Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 87 (3.11.1922)
- Date
- 1922-11-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 8? Seife 578 IU E D I i 1) . > C HAU Nt gcmcimlen und daß die Juden ihre Kinder in die tschechischen Schulen schicken üsw. 2. Die deutschen Juden sind unter allen Juden der Republik die virUchiift.ich stärksten. Die Geldaristokratie und die Östrauer Millionäre, die Brunner, Prager und 110 rdböhmischen Fabrikanten gehören zum großen. Teil zu den deutschen Juden. Polnisch betätigen sich die deutschen Juden in der liberalen und in der sozialdemokratischen Partei. . . . Von den großen Prager Tagesblältern machen eich die pdi• tischen Einflüsse der deutschen Juden geltend im ״Prager Tagblalt“ und crstaiinlielierweisc auch in der deutsch-nationalcn ״Bohemia", trotzdem die deutsch-nationalen Politiker und besonders die Jugend in ihrem Verhältnis zu den Juden die Art und Weise eines Teile» der rcichsdeutsclicu Gesellschaft 11 a c 11 a H m e n (der Kampf gegen Einstein, Ehrlich, die antisemitische Sclucibweisc gegen Rathenau noch über sein Grab hinaus usw., bei uns der diesjährige Kampf der deutschen akademischen Jugend gegen den gewählten Rektor jüdischer Konfession), — Die deutschen Juden erhalten in der tschechoslowakischen Republik' eine Reihe deutscher Schulen und bemühen siel», in den jüdischen Kultusgemeinden um jeden Preis die deutsche Sprache zu erhalten, selbst wenn cs sich um tschechisches Milieu handelt. Mit welchem Prozentsatz die deutschen Juden zur Stärkung des Deutschtums z. B. in Prag beitragen, zeigen die Datei» aus dem Schuljahr 1920—1021: a) an den Prager Volks* und Bürgerschulen waren 1015 jüdische Kinder eingeschrieben, davon an den tschechischen Schulen bloß *102, d. i. 30,60 v«. an den deutschen Schulen 613 Kinder, d. i, 60,40 ״/o, An den tschechischen Volks- und Bürgerschulen betrug die Zahl der jüdischen Kinder im Jahre 1920/21 2,09 % an den dcutsehen Schulen volle 550/״; b) an den Mittelschulen Prags studierten in -demselben Schuljahre 323 jüdische Schüler, d. I 4,31 0/0, an den deutschen Mittelschulen dagegen 757 jüdische Schüler, d, 1. 65 0׳,״ der gesamten Schülerschaft. Daher sind die deutschen Schulen Prags in tschechischer Umgebung nur durch den Besuch jüdischer Schüler am Lelei» erhalten. Und ähnlich wie in Prag ist cs auch in den anderen Städten der Republik. 3. Die ma g y arische 11 Juden waren bis zum Um• stürze in der Slowakei und Karpatliorußiand die Stütze der magyarisidrenden Regierung, welche sie zur Zusammenhaltung des magyarischen Amalgam» über der ganzen Slowakei und Karpatliorußiand benützte. In den Schulen, Aemtern und Kultusgcmciiiden gebrauchten die Juden bis zum Umstürze die magyarische Sprache, nach dem Umstürze blieb ein Teil der Juden magyarisch, besonders die reichen Juden und dann die Juden in den Gebieten, welche von einer geschlossenen magyarischen Bevölkerung bewohnt sind. Der reichste Jude der Slowakei, Ignaz. Herzog in Lucencc, ist z. B. national• magyarisch. Dagegen bekennen sich die kleinen Juden in rein oder überwiegend slowakischer Umgebung, sowie die Juden unter den Ruthenen in Karpaihorußland in großer Zahl zur jüdisch• 11 ati0na 1 en Bewegung und bemühen sich, sich den neuen Verhältnissen ihrer slowakischen Umgcbung allmählich anzupassen. Aus einem weiteren Abschnitt, der die ״Ueber• gamgscrscheinungen" zwischen den einzelnen Gruppen charakterisiert, ist für uns folgende Stelle \x>n Intere-sse; Der den Zionisten nahestehende Ignaz Zoll sch an, welcher in seiner Schritt ״Revision des jüdischen Nationalis■ mus“ die Ansicht verteidigt, daß die Judenheit eine Gesell- Schaft sei, die Rasse, Blut und Tradition bindet, welche jedoch nicht imstande sei, ein eigenes