Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 93 (24.11.1922)
- Date
- 1922-11-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Max Brod 2× ep/1024844
- Albert Ehrenstein 1× ep/1003295
- Alfred Döblin 1× ep/1024930
- Arnold Zweig 1× ep/1009291
- Arthur Schnitzler 1× ep/1025577
- Ernst Blass 1× ep/1028016
- Franz Kafka 1× ep/1025205
- Franz Werfel 1× ep/1000003
- Gustav Krojanker 1× ep/1009216
- Jakob Wassermann 1× ep/1005248
- Johannesburg 1× ep/1047967
- Julius Bab 1× ep/1011035
- Martin Buber 1× ep/1009258
- Willy Haas 1× ep/1025081
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I, Seite 612 hinauf und von da ab sich progressiv verflüchtigen, wenn das alles in unserer Organisation möglich sein soll, dann ist diese Organisation nicht das Sinnbild der ethischen, drr nationalen Forderung, die wir an uns, an das Volk, an die Welt stellen und die sich für uns im Begriff Zionismus substanziiert. Noch glauben wir es nicht, noch sind wir überzeugt, daß die Organisation in ihrer Gesamtheit diese Entwicklung nicht will. Dann aber muß sie cingrcifcn, dann muß sie Normen schatten, die ihre weitere Zerstörung hintanhalten. Wer den M,nasser nicht zahlt, kann nicht Führer sein, gleichviel, oh im Vorstand einer Ortsgruppe oder in! Zentral- Komitee eines Verbandes, und nur der dar! Führer sein, der die feierliche Erklärung abgibt, daß er sich verpflichtet, den Maasser zu zahlen, Und wir müssen verlangen, daß diese Bestimmung durchgeliihrt wird ohne Ansehen der Person. Denn das ist das Furchtbare, daß wir weiter erkannt haben: daß zwar die ganze zionistische Welt emig ist, daß der Maasser gezahlt werden muß, einig auch darin, daß. wer den Maasser nicht 2,1111t, auch nicht Führer sein darf, daß man aber sofort ängstlich und behutsam zurückzuckt, wenn cs sich um einen ganz reichen Mann handelt, um einen ganz Verdienten, dessen soziale Stellung, dessen Vermögen, dessen Beziehungen geachtet werden müssen, dessen Kränkung uns schaden könnte. Auch hier haben wir gesehen: wer all das nicht besitzt, wer nicht so wohlhabend ist, wer nicht so angesehen ist, gegen den wird scharf vorgegangc». Aber sowie es sich um einen ganz Hochstehenden, ganz Reichen, ganz ״Verdienten“ handelt, dann gelten all diese Bedenken nicht, dann ist Zionismus nicht mehr Zionismus, dann ist der Maasser nicht mehr Maasser, dann ist das Gesetz der Organisation nicht mehr das Gesetz der Organisation, Soll dieser Zustand andauern, sollen wir glauben, daß die schlimmste der Kulturlfigen Europas* die Angst vor dein Oeldsack, bei uns bereits Gesetz ist schon im Anfangs- Stadium unseres Werdens? Wir wollen es nicht glauben, und wir verlange», daß eindeutig erwiesen wird, daß wir es nicht zu glauben brauchen. Denn wenn wir cs glauben müßten, wenn cs sich herausstellt, daß wirklich dieses das *'eigentliche Gesetz der Organisation ist, dann ist diese Organisation nicht die Organisation, in der wir das Ziel unseres Strebens, unseren Zionismus verwirklicht finden. Dann ist sie für uns nicht nur organisatorisch zerstört und materiell vernichtet, dann ist für uns auch ihre sittliche Reinheit gebrochen. Dann können wir nicht mehr glauben, daß diese Organisation stark genug ist, um der Widerstände Herr zu werden, die uns auf dem Weg zur nationalen Heimstätte *״fßc2cn$tchcn. Darum verlangen wir, daß diejenigen, die es angeht, die Sache