Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 96 (5.12.1922)
- Date
- 1922-12-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652495--15371-2673839- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
fidfc m§ ׳ fc* *•״-״■׳-״* ■״. ■׳•-«•——*— nur!)futsche gibt, die noch mannhaft genug' sind, den <i cva 1! ä (1 fi c r« 11 זן e n der jüdischen Welt- 111 ac 11 t zu trotzen. Der Ruf von unserer Tat ist weit über die Grenzen unserer Heimat gedrungen und hat bei allen Deiitechßcsinnteii hcRdsterien Widerhall gefunden. Die Frage der ׳.studentischen Mitbestimmung ist aufgerollt. Die bisherigen Verhandlungen darüber sind_ zufriedenstellend verlaufen. Wir haben durch unser Auftreten' den jüdischen .Drahtziehern für das nächste Jahr-Dutzend wohl die Lust 'benommen, an die Spitze einer deutschen Universität einen Fei 114 des Deutschtums zu stellen. Der größte Erfolg unseres bisherigen Kampfes 'liegt vielleicht darin, daß rnd! der Gleichgültigste unter unsdie Gefahr des Judentums in ihrer ganzen, Größe erfaßt und die Uebcrzctigung erworben hat, daß cs für den Deutsch- Wütigen nur eine Lebenslosung gibt: Die Ketten zu zertrümmern, in die die Aus erwählten eines verbrecherischen Gottes unser armes Volk geschlagen. Prag, am 25. Ncbelungs. , Die Streikleitung der Prager deutschen Studentenschaft“ Es fällt schwer, sich* mit dieser aus giftigem Haff und ver• brechcrisdier Usicruitg zusammengesetzten Armseligkeit zu beschäftigt׳ .״ Aber für 'die Prager cfcutrph'-Hbcralcn Juden ist cs eine Mttcre, hoffentlich heilsame Lehre, daß sie, die durch Jahrzcluitc die Träger des Prager Deutschtums waren, seine Theater, Schulen, Institutionen erhalten haben, bei allen Wahlen den Deutschen Gefolgschaft leisteten und sidt für ihr Deutschtum zuweilen sogar die Köpfe blutig schlagen ließenv — jetzt erfahret», was sie in den Augen des deutsdven Intelligenznach wuchsen simt: ״Auserwähl te eines verbrecherisch en' Gottes“. Charakteristisch auch, daß kein Wort des Proteid« aus deutschem Munde gegen diese Lanshüberd fiel, daß auch die deutschen Professoren, die ohttedics bi ihrer Mehrzahl den Kampf da־ Völkischen mit Sympathie begleiteten, durch Stillscliweigcn ihre Zustimmung zt» erkennen( gaben, Und Steinherz, dessen Lebensarbeit deutscher Wissenschäft galt und der politisch stets überzeugter Deutscher war, erfährt jetzt, daß er mellt nur als ״Vclksfrcmdcr“ (das wäre noch' irgendwie tu begreifen), Modem als ״Feind des Deutschtums״ angesehen wird. Ein• Zwischenfall, der direkt Zimt Vergleich' mit dein Fall Rathenau hcraaisfordcrt,'wenn auch die Konsequenzen derselben Gesinnung hier weniger verhängnisvolt waren. Ein Ausschnitt aus der jüdischen Tragik; ein Eintelfall, der typisch ist, ein Ereignis, das zu denen gehört, die Blinden die Augen zu öffnen imstande wären. ־ Die Jahresversammlung der Ifö fiaf dieser Tage beschlossen, ihre Tätigkeit weiter ruhen zu lassest mit Rücksicht auf die Arbeit der Zionistischen Organisation. Zangwill erhielt die Vollmacht, jedes inzwischen ach ergebende territoriale Angebot nt prüfen. Was das praktisch bedeutet, darüber haben die Erfalwungcn der letzten 17 Jahre genügend Klarheit, gebracht. Die Ito wtirde bekarartiid* mach dent VI. Kongreß durch die Sezession Zangwilb und »einer Freunde gegründet, ln ihr vereinigten sch' diejenigen Gruppen, die das Streben nach