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Jüdische Rundschau · 1922-11-21 · Heft 92 (21.11.1922) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 92 (21.11.1922)
Date
1922-11-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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*fc. ... t 0 \ Seite 008 €>vcz~TqymI Wirtschaftliches aus Palästina Trolt der großen finanziellen Kalairiität der fandwirt• schaftliclicn Abteilung wird die neue Siedlung im E me k Jcsreel immer weiter aiisgcbatit. Dk Errichtung von Stallungen timt Wohnungen wurde fortgesetzt. Wie bekannt, schickte der 0 d 11 d h aawoda (Arbcitsbatnllton) vor einiger Zeit einige Mitglieder ins Ausland, um dort Arbeitsvieh und notwendiges Inventar »umschatten. Hun Ist bereits der erste Transport, der verschiedene Werkzeuge, Traktoren, Küchen• und Wii&chgcriitc u»w. enthält« cingctroffen. Es werden noch 20 Stuten und 20 Kühe erwartet. Zwecks Einkauf von rassigen Ochsen und Kalbern für die Molkereien der Siedlungen fährt dieser Tage der bet teilende Instruktor, J. ßrandstnttcr, nach Molland. Die Stadtverwaltung von Tcl-Awiw hat, wie bekannt, vor kurzem eine von der palästinensischen Reperun״ genehmigte ״ Anleihe von 75 000 Pfund aiisgeschriebca und hat in der Höhe dieses Betrages Obligationen heraus J׳egcbcn. Wie jelzt aus New York gemeldet wird, hat dort Richter B. A. Rosenblatt, Mitglied der Zionistischen Exekutive und Vertreter voh Tcl-Awiw, ein Aßkommen mit der bekannten Bankfirma Harvey Fiske & Sons getroffen, wonach diese die Garantie für diese Obligationen in Amerila übernimmt. Die Obligationen werden mit ft1,'.’ *V# verzinst. Die amerikanische Gesellschaft ״A <h usn t h *Z 10 n“ liquidiert jetzt ihre Farm ״Baifuria" bei Merchawjah und verteilt den Boden unter 80—100 Familien. Vorläulig sind 30 Familien, die sich in Palästina mit der Landwirlsclia (t bc• fassen, «!«gewählt worden. Jede Familie erhält 100 Dun am■ Boden und eine Anleihe von 400 Pfund für die An• schatfung des nötigen Inventars und die Herstellung von Gebäuden, Straßen und Wasserleitungen. Die Anleihe erfolgt für die Dauer von 25 Jahren gegen 5 0׳,״ Zinsen. Die Rück• Zahlung beginnt im dritten Jahre der Ansicdlung. Jede Familie muß ihrerseits 200—350 Pfund investieren. An 25 dieser Familien gewährt die Zionistische Organisation eine Anleihe von 100 Pfund, die übrigen 5 verfügen über eigene Mittel. Zirka 50 Familien dieser Gesellschaft kommen aus Amerika. Diese werden je 600 -700 Pfund investitren und von der Gesellschaft außerdem eine Anleihe von 400 Pfund erhalten. Anläßlich des fünften Jahrestages der Balfour-Dcklaration wurden in der Kolonie ״Balfouria“ durdi den ״American Zion Commonwealth“ in Gegenwart des High Conimissioncr die Grundsteine für 30 neue Häuser gelegt. {J. P.Z.) Konferenz der Bne Benjamin Anfang; November fand in Jerusalem die Konferenz der Organisation der litte Benjamin statt, die die autocUthouc jüdische Jugend Palästinas umfaßt, insbesondere die Kolo• nisfcnsöhnc. ״Doar Hajom“, der dieser Organisation nahe• stellt, widmet der Konferenz einen Leitartikel, in welchem er die Gründe ausciiiandcrsctzt, die zu dieser Organisierung geführt haben, insbesondere die angebliche Benachteiligung der eingeborenen jüdischen Jugend durch das Kolonisations• Departement der Zionistischen Exekutive» das nur die neu angekommtmen Arbeiter berücksichtige, stark links orientiert Sei und die Kolonistcnjugcnd mit einer gewissen Gering• Schätzung als das Produkt der Acra de» Barons behandelt. Die Organisation vertritt die ideellen und iimtericlicn Interessen der Kolonisicnjugcnd, sucht ihre Verwurzelung im Lande und in der Arbeit zu fördern, während früher die Kolonistensühne und •tücliter meist nach Europa aus2uwa!1dern pflegten, weil für sie kein Platz im Lande war, umt! z.war, wie ״Donr Hajom“ behauptet, durch die Schuld de» zionisUschcn Lei• tun״. Die Versammlung faßte eine Anzal.11 von Beschlüssen, darunter den Beschluß, jeden auszuschlieScii, der nicht seine Naturalisation durcligcführt hat, ferner wurde eine wichtige Statutenänderung beschlossen, in der der \uinahmcparagraph in folgender Weise geändert wurde; ״Jeder junge Mann, der ein Jahr im Lande wohnt und hicrzubiciben beabsichtigt, kann als Mitglied der Organisation aufgenom* men werden.“ ״Doar Hajom“ schreibt dazu, daß zwar die im Lande geborene Jugend ganz bestimmte Vorzüge habe, aber auch gewisse Fehler, die durch de» Zusammenschluß mit der in anderen Ländern erzogenen Jugend paralisiert werden können. ,Dttich diesen Beschluß 11!,1t die Organisation Bne Benjamin den separatistischen Charakter abgestreift und scheint die zentrale reaktionäre Jugendorganisation werden• zu wollen, die im Gegensatz besonders zur Arbeiterschaft steht. Eine neue jüdische Kolonie in Palästina Jerusalem. (J. C. B.) Die Jugendorganisation ״Ha• misrachi hazair“ traf die ersten Anstalten zur Gründung einer neuen Kolonie in der Nähe Jerusalems, die den Namen ״Flakphar haibri“ (das jüdische Dorl) tragen soll, Die Organisation hat in der Nähe der historischen Stätte ״Oibas Schani“, einige Kilometer von Jerusalem entfernt, 1000 Dtinam Boden angekauft Emir Abdullah verlaßt London London. (J. C. B.) Nach längeren Verhandlungen mit der englischen Regierung hat Emir Abdullah von Transjordankn London verlassen. Die Grenzen Transjordaniens sind noch nicht festgesetzt Nur soviel ist klar,'daß die englische Regierung der Schaffung eines unabhängigen transjordanischen Staates auf konstitufionclier Basis mit Zustimmung des Völkerlundes sympathisch י gegenübersteht. Vor seiner Abreise aus London hat Emir Abdullah ein Schreiben an die ״Times“ gerichtet, in welchem er für die ihm in London entgegengebrachte Sympathie seinen Dank ausspricht und hierbei besonders den Prinzen von Wales, den Außenminister Lord Curzon, den Minister für Indien, Lord Bell, sowie den Minister für die Kolonien, .Herzog von Devonshire, erwähnt. Als die wichtigsten noch der Lösung harrenden Fragen bezeichnet Emir Abdullah in seinem Briefe das Problem der Einfuhrzölle, die zwischen Palästina u׳nd Transjordanien verteilt werden müssen, dann die Frage der Grenzfestsetzujig zwischen diesen Ländern und endlich die Frage über die Eisenbahnen, an welchen Pa*> lästina und Transjordanien zugleich interessiert sind. Georg Halpern in Palästina Jerusalem, 16. N«v. (J.C. ß.) Hier ist vor einigen Tagen der Direktor der jüdischen Koloniaibank und Mitglied des zionistischen Wlrtsehaltsratcs, Georg Halpern. Gingetroffen. Es ist dies da erste Besuch, den Har Halpern in PAÜstim macht. . . ׳ JUEDISCHE;HAU Nr. 02 k 1, * Jt, dt; /ein. n U dien An der Prag־.■׳ cs za einer völ״i..M1-11 za Schlägereien führte »n.ü d.'.s Polizei zur Folge ha 1 Le, Die ״• inszenierten einen Streik, um ,,ihrer zu Lude des Sommcrscmeslers erfolgt' •.Li C1 I v c r:: 11 ä t kam;111011, die :.״ ckr Uchcchhchcu .״.rischen“ Studenten Empörung über die Wahl des Juden Stein herz zum Rektor der Universität Ausdrude zu geben, wodurch der Verjudung der Universität die Krone aufgesetzt werde“. Die Deulschnallonalcn führten mit Erfolg den Voricsuiißsboykott durch, und ihre Streikposten verfolgten die ״Arbeitswilligen“, Der akademische Senat hat itrioigedessen beschlossen, die Vorlesungen bi» auf weiteres ein• Zustellern Inzwischen wird an der deutschen Technischen Hochschule darauf hmgearbcitd, daß euch der übliche ״Sym• pathicstreik“ in Gang komme. Rektor Stein herz hat erklärt, daß er dem Terror nicht weichen wird. Interessant ist, wie wenig sich die Nationalisten durch die kritische Lage des Deutschtums in der Tschechoslowakei in ihrer Abenteuerlust beirren lassen. Wir sind gespannt, wie sich der — ohnedies nicht sehr judcnfreundlichc Senat der Universität benehmen wird. Das Flugblatt der arischen Studenten lautet: ״Mit Empörung haben wir zu Ende des Sommerscnl*sters die Nachricht von der Wahl des Juden Stein herz zum Rektor der Universität vernommen, wodurch der Ver־ i u d u n g unserer Universität die Krone auf• gesetzt wurde. Eutrüsict haben wir uns aber besonders über das Vorgehen jener deuis/Jieii Professoren, die diesen Jude» niilgcwälilt haben. Nur sic haken es ermöglicht, daß mm ersten Male an unserer altelirwimligen Alma inatcr ein Jude Rektor wurde. Gleichwie in früheren Jahren die deutschen Studenten jederzeit bereit warem alles einzusetzen, wenn es die Wahrung des deutschen Charakters unserer Universität galt, so müssen wir and» licute zur Tat schreiten: Der Streik, das älteste Mittel der Studentenschaft im Kampf 11:11 die Erhaltung ihrer Redde, ist uns auch heule auf,gezwingen worden. Bedenkt, Euere Heimat, das ganze Nudclcniand, blickt in diesen ernsten Stunden auf Euch. Be• weist, daß uns kein Kampf zu hart ist, wenn et um das Kulturgut unseres deutschen Volkes gellt.“ lieber die Schlägereien wird nocii berichtet: Die woiilvorbcreitcle Aktion begann am Mittwoch um 7 Uhr früh mit der Besetzung des Karoliiiiinis, des Klcmcntiniuns und aller Institute. Das chemische Institut konnte noch rechtzeitig ai־gesperrt werden. Gegen Mittag avurdc die Universität besetzt mul der Sticgcügang zum Rektorat durch dcutschradikale Studenten abgespeirt. Eine dreigliedrige Abordnung verlangte vom Rektor seine« Rücktritt Der Rektor lehnte kurz ab. Vor verschiedenen Instituten kam es zu Raufereien. Die Jüdischnationalen, etwa 600 Mann stark, versuchten das anatc mische Institut zu forcieren. Die aufgebotene Polizei zor Jedoch einen Kordon, um die Straße frei zu halten. Am Nachmittag beschloß der akademische Senat, den Betrieb zu unterbrechen. Am nächsten Tage organisierten die arbeitswilligen Stu• denten unter Führung der Jüdischnntionaien eine Gegenakiioti. Während gestern die Zusammenstöße auf der Straße zwischen den jüdischen Studenten und den Antisemiten meist zuungunsten der erstcren verliefen, da die Antisemiten mit Stöcken bewaffnet wären, war heute auch die Gegenpartei entsprechend ausgerüstet, so daß die Prügeleien auf der Gasse gleichmäßig ,Verliefen. 'Die Vereinigung ״Magibor“ haite die Taktik, die Streikposten hcrausziiriifcn, und diese Mann für Mann zu orieigen. Die Studenten mußten sich das gefallen lassen und nahmen die Schläge hin, da sic sich in der Minderheit befanden. Die antisemitischen Studenten sind militärisch nach f a s c i s t i s c h c in Muster formiert. Es ist ein regelmäßiger Fclddienst eingerichtet. Die Posten haben sich in den Instituten wohnlich eingerichtet, übernachteten dort und ließen sich durch eigene Diener aus dem Studentenheim das Essen zu tragen. Trotz der Kundgebung des akademischen Senats waren die Dcutschvölkischcn nicht von ihren Posten ge• wichen. Erst ais die zur Untersuchung der Vorfälle ein• gesetzte Professorenkommission die sofortige Freigabe der Universität verlangte, zogen die Völkischen ab. .. Die Abgeordneten der sozialistischen Parteien hielten im Abgcordnctenhau.se eine Sitzung ab, um zu beraten, wie man die arbeitswilligen Studenten vor dem Terror der Deutsch• völkischen schützen könne. Der Unterrichtsminister Bcchyne erklärt, er werde die bedingungslose Aufnahme des akademischen Betriebes fordern. Bei Wider» stand werde er mit allen Mitteln die Lernfreiheit herstclicn. Wie die Handlungsweise dieser sich ״national“ nennenden, angeblich deutsche Kulturgüter verteidigenden Hakenkreuz• Fascistcn, die offenbar im Einvernehmen mit einer rclchs• deutschen Zentrale arbeiten, vom deutschen Standpunkt zu bewerten ist, zeigt folgende Bemerkung der ״Frank• furtcr Zeitung“: ״Mit Recht beklagen sich die Deutschen über das Unrecht, das ihnen vo.1 dem tschechischen ״St.iatsvolk“ durch allerlei Itedrfjcku!vf«1t und Beeinträchtigungen fort• gesetzt geschieht ujid da« sieh ganz besonders ’ln einer empfindlichen Zurück sc izung ihrer Büdungs• und Kultur* institute ausdrückt. Aber wie wollen sie mit ihren Beschwerden Gehör linden, wenn ilire akademische Jugend ohne Siiin und Verstand mit den Methoden der Gasse die cigclien BiUlungsinstitutc lfthiiiiegt und gewaltsam verhindert, daß die Studenieii studierenI Wie Rehr diese deutschen ״Arier“ von allen guten Geistern verlassen sind, zeigt vollends die skandalöse Tatsache, daß sie, die sonst in heftigem Gegensatz zum Tsciuchenium stehen, die Hilfe der t&chcdusehe» Presse im Kampfe gegen den Rektor anrufcr», aber einen Korb bekommen! Da der akademische Mob in Güte, wie cs scheint, nicht zur Verminit zu bringen ist, wird er vermutlich das Eingreifen des tschechischen Unterrichtsministers provozieren, woraus dann wieder mit hämischer Freude die Tscheche!» den Schluß riehen werden, daß die Deutschen in Böhmen gegenwärtig ״ar nicht die innere Sammlung zur kulturellen ise'b;(vervvattunT hätten. Solange das Deutschtum da drüben nicht iinMauJc ist, unreife Burscher», die wegen einer angesichts der ethnischen Vcilüiii• misse der Stuleicnlän>.ler besonders blöden Rass.nthcoric alles kurz und klein sch lagen, zur Vernunft zu bringen, und solange Teile des aleuieiitischtn Lehrkörpers derartigen Bubcnstrcichcn sogar noch‘ Rückhalt gcw.'ü'.rcn, kann nräii sich ja wirklich nicht darüber wundern, wenn die nationalen Gegner aus solchen ErUimlltiikdlen Cif.::׳:; für ihre Unterdruckiiftgsmaßnahmcn gegen das Dcuhchtum als Ganzes entnehmen. Als Titus Jerusalem fcelagatc und seine Widder schon ge,״eil die Mauer donnerten, wühlen die zckrtisdicn!artete» der Juden nichts Besseres zu tun, als um den Be» suzades Tciupcibcrges sich gegenseitig die Schädel einru- Schlagern Diese Prager ״Arier“, sie mögen « uns übel Terror £e׳,in die Zionisten der Ukraine Moskau. (J.C. B.) Die etwa $00 in verschiedenen Städte 11 in der Ukraine, hauptsächlich im Kiewer Gou. verncnieirt, verhaftet gewesenen Zionisten!», finden sieh gegenwärtig zum gröfltcn Teil auf freiem Fuß, aber unter der Aufsicht der ״Tschcka“, und warten darauf, daß ihre Angelegenheit vor dem Revolution, tribunal zur Entscheidung kommt. Der größte Teil dieser Zionisten wurde auf Grund eines speziellen!Jefehls am 20. September in Haft ge. nominell, einige derselben wurden nachdem sic me;! re re Wochen in! Gefängnis zugebracht haben, unter der Bedingung freigclassen, daß sie sich der zionistische!» Betätigung enthalten. linier den Arretierten befinden sich zahlreiche aktive Mitglieder der verschiedenen zionistischen Gruppierungen. Gleichzeitig mit den Verhaftungen wurden Dokumente und Gelder der Organisatio!. ׳konfisziert. Man erwartet, daß die Angelegenheit noch im Laufe dieses Monats vor dein Tribunal zur Entschcidnug kommt; es ist sehr möglich, dali das Urteil ähnlich' wie seinerzeit gegen die 12 Zeire-Zionisten nusfallen wird, die bekanntlich ru je zwei Jahren Internierung in einem Lager verurteilt wurden. Die Anklage gegen die Zionisten lautet auf konterrevolutionäre Betätigung und Zugehörigkeit m aniisowjctistischcn Parteien. Die in Kiew und in der Provinz verhafteten Zionisten brachten zunächst 18 Tage im Gefängnis zu, bevor die Untersuchung ihren Anfang nahm. Das Verhör ging nach der Richtung, festri!stellen, ob der Kampf gegen die Zionisten den Erfolg gehabt hat, daß die zionistische Organisation ihre Arbeit eingestellt habe. Sämtliche Ver» hafteten erklärten offen, daß sic keine Minute ihre Arbeit unterbrochen hätten und cs auch in Zukunft forlscUen würden, sie behaupteten aber, daß ihre Tätigkeit in keiner Weise gegen die Rätemaciit gerichtet ist und derselben auch keinerlei Schaden bringen kann. Sämtliche Arretierte wurden über ihre Beziehungen zu den Verhandlungen Jabotlnskys mit Pctljura sowie DF. Pasnianlks mit General Denikin befragt. Gegen einige Gruppen der arretierten Zionisten hat der Tschcka-Bcamte Rachlis, der gut hebräisch versteht, die Untersuchung in hebräischer Sprache ge• führt, da die ,Arretierten sich demonstrativ geweigert haben, in einer anderen Sprache zu antworten. Am Vcrsölimmgstage wurde den Verhafteten die Erlaubnis gegeben, gemeinsam die Andachten ru verrichten. nehmen oder nicht,' haben tm* Admlichkdt“׳ 1*״ Juden eine fatale Geiwanowskis filier die jüdische Taktik im Sejm Kowno. (J.C. B.) Aus Anlaß der Eröffnung des litauischen Sejm fand ein Bankett statt, welchem die jü• discltcii Deputierten ferngeblieben sind. Unter den Presse» Vertretern war nur der Redakteur der ״Jiddischen Stimme“ anwesend. / Der litauiachc Ministerpräsident Galwanowskis zog den jüdischen Redakteur in ein Gespräch, in welchem er sich mit Bezug auf die jüdische Taktik gegenüber dem neuen litauischen Sejm dahin äußerte, daß die Instruktion des jü• dischcn Nationalratcs an die jüdischen Deputierten, an den Sitzungen des Sejm nicht tcilzunchmen, ihm als ein Fehler erscheint, da drei jüdische Deputierte, trotz der relativ kleinen Zahl, dennoch viel erreichen können. Er wies ferner darauf hin, daß ein Boykott des Sejm durch die Juden der antijüdischen Front als eine Waffe gegen das jüdijehe Ministerium und den jüdischen Nationalrat dienen kann. ״Man muß," sagte der Premier, ״kaltes Blut bewahren, um nicht später Anlaß zur -Reue zu haben, ebenso wie die Polen ihren scinerzeitigea Beschluß, den konstituierenden Sejm ru boykottieren, später bereut haben.“ Im übrigen sagte Galwanowskis, er werde in diesen Tagen demissionieren und an der Spitze des neuen Parteikabinetts gewiß nicht mehr stehen. Rrgicrungskrisls in Litauen Kowno, 16. November. (J.C. B) Schon am Eröff* mmgstage des litauischen Sejm sprach man In Abgeordnetenkreisen davon, daß das Kabinett Galwanowskis während der zweiten Sejmsitnnig am Freitag seine Demission bekannt• geben wird. In informierten Kreisen erwartet man die Bildüng eines Koalilionskabinetts aus Volkssozialisten und christlichen Demokraten unter der Leitung des Volkssozialistcn Slesewitsch. Für die JiKlen bedeutet ein solcher Regierungswechsel keine besonderen Aenderungen, da die offizielle litauische Politik gegen die Juden und somit die Stellung der Juden zur neuen Regierung wie bisher bleiben würden. Die Einwanderung in den Vereinigten Staaten (JPZ.) Nach den letzten offiziellen Ziffern sind vom 1, Juli bis 20. Seplcmber 6514 Einwanderer aus Deutsch* land in den Vereinigten Staoiten gelandet, so daß in den nächsten neun Monaten noch 61 031 Einwanderer aus Deutsch• land zulässig sind. Aus Oesterreich kamen in demselben Zeitraum 16 hl Einwanderer an, so daß noch 5751 österreichische Einwanderer zulässig sind. Die gleichen Zahlen betragen für die Schweiz 68') und 2757, aus der Tschechoslowakei 6533 und 7650, aus Ungarn 2616 und 2943. Aua Danzig 53 und 247, aus dein Memcigebiet 16 und 133, Rußland •1810 und 16 339, aus Jugoslawien 2704 und 3-188, aus Polen 6615 und 41 182, aus Rumänien 3099 und 4137, aus dem bcssarihiscjicn Gebiet 133 und 2635. ln den Monaten Jul und August landeten 83976 Per• sonen in Amerika, obwohl nach der Einwanderungsquote 143122 berechtigt waren. Von den Einwanderern waren 16062 Italiener, 9312 Mexikaner, 8253 Juden 6S39 Eng• läivdcr, christlich-polnische Einwanderer 2915, Russen 545, ferner Tselicchoslowaken 1456. 1111 selben Zeitabschnitt verließe» 50 333 Personen Amerika, so daß nur eine wirkliche Vtf־ mchruttg von 33 613 Personen stattfand. Gewisse Kreise fürchten, daß Not an Arbeitern sich ein stellen werde. Der Pascismug in Ungarn Budapest (J. C. B.) Nachdem die ungarische Regte* rung die antisemitischen Fascisten-Vcrbändc in Ungarn ver boten hat, haben sich die antisemitischen Abgeordneten de* ungarischen Parlaments zu einer Fascisten-Partei konstituiert, tafflit ihr» ■Tätigkeit tatet den Schutz det ItnmunJtit liJk•

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