begreifen. Mögen sie verstehen, um was cs sich handelt, und mögen sie die Konsequenzen daraus ziehen. Mögen sie den Maasser zahlen, und wenn sic es nicht über sich gewinnen, mögen sie zurücktreten und mögen sie uns nicht dazu zwingen, daß wir diesen Kampf aufnehmen und führen müssen mit all der Leidenschaft, die wir aulbringen müssen, wenn es sich um die Reinheit der Idee handelt. Und möge man begreifen, daß dieser Kampf sich keineswegs gegen Personen richtet, obwohl wir ihn naturgemäß gegen Personen führe« müssen, sondern daß wir für die Idee kämpfen, die uns in ihrer Grundlage gefährdet erscheint. In jenem Artikel hieß cs: ״Wir ei lern für den Maasser, d. 11. wir eifern für das Gesetz.״ Wir jungen Zionisten sagen: ״Wir eifern für den Maasser, weil wir für die Reinheit des zionistischen Gedankens eifern müssen.“ Die Jüdischen Mitglieder des amerikanischen Unterhauses New York. (J. C. B.) Während der letzten Wahl in das Unterhaus des Kongresses der Vereinigten Staaten ist eine Anzahl von Juden zum Teil wieder-, zum Teil neugcwählt worden. Die Liste der jüdischen Mitglieder des Unterhauses schließt u. a. folgende Namen ein: Julius Kahn, Repnblikancr (Kalifornien); A. J. Sahatlt, Demokrat (Chikago); Ernanucl Ceüer, Demokrat (Brooklyn); Samuel Dickslein, Demokrat (New York); (der sozialistische Gegenkandidat war der Jude Meyer, London); Nathan D. Perelmau, Republikaner (New York); M. Ja00bstein, Demokrat (New York). ״Juden in der deutschen Literatur“ Vor einigen Tagen erschien im Welt vertag in Berlin ein Buch, das wiel beachtet werden und viel von sich reden machen wird. Das Buch trägt den Titel ״Juden in der deutschen Literatur“ und ist eine Sammlung von Essays über zeitgenössische jüdische Schriftsteller. Der Herausgeber, Dr. Gustav Krojanker, charakterisiert 111 seinem Vorwort die Aufgabe des Buckes, den Juden innerhalb der deutschen Literatur als eine Sondcrcrschcinung zu zeigen, allerdings nickt im Sinne eines bornierten Antisemitismus, sondern auf Grund einer Bejahung des Wertes eines sich seiner Eigenart bewußten Sondertypus innerhalb des deutschen Kulturkrcises, der die Zugehörigkeit zur deutschen Kultur zu selbstverständlich empfindet, um die Abgrenzung scheuen zu müssen. Die in dem Buch gesammelten Aailsiitzc halten sich an keine bestimmten Richtungen und keinerlei vorgeschriebene Dogmatik. Sie sind daher höchst verschiedenartig, obwohl ihr Ausgangspunkt der bereits angedeutefe gemeinsame ist: die Anerkennung des jüdischen Menschen als einer besonderen Form menschlichen Seins mit einer besonderen Art, die Inhalte der Welt aufzunelinaen und auszudrüeken. Gerade die Vielfältigkeit der Betrachtung und der Betrachter gibt dem Buch seinen besonderen Reiz. Von den Verfassern der Aufsätze steht nur ein Teil bedingungslos iin zionistischen Lager; doch auch an den nichtzionistischen Mitarbeitern zeigt sieh die geheime Kraft, mit der sich die vom Zionismus zum erstenmal furchtlos ausgesprochene Wahrheit des jüdischen Volkstums durchgesetzt hat. Das Buch will keineswegs eine erschöpfende, systematische Darstellung des Anfeiles der Juden an der deutschen Literatur sein; cs gibt nur einzelne Ausschnitte, charakteristische Figuren, jeder Essay eine selbständige Studie. Ein Eingehen auf die einzelnen Aufsätze, das an dieser Stelle noch folgen soll, würde den Rahmen dieser kurzen Anzeige überschreiten. Wir begnügen uns für heute damit, den Inhalt des Buches aufzuzählcn, um ein Bild von seinem Reichtum zu geben. Es schrieben: Rudolf Kay *er über Franz Werfel, Hans Kolm über Georg Herrmann, Ernst Blaß über Alfred Ke rr und Alfred Döblin, Max Brod über Franz Kafka, Ernst Weiß über Albert Elirenstein, Erwin P0etcheI über Jakob Wassermann, Paul Meyer über Harden, Martin Buber über Mombert, Oskar Bau» über ,W.ci- JUEDI SC H E RU U DS C H AU Din Dunamspsndc u.id tk.