Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 95 (1.12.1922)
- Date
- 1922-12-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 822 JUIID!'3 CI:E r:UNDSCH AU1 Nr. 4UM!L\ji m t ‘ 4. ,ו*•׳ %*>»* W#*. Debatte über den jüdischen Wh Der österreichische Parteitag, der vom 25. bis 27; No. veanfcer in Wien abgehaltem wurde, verdient vor allem danui erhöhte Beachtung, weil er der erste zionistische Parteitag einer Landcsorganisation ist, bei dem nach dem Karlsbader Beschluß die Frage des al!jüdischen Weltko »grosses diskutiert worden ist. Der Vorsitzende der österreichischen Larvdescrganisation, Stricker, gehörte schon in Karlsbad zu den entschiedenen Gegnern des Weltkongresses, und er hat dieses! von ihm sehr wirksam und mit sehr beachtenswerten Argumenten vertretenen Stand• ptmkt auch nach dem Beschluß der Jahreskonfcrcnz nicht aufgegeben. Erst vor einiger Zeit veröffentlichte er in der ״Wiener Morgenzcili*!!״“ mehrere Artikel, in denen er seine ablehnende Haltung begründete. Demgegenüber gehört der im österreichischen Zionismus einflußreiche Oberrabbiner Dr. Chajes, der Präsident des A.C., zu den entschiedensten Vorkämpfern der Kongreß-Idee und hat seinen Standpunkt u. a. in einem dein Redakteur des ״Neuen Wiener Journals" gewährten Interview dargelegt. Allgemein wurde erwartet, daß die Frage des Kongresses am Parteitag zur Klärung kominen werde. Eie Debatte wurde besonders gefördert durch die Teilnahme des Mitgliedes der Exekutive Dr. So• loweitschik. Nachstehend der Vcrhandlungsbericht. Nach der ersten Sitzung, die größtenteils mit Formalien «nd Begrüßungen ausgefüllt war, erstattete der, Präsident des L. IC, Ing. R. S t r i c k e r, das Referat über die allgemeine Lage im Zionismus. Das Palästina-Mandat schaffe eine ganz neue Situation. Das Mandat ruht auf zwei Tragsäulen: der Marcdatsniacht und dem Völkerbund. Daher müssen wir den Koniakt mit jenen Mächten suchen, die unserer Sache noch fremd gegenüberstehdn und dennoch für unsere Sache gc* stimmt haben. Wir müssen unsere Außenpolitik ausgestaltcn und eine Propaganda entfalten, welche unserer Sache bei den Kulturvölkern der Welt Verständnis wecken soll. Für den Zionisten als solchen besteht die Verpflichtung, mit aller Kraft für den Völkerbundgedanken einzutrclen, denn alle Verträge stehen und fallen mit dem Völkerbund. Weiters liegt cs in zionistischem Interesse, England gegenüber loyale Politik zu machen. Das große Problem, das jetzt vor was stellt, ist der Aufbau Palästinas. Wir müssen alle Kräfte dazu anstrengen, aber auch die Hysterie vermeiden. Man dürfe nicht sagen, wenn man nicht jetzt Palästina aufbaue, seien wir verloren. Ebensowenig haben wir das Mandat tmier der Bedingung erhalten, Palästina in einem bestimmtem Zeitraum aufzubauen. Die Frage des Keren Hajessod ist eine Frage längerer Erziehung zum Opfer. Im großen und ganzen ist der Keren Hajessod auf gutem Wege, aber wirtschaftlich kann Palästina durch ihn nicht aufgebaut werden. Seine Aufgabe ist die Vorbereitung für den Aufbau, nicht der Aufbau selbst. Wirtschaft baut sich auf Kapital stuf. Das Kapital verfangt Sicherheit und Chancen. Es bedarf eines Führers, und das ist die Bank Unsere Bank muß ausgebaut werden, denn ihr hcutigei Zustand ist völlig unbefriedigend. Wirtschaftlicher Aufbau ist nicht bloß Idealismus und Aufopferungsfähigkeit, sondern es müssen auch die entsprechenden Mittel vorhanden sein. Eine vernünftige Wirtschaftspolitik in Palästina ist das beste Mittel, um die anderen heranzuzichen. In der Frage des Weltkongresses bekennt skh Redner als Kon greßgegner. In erster Reihe interessiert uns die Frage: Soll die Zionistische Or■ ganisation aufhören oder nicht? Ein Teil der Mitglieder der Karlsbader Jahreskonfcrcnz hat erklärt, der Kongreß, den sie me inen, sei die