Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 91 (17.11.1922)
- Date
- 1922-11-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ausgehend von der Tatsache, daß die Eingänge für den Aufbau Palästinas viel zu gering sind, weil offenbar der Auf■׳ bau noch nicht die Herzenssache des Volkes geworden ist, oeist Ahronovvitsch darauf hin, daß es keinen Sinn hat, darüber 7u klagen, vielmehr müssen wir dafür sorgen, daß unsere Armut wenigstens nicht noch zur Verzerrung führt, indem naht einmal die vor'.iandencn Gelder sinngemäß verwendet werden. Es kommt darauf an, die Gelder in realen Werten anzulcgcn, die selbst wieder eine Quelle der Existenz und der Entwicklung sind. Dies wird am Beispiel der Landwirt- Schaft gezeigt. Ahronowitsch schreibt: ״Welchen realen Wert kann das Budget der Landwirtschaft haben, wenn cs nicht zur rechten Zeit kommt, wenn nicht die Möglichkeit bestellt, zur richtigen Zeit das Vieh cinz.istcl’.cn, zu pflügen und zu säen, — alles Dinge, die sich nicht aufsdiieben lassen? Die Gelder, welche nach der richtigen Zeit cinlaufcn, werden aufgegessen, ohne der Wirtschaft Nutzen zu bringen, und die Menschen stehen wieder vor dem Nicht». Ein Schauer packt uns, wenn wir die Verderbnis betrachten, die durch diesen Zustand — nicht nur im wirtschaftliclicn Sinne — in unserer Arbeit bewirkt wird. Zahlrci.be Arbeiter aus den Wirtschaften, und zw׳ar meistens vx>!1 dem erfahrensten Arbeitern, deren Aufgabe darin bestehen sollte, die Wirtschaft selbst zu verbessern und höher zu bringen, müssen ihre Arbeit verlassen und sind Tag und Nacht beschäftigt mit Reisen nach Jerusalem und Jaffa, auf der Suche nach ״finanziellen Kombinationen"; einen großen Prozentsatz des Budgets vertilgen die Reisespesen und einen noch größeren Prozentsatz die Zinsen für geliehenes Geld; die Leute entwürdigen sich selbst ur.d entweihen das Heiligtum ihrer Arbeit durch ״Handel mit Wechseln“. Wahrlich, die Sache ist nicht neu. Jahr für Jahr erhebt sich dieser Huf seitens der landwirtschafilichen Arbeiter: Sei das Budget so gering es auch ist, nur möge cs zur rechten Z.it 1:0:111110:», damit wir es zur Anschaffung von totem und leier, lern Invcn'ar und zur Erzeugung von Lebensmitteln verwerten und dadurch hoffen können, uns allmählich von der Abhängigkeit von Budget zu befreien. Und Jahr für Jahr wiederholt sich das traurige Bild des unaufhörlichen Hinmvl I ierfalirens der Arbciicr zwischen ihrer Wirtschaft und Jerusalem wegen des Budgets— ein BiSd, in dem ein großer Teil des Geheimnisses der Defizite verborgen ist, und ein großer Teil des Budgets geht in unproduktiven Ausgaben auf. Aber mit dein Begirvi des jetzigen Jahres erreichte dieser Zustand den Gipfel der Impotenz. Die zionistische Leitung tröfinc'.c ciav Jahr ohne einen Groschen in der Kasse und mit Schulden für das vergangene Jahr. Die Unterstützung, die die Leitung \o1־ der A. P. C, durch Einräumung eines Kredites 1 conto des Budgets erhalten hatte, hat ganz aufgehört (nach Acullcniimcn der A. 1’. C. geschah dies auf Anweisung des J,C. T. in London); die zwei natürlichen HilfsinsUtute der Arbeit i:;1 Lande, die Arbeiterbank und der Hamaschbir, denen « obliegt, die Arbeiten der Arbeiterschaft durch Kredite zu Erdern — <tie:e beiden Institute bekamen allerdings keine solchen Weisungen von irgendwelchen Zentralstellen und widmen s.ets einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens dein k'rc.lit für die Landwirtschaft, aber ihre Möglichkeiten in dieser Pich'img \vnr!cn schon vor Beginn des neuen Jahres erschöpft cr.'i jetzt, a:n Anfang des neuen Jahres, haben