nationales Leben zu führen und darum genötigt sei, sich auf diejenige Nalion zu stützen, in deren Mitte sie lebt. Erkennt Zollschan daher in Wirklichkeit die Juden als ethnische Bluisgemcinscliaft an, empfiehlt jedoch mehr aus taktischen Gründen das selbständige Auftreten der Juden im politischen und kulturellen Leben nicht Zollschan verwirft Palästina nicht zur Gänze, empfiehlt es jedoch den Ostjuden, während er den West, juden rät, in der Diaspora zu leben und sieh auf die Umgebung, »n welcher sie leben, sowie auf ihre Beziehungen in Palästina zu stützen. Zollschans Lösung wäre für die Juden eigentlich sehr bequem und praktisch, weil sie ihnen alle Vorteile fremder Staaten gewähren würde und sjabel ihnen ermöglichen würde, Staat im Staate zu bleiben. Das letzte Kapitel bespricht den tschechischen Stand• punkt zu den jüdischen Parteien. Dabei wendet sic!» der Verfasser gegen den Antisemitismus und schildert die inneren Gegensätze im Judentum wie folgt: So alt die Juden sind und so lange sie schon leben und noch unter den anderen Völkern leben werden, so lange werden unter Ihnen Streitigkeiten herrschen darüber, ob die Juden verschmelzen sollen mit dem Volke, in dessen Mitte sic leben oder ihr eigene» nationales Leben leben sollen, leb. hafte und häufig leidenschaftliche Streitigkeiten zwischen Zionisten und Assimilanten sind Im Grunde eine innere An• gelcgcnheit der Juden selbst, und wir haben kein Recht, trotz der Sympathie, welche wir zu dieser oder jener Riehtung hegen, in diese grundsätzlichen Fragen einzugreifen, bei deren Lösung nicht nur die politischen und Wirtschaftliehen Verhältnisse und die Vernunft, sondern auch das Herz, das Gewissen und die Stimme dgs Blutes und zufällige Umstande entscheiden. Von dem edlen Max Brod zu den jüdischen Ausbeutern und sozialen Bedrückern des slowakischen Volkes, von Dr. Lederer (tschechischer Assimilant, bekannter tschechischer Schriftsteller — A. d. R. d. ״J. R.') zu den magyarischnationale!» und deutsch-radikalen jüdischen Politikern, von dem Kohlenbaron Weinmann zu den jüdische!» Taglölmcrn und Proletariern Karpathorußlands» von den atheistischen und religiös laxen VVestjudcn zu den strengen und bigotten, bis zum Mystizismus himieigendc!» Cliassidim der östlichen Gcbiete der Republik in Kaftans und mit Pajes, finden wir in unserer Republik Juden des verschiedensten politischer» und religiösen Bekenntnisses und sozialer Stellung und al'.crdirg; auch verschiedenster Naturells. — Der größte Fehler ist es daher, wenn man gewisse Erscheinungen des jüdischen Lebens in unserer Ocfferitlichkeit generalisiert, Es sind nicht alle Juden Feinde der Selbständigkeit unserer Republik, weil sich unter ihnen wahrend des Krieges einige Einzelpersonen und Zeitungen fanden, welche zu Zeiten Oesterreichs jn «len Krieg hetzten und Tschechen denunzierien. Es sind auch nicht alle Juden in der Slowakei und Karpathorußland Blutsaifgcr des, slowakischen Volkes und der rulhenischen Musiks, sonder!» den Großteil bilden die kleinen Juden, weiche unter den Verhältnissen gerade so litten, wie die Slowake»» und Ruthenen und welche durch di? gewesene magyarische Regicrung in Finsternis gehalten wurden. dH- Keren in Der Prir-Werit des e״;,'li׳ eben Keren Ilajer.^oä-Komitees, Herr Jo-epli Co wen, hat rmjt längerer Zeit eine Ak:i>11 zwecks Hennzichim״ der icpiä •cnt.rive:» ».j־l1t/:on1s.iscl1c1» Körperschaften England'• zur Keren I!njc׳."d-\rl>cit, geführt. Diese Körperschaften sln׳J zur Beschickung einer ICcrcn Hajossod-Konfczenz ein geladen worden. Die Arg'o Jcwid» Association, der Independent Order R’ucl I.,Ith, der Jcwish Religious Ediicaliö!» Board hatten In'wuh;en, sich offiziell hei der Konferenz vertreten zu 10■ ־:en. In! Board of Deputies (der Gesamtrcpiirctv.aut cl:r cn:;li.