Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 91 (17.11.1922)
- Date
- 1922-11-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652490--15336-2673799- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 2× ep/1000826
- Ukraine 1× ep/1001131
OCR text
Seite 602 * C11A U ״ ■ר; :;זז.., JUU'DIJCr J jcdocli eine fallende Tendenz auf. Haupiindusfric ist nach wie ־vor die Bauindustrie. Obwohl die Bautätigkeit stark eingesetzt hat, sind die Flaupreise um 30 °,t> gefallen. Dies hat seinen Grund darin, daß die Baumatcrialprcisc gegen das Vorjahr um nahezu die Hälfte gefallen sind und eine ge- Tiügcndc Anzahl von Bauarbeitern. Architekten und Baumeistern vorhanden Ist. Einen starken Aufschwung 'hat die Scifeiiindustrie genommen. Als neue Industrie tritt die Satzgewinnung auf. Ein neues Unternehmest (Athllt Salz Entrcprise) wird von der Jewish Colonisation Association finanziell Die Anlagen zur Gewinnung von Kochsalz aus dem Mittelländischen Meer sind bereits im Bau Der Bericht betont, daß noch immer Möglichkeiten für den. Absatz bestehen, Spczicll die Textilindustrie hätte Aussicht . ‘ . DI« palästinensisch intblsche Delegation zu Kenia! , (J.P.Z.) Zur geplanten Entsendung einer palästinensischarabischen Delegation nach Angora und Konst'antinopcl schreibt der ״Llssan et Arab" an leitender Stelle, nachdem er sich für freundschaftliche Beziehungen zwischen den Oricnlvölkctn ausspricht, u, a,: Wir glauben nicht, daß Angora heute der arabischen Gemeinschaft etwäs helfen köbne. Von einer Hegierung, die Rabbi Chain!-Kahnnt nach Paris delegiert und, wie wir erfahren, zum Delegierten an der Friedenskonferenz bestimmt, ist das nicht zu erwarten. Wir glauben, daß Palästina in diesem' Moment die Last einer Delcgationscntsendung nicht auf sich nehmen kann. Angora muß sich zuerst selbst retten, dann soll es Palästina retten, das kann aber vielleicht erst nach 10 Jahren der Fall sein. Die türkischen Juden an die Angora Regierung (j, P. Z.) Namens der großen Notabcln-Vcrsammlung Kon- •tantiiiopcls hat das jüdische Konsistorium ein Begrüßung®- Telegramm an die Nationalversammlung von Angora gesandt und der Chief-Rabbi der Türkei hat seinen Dank an Mustapha Kemal telegraphiert für den Schutz und die Hilfe, die den Juden Anatoliens zuteil geworden ist. Dies ist die erste Gelegenheit, bei welcher das Oberrabbinat in Kontakt mit der Regierung von Angora gckoitimen ist. ... ז.״׳־״״• Eine wichtige Entdeckung in S&dpallsiini In der Wiener Anthropologischen Gesellschaft machte Universitätsdozcnt Dr. Josef Bayer, Prähistoriker am Natu!• historischen׳ Hofinuscum, Mitteilung von einer Wissenschaftlieh bedeutsamen Entdeckung in Südpalästina. Es handelt sich um die seit langem gesuchte Stainmkultur der ncolilhisehen Kultur, von der sich die der Gegenwart hcricitet. Dr. Bayer, der während des Stellungskrieges Gelegenheit hatte, das Land genau kaufen zu lernen, fand sic kurz vor der dritten Gazasehlacht in Judäa in Gestalt einer Steinzeitkultur, die nach den Formen der Steinwerkzeuge, vor allem dem Faustkeil, größte Ucbcreinstinimung mit der ältesten europäischen Kultur, der des Ncandcrtaimenschen, aufweist und deren früher schon hier und da gefundene Geräte daher auch immer für gleich alt mit diesen ältesten