Ablösung der Zionistischen Organi• sation durch eine andere Form. Dies gelte für den Misrachi. Di« Majorität aber, welche den Kongreß will, will auch die Zionistische Organisation. Wenn der Parteitag dazu kommen sollte, einen Antrag für den Kongreß anzunehmen, dann müssen wir fragen: Wollen wir, daß die Organisation weiter bestehe, dann müssen wir diesen Willen zum Ausdruck bringen. Sollte es sich herausstcllcn, daß der Kongreß . nur unter Auflösung der Organisation möglich ist, dann müßten wir sagen, wir lehnen diese Sache ab, (Lebhafter Beifall.) In der Sitzung von Sonntag vormittag gibt der General- Sekretär Dr. Gelber Erläuterungen zum Tätigkeitsbericht des abtretenden Landcskomitecs, welcher den Delegierten gc• druckt vorlicgt. ln der Generaldebatte Inter:•׳«־׳;:!! Frankreich*, welche für ,»streben mür.'iti, ist, daß keinerlei :;erc Sache für sich auszunützen, ulet» für unsere Politik, wie Stricker 1 eher sagen, cs gibt eine, 0,1er in, cs gibt eine Säule, erhebt sich für uns die und es . gibt, auch reale uns sprechen. Was wir . Politik dazu komme, u; Es gibt nicht zwei Trage,' gemeint hat, wir könne aber viele. Ich wurde lieber s,״. die des jüdischen Volkes. Nun eine Frage: Welches ist dis Grundsäule für unsere politische Forderung, das jüdische Volk oder die Zionistische Organisation? Mit ihr hingt auch die Stellungnahme zur Frage des jüdisch« Weltkongresses zu- ■amiuen. Für unsere Legitimation, int Namen des jüdischen Volkes zu sprechen, ist nicht unser Prozentsatz entscheidend. Nicht das ist die Hauptsache, wie groß unser Prozentsatz Int jüdischen Volk Ist, wir fand der mobil gemacht« Teil des jüdischen Volkes, und daher hat England reale Politik getrieben, indem cs die Kraft des jüdischen Volkes richtig ci»geschätzt hat. Die Mimikry-Juden, welche ein störendcrcs Element im Leben der europäischen Völker sind als wir Natioualjudcn, sie sind unsere Bundesgenossen und sic können von uns nicht los! Je weiter sie von uns forfgehen, desto mehr sind sie ein Argument für unsere Best re« bungen. Zu unterstreichen ist, daß unsere politische Arbeit mit der Erlangung des Mandats nicht zu Ende ist, vielmehr erst beginnt Daher muß man auch vor 3er Politik warnen, die alle unsere zionistischen Institutionen rach Palästina verlegt und in London cke bloße Expositur erhalten sehen möchte. Die zionistische Exekutive muß m engstem Kontakt mit der gesamter» Volkskraft stehen, und daher wird die Dr. Tartakow e r der Behandlung des Pa las (HapoJI-HazaTr): Wir dürfe!, fe•;.־«-Aufbaues, nicht vom Aufbau ci״| Landes ausgehen, denn wir wollen in erster Reiht <]•'. Volk aufbauci». Ilci'.tc mul! für un; die nationale Arbe'* im Vordergründe stehen, und das Pion fortnm der Chatuzim ein Ausdruck des lebendigen jüdischen Instinkt?. Jüdisc' Kapital hat noch nicht notwendigerweise jüdische Arbeit Folge, Die Frage des Privatkapitals ist nicht so zu lösen und der durch die er fritt Dr. Isidor Schallt für den Weltkongreß ein. Redner zitiert die Rede Weizmanms auf der Jahreskonferenz, welche der Auffassung widerspricht, daß man den Kongreß nicht ernsthaft gewollt hat. Herzl wurde bei seinem ersten Auf• treten ebenso von den Chowewc-Zion bekämpft, wie man heute bei uns gegen den Kongreß auftritt, indem man sagt, daß durch ihn der Zionismus geschwächt wurde. Auch die Chowewe-Ziom konnten cs nicht fassen, daß außerhalb ihrer Organisation Kräfte vorhanden sein werden, welche ihr Werk stützen können. Das zionistische Budget für das kommende Jahr rechne mit der Stabilisierung von 4000 neuen Menschen in Palästina. Das ist nicht der große Zionismus eines Volkes, welches eine Heimstätte sich schaffen will. Die Arbeit für den Kongreß wird unsere zionistische Arbeit befruchten, weil wir in einen neuen Kreis kommen, zu dem wir noch nicht gesprochen