sie zwar den guten Willen, die gefährdete LurJwirtschaftliche Produktion dieses Jahres zu reiten, aber ihr Vermögen reicht nicht aus auch nur für die minimalsten Bedürfnisse. Und?0 steht jetzt d.cse Frage in ihrer ganzen Schärfe mehr als jcrna's im Vordergründe: Welchen Wert haben jene Voranschläge und wozu dieses ganze Spiel mit einem fandwirtschaftlichen Budget, wenn nicht die Möglichkeit besteht, mit seiner Hilfe auch wirklich Landwirtschaft zu schaffen I Wir haben schon verlernt zu fragen, ob denn die geringe Summe, die für Landwirtschaft ins Budget eingestellt ist, genügt, ob wir, wofern die Arbeit in diesem Maßstab geführt wird, von der Schaffung einer jüdischen Landwirtschaft in Palä• stina träumen dürfen — wir sind, wie gesagt, bereit, uns den Tat a heu zu fügen, carte Zcltlangein Auge zmuJrikkcm und uns den kleinen Möglichkeiten anztipassen. Aber wir möchten doch wenigstens wissen, daß, warn 1000 Ülösche 11 Werte schaffen, die 1000 gleich sind, dann 100 Groschen Werte gleich 100 schaffen. Mit anderen Worten! Wir wollen wissen, daß wir etwas im Lande schaffen. Unter den gegenwärtigen Bedingungen haben wir nicht einmal di« Illusion, daß dem so wäre, und das ganze Budget bekommt den Charakter einer Bettelei zur Aushaltung von Menschen. Uns scheint, daß diese Bedingungen nicht notwendige Folgen der wirklichen Lage sind, denn die Schuld liegt nicht mir an der objektiven Tatsache des Mangel* an Mitteln, sondern auch an dem subjektiven Verständnis der Kassen- Verwalter. Wir haben manchmal den Eindruck, als ob diese Ver- Walter tatsächlich das Budget als Unterstützungsgcldcr und nicht als Geld, das zu produktiven Zwecken bestimmt ist, betrachten. Denn anders könnten war cs uns nicht erklären, daß die Zionistische Organisation nicht im Anfang des Jahres ä conto des Budgets eine Anleihe aufnimmt und dadurch die Arbeit weit sparsamer und fruchtbarer führt. Die Arbeit in Palästina ist eben eine Thora, die viel Studium und Verstand- 1>is erfordert, und die außerhalb des Landes sitzenden Ver- Walter sehen sie zu mechanisch. Sie widmen zweifellos ein Maximum von Energie und Fähigkeit dieser Arbeit, aber cs bleibt eine Sisyphusarbeit, da sic nicht zum wichtigsten Ziele vordringt: die Wirtschaft auf nationale Grundlagen zu stellen und sie zu einer Existenzbasis für ihre Arbeiter zu machen.“ Finanzbericht des Keren Hajessod Das Hauptbüro des Keren Hajessod in London veröffent• licht eine Ucbersicht über die Barcingängc bis 30, September 1022. Danach sind bei dein Büro seit Frühjahr 1921 Im ganzen 614 102,15,6 Mund cingcgangcn. An erster Stelle unter den beitragenden Ländern' stehen die Ver. Staaten mit . , ״ , Pfund 393355,00,9 Ferner zahlten! Kanada , , , Po'ci» , . , Südafrika , , Deutschland , Argentinien , England . . . Tschechoslowakei HoüarvJ , . , BeßaraWen , . Bulgarien , , Litauen , . , Bra Hier» a , Rumänien , , Jugoslawien , Marokko , , Dänemark . . Chile .... Griechenland . Belgien . , . Ost :a'izien , . Finnland , , Elsaß-Lo'.hringen Norwegen , , Schweden . , Oesterdeich , , Frankreich , , Lettland , , , Aden. . . , Rappln über Privatinitiative in PaUhtina Dr. Arthur Ruppin, der vor einigen Tagen nach Amerika gefahren ist, hat in London dem Redakteur der ״Zeit“ ein Interview gewährt, in dem er sich über die großen Möglichkcitcn piivatwirfschaftücher Unternehmungen in Palästina äußerte. Dr. Ruppin berichtete, daß er nach Amerika statistisches Informationsmaterial mitgenommen hat, das die Möglichkeiten für rentable Anlagen in Palästina illustriert. Die wichtigsten Institutionen, die diese Möglichkeiten