Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1922)
- Date
- 1922-12-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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7 VP Seile 640 JU ED ISCHE RUNDSCHAU Nr, m!_ Einige Tn:c tweh den Exzessen in Khtiscnburg wieder• holten sich dieselben in verstärktem Umfange in Jassy, wo ganze Häuser zerstört wurden und ein regelrechter Pogrom statt fand, Der Schaden in Kln iiscnlnirg betrügt zirka drei Millionen Lei (150 Millionen Mark), während der Schaden in Jassy noch gar nicht nbzuschäUeit ist. Die Regierung verhält sich weiter passiv und vill die Schuld für ihr Ver• sage» auf andere Parteien abwälzen, speziell auf die rum;»• irische nationale Partei, die als oppositionelle Partei ein Interesse daran habe, Unruhe« in1 Laude lierbcizuführca Wie die ״Voss. Ztg." aus Bukarest meldet, haben die englische und amerikanische Regierung durch ihre Bukaresler Ck'snndtcn auf Grund des Friediensvertrages bei der ruiniuni• sehen Regierung Vorstellungen erhoben, daß der Schutz <Ier Minoritäten (in diesem Falle der Juden) ge• fährdet sei und deshalb Maßnahmen petroffen werden müßten, um der Ausbreitung der antisemitischen Bewegung Einhalt zu gcbictas, In einer der letzten Sitzairgen der rumänischen!Kammer interpellierte der jüdische Deputierte Dt. Stern wegen der unklaren Haltung der Regierung, die fast wie eine Begünstigung der durch reiche Geldmittel ״un• bekannter Quelle“ unterstützten Antiseinitenbcvvegung erscheine. Hierauf erklärten unter großer Spannung des Hauses der Unterrichtsminister Dr. Anghelcscu, der Innenminister General Vaitoiamc und schließlich der Premierminister J. Bratianu, die Regierung mißbillige die Studcivtcnausschreitmigcn und weide sofort alle Maßnahmen treffen, um die Rädelsführer der judenfeindlichcii Hetze zu bestrafen und weitere Unruhen zu verhüten. König Ferdinand empfing eine Deputation jüdi- *eher Organisationen, die ihn im Nanvem der Judenheit um Schutz gegen die antisemitischen Exzesse baten. Die Regierung verbot sämtliche Versammlungen der sogenannten ״Vol Irumä« cn", die nach dem Muster der itnlicmsdien Fnscisien organisiert sind. Die Regierung machte die Rektoren und Inspektoren der rumänischen Hochschulen, für die Vorkommnisse an ihren Anstalten pcrsönlicli verantwortlich und drohte ihnen, fü1 den Fall vorkommender Unruhen das Disziflinarverfahnc« an. Zum Thema ,*Jfidisclie Gnlufii Politik“ Antwort an Dr, Bcilinson. Mit dieser Zuschrift erachten wir die Diskussion als abgeschlossen, Red, Ich bin gezwungen, auf die Ausführungen des Herrn Dr. Beilinson (״jüdische Rundschau1' vom 5. Dez. 22) noch einmal einzitgclicn, obschon mir der ganze Streit höchst theoretisch und nicht sonderlich fruchtbar erscheint. Trotz der sehr ausführlichen Darlegungen von _ Herrn Bcilinson bin ich nicht belehrt worden. Ich bin vielmehr nach wie vor der Ansicht, daß der Protest gegen antijüdische Maßnahmen einer Regierung niemals das Verlangen nach einem Ausnahmerecht bedeutet, Jede Gruppe kann mir für sich ckitreien, und ihr Vorgehen enthält selbstverständlich stillschweigend auch die Forderung nach gleichem Recht für andere Cnjpjxm gleicher Lage. Die Annahme, daß nun dem jüdischen Protest Gehör geschenkt werden könnte, während die nichtjtidische Bevölkerung weiter unterdrückt und dadurch in ihrem Antisemitismus bestärkt wird, ist eine rein theoretische Konstruktion, für die ich mir P WSiTZ ZZTXTZIXTZ1 :rxrrszEtöo I ' iiilöOGÜ in 20. CJZIÄ SftfiSS 8 IIP jfi in der Stadlftaüo, netios RD»t;c1JS־ KlostorM». 