Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1922)
- Date
- 1922-12-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 09 JUEDISCME RUNDSCHAU Seife 047 ך׳לי 1***ן• k.«4i (bMaiä <u Wir und die Idee Die Rubrik, die wir heute in unserer Zeitung eröffnen und periodisch erscheinen lassen wollen, soll abseits von den wechselnden Ereignissen der jüdischen Pulitik und des jüdischen Alltags, aber doch in engstem Zusammenhang mit der Wirklichkeit des Lebens, Pro- Weine und Fragen zur Erörterung stellen, ehe der Kliirnng des Wesens der /ionistiscitcu Idee, aber auch ui'ininelbarcn Lebensautgahen tlieneii. Wir beabsichtigen nicht, in diesem Rahmen eine Diskussion iiber das zu eröffnen, was׳ man gemeinhin die ״Theorie“ des Zionismus nennt, die die sogenannte ״Wissenschaftliehe“ Betrachtung auf unseren Problcmkomplcx anwenden und zu einer systematisierenden, möglichst objektiven Darstellung Vordringen will. Ohne die Wichtigkeit dieser Arbeit an der Theorie zu verkeimen, haben wir docli gerade hier in dieser Rubrik uns ein anderes Ziel gesetzt, Wir wollen durch voraussetzimgslose Betrachtung des jüdischen Lebens mul der jüdischen Wirkliehkeit, durch die Gegenüberstellung von Idee und Wirklichkeit, die Problematik unserer Existenz zu erfassen suchen, die psychologisch eine der stärksten Wurzeln des Zionismus ist. Wenn der Zionismus nicht zu einem ineclianischcji und seelenlosen Getriebe entarten, wenn er nicht in Dogmatik erstarren soll, dann ist cs uncr• läßlich, daß in zionistischen Reihen immer wieder der Versuch gemacht wird, voraiissetzungslos zu prüfen, oh die zionistische Seele lebendig und unbefleckt ist. Wir wußten immer, daß der Zionismus kein einfaches KolomsaiionsproNem ist, sondern daß es darum geht, ein völlig zermürbtes, zerrissenes, zerstörtes Volk wieder aufzub.men; daß dieser Aufbau nicht einfach von der wunderwirkenden Macht palästinensischen Bodens erwartet werden kann, sondern in steter Wechsel- Wirkung zwischen Volk und Land vor sich gehen muß. Seit Beginn der nationalen Bewegung ist der Bewußtscins/iistaml des jüdischen Volkes schon wesentlich verändert worden; aber noch nicht ist sein Bewußtsein dazu reif, voll verantwortliches Subjekt seines eigenen Lebens zu sein. Zu lange ist cs der Verantwortlichkeit entwöhnt. Die einfach schon aus äußeren Gründen überwuchernde organisatorische und politische Tätigkeit spannt uns zu sehr in die Fesseln der ״Partei“; die Folge davon ist eine Abnahme des lebendigen Denkens und eine Anpassung au engere taktische und politische Rücksichten. Die Partei, die Politik macht, setzt sich stets gewisse Zwecke, die ihren Primat beanspruchen; die ,,Staatsraison“ macht ihre Rechte gegenüber allen Zugehörigen der Organisation geltend. Aber Zionismus ist nicht vor allem eine politische Bewegung; er ist primär eine mo ra lische Bewegung; auch als politische Kraft wird er erschüttert, wenn sein moralischer Gehalt verdunstet. Die große Wirkung der zionistischen Idee bestand darin, daß sie als moralische Macht auftrat: Die Erkenntnis der Zugehörigkeit zum Volke, der assimilatorischen Lüge, der Gewinn der inneren Unabhängigkeit aus der Erkenntnis der wahren Maßstübe, der Wille zu einer eigenen schöpferischen Zukunft und lieber- Windung des Parasitismus — mußten so überwältigend auf den jüdischen Menschen wirken, weil hier zum ersten Male der allgemeine ethische Grundtricb, allgemeine Werlsclzung, auf das Judentum und das eigene ich angewendet waren. Und auch innerhalb unserer Bewegung kann cs nicht genügen, den Maßstab des Nationalen anznlcgcn. Nation ist nur die Feststellung einer l>estimmten Zugehörigkeit, cs sagt noch nichts über die Entfaltung des sozialen und individuellen Lebens. Hier gelten vielmehr die Gesetze der Sittlichkeit souverän. So wie am Anfang des Zionismus die sittliche Wandlnng des Juden stellt, .so ist cs unsere Aufgabe, den Zionismus stets zu kontrollieren an den allgemeinen, schlechthin gütigen Werten. Der revolutionäre Gedanke des Zionismus war der eines völligen Umsturzes in der Auffassung des Judentums, eine Verneinung der jüdischen Gegenwart und der bewußte Wille zu einer Neu- Schöpfung durch Ucbcrwiudung des heutigen jüdischen Lebens. Die Wiedergeburt des Judentums meint nicht mir eine neue Konstituierung der jüdischen Nation, sondem den Beginn neuen Lebens, die Absage an das Bisherige, die Bejahung des schmerzensreichen Weges zu einem unendlichen Ziel. Der Zionismus ist das ״Stirb und Werde“ des Judentums. Wir müssen, ohne uns durch Rücksichten abhallcn zu lassen, rückhaltlos prüfen, wieweit unser Tun der zionistischen Forderung genügt. Wir müssen stets Selbstkritik genug wahren, um zu sehen, w׳o wir nhgcfallen sind, um immer wieder den Weg zur Idee ztiriickzufindcti. Wohl wissen wir, daß unser tägliches Lehen Verstrickung und Abfall ist, daß wir nur im Abfall zu leben vermögen, das ist unsere Tragik und vielleicht die Tragik allen Lebens. Aber wir müssen uns hüten, den Abfall zu bejahe«. Wir sollen uns nicht über uns selbst täuschen durch flache Sclbstgercchtigkcit. Darum soll in dieser Rubrik frei über unsere Pro- Weine gesprochen werden. Es ist ein Irrtum anzunehmen, daß wir etwas zu verbergen haben, daß wir aus taktischen Gründen Widersprüche verkleistern, Prokleine zurückdrängen sollen. Täten wir dies, so würde <las Leben der Bewegung versanden, die Geistigen wür- *kn uns verlassen, allmählich würde die Maschine stillsichen, die nur durch die Triebkraft des Geistes im Gange erhallen wird. Wenn wir auch vollkommen verstehen, daß die politische Organisation für ilire polttische Schlagkraft einer einheitlichen zielbewußtcn ruhrung und eines klaren Programms bedarf, und wenn wir auch in der Politik einer solchen festen Richtung, die leider bei tms irn Zionismus auch nicht immer vorhatuicii ist, stets das Wort geredet haben, so glauben wir doch an die Existenz des autonomen Gebietes des Geistigen jenseits der Politik. Und in unserer Bewegung gibt es kein Dogma, nicht einmal der ״Nationalismus“ ist ein solches, da unter diesem Begriff so vielfaches verstamku wird, daß idiließüch nichts mehr übrig bleibt (wenn mau etwa die Spanne von der Auffassung Jabolinskys bis zu der von Ihibcr oder Gordoit durchlaufen will). Unsere Beziehungen zur Welt und zu den mcnschliehen Problemen unserer Generation, Gcmcinschaftsleben, Gemeinde, Familie, Erziehung, Tradition, Sprache, Literatur, Philosophie, Religion — sie sollen hier erörtert werden, stets im Hinblick «auf das Ziel: aus geistiger Unfreiheit zur Fieihcit zu gelangen, uns selbst innerlich zu sammeln, der Wahrheit ins Auge zu schauen, um die Wirklichkeit meistern zu können: als starkes Volk, das durch den Götterfunken einer großen Idee aus seiner Erstarrung gelöst, sein .Wirken in der Menschheit wieder anfninmit. Darum soll in dieser Rubrik jeder ■zu Worte kommen, der etwas zu sagen, ein Problem unseres Gemeinsdiaftslehens oder unseres Individuellen jüdischen Lebens unter zionistischem Gesichtspunkt zur Diskussion zu stellen hat. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß selbstverständlich im Rahmen dieser Erörterungen jeder einzelne nur seine persönliche Meinung vertritt, mit der weder die Redaktion, noch die Zionistische Verciuigung, noch der Zionismus schlechthin belastet werden kann. Unfruchtbare Diskussionen möchten wir vermeiden und alles fördern, was zuin Nachdenken über unser Lehen .־uiregt und direkte Wirkung auf dieses Leben sein kann. Robert WcltscTi. Gegen die zionistische Gcdonlccnlnzuclit Von Felix W c 118 c 11 (Prag). Man hat sidi die Frage oft genug vorgelcgt, woran cs liegt, daß die innere Kraft der zionistischen Bewegung nachgelassen hat, und sic meist mehr oder minder exakt damit beantwortet, daß der Zionismus, der als begeisterte Volksbewegung und aus dem Erlebnis des einzelnen entstanden ist, notwendig, im weiteren Verlauf seiner Entwkklang, da er sein Ziel ernstlich verfolgen mußte, politische Organisation geworden ist, — mit allen organisntoriseb-sachliehen und von Erlebnis und Begeisterung schon etwas entfernien Problemen — Partei, Kanzlei, Beamte, Wahlen, Konferenzen, Geld und noch einige Male Geld — und daß diese Dinge an seiner unmittelbaren Fähigkeit zu begeistern, zehren. Dies mag zum Teil richtig sein. Dennoch scheint es mir nicht das Wesentliche zu fassen. Man darf nicht vergessen, daß der Zionismus nicht nur als politische Partei — sondern auch als Gedanke und Erlcbnis eine Entwicklung hat. (Nur von diesem rede ich hier überhaupt.) Mir scheint nun: in dieser inneren Lnt- .Wicklung ist etwas nicht ganz in Ordnung, und ich möchte das i.eilten liier vorweg diagnostizieren: gedankliche Inzucht, Welche Gedanken Ireschiifligen uns bei unseren Zusammenkünften und Beratungen? Ich spreche hier nicht über die außenpolitische Arbeit unserer Führer — in der Welt-, Landes- und Judenpolitik —• das hängt ja mit der eigentlichen Arbeit der einzelnen Zionisten selbst nicht zusnmmcn. Aber welches Problem beherrscht unsere innere politische Arbeit? Nichts anderes als: Wie erwirbt man Anhänger um! wo bekommt man Gehl? Und nun verlasse ich auch diese Arbeit und gebe zur kulturellen über. Von der Peripherie der Prunkvorträge und sonstigen größeren, mehr au die Außenwelt gerichteten Veranstaltungen komme ich zum Zentrum der kulturellen Arbeit: man lernt (viel zu wenig) hebräisch und veranstaltet (viel zu selten) Kurse, Referate, Scminaricn über: Palästinnkunde, jüdische Gcschichte, Geschichte des Zionismus. Schließlich denken noch einige wenige darüber nach: Wie macht man den Zionismus zu einer wirklichen inneren Lebensmacht? Was ist aLso das 'Problem, das letzte Problem? Der Zionismus. F'iir die politische Arbeit: Erweiterung der zionislisclien Bewegung und Geld; für die innere: die zionistischcn Disziplinen, hebräisch und vor allem: der Zionisinus selbst als einziges Menschheit?,problem. Ist das nicht offenbar gedankliche Inzucht? Darf das Problem des Zionismus ausschließlich der t—! Zionismus sein? Der Zionismus ist —- politisch betrachtet — ein Ziel; sittlich gesehen aber ist er ein Weg; ein Weg zur Lösung der tk׳fnlcn Probleme der Menschheit, Das Leben ist eine Häufung von Schwierigkeiten, die überwunden, von tragischen Konflikten, die durchgekämpft werden müssen, kurz, eine Kette von Aufgaben. Reichen diese Aufgaben bis ins Tiefste unseres Seins, 80 sind cs Lebens• Probleme, die den Menschen als ständige metaphysische Sorgen begleiten. Es ist unschwer, die großen Gruppen dieser Probleme zu sehen, die schließlich einen jede« in mehr oder minder bewußter Form antreten. Es sind drei große Gruppen. Vorerst das metaphysisch-religiöse Problem: Die großen Fragen, Gott und Mensch, Tod und Lehen; dann die sittlichen Urproblcmc: Wert und Lust und Freiheit. Wie soll der Mensch leben? Kann er überhaupt Gute» tun, die Welt wahrhaft verbessern? Ist er frei, wie löst er den Konflikt von Pflicht und Trieb? Und schließlich das umfassende Problem menschlichen Zusammenlebens, mit einer ganzen Reihe aktuellster Tcilproblcmc: Zusammenleben von Völkern und Staaten, Krieg und Politik, das große soziale Problem, das Problem der Wirtschaft, der Arbeit, das Problem der Familie, die Scxuafprobleme, die Erziehung!- frage, — das Judcnproblcm uw. Wir sind alle eingekerkert in diese Fragen, sind in sic verbissen, und je besser wir sind, um so intensiver. Ein jeder geht diese Lcbcmprobleme vor! einer anderen Seite an, von seiner Seite, mit seinen einzigartigen Fälligkeiten und Kräften; nicht nur Einzclindivkluen, die großen vitalen, kulturellen, historischen, geistigen Einzelheiten, — die Völker. Auch dns Judentum M eine solche fibcrlmJIvlduellc Einliclt, die einen eigenen göttlichen Weg zur Lösung der Menschlicilsprohleinc bedeutet; und cs hat wahrlich schon Einiges hierzu beigetragent Man könnte sich die Leistung des jüdisehen Volkes nicht wegdcnkcii aus dem, was die Menschheit im Kampfe mit den Problemen des Seins geschaffen hatl' Dieser Körper ist im Laufe der Jahre durch böses Oeschick schwach geworden, unfähig zu großer, gemeinsamer,' schöpferischer Arbeit; er bröckelt ab und schwindet dahin. Hier greift der Zionismus ein. Der Zionismus ist ein neuer Versuch, die Lcbcnsproblemc auf jüdische Art, durch neue Vereinheitlichung der jüdischen Gegebenheiten zu lösen. ' Wir dürfen diese Richtung aut die Lebensproblcmc nicht verlieren. Nicht der Zionismus selbst und allein darf dem Zionismus Problem sein, wenn er Zionismus im besten Sinne sein will, — sondern das Leben selbst in seiner ganzen Tiefe und Breite! Die ganze Fülle des Menschenlebens müssen wir in den Zionismus hincinnchmcn; nicht aber dürfen wir uns von diesem Lehen auf einen schmalen, sich immer* verengenden zionistischen Pfad atu ruck ziehen. Wenn wir die Geschichte der zionistischen Bewegung nach ihrer inneren Lebenskraft betrachten, so können uns ihre Etappen ein Fingerzeig fiir die Richtigkeit dessen sein, was liier gesagt wurde. Wo sind die Ilöclistpiinktc zio* nistischcn Lebens? Dort, wo der Zionismus ein neues Menschheitsgebiet erobert, ein neues Lcbensproblem in sich auf. nimmt, wo er sieh gleichsam mit rein Menschlichem ver-• miililt und eine neue Synthese zeugt, Als der Zionismus mit der sozialen Frage zusammensllcß, gab cs neues zionistisches Leben, insbesondere, als aus der provisorischen Mischfonn des Poalc-Zion die neue Idee des Hapoel-1 laza'ir erwuchs. Als der Zionismus im einzelnen Menschen mit dem Streben nach neuer produktiver Lebcnsgcstaltuiig zusatmnenstieß, gab es dns erfreulichste, — den Chat uz. Als der Zionismus die Jugendbewegung ergriff, entstand der ״Blau-Weiß“. Mit der Philosophie, Religion und Mystik schuf der Zionismus neue Wcitnnschnutmgsblicke, mit der Geschichte neues Verständnis für die Größe jüdischen Schicksals. Und so gab cs noch viele neue Vorstöße, wo immer er mit neuen Lehensgebieten zusammentraf, Literatur, Philologie, Pädagogik, soziale Fürsorge, Turnen, Stiidcntcnbcwcguug, Sport usw. Wir sehen also stets einen neuen inneren Aufschwung« Im Zionismus, wenn er neues Problcmmateriat in sich aufnimmt. Wohl ist der Zionismus vornehmlich ein Versuch zur Lösung eines Einzclprobtcms: der Judentrage. Aber,, er ist nicht nur das; vielmehr, er kann dies nur sein, wenn; er in seiner Problematik möglichst universal ist, Denn die' Jiidcufragc tautet im sittlichen Sinne nicht: Wohin mit den Juden? Wie mul wo können die Juden unbehelligt leben?. Wie können sie die anderen Völker am wenigsten genieren? sondern: Wie Ist der ungeheure geistige und Lcbeusfoiuh des Judentums, der heute am Zerfallen Ist, zu reifen und fiir die Menschheit und ihre Aufgaben um besten zu verwerten?! Diesem Ziele sollen auch unsere Arbeiten entsprechen: Renaissance des jüdischen Volkes mit dem Blicke auf die großen Probleme der Menschheit. Drei Grundclcmcntc sind cs, die bei einem jeden Volke zusammemvirkeud die große kulturelle Schaffcnscinlieit ergeben: Die physiologisch-psycho• 1 logische Veranlagung, Beweglichkeit, Fülle, Richtung und Intensität von Geist, Gefüllt und Wille — das Wissen und Lehen der bereits in Religion und Kultur, Philosophie und! Literatur geschaffenen Inhalte — und das wirksame Bewußtsein des gemeinsamen Volksschicksals, des Erlebten, der über• , individuellen Erfahrungen der Geschichte. I Wollen wir dem Judentum wieder schöpferische Ein- ן heit verleihen, so müssen wir dies« drei Elemente nicht nur erhalten, sondern auch befestige«, vertiefen und zur Blüte bringen, müssen wir vor allem die Einheit dieser Elemente in Gefühl, Denken und Leben wieder lierstcltcn. Das ist die innere kulturelle zionistische Arbeit: sic fordert, — im heutigen kläglichen Zustand, vor allem: Lernen; Judentum lernen; unsere Sprache, unsere Geschichte, unser Wesen. Wir müssen uns erst wieder kennen lernen. Aber gerade über diesem Lerne« darf uns das Menschhcitliche nicht verloren gehen; gerade diese Arbeit mutt bewußt im Dienste der großen Lcbcnsproblemc stehen; sonst wird sie kümmerlich und schwunglos. Wir müssen nicht nur wissen, daß wir innere jüdische Schöpferkraft wieder um der großen mcnschheitlichcn Auf• gaben willen haben wolle«, sondern: wir müssen *chon jetzt •h mit unserem unfertigen jüdischen Sein — au diesen Problemen hängen, sie schon jetzt ernst und tragisch nehmen, und nicht etwa urn des Zionismus willen aufschicben und vcrnach« lässigen, Wir können nicht warten,' bis wir so weit sind; wir müssen den Mut haben, auch jetzt schon mit den großen Problemen der Welt, mit unserem jüdischen, immer jüdischer werdenden Wesen zu ringen. Nichts Menschliches darf dein Zionismus fremd sein. Wir brauchen von dieser Erweiterung des Horizonts keine Verwässerung unseres Ideal?, keine Schwächung seiner Intensität zu befürchten. Im Gegenteil, wir werden seine ln« tensitiit nur erhöhen, wenn wir seinen Inhtilt füllen. Ich fasse zusammen: Der Zionismus sei uns kein Asyl zum Schutz vor den Problemen des Lebens; er sei uns eine Kamofstätto um Sinn und Wert des menschlichen Daseins! 1 ■ ׳1