Kulturresten Europas an• gesehen wurden. Die genaue Untersuchung hat nun aber ergeben, daß zusammen mit dieser altertümlichen Form viel spätere Vorkommen, deren Oleichaltcrlgkcit aber unzwcifel• halt zu erweisen ist. Das wichtigste unter den Funden sind jedoch die Uebergangsformen vom Faustkeil zum ncolilhiechen Steinbeil, denn sic erst beweisen, daß hier wirklich die Vorstufe der neolithischen Kultur vorlicgt. Dazu kommt, daß der Vortragende auch den geologischen Nachweis eines sehr jugendlichen Alters dieser Kultur erbringen konnte, denn er fand sie auf dem jüngsten Löß, der genau mit dem cura• näischcn übercinstimmt und hier wie dort knapp vor dem Maximum der letzten Eiszeit zur Ablagerung kam, Anderer• scits bezeugen die altertümlichen Faustkeile, welche den ältesten Westeuropas vollständig gleichen, den innigen Zu• *ammeishang mit der Neandertaler Kultur in Europa, Ist diese aber hier mindestens 60000 bis 80 001 Jahre zurück• zuverlegen, so kommt der palästinensischen S'cinkultur nach Bayer nur ein Alter von 10000 bis 15 000 Jahren zu. Da nun diese Kultur die älteste Palästinas ist und auch i« Aegypten und Mesopotamien nicht viel weiter zurückreichen dürite, ergibt »ich, daß Europa, vor allem Frankreich, das nach unserem heutigen Wissen älteste Kulturland Ist, dem gegenüber Vordcrasien geradezu kulturjung genannt werden muß. Damit fällt die bisherige Schulansicht von der Ur• helmal der Kultur ln Asien. PuMlifcrung der Pogrontnateriallen ja Rußland Riga. (J.C. B.) Die jüdische Abteilung des ״Folkomnaz“ (Nationalitätenkommissariat der Sowjctrcgicrung) hat in Moskau bereits mit der Verwirklichung ihres Projekts der Herausgabe der Materialien zu den in den Jahren 1918 bis 1920 in der Ukraine und ln Weißrußland vorgekommenen Pogromen begonnen. 111 der Einleitung wird darauf hingewiesen, daß neben der welßgardlstischcn Konterrevolution die separatistischen Tendenzen der Ukrainer, sowie der Gegen• *atz zwischen der Dorfbevölkerung und der zum großen Teil aas Juden bestehenden Städtebevölkerung die Ursache zu den Pogromen waren. Dann wird gesagt! ״Das besondere Kolorit eines raffinierten Sadismus haben die Reste der zaristisch-feudalen Kultur in die Pogrome hincingctragcn.“ Im Archiv der jüdischen Abteilung des ״Folkomnaz" befinden sich mehr als 5000 Dokumente und über 300 Photographien über die Pogrome. Die Bücher erscheinen serienweise In jüdischer und in russischer Sprache und werden spezielle Monographen auch über die polnischen Pogrome, die Ausschreitungen der Ban* diten und der Balachovitsch-Bandcn bringen. Die ersten zwei Bücher sind bereits in Druck. Erzleliunpwesen der nallonolen Minderheiten In Rußland Riga. (J.C, B..) Nach Meldungen aus Moskau hat die Kontcrcnz der Verwalter der gouvcrncmenta'.en Bildungsabtei• Jungen mit Bezug auf das Erzicliungswcsen unter den National!• täten in Rußland eine Resolution angenommen, ln welcher die katastrophale Lage des Büdungswcscrt* der nationalen Minder• heilen in Rußland konstatiert und dis folgenden Forderungen aufgesfeilt werden: 1. Schaffung eines zusammenhängenden Netzes von Minderhätssdiulav, % Stärkung des Kampfes gegen die religiöse Schule; 3. Schnellste Einführung der Muttersprache als Unter• richtssprache in denjenigen Minderhcitsschukn, wo sic bis jetzt noch nicht Unterrichtssprache ist; 4. Versorgung der Mindert!eitssdiulen mit Geld- und Lehrmitteln und Einfiihrunpg einer strengen Kontrol'e über die sogenannte ״gesellschaftliche Hilfe5;״. Gründung einer Reihe pädagogischer Anstalten zur Ausbildung von Lehrern für die Nat!ona!itltens;!u1!cn, rj,.,*•***. ..... ״ .