47-52 M (Untergrundbal111hoflÜostcr»traas1), Stadtbahn Aloxnmlerplatz) M i׳i! lii Thema: tzyd 1<1!»11« li Palästina and Transjordanien ״Daily News" veröffentlich־( die folgende telegraphische Wicklung ihres Korrespondenten in Kairo: ״Nach Meldungen, die die lokale Presse aus London erhalten hat, gedenkt die englische Regierung Palästina und Transjordanien zu einem einzigen Staat tu vereinigen, an dessen Spitze Emir Abdullah als König stehen soll." Achnlichc Nachriditen brachte die ״Voss. Ztg.". (Aura, d. Red, d. ״J. R.״.)!Zur Aufklärung dieser Angelegenheit teils das J. C. B. mit: Zur Zeit, da Emir Abdullah Ln London geweilt hat, wurde auf seine Initiative der Zionistischen Organisation der Pian vorgclcgt, für eine freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arabern und Zionisten den Boden zu ebnen. Im allgemeinen bestand der Plan darin, daß Transjordaiiien und Palästina zu einem Staat vereinigt werden, wobei jedoch beide Provinzen eine innere Autonomie erhalten sollten. Emir Al>- dullah sollte zum Emir des ncu-cn Staates proklamiert werden, unter der Garantie, daß er die Politik der Schaffung eines jiidisclinatianalen Heimes in Palästina gemäß der Balfour- Deklaration fortsetzen soll. Diese Angelegenheit wurde auf einer inoffiziellen Besprechung zwischen Emir Abdullah und einigen Mitgliedern der zionisisehen Exekutive erörtert Ein gewisser Teil der arabischen Intelligenz scheint der Schaffung eines arabisch-jüdischen Königreichs mit Sympathie gegcnübcrzustellen. Dagegen »erhalten sich die unversöhntliehen palästinensischen Araber Emir Abdullah gegenüber unverändert mißtrauisch und sind allen Plänen einer jüdisch• arabischen Zusammenarbeit feindlich gesinnt Die Gegner Emir Abdullahs dürften die vom ״Daily News“ lancierte Nachrieht dazu benutzen, u!n ihr Gegonprojekt einer Vereinigung Syriens und Palästinas unter der Herrschaft des früheren Khediven Abas Hilmy zu forcieren(. Kleine Paläsiina-NachricMen In 'Jaffa konstituierte sich dne Vereinigung derjildi sehen Advokaten, dej alle 12 in Jaffa und Tel- Au׳iw praktizierenden jüdischen Advokaten beigetreten sind. Die ,Verdingung gewährt jedem, der durch eine Bescheinigung des Stadärates von Jaffa oder Tel-Awiw seine Mittellosigkeit nachvveist, unentgeltlich juristischen Beistand. Der erste unter Leitung von Dr. Bra wer abgchaltcnc Kurs zur Ausbildung jüdischer Touristenführer In Jerusalem wurde soeben abgeschlossen. Man hofft, daß die ausgebildelci» jüdischen Fremdenführer viel dazu beitragen werder», daß die Palästina besuchenden Fremden den jüdischen Sehenswürdigkeiten im Lande ihre Aufmerksamkeit mehr als bisher zuvA-nden. Nach dem reichlichen Rege a der letzten Zeit beginnt minpielir in Pc tach Tikvvah ■die Arbeit in den Gärten, bcsonders in den Or a ngen pl au ta g c n. Es ist dieses Jahr nur mit der Beschäftigung vom zirka JOO jüdischen Arbeitern zu rechnen, weil die allgemeine Celdkrisis die Kolonisten zwingt, ihre Erzeugnisse am Baume an arabische lCauflcute zu verkaufen, die beim Pflücken arabische Arbeiter beschäftigen. Der Kolonierat in Pctach Tikwah beschloß in seiner letzten Sitzung, die Propagierung des Goldenen Schekels der lokalen J. N.-F.־Komu1issi0n zu übertragen. Der erste Goldene Schckd wurde vom Kokuiicrat von Pctacli Tikwah gezeichnet. Dr. Salomo« Schiller, der zwölf Jahre das hcbräisdic Gymnasium in Jerusalem geleitet hat, ist vor. seinen! Posten zurück;,,dreien. An seine Stelle ist nunmehr Moses Cal Vary, der früher Lehrer an einem preußischen Gymnasium und später Direktor des jüdischen• Gymnasiums in Ponicwicsch war, zum Direktor des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem gewählt worden- Professor Einstein hat der Bibliothek des Jaffacr Gymnasiums ״Herzlia“ alle seine bis •jetzt erschienenen Werke , haiidschrftlich signiert