־J .״jctic II .'׳״ .laHonds Von Rudi Liebstädter, Nürnberg. Der Jüdische Nalloiiallondr: ist von der Peripherie dein 7c<11 Htm der uns ständig besflialtigeiiiicn Probleme wieder bedeutend näher gerückt. — Das braucht nicht unbedingt ein erfreuliches Symptom zu sein. Viel Arbeit und Kopfzerbrechen verursacht die Konstruktion und das Ingang• setze» einer Maschine und aut der anderen Seiten ihre Reparatur, wenn sie aus irgendwelchen Gründen ins Stocken geraten ist. Einen Hauptpunkt der Debatten auf dem Kasseler Delegiertentnge — mit Ausnahme der Nationalfondsvoskonlercnz — bildete die These von der angeblichen ״Demolierung des Nationalfonds“. Es wurde behauptet, daß man vorsätzlich oder doch zum mindesten tu fahrlässiger Weise den Nationalfmids seiner Selbständigkeit beraubt und zu einem Sarnmclnpparat für kleine Gelegenheit:־,spenden degradiert habe. D.1durch hätte man ihn zu ■einer minderwichtigen, zweitrangigen Institution gemacht, deren Einnahmen infolgedessen eine dauernd rückläufige Tendenz aufweisen und mit Notwendigkeil sich dem Nullpunkt mehr und mehr nähern müßten. Nun, gerade .1־u3 den Kreir.cn' der für die Nationalfondsnrbeit bei uns Verantwortlichen wurde diese Theorie von der Demolierung des N.-F. als auf völlig unrichtiger Basis beruhend nbgeielnit. Man stellte demgegenüber eine andere Theorie auf, deren wesentlicher Inhalt wohl der Ist, daß die Minderung der N.-F.־Eingänge mir von vorübergehender Natur sei und hauptsächlich darauf beruhe, daß sich erst eine feste Kompetenzabgrcnzimg zwischen den beiden großen Saiiimciapparatcn — Keren Hajessod und Keren Kajemeth — hätte bilden müssen, eine Entwicklung, die nunmehr als vollzogen anzusehen 'sei. Man hoffe nun, daß sich durch intensiv« Arbeit die Eingänge des N.-F. wieder auf die frühere Höhe bringen ließen, abgesehen״ natürlich von einer unvermcidlichen, durch die Geldentwertung bedingten Minderung. Welche der beider! Anschauungen die richtige ist, muß und wird die Praxis unwiderleglich beweisen. Für uns, die wir glauben, daß der N.-F. nach wie vor nichts von seiner eminenten Wichtigkeit für den Aulbau des Landes eingebüßt hat, die wir gleichzeitig fest davon überzeugt sind, daß im Rahmen des Bestehenden Möglichkeiten genug sind für eine Abwärtsbewegung des Keren Kajemeth, bedeutet das nichts anderes als Arbeit in erhöhtem Maße, mit gesteigerter Energie — und noch eines: Es muß uns gelingen, wenn wir einen schlagenden Beweis für die ungebrochene Kraft des N.-F. liefern wollen, Spenden größeren und ganz großen Umfanges aufnibringcn. Nicht nur, weil wir dadurch zeige«, daß cs richtig war, wen« wir behaupteten, der Keren Kajemeth Lcjisracl sei aucli heute noch mehr als eine Pfennigsammclmaschinc (wenn natürlich auch das gar nichts 60 Verachtliebes bedeutet), sondern auch, weil große Summen den Unkostensatz, mit dem wir arbeiten, ganz wesentlich herabzusetzen vermöge« und schließlich last not least deshalb, damit wir denjenigen unter uns, ja gerade unter uns Zionisten, die heute noch glauben, bei den Summen, die sie an den N.