Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 89 (10.11.1922)
- Date
- 1922-11-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 5RB JUED'1. u SC h u ncllcii irgendeine Sympathie kundgeben — wohlverstanden. Oppositionellen, nicht Regierungen, denn Hussein, Feisai und Abdullah haben bis jetzt noch kein Wort gesprochen; Angora aber hat nicht das mindeste Einspruchsrecht gegen all die Abmachungen, die die Völkerrechtliche Situation der arabischen Staaten und Länder betreffen, soweit diese Abmachungen nicht irgendwie gegen die Türkei gerichtet sind. Der Rücktritt der Türkei vom Vertrage von Sevres ändert die Rechtslage der schon aufgeführten Gebiete des arabischen Kulturkreises nicht im mindesten, da sie nichts mit den Dingen zu tun bat, über die jetzt seitens Angoras erneut der Streit verkündet worden ist. Für die Türkei ist gegenwärtig das jetzige Regime in Syrien, Palästina, Mesopotamien eine rechtskräftig entschiedene Sache, in die ihr genau so wenig Einrede mehr zustcht n-oclv auch möglidi ist, wie etwa für Dcutscli-Ocstcrreich in die polnisch-ukrainischen Grenzstreitigkeiten. Die Mandatspolitik, vor allem aber, was uns hier interessiert, das Palästina-Mandat, besteht demnach, trotz Angora, trotz Lausanne oder richtiger, neben Angora, neben Lausanne, ungemindert weiter zu Recht, solange insbesondere, als sich die jetzige Konstellation der Machtverteilung im arabischen Orient nidit ändert. Solange, als sie sich nicht ändert. Den jetzigen Status aufreclitzucrhaltcn, an dem wir insoweit, nicht mehr und nicht weniger, interessiert sind, als er die Erreichung unseres Zieles, die Gründung und Sicherung des jüdischen Volkszentrums ohne Schmälerung der Rechte der anderen Bevölkerungsteile, ennöglidit, diesen Status zu erhalten, ist nicht nur Sache der mit dem Orient irgendwie, wirtschaftlich, kulturell, politisch, strategisch', verknüpften Mächte, sondern auch unsere Sache, unsere Aufgabe, unser Anteil am Orientproblem, dessen Lösung niemand sonst für uns besorgt.! Eine starke wirtschaftliche und kulturelle Position in Palästina ist die sidierste Garantie unserer Ansprüche wie auch der uns verliehenen Rcchtstitel. Wir haben dargetan, daß diese Rcchtstitel durch die jetzige türkische Spannung nicht gefährdet werden. Soweit Alarm geschlagen wurde, war er blind. Aber Nüchternheit, Kühle der Gedanken, Wachsamkeit sind weiter unerläßlich. Rechtstitel, die zum größtenteil auch noch nur Versprechungen künftigen Rechtes sind, bieten nur eine schwache Stütze. Die Hauptsache ist, daß unser Existenzrecht als Volk, als die zu zu ihren historischen Sitzen wiederkehrende Gemeinschaft stetig offenbar bleibt und immer aufs neue durch tatsächliehe Kraftanspannuug bewiesen wird. Welcher Art die Kraftanspannung heute sein muß, wie dem Schein des Formalrechts das starke Sein des ״Rechtes, das mit uns geboren wird'* 1, verliehen werden kann, bedarf in einer Zeit, wo Keren Hajessod, Keren Kajcmeth, Schekel, Zionistensteuer, Privatinitiative, kultureller Aufbau, Sammlung der gesamten Judenheit im Zeichen der ״Jewish Agency“ für Palästina stets wiederholte Parolen sind, kaum einer weiteren Erläuterung. VO't l,r:y i'A 0 {-!, I; i n f:׳ •<! in den 1; e r i 1» * heit 1;d,".C l'ieiiaisü/iitig . : ln. ji':.;; > . zu; ,Wanderung statt. ס:•;!!:!!, 1 v/r.iv.i :.:Tiiick'lte Mitglieder iätui;.