gewähren, sind in diesem Augenblick die Palcstlnc Land Development Company (P. L. D. C.) und die Palcstinc Mortgagc Bank (Hypothekenbank). Die erstere ist das einzige Bodenkaufsinstrument und hat an der Ansicdlung von 3000 landwirtschaftliclicn Kolonisten und 4000 Einwohnern von Garten- Städten mitgewirkt. Durch die P. L. D. C. hat sich der jüdische Landbesitz in Palästina um 50 ״/* gesteigert, Sic machte ferner Landspckulnüoncti unmöglich, da beinahe jeder Landkauf in Palästina durch Vermittlung dieser Gesellschaft erfolgt. Die Gesellschaft zahlte im Jahre 1020/21 eine Dividende von 6 »>. Alle diese Arbeiten konnten durchgeführt werden, obwohl die P. L. D. C. nur über ein Kapital von 31 000 Pfund verfügt. Dieses Kapital muß mindestens um 10003 Pfund gesteigert werden, damit die Gesellschaft .ihr volles Programm durch* führen kann, Was die Hypothekenbank anlangt, so erklärte Dr. Ruppin weiterhin, so hat sie die besten Aussichten für ihre weitere Entwicklung. Auf das nominelle Kapital von 200 000 Pfund wurden seitens des J. C. T. 50000 Pfund gezeichnet. Eine beträchtliche Summe wurde ferner vom Keren Hajessod beigesteuert. Das Institut wird geleitet von Herrn Poliakow, der ein hervorragender Sachverständiger ist und früher in Rußland eine große Hypothekenbank geleitet hat. Zur allgemeinen Situation der Kolonisation in Palästina übergehend, betonte Dr. Ruppin die große Bedeutung, die er den Versuchsstationen beimißt. Die ganze Zukunft unserer landwirtschaftlichen Betätigung Sn Palästina hängt vo!1 der produktiveren Form des Ackerbaus ab als bisher. Hier liegt die große Aufgabe der Versuchsstationen. 45 135,10 8 22000,14,5 18 505,—,— 17 082,04,2 15 563,0-1,9 15338,05,5 12113,02,3 7353.16.4 7093.14.5 4017,06,10 3356,00,5 3324,15,7 1 896,17,9 1 842,03,11 1814,12,1 1730,35,0 i 1 713,05,10 1 416,09,9 1 401,06,11 1 390,03,2 1297.12.5 1 203,13,2 1 036,16,7 1011,11,0 935,18,1 883,03,3 812,06,10 800,—,— Keren Hajessod kleine*• ׳na Andere Länder haben für den Beträge beigertcuert. Der Bericht stellt ferner fes*, daß die größten Eingänge in den Frühiingsmonaten in London cinkamcn, im April, Mai und Juni. Den Rekord erzielte der Mai mit 42.929,4,3 Pfund. Die letzten zwei Monate, Oktober und November, die im Bericht noch nicht berücksichtigt sind, dürften wesentliche Aenderungfn in der Rangordnung der einzelnen Lander bewirken. Z. B. hat der Russisch-Ukrainische Merk a s in Berlin, der bisher an 4L Steile stand, in der letzten Zeit eine Anzahl beträchtlicher Beträge für den Keren Hajessod erhalten, die ihn unter die ersten zehn Länder einreihen werden. Dasselbe gilt von anderen Ländern. Warschauer jüdische Ksuilcute nach Palästina Warschau. (J. C. B.) Einige führende jüdische Kaufleutc Warschaus begeben sich demnächst nach Palästina, um die ökonomischen Bedingungen des Lander, zu untersuchen und die Gründung von industriellen Unternehmungen an Ort und Stelle vorzubcrciten. Der Handel mit Palästina Nach offiziellen Angaben des Handclsamtes ist gegen״ wärtig eine umfangreiche Aktion der tschcchoslowakisehen Regierung für den Handel mit Palästina im Zuge. . Unter Mitwirkung der Prager Regierung haben mehrere tschechische Firmen (darunter die Skodawerkc, Rocsscmann und Kühncinann usw.) eine Ausstellung von In• dustricc rzeugnissen in Jaffa beschlossen. Die Waren sind bereits eingelangt; sie wurden unter besonderen Einfuhr• und Zollrrlcichteriingcn ciugcfiihrt. Einem offiziellen Bericht der Wiener Handel*״ kämm er über Palästina ist u. a. zu entnehmen: Bis Ende Juni d. J. ergab sich eine günstige Fortentwicklung auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens, Der Import be. trug von April bis Juni d. J, 17 ODO t, an welchem der deutsche und österreichische Handel zusammen mit 203 0CO £ partizipierten. Der Warenimport aus diesen Ländern weist Gärten der Völker, vergleicht hier mit Goethe, dort mit Ebncr-Eschcnbach, um eine Stelle lebendiger und zcitiiiilier zu gestalten; er kennt aber auch alte und neue, jüdische und nichtjüdischc Exegeten, kennt sie alle und läßt sieh doch nicht kampflos von ihnen überwinden. Sein Ziel ist: das Bild jedes einzelnen der von ihm ausgcwälilten Psalmen in uns lebendig zu machen, hier nach seinem historischen Anlaß (Psalm 126), dort nach seinem dichterischen Charakter; »0 wird ihm das Wallfahrtslicd zum lebendigen Bilde des jüdischen Volkslebens im Lande Israel ״in jener Zeit, da das Heiligtum noch stand“. Wir erleben den Aufbruch von daheim, Nöte und Gefahren des Weges, endlich die selige Schau der heiligen Stadt. Der Verfasser gehört, wie seine Freunde wissen, der zionistischen Partei nicht an; aber jedem Zionisten wäre es zu wünschen, daß er sich so tief in das jüdische Volksleben der Vergangenheit in seiner naturhaften, wie in seiner religiösen Ausstrahlung hincingcschaut hätte: ein Volksleben, abhängig wohl von Sommer und Winter, Saat und Ernte — aber auch von Fcicrzciten und Fcstversammlungcn. So muß ihn auch seine sprachliche Schulung zur Wertung der Ursprache in diesen Liedern führen; seine Auslegung holt manchmal ihre schönsten Schätze aus dem einfachen hebräi- »chen Worfsinn einer Stelle — auch dies eine Art, altjiidiselie Methoden neu zu erwecken. Es ist nicht die Schuld des Verfassers, sondern die Schuld der Zeit und der schwer erschwinglichen hebräischen Type, daß das ״heilige Original“ *״ seinem Büchlein fehlt Fines der lebendigsten Beispiele seiner Interpretation bietet der Sabbatlipsaim, der manchem Psalmenlcser besonders ans Herz gewachsen ist, ״das Glück des Hauses“ nennt er ihn — (Psalm 128) — das Lied eines Wanderers ist es, das in ',iden süddeutschen Gemeinden auch nach einer echten Wan- *jerermdodic gesungen wird* Ich greife diesen Psalm heraus, weil gerade er zum besonderen Tummelplätze fliehtjüdischer Erklärer geworden ist Augustin und nach ihm Notker sahen in der Gattin, die mit einem fruchttragenden Weinstock verglichen wird, die Kirche und in den ״Pfosten *fe* Hauses“ die gläubige Christenheit Neuere christliche . Erklärer legten besonderen Wert auf den Lohngedanken, *uf den ״Wohlstand“, von dem doch mit keinem Worte?׳e Rede ist. ״Der Psalmist wünscht sich Mehrung seines Mischen Reichtums", so las ich kürzlich erst wieder in dem sonst anregenden Buche von P. Th. Hoffmann: ״Der mittelaltcrliche Mensch“; denn inan muß ja doch den Nachdruck darauf legen, daß der Jude um äußere Oütcr bittet, um den Gegensatz zu den geistigen Gütern des eigenen Glaubens herauszudestillieren. Spanier stellt dem gegenüber das schlichte Bild des bescheidenen Glückes: kein äußerer Reichtum; daß die Arbeit gesegnet ist, das schafft Befriedigung;’' nicht Wohlstand, aber herzlich innere Güter, Reichtum nicht an Gold, sondern an Kindern. ״Herdglück“ nennt es Spanier schon. Aber es ist nicht das enge ״Herddämmerglück“, aus dem der deutsche Poet sich hcrausschnt, sondern weltweit geworden durch den Blick auf Jerusalem. Das kurze, eigene; Leben dehnt sich zur Unendlichkeit im Leben der Kinder und Kindeskinder; die engen vier Wände weiten sielt zur Welt durch den Bück auf die ewige Stadt. Und der Abschiedsgntß des Liedes ״Frieden über Israel!