einer nationalen WLederaufrichtung des jüdische!» Volkes, die dauernden Verfolgungen und ertreibungen der historischen Idee des jüdische« Volkes. Es hat sich gezeigt, ,daß-dia>e■• mafiamistisehö Auffassung 'keine. Resonanz zu■ fitvJea vermochte.. ■Trotzdem, die furchtbare' Lage des jüdä'-dic!» Volkes, die dauernden Verfolgungen und ertreibungat von Land zu Land sclion als Notstandsaktion für die leidenden Massen ein Eingreifen erforderte, zeigte ®'eh doch, daß das jüdische Volk keinerlei Begeisterung für einen solchen Oedanken aufbrnchte. Für das Judentum' gab cs iwf ein e Möglidikcit der, nationalen Auferstehung, und das war de Wieder- Vereinigung mit dem Lande Palästina, das nicht nur ein geographisch'«•, sondern ein geistiger Begriff für das Volk geworden war. Hätte das jüdische Volk seine Energien so sehr auf den Tcrritarialvsmus konzentriert, wie cs säe latsächlich dem Zionismus zuwendete, so liätte vielleicht auch der ■Tcrritorialismus; getragen von einer starken Bewegung, einen Erfolg erzielen können. Da er aber sich in der Tätigkeit isolierter Einzelpersonen erschöpfte, sind alle seine Versuche Im ersten Stadium gescheitert Während de» Krieg«, als die Palästinafrage aldiicll wurde, haben die Territorialistcm sielt allmählich zum Zionismus zurüdcgcfundeit ,,Zuerst die sozialistisch orientierten alten russischem Territorialisten (S. S.), deren Führer Syrkin in Amerika den Anschluß an den Zionis- Vom Cliamikkah * Tisch Hebrälscfie NeaertchdnoBgen . . Der 14. und 15. Band' der Vlerfeljahresschrtft ״Hat- k u f a h“ (Verlag Abraham Josef Stybel, Warschau) sind zu- . sammen in einem Doppclbapd erschienen und bilden einen kolossalen Wälzer, von zirka 800 Seiten, der* wie gewöhnlich eine Auslese aus der zeitgenössischen hebräisdten Literatur vorlegt. Im literarisch-belletristischen Teil dnd vertreten: Schofm an, Tsehernichowokl, Leo Qutwiller, Awigdor Feuerstein, Ben-Awrartr, Chalkltt, Wolfowsk!־und schließlich J, Burla mit dem Anfang eines , palästinensischen Romans. Gedichte haben beigesteuert: ,T sch e r ni cho wski (Die Modi zeit des Elka, eine Idylle), Jakob Fleh man (Jerusalem, Ein Sonettenkranr), Jakob Steinberg, Matatjnhu Sch och et, Ahrom Zeit! ln, J. Bat *Mirjam, Jakob Kahan. . Eine besondere Spezialität der Zeitschrift, die ehe Schaffung einer hebräischen Univcrsal-Literatur, die Vermittlung der her- , vorragcndslcn Werke der Weltliteratur an das hebräische Publikmn als eine ihrer Hauptaufgaben ansicht, wären stets die Uebersetzungen. Der vorliegende Band bringt die Ucker- , Setzung den 2. und 3. Aktes von Schillers ״Wilhelm Teil“, die kein Geringerer als Bia Hk besorgt hat (der erste Akt L r»tand. schön im 13. Bande) und die in ihrer ktassisdh-hebräisdicn .Wiedergabe des Sinnes und Geistes das Originals besonders den deutschen Leser interessieren wird, ׳ , ■ '■' Aus dem reichen essayistischen Teil erwähnen wir einen uni- . fangreichen■ philosophischen Essay von Zvvi Dlesend ruck ״Die Sünde des Objekts", ferner eine Abhandlung Prof. Dawid N eum a rk s über den Anteil der jüdischen Pliilosophie ' an der Entwicklung der kritischen Philosophie, einen Aufsatz über di« öesciiichtc des Kalenderwcsens von Ch. J. Born- ,. steil», mehrere lUcraturkrilisdic Aufsätze,, darunter ■•von Lacho w er über Berdyaewski (Bin Gürten) und von HilleI Zcitlin über. Brenner. In dem ״kleingedmktcn" Teil ■ linden wir noch eine Fülle von Bemerkungen, meist über literarische Gegenstände. Wir nennen nur Aufsätze von Schalom Streit über Jakob RaMmwta, von ZwJ Wiftawskl. über Abraham Idclson, von Ribolow über Opatösdiu. D. A. Friedmann besprklif Oerfiart Hauptmanns ״ludipodi“, Es JÜEDH j ours vc!