״ * .י׳י■״יי יי*;, 11 W MM,'.»., ...... . . *1 - 1 ׳• C. Von Dr. jacqtias Ad 1 cf, Leipzig. •Die Zionistische Vteltnigriiiortb:! der Gegenwart in ihrer Eigenschaft als ״Jcv/ioli Agoney“, eis völkerrechtlich anerkannte unabhängige VLrirA;mg der iiäicresocn der jüdischen Nation beim Aufbau PalitetiiWB, ist eine inter* nationale Rechtspersönlichkeit von cUatsülmlichem Clia* raktcr. Eine ganz genau rtitreu ende knappe juristische Formulierung laßt sich cbcnrowcHg geben wie heute, beim ersten Anfang einer »cd! unabsehbaren Entwick- Iung, eine scharfe Kennzeichn» 11g de*, tatsächlichen Sacit- Verhaltes. Im Hinblick auf die großen graduellen Unter* schiede in Zweck, Form, Msehfaitfr.lfung und Machtbereich vielleicht reich!(״;! kühn, dürfte nun doch׳ wohl rein prinzipiell die ״Jewish Agency" mit dem Heiligen Stuhl zu Rom vergleichen. Die Zionistische Organisation als ״Jüdische Vertretung“ Ist kein Staci, denn ihr fehlen Hoheitsrechte und Maciitaitmlung über ein! bestimmtes 'Territorium und seine Bewohner. Sie Ist aber mehr als eine Repräsentanz einer nationalen Minderheit, denn sie ist nicht dem Obrigkeits-, Parlaments- und Sclbstvcrwaltungssystem Palästinas cing?glieclert״s!c verkörpert nicht nur die Juden Palästinas reibst, sondern handelt im Auftrag der Juden der ganzen Erde und ist der Regierung des Landes selbständig biigeerdnst. Sie ist auch mehr als eine Partei, da sie über die Verbreitung und Vertretung politischer Ideen hi 1!aus diese durch eine ganze Reihe von ihr geförderter und finanzierter kultureller, sozialer und volksw irisch ältlich er Einrichtungen praktisch realisiert, und sic ist schließlich mehr als eine Kolonisationsgcscllschafl, da Bodcmvcrt und Ansiedelung für sie nicht geschäftlicher oder sozialpolitischer Selbstzweck, sondern nur Mittel zur Schaffung der nationalen Heimstättc ist. Indem die Zionistische Organisation — dieser Kornplex von diplomatischer Geltendmachung nationaler Interessen, von politisch-kullurcllcr Erziehungs- und Werbetätigkeit, von unmittelbarer Sicdlungs- und Aufbauarbeit Wirtschaft! :he Unternehmungen eröffnet und betreibt, wirlscha'tsfördcrnde Maßnahmen ergreift und das Budget ihres eigenen Vcrwa'tungsa; pa ־ates reguliert, han Je't sic nach den gleichen Gesichtspunkten und Grundsätzen, die für die Finanz- und Wirtschaftspolitik eines jeden Kulturstaates maßgebend sind. Finanzen, Eigenwirtschaft und Wirtschaftsförderung der Zionistischen Organisation sind in erster Linie eine politische Angelegenheit, nach der politischen Zweckmäßigkeit zu ordnen, und an zweiter Stelle erst nach der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit zu überprüfen. Die Entscheidung liegt beim Staatsmann, der Volkswirt ist nur sein Berater. Es ist ein Undjng, die Wirtschaft von der Politik zu emanzipieren. Es würde dies heißen, privaiwirtschaftlichc und' volkswirtschaftliche Bctrachtungsweise durcheinander