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Jüdische Rundschau · 1922-12-22 · Heft 101-102 (22.12.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 101-102 (22.12.1922)
Date
1922-12-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr.!01/102 JUF. DISCHE RUNDSCHAÜ Seite 063 . ,״H/f c,f!S c! »*0 — bcispielswTlsc in Oesterreich c«t beschlossene — Fusionierung zwischen zionistischer |,;1nu(*s o r g a!11 s a 11 o 1! mul jüdiscluiatoiialcr Wühler- נון riet zur zionistischen ״Partei41 wird in alten Staaten autgehoben und so den verschieden scliatlicrlen iiidisclicii I artciaiiRcliurigen die •Möglichkeit gegeben, Zionist zu sein Zwei I arteten kann n a t u r g c 111 ä It ein Indiv 1 d i 11111 zur gleichen Zeit mit entern Oewissen nicht angeboren. Wir haben gelegentlich der österreichischen Wahlen gesehen, daß die Massen, teils ans Ueberzeugung (weil sic ihre Interessen so am {testen vertretet» sahen), teils unter gewissem Zwang (Gewerkscharten) rot statt ״blauweiß“ wählten. Man darf also keine Alternative konstruieren. Die /Monistischen Landesoruanisa ■ tionei» müssen sowohl den Jiidisdinatioiialcn als auch den Demokraten und Sozialdemokraten die Möglichkeit geben, als vollberechtigte Mitglieder iür Zion zu wirken; wie sie ihre Diaspora politik vertreten scheu wollen, das muß für die Zion siel ec gleichgültig sein! Die Jüdischiiationrilcn sollen eine selbständige Partei bilden; sie werden dam» der rechte Flügel in der Zionistisclien Organisation sein. Die ״Unabhängigen Zionisten", die Gemäßigter» (aber nur In bezug nui Landespolitik gemäßigt; in Hinsicht aiit Paliistinacinstcllung 11ml •arbeit vielleicht umso ״radikaler“) werdet» links von ihnen sitzen, als Demokraten, Sozialdemokraten, llitachduth )Uan-Weiß 11;\v, I>.!s!st der einfachere Weg. Der zweite Weg führt über den Weltkongreß: er soll midi dann Rcgangcii werden, wenn der erste von den finzcliicii in Uctraclit kommenden Landesverbänden beschritten wird. Die Jalircskonlcrenz hat beschlossen, den Kongreß ein• ruber 11 fcn: die ״Radikalen“ wollen das verhindern. Nun — die Ausgaben für Palästina werden, je weiter der Wiederaiifban tortschrciiet, um so größer: der Keren Hajessod, der Wicdcraufbaufoiids hat schon jetzt die erwarteten Hoftn 11 ngen nicht erfüllt. Späterhin wird er es uin so weniger könnt 1»! Daraus folgt: Allen Nhtionaljudcn muß man die Möglichkeit geben, als vollwertige und gleichberechtigte Glieder für Zion au arbeiten. £11» Weltkongreß ist nichts anderes als ein Zionutenkongreft in erweiterter Form: er ist der PalästinakongrcB, der wahre Zi onskong rc ß. Die Diaspora läuft uns nicht davon — aber Zion kann verloren sein, wenn wir nicht alle verfügbaren Energien dorthin leiten! Der Weltkongreß ist die Forderung der Verantwortung»- bewußten,_ Gemäßigten, Unabhängigen (unabhängig meine ich in dem Sinne, daß sie sich freie Hand bewahren in puncto Diaspora- oder Landespoütik): derjenigen, die überzeugt sind, daß Zion ׳nur erstellen wird, wenn alle, die es wollen, niitarbeiten können, ohne sonstige Verpflichtungen; die aber auch befürchten, dal! Ercz.