übersandt. Auch widmete er dem Gymnasium sein Porträt. In <Jcr Nähe von Jerusalem1 wird demnächst ein neues größeres jüdisclics Stadtviertel entstehen. Die Organisation XVaad H a-Sch c eh enin •erwarb zu diesem Zwecke ein 4000 Dunam großes Areal, wo jedes Mitglied der Siedlung 2 Dunam Land erhalten wlwL T) Hrof'nrm ra §1 11C4 ׳׳ Itedn«!: Dr. Arlosoroff, Dr. Nahum Goldmann, Chaim b K Grünbcrs, Dr. Aron Barth, Dr. Lclewer, Ilechteaowali Fell« II H RoscnblUth. Dr. Max Strauss u. a. || Berliner Zionistische Vereinigung H || Dr. Ilantke, |׳| mavp "1MW y yy ׳«י■""*« *rrry *»״—» ™**mp yi# %*"T *f*״^ fX •kiJLJmJL. At•'.» •Wl» •L++ 1m praktisch überhaupt kein Beispiel denken kann. Aber selbst wenn ich mir verstelle, daß die sächsische Regierung etwa durch die Leitartikel der ״Jüdischem Rundschau“ so hachhaltig beeinflußt wird, daß sie den Juden allein freie Rciigiousausübiaig gestattet, wäre es immer noch an der Zeit, darauf zu verzichten, bis auch den anderen Bevölkerung!■• gruppen das gleiche Recht gewährt ist. Und die Juden hätten sich das Verdienst erworben, in das Prinzip Bresche gelegt und damit auch den anderen den Weg geebnet zu haben. Aber das ist natürlich die reine Theorie. Ein Protest ist nur der Ausdruck eines Mißfallens an Maßnahmen; eine Geste, die auf bestimmte Kräfte und Willcnssiröimingcn aufmerksam macht. Ob das im Einzel fall zweckmäßig ist, kann nie guf, den theoretischen , Fall hin geprüft werden, daß nun den Juden Sonderrechte gewährt werden könnten, sondern nur daraufhin, ob es einen Sinn hat, eine in der Macht befindliche Regierung durch Proteste, deren Erfolg losigkeit fcststcht, unnötig zu verärgern. Höchstens dieser Gesichtspunkt, der aber in der Diskussion mit Herrn Ociüii son keine Rolle spielte, könnte zur Zurückhaltung veranlassen. Der zweite Diffcjciupunkt betrifft die Frage nach der Gerechtigkeit einer Regierung, nach ihrer Bedeutung für die Wohlfahrt eines Landes. Aber liier muß doch zwischen einer rein individuellen Beurteilung und der einer Gesamt• heit unterschieden werden. Es ist völlig unmöglich, etwa die Zionistische Organisation auf eine einheitliche Stellung, nähme über die inncrpolitisclic und mcnschhcitliche Bede« tung irgendeiner Regierung fcstzulcgcn. Dieser Gesichtspunkt kam» deshalb für sie niemals in Frage kommen; sic kann immer nur für das jüdische Interesse im zionistischen Sinuc cintrete«. Ob sie das im Einreifall tun oder sich zurückhalten wird, kann auch '.vidier nur durch das jüdische Interesse bestimmt werden. Und hier gilt, was ich vorher über die Zweckmäßigkeit eines Protestes schon gesagt habe. Zmn Schluß wirft mir Herr Bcilinson vor, daß ich chauvinistisch zu einer Politik der Sonderinlcrcssen aufrufe, die menschliche Kriterien nicht kennt. Aber diese merkwürdige Auffassung beruht auch auf der theoretischen Spekulntion, daß irgendwo eine Macht sitzt, Weltjudcnttnn genannt, die ohne Rücksicht auf die Völker jüdische Sonderrechte, dekretieren kann, um sich dann, unbekümmert um die anderen, des jüdischer» Wohlergehens zu erfreuen. Während in Wahrheit unsere Proteste die schwächsten und verhallendstcn sind und irgendeine Aussicht auf Erfolg immer nur dann bieten, wenn sie mit den Interessen cintlußrcichcr Gruppen innerhalb der Völker selbst übercinstiinincn, praktisch und tatsächlich also eher eine Art von Kampfgemeinschaft als eine verschärfte Trennung herbeiführen. Diese Einwendungen erschienen mir auf den ausführ• liehen Aufsatz des Herrn Bcilinson noch notwendig. Dr. Gustav Krojanker, München. Drackfehlcrbericlttigung I» dem Artikel von Dr. Beil in son in Nr. 90, Seite 631, Miltclspalte, 4, Zeile, muß es ridliiig heißen: ״Jedenfalls sollte die Weltjudcnhcit nicht eine begünstigende Ausnahmestellung für die Juden zu erzielen suchen.