wirren, ja noch mehr, Zweck und Methode miteinander verwechseln. Eine knappe prinzipielle Uebcrlcgung über das Verhältnis der Politik zur Wirtschaft mag daher angebracht sein. Die Politik bezeichnet die gcmcinsdiaftbildcnde Tätigkeit der Menschen sowohl als auch die Tätigkeit, die von den Gemeinwesen ausgdit. Politik ist der lnbegriff des sozialen Lebens in seiner höchsten Steigerung, wo cs zum Staat, der übcrindividuellcn Verkörperung des Macht- und Rechtsgedankens gelangt. Politik ist Selbstzweck, Insoweit die menschliche Gemeinschaft im Tiitigscin, im Wirken «ach den ihr innewohnenden Normen sich selbst erfüllt. Es hindert aber freilich nichts daran, noch über dieses — an sich genügende — Existenz-!ninimum staatlicher Daseinsberechtigung hinaus mit der Idee des Staates den Gedanken der Erfüllung bestimmter Kulturwcrte zu verbinden, Insbesondere den Staat als eine Vorstufe zur dereinstigen freien Gemeinschaft der Kulturmcnscliheit aufzufassen, die dann der staatlichen Gliederung und Bindung entraten kann. Der Staat und sein Lebens fl ui dum, die Politik, sind also von jeder besonderen Zweckte tzung, von jeder Wertung als Mittel und Methode frei, es sei denn, daß die notwendige Abgreuzung — nicht Zwcckbczichung, nicht Unter- oder ■ Ucbcrordiiung — zur individuellen Selbstbestimmung und zu den mcnsclihcitlichen Interessen in Frage kommt. Wirtschaft dagegen ist niemals Selbstzweck. Wirtschaff ist nur Mittel zum Leben und Wirken. Sie ist die zweckmäßige Tätigkeit des einzelnen Menschen wie auch der sozialen Gruppen, die sich auf die materiellen Behelfe bezieh I, deren man zur Erreichung bestimmter Ziele bedarf. Mag man auch mit der Wirtschaft gewisse Kulturwcrte in Zusammenhang bringen, etwa die Erzichung zur Sparsamkeit, zur Ausdauer in der Arbeit, zum Zielbewußtsein, zur gegenseitigen Hilfe und zur Arbeitsgcmeinschaft, zur Freude mn Erfolg, zu Iidhcrer Intclligcnz und zu crfiiidcrir.clicni Geiste, all dies — so bedeutsam <3 auch für Zivilisation und Ethik Ist — ändert doch nichts daran,' daß Wirtschaft au sich durch den Tatbestand der planmäßigen materiellen Verwirklichung menschlicher Zwecke vollständig erschöpft wird. Wirtschaftsir.cikcclen, WirfsdiafMormen'sincI Werkzeuge, die je nach dem besonderen Zweck beliebig .wählt. Wie ein jedes Werkzeug <Jc3 Menschen ist also auch die Wirtschaft kein Selbstzweck. Etwas ganz anderes aber — und hier zeigt sich das wichtigste Ergebnis dieser prinzipiellen Untersuch!!::״ — ist die Eigcngcsctzlichkcit der Wirtschaft, ihre * J■ &mI<1 Ui die ciiifrdia.küi Gesetze der Logik unabänderlich bestimmte Mct’arui!!;, wodurch־ sie wiederum Ihren Wcrkzcugeharnkter erweist. Zwei Faktoren legen das Walte־'״ dl;re!• Mechanik fest, einmal die genau meßbaren phy!..!;.;itecl1C‘.t ,Eigenschaften der Materie hinsichtlich der Meng״ und!!:.־,:liaffcnlicit der bewirtschafteten Dinge, n::1;•.;:!:.!:; ״ die psychophysische Einstellung und lebUitgWHitelvkl des wirlichaUendco -V Nr. öi Menschen, die in ihren Durchschnittswerten durch de Erfahrung genau bekannt ist und nur in weitesten zej‘t, raumen allmählich sich ändert, wie denn auch zwischen •der Geistes- und Gemütsverfassung etwa der lrondenden Inraclitcn in Mizrajüu und der elendsten Ausbeutung,, «bjekte der modernen Heimarbeit kein wesentliche.!