-lsracl nie unsere Heimstätte wird, wenn die paar luur.lcrttausend organisierten Zionisten, die ״Radikalen" Osteuropas mit der entwerteten Valuta und die weniger» Westler (ohnedies ״Gemäßigte“) sic allein errichten1 sollten. Palästina braucht Milliarden — ihr könnt nur Millionen opfern! Palästina isf dc«1 Judenvolke zugesprochen worden: nicht den Jüdischnationalen allein. Nur ein ganzes Volk, von der Rechten bis zur Linken geeinigt, kann, das beweist die Geschichte immer wieder, Erfolge erzielen. . Ein Volk, nicht eine einzelne Partei! Darum muß die Parole lauten: Für den Zions kongreß, Iür den alljüdischen Vi'cl t k 0 11 g r c ß, für Palästina! Aus der palästinensischen Presse Der Wchanschatitingskampf innerhalb der palästinensischen Arbeiterschaft ist ne« erhell mit aller Heftigkeit entbrannt. Im letzten lieft des ״II a po c I - H a z a i r“ veröf(entlieht Josef Aronowicz einen 9 Spalten langen Artikel iib-cr die Frage des Klasscnkampfcs, der offenbar auf Vorgänge bei dein letzten Parteitag des ״Hapocl-Hazai'r“ in Palästina bezug nimmt, über den ein Bericht noch nicht vorlicgh Aronowicz gehört zu derjenigen Gruppe des ״Hapool-Hnza'ir“, die den Namen Sozialismus und das Programm des Klasscnkampfcs leidenschaftlich ablelmt. Sein Artikel gibt zunächst eine Auseinandersetzung mit dem materialistischen Sozialismus, der genau so wenig real sei, wie der religiöse Sozialismus, der auf ein Wunder vom Himmel wartet. Beide übersehen, daß der Träger der Gesellschaft, von dem alles abtengt, der Me lisch, ist. Auel! die Revolution in Rußland konnte nicht gelingen, nicht deswegen, weil — wie die Materialisten sagen — die Wirt- »chaftlichen Bedingungen noch nicht erfüllt waren, sondern weil die 'Herzen iiach nicht bereit waren. Der Mensch ist nicht das Produkt der Gesellschaft, sondern er ist ihr Gestalter. Diiginaiität der jüdisrten Religion durch Hinweis auf babyloiwwhc Parallelen bestreiten oder eine sittliche Minderwertigfeit ad majoretn gloriam des Neuen Testaments konstruieren, »her auch gegen die populäre Auffassung, die dem strengen jiideiv'ott den ״Gott der Lieb׳:“ gcgemiterslcllt, betont Peters die Einzigartigkeit der jüdischen Gotte svorsjelhiig und ehe großartige, auch vom Neue!» Testament nicht überlroffcue rchriöse Konzeption. Die ״Fehler“, die Man dein J!»de11gott anlichtet, existieren auch im Neuen Testament (z. ft, daß Gott lerz des Sünders verstockt, vgl. J39 ,12 .11<׳, Rom. 11,8) da aus f HTf «eis ירו »Lisivnni! *k־ ',.ך י־־ ״' ’ ' uml Mml in Wahrheit nur SpuMrC|uu}reu der für Mrnsclicn« rcr'.laml eben 1׳rlu׳i111ni>»voHei1 Wesenheil (loth'H, der \<nn Israi lilisclie» Denke!» überall als erste Ursache gedacht wird. Die ״Strenge“ Jahwes ist ״der heilige Ernst niekwhts• loser Dtrrd!setzung der Eorderintgc׳״ Bes Sittciigesetzcs, das wichtiger ist als der Mensch“. Jahwes Ocrcchtigkcit ist ,,die mf seine Geschöpfe .111 gewendete Heiligkeit . Ater Jalnve Ist die Liebe, darum, fordert er auch Liebe, «ml ־zwar ganze ungeteilte, keine Halbheit: ״Die Liebe ist Gnmd und Ziel «Iler Ethik des Jahwismus“. Sie , . . ״macht das Verhaltes zu Jahwe zu dem denkbar innigsten und erhebt die Sittlichkeit In der Beteiligung des Menschen atn Leben d׳c®r Gottheit zui innersten Gottcsgenieinschnft“. Das Kapitel ״Oott und der einzelne Mensch‘* vor allem zeugt von einen» Verständnis für jüdische Religiosität, das oft bei rationalistischen Juden rieht vorlunden ist. Daher wünschen wir diesem Buch auch Jüdische Leser.! Prof. Dr. Ernst Sellfn: Wie wurde Sichern eine Israelitische Stadt? Leipzig 1922. A. D:icherlschc VcrUgsbuchhandhtng. 