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Jüdische Rundschau · 1922-11-14 · Heft 90 (14.11.1922) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 90 (14.11.1922)
Date
1922-11-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite SOS Kr. 1» JtJEDJ; IJ H D 5 t ■ ך '! ft Das Ergebnis der polnischen Wühlen Eia Sieg der naiidiJßlcn Minderheiten Warschau, 0. Nov. (O.E.) Die Wahlergebnisse in den annektierten Ostgebieten zeigen einen überwältigenden Sieg des Mindcriicitcnblocks, der in Wolhynien sämtliche 16 Mandate, in der Wojewodschaft Nowogrodek 5 von 6, in B r c s t - L i t aw s k 3 von 5 erlangt hat Die Parteizugehörigkeit der gewählten 352 Abgeordneten verteilt «;ich wie'folgt: Rcchtsbiock 130, bäuerliche Volkspartei (Witos- Partei) 57, M i n d c r h c i t e n b 1 o c k 53, Polnische Sozialisten (PPS.) 37, radikale Bauernpartei ״Wyzvvoleme“ 35, Nationale Arbeiterpartei 15, Sluilski-Onippe 7, ostgalizische Zi 0nisten 11, ostgalizische Bauerngruppe 5, der Rest fällt auf kleinere Omppen, darunter 2 Kommunisten. Die Zahl der iiichtpolnisclicn Abgeordneten stellt sich auf insgesamt 73. 20 Mandate stellen noch nicht fest, ferner die 72 Mandate der Reichslistc, doch werden diese an dem Gesamtbilde wenig ändern, da sie nach dem Verhältnis der bereits errimgciicn Mandate verteilt werden. Ministerpräsident Nowak, der Finanzminister Jastzemhski und weitere zwei Minister, die sich um Sejmmandatc, zumeist auf den Listen der überaten National-Staatlichen Union, beworben hatten, sind durchgefallen. Den u ת e r w a r t e t c n E r f 01 g des Minderheitenbiocks und der Zionisten bespricht die polnische Presse mit größter Besorgnis. Sogar der liberale ״Kurjer Porariny“ meint, die Minderheiten w׳iirdcn für ihre Beteiligung an einer Links- oder Rechtsmehrheit, die ohne sie Voraussichtlicii nicht werde Zustandekommen können, unannehmbare Forderungen stellen. Das Blatt verlangt die Nichtigkeitserklärung der Wahlen in den Ostgebieten. Sämtliche Parteien rüsten energisch zu den am Sonntag stattfindenden Scnalswahlen, nach* deren Abschluß der Kampf um den Präsidentenposten beginnt. Bromberg, 0. November. (Mtb.) Die nationalen Minderheiten dürften 80 bis 90 Mandate erhalten, ein Ergebnis, das angesichts der ungeheuerlichen Wahlordnung ,die kühnsten Erwartungen über'.rifft. Die nichtpoinischslawische Fraktion, die es bisher nicht gab, wird etwa 31 Abgeordnete zählen, die jüdische Fraktion dürfte ihre Mandatsziffer auf üb.er 30 erhöhen, wahrend die Deutschen mit etwa 16 Abgeordneten zu rechnen haben, womit die bisherige Mandatszahl verdoppelt wird. Eitauen Tagung des Jüdischen Nationalstes Kowno. (J.C. B.) Am Abend des 7. November wurde Wer die neue Session des jüdischen Nationalrats in Litauen durch den Präsidenten des Nationalrats und Verwalter des jüdischen Ministeriums, Dr. Brutzkus, eröffnet. Nachdem Dr. Brutzkus ein Resümee über die bisherige Arbeit und die gegenwärtige Lage gegeben hatte, berichteten die Sejmdeputierten. Rosenbaum und Finkclstein. über die Arbeit der Sejmfraktion im Kampfe für die jüdiscli-natio- 11;11cm Rechte in Litauen, Deputierter Finkclstein konstatierte, daß im Zusammenhang mit der antisemitischen Hetze der letzten Zeit die allgemeine Lage sich verschlechtert hat. An dem unbefriedigenden Ausgang der Wahlen in den Sejm sei auch die jüdische Bevölkerung in Litauen schuld, die ihre Bürgerpflicht nicht ernst genug aufgefaßt