״ meint nicht nur ״politischen Frieden vor äußeren Frieden“, wie ein christlicher Erkliiicr will, sondern Frieden hn Sinne unseres Siddurs als höchstes und tiefstes alles menschlichen Segens. Geschrieben ist dies Büchlein in einer vielfarbigen Sprache, die den Hochscltwüng der Begeisterung glücklich zu einen weiß mit scharfer Abwehr und milder Ironie. Den! Andenken eines jungen Juden ist das Buch gewidmet: Eugen Lob, der ein Opfer de» Weltkrieges wurde. ״Sein Herz $chlug leidenschaftlich für sein Vaterland, dem er sich opferte, und die Liebe zum Judentum durchglühte ihn mit immer heiler leuchtender Flamme,!hm, der auf fremdem Coden ruht, soll dieses Buch eine Mazzewa sein." Dr. Bertha Bat't. weiten Reisen Verständnis für fremde Art und Toleranz gegen Andersdenkende erwarb. Später wurde er sogar in eine Art Ketzerprozefl verwickelt, lehnte aber.jede dogmatische Vergewaingung ab. Die Rcisebcschreibun״ selbst ist eine lebendige und kluge Schilderung der Länder, die er berührt und seiner Erlebnisse, Im Mittelpunkt steht das Heilige Land, in dem ihn vor allein die christlichen Stätten interessieren. Die Juden finden kaum Erwähnung, «las palästinensische Judentum hat damals kaum eine Ro'.le gespielt, sonst wurde cs zweifellos auch in Ainanns Buch Spuren!unterlassen haben. Welch ein Abstand zwischen damals lind jetzt, wenn man etwa neben Ainanns Buch die Reiscbceclireiming eines modernen, gleichfalls nicht kirchlich befangenen, religiösen Christen setzt, Alfons [י a ף u e t s 1915 erschienenes Buch**), der aus Patastina das jüdische Element nicht nur als regsame aufbauendo Kraft, sondern auch als geistigen Bestandteil dir alle Zukunft nicht wegdenker*. kann! Das Buch ist, wie schon erwähnt, wunderbar gedruckt tmd ausgestattet, und mit einer ganzen Reihe von Bildertafcia versehen. Diese Ausgabe ist die schönste Ehrung eines bedeuteivien Vorfahren, durch die der Herausgeber auch der Oeffentlidikeit eine wertvolle Bekanntschaft vtymittelt hat. Eine Palasiinarcise vor 300 Jahren Der Züricher Arzt, Hans Jakob A m a n n, unternahm um «lie Wende des 16. Jahrhunderts eine Reise nach Palästina, über die er einen Bericht unter dem Titel ״Reiß ins Olobte Land" als Buch erscheinen ließ. Dieses Reise werk hat nun ein Nachkomme des Genannten, Herr August F. Amann in Zürich, bei der Arbeit an einer Familiengeschichte entdeckt und in prachtvoller Ausstattung neu herausgegeben*). Aus der von Pfarrer Aug. Waldburger vorangeschickten Biographie erfahren wir roheres über den Verfasser, der ein echter Schweizer war, ein aufrechter freidenkemkr Mann, der infolge *einer Veplag des Polygraphische!» Institutes, Zürich• Vorträge über Bcrditscliewski and Brenner Der hebräische Schriftsteller R a widowi t s eh hält int Rahmen der Sor.iiabcndabcndvcrancliltungen ries Hapoel-Haza'ir, einen Zyklus von Vorträgen über ״Be rd118 c he w sk I und Brenner“, Es bedarf für diejenigen, die den Kampf um die tieferen geistigen Probleme der jüdischen Bewegung und die bedeutenden Geister in diesem Kampf kennen, keines Hinweises auf die Notwendigkeit für jeden in der Bewegung stehenden, diesen hervorragenden Erscheinungen und ihrer Gedankenweit näherzutreten. Wir fühlen uns deshalb verpflichtet, eine weitere zionistische Öffentlichkeit auf diese für den nicht hebräisch Lesenden wohl einzig gegebene Möglichkeit, Einblick in das Schaffen und in die Gedankenwelt dieser bedeutsamen Männer zu gewinnen, aufmerksam zu machen. Der erste Vortrog findet Sonnabend, den 18. November, 8 Uhr, im Heim statt und findet alle 14 Tage später seine Fort* sefzung, **) ׳ Bei' Eugen Die Jericlis, Jena, x יr ׳■״. I| י 1 D,