haben. Wir vertreten das Volksintcrcsse, und wenn wir dieses Werk schaffen, kernen wir nie an die Wand gedrückt werden. (Lebhafter Beifall.) In der Debatte ergriff dann Dr. Soloweltschik' das Wort. Er erklärte, er wolle zu den politischen Fragen nur m dem Maße Stellung nehmen, als diese im Verlaufe der Debatte berührt worden seten. Wir alle empfinden die aufrichtigsten und stärksten Sympathien für den Völkerbund, wird wir werden Wege suchen müssen, damit unsere Stimme auch dort gehört werde. Möglichkeiten hierzu werden sich finden lassen. Schon heute Ist zu sagen, daß auch die Vertreter von Völkern, mit denen wir keinen unmittelbaren Kontakt haben, aufrichtige Freunde unserer Sache sind. Wir solle» nicht gewisse Kombinationen aufstellcn, wie sich einzelne Völker zu uns »teilen, wir haben zum Beispiel von Frank•!eich» Seite vielfache Kundgebungen von,Sympathie erfahren, Reaktivierung eines Zcntralorgans vorbereitet, um den Kontakt mit den einzelnen Oruppen der Juden zu stärken. Was die Wirtschaftsfrage Palästinas anlangt, so ist zunächst zu sagen, es gibt heute noch keine Methodr, uni die Kolonisation Palästinas geschäftsmäßig zu betreiben. Nach wie vor appellieren wir an die Opfer• freudigkeit des jüdischen Volkes und sagen, anders wird di« Sache nicht gemacht werden können. Daß cs nebenbei Möglichkeiten gibt, verschiedene Sachen auf geschäftlicher Basis aufzubauen, ist über jede!» Zweifel erhaben, aber a n dem Orundprlnzlpdcrnationalen Opfer wi Hi gkeit ist nicht zu rütteln. Kolonisation ist eine Sache, die Kräfte und Mittel verschlingt, aber man soll nicht klein mutig werden, eines Tages wird das Land auch Wirtschaftlieh ein positiver Faktor im Leben unserer nationalen Wir; schaft geworden sein. Aber solange das nicht ist, werde! wir an die heiligen Gefühle des jüdischen Volkes appellieren müssen, erst dann werden wir die jüdischen Kapitalisten ohne Schwierigkeit mobilisieren können. Wir sind wohl formell eine Partei, eine Partei aber anerkennt implicitc das Vorhandenscin anderer Parteien, wir aber sagen, wir sind derjenige Teil des jüdischen Volkstums, welcher bewußt Nation werdet» will, wir betrachten die anderen als eine andere Phase jenes Seins, in welches wir bereits hineingeraten sind, und müssen damit rechnen, daß sie einmal unseren Weg gehen werden. Wir sind׳ nicht nur die soundsoviel hunderttausende Zionisten, sondern wir sind die lebendige Kraft des jüdischen Volkes, und darum wird unsere Zahl immer steigen, und darum gehen wir zum jüdischen Weltkongreß, well wir Vertrauen haben zu der faktischen realen Kraft, die uns zu Zionisten gemacht und die Welt zionistisch gestimmt hat. Die Zionistische Organisation aber Kill auf jeden Fall bc• stehen und der Kongreß eine schöne Demonstration für den zionistischen Gedanken werden. Wir werden vielleicht etwas an Intensität verlieren, es wird aber ein großer Kreis für den Palästina-Aufbau eewonnen werden. Wir müssen erfüllt sek! von dem Bewußtsein, daß wir dreißig Jahre als Träumer verspottet wurden und vor 15 Jahre» kaum den Mut hatten, im Verkehr n!it den Völkern als Nation betrachtet zu werden, während wir heute in der Lage eines Volkes sind, dessen Anspruch auf Nationaiität nicht mehr diskutiert werden kann. Und in diesem Sir,!ve spreche ich von einer heiligen last auf unseren Schultern, welche wir einem immer größeren Kreis mitau Baden müssen, (Stürmischer Beifall.) Oberrabbiner Dr. Chajes führt in der Kongreßfrage aus: Für mich war cs lange selbstverständlich,־ daß wir zu geeigneter Zeit einen Welt« Kongreß werden einberufen müssen. Man macht verschiedene Einwürfc gegen den Kongreß: cs gibt viele unter uns, welche sagen, wir müssen trachten, möglichst viele Juden in die Zionistisdie Organisation cinzu ziehen und ihnen den Eintritt erleichtern, dann