hat, weshalb bei einer Bevölkerung von 10-~12״׳/o nicht die nötige Stimmenzahl zum Ausgleich des Wahlrnesscrs erreicht werden konnte. Nach einer inhaltsreichen Rede des Deputierten Rosenbaum wurde eine politische Kommission zur Abfassung der Resolutionen eingesetzt Eine lilatricche Erklärung zur Pogrom - Agitation Kowno. (J. C. B.) Der Direktor des Schutzdepartements beim Innenministerium, Nowakas, lud die jüdisehen Journalisten zu einer Besprechung ein, in welcher er auch die Pogromagitation in Litauen und die Möglichkeit antijüdischer Exzesse berührte. Direktor Nowakas erklärte, daß mit Bezug auf die Agitation des ״Geheimen Komitees zur Reinigung Litauens von Juden“ eine strenge Untersuchung geführt wird. Er versicherte, daß die ganze Agitation von polnischen oder poionisierten Kreisen der litauischen Bevölkerung ausgeht, und daß die, rein litauischen Volksschichten von dieser Judenhetze wenig berührt sind. Deshalb halte er die Möglichkeit eines Judenpogroms in Litauen für absolut ausgeschlossen. Als sich aber Nowakas über den nervösen Ton der jüdischen Presse beklagte, der nach seiner Ansicht nur negative Folgen haben könne, erwiderten ihm die Vertreter der jüdischen Presse, daß er sich eigentlich an die unrichtige Adresse gewandt habe. Die Hauptschuldigen an der Aufregung seien •die litauischen rechten Presseorgane, die eine systematische Hetzpolitik gegen die jüdische Bevölkerung treiben, ohne daß sic bis jetzt irgendwie bestraft wurden, während man die Kownoer ״Jiddische Stimme“ wegen eines harmlosen Artikels mit einer ungeheuren Geldstrafe belegt hat. Gegen Ende der Unterredung drückte Direktor Nowakas seine Unzufriedenheit mit der Berliner Wochenschrift ״Rasswjet“ (bekanntlich das Organ des Merkas der russischen Zionisten, Red. d. ״J. R“) aus, die dem Finanzminister Petrulis Worte in den Mund gelegt habe, die er in der russischen Zeitung ״Echo“ abgeleugnet habe. Die jüdischen Journalisten erwiderten darauf, daß im Interview des Ministers Petrulis mit dem Mitarbeiter der Zeitung ״Echo“ von einer Abieugnung oder Widerrufung seiner ungeheuerlichen Aeußerungen gegenüber den Vertretern der Kownoer Kaufmannschaft gar ,nicht die Rede war. Die ״Jiddische Stimme״ habe ausdrücklich auf diesen Umstand hingewiesen, und erklärt, die jüdische Bevölkerung erwarte noch gespannt eine solche Abieugnung. Dazu habe sich Petrulis bis jetzt nicht geäußert. ״Rasswjet“ habe die Worte des Ministers so wiedergegeben, wie er sic geäußert hat. Fit: 7111!;111׳ lg wji'״ 11, •*. .... Kowno. (J.C. B.) Per beauftragte die Kownoer jMFdn die Ihm seitens der ״G;,...:t׳ \ ־’ ... . ,, Worte: ״Pogrome werde;!!:omincn iri müssen kommen, und wenn die finstere Menge eure Liufon plündert, werde ich keinen Finger rühren, euch zu helfen״, zu dementieren. Eine Darstellung der wirklichen Worte des Ministers wurde nicht gegeben. An diesem offenbar unter dem Eindruck der Unterredung der jüdischen Journalisten mit dem Direktor des Innendepartements, Nowakas, entstandenen Dementi ist Intercssant, daß es nur auf die ״Gazeta Wanzawska“ Bezug nimmt und nicht auf die Meldung der ״Jiddischen Stimme“ selbst, welche dieselbe Acußcrung mit anderen Worten wiedergegeben hat. ff״♦ ן* Ktinia; S 1 V k I Die Regierung gegen die ßrtüceaiitiäAiai Ausschreitungen Aus Bukarest wird der ״W. M.-Z.