“ Inlsrpellaiion über das jüdlsclie Ministerium Kowno (J. C. B.) Der linke Flügel der christlichen Demokraten richtete an die Regierung die Anfrage, ob es richtig sei, daß der Minister für jüdische Angelegenbeiten, Dr. So 1 owcit sehik, seit längerer Zeit im Auslande weilt und im Amte, sowie bei den Sitzungen des Ministeriums durch Dr. Brutzkus vertreten witd. Ferner wird gefragt, ob cs zulässig ist, daß der jüdische Minister durch Dr. Brutzkus oder irgendeine« anderen vertreten werden kann, wo doch in den Landesgesetzen ein Stellvertreter für den jüdischen Minister gar nicht ׳ vorgesehen ist, Keren Ilnjessod Amerika. In Philadelphia, wie auch in vielen Philadelphia bciinchbnrtcn Orlen_wurden zur Zeit große Vor• bcrcitungcn für den Drive getr offen. Der Staat Ohio begann ebenfalls vor kurzem mit der Keren 1 In;Tsro,!-Arbeit. Für Ende November war eine Konferenz der Keren 1 Injosv-y]. Organisation von Ohio ciiihcruim. Inzwischen soll die Ein. Ziehung der Außenstände in Cie vc 1 aiul und in anderen Städten Ohios fortgesetzt werde«, — Auf der am 16. November in Philadelphia stattgefiimleiieii ersten Jahrc״kouferenz der Maasscr/atifcr wurde' 11. a, daß eine besondere Liste von Personen oder Organisationen, die ihre Keren Hajes• sod-Pflicht erfüllt haben, angelegt werden soll. Wie die Ilauptdelle des!(•:reu Hajt.soJ in den Vereinigten Staateci» beriditet, betrugen die Eingänge in der Woche vom 10. bis 17. November 26 5(19 Dollar, 90 daß der Gesamte ingang des Keren Ilnjessod in Amerika sei( seiner Begründung 2 392 605 Dotlar beträgt. Oesterreich. Der Vertreter des Keren Hajmorf- Direktoriums, Dr. Nahum Goldmann, hat während seines 12 tägigen Aufenthaltes in Wien in 15 Versammlungen und Zirkeln gesprochen. Auch in Graz hat er an einer Massen- Versammlung leilgenommen. Es ist Dr. Goldmntin audi ge• luiigeii, das Interesse zahlreicher jüdischer Kreise, die bisher dem Zionismus ganz fremd gegeiiüberstamien, für die Palästina- Sache zu erwecken. Eine neue zionistische Gruppe Eine ncugchildctc zionistische Gruppe in Berlin ersucht uns um Abdruck ihres Programms. Das Programm soll die Grundlage einer Vereinigung bilden und ist schon von drei Gruppen akzeptiert, die in London, Palästina und in Berlin entstanden sind. Das Programm besteht aus zwei Teilen, und zwar einer ideologischen Einleitung mul den konkreten Forderungen. Wir können aus Raummangel nur den zweiten Teil, die konkreten Forderungen, zum Abdruck bringen. I. Kolonisationspolitik. 1. Die Institute der Zionistischen Organisation haben, von der Metliodc der nationalen Kolonisation ausgehend, sich jeder Tätigkeit zu enthalten, die philanthropischen oder kaufniännisdicti Charakter trügt. 2. Sämtliche Geldmittel der Kolonisationsanstaltcn müssen nach Palästina hinübergeführt werden, urn sic dort zweckmäßig in der jüdischen Wirtschaft des Landes zu verwenden. 3. Die Privatinitiative muß in atl den Fällen, wenn sie der Verwirklichung unseres Gcsamtkolonisationsplancs im Wege steht, der ökonomischen Einwirkung•« unserer Institute, d. 11. den obersten Interessen der nationalen Arbeit im Lande, als Ganzes unterworfen werden. 4. Der Nationalfonds iiat sich nur mit derjenigen Tätig- Reit zu befassen, die durch seine Grundaufgabc streng vorgeschrieben ist — mit dein Ankauf des Bodens zum Kollektiveigciituin der Nation und zur Bebauung durch jüdische Arbeitedemente. 5. Die Zionistische Organisation muß das Budget der Palästinaschulcii sichern und darf nicht die Ausgaben, die für die Erhaltung und Stärkung der bereits auf diesem Gebiete eroberten Kasitionen nötig sind, vermindern, öclbst zugunsten anderer Gebiete der PalusÜnaarbeiE II. Organisationsrcfornica A. Grundlagen. 