־ (K0‘ v,!״), Ciokleiibcrg (Lern- I 4>'־lu (\y::r;A<;eti), Joehdiiiami (1.011• [enter n.ihnißii teil die Berliner Mit- Df. :.־m, Fines, Dr. Klee, 111 s׳:׳; 0111 KV־; rice nicht an,gehöriger auf b r.omlore Umladung zu den Bemtcr > f. A i •' c hkowr.ky als Delegierter Unter «־fern VV־-r Hz lebten OluoUa1,1 des Vereinigten!’-״ üb. Zu den wichtigen Per, erschienen, darunter Dr, don), Otmnvicz (Bari::), don), Efroikin (Pari,;), glieder Tetnkin, Lr.t/kl Kreinin. Audi eine Ar Persönlichkeiten waren ratungeii erschienen,;זרי der 1:migr.1tiou*zcn‘1Tlc in Pol":!!, Zwl Abcrr.otm atr. Genf, der Sekretär des pnl.ästincnr,bellen Ward Lcumi Czcruowitz und der heiter der Emigrnlio!vmtellc beim Jüdischen Nationalrat in Litauen, Lchcrowicz, Die P! ־:n:11׳.־.il/11ng hat die Be• richte des Londoner und des Itciiirior Büros über die politische und praktische Arbeit in den rr ehr. Moaatc!! seit Bestand des Komitees entgenengeno:.!;,:« .1 u!;.l gebilligt. Aus. den Berichten ist besonders zu erwähnen die poH'ischc Tätigkeit des Komitees, die zum Abschluß vcmchh lener Verträge hem״- lieh der Transmigration, Emigration und Immigration geführt haben. Solche Vereinbarungen wurden bereits mit Litauen, Lettland, Italien, Rußland und England abgcschlorr-cn, mit Rumänien und Polen schwellen!iccii die vorbereitenden Vorhandlungcn. Einen wichtigen Punkt der Beratung bildete die Schaffung der bereits bei'der letzten Tagung beschlossenen Emigrationsbank. Die Konferenz hat nach eingehender Diskussion, die sechs lange Sitzungen irr Anspruch nahm, eine Reihe von Beschlüssen prinzipieller und organisatorischer Natur gefaßt. Die Tätigkeit der beiden Büro״, in Berlin und London wurde organisatorisch geregelt und die Kompetenz eingctcilt. Dem Berliner Büro obliegt vor allem die politische und prnktische Arbeit in den Ostländern, dem Londoner Büro diese Arbeit in den Westländcm, ferner die Schaffung der Emigrationsbank und Zusammenarbeit mit den Pariser Mitgliedern des Büros. Bezüglich der Einigrationsbank, die in einer separaten Sitzung behandelt wurde, wurde das vorgelcgtc Statutenprojekt bestätigt und eins besondere Kommission gcwählt unter Vorsitz des Herrn Jocheimann, die die vorbereitenden Schritte zur Gründung durchzuführen hat. Gleichzeitig sollen in den einzelnen Ländern entsprechende Institutionen für die Geldüberweisung eingerichtet werden. Die Frage der Geldüberweisung■ nach Rußland wurde als ein neues Gebiet in den Aufgabenkreis des Komitees einbezogen. D.as Komitee hat ausdrücklich Vereinbarungen mit den einzclucn Staaten gulgeheißen, ebenso die Vereinbarung mit dem Idgeskom, wonach die Emigration nach Amerika, Argentinien, Palästina und englische Kolonien gestattet wird. *— In prinzipieller Beziehung betonen die Beschlüsse der Konferenz, daß das Komitee an den Prinzipien der demokratischen Verwaltung, die auf der Prager Konferenz zum Ausdruck gckommen sind, streng festhält. Demgemäß sollen künftig zu allen politischen Aktionen Vertreter der lokalen jüdisch-demokratischen Institutionen zugezogen werden. Entsprechend dem demokratischen Charakter dies Komitees hat die Konferenz auch beschlossen, in den einzelnen Ländern Landesorganisationen zu schaffen, welche die lokalen gesellschaftlichen Kräfte zur Arbeit heranziehen. Im Anschluß