■;;1> ׳: K’eilien 1V. Eder cireii und allni"',’:! Arbeiter wurde. Z'i.'p weil er gerade d.־.! ihm nicht vcrwiiMiE.I ziemlich ciivnam f.riri: gestellt. Der Paiä.ilir; wcgtmg■ geworden, t! durdigcscUt hat. -I.'ÜOI. זז״. ■י■':;׳!:! '!>״•’• ׳ :rt,!>״״>.mriri: at, in ■!it seiner Ansidit 'Tüll;;!:: if ein!- i.t eine '!;;re״a' Bf ,;1' tili iraüi Innen Nr. fR» ■ f *-־־ 1 ־ «־»t*•■ י י .uvi U iw ju;;c. 11 Pomifc ,vax י יו v. ■י״׳יו Der Jüdische Nafter.Jl fest von der ׳p;d״al.!,?:; fontfs ist die äUc:.lo v״;i י..ץ■ "Zionismus, deren Atifrpd: ר, Erve׳!■ als■Occamtcigeniur.1 der j;'. ” dr und soziale ßedeuhuig יי Büros nach Palästina i.t r.ici.'i, 1.;:;• *:!•״ auch . ein symbolische r Akt. R :.1 ׳;, große InslUtrfion, die i1:r Zc::in;:ri;:׳״ Er arbeitet jetzt ini laut2 u.ri im v Erfordernissen des Lande.־, und. d r Ruf, der aus Palästi11a in alle Ee;.,:u üu Dia׳:■por.t dringt, wird besonders lcbhal'lcs Etl.b vrc:,’;:.r. Dia Judeusciiaft wird auf diesen Ruf hören lx;1J wi;׳J ver,:‘:.!;■..■■־, daß c!b Ueber* Siedlung der Zentrale «In Schritt Li d:־r Umgnipplcmig des jüdischen Volkes ׳ ist, das sich sllrnäldich konzentrisdi ■um l’aläsiifta samTnelt und dessen■ Magntinarfcl■ nach Jerusalem zeigt. Wir beglückwünschen «Jas Hauptbüro zu seiner Uebersiedhing und wünsch«״ ihm( einen aetfert Aufsdilvuitg tdnef Tätigkeit ',!■!; itriic ciüte*. Mai'i!• :.■ V ,■ Msritenal- 7״־.i;:Ii1i1״iüilk1!״־ (Fes ■ ״,;! f’SM:sis,11׳ am Bodens ,, Cgrö.T:■ v~ Hoiialu ■'■ ":י־*-׳- d'3'״ Haupt- , ' ׳,!.'. ״er, 50n<!:ml ׳״.' ׳;nd3 Ist die erste Pr'""',:!3ו verlegt fiat. ’.׳: IContaht mit den glichca Arbeit. Der re!: ferfmaö twi S« ג telt deT k ה: Jcrustälcpi. (J.C.B.) Die Führer der hatlonalon musclrtiattisclten Organisation besuchten den Präsidenten der Ziortetisdsen OrgÄnis.ition, Dt, Ch. Weizmann, 1tr;dt reiner Anlainft In Haifa und besprachen mit ihm die innere Lage des Landes und die Beziehungen zwischen der arabischen und der jüdischen Bevölkerung. Das Gespräch trug einen sehr frcundschaftlidien Chnralctcr. (Die ״nntional1־m:s׳clmanir,c112״■ Örteanfsailori ist die hrt GeDcusate zu der ״nnisslmaniscit-chrislüchcn“ Ge- Seilschaft begründete gemäßigte Organisation, Die anüzionistische Kampagne wircl von der ״muselmanischchristiichcn" GcscllscltaCt getrieben. Aitm. d. Red.) Elnfreffen Dr. Wct;11r:;1«s in |c.rsc ',l;a Jerusalem, 1. Der. (J. C. B.) V/cIzni an n Ist aus Haifa in Jerusalem eingetroffeu und durch den Waad feierlich empfangen worden. Der Empfangsfeierlichkeit wohnten u. a. bei: Colonel Kisch, der , z111::;״n1cn mit Dr. Weizmann cingciroffcn ist, sowie dar, Mitglied des Wirtscliaitsratcs der Zionistischen Organisation und des ■Direktoriums des Keren Hajessod, Dr. 11 a I p e r 11. •..־.״ ln seiner Antworimie auf die D־grr:r.un״on betonte, ,Dr. Weizmann, daß die politische ArbJt’ j!r-sh ,!