br.iuditc man ׳keinen Weltkongreß, sondern es würde der Zionlstenkongrcß genügen, Darin sehe ich eine weit größere Gefahr, als mit Leuten, die uns nicht angehören wollen, in gewissen Fragen zusammen«• gehe». Der Eintritt in die Zionistische Organisation darf nicht allzu leicht werden, in diesem Punkte darf man keine Kompromisse machen. Die Tatsachen liegen so, daß wir auch im Zionismus Elemente haben, die mit der Organisation 'nicht zufrieden sind, zum Beispiel die Brandcis-Gruppe, der Binjan llaarez und auch der alte Freund Palästinas, Baron Edmund Rothschild. Auch die Agudal! will aus prinzipiellen Gründen nicht mit der Zionistische» Organisation Zusammengehen. Dies ist kein Trotz, das muß man begreife», denn die ehrlichen Agndisten sind der Ansicht, das künftige Palästina müsse ein streng ortho« doxes Palästina nein. Ein Elnvrand gegen den Weltkongreß ist ferner, daß wir den Weltkongreß nicht brauchen, wenn es gelingt, möglichst viele Jude» für den Keren Hajessod. zu Interessiere». Aber ea ist Tatsache, daß man zur wirklichen Arbeit Volksmassc» nur dann reif machen kann, wenn man ihnen einen Teil der Verantwortung gibt. Redner ist gegen die Abhaltung von Land cs ko-; gressen, well dort auch Frage» des Landes selbst he- I rührt würden, welche dann Spaltungen hcrhelfUhrcn könnten. Es ist die Mößtldikeit vorhanden, daß die zionistische Arbeit vorübergehend unter der Vorbereitung des Kongresses leiden könnte, aber dadurch, daß wir grobe jüdische Massen für effektive Paläviiiu-Arbcit itttereuicren, Ist dieser Schaden durch gewaltige finanzielle um! moßthäic Vorteile in kurzer Zelt aufgehoben. Die Zionistische Organisation wird ■noch lange notwendig sein, aber wir müsset! <I3s jüdische Volk erobern, indem wir es zwingen, inltsii.irbdtcn, (Stürmischer Beifall.)!•t hc<* zur einfach jüdischen Arbeiter realisierte Gc »ossaischaftsgedanke gibt hier wiederum die Antwort. ׳’■״א der heutigen Situation werden wir ohne große nation'^ Kapitalien nicht auskommcti. Was unsere zionistische Arte« antegt, so haben wir noch nicht gelernt, den Wert de!■ Stil len Kleinarbe it gebührend ru schätzen. Wir werden erst dam» mit Erfolg von den anderen Pflichterfüllung \זז. langem, wenn wir an uns selbst die strengsten Anforderung^ stellen werden. Zur Frage des Weltkongresses führt der Vtrtre1 der Keren Hajcssod-Zcntrale, Dr. Nahum Goldmann (Berlin), aus, diese Frage sei in erster Reihe nicht eine solche des politischen Kalküls, sondern gehöre in die Sphäre der Idee, in welcher es nur eine leidenschaftliche Beiihim׳־ oder Verneinung geben könne. Der Kongreß wird gelinge״ wenn wir ihn begeistert machen, aber nicht, wenn wir ihn aus politische» Zweckmäfiigkcitsgründen machen. Die Tatsache daß ein Kongreß da sein wird, mit Juden aller Parteien, das ist dis Entscheidende, Die Einigung des Judentums im'Zionismus ist mißlungen und mußte mißlingen. Ein Volk wird nur geeinigt durch praktische Werke. Palästina ist heute der einzige sachliche Inhalt für alle Juden, und es wäre ein historisches Verbrechet» am Judentum, dieses Werk' zu unterlassen. Der Kongreß wird den Zionismus zu dem machen, was er längst sein sollte, zur radikalen Be• weg ung des jüdischen Volk t s. Der Zionismus muß der Wahrer der irrealen Mächte im Judentum bleibe». Alle Wirklichkeit legen wir auf die Schultern des Kongresses, wir wollen uns befreien von dem Ucbcrschuß an Wirklichkeit und ihn jenen geben, die nur praktische Arbeit leisten können. Unsere Utopie ist Wirklichkeit geworden, das versteht die Majorität der Jude», der wir nun diese Wirklichkeit übergebet», um dann wieder die Vorkämptcf eine,־ Idee sein zu können. In seinem Schlußwort erklärt Strickers Was den Weltkongreß anlangt, so sind sehr viele Juden dafür, daß in Palästina ein ״Asyl für unsere