׳.׳!;:tt Juden) hat bekanntlich in mehrere!1 Sil/tm־;cn eine Di..!;!1:,aio!1 über die Eniscmlimg von •offiziellen Vertretern st1fi::׳:!nn;len, und schließlich war beschlossen worden, daß die Präsidenten und Vizepräsidenten des Board •01 Deputies persönlich an der Kon.'crcnz teünehmcn »Uten. Die Sifntng hat Donnevs(.*.־•, den 26. Oktal»er, im Hotel Russell tu London staltgefundeu, Unter den Anwesenden waren O. N. d׳Av Igdor OoULiuiih, Joseph Prag und I. Beligmam» (von der Angto-Jewird» Af.־;»rlat!on), II. S. Mcnriquea (Präsi- «teilt des Dam־d of Daput!c•;)), Alex J. Cohen und Benjamin Grad (für Independent Order of 11'11,31 Brüh), Joseph Gowcn, Paul Goodimn, Rev. C׳:>k',bU0iU und S. Marks (für das eng* lische Keren 1 iajcr,«,vJ*Komitw), Dr. Welzmann und Dr. Ester für die zioriitis.ii« Exekutiv«, endlich für da« Direktorium des Keren Hnjesrod S. Kaplsroky a!1 Direktor und Leo Hcrrm.mn als Generalsekretär. Herr Dr. B. A, Kahn aus Amsterdam war als Gast ln Vertretung <|e$ Direktoriums des holländischen Keren Hajcssod zugegen. Auf Vorschlag von Herrn d'Avigdor Qaldsmith wurde Herr Joseph Cowcn zum Präsidenten gewählt. Er bczciclmcte als den Zweck der Sitzung die Besprechung der Möglichkeit, die Keren HajessoJ-Arbsit in England durch dk Beteiligung von Vertretern »icchtaonislischer Organisationen auf eine breitere Basis zu steiler», wie es schon in anderen Ländern gcschchen ist. Er besprach die bisherigen finanziellen Resultate der Keren I lajcsso.l-Sammlungcn in der ganzen Welt, die Rolle, die diese Sammlungen für den Aufbau Palästinas spielen und die Notwendigkeit einer steigenden Beteiligung des englischen Jndeniuins an dem Aufbau Palästinas. Im Anschluß an diese Ausführungen entwickelte siel» eine längere Diskussion, da verschiedene der anwesenden Herren Informationen über das Verhältnis der Komitees der einzelne!» Länder zu dem Direktorium des Keren 1 lajer.sod, über die konstitutionellen Bestimmungen der Gcsclls.duft und die Verwendung der Mittel des Fonds i 11 Palästina erbaten. An der Aussprache beteiligten sich insbesondere die Herren «FAvIgdor Gokhuiith, H. S. Hcivriques, ). Sctigmann, J. Prag, A, j. Cohen, P, Gotdbloam, S. Marks und Dr. Weizmann. Ab Abschluß der Aussprache wurde nachfolgender Beschluß ron Dr. Woizmann »־orgeschlagen und von I. Scliginnnn unterstützt: ״Es wird beschlösset», ein kleines Komitee einzusetzen, um die Mittel und Wege zu prüfen, um ein das englische Judentum repräsentierendes Komitee; ntatanie zu bringen, seine Stellung zu der Arbeit und Methode der Sammlung und zur Gcsamtorganisaticn des Keren Hajcssod fcstzustellen.“ Die Resolution wurde einstimmig engenonttnen. Es wurde beschlossen, T!ac!1fo!gcndc Herren zu Mitglieder!» dieses kleinen Komitve» zu bestimmen: O. d’Avigdor Goldsinitli, J. Prag, A. J. Cohen, Joseph Gowen, Paul Goodmar», Dr. Eder und die Herren Dr. Eichliolz und Lord Rothschild, deren Zustimmung erst cinzuhoien ist. Keren Hajcssod- Aktion des /.Usr&clii Mit Beginn des Wintersemesters nimmt auch de* deu'sche Misrachi »eine Werbearbeit für <!cn Keren Hajcssod in großzügigem Maße in Angriff. Auf Veranlassung der Osljiidcn-Abteilung des Keren Hajcssod beschloß das Zentralbüro in seiner Sitzung vorn 12. 