•,!ent■ zu Ende geführt sei. Seine jetzige Pabmlinarci״•,; stelle irn Zusammen• hang mit der Frage des Inneren Friedens im Lande und der Beziehungen zwischen den Juden und den Arabern. Er gedenke .zwei Monate Im Lande zu verbleiben und sich dann nach Amerika zu begeben. Beilegung eines Lc*1rerl;or<״Hfcfs In Palästina Jerus alem. (J.C. B.) Unter der jüdischen Lehrerschaft Palästinas herrschte in der letzten Zeit eine große Erregung darüber, daß man den Lehrern in den letzten 5 Monaten das Gehalt nicht at:3׳gc7,:hlt hat. Der Lehrerverband regte beim Waad Lcumi die Einberufung einer Konferenz an, die sich mit der Beschaffung der Mittel für die Schulen und die Lehrerschaft befassen soll. Es wurde die Teilnähme Dr. Ch. Weizmann* und M. Uasischkin& zur Bedingung gemacht. Für den Fall, daß den Lehrern bis zum 27._ November das Gehalt nicht ausgezahlt wird, hatte man die Proklamierung des Lehrerstreiks beschlossen. Es kam jedoch erfreulicherweise nicht dazu, da die rück- .ständigen Gehälter inzwischen aus gezahlt wurden. E i it e E!11 g e ״ n » n g. Von Dr. Mose* Bei linsen, Rom. Die Potemil־, die über jüdische Politik im Galuth zwischen Dr. Weit-,41 fsiicFDr. ICröjaiiker einerseits und mir andcrcrscit'» irrt (s. Nr. 75 und 78 der ״Jüd. Rundschau") wühlt tö'rc:;!lieh alle Probleme des jüdischen Lebens bi der Dlasjvsr* nul, 1.,׳d ihre Weiferh'iliriing sdicint mir deshalb bcrcchtH׳ Die Orurdlagcri ,der jüdischen Politik in der Diaspora wurden %un der rioiüsticclien Presse Irn allgemeinen wenig untersucht, wd dic־;e Pzditik war deshalb bjs jelzt recht «npirisdi, uryprinzipiell «:;!I, trotz der radikalen Ziele, o!׳portunisii5.fi. ich av־B mi f! aber bemühen, bei dieser Polemik nicht in den gerdrten Toi von H. Dr. Krojanker zu veil,allen. , , Was Dr. Weltach anbctriflt, so gfaulK ich, daß wir unsere Polemik, obwohl' wir ■■it» vielem atiscinatutergeheti, als abgc-, •sdifcosen betrachten können; soweit Dr. W. für unsere lic. wcgimg nur ״ein Lebemreciit innerhalb der chirdi die heutigen ruwiselten Zustände gesteckten Grenzen" verlangt, decken idi untere Ansichten. Ganz anders steht die Sache mit Dr, Krojanker, von dessen Anschauungen mich eine Kluft trennt und, im Gegensatz zur Meinung von Dr. Wcltseb, gl.mlie ich rvidit, dafl unsere gentein-samc negative Stellung der Sowjet-Macht gegenüber eine Brücke über diese Kluft bilden könnte. Es ist selbstverständlich, «faß ein Ignorieren der jüdischen Interessen mir nie eingefallen ist; aus'lrüdclich und wicc!er!»lt hal>e Ich ln meinem ersten Aufsätze über Wahrung dieser Interessen, über eine Synthese der jüdischen und ah^emeinen Interessen usw. gesprochen. Es ist ebenso selbstvcrtändlidi, daß auch meiner Äncidit nach von Juden eine jüdische Politik getrieben werden muß, nur gehen wir offenbar mit Dr. K. in Auslegung1 dieser Politik weit auseinander. Meiner Meinung nadi darf keinesfalls nte einzigen Ziel dieacr Politik die Sicherung der (»ationalcn RccJitc und des Wolilergehens des jüdischen Volkes aufgestellt werden, sondern auch etwas viel Weiteres um! Wichtigeres, nämlich die Sicherung eines friedlichen Zusammcnleben* des jüdischen Volkes mit seinen Nachbarn auf der Grundlage der wechselseitigen nationalen Anerkennung um! Achtung, Dieses weitere Ziel ist wesentlicher auch deshalb, weil ohne dasselbe das engere Ziel mir nicht erreidibar erscheint; deshalb muß jenes die bestimmende Ridiiungslinic unserer Diaspora-Politik werden, während in Wirklichkeit sie, bis jetzt fast ausschließlich von dem ersten engeren Ziele bestimmt wurde. Man verfallt damit in