-F. abfiihren, die katastrophale Geldentwertung nicht berücksichtigen zu müssen, zeigen, wie man heute , geben muß, wenn man geben will, . Aus' diesen Gesichtspunkten heraus erscheint mir der Be- Schluß der N.-F,-Kommission für Deutschland, die diesjährige Clianukkah-Aldion mit einer besonders großzügigen Werbung für die nciuuschallendc Dunamspenäe zu verbinden, ein besonders glücklicher. Deutlicher als die übrigen Sarnmclmittel des N.-F. läßt dieser neue Spendenzweig den cigcntliehen Charakter des K. K.L. als einer dem Bodenkaufc dienenden und aufs engste mit dem palästinensischen Lande verbundenen Institution erkennen. Die Propaganda bei den Nichtzionisten wird dadurch zweifellos ganz erheblich erleichtert weiden, Und die Zionisten? Nun, sie werden Farbe bekennen müssen. Ihre Beteiligung an der Aufbringung der Duiiamspctule wird klar erkennen lassen, was ihnen der N.-F. heute gilt. Es ist zu hoffen, daß sie den Beweis erbringen werden, daß der Riesenkörper des K. K. L. noch ebenso sicher und zuverlässig arbeitet, wie vor der Schaffung des ״Konkurrenzunternehmens“, das alles andere als Konkurrenz 1 bedeutet' Es wird sich zeigen, daß der Zionist heute wie n 1 nger und Bcer-Hofmann, Willy Haas über Hoff-■ maiinsthal und Borchardt, Allons Paq 11 et über Manin Buber, Mcir Wiener über Laskcr-Schülcr und Paul Adler, Albert Ehrenstein über Peter Altenb e r g, W. M a n n über Arthur Schnitzler, Leo S b 0 r 0 - \vit7. über Paul Kornfeld, Moritz Go Idstein über Arnold Zweig, Julius Bab über Moritz H eimann, Arnold Zweig über Sternheim, Manfred Georg über Max Brod. Den Schluß bildet ein Essny von Alfred Wol• lenstein über ״Das neue Dichtcrlum des Juden“, der soeben auch als Broschüre im Verlag Erich Reiß, Berlin, erschienen ist. Dieses Buch wird nicht nur in jüdischen Kreisen, denen cs, sofern sic bisher den Weg dazu nicht finde« konnten, das Bewußtsein Jüdischer Eigenart lebendig machen wird, Eindruck machen, sondern auch auf die nichtjüdische Welt, Es erfüllt in unserer Zeit eine ähnliche Aufgabe, wie im Jahre 1002 der ״Jüdische Almanach“, das erste Werk des Jüdischen Verlags, und die ״Jüdischen Künstler“; ähnlich auch wie das — allerdings in einer anderen Sphäre Legende — Buch ״Vom Judentum“ Im Jahre 1913: es wird die Diskussion über Juden und Judentum, über jüdisches Wesen und die Möglichkeiten jüdischer Schöpfung auf ein hohes, geistiges Niveau heben; was in der heutigen Zeit der beispiellosen demagogischen Verlotterung notwendiger ist als je und vielleicht hie und da auch zur Besinnung führen kann. Dem Herausgeber und dem Verlag, die das auch äußerlich gefällige und gut gedruckte Buch auf den diesjährigen Chanukkahtisch legen, gebührt unser herzlicher Dank. HArafsclic Kinderspiele Wir haben schon gelegentlich auf Versuche Hinweisen können, die so beliebten Kindcrgcscllschaftsspiele in hehräischcr Form herauszugeben oder sonst in irgendeiner Weise mit jüdischen Inhalten zu verlumpten und so beim Apicl jüdisch-erzieherisch auf ein Kind cinwirken zu können, Wir freuen uns, heute auf zwei besonders gelungene Versuche dieser Art hinweisen zu können. Es handelt sich um zwei Spiele, die Adele Sandler angefertigt hat und dir, wie wir nicht zweifeln, in ihrer gefälligen Ausführung «Ich Viele Freunde erwerben dürften. Das eine ist ein Palästina- Quartett, wo mit ausgezeichneten Bildern Erscheinungen der fl N'r. ga Ni immer den wahren Wert de* N.