Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 93 (24.11.1922)
- Date
- 1922-11-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652492--15347-2673812- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
,/ L,?-,tzzrS£33a1^r1f‘j^jrj^mvrv tä Redaktion und Verlag W1S, Sächsische Straße 8. Erscheint jeden Dienst. 1! und Freitnf!. L)enj|{«prcu bei der Expedition und den Postämtern vierteljährlich 320,— M. in Deutschland Auslandsabon• ncmcnts werden in der Währung der einzelnen Länder berechnet. A.nzcSj<cn-Vcrwaltun{ti Kummer 93 0B3CtBSCSKaaVi per Zionismus erstrebt fQr Jüdische Rundschau G.m.b.lL, BcrlinWI5, Sächsisch« Straße 8. - Telephon 1 Amt Pfahburjf 6697, 6698 u. 6699. Anzeigenpreis liir die achtgespnltcncNonpnrcillezelle 35.•M. Mr!!•hrttiach• Anieltfm J0% AutadiU}(, Anzeigenschluß: Dienstag und Freiing nachmittag 4 Uhr. Berlin, 24. XL 1922 da* Jüdisch• Volk «lla Schaffung einer fiücnlllch Telephon: Pfalzburg6697u.6698. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich! Postsnarkassenamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Fostsparkassenamt Prag, Konto Nr. 156030. RcdaklionsschluD Sonntag und Mittwoch nachmittag. — תרס״ו. XXVII. Jalirff. rechtlich gesicherten Melmstiitte In Palästina. ״Baseler Programm.1* Aus dem litauischen Sejm Exodus der jüdischen Deputierten Korn«. (J. C. B) Ain Freitag, den 17. November, wurde die erste Präliminar-Sit/ung des neuen litauischen Sejm abgehalten. Vor Eingang in die Tagesordnung verlas der jü- I dische Deputierte Oarfu iikel im Namen der jil» dis eh en Fraktion die folgende Erklärung: ״Die Auslegung des § 76 des Wahlgesetzes ist ungesetzlich und Widers ]!rieht dem Prinzip der in der Konstitution vorgesehenen Proportionalwahl. Auf Grund dieser Auslegung sind die nationalen Minderheiten im allgemeinen und die jüdische Bevölkerung im besonderen einer gerechten und den Verhältnissen entsprechenden Vcrtrctcrschalt im Sejm verlustig gegangen. Die litauische Judenheit fordert vom Sejin, das begangene Unrecht gutzuinachcu und gibt zugleich bekannt, daß, solange der ungesetzliche Zustand fortdauert, die jüdische Fraktion sich au den Arbeiten des Scjni nicht beteiligen wird.“ Die polnische Fraktion trat mit einer ähnlichen Delilirntion hervor, ihr Sprecher wurde aber vom Präsidenten an der Vorlesung gehindert, weshalb die Fraktion ihre Nichtbctciligung an den Sejm-Arbeiten schriftlich bekanntgab. Hierauf verließen die Mitglieder der beiden Fraktionen demonstrativ den Sitzungssaal, Juriilisclic Gutachten zara Mandafsraub Berlin. (J. C, B.) Wie das J. C. B. erfährt, wird die rckanirte Auslegung des § 76 des litauische» Wahlgesetzes seitens der Kownoer Hauptvahlkoinmission von maßgebenden staatsrechtlichen Autoritäten in Ucbcrcinstimmung mit der Anpassung der jüdischen Fraktion im litauischen Sejm für un. fectzlich gehalten. In diesem Sinne hat sich auch der be• rtimite Professor für Staats■ und Völkerrecht an der Berliner Universität, Prof. Dr. Triepel, ausgesprochen. Wie wir hören, wird Gciiciinrat Triepel diese Auffassung in einem aus■ luhrlichcn Gutachten schriftlich niederlegen. Maßnahmen gegen den Prager Stadenienstreik Prag. (J, C. B;) Nachdem eine Anzahl Professoren der Prager deutschen Universität durch ihre Sympathien den ,j Streik der deutsch-arischen Studenten gegen den Rektor Stein• herz unterstützt hatten, hat sich endlich der akademische Senat der deutschen Universität ru einer strengen Maßnahme gcp.cn die Streikenden entschlossen und an die Dekane aller Eaicul• taten das Ersuchen gerichtet, Fakultäten-Sitaungen cinzubcrufen, damit die Professorenschaft zu dem Streik autoritativ , Stellung nehmen könne. Zum Schluß heißt es: ״Derakade• mische Senat mißbilligt auf das schwerste j den Streik, eines Teiles der Studentenschaft ur.d beauftragt die Di s z i pl i n a r Ko m m i s s i 0 n, J dasVerfahrcngegcndieSchuldtragendenein• auleiten,“ Wie cs heißt, wurde dieser Beschluß auf die Initiative einiger hervorragender Gelehrter der Prager Univesität Hebel■ geführt, die sich entschieden für das Verbleiben des Rektors Steinl erz einsetzen. 0 _ IDas englische Unterhaus London, 21. November. (W. T. B.) Nunmehr liegen alle Wahl ergebnisse vor. Das neue Unterhaus setzt sich zusammen aus 3:6 Konservativen, 1-12 Arbcitcrpartcilern, 5S Asquith- Liberalen, 57 Lloyd-George-Liberalen und 12 Unabhängigen. Die Wahl Macdonalds zum Führer der Arbeiterpartei erfolgte mit 61 gegen 56 Stimmen, nachdem zuvor in einer lebhaften und langen Debatte auch mehrere andere Kandidaten empfohlen worden waren. Der bisherige Arbeiterführer Clyncs wurde mm stellvertretenden Vorsitzenden, Arthur Hender- *011 zum I iaiiptcinpcitsdicr, Stephan Walsh und Oberst Wedgewood zu Vizepräsidenten der parlamentarischen Arbeiterpartei gewählt. Die angeführten Funktionäre der Arbeiterpartei sind alle "arme Freunde der zionistischen Sache, London. (J. C. ß.) Unter den neugewählten Deputierten Dir das englische Unterhaus befinden sich 11 Juden. Van ihnen gehören der konservativen Partei an: Sir Philipp Sass no 11 (ohne Gegenkandidaten gewählt), Sir Walter de l-'rccc, Major Brunei Co Iren, Major Lionei de ‘Rothschild, Mr. S amu ei Samuel und Mr. A. M, s ■י ni 11 c I; der Gruppe der Lloyd George-Liberaien gehören an: Sir Alfred Mond, Sir Arthur Levy-Lever li':d Mr. E. A. S t r a u I); den unabhängigen Liberalen 'Asq ui t h -G ru p p e) zählt sich Perey Harris 7.u; ['er Arbeiterpartei M. Sh in well (das erste jüdische Par- 15niciitsmitglicd der Arbeiterpartei). ׳., Irn ganzen waren von den verschiedenen Parteien'35 jfldisclie Kandidaten aufgcstcllt worden, von denen aber 21 nicht gewählt wurden. Unter den Nichtgcwählten befinden sich I i(,r früher׳; Staatssekretär für Indien, E. S. Montage. Schmarja Levin and Ruppin in New York , New York, 3. November. Herr Dr. Schmarja Levln, "Mitglied des Direktoriums des Keren Hajessod, und Dr. Arthur "uppi 11, Mitglied der palästinensischen Exekutive, sind hier Ringetroffen. Dr. Levin beabsichtigt, an der Wmterkainpagnc ״״ den Keren Hajessod teilzunchmcn. Die Reise von Dr. "״PPiu steht im Zusammenhang mit der Aufbringung von!''Urin für eine Reihe von Gesellschaften in Palästina. Die beiden zionistischen Führer wurden bei ihrer Ankunft von * ertre tem der Zionistischen Organisation, des Keren Hajessod u״d von Journalisten führender jüdischer Zeitungen empfangen. Aii unsere Abonnenten! Wir sind gezwungen, hierdurch nochmals darauf aufmerksam zu machen, dass wir die Zustellung unscrer Zeitung un alle' diejenigen Abonnenten einstellen müssen, die die von Ihnen abgeforderten Abonnementsgebiihren nicht sofort einschicken, resp. die ihnen zugehenden Nachnahmen nicht einlösen. Den Ortsgruppen und Vereinen, die Simmel• Abonnements bestellen, sind Rechnungen zugegangen, die ebenfalls sofort beglichen werden müssen, damit wir imstande sind, unseren Betrieb aufrecht zu erhalten. Wir bitten alle Ortsgruppen, denen die Einziehung der Nachzahlungen Schwierigkeiten bereitet, uns sofort davon zu verständigen, ob diese Einziehung durch Nachnahme von uns aus gewünscht wird. Wir sind ausnahmsweise bereit, diese Einziehung von hier aus vorzunehmen. Auch die direkten Postabonnen* teil werden hierdurch darauf aufmerksam gemacht, dass die Zustellung der Zeitung an sie eingestellt werden muss, wenn sie die Nachzahlung mit 170 Mk. nicht sofort leisten. Verlag ״Jüdische Rundschau“ Berlin W 15, Sächsische Strasse 8 Die Zionistensteuer Die Aktion für die Zionistensteuer ist nach den ans vorliegenden Berichten erfreut icherwciie in einer größeren Anzahl von Ortsgruppen im vollen Gange. ri'׳*?JonWervfi’iiertcofmniware sind darum bemüht, nicht nur die Kontingente für dos 4 Quartal, die Ihnen auf Grund der vom Finanzausschuß fetfgesctitcn neuen Xteuorstafen unterlegt sind, sondern znm Teil weit höhere Beträge Herein• zubekommen. So hat die Ortsgruppe Mainz ein Vielfaches Ihre» Kontingentes bereits abgeführt. Die Ortsgruppe Chemnitz schreibt, daß sie nicht nurdas ihrfürda14.Quartal aoferlcgteMindestkontingent von 35 000 M., sondern höchstwahrscheinlich 260C00 bis 300 000 M. für dieses Jahr «Mietern wird. 80600 M. sind sofort gezeichnet worden. Der Zionlstensteuerkoinmlsaar von Saarbrücken hat bereits das Doppelte dei Mindestkontingentes abgeführt und weitere größere Betrage avisiert. Auch die Ortsgruppen Mägde• barg, München und Wiesbaden »teilen größere Betrüge als die MlndcstbelrJIgc In Aussicht, Ueberall besteht die Tendenz, große Zeichnungen zu bekommen. Ein Berliner Oetlnnungigenösse litt eine Zeichnung von 106 000 M. abgegeben, ein« große Anzahl von Zriclinnngen in Höhe von 20000 and 10000 M. lind für das 4. Quart,1i gemeldet. Demgegenüber müssen wir leider feststeilen, daß eine große Anzahl von Ortsgruppen der Zionlstenstcuer noch nicht die Auf• mcrksamkelt zu widmen scheint, wie sie sie als finanzielle Grund- Inge der Z. V. t. D. verdient. Wir richten hierdurch die dringende Bitte an alle Zlosiislenstcuerkommisssrc, die Inzwischen elngczogenen Zlonistcnsteuerbrträgc umgehend an uni abzuführen und an» genaue Informationen über den Stand der Aktion zu geben. Zionistische Vereinigung für Deutschland! Berlin W 15, Sächsische Str. 8, Bankkonto: Darmstfidtcr u. Nationalbank, Depotitenbasie D. E., , Kurfürstendamm 52. Postscheckkonto: Berlin Nr. 8091. Joseph Cowcn zur englischen Politik Am 12, November fand ln Leeds unter dem Vorsitz, dos Univcrsitutsprofcssors Dr, S. Urodetzki eine große Versammlung statt, in der Joseph Cowcn sich mit dem Palüstiiiaprogramm der großen englischen Parteien, wie sic cs insbesondere während des Wahlkampfes vertraten, beschädigte. Er wandte sich aufs schärfste gegen die Tendenz, Palästina 7.u räumen, da sic im Widerspruch mit der Ehre Großbritanniens stünde, und richtete unter starkem Beifall der Versammlung an die Regierung die Aufforderung, ihre PaIäs t in a p01 i t i k ein für allemal klar zu verkünden. Die Ballour• Deklaration, wie der Redner weiterhin ausführtc, sei eine Ehrcnvcrpfliclitung der britischen .Regierung, und ihre Zurückziehung würde das britische Prestige aut das schwerste gefährden. Die Errichtung des jüdischen nationalen Helms bedeute keine Belastung des britischen Steuerzahlers. Das für Palästina ausgegebene Geld sei ausschließlich für die Unterhaltung der Oamison ver* wendet worden, deren Aufgabe der Schutz des Suez-Kanals sei. Die britischen und jüdiidien Interessen in bezug aut Palästina liefen parallel, das Interesse Großbritanniens gebiete, am Aufbau des Heimen einet befreundeten Volkes milzuwirken. Wenn England Palästina aufgehen wolle, so würden die Juden ihre Arbeit im Lande selbstverständlich nicht aufgeben. ■.״■.. r« . Die Sabotage des Maasscr und die Jugend Aus Kreisen der zionisii'xlicn Jugend geht tat* die nachfolgende beherzigenswerte Zuschrift zu; Die beiden Artikel über den Maasscr in den Nummern 83 und 85 der ״Jüdischen Rundschau“ ziehen eine Erscheinung an das Licht der zionistischen Oeifentlichkeit, die sich bisher Im Dunkeln hielt, über die man nicht gern sprach, die hin und wieder, so zuletzt auf dem Dclegiertcntag in Kassel, Anlaß zu einem Protest aus den Kreisen der zionistischen Jugend gab, die aber behutsam zu vertuschen und mit den erprobten Mitteln aller vorsichtigen Notabeinpolitik zu glätten, bisher den verschiedenen Vereins-, Verbands- und Landesvorständen, auch denen der Z. V. f. D., angemessen zu sein schien: ich meine die Sabotage des Maasscr. Es scheint mir, daß in den beiden Artikeln nicht mit genügender Deutlichkeit die zersetzende, wahrhaft zerstörende Wirkung gezeigt ist, die von der Sabotage der Maasseridcc auf unsere Bewegung, insbesondere unsere Jugend, ausgeht. Wie liegen die Ding« heute? Die Jugend hat mit Enthusiasmus die Keren Hnjcssod-Idce aufgenommen, den Maasscr propagiert, sich für die Arbeit zur Verfügung gestellt. Sie sah in der Keren Hnjessod-Aktion nicht nur das Finanzunternehmen. Hier wurde zum erstenmal die Idee des werdenden Volkes organisatorisch ausgenutzt, wurde das zu schaffende Gemeinwesen vorweggenommen, indem die Steuerpflicht aufgcstcllt wurde. Bisher hatten wir nur eine Mögliclikcit, unsere leidenschaftliche Ergebenheit an das jüdische Palästina rein und voll zum Ausdruck zu bringen: hinübtp. gehen. Jeder weiß, daß dies leider nicht für alle möglich ist. Nun kam ei« Ersatz, ein schwacher, ein winziger Ersatz, aber doch ein Ersatz, der seine Berechtigung in sich hatte. K,1nn man nicht hinübergehen, so kann man sich schon liier mit dem neuen Gemeinwesen ver• binden und kann dies in einer Weise tun, die klar zum Ausdruck bringt, daß der Zionismus Sieger wird über materielle Bedenken, über die Liebe zum Oelde und den Hang am Besitz. Es zeigte sich, daß diese Auffassung in wachsendem Maße ganz bestimmte Kreise ergriff. Wen? Die Jungen, die Annen, die Leute mit kleinem Einkommen und kleinem Vermögen, die Festangestellten, die jungen Akademiker, die um ihre Existenz kämpfen, alle die, die um die tägliche Notdurft des Lebens zu ringen haben, die, die kein Qeld besitzen, und die daher das Geld noch nicht in Besitz genommen hat. Aber cs ergab sich weiter mit einer ganz unzweideutigen, immer klarer und schrecklicher zutage tretenden Gewißheit: die Wohlhabenden, die sozial Hochgestellten drücken sich vom Maasscr, drücken sich von ihm ln steigendem Mate. Man darf es ruhig sagen: je reicher ein Zionist, um so kleiner wird der Prozentsatz, den er als Maasscr abführt. Je mehr er zahlen müßte, desto weniger zahlt er. Selbstverständlich gibt es rühmliche Ausnahmen, aber cs sind eben Ausnahmen. Der Verfasser der beiden erwähnten Artikel hat vollkommen Recht, daß wir daraus keine moralischen Kon- Sequenzen ziehen sollen, Wem sein Oeld lieber ist als Palästina, liabcat sibi! Es soll hier auch nicht gesagt werden, weiche furchtbaren materiellen und politischen Folgen dies Versagen unserer wohlhabenden Zionisten für den Keren Hajessod haben muß. Das ist so allgemein bekannt und heute so klar, daß noch ein Wort darüber zu reden eine Sünde wäre. Aber es muß einmal darauf aufmerksam gemacht werden, wie sehr die Bewegung darunter leidet, nicht, daß viele Menschen den Maasscr nicht zahlen, aber daß es gerade die Wohlhabenden sind, die sich ihm entziehen, die Alten, die schon Besitz erworben haben, die schon 20 Jahre und länger int Zionismus drinstchcn, die Säulen der Bewegung sein sollten, zu denen wir Jungen emporblicken müßten, die uns vorangehen sollten nicht mir bei der Ordnung der organisatorischen Aufgaben, sondern auch in der Opferfreudigkeit, in der Hingebung, und das um so mehr, da cs ihnen doch soviel leichter fallen müßte. Es braucht hier nicht erst auseinandcrgesctzt zu werden, wieviel schwerer es für einen jungen Kaufmann ist, den Maasscr von seinem kleinen Einkommen zu zahlen, das kaum nusreicht, ihn notdürftig zu ernähren, oder für einen Großindustriellen, einen Bankier, einen Anwalt mit gut eingeführter Praxis, einen Mann, dem auch nach Ablieferung des Maasscr ein Vielfaches von dem an Einkommen und Vermögen bleibt, das er zu seiner Existenz bedarf. Wie sollen wir Jungen noch an die ewige Kraft der zionistischen Idee, an ihre Durchsctzuugsmöglirhkcit, an ihre sittliche Erhabenheit, an ihre revolutionäre Wirkung glauben, wenn wir sehen, daß sie versagt im geometrischen Verhältnis zum wachsenden Einkommen? Wir besinnen uns ja, wie alle diese Herren jung waren und ihren Zionismus genau so gepredigt haben wie wir, genau dieselben Worte gebraucht haben wie wir, genau dasselbe verlangten wie wir, und jetzt, da sie im sicheren Hafen sitzen, da sie gebunden sind an Hab und Gut, jetzt soll all das Phrase geworden sein? Ist cs ein Wunder, wenn ein* junger Mensel! bei aller schuldigen Rücksicht doch zu einer moralischen Beurteilung dieser Sachlage kommt und die Worte nicht gerade so vorsichtig wählt, wie es in den beiden erwähnten Artikeln geschehen ist? Und kann man verlangen, dal) die jungen Leute diesen Menschen glauben, die ja schon durch ihr Alter, durch ihre zionistische Erfahrung und selbstverständlich auch durch ihre soziale Stellung in der Mehrzahl der Fälle auch die Führer der Ortsgruppen, der Bezirksgruppen, ja der Verbände sind? So wie der Maasscr heute von dem größten Teil der Zionisten, besonder» von den Wohlhabenden, aufgefaßt wird, muß er zu einer schweren Korruption der Bewegung* führen, wenn nicht etwas dagegen geschieht. Wenn es wahr ist, daß man «ich der Pflicht der Bewegung gegenüber entziehen kann, ungestraft entziehen kann, je wohlhabender man wird, wenn die Gesetze der Bewegung gelten nur bis zu einem gewissen Einkommen, bis zu einet gewissen Vermögenagreaze