“ berichtet: In jüngster Zeit ereignen sich sowohl ul Altals auch in Ncuntmaiilen an verschiedenen Stellen antisemitische Aus schreitaugen, die deutlich aut eine gemeinsame Urheberschaft lümveiseit und zu den peinlichsten Zwischenfällen _ führen. Ein Zentrum der antisemitischen Propaganda ist die Universität Jassy, von wo aus sich eine verheerende antisemitische Weile über das ganze Land ergießt Auch eile Lehrerschaft ist vielfach antisemitisch verseucht. So befahl in Rumänien ein Scluilinspektor, antisemitische Broschüren unter die Mittel- Schuljugend zu verteilen, und in i iusi suchte der Lehrkörper die studierende Jugend anläßlich der Krönung des Königs zu antisemitischen Exzessen zu haranguicrcn. In den genannten Städten kam es zur Belästigung friedlicher jüdischer Bürger, und in den jüdischen Mausern wurden die Scheiben eiligeschlagen. Wahrend nun der rumänische antiscmitisch-nationaiistisclie Historiker Professor Jorga der jüdischen Jugend die Schuld an den Ausschreitungen gibt־, indem sich diese in den jüdischen Turnvereinen ״Makkabi“ von ihren Christliehen Mitschülern absondern, erklärte dieser Tage Minister Marscscu, daß die Minister für inneres, Unterricht und Justiz gleich nach Einlangcn der Berichte iibbr diese Zwischenfalle die strengste Untersuchung eingclcitct haben und entschlossen seien, nach Abschluß der Erhebungen die Urheber und Teilnehmer an diesen Ausschreitungen mit der ganzen Strenge des Gesetzes zu bestrafen. Die Regierung, welche die Gleichberechtigung der Juden verwirklicht habQ, werde keinerlei antisemitische Manifestationen dulden. Die liberale Partei stelle diesen Agitationen ferne. Das rumänische Volk sei nicht pogromistisch veranlagt Heute müssen die Rumänen und die Juden gegenseitig alles aufbieten, daß in ihrem Verhältnis zueinander keinerlei Mißton entstelle, da sie beide berufen seien, gemeinsam dem Staat und den höheren Interessen zu dienen. ,*■> rr ׳: '*Kmf I W *W •Ä, *1i־wl j> 41« Jerusalem. (J*C־B•) Die palästinensische Re. gicrung hat mit der Publikation der Wähler, fisten und mit den übrigen Vorbereitungen zu den Wahlen bereits begonnen. Die Wahlen selbst finden. Ende dieses Monats statt. Abreise Musa Kazim Paschas nach Lausanne . Jerusalem. (J. C. B.) Die Delegation der palästinensischen Araber mit Musa Kazim an der Spitze verließ am 6, November Jerusalem, um sich n!r Nahen Osten-Konferenz nach Lausanne zu he• geben und dort die Ansprüche auf die Unabhängig, keit Palästinas zu vertreten. Die Delegation wird sich einige Tage in Kairo aufhalten, wo sie mit den syrischen Arabern eine Beratung abhalten wird. Auf ihrem Weg nach Lausanne werden die Delegierten auch Konstantinopel be« suchen. Lord Allcnbys Bauch auf der Sinai-Halbinsel Jerusalem. (J.C, B.) Fcidmsrschall Lord Ailenby, der ObcTkornmissar für Aegypten, begab sich nach der Sinai-Halbinsel, um die durch die wiederholten Angriffe des Wahabl-Stammes geschaffene Lage zu untersuchen, da die Umtriebe der Wahnbi sich zu einer ernsten Gefahr für den Suczkanal luszuwachsen drohen. Die Wahabi haben in letzter Zeit ihre Angriff« auf Gebiete Transjordaniens verdoppelt, und es besteht der Verdacht, daß sie unter den palästinensischen Mohammedanern Geheimagenten haben. Die christlichen Araber protestieren gegen die bei gewissen mohammedanischen Extremisten zum Ausdruck kommende Sympathie mit den Wah^jü. Einstellung des ״Haarei“ Jerusalem. (J. C. B.) Die große hebräische Tageszeitung ״Haarez“ hat aufgehort zu erscheinen. Die Zeitung ״Haarez“ stand den führenden Organen der zionistischen Bewegung nahe, während die einz'ge jetzt noch erscheinende hebräische Tageszeitung in Jerusalem ״Doar Hajom“, wie bekannt, längere Zeit gegenüber der zionistischen Exekutive in Palästina eine oppositionelle Stellung eingenommen hat. Sitzung der Wdihilfszenirale 10 Mil Honen Mark für jüdische Institutionen in Deafsclland Am 1., 2. und 3. November d. J. hat in Berlin , eine Sitzung der Exekutiv^ der Jüdischen Wdihiliskonfcrenz stattgefunden, welche eine Reihe von wichtigen Beschlüssen faßte und bedeutende Summen verschiedenen jüdischen Institutionen zutcille, l aut dem Bericht des Vorsitzenden hat die Exekutive im Laufe der letzten zwei Monate von 20 Organisationen aller Weltteile insgesamt zirka 1 2C0 0f,0 Fres, erhalten. Dazu kommen verschiedene Transporte, darunter der Transport eines speziellen Schilfes nach Odessa mit Eßwaren und Kleidungsstücken, sowie Medikamenten im Werte von 3y» Millioncn Francs (im Ge vielste von einer Million Kilogramm). Das Schiff ist am 19. Oktober von Dünkirchen nacli Odessa abgegangen. Die Delegierten der Weltliilfniconfcrcnz in der Ukraine werden den Transport in Empfang nehmen und unteT der Ukrainer Bevölkerung verteilen. Ferner sind mehrere Transporte nach Rußland aus Paria, Winnipeg, New York und Charbin abgegangen. Was die Kinderküchen für die jüdische Bevölkerung in der Ukraine anbetrifit, so sind bis jetzt sieben bereits geöffnet, und in den allernächsten Tagen werden insgesamt Kuchen für 6000 Kinder installiert sein; auch für die weiteren 3000 Kinder werden die Küchen recht bald errichtet werden, so daß in kürzester Zeit t9000 jüdische Kinder in verschiedenen •Städten für ein Jahr versorgt sein werden. Mit der Nansen-Organisation hat die Exekutive soeben eine Abmachung getroffen, wonach sie cs übernimmt, Kieidnngspaketc waggonweise nach einer größeren Anzahl von Städten in der Ukraine zu übermitteln. Die Exekutive hat mit einem der größten Magazine in Paris eine Abmachung getroffen, wonach Waren für die Jüdische Welthilfskonfcrenz für zirka 10 Millionen׳ Francs in Paris reserviert worden sind. Die Plenarsitzung genehmigte die Aktionen der Exekutive, darunter auch die Ausgaben,.welche die Absendung des Schiffes hervorgerufen hat (insgesamt nebst den ergänzenden Einkäufen 630000 Fres.). Die Plenarsitzung nahm sodann'die Tatsache zur Kenntnis, daß außer den bereits verbrauchten mehreren Tausend Pfund Sterling für Kindcrluichcn in der Ukraine, in Paris 7000 Pfund Sterling lagern, . welche automatisch für die Kiiidcrkiichcn in der Ukraine verbraucht werden. Außer den genannten Beträgen bestimmte sodann die Plenarsitzung eine Reihe von Subventionen in Höhe von zirka 5000 Pfund Sterling, darunter beträchtliche Beträge für den Einkauf von Medikamenten für die Ukrainer Hillsaktion (3000 Dollar), für einen Kreditioiids für Emigranten in Polen (2500 Dollar), für jüdische Institutionen in Deutschland zur Bekämpfung der Folgen der Kriegskatasirophe (10 Mill. M.), für die Zentrtie der Cliahuim (500 Pfund), für Aufbauhiife in Palästina zur sofortigen Auszahlung an ״Waad Lcumi“ (503 Pfund), für notleidende Intellektuelle in Wien und Berlin, sowie größere Summen für das Arbeiterfürsorgeamf, für Arbeiterheime, Studentenküchc in Berlin usw. Deutschland m •S & Die. Verfassung der badischen Juden Baden war neben Württemberg das einzige deutsche Land, das eine verfassungsmäßige