11» dieser Abhandlung behandelt der b cl; a nn t eprotesinntische Alttestamcutnricr ein interessantes geschichtliches Problcm der israelitischen Vorkönigszeit. Er analysiert grundt eh die Berichte ir» hl 9 sind Gen. 31 und versucht durch kritische Untersuchung und konstruktiv-historische Dciitiirig den 301•ף• verhalt aufzuliclleu. Das Ergebnis ist natürlich eine Hypothese, die aber Gel Wahrscheinlichkeit hat und von großem bclwrl- *Inn de« Forsclicrs zeugt. _ . Moderne Utopien. Ein Beitrag zur Geschichte des ,'ץ1יי־1^ל mus von Rudolf Bl üb er. Verlag Kurt Schrocdcr, umm. — Die kommunistischen Gemeinwesen der Neuzeit. Von : Michael Tug a n-Ba ranawsky, aU| d5m J:.1״!’ sclici» von Dr. Elias Hurwicz. Verlag 1, A. I erthes, , Das* Büchlein van Küher gibt einen ycbc«Wid i&cr die •ozialcn Utopien des Abendlandes seit Plato rmd verweilt Desonder■ ausführlich bei BeUamy, (der bekanntlich Herzl Nicht durch Wissenschaft» sondern durch den kkaüstisdwn Willen wird die neue Gemeinschaft geschaffen. Jesaja hat dem So/ialisiims aller Zeilen mehr gegeben als alle sozialislisehei» ״Wivseiiscliafllcr“ zusammen, ebenso wie Dostojevsky mit seiner genialen Intuition mehr von de« Qelidimilsseii der nicnschlichcri Seele enthüllt hat, als <tie g-anac p׳sydiologische Wissenschaft. Man kann keine Lehrbücher des ׳Sozialismus oder der Ethik «Hier der Liebe oder der Dichtkunst schreiten, sondern mir ein starkes geistiges Lebe« kann dies alles schaffen, Der Aufbau der neuen (ksellsdiaft ist das Werk einer großen gesammelten ethischen nicnsdilichcn Kraft Ater seihst wenn wir auf dem Boden des Klasscnkampfcs stünden, müßten wir einsehen, «lall für uns alle Voran!■so tzunpjeit nicht zutretfen, Wir haben früher als Wamtcrvolk.gewisse wirtschaftliche Funkfionen erfüllt, deren Zeit läugat vorüber ist, *o daß wir heute al; Volk wirtschaftlich überhaupt keine besondere Rolle mclir spielen können. Dalier. hallen wir auch keine Differenzierung in Klasse״; wir liabcn zwar einzelne, die diese oder jene Position einiicJiinen, aber die oberen Zehntausend' »ml von dein Volk völlig abgctrennt, weder wirtsdiafüiche nodi kulturelle Bande verknüpfen sie.. Die Poalc-Zion und der Bund waren בית הועד העברי. ברלין <וודיע] בצער עמולן;לחבריו, עצמות'יוצר העברית החיה אליעזר בן־יהודה׳ ירושלם ניום ג/ ז׳ טבח <•* לח׳ דצמבר »<״> בשעה K« כערב בדיוק עורך בית הועד באולם מסמן (Nolltniforfpltti «״) 10-4 .Deutsches Zahnärztehav«, Bülowstr נשף־אבצ לזכר הטנו־ז• ועואטים: ח,.גריגברג" ר״רש-פירלטן, ו וויסלבסקי. גשף־חאבל ישהה ■דיוק מחלם ומבקעים אגו אח הקהל לא לאחר הגחלת ביח הועד. daher beide genötigt, künstliche Theorien zu erfinden, um die Enge des jüdischer» Volkes ■mit dem Dogma des Klassenkampfes in Einklang zu bringen. Nach einer Kritik ihrer Anschauungen kommt Aronowicz zu dem Resultat, daß nur diejenigen Sozialisten konsequent sind, die sich völlig vom jüdischen Volk lossageit Jüdischer Nationalismus und niatcriaiistisdier Sozialismus sind nicht vereinbar. Wir kommen nach Palästina nicht zum Zwecke der ״Prolctarisierung״ uml auch nicht zur Verwirklichung der Gerechtigkeit in der Welt, sondern nur. um unserer nationalen Auferstehung willen, die für uns Selbstzweck ist. Diese Bewegung hat weniger objektive Triebfedern, die in der materiellen Anziehungskraft Palästinas begründet wären, -als vielmehr subjektive: die Einstellung in einen historischen Prozeß und den Willen, das Leben der Gegenwart zum Opfer zu bringen um der Zukunft willen. Die ganze Kraft des Zionismus liegt in der Einwanderung der Menschen, die zu letzterem entschlossen sind, der Chaluzim, Was nidit von ihnen gebaut wird, wird überhaupt nicht entstellen. Die Betrachtung der besonderen Bedingungen lehre, daß liier nicht Proletarier sind, die Arbeit sudicu, sondern ein ganzes Volk sucht