•! Unterschied zu finden ist. Die Mechanik der Wirtschal•1 i die sich aus der Natur der Dinge und der Natur (Jh 1 Menschen ergibt, ist in gleicher Weise ein konsequentes' l gesetzmäßiges Geschehen, wie Bewegung, Schnelligkeit ז und Wucht des geschwungenen Hammers. Absdiließcr.j; sei darum fcstgcstcllt: Ebenso, wie man ans freie!״ ' Willen, auf Grund einer Uebcrlcgung über den beson, deren Zweck, den Hammer zum Werke wälilt, oder! die Axt, entschließt man sich audt frei für die jcweiij . zweckmäßige Wirtschaftsweise?, sei es Privatkapitalismus; sei cs Staatssozialismus, sei es Plantagenbetriel», sd; Bauernwirtschaft. Ebenso aber, wie man, wenn man den Hammer wirklich benutzt, seine Schwungkraft als ein Gegebenes lunnchmcn und alle Versuche, sic zu hemmen, mit schmerzenden Fingern büßen muß, kam* man sich auch den Konsequenzen einer einmal angcaommenen Wirtschaftsform nicht mehr entziehen und wird ein jedes Unterfangen, diese Konsequenzen nachträglich noch zu korrigieren, recht teuer zu bezahlen haben. Es gibt, für die Politik eines jeden Staates wie auch für die durchaus der glcidien Kategorie zugehörige zioriistische Wirtschaftspolitik, die freie Wahl der Wirtschaftliehen Methoden, die dem• erstrebten Zweck besonders entsprechen. Und es ist die schwerste, aber auch die dankbarste Aufgabe des verantwortlichen Politikers, hier sofort den richtigen Weg zu beschreiten, der schnell, sicher und kräftesparend zum Ziele führt• Die freie Wahl bedeutet hier sorgsames Abwägen aller Faktoren, der { Gefühlsmomente sowohl als auch der materiellen Bedingungen. Da gibt es kein Ausweisen, keinen Verzicht ' auf die Wahl. Ein Staat — aber auch eine Zionistische Organisation als ״Jewish Agency“ — würde durch die Resignation auf eine eigene positive Wirtschaftspolitik i auch die Züge der politischen Interessenwalirung aus ' den Händen geben. Es stimmt weder die Lehre von Manchester, daß die Wirtschaft ein vom Staate absolut ':dos Eigenleben führe und darum sich selbst überlassen am ehesten zum erwünschten Erfolg gelange, noch auch die heute viel verbreitete Theorie, daß der zwangsläufige Verlauf der Wirtschaftsentwicklung jegliches r״> zialc Leben, also auch die Gestaltung der Politik bestimme. Beide Auffassungen erkennen zwar ganz richtig die Eigengcsctzliclikeit der Wirtschaft, werten sie aber urtümlich als ein Prinzip bewußt zweckmäßiger Selbst* bestimmung oder planmäßigen gesellschaftlichen Fort- Schritts, während sie doch tatsächlich nur mechanisches Wirken von Naturkräften und natürlichen Trieben ist, das sidi in Gang setzt, sobald diese entfesselt werden -־•. wie ein Uhrwerk, das man aufgezogen hat. Darumstimmt aber auch nicht das Gegenstück zu jener Lehre, das Dogma von der unbeschränkten Macht der Politik, die die mechanischen Gesetze der Wirtschaft ungestraft ignorieren könnte. Der Politiker wählt zwar frei die ihm passend erscheinende Art des wirtschaftlichen Handelns; er ist dann aber unbedingt an die gescUmäßige Wirkung der von ihm entfesselten mechanischen Kräfte gebunden. Stellt cs sich heraus, daß er seine Wahl nicht gut getroffen hat, dann kann er nicht beliebig die begonnene Entwicklung zum Stehen bringen und eine andere Methode probieren, sondern wird genötigt s»«n, ganz allmählich, meist unter schwersten Opfern, ’ seine Wirtschaft von dem verfehlten Weg auf das richtige System uinzustellen. Wie gefährlich ein Verkennen wirtschaftlicher Eigengcsetziichkeit ist, zeigt das wirtscliaftspolitisclic Chaos in Europa der Gegenwart als Folge der rein' politisch orientierten, die ökonomische Realität vernachlässigenden Friedensverträge. Wie Opfervoll ein Wechsel des Wirtschaftssystems mitten Ln seinem Verlaufe ist, erweist sich am Beispiele der neuesten russischen Entwicklung mit ihren nicht geringen Kon- Zessionen an das vor wenigen Jahren erst vertriebene ausländische Kapital. Die menschlich sehr verzeihlichen Irrtümer und Fehler anderer sind nicht dazu da, um sie überlegen zu kritisieren, sondern um aus ihnen /Zu lernen, wie man von vornherein möglichst das Richtige tun kann. Auch für den Zionismus, für den Aufbau der vom Völkerbund anerkannten jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina gilt es, daß die Wirtschaft nicht Selbstzweck, nicht autonom, nicht aus sich selbst heraus zweckmäßig ist, sondern nur frei und wohlüberlegt wählendes Mittel mm Zweck, Tdcthode der Befriedigung der materiellen Bedürfnisse, der Aufbauarbeit und der neuen Siedlung. Zionistische Wirtschaftspolitik bedeutet klare Feststellung des Zwecks und sorgsame Wahl des wirtschaftlicher! Verfahrens nach genauer Prüfung der realen physischen und volkspsychologischen Grund« lagen und gründlicher Erwägung des voraussichtlichen Verlaufs. Fest stellt die Tatsadic: Der Zionismus, die Wiederherstellung eines jüdischen Kultur-und Sicdlungszentrums im alten Heimatlandc, ist eine politisdic Angelegenheit, die ״Jewish Agency“ daher eine politische Instanz und die Wahl ihrer wirtschaftlichen Maßnahmen, deren Kon- Sequenzen allerdings erkannt, berechnet und .getragen werden müssen, durch die politischen Interessen diktiert Unsere wlrtschnftliclicn Entscheidungen müssen darum gemäß den allgemeinen Intentionen der politischen Leitung erfolgen, wenn auch selbstverständlich — der Eigcngcsetzlidikcil der Wirtschaft entsprechend ך־ d'c Ein/ciarbeit von Fachleuten nach praktischen Gesichtspunkten geleistet und in ihrem Verlauf von störenden politischen Einflüssen ire!gehalten werden muß, Die» j i 1 d״s Z1 > dur.lri•־', Gen״•■■', ' sdiafi• י;> Öi'ÜIKi g gen c1|־l vifer fcliwäl 111 Grum! ,V im DM/ Ration L• nllgcn' (liviiim» andere vor hau t ■# Diesen '1 auf ci? t,, Politik , lieber 0• י';' llcli ■ur 1״; urteile וי , ru wc: 1 ö Wirtsc11 < die wp $!ittliC! ■ tend irt: j auf ErV und s *. ' aller V u! ofknü^i!; dem b *; bcgrei •1 bedarf (Je . seiner e : zialen ׳. D aktion 1, ganze! * 1: , £ nisrmti1!! W 1׳f I|| neuen י •' 1 mit k ‘ ־ : -1H -ilk ׳ Ai .! , Gerte! 1; 3dcn. v1'! 1 1uch 1' ־ | vertrctL '׳ r; erstatt .! : '; Relerco^!| anzufü^ J ßlndciij?*'׳׳ ן Sanier p!l s i 1» 7:1 ׳. die u‘•ין:!׳ in der1 ׳je in Wi rq entiicl 3־ bahne |! \oa 1 ן konnti 1!י bersch ‘ I ׳ J. K■1■ . indem jl ' Baum 1־! keit < ׳{ D. Fa 's:. promi י: ' aber;! El sp«; ־ ycrsai ־: Antra l seiten 1,- ötbat!׳s trfws foigci J des 1, צ trjg ־:? die 1.י »m I - > (kB •3 Cha > geb ' pfli ״i naci ן im R * •' schal - Herr.'y Lüri om. und 1 l ‘ <in; i *' fedis r bau die •;*; häng , c im 10. Un׳ Ki! > k Fs' ty