-F. kennt und trotz all an Um gestellten Anforderungen aus dem Bewußtsein y0״ unabsehbaren Bedeutung und nicht zuletzt au» der ן jt^f zu dieser volkstümlichsten unserer Einrichtungen, die Duiiam spende des N.-F'. in einem lolchcn Maße zeichnen wiM daß auf de!11 nächsten Delegierten tage eine Debatte &btr<j•' Demolierung des N.-F. nicht mehr möglich sein kann. verc gessen wir niciit, daß die Voraussetzung dafür itt, <!,» unsere Vertrauensmänner Männer «ein werden, denen m5 da* Schicksal des N,־F. ia Wirklichkeit «!vertrauen kann] Süd - Afrika fir die Einwanderung gesperrt Johannesburg. (J. C. B.) Die hiesige jüdheh* Tageszeitung ״Afrikaner“ bespricht in einem Leitartikel die Aussichten der jüdischen Einwanderung nach Südafrika und schreibt: ״Es ist ein Faktuu, das nicht verborgen, sondern ■m ü Gegenteil weit und breit bekannt werden muß: Südafrika ist für die Einwanderung gesperrt; keiner darf es unternehmen, dahin zu reisen, weil er sicher xurückgeschickt i werden wird. t Auch jene ln Südafrika Wohnenden, die bereit» Vor.! bercltungcn getroffen haben, ihre Freunde int Land a י bringen, seien davor gewarnt, ihren Plan auszuführen, da die ' Einwanderer sicher zurückgcschlckt werden. Ins Land ge.! lassen werden nur Frauen, die zu Ihren Mannen und ua•; mündige Kinder, die zu ihren Eltern reisen.“ i Die Zeitung gibt an, daß die Ursache der Eravraode-; rungssperre die ökonomische Lage im Lande und die Ar• bcitslosigkcit sind, daß aber hauptsächlich den Juden, die die Masse der Immigranten zu stellen pflegen, die Einwanderung erschwert ist Die mexikanischen E1nwanderangsn15g!!c!1leiiefl New York. (J.CB.) Das New Yorker J.CB. wandte sich an die Regierung der Republik Mexiko mit dem Ersuchen, ein für allemal zu erklären, welche Konzessionen die Regierung einer jüdischen Kolonisation zu geben bereit sei. Das Jüdische Korrespondenz-Büro erhielt darauf vom Sekretär des Präsidenten der Republik, Obre gon, di« folgende autoritativ« Antwort: ״Der Präsident der Republik Mexiko beauftragt mich, Ihnen zu erklären, daß von einer Gewährung von Son• dcrrcchten mit Bezug auf Kolonisation in Mexiko aus• schließlich an Juden keine Rede sein kann. Solch« Privilegien sind durch die Konstitution abgcschaflt worden Die Regierung Mexikos wünscht jedoch, daß große Strecken Landes, die sich für Landwirtschaft eignen, kolonisiert werden sollen. Sie ist deshalb geneigt, jedem, der kolonisieren will, allerlei Erleichterungen zu gewih. re n. Wenn die Juden darauf eingehen wollen, mögen sie ihre Vertreter hierher senden, die die ganze Angelegenheit dahin untersuchen!dien, ob die herrschenden Bedingungen für sie passen oder nicht.“ PalaiHnawandcraa!׳ aas Polen über Rumänien Wir habet! bereits berichtet, daß im Monate Novembat die Trat»$itwar.den1«g polnischer Emigranten über Rumänien nach Palästina begonnen hat Die Wänderang ist bereits in eh bestimmtes System gebradit worden und in Zukunft werden monatlich durchsdmittiich zwei Transporte aus Polen Rumänien passieren. Die Transporte werden vom PalSslirviamtc in Warschau abgefertigt und mit einem Begleiter bis zur Ausgangssiation Sniatyn geschickt, wo sic vom Palästina* amte Czcrnowitz übernommen und mit einem Begleiter «ach Galatz geschickt werdet*. An der Grenzstation Grigorc Ghigore Ghica Voda (Ncpolokouz) hat das Czernowitzer Paiästmaamt eine Labc'taiion eingerichtet, wo die Emigranten während der Gepäckabfertigung uni Paßrevi«on kostenlos beköstigt werden. Die Reise!סי:! Warschau bin zum Ausgangshafen Galatz dauert drei Tage. Am 7. d. M. ist ein Transport son 43 Familien (Handwerker und Chaluzim) mit zusammen 73 Personen au3 Warschau cingctrof/cn. Der nächste Transport dürfte Ende November einlangea Ausl ' er «!.sie! die der' imiit ׳! Au ff bar l,an< | incsf Men mit Voll ן daß | and• ן du fl 10. | der Pro' : Er ׳ Erg 1 hihi sie 1 Vot , ihr« I log) secj Vei l daß ein׳ die 105) sch Kid 1«U * nal ' lief 1 ein 1 aul tu ' ed ז de! , Tn ein 1 cs י die 1 U*! l.e ob sn ן bir Kk; Be ו Ui; ß‘!! J? cb za I eil . \W 1 sc' , K* i ab : fü; M! eii I ä; «* I ca;gw׳׳:i«*B«ff<ju 1muauam-jiiL. uwiinu 1 palästinensischen Landschaft,׳ ihrer Flüsse und Gebirge, ihrer Bewohner, ihrer berühmten Stätten und ihrer Vegetation i? der Form des bekannten Quartettspiels vorgelührt werden. Das andere Spiel ist ein Reiscspicl. Der Spielplan stellt eine Karte von Palästina dar, und die Spielgescllschaft durchreist! das Land, wobei die zurückliegende Entfernung durch Würfein bestimmt wird, Wie bei anderen Reisespiele!» wird an; bestimmten Orten ein Halt eingesclioben und so spielend genauere Kenntnis palästinensischer Oertlichkcilen übermittelt, Die Ausführung ist als geschmackvoll zu rühmen. Die Spiele! sind für das bevorstehende Chanukkahfest besonders zur An- 1■ Schaffung zu empfehlen. Zu beziehen sind sie durch den Verlag ״Hajelcd“, Charlottenburg, Droysenstr. 6. L. * Hebrüsche Künstler in Berlin Der Berliner hebräische Klub, Beth-Waad, nahm die An- * Wesenheit der Mitglieder der Moskauer ״Habimah", Fräulein i Awiwith und Hern! Halevy, zur Gelegenheit, für die ״Hablrnah“ eine Huldigung zu veranstalten. Es wurde ein Tee• abend im Logenhaus gegeben, dem eine große Anzahl von ״Habimah‘־׳Freunda1 beiwohnte und der einen überaus im״ posanten Verlauf »ahm. Der Abend wurde vom Vorsitzenden des Beth-Waad, Herrn Hermoni, mit einer Ansprache 1 eröffnet, in der er die'große Bedeutung der ״Habimal!" würdigte. Hierauf ergriff das Wort der Schriftsteller Isidor Lazar, der eingehend schilderte, unter welchen Umständen die ״Habimal!“ geschallen wurde, wie sie ihre Tätigkeit mit Hingabe fortführte, welche großen Erfolge sie erreicht hat. Er entwarf ein Bild von Not und Armut, aber auch zugleich von Begeisterung und verdienstvollem Streben, die d!e Atmosphäre der ״Habim.ah“ bildeten. Zu jener Zeit war Habhnah die einzige Statte jüdischen Lebens, wo einem seelische Erholung vergönnt war. Ais eine solche Stätte des Geistes und der hohen Kunst diente die ״Habimal!“ j nicht bloß für die Juden, sondern auch für die russische IrrtclUgcnz. Die ״Habimah" ist auch in rein künstlerischer Hinsicht eine große Leistung und als solche wird sie von I Freunden und auch von Feinden anerkannt. Die Feinde 1 sind natürlich die jüdischen Kommunisten der Jewsrk/׳«!, | tmd es Ist merkwürdig genug, daß gerade die russischen 1 j Kommunisten die ״Habimah“ in Schulz nehmen imisien. I | Hierauf sprachen ■die Herren Kleinmaan und Orfita• J b hi el ei vt ex F! d! el in ffl zt h! o. ,, U: d;׳ VI P.; M! d 1! < S1 Sl d, z .׳ S '■ 1! ' k il k I « I