an die Sitzung des Emigratlonskomitccs fand in Berlin eine Tagung des Zentralrates der jüdischen Welthilfskonferenz statt, die gleichfalls eine Reihe wichtiger Beschlüsse faßte. Jmlir.clic TtK;nn־׳;cn in der 51t־, 'odiedioslowakti eine Plenarsitzung ין■ . Die Jerusalemer Stadtverwaltung und die Juden Jerusalem. (J. C.B.) Die hebräische Tageszeitung ״Doar Hajom" veröffentlicht einen sensationellen Artikel über die Verhältnisse in der Jerusalemer Stadtverwaltung. Wie das Blatt mitteilt, sind an der Stadtverwaltung 164 arabische und nur neun jüdische Beamte angestellt. Unter den Tausenden von der Stadtverwaltung beschäftigten Arbeitem befindet sich kein einziger Jade. Die Aufträge der Stadtverwaltung werden ausschließlich an acabische Unternehmer vergeben. Zum Schluß führt die Zeitung ״Doar Hajom“ darüber Klage, daß die hebräische Sprache in der Jerusalemer Stadtverwaltung amtlich nicht gebraucht wird. Die russische Emigration nach den Vereinigten Staaten. Der Sonderberichterstatter des J. C. B. 11 Rußland meldet: Das Jdgcskom hat 7860 Personen registriert, die nach den Vereinigten Staaten auszuwandern beabsichtigen. 57 0/0 von ihnen sind Frauen, die sich zu ihren bereits in Amerika weilenden Männern begeben wollen, 11 0/0 sind Eltern, die zu ihren Kindern in den Vereinigten Staaten reisen wollen und 4 % _ sind Halbwaisen, deren Mütter in Rußland gestc>rhcn sind und deren Väter in Amerika wohnen. Auch bei den übrigen Emigrationswilügcn handelt es sich um Persenen, die Brüder, Schwestern oder andere nahe Verwandte in Amerika haben. Obwohl die Registrierung des Jdgeskoms sicher nicht alle Emigratianswilligcn umfaßt, ist es aber doch anzunehmen, daß die Zahl 7860 mindestens SO °,'<י derjenigen ausmacht, die in den nächsten Jahren nach Amerika gehen wollen. Die Memoiren des Moskauer Rabbiners Mase. Der bckannte Moskauer Rahbiner Mase beendet eben seine von ihm in hebräischer Sprache niedergeschriebenen Memoiren. Rabbiner Mase schreibt auch selbst die jiddische Ucbcr- Ksctzung seiner Memoiren, die demnächst veröffentlicht werden wird. (J.C.B.; Am 29. Oktober fand lu Prag Jüdischen N a 11 o n a 1 r a t e s für die T s c 11 e c iü!. ־*! slowakische Republik unter Teilnahme von mehr ־;s!! 50 Delegierten statt. Unter den Anwesenden waren Vertreter 1־ der. mährischen Kultusgcmcindcvcrbandcs, des schlesischen 1 tusgcmcindcvcrbandcs, des Zionistischen Zentralkomitees, c|es 1 Misrachi, des Verbandes Gesetzestreuer Juden, des Verband« 1 Jüdischer Komrmmnlvcrtrder und anderer angcscitlosscner 'S Organisationen. Der Vorsitzende des Nationalratcs, i)r Singer, erstattete den Bericht über die politische la;.e' und schilderte dir Bemühungen des Nationalratcs, die jj« gicrung von der Ungerechtigkeit des Wahlgesetzes zu über, zeugen, das die 80 000 jüdisch-nationalen Wähler einer Vcr, tretung im Parlament beraubt Der Nalionalrat hatte ferner ׳■ in zahlreichen S.liu'nnGelegenheiten zu inlcrvcnicren, und <a!;e; Hilfe wurde von jüd,sehen Verbänden aller Parteiricht1ir,^n in Anspruch genommen. Die weiteren Referate hctr»kg die rechtliche Stellung der Juden im Staate, die jüdisch{ Schulfrage sowie das Gebiet der Hiltstätigkeit, über das Dr. Emil Margulies als Vertreter der Tschechoslowakei und der Welthilfszcntrale berichtete. Ferner wurden die Fragen der Organisierung der jüdischen Beamtenschaft sowie die Frage einer umfassenden Organisation des bewußten Judentums beraten. Schließlich wurden eine Reihe von An. trägen angenommen, die unter Gutheißung der bisherigen Tätigkeit das Präsidium des Nationalrates beauftragen, der neuen Regierung der Republik das Programm des nationalen Judentums vorzutragen und die Durchsetzung der program• matischcn Forderungen mit Nachdruck zu verlangen. Hierbei sind vor allem folgende Probleme zu behandeln: Die Er. Weiterung des Wahlrechtes, die jüdischen Schulen, die Wirt- Schaftskrise, die Einbürgerung. Am 1, November fand in Mährisch-Ostrau der Dele. giertentag der tschechoslowakischen Zionisten statt, bei dem 76 gewählte Delegierte anwesend waren. Die Zionistische Exekutive war durch das Mitglied des Kontinentalen Büros, Herrn Dr. Hantke, vertreten, der in seiner Ansprache sich besonders mit dem Programm der Opposition anscinandcrsctzte und über die Durchführung der Keren Hajessod-Aktion auf Grund des Maasser-Prinzips sprach. Den Bericht über das verflossene Jahr erstattete Dr. Hugo Herr mann, das Palästinareferat Alex. Feig, Es wurde eine große Anzahl von Resolutionen angenommen, darunter u. a. eine Begrüßung der tschechoslowakischen Clialuzim, die bisher in Chcfziba gearbeitet haben und jetzt zusammen mit einer deutschen Gruppe in Nuris-Ost angesiedelt werden. Ein weiterer Beschluß enthält die Einladung an die Exekutive, den nächsten Zionistenkongreß wieder nach einem Ort der tschechoslowakischen Republik einzuberufen. Der Zionistentag stellte ein Eudget von 312 003 tschechischen Kronen auf, dessen Deckung vor allem durch die Zionistenstcuer erfolgen soll. Die Jüdische Neutralität in Ostgaiizicn Wien. (J. C. ß.) Die angckündigle Resolution der Wiener Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien, be• treffend die Teilnahme der Juden an den ostgalizischen Sejm• wählen lauict: ״Die Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien stellt im Einvernehmen mit der» zionistischem Instanzen in einem Commumqufi fest, daß der Entschluß des Parteirafes der Zio• rostischcn Organisation in Lemberg vom 17. September 1922 auf Teilnahme der zionistischen Partei Ostgaliziens an den Sejmwahicn, veranlaßt durch die eigenartige Lage der Juden in Ostgalizien, keineswegs dahin zu deuten sei, als ob die von den Juden im November 1918 eingenommene neutrale Ha'tung im ukrainisch-polnischen Streite in Oslgalizien aufgegeben werde. Die ostgalizische Judenschaft hält an diesem Prinzip fest und wird auch fernerhin in diesen Streit in Ostgaiizien nicht eingreifen. Dieses Prinzip wird jüdisdierseits bis zur endgültigen Lösung der ostgah'zischen Frage gewahrt werden.“ Prof. Ancona zum Senator ernannt. Der ordentliche Professor des Zivilrechtes an der Universität in Rom, Prof. Ugo Ancona, ein Jude, ist zum Senator ernannt worden. Rüben Bramin Zu (einem 60. Geburtstag. Von BernardSchelwin, New York. Rüben Brainins Auftreten in der hebräischen Literatur datiert noch aus der Zeit der Haskala-Pcriodc, zur Zeit, als in der hebräischen Literatur die Stilform der sogenannten Mcllzah herrschte und die philosophische Anschauung des großen hebräischen Dichters Jehuda Leib Gordon ״Sc» Jude zu Hause und Mensch draußen“ in Geltung war, die dem Juden also riet, aus seinem Judentum ein Geheimnis zu machen und seine nationale Zugehörigkeit nicht merken zu lassen. Brainin jedoch ging unbeeinflußt durch irgendeine Philosophie oder literarische Form seinen eigenen Weg. Er folgte nicht den Spuren der großen hebräischen Schriitsteiler seiner Zeit, wie es sonst junge Schriftsteller zu tun pflegen, sondern er schloß sich jener kleinen Gruppe an, die das neue Ideal des jüdischen Nationalismus predigte. Als Brainin sich von Gordon und den anderen Aposteln der assimilatorischen Haskala-Bewegung abwandlc, lehnte er nicht nur ihre Ideen und ihren Stil ab, sondern er vcrmied vom ersten Anfang seiner schriftstellerischen Laufbahn an jeden Spott über das überlieferte Judentum, wie er bei den hebräischen Schriftstellern jener Tage üblich war. Sein starkes Nationalgefühl empörte sich gegen die hochmütige Haltung, die die jüdische Intelligenz gegenüber dem Volke an den Tag legte, eine Haltung, die ihren Ausdruck darin fand, daß eie die althergebrachte jüdische Lebensart lädierlieh zu machen suchte. Anders als die Schriftsteller des Gordonschcn Kreises, die das Ghetto reformieren wollten, indem sie es beseitigten, öffnete Brainin seine Fenster weit, um die frische Brise europäischer Kultur hincinzulassen und durch sie den angehäuften Staub der Jahrhunderte hinwegblsccn zu lassen. Rüben Brainin war der erste Europäer in der hebräischen Literatur, der erste, der die Kultur des Okzidents in die jüdische Literatur einführte. Die Hebraisten drücken eins so aus, daß er der erste war, der die Schönheiten Japhels in die Zelte Sems brachte, der den hebräisch lesenden Juden mit modernen Idealen und Schönhci tsvorstellungen vertraut machte. Heutzutage freilich haben europäische Gegenstände volles Bürgerrecht in der hebräischen Literatur erworben, ja in manchen Fällen ist die hebräische Literatur sogar mehr als europäisch, Indem sic alles Ungesunde und Krankhafte der westlichen Kultur umfaßt. Aber es gab einmal eine Zeit, in der die hebräische Literatur nur die wirklichen Werfe Europas sich angccignct hatte, das war die Zeit, als Brainin der Führer dieser Europäisier,mg war. Er bracfite schien Lesern nicht nur die Kunst und die Künstler des Okzidents, sondern auch ihre Formen der schönen Literatur: Essays, Kritiken, Biographien. Seine Skizzen und kurzen Erzählungen waren denen anderer hebräischer Schilf; slcllcr, sowohl seiner Vorgänger wie seine.־ Zeitgenossen, weit überlegen. Gewiß fanden sich auch unter seine« Zeitgenossen andere hebräische Schriftsteller und Journalisten, die durch Ucbcr- Setzungen aus der europäischen Literatur an der Entwich• 11111g eines modernen Hebräisch mitarbcitc'.cn. Brainin jedoch ist kein bloßer Ucbcrsctzcr; er drückte seinen Beiträgen den Stempel seiner eigenen Persönlichkeit auf, Er hat alle Schönheit europäischer Kultur ergriffen, aber er gab sic wieder mit einem spezifischen jüdischen Duft, wenn er ins Hebräische übersetzte. Der jüdische Nationalismus verschönte sein Werk, Seine jüdisch-nationale Persönlichkeit macht, sich* stets gehend, wie wcstlcrisch und kosmopolitisch auch «ein Werk erscheinen' niorlue. Wie Brainins persönliche Erscheinung . ausgesprochen orientalisch blieb, auch wenn sein Anzug okzidentalisch war, so blieb der Charakter seiner Schriften in seinem Wesen jüdisch, nuch wenn sein Stil ci;1 westlicher war. Er ist Jude, auch wenn er ein nichbüdirclicr. Thema behandelt, Fs war sein tiefes jüdischem Ci:faUl, dar. ihn veranlaß{«, die hebräischen Leser mit der europäischen Zivilisation vertraut zu machen, aber such seinem l'ubhkuin die Gedanken derjenigen zugänglich zu machen, die sich mit jüdischer Wissen- Schaft beschäftigten. Brrinins literarische Tätigkeit l.r.t verfeinert, sondern wir1־te au.:!!!:;it reuen Typus von!m. .;,:,■hem Heu;׳:raut war mit nieder;! 1r Wi.-..1־.׳>::e frei war von Unwir,.״., nl׳dt um! Vc und der ebenso da ui1-0:״ eite v. ׳Ijt nur den Geschmack 1 der Schaffung eines •i« Her, der wohl vcrl und Aesthelik, der .eilen früherer Zeiten eite Welt kannte. «nt« das . '• verst יי die 1! inda j jViitb 1 fuli» : jnacJ ן liegt üfgl! Mitg an s b־׳T< ,1 Port such Kor!" sehr Kuli gibt gen 1 1:1: u Del ■f 'daß ׳ Lei! 1 niclj' and iV p .1וי ־(lUl't dai I j r>is '1, *! vc:.,.. Keg r.cH für P;:VI Le Si:j." rif1’■' נ dt <r4 V k׳‘- \v T 1. K:> Ly: d’.־׳!׳ PT fi!■נ \’i i r,! t; t R. 'י';« ■j if. ו Es ist besonders e i r Zweig der hebräischen Literatur, I auf dem Brainins Ruhm groß ist, die Biographie. Vor seinem Eintritt in die hebräische Literatur war dieses Feld ־ völlig vernachlässigt und bis zum heutigen Tage, 30 Jahre! nach dem Erscheinen seiner Sinolenskin-Biographie, gibt es ' unter unseren Biographen keinen, der Brainin erreicht Mit seinen Biographien brach er zwei Traditionen. Die eine war die Indifferenz des jüdischen Volkes gegenüber dem Leben; seiner Führer. Die Juden hatten sich früher nie darum gekümmert, wie ihre großen Männer lebten, arbeiteten und schufen; was sic interessierte, war die geistige Erbschaft, j die" sie hiulcrlassen hatten. Deshalb gab es keine Biographie j trotz der großen erzieherischen Bedeutung dieses Literaturzweiges für jede Jugend. Brainin zerstreute dieses Vorurteil mit seiner ersten Biographie, die Perez Smolenskin behandelt. Zweitens kämpfte er gegen das Herkommen, das die Schriftsteller mit derselben Ehrfurcht behandelte, die man den Schöpfern des religiösen Judentums entgegenbrachte. Man beobachtete damals noch den Satz, de rnorlub nihil nisi bonum. Brainin setzte sich darüber hinweg und schrieb in seiner Biographie von J. Gordon auch Tatsachcn, die dem Andenken des verstorbenen hebräischen Dichters abträglich «ein konnten. Während des Krieges er•’ schien seine Hcrzl-Biognphic. Brainin war auch der erste hebräische Schriftsteller, der nur von seiner Feder lebte. Heute ist das nichts Neues mehr, aber als er seine schriftstellerische Karriere begann, 1'fMß jeder hebräische Schriftsteller noch eine andere Einkomme usquelle. Es erforderte viel Opfermut und Energie von seiner Seite, um hebräischer Schriftsteller zu bleiben und nur hebräischer Schriftsteller. Bei all dem fand er immer noch Zeit, junge Talente zu ermutigen und am öilentlichen Leben Anteil zu nehmen■ Er war nicht nur rin Schriftsteller, sondern war stark intcresr.iert und aktiv Eilig im jüdischen Leben. In der Herrischen Acra begann er seine öffentliche Tätigkeit, aber sein Zio-!;Ismus erreichte erst in Amerika den Höhepunkt der Ent- Wicklung. In Europa beteiligte er sich stets als erster an jedem Versuch zur Belebung der hebräischen Sprache und in Amerika hat er bereitwillig an jeder nationalen Arbeit mitgewirkt.