hier einen Arbeitsidatz ln der Welt Dies ist der jüdische Sozial Kinns, den auch tiic palästinensischen Arbeiter vor 18 Jahren begriffen haben» Die Tatsachen wirkten so stark, daß »gar die Poa1c-Zion in Palästina unter ihrer Ein- Wirkung sk'11 sehr weit von ihren .mitgebrachten Theorien entfernt liabcn, was schließlich auch darin 2ttm Ausdruck kam, dal» sie ihren Namen änderten und jetzt ״AdidutJi llaawoclah“ heißen. Aber seit dieser Namensänderung haben sie sich wieder zum schlechte» verändert und beginnen auf den alten vorfehlten Weg zurückzukehren. Es wird immer betont, daß die Verhältnisse sich geändert haben, so daß man jetzt radikale Konsequenzen ziehen müsse, Aber gerade der Weltkrieg und die Rcvolntioi» haben uns gezeigt, wie schwach die Theorien waren und wie unmöglich es ist, auf dem Klnsscnkanipf ein neues Gemeinwesen zu errichten. Und besonders in Palästina habe!» wir verstehen gelernt, daß ungeheure, vorher rieht geahnte Schwierigkeiten auf unserem Weg liegen, iind daß cs der Anstrengung des ganzen Volkes bedarf, ihrer Herr zu werden. Für die Entwicklung des Landes gibt cs zwei Mögliehkeiten: entweder die wirtschaftliche Anarchie, die wir aus dem Goltis kennen, wo jeder ein gerade merkliches Bedürfnis zu erfüllen strebt oder die gesunde wirtschaftliche Grundlage der Landwirtschaft, welche ein normales Wachstum der Städte ermöulieht. Wir machen oft den Fehler, das erste zu tim-, weil wir alle «ine schnelle Einwanderung fordern wollen. Die kleinste wirtschaftliche Schöpfung wird von uns bcgiüßt, itnd wir alle leben von einer Geldquelle milkrhalb des Landes. Das allein schon zeigt» daß unsere ganze Arbeit im Zustande des Chnos ist. das der Schöpfung vorausgeht, und in solchem Chaos Ist kein Raum für einen Ua׳Kenk.i״mferiscl1en Soziaüsmus. Wenn wir das Element der freiwilligen Hiiipabc für die Arbeit, dm Oed an ko 11 der Chaluziuth aufgeben, dann bricht unser ganzes Gebäude zusammen. 11» derselben auch literarisch »•Iw reichhaltigen Doppel- «immer befindet sidi u. a. ein Nachruf für Prof, Hermann Strack von A. S. Rabinowicz und ein Artikel von Dr. Israel Reichert über Gregor Mendel anläßlich seines 100. Geburtstages. Die zionistischen Ausgaben In Palästina 1921/22 Das ״Zionist Bulletin" veröffentlicht folgende Aufstellung der Ausgaben der palästinensischen zionistischen Exekutive für das am 30. September abgeschlossene Jahr: Ausgaben KinHaltniagen Ausgaben Ausgaben Qesamtper Lnde 1930/21 im sepL bis 1. Sept. ausgabeo £E TE jCE £E Erziehungs-Dep. , , . Landwirtschaft(. Dep. ....... 7481.764 67730.703 76222.473 — 6274.568 85302.684 71677.093 Landw. Dep. 1820/21 — — 1462.107 1462.107 lamdw. Dep. 101466.78" — — 101468.787 Immigration, , , . , , «— 8572.241 60348.161 59020.392 Immigration. . . , , , 6934.611 — — 6934.511 H3das53h ■ 1 * 1 ן ן — 8658,174 81899.146 85457.328 Unterstützungen . , . ■— 160,272 1387.731 1218.459 Unterstützungen . , . 11818.811 — — 11318.811 Versuchsstationen . . 827.950 8736894 9064.844 Arbeiterschaft. — 81.316 82027 165 82058.471 Darlehen.. , — 447,906 2042.602 2490,208 Darlehen. *7679.694 — — »7679.994 Universitttsbibliothek — 129,000 1337.260 1466.250 Technikum. Besondere Ausgaben. — — 9005.626 9006.526 — 883.200 12420.016 12768.216 Zahl.a.d.'vorigeBudgel — «— 1686.673 1688.67a Handel u, Industrie. . — 129,877 1120.20a 1240.880 UneinbringUchcFord. — — 123.0631 123.063 Dubios!. Verwaltungsausgaben. — — 34.88c 84.880 — 1698.846 22616.282 24213.927 Gesamtausgaben: 216400.108 24154.403 382294.461 002848.967 Der Bericht zeigt» daß bis zun» 30. September die Geeamtausgaben sich auf 216,400.103 äg. Pfund beliefen, die hauptsächlich für Landwirtschaft, Betriebsmaterial, Anleihen usw. Investiert wurden. Die drei größten Ausgabcpostcu waren die Hadassah, das Erziehung?- und landw-irtschaftliehe Departement, für die 85,157.323, 75,222.472 und 71,577,092 äg. Pfund verausgabt wurden. Die Life in den Kolonien Der Korrespondent des ״Haaitz" in Rechoboth bringt einen Bericht über die Lage der Kok)nie, der wir folgende interessante Daten entnehmen: Seit der Gründung da Kolonie haben ungefähr 90 junge Leute die Kolonie für immer verlassen, darunter, gerade in der letzten Zeit, drei, von denen der cirvc der Vorsitzende uml die beiden anderen prominente Mitglieder der lokalen Gruppe der Organisation ״Ene Benjamin" vVaren. (Die ״Bne Benjamin“ sind bekanntlich die Organisation der ״eingeborenen" Juden, die auf ihre Verwurzeln״״ mit dem palästinensischen Boden sehr stolz sind' lind auf die neuen Einwanderer lierabschcn. A. d. R.) Außer diesen für immer aus dem Lande gehenden Elementen, gibt es noch eine große Reibe vor! jungen Männern und Mädchen, die zu AusbiUlungszsvccken vorübergehend ins Ausland gehen. Tatsache ist, daß cs heut« fast keine Jugend mehr in der Kolonie gibt. 1 Die Zahl der jüdischer» Arbeiter in der Kokma'e beträgt gegenwärtig 10, Im Vorjahr waren um dieselbe Zeit 90, vor zwei Jahren 200 jüdische Arbeiter in Rcclwboth tätig. Nach den Mai-Unruhen wurden viele Juden beschäftigt, aber nach und nach teils entlassen, teils haben sie selbst aus wirtschaftlichen Gründen ihre Arbeitsstellen verlassen müssen.' Die wirtschaftliche Lage der Kolotäc ist sehr schlecht In den Weinbergen wird nur wenig gearbeitet, auf dein Hof ebenso, und die Araber fordern für Gemüse, Hühner und Eier hohe Preise, Die Kolonisten selbst ziehen 'fast gar kein Gemüse. Infolgedessen ist das Leben in der Kolonie beinahe nach teurer als 1'» der Stadt. Die Steuern sind sehr hoch. Während früher starkי beeinflußt hat) und William Morris. Daneben gibt er Einblicke in die soziale ׳Entwicklung, besonders Englands. Zujammenfassenü weist *er darauf Im», «laß diese sozialen Denker 4,war Kosmopoliten waren, aber doch klar wußten, daß die erstrebte neue Gemeinschaft nur auf nationalem Boden entstehen kann, da die Gliederung der Menschheit und Völker eine naturgegebene Tatsache, ist. Die neue Gemeinschaff Ist Aufgabe d e s V o I k e s. — Tugan-Baranowskys Buch informiert ausgezeichnet über die neuzeitliche» Versuche, kammunislischc Gemeinden zu gründen und so auf dem Wege des Experimentes den sozialen Fortschritt zu fördern. Im Mittel- |11mkt sichen dir Versuelie Owen« u, i'<niilrru. Zum Hcliluß wird die Eiib.lcliziim! 1111:1 Eiifwiekhtiig dir Konmimi׳ Kri- 1niza am Schwarzen Meer geschildert. ,Sie hat 1912 ihr 25 jiilirigcs Jubiläum gefeiert und aus diesem Anlaß eine ücschichte ihrer Entwicklung licrausgegeten» die im Vorjahr von M. Posnaiiski ins Hebräische übersetzt und im Verlag ״Hapoel-i lazaYr" in Jaffa heraus;״,egcben wurde, als Beweis der innigen Verwandtschaft zwischen diesen Suchern neuer Mcitschhcitswcgc und den Pionieren uiiserci nationalen Sache, die Pioniere der Menschheit sind. Damm gehören die erwähnten Bücher in den zionistischen Ideenkreis. August Sfrlndberß, Moses, Sokrates, Christus. Eine weithistorische Trilogie. Aus dem Nachlaß übcitragcn von Emil Schering. München 1922, Georg Müller, Verlag. Siriiidbcrg