unglücklichen Brüder" geschaffen werde. Gibt das ein Anrecht auf eine Vertretung in der Jcwish Agency? Diese Frage muß klar beantwortet werden. Kein Volk der Welt hat das Recht, von einem anderen Volk ein Asyl in dem von ihm bewohnten Lande Er seine Unglücklichen, Armen und Elendem atu verlangen. Wir würde» auf diese Weise unsere politische Position schädigen. So gibt cs noch verschiedene andere Fragen zu erwägen, zum Beispiel, wie wird sich eine alljüdische Organisation zu Verfügungen verhalten, gegen welche wir so laut protestiert haben, zur Verfügung in der Einwauderutngsfrage? Für mich ist der Kongreß eine Gefahr, solange wir keine. Garantie haben, daß die Zionistische Organisation bleibt. Der Kongreß kann nicht das Mittel sein, sondern höchstens ein Mittel. Zur Haltung der Orthodoxie ist zu sagen: Der wirkliche Zionist muß darauf verzichten, daß Palästina so aufgebaut werde, wie es seiner Anschauung entspricht. Er muß sagen: erst Ist der Aufbau, dinm kommt alles weitere. And! die Rechte muß sich auf diesen Standpunkt stellen. Es heißt, 25 Jahre gelernt haben, un» zu diesem notwendigen Kompromiß zu komme». Der bloße Aufruf zum Kongreß wird nicht genügen, daß die Nichtzionisten ihre eigene Weltanschnuung zurückstellcn und so rasch das notwendige Kompromiß schließen. Wenn es aber nicht geschlossen wird, dann werden wir dasselbe erleben wie im Zionismus, nämlich die Födericrusig. Der Kongreß ist beschlossen, aber \v;r wollen wissen, was für ein Kongreß: ein demokratischer oder nicliHemokratischer, ein dauernder oder nicht, und die Hauptfrage, ob die.Zionistische Organisation bestehen bleiben soll. Es gibt viele Möglichkeiten, und es ist zu befürchten, daß man sie versäumt, indem man sich ganz auf den Kongrcßgedanken wirft. (Lebhafter Beifall) Hierauf wird dem abtretenden Landeskomitee über Antrag des Pcrmanen/ausscliusscs einstimmig das A b solutorium erteilt und der Dank ausgesprochen. In der Nachtsitzung wurde überderr Keren Hajessod verhandelt. In der ״Montagszeitung“ begrüßte der Vorsitzende des Parteitages de» als Gast erschienenen Vorsitzenden der Z. V. f. D; Herrn Felix Rosenblüth. Sodann berichtete Gemeinderat Dr. PI a sch kcs über die Lage der Juden in Oesterreich, und Dr. Fiicdmann über Kultusgemcindefragea Die Resolutionen Die Resolution-.kommission legt einige Resolutionen vor, welche zum Beschluß erhoben werden. Der Beschluß zur Schäftung des jüdischen Weltkongresses wird begrüßt, jedoch wird ausgesprochen, (laß der Bestand der Zionistische!» Organisation in keiner Weise gcfährdet werden darf. Eine Resolution bezüglich des österreichischen Sanierung*• vverkes wird nach scharfer Debatte an den künftigen Parteirat überwiese». Uebcr Antrag der Hitachduth wird es zur Pflicht erklärt, für die palästinensische Arbeiterbank tätig z1׳ sein. Die Schaffung eines Jugendamtes wird begrüßt und d*c_ Parteileitung nufgcforJcrt, in Ihrem Chaluzheim di® Errichtung einer landwirtschaftlichen. Schule vorzubcrcitcn. Hierauf legt der Vorsitzende des Pcrmancnzausschussc*, Dr. Abelcs, die Wahlvorschtiigc für die künftig« Parteikitung vor. Es sei nicht gelungen, Ing. Stricker זית Ucbcrnahmc des Präsidiums zu bewegen, da dieser nach mehr• jhhrigcr angestrengter Arbeit eine Atempause benötig«. Den! Parteirat wird die folgende Resolution vorgelcgt: . ״Der Parteitag dankt dem abtretenden Pra־ *Mlentc» Ing. Stricker für sein vorbildliches um! jäe|bcwu(Ues Wirken in! Interesse des jüdischen Volkes! d®r zionistischen Weltbewegung und Landcsorganisation^ Sein unermüdliche« und erfolgreiches Eintreten für die während de» Krieges nach Wien verschlagenen Ostjude.1' und ihre Bcschiil/ung gegen Verfolgungen, seine Arbeit für die nationale Konso'.i.Lcrtins und politische Erziehung der Juden Oesterreichs, für die Versöhnung von Volk