Zusammcnschlicßung der1 Juden des gesamten Landes bereits seit vielen Jahrzehnten, offenbar nach dem Vozbilde der französischen Gesetzgebung, durchgeführt hatte. Hierbei war eine weitgehende Mitwirkung des Staates vorgesehen, an der Spitze des Obcrratei der höchsten jüdischen Verwaltungsbehörde stand ein vom Groß- Herzog ernannter höherer Beamter, der sogenannte Staatskommissar, gegen alle Entscheiden ries Oberrates war ein Beschwerderecht an die Staatsbehörden gegeben. Nunmehr hat die Staatsumwälzung in diese geschichtlich gewordenen Verhältnisse Bresche geschlagen, und die badischen Juden werden in wenigen Wochen über die Grundlagen ihrer neuen Verfassung durch Wahlen zu entscheiden haben. Bekannt ist, daß die badische Judenheit vor etwa zehn Jahren den Versuch des damaligen Oberrates, das Wort ״Zion“ grundsätzlich aus allen Gebeten zu streichen, energisch und erfolgreich vereitelt hat. Seit dieser Zeit halten sich die liberale und konservative mit den Zionisten verbündete Richtung in der Synode etwa das Gleichgewicht Es gilt diesen Zustand, der nur zum Vorteil für die Entwicklung war, aufrcchtzucrhalten und eine Wiederkehr der Vorherrschaft einer liberalen Strömung zu ver« hindern. Der Verfassungsentwurf ist das Werk eines Kompromisses, vom zionistischen Standpunkt aber durchaus annehmbar; er bringt dar, volle Wahlrecht für Frauen und Jugendliche sowie für Ausländer nach Ablauf einer nicht zu langen Karenzzeit, die allerdings grundsätzlich von uns zu verwerfen ist, und deren rechtliche Zulässigkeit überhaupt stark angreifbar erscheint Die Zionisten des badischen Landes, die an Zahl zwar nicht allzu stark, an Geschlossenheit und jüdischer Energie jedoch nicht übersehen werden können, haben allen Anlaß, die Vorbereitungen für die Wahlen zur grundlegenden, verfassunggebenden badischen Synode mit aller Aufmerksamkeit zu verfolgen und, wie sie das stets getan haben, auf dem Posten zu stehen. Mannheim. Rechtsanwalt Dr. Otto Simon. Wahirtfonn in Dresden Das Gcmcindckoilcgium der irrcciitirchtn Religicnsgemeinde in Dresden hat folgende Neuordnung des Wahl« rechts beschlossen: Aktives Wahlrecht haben samtliehe in* und ausländischen männlichen Ge• m e 1 n d cm i tgü cd e r über 23 Jahre, die seit wenigstens drei Jahren Gemeindesteuer zahlen. Passives Wahl« recht haben alle männlichen rcichs deutschen Gemeindemitglicdcr über 28 Jahren, die seit fünf Jahren ortsansässig sind. Das Wahlrecht ist das gleiche, geheime, direkte mit dem Proportion,ilsystein. Im Januar 1923 findet eine Neuwähl des gesamten Oemeindckollegiums statt. Diese Neuordnung bedeutet einen ersten Schritt zur Erfüllung der Forderungen, die von unseren Freunden in Sachsen stets vertreten worden sind. Mit Recht bemerkt die ״Leipziger Jüdische Zeitung“, daß die Forderung der Demokratisierung der Gemeinde noch lange nicht erfüllt sei, daß aber die neue Wahlordnung doch einen gewissen Fortschritt gegenüber dem schmachvollen Zustand völliger Entrechtung der großen Majorität der Gemeindemilglieder in Leipzig und Chemnitz darsteile. F» ff f) f n r •י u i rs r") rr?׳? C,*,. י~j I■*) IjmI \4 ^1ן^ ךמן r,רץ ^׳ r־”*• ■r־״׳, - \״״ J tlJ L; J U J v;״j v " P f! a » - - 1; נ ז \־ r* I, *p! & I» jy II %״§ fyj i! ״Cg# Ci p w סייח» öl IW frs ׳lc\r ן׳ t* 4! הוו *־׳.*־?I i ti k! •--.ו•׳ •'־׳.!׳ t ־. , 1 1W-« 11 •% r%, rfs | י- ~1 f, ' 1 kJ 4w iä# W 1י

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