sieht die ganze Geschichte In Innerem Zusammcnhaiig als eine geistig bestimmte Entwicklung, eine Synthese aus den objektiven Notwendigkeiten und der menschlichen Freiheit. Item vorliegenden Baude ist als Einleitung der praclitvolle Essay ״Der bewußte Wille in der Weltgeschichte'‘ beigegeben, dann folgen die drei Dramen. Strindberg hnt die Moscs-Gcscliichtci» unter getreuem Anhalten an den biblisdien Bericht in einer Szcncn-Folgc aufgelöst. Es ist ihm, der sich der gcsciiichtsbilcieiKlcn Wirkung des Judentums und seines geistigen Begründers bewußt war, gelungen, die Größe der Gcslait mul Ui res Schicksals plastisch hervortrete» zu lassen. An das Moser,tlraina schließt sich Sokrates und Christus: Drei geistige Führer der Menschheit, die i» ׳Wahrheit die Weltgeschichte bestimmt haben, Diese nachgelassene Trilngie ist den bereits populären ״Historischen Miniaturen“ Milndbergs an die Seite zu stellten. , Die große Täuschung'‘ in völkcrpsycltotoglschcr Bclcudilung. Offenes Schreiben an Friedrich Delitzr-ch von Ne י c man. Leipzig 1922, Verlag von Gustav Engel. — Eine gelungene Polemik gegen Delitzschs bekanntes antijüdiscUcs Pamphlet Jacob Burckhardt: Die Kultur der Renaissance in Italien. 13. Auflage: Neudruck der Uranwgabc, durchgeschc» von Pro(. Walter Goetz. Alfred, Kröner Verlag, Stuttgart. 1922. Die Neuauflage des klassischen Werkes greift zurück auf die Uramgabe von 18M), der gegenüber die zvvischenlicgcmlen Auflagen stark erweitert und verändert waren, und zwar durch eigenmächtige Eingriffe des Herausgebers, des verstorbenen Literarhistorikers Ludwig Geiger. Prof. Goetz» der die 13. Auflage bearbeitete, sali sicti ir» seiuqm Bestreben, da* Werk wieder her/usteHeu, genötigt, Geigers Zutatei» aiiszumerzen und dadurch die cn/.yklopäoiscltc Vollständigkeit zu verlüvgcin, nber die (»rwhhivwnhelt des (lr«,1mfaufl*au« zu retten. Dan Werk deckt die!mliliselien, **oziiileii, seelHrheii, liiRloiiselieu Bedingungen auf, aus ileiieu der UKnleti!« Mensch hervorwuehs, läßt die weit der Renaissance vor uns erstehen in der Gewalt ihrer kulturellen Einheit. Die neue Ausgabe ist ein schöner Geschenkbaml. Fr. W. Förster: ׳Autorität und Freiheit. — Sexualethik und Sexualpädagogik. Verlag Josef Köscl u. Friedrich Pustet, Kempten. 1922. Diese beiden Bücher erschienen in neuer Auflage. In denn ersten ist ein wesentlich christlich-kirchliches Problem be* handelt, das aber auch weitere Aspekte eröffnet (vgl. z. B. den Abschnitt über Christentum und Pazifismus) und die Wiederherstellung geistiger Grundlagen des Lebens anstrebt, nachdem die Herrschaft des Materialismus, die dem Verfasser am konsequentesten im wilhelminischen Deutschland verkörpert war, bankrott ist. . Das jüdische Literaiarleben In Rußland Moskau (J.C. B,). Demnächst erscheint im Vertag ״Kadimah“ ein neues Buch des Historikers S. Dubnow unter dem Titel: ״Die Juden in Rußland in der Regierungszeit Alexanders III,“ Das ist das 2. Buch des jüdischen Historiker» aus der Serie geschichtlicher Darstellungen, die rait einer Monographie über die Juden in der Regier»ngszcit Nikolaus II, eröffnet wurde.!Derselbe Verlag beabsichtigt I» der nächsten Zeit ein Buch des russisch-jüdischen Schriftstellers Zinnberg, da» den Titel führt ״Die Väter der jüdischen Wissenschaft1‘, sowie eine Schrift von P, Mark ״Die Geschichte der jüdischen Intelligenz“ herauszugeben. Alle die genannten Bücher er• schiene!» hi russischer Sprache, f

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