1. Die Zentralorgane der zionistischen Bewegung müssen sich in ihrer Tätigkeit ahf ein weitverzweigtes Netz lokaler aktiver Gruppen stützen, die fähig sind, die Beschlüsse der Kongresse und Konferenzen zu verwirklichen. Daher muß dem' Wachstum und der Entfaltung solcher Gruppen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werde«. 2. Als aktives Mitglied der Ziotiistisclven Organisation gilt derjenige Zionist, der sich nicht bloß allen Kongreßbeschlüssen unterwirft, sondern auch alle ihm von der Organisation auferlegten Verpflichtungen erfüllt. 3. Zur praktischen Verwirklichung aller Maßnahmen der Zionistischen Organisation vereinigen sicli die aktiven Zionisten zu Organisatiousgruppen, die aus ihrer Mitte leitende gcschiiftsführcivJc Organe in der Form von lokalen Komitees wählen. 4 Die Mitglieder der Zionistischen Organisation, die keinen dauernden disziplinierten Anteil an der Organisationsarbeit nehmen, delegieren in das Komitee der* lokalen Organisation zwecks öffentlicher Kontrolle ihre Vertreter, die Sitz und Stimme haben, wobei die Zahl dieser Vertreter so berechnet wird, daß die Vertretung der aktiven Organisationen die Stininiciunehrheit behält. 5. Sämtliche Mitglieder der Zionistischen Organisation, sowohl aktive als inaktive, genießen die gleichen Rechte bei den Waiden zu Kongressen und Konferenzen. B. Reform der Zcntralorgane. 1. Für sämtliche Mitglieder der Zionistischen Wcltorgaiusatkm, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen Föderationen und ideellen Gruppierungen, soll ein einheitlicher Schekel zur Kongrcßwahl eiiigcfünrt werden; die Waid zum׳ Kongreß soll auf Grundlage des allgemeinen und pro portioncllcn Wahlsystems erfolgen. 2. Die Wahlkreise zum Kongreß sollen vergrößert werden. 3. Der Kongreß 9011 alljährlich zusammentreten. De Jahres• konferciizcn sollen abgcsciiafft werden. 4. Die Datier der Kongreßtagung 9011 verlängert werden. 5. Sämtliche Wahlen in die Zetitralorgane und Kommissionen sollen geheim sein. 6. Die Geschäftsordnung des Kongrcs&es muß im partamcntnrischcn Geiste geändert werden. 7. Das große Actio 11s-Co mit 6 muß abgcsciiafft werden. Die Exekutive soll so reorganisiert werden, daß für jeden Arbeitezweig ei« Sandcrrcssort gebildet wird. C. Landsmannschaften. 1. Die Fragen des inneren politischen Lebens jeden Lindes, die dem Kongresse nicht unterstehen, gehören auch nicht der Kompetenz der Landsmannschaft, die bloß die gemeinsame Arbeit der einzelnen Föderationen und Strömungen des Landes vereinigt, insofern sic durch Kongreübcsclilüssc" vorgcschricbcn ist 2. Zur Regulierung dieser gemeinsamen Arbeit in ihrem Lande besitzt die Landsmannschaft lokale und zeniralc Organe (Konferenzen) und lokale Rayen- und Zentralkomitees, die auf der Grundlage von Verhältniswahlen, die für alle Zionisten des betreffenden Landes gemeinsam sind, zusammengcstcllt werden. D. Zionistische Organisation und Judentum 1. Die Funktionen der Jewish Agency sollen aussciiticßlieh von der Zionistischen Organisation aingeübt werden. 2. Die Zionistische Organisation, die in der Idee und tat• sädjjieh das einzige, alle diejenigen Juden vereinigende Organ ,ist,' die die »ationalpolitischc Renaissance in Palästina er• streben, kann nicht die Initiative ergreifen, um einen jüdischen Weltkongreß cinzubcruten, der sich Aufgaben stc.lt, die;nit den ihrigen identisch sind. In Angelegenheiten des Verbandes in Deutschland wende man sich an Herrn Markus A pst ein, Berlin W15, Fa־ snnenstr. 57, Tel Pfalzburg 2774, oder Caruch Krupnik, Berlin NW, Wullcnvvcberstr. 3, Tel Moabit 5583.