Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 91 (17.11.1922)
- Date
- 1922-11-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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■ו. ✓ A di(» < Zeit, is c!ien •enden hing*« tlicUcn ״ <lc’! itnics lii Aei( Cilciiil freiem X'so;!, *.kIct, eweiu is!m!s, sei cs matt ft sis •ic zu Vinn enour. wird glich Kr.זס KJEDISCHE RUNDSCHAU Seite «OS ^samtauffnssutig gilt, ob wir nun Privatinitiative fördern ,xk־r KwpcraUvvn gründen oder Piichler an siedeln oder Iktrict« in eigener Regie bewirtschaften, Ucbcrall ist das Zk'l unseres Strebens nicht schlechthin die In• ,liisfrialisiermifr des Landes oder die Ausbreitung des OciinsscnscJiaftsgcdankcns oder die kleinbäuerliche Wirtschaiiswcise oder der Slantssozialisuius, sondern' die Gründung der jüdischen l Iciimtiittc mit den am günstigsien erscheinenden Methoden, Wie auch einst die Pilgervatcr der ״Mayflöwer“ nach Ncu-England und die .schwäbischen Templer nadi Palästina nicht um der Gründung neuer Baucrnkoloiiicu willen kamen, sondern jm Dienste einer über Wirlsdinft und WirlscJtaflsorgani• fition stehenden Idee, des Glaubens, wie wir um des allgemein mesndilldieii Kultunvcrtcs willen, den die in- (!ividuellc Eigenart des jüdischen Volkstums, wie ein jedes andere lebenskräftige Volkstum, in der im Grunde doch vorhandenen Harmonie der Kulturmcnschlicit danstcllt. Diesem jüdischen Wesen die freie Entfaltungsmöglichkeit auf eigenem Boden zu geben, ist das Ziel der jüdische» Politik, zu dessen Erreichung sic sich auch Wirtschaft* HcIicr Methoden bedient, ,! 1 Dali zionistische Wirtschaftspolitik Volkswirtschaft* Hdi und nicht privaiwirfschaftlich anzulegcn und zu bc* urteilen ist, braucht kaum noch des längeren ausgeführt 1u werden. So selbstverständlich cs auch ist, daß unsere W'irischaftsbctricbc, wie Banken, Siedlungen, Industrien, die man nach europäischem Beispiel am besten als ״cmischtwirtschaftlichc Unternehmungen selbständig kon* jjitniert, streng ökonomisch geleitet werden, so oinleuch* rend ist cs ebenfalls, daß cs nicht unter allen Umständen *uf Erzielung von Uebersdutssen, Ersparnisse um Budget und sonstige kleine fiskalische Vorteile ankornmt, Sinn 11'cr Wirtschaftspolitik, auch der des Zionismus, und aller ,ifentliehen Wirtschaftsunlenichmungen ist —י neben dem berechtigten, aber in Umfang und Bedeutung normal begrenzten Anspruch auf Deckung des eigenen Finanzbedarfs — die ökonomisdic Förderung des Landes und |seincr Bewohner als Grundlage des kulturellen und so* aalen Friedens und Fortsdiritts. Die Palästiimvirtschnft, der praktisch« Zlonistnitf,!Wonsfähig geworden durch freiwillige Leistung des pnzen Volkes, Ist das Werkzeug des politischen Z10- :.isnnis, der cs zur Erreichung seines Ziels, der Erncucrung der jüdischen Nation, entschlossen, aber auch 5it kluger ,Voraussicht handhaben wird, Der schweizerische zionistische Delegiertentag Am 5. November fand in Baden der 26. zionistische Defejltrltntap; des schweizerischen Zionistemcrbande» statt. Außer «9 verschiedenen allgemeinen zionistischen Vereinen waren uch der ״Misradri“ und der ״llechawcr“ durch Delegierte icrtrcten. Der Präsident des Landesverbandes, Dr. Pinkus, rstattctc den allgemeinen Tätigkeitsbericht, in welchem der |>!Referent mit Bedauern feeistellt, daß nicht viel Positives nzufütrrcn sei, hingegen ein starker Rückgang der Mit-;ieder und der Schekcbalilcr. Die Hnuptarbeit lag in der :nierung der iinnnzicllen Lage des Verbandes. Das Wenige,!5 geleistet wurde, bestellt in der Hilfe mit Rat und 'lat, :t den wenigen Palästinawondercrn gewährt wurde und .ג der Ueberweisung von 100 Pres, für die Chaluzimfürsorge ג Wien. Dem Kassnbericht des Herrn J. Horn konnte man jhtochmcn, daß durch große Sparsamkeit das Budget aus- * balanciert wurde und 'daß der Kassabcstand ein Xktivum וסי über 600 Fres. aufweist. Ueber eine rege Tätigkeit kante der Referent des J. N.-F., Herr S. Le will (ßt Gallen), ־triclitcn. Zirka 18Ü00 Fres. sind im Ocrichtsjahre für den ). N.-F. cingcgangcn. Es wurde ihm Anerkennung gezollt, 'frm der auf der Tagung gesammelte Betrag fiir einen läum auf seinen Namen bestimmt wurde. Ueber die Tätigkit des Keren Hajessod referierte Nationalrat Dr. ß. Farbstein. Dem Keren Hajessod-Komitee haben sieh zwar prominente jüdische Persönlichkeiten angcschtosscn, bisher sind «Jw noch keine positiven Leistungen autzuweisen. ü sprach die Hoffnung aus, daß die bevorstehende General- '«Sammlung der Israelitischen Kultusgcmclnde Zürich seinen Antrag auf einen Keren Ilajcssod-Beitrag von 3000 Fres. ',eitens der Gemeinde annclitncii wird. Nach der General- Debatte und ticcliargeertciluiig, wurde der neue Statuten• '־־.twurf behandelt, von den angenommenen Anträgen sind '-'.׳;ende zu erwähnen: 1. ein Antrag Horn nuf Reduzierung ks Landesbeitrages von 7 auf 4 Fres, jährlich. 2, Ein An* 2ב־1י des J. N.-F ,»Kommissärs S. Lcwln, daß in Zukunft G Präsidenten der J. N.-F.-Kotnmission Sitz und Stimme l!5! Delcgicrtentagc haben, Ferner ein Antrag Dr. Farbsteilt, ״hü in Zukunft einem Zionisten nur dann eine Diarjjc in zionistischen Körpersehaftcn ge• Üben werden kann, wenn er seinen Ver* Mich tu ngen <lcm Keren Hajessod gegenüber richgekom me 11 ist, und ein Antrag Lewnnow, daß ף Rahmen des C, C. ein spezielles Jugendreferat ge- '!!!alten wird. In das neue C. C. wurden einstimmig folgende lenen gewählt: Dr. F. Pinku», I. Horn, A, J. Kom Weh), S. Lew in (St. Gallen) der auch weiter J. N.-F.- Kommissar bleibt, Dr, Camille L < v y (Biel), R u c f (Basel) 1־<i Dr, Marx (Zürich). Der Silz des Z. K. bleibt Zürich. i (J.P.z.) Deutschland Genidmlevet bände Von Fritz Neack, Gotha. Neue! jüdisches Schulgeb Sude in Jerusalem , Demnächst soll für eine höhere Schule In Jerusalem :"Jtroßes Gebäude errichtet werden nach dem Muster der jditchcn höheren Schule in Jaffa. Die Mittel für den Neu- 1 lu entstammen dem Fonds von 125000 englischen Pfund, j* Kadoorle aus Schanghai zur Errichtung von Wohn- "״*em und jüdischen Schulen In Palästina gespendet hat. Die jüdische Elnwundtrimg In Palästina , London. (J.C,B.) Wie das Kolonlal-Amt mitteilt, sind? Laute der letzten 9 Monate, d. h. vom 1. Januar bla?• September d. ]., 5380 Juden nach Palästina eingewandert. n״(tf ihnen waren 2554 Männer, 1748 Frauen und 1587 itiMcr, Hamburger Oenielnde für den Keren tlojcsiod . Der Hamburger Gemeindevorstsnd hat dem Beschluß der '‘Präsentanten zugestimmt, 10000 M. für den Keren Hs- <e״°d zu bewilligen, , Es ist an der Zeit, daß nvlr uns über die Frage der Gesa m torganisatio11 der deutschen J 1111 c 11 und der GcmcimlmrbÜmte eine nnie Meinung bilden. Diese neue Meinung wird darin bestehen, daß wir alle Uolliuingcn, die wir auf eine freiwillige Orgnnisntion des deutschen Juden• tnms setzten, einstweilen auigebcu und uns den weiteren Bestrebungen nach dieser Richtung gegenüber p.usiv ver* Balten, , , , Es können keine Zweifel darüber bestehen, daß ein auf Grund des Art. 137 der Itclclisvcrfassutig begründeter Gesamtverband jüdischer Gemeinden niemals mehr Sein kann als ein Wohlfalirtsinstitut, Weder nach Innen noch racli außen kann ein solcher Verband irgendwelche Autorität haben. Es steht jeder Gemeinde frei, »Ich 111m anziBchließcn und au» ihm ausznschekkn, Jeder Beschluß des Verbandes, der einer Gemeinde Lasten oder Verpflichtungen aufciiegt, wird dazu führen, daß die betroffene Gemeinde ausschcldct. Diese Oclahr wird immer bestelle״ und zur Folge haben, daß wesentliche Beschlüsse überhaupt nicht gefaßt werden können. Kann der Verband aber nicht damit rechnen, daß er der judenheit gegenüber Autorität hat, *0 wird er auch In ihrer Vertretung nach außen hin gehemmt »ein. Jede Meinungsäußerung nach außen kann Erschütterungen nach Innen zur Folge haben, upd das muß die Arbeit de9 Verbandes llihmcn, Voraussetzung für einen Verband, der Imstande wäre, die jüdische öffentliche Meinung in Deutschland zu repräsenficren, wäre ein jüdisches Zusammengehörigkeitsgefühl, eine Solidarität jüdischer Interessen, wie sic in Deutschland zurzeit nicht vorhanden Ist. Man muß das bedauern, aber man muß damit rccbacn. Schon die blslicrige Entwicklung Im Reich und In Preußen läßt das erkennen. Im Reich lat cs einer fast dreijährigen Arbeit nicht gelungen, den Verband überhaupt zum Leben zu bringen, obwohl bereits die Orundverlassung ein schwächliebes Kompromiß ist und die Autonomie der Gemeinden ausdrücklich sanktioniert. Man hat nun den Weg über die Linder elngeschlngen, und es wird dabei nicht besser werden. Auch die Verfassung des preußischen Oemelndeverbandcs wird >— sofern er überhaupt zustande kommt — eine wirkliehe Arbeit niclit zulassen.! In Thüringen sind wir schon weiter. Hier Ist der Versuch eine* Ocmciiidcverbamles bereits 111 den Anfängen erstickt und auf absehbare Zeit erledigt. Da die kurze Geschiehto dieses Verbandes sehr lehrreich ist, möchte ich ein wenig darauf eingchen. Am 27. November 1921 traten In Meiningen Vertreter der Oemcindevorsiände zusammen. Diese Versammlung, die übrigens ausschließlich aus Liberalen bestand, beschloß, einen Thüringischen Gemcindeverband zu gründen und nahm eine Verfassung nach üblichem Muster an. Die Gemeinde Eisenach lehnte es aber von vornherein ab, dem Verbände beizntreten. Angeblich befürchteten die Eisenacher, wo «ine staatlich unterstützte Gemeinde mit einem staatlich angcstellten Laudesrabbiner bestellt, sich durch den Verband zu verschlechtern; auch mögen Prestigefragen eine Rolle gespielt haben. Kurz: Eisenach machte nicht mit. Nun sind die meisten Gemeinden Thüringens gehr klein; außer Eisenach spielen nur noch Meiningen und Qotha zahlenmäßig eine Rolle. In Gotha aber gab cs keine öffentlich-rechtliche Gemcindc. Da aber der Verband nur Wert hatte, wenn er als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt war, mußte erstrebt werden, daß die «!!geschlossenen OcniciniRn die öffentlich rcclitliclic Anerkennung■ erwarben, Die Golhacr ״Israelitische Kultusgeincimlc“, die nur ein Verein mit dem Rechte als juristische Person ist, sträubte sich aber gegen eine Umwandlung in eine öffen!liehe Gemeinde, weil sie fürchtete, ihr reaktionäres Statut ändern zu müssen, Nach diesem Statut hat nämlich der Vorstand da* Recht, die Aufnahme in die Gemeinde zu verweigern, und er macht davon auch rücksichtslosen Gebrauch, insbesondere gegenüber Ostjuden. Auen andere Bestimmungen, so die über Steuererhebung, sind unglaublich rückständig und nur durch den Einfluß reicher, aber jüdisch uninteressierter Mitglieder zu erklären, die bei jeder Erhöhung mit Austritt drohen. Da nun die Gothaer an eine Acmlerung dieser Bestimmungen nicht dachten, hei der bestellenden Verfassung aber die Crtcilung öffentlicher Rechte ausgeschlossen war, versuchte der Verband unmittelbar als solcher die Anerkennung als Körperscliaft des öffentlic hen Rechts zu eihngen. Wäre das gelungen, so wäre der Verein ״Israelitische Kuitmsgcinciiide״ in Gotha ohne Aufgabe des Verciuschnrakters in lien Besitz ötfeutlieh er Rechte gekommen, außerdem wären die nicht zur Oothaer Gemeinde gehörenden Juden vom Verbände ausgeschlossen gewesen. Wir Zionisten hatten keine Voranla&stuig, <Jiecc3 Spiel z« begünstigen, wir erhoben bei der Regierung Einspruch gegen die [.egalisier 1111g des Verbandes, mit dem Erfolg, daß sic glatt abgelehitt wurde. Nun hätte die Gemeinde Üotlia cs immer noch in der Hand gehabt, den Verband zustande zu bringen, indem sic ihre Verfassung änderte und um die Anerkennung efiikam, deren Oewiihrung in diesem Fall sicher war. Das war um •0 eher zu erwarten, al» die Regierung unter Annahme unseres Stand- Punktes ausdrücklich darauf hiiigcwicseu hatte und als Voriicdiagung vor allem die Acuderung^ies Aufuahmeparagraphen verlangt hatte, Der Vorstand der Gemeinde erklärte aber der Regierung (nebenbei: ohne die Gemeinde zu helragc׳.:), daß die Gemeinde endgültig auf die Erteilung ölten! lllcher Rechtc und die Zugehörigkeit zum Ücmcindcvcrbaml׳: verzichte. Damit ist der Verband begraben; er bestellt nur noch aus der Gemeinde Meiningen und einigen Zwerggemein• den, die meist auch nicht öffenttidi rechtlichen Charakter haben. Diese Sache hat ersten« Ihre Konsequenzen. Denn wenn in einem deutschen Land kein Verband zustande kommt, ist eine wirkliche Gesamtorganisatbn der deutschen Juden schon unmöglich gemacht, Zweitens aber Ist das ein Symptom dafür, daß die meisten Gemeinden nur ihre Klicltturms* Interessen (sit venia vorbo) vertreten (und noch nicht einmal diene), daß sie Verband und Gemeinde zugrunde gehen lassen, wenn sic finanzielle Verpflichtungen oder politische Zugeständnisse auf sich nehmen müssen. E» Ist ganz au» sicMslos zu erwarten, daß die Gemeinden sich «InordiKu und Opfer bringen werden, um des Gsiuen willen, Es ist das gewiß traurig und zjigt mir den Tiefstand des deutschen Judentums und seiner gcgjcnwärilgen Führer, Aber es ist so, und wir Zionisten sollten nicht unsere Zeit dafür hergeben, Versuche zu unterstützen, die scheitern müssen und die gesunde Entwicklung nur aulhatten können. Genulmlcvcrbände, die die Autonomie der Gemeinden saaktioliieren, sind wertlos; es wäre tatsch, ihnen durch Anteilnähme einen Schein von Bedeutung zu verleihen. Sie müssen scheitern, und dann lieber schnell, Ich glaube^ nicht, daß sich die Stimmung In den Ge* titelnden bald fimlcrn wird; in zehn laliren vielleicht, wenn eine neue Jugend In die Gcmcimlcstubcu cingcdningcn sein wird, wäre es möglich. Zurzeit gibt cs nur einen Weg: den über da» Gesetz. Statt uns a!1 der Bildung werlloier öcmcindevcrtiliide z» beteiliget!, sollten wir überall unsere Kraft darauf konzentrieren, daß die Länder Aiisfiihrungsgesctze zu Art. 137 der Rcichsvcrtassung erlassen. Diese Gesetze dürfen nicht nur Bestimmungen über die Einzelgemeinden enthalten, sondern es müssen auch die Verhältnisse der Provinzial. m!d Landesgemeinde״ dadurch geregelt werden, Wenn es gelingt, da* durchzusctz.cn, s'md wir ein Stück weiter. Es kamt das nur die Zustimmung aller derer finden, die ernsthaft eine Stärkung des deutschen Judentums wünschen: der Führer des Deutsch- Ismclitischcn Gcmcindcbutidcs, sowie der Rabbiner und Lehrer, Einzelheiten in dieser Hinsicht zu bringen, ist heute nicht meine Absicht. Meine Absicht ist nur, eine Diskujsion über die Orundiragen zu eröffnen. Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden Arrt 30. und 31. Oktober d. I, trat tn München der Verband Bayerischer IsrncüiirJicr Gemeinden zusammen, , \ Der Präsident des Verbandes, Herr Oberland«*• fferichtsrat l>r. Neumeyer, München, gab einen »CTicht über die Tätigkeit d!ז Verbundes, dem •alic bayerischen Gemeinden bis au! zwei angchörcu. Der Vcrbandspräsldcut wandte •ich «!1 die Ktiltimgemcin• den, Ihren Beamten den zum Leben noiuendiRcn Unterhalt zu gewähren, was nicht Sache der Wohltätigkeit, sondern!1flieht sozialer Gcicditlgkclt Sri, Der Verband betrachte sich den Gemeinden gegenüber, die ihre Srlbüändigkcit diircltau* bewahren wollen, als das öffentliche Gewissen. Er will die Gemeinden In sozialem Sinne erziehen. Der Ernst der Lage zeige den Gemeinden, daß sie »ich selbst und die Interessen der Ocaamtlicit geitthrden, wenn der Nachwuchs an Beamten bedroht sei. Im Verlauf der Diskussion führt Lehrer Dr. Baut• herger, Nürnberg, aus, daß die jüdischen Volksvliu!• lelirer während de* Krieges, wie von den vwgenelztcn Stellen wiederholt anerkannt worden sei. an den Slmu bnschuhm vorzilglidie Arbeit geleistet hätten, tlnß aber neuerdings die Lehrer an eben diesen Schulen zuri'ukgcwicscn würden. Wenn ia den öffentlichen Schulen jüdische Kinder ln ihren Empfm• düngen verletzt werden, *o wird das Ziel der Schule in sein Gegenteil verkehrt. Wir werden dem AntiscmL.is.nus mit allen Krähen entgegentreten. Als bcs cs Gegenmittel• empfiehlt der Redner die Errichtung jüdischer Schulen über• alt dort, wo die Gelegenheit dazu vorhanden ist. In diesen bleibe den Kindern a'Ic Kränkung cripart. Die jüdische Er- Ziehung müsse fiir «11c Srlui'gattungcn auf eine neue Basis gestellt werden, eine Reform unserer bisherigen Volksschulen tut dringend not.!1» der NaclimittaRsslt/ung des ersten Tages erstattete Here Rechtsanwalt Dr. Z. Straus, München, ein ein* gt'hcrr.lci Referat über die sozialen Aufgaben sie! Verbarsfc*. Er verlangt, daß die Forderung der jüdischen Bit* dtiiijs- und WohlfnlirlsbestrclHingcn ab ein wesentliches Ziel des Verbandes erklärt werde, dessen Tätigkeit iiisbcson-.lcrö folgende Qrbiele umfassen rol: Erhaltung und Ausgestaltung der innerhalb des Landes besteh ende 1! I!1!du!1g5״ und WohllalirlMnstaltcn, *ovrrit deren Wirkungskreis sich über das ganze Land oder Teile des Landes erstreckt, Schaflung neuer wotilfahrtsclnrkhttingcn, soweit sic erlonkr.iti! sind, wiil!re;d die finanzieret Untcrilülzmig von lokalen Anstalten nur in bcfoisderei! Fällen gcs.heben soll. Anstalten außerhalb Bayerns sind zu unkrKüUcn, wenn ihr Wirkungskreis siel! auch auf die Juden Bayerns miterstreckt. Zur Erreichung all dieser Zwc:kc rol c eine L41.׳dcs/.enlr.,hlcro errichtet und ausreichende Mittel in das Budget eingesetzt wrrden. Die aus Anlaß der erster* Ta;11״g a 0:1 einem ungenannten Stüter c. richtete Len des• Mifiwig «01! mit Zustimmung des S.ihcrs in einen ״Landes• (01*111 fü r jüüis.hti Wühii'uitrtsbeürcbitngcu“ 11 :״gewandelt werden, der aus freb.vl! Reu Beitrügen gespeist wird, wahrend regelmäßige Zu wen Jungen für Eidtmgs■ und Wohlfahrtszwecke durch einen bcitimmtcn 1 dundertsatz der Qcsamlumlagcn gedeckt werden sollen, Dituen Ausführungen des Herrn Dr, Straus schließt sich' die Versammlung einhellig an, während sein Verlangen zur Beteiligung an allgemein jüdischen Woliifalirtsbcatrcbuiigcn außerhalb DetitnlilrmJs gegen eine nicht unerhebliche Atinclerheit a b;; c 1 e 11 n t wurde. And! ein Antrag zur Unter* stutz u ngvo n C11 aluzi m unddes Keren Hajessod, der von der jüdischen Volkspartci cingcbradit war, konnte, nach dem l>r. Bamberger, Nürnberg, dafür und die Herren hntizrat I>r, Erlanger und Falk, Nürnberg, sowie Herr Robb. Dr, I.ratlcr, An badi, dagegen gesprochen hatten, keine An* nähme finden, wahrend cm Antr.ig zur Förderung ■voa! JugcuJorgauicnLoiicre angenommen wurde, I Herauf, folgte ein Referat von Ober!ehrc,f Stell, Würz bürg, filier die Fortbildung der jüdischen Lehrer, Nadi einem liictorinJicn Rückblick auf die jüdischen Bildung»• ideale zeigt der Redner, wie das im Jahre 1864 gegründet• Seminar in Wiir/burg dank der weitgehenden Berücksichtigung der speziellen Belange der jüdischen Lehrerbildung von *eiten der 4taatsrc.ricrmvg eine abseitige Ausbildung der jüdischen Lehrer für Volks• tuvd Rctigionsschulm wie auch für *la* Kan!«rat geboten hat. Die ״Verwirklichung der im Reichs* *ri1ul׳(Cselz vorgesehenen Pläne zur küniigeu Lchfcrausiblllung würfe die iüdi3;he Lehrerbildung 10,־ eine *.hwere Aufgabe Stele«, während eine Reform in den mn Bayerischen Min je steriiiiii für Uti'errkht und Kultus angcdeti'cfcn Grenzen *!§ gmifiß'irer Weg erscheint. Rabbiner Dr. Stein, Erfurt, ergänzte lu einen Korreferat die vorstehenden Ausführt« «gen. Am zweiten Tuge erstatte׳« der Syndikus des Verbände«, Herr Ke.ht?nnwult F'.«s.U1׳,cr, München, den Fmaiuberidit, au« dem hcrvorgcho!>cn sei, daß der Verband im Jahre 1021 155 502 M., vom 1, Jimu.ir bis 30. September 1022 052 445 M, ausgegeben hat, wänrend für den Rest de* Jahres 1022 noch 41/z Milt. M״ davor* zirka 3'4 MIß, M, au Zitsciiiinen für Rabbiner »ml Beamte ge'cistct werden müsren. Für da* Jriif 1923 werden die Ausgabe! für da* rechtsrheinische Bayern mif etwa 3'.» Milt. M., für die Pfalz auf etwa 5 Miß. M. v׳e.— aiwlrisgt. Der Etat wird genehmigt und ein Umlagensaiz von , 3״> der Reh InuikI La!1:!cs*!cuern angenommen, der Rat uivl der Ständige Ausfluß der Tagung erhält die Ermächtigung, bei 13e:larf den Steuenafz bis auf 4״;« zu erhöhen, Herr Oberlanfesgcririitsrnt' Prof. Dr. £1 berxltmidf, Miln* ehe», referiere über die Besoldung der Rabbiner und Dean!len und leite (Ile He le itimg der sclm Im März 1922 vom Rat u!*J Sii uli ren Au s Ituß vorläufig «ngeiiommciien Ullt&lzo dar, »ach ucnea die Eintreibung der Beamten In I i:׳