10. die Einsetzung einer besonderen Keren- Hajessod-Kemmlssian, dl« die Arbeit unter den Misrachlsten und den von Misrachistcn zu erfassenden Kreisen energisch durchführen soll. Am Doiwicrstag, den 19.10., fand in Berlin die lonstituiercmie Sitzung dieser Kommission unter Leitung des Generaltekre. tars Dr. Kahan statt, i!1 dar grundlegende Methoden der Arbeit sowie auch der Arbeitsplan im einzelnen besprochen wurde. Danach soll die Aktion unter den Misrachistcn selbst beginnen. Von Vertrauensleuten wird eine Ncueinschützung sämtlicher organisierter Mitglieder vorgenomtnen und die Einziehung der Beiträge mit allem Nachdruck zu gleicher Zelt betrieben werden. ־ Keren Hajcssod ln Lettland. Der Delegierte des Keren HajessaJ-Fiauptbüroi, Dr. Wtlen.sky, der int Vorjahr er• folgrtich Südamerika bereist hat, ist soeben aus Palästina nach Berlin?uruckgekclirt und wird sich von hier nach Riga begeben, um an der Keren Hajcssod-Arbeit in Lettland miizuwirken. Koren Hajcssod-Konforenz in Albnny. Eine große Anzahl wichtiger Entscheidungen betreffs der VVinterksmpagne des Keren I Iajessod in New York wurden auf der Keren Hajcssod-Konferenz m Albany, welche am 10. September statt, fand, angenommen und ciua Korea Haje>sod-K«irpersel1af4 für Groß-Ncw Vork gewählt, (Ziko.) Bernhard Siena ist vor» London nach Amerika abge- Rangen, um wie im Vorjahrs ah Sekretär «le-r Keren Hajcsso.l-Delcgation tätig zu sein. Aus dkrrciv! Anlaß *wurdo ein Abschiedsabend unter dem Versitz Dr. VVeunmivus in Lon.'on veranstaltet. Der Jahresbericht des Keren Hajcssod, Per zur Jahres- Konferenz In Karlsbad ii» drei An.•gab an, hebr,tisch, «!!״lisch und deutsch erschiene!»1,| ״hred;cncht des Keren Hajess.xl Hauptbüros und der Berliner Keren iJalcssod-Abteituni׳ für Zcntraleiiropa, der einen allgemeinen Ud>erb!kk über die Keren, Hnjcssoil-Tätlgkcit tief Z.cntn.htelhn, wie auch der Lokatorganlsationm um! den Fincuzha-icht für »las Jahr 1921/22 enthält, ist hei oben erwähnte» Büros käuflich zu haben. Deuiscjhe Jüdische V?JnT,;׳it*:cjk New Vork. (j.C. Prof. J m־i Dr. Felix Perl«» jl'Üi.P: üdischen Rcligionsinstiiut c!n vicd.׳n V־.־ •eits hier «ingetroffm», Da! lir. Uu.t h:i »ufgcnoinrnen. jw York Ellbogen (Berlin) die «Ii Lehrer am 1 waren, sind bo? Täte;:»*■ t bereits r- ״׳. | 0 U10t!0Kcr Gemeinde verband Der Vorstand des preußischen Lande;,verbände« geselzts. teurT jüdischer Gmiidiuini (Sitz I latberatadl) bjtiet Uns mm Aufnalime folgender lirMarung: ״Die jüdische Gemeinde Berlin als Geschäftsführerin cifl preul;Ischen Landes»erl»andc3 jüdischer Oemcii'dcn (Sitz Berti » versendet eine Zuschrift an die jüdischen Zeitungen, in der sie «len kleineren Gemeinden nahclcjt, diesem LandcsvcrbaJ 1 bci/iitreten unter besonderen! Hinweis auf die zu erwartende^ ■ i SoaisbcIIiilfcii. Es Iicißt dam! in dieser Zuschrift: ti\{t diejenigen Gemeinden als״, die dm Beitritt unterlasse! j schließen ■sich selbst .... von der Berücksichtigung |)tj! de!» dem Verbände zu bewilligenden Staaisbeihilfen au, 1 .־ Zur Klnrstnlltiiig bomerken wir, daß die Staatshcihilfcn vo!» / den pre'ubisclicn Repiorunßsvcrtrctcrn ebenso den unserem ׳ Lm».lesverband gcscizcstrencr jüaisrlien Gemein.ien (Snz ' : Hailicrstadt) aiigeschiau.encn Icidungsf.chwa.hvi» Gemeinde!i in Aussicht gestellt sind wie denjenigen Gemeinden, welche zun» eingangs erwähnten Landesverbände gehören.“ t Güsülischbfi der freunde derJcrusaUm-Bibliollielt! in Deutschland \■ Am Sonntag, dem 7, Marcheschwat» 5633 (29. Oktober f 1922) hatte siet» in den Bibliothekräumen des Logengebäudes ■ der Bne Brlth zu Derli!1 eine kleine aber erlesene Gesell- Schaft vereinigt. Den äußeren Anlafl gab die Anwesenheit < von Mr. Solomon Rosenbloom, der auf seiner Küc!;• 1 reise von Erez-Israel, wo er in einem fünfmonatigen Atifent- | halte eine Hypothekenbank und eine Kolonisten-Darlchensj kasse geschaffen und fiiei! auch mit den Fragen der Bibliothek : und Universität bcscliäfiigt hat, einige Tage in Berlin weilte. '« Unter dem Vorsitze des Sanitäisrats Dr. Bradt, der auch * in «1er Akademiebewegung eine schi angesehene und Juh. i rcntlc Rolle spielt, wurden nun mit Herrn Rosenbloom die Fragen der werdenden Universität und der Univcrsitäts- Bibliothek besprochen. Prof. