wenngleich die gefaßte« Beschlüsse vorläufig für vertraulich erklärt *nrden und erst anläß• lieh «lca allgemeinen Hodischultagcs am 21. Januar in Erscheinung treten werden, kann man deren Inhalt leicht erraten. Die numcnis ciausus-Bewegung hat naturgemäß auch eine Abwchrbewegniig auf jüdischer Seite ausgelöst, Zu• nächst sind es die jüdischen Akademiker selbst, die in einer vom jüdischen Akademikerverband «inberufenen, massenhaft besuchten öficntlichen Versammlung zu den letzten Vorfällen Stellung genommen und gegen jede Beschränkung der Lehr• und Leriilreihcit entschiedmtst Protest erhoben haben. Audi die zionistische IkvJrkssektion Leopuldstadt veranstaltete an* diesem Anlaß eine Protestkundgebung, bei der Ing. Stricker und die Gemciruicräte Dr. Plaschkes und Dr. Ehrlich als Redner auftraten. Die Vorfälle an der Universität und die Haltung «les Rektors fanden auch in einer der letzten Sitzungen des Wiener Gemeinderates lebhaften Widerhall. Der zionistische Sprecher in der Generaldebatte zum Budget, GR. Dr. Plaschkes, geißelte in scharfen Worten und unter lebhaftem Beifall das proiionzicrt antisemitische, eines zu strengster Unparteilichkeit verpachteten Funktionärs «ler alma mater unwürdige Verhalten des Rektors und forderte namens der Judenschaft und des Fortschrittes den Schutz der Lehr• und Lernfreiheit. Bei dieser Gelegenheit kenn zeichnete der Redner auch die sonderbare Haltung des Hmiptcrgans der österreichischen Sozialdemokratie, cler .,Arbeiter-Zeitung“ in dieser Frage, «lie, anstatt die Juden 111 diesem Kampf gegen die Reaktion zu unterstützen, sicli in höhnischen Bcmerluingcn über die ״jüdischen Haketmäsler“ gefiel. In diesem Zusammenhang« verdient auch das Verhalten der anderen sogenannten ״Judcnhlätter‘•‘, speziell aber der ״Neuen Freien Presse״, erwähnt zu werden. Dieses ״Judenblalt*, «fas abwechselnd in Liberalismus lind in deutschem Ucitcr• Patriotismus macht, hat den Sturm der I lakcnkreuzlcr zwar registriert, es jedoch die ganze Zeit hindurch in leisetrete rischer Art peinlich vermieden, ein schärferes Wort der Verurteilung zu gebrauchen und diese Bewegung als das hinziistcllcn, was sie tatsächlich ist: als antisemitische. Uml noch ln de« letzten Tagen war die ״N. F. P." herzt 11 st roh, im Namen on dem Rektorat nalicstcliendcn Kreisen mitteile 11 zu können, aß ״dort der Zwischenfall auf das lebhafteste bedauert wird“. Sic trat aus ihrer Reserve auch dann nicht heraus, als der Rektor diese ihm nahestehenden Kreise mitsamt der ״N, F. P.“ desavouierte ■und sein« vorerwähnten Aufsätze publizierte. Erst nach dem Beschluß des akademischen Senats faßte auch die ״N. F. P.“ Mut und rückte mit einer entschiedenere« Sprache heraus. Bemerkenswert ist ein in der ״N. F. P.'* erschienener Aufsatz von Dr, Friedrich Hertz unter dem Titel ״Antisemitische Halbheit“, worin die laue Halbheit des auf Rassenbiologic bedachten Ariertuins ironisiert wird, die sich mit dem iiiimtnis clausus zufrieden gibt und nicht auch die Büsten uml Denkmäler *ler ״r.isscn- und wesensfremden Elemente“, der Gelehrten jüdischer und halbjüdischer Abstammung, aus «len Hallen der Universität entfernen läßt. Dieser Aufsatz führt dann «ine lange Reihe von Naincn solche* Gelehrten an, «lie ausgezeichnet veranschaulicht, was die Juden für die deutsche Wissenschaft auf allen Gebieten geleistet haben, was anläßlich der gegenwärtigen Bewegung für die Ausschließung der Juden sehr aktuell und intercssant Ist. Die Zustiiide in Muncltcn Der Korrespondent des ״Berliner Tageblatt״ meldet aua München: Die Münchener PotizeidLrcktkxi ist den in der inand ausländischen Presse veröffentlichten Meldungen über di« Ausschrei hingen von nationnlsoziaitstisclier Seite iiachgcgangen und hat ,,fcstgestelit“, daß in zwei F.iilen italienische Südfrucht• händler von Betrunkenen aiigerempelt imd inilSiandelt worden sind. Zwei andere Italiener vvwnkn bei einer anderen Ge• legenheit verprügelt, doch bezci-dinet der Pdizc;bericht di« Mißhandlung als nicht schwer, «Le sie .,nur mit einem Spazier• stock und einem Hausschlüssel ausgeführt“ worden sei. Di« Behauptungen ein« Amerikaner«, daß er von einer anti.se• mitischcn Bande auf offener Straße einer schmachvollen Unter• sucht 111״ unterzogen worden sd, werden von der Pohzeidirektk*. als vonständig frei erfunden bezeichnet, da keiner PolizeLstidte von diesem Voifall etwas bekannt geworden sei. Diese Begründu 11g ist freilich durchaus kein bündiger Beweis gegen die Behauptung des Amerikaners־. Daß Gruppen jugcndliaier II a k en kr cti zle r auf jtrdiseh arisschetidc Passanten in «len Straßen förmlich Jagd machen., ist mir unabhängig von <110 e;,r Vorfall von einwandfreier Seite mitgctcilt worden. Urftl wie man in der Münchener Bevölkerung das Vorgehen der Nationalsozialisten beurteilt, erhellt ans einer jetzt auf komm enden Kon t r a k t kl a 11 s el, die «km Mieter einer inöMicrten Wohnung für Sachschäden haftbar macht, d! cdcmHauslierrnausderZugehörigkeit des Mieters zum jüdischen Glaubenerwach sc n k ö 1U1C n. -- 1 Dr. Franz Roscnzweiß, der Leiter cler Freien jüdischen Lehrhauses in Frankfurt, bat einen Lclirauftrag zur Vertnehmg der jüdischen Religionswissenschaft und «kr jüdischen Ethik an der Universität Frankfurt erhalten.