denselben Felder, der in den ersten Jahren nadi der Baifotir-Deklaration unserer Palästina-Politik anhaitete: man glaubt-• mit der formellen, von außen kommenden Anerkennung unserer Rechte unsere Stellung vollauf gesichert zu haben, und mir wenn die Realität in minchmal grausamen: Manifestationen zum Vorschein kommt, erinnert man sich an die realen, einzig ausschlaggebenden Verhältnisse im Lande, erinnert man sich daran, daß entscheidend nur zwei Faktoren sind — die jüdische reale Arbeit und die wirküdrer» tagtäglichen Beziehungen mit denjenigen, mit denen man im Lande Schulter an Schulter wohnt. Auf der doppelter Basis: Verständigung mit ihnen und Wahrung des Judentum* rollte die jüdisch« Dlasjzora-Poliük aufgebaut werde!*. Id* weiß sehr gut, wie demütigervi in gewissen Verhältmssen die Parole der Verständigung■ seitens der Juden ■ scheinen kann, aber nur scheinen, denn in Wirklichkeit ist da* Ruf nadi Verstäitdlgung, zumal gepaart mit der Forderung der uneingeschränkten jüdisdien Rechte, nie demütigend und dürfte auch nie fehlen. Öc Diaspora-Realität ist die, daß die Juden nicht nur Juden, sondern auch Menschen und auch Staatsbürger sind. Wenn der Nationalismus wirklich eine Weltanschauung und nicht nur eine Parteiangehörigkeit ist, so müssen wir eine Synthese des Juden und des Menschen suchen. Wir wollen doch nicht die alte Forme! der Haskalah ״Jude zu Hause und Me nach draußen" wiederaufrichten. Wenn nun int Lande, wo wir wohnen, one entscheidende politisdie oder sozial« U11tw׳älrung sich ereignet, z. B. eine Revolution, ist es für uns iimcfllch umnöglidi, diese Umwälzung von zwei Standpunkten, deren Ergebnis dann eventuell auscinandcrgchen könnte, zu betrachten. Wir können uns nicht von unseren Qualitäten ״Jude" und ״Mensch", die für uns eins geworden sind, abstrahieren, noch sie airscinanderhalten; würden wir, Zionisten, diese AuscinamJcrhaltung proklamieren und unser Interesse nur Ist unmöglich', alle Beilrlge anzuteJtreii, sdteti atu dem Hervorgehobenen ist zu ersehen, daß der neue Band der ״I latkufah׳', deren Erscheinen von der treuen Gemeinde der hebräischen Leser stets mit ׳Ungeduld erwartet wird, auf der Höht seiner Vorgänger steht Int Verlag Stybel!?Ine! ferner err,'*;ier1״t: eine tot Josef Heftmann besorgte Ucbcrsct/iuig von B. K e 11 c r m a n n * ■ Roman ״Der Tor", ein Roman ״Frther Chajes" ■von Elieser .Steinmann, ferner (In Pal'islina) eine bewundernswerte Uebersetzung von Hebbels ״Herodes und Marianne“ ven Jakob Fichman (rnit einigen kluger! und tretenden Bemerkungen über Hebbel als Eialciteng). Der Verlag ״Onranus" (Fran’d״,{ a. M.), derzeit Kinderbüchcr kiirzlk'h nr» die.;.: f.fr’te waren, gr.b d.*.*1 bekannte Jugcndlmclt ״Da1: Ifette* \׳üii F.d;.;ontl’de Ätnicln it* hcbrliisclter Ueberctung von J. H■::Ilmatm heraus (mit vollständig punktiertem Text). , ■ , , in dem Verlag ״Ajanot 11" (ßcrlinj,■ crcdtkucn ibeben in schönen Ausgaben (Air;tattung v*4!־ Men.־,dtein Bimbainn) die beiden klassischen. Bücher des Cliasvldisinu:, ״Schi w׳che ha Beseht“' und ״Ma'assiolh k Rabbi Nach• man m i Brazlaw". (Es sin׳J dic.;,.:lbr!1 B;iri״:r,'rite Marlin Buhet־ deutsch bearbeitet hat,'die ׳,,-:;׳:•,!״'te‘ d■:•־, f.aei-Sd em" «ml di« ״Geschichten des *Ra'ubi Mari.n: ■,n״.) Driute Ciidicr Find• ausführlicH cingclcilct vor* Dr. S. /־», liorodezky, dessesl tiefe Kcwiinls des Clior *,kl; ׳ ij;k! teiuer Litezator u»l lebendige, Darstcllunjsckralt sehe;* au.;■ uhlrcicltcu früheren Schrillen bekannt ist. 1 ioro.lazky gilt!rrhl nur bto'rrnpäiir.c’ltca und litcr.1(urgescl1ichU;c;rs Malcii-־*-!, r-nriern eine Fiiifükrtirig in das Wesen der c11.1:riri;;.ri!::n ׳LG!deren Träger der •־״Zaddik״ ist. Die!■Icretr;:de die :,er Tc:ri:S it* lei eilt benützbaren Ausgaben erld 'ri::t <ter״n, rite mri Onrul der riaitsdicn ' Berichte sich zu.u €1־::■;■:־,iilri l״::gc:־'־;ca fühlen trad in Ihm die wichtigste jlid;:.׳:Jte Cnvc!;u,•.;.; Idzten J.-lirhundcric selten, das Vor׳Irit׳.::׳:n zu den hc!;i׳"i הל;|. י Quellen. Diese vcrdicnrrtlicJic vcrlcgerischc Tat Ft frier zu begrüßen. Horodezky hat;;11 It reim: wir־o!'!‘•־,Bliche Zciisdirilt ״Hagerca", die vm; dem K'.i in Berlin erneuern!;51:!;::!. I.),- dtsdie!» Kulturverlai;", L'erlln, r ׳• In o.ri crrtdtiCn, jetzt j.“Hiitr:;te!t, dar, im ״Jü• .:I :.u tvoritirnen fst, enihält Arbeiten, <fic schon 1014 in Satz gegeben worden sind; die Mitarbeiter sind Prof. Israel Levi, Prof. Levi Ginzberg, Dr. S. Posnanski, Ben Gorion und Horod czky. Man slehL mehrere Autoren habet* die Drucklegung ihrer Arbeit nicht mehr erlebt. Die Zeitschrift ist eine wertvolle Bereicherung Unserer wissenschaftüdien Publizistik. ■ Das Jahrkfeh ״Aebiasaf“, das vor dem Kriege ein zentrales Organ der hebräischen Literatur und Publizistik war und die bekanntesten hebräischen Schriftsteller zu seinen Mitarbeiten* zählte, feiert gleichfalls jetzt In Warschau unter der Redaktion Dr. Thons seine Auferstehung. Das Vorwort der Redaktion sagt einige bittere Worte über die Abhängigkeit, in die heute die hebrätsdre Literatur von der guten Valuta gerate!» ist. Mehrere prominente hclzriisdio Sdiriflsricllcr, die die Redaktion zur Mitarbeit an diesen an TradiJJoncn s3 reichen Jahr kielt aufgefordett Int, l-abcn rin so!»lies Dollartionorar gefordert, daß der •Warjchaucr Verlag cs natürlich nicht be* williger* konnte. Die 1 ler.urpgcber hatten die Wahl, ent weder ihr Vorhaben aufzugeben, oder sielt mit dem Material zu be־ gnfigcri, das Ihnen die nicht auf gute Valuta versessenen Schriftsteiler zur Verfügung stellten. Sie entschlossen sich zu dein zweiten Weg und haben trotz die«!* bedenklichen Ersdtwenmgen ein gutes Buch herausgebracht. Die publizistischen Beiträge haben das Uebergewicht; als Mitarbeiter sind מ• neunen: Dr. Odas Thon (״Auf der Sehweite einer Epoche"). Simchoni (״Der Auszug aus Babylon“), Dr. Josef Klausne r (״Palästina — Ercz-Israel“), M. Ehrenpreis (״Von De* bnrah bis Bialik“), Orlnowski (über Jakob Kahan), Zitron (über Smolenskjn), J. Grünb’aum (.,Die NatKanal- : rate*'), S. Rosenf« Id (1114—1027); zum literarische״ *Teil haben Jakob Kahan, E. Steinmann, J. Preß* mann u. a. bcigestcudrL Ferner finden wir Nachrufe füf Po'.nanslti, Frischman, Ben-Awigdor, eine wertvolle und muhevolle bibliographische Arlxzit ülicr die hebräische Presse tcß 1557, von Mendel Probst, die insgesamt 633 Erscheinung«1* ■ registriert; im Anhang sind die wichtigsten politischen Dok11' me nie der letzten Jalue (Mandat 1*3 w.) zusammcngestcllt. Ma״ sieht, cs ging auch ohne Dollars und ohne klangvolle Namen, aber die in der Vorbemerkung angvrülrrte Fragt ist tatsächlich ■ eine filr unser ganzes Kulturleben und unser morilisdt« l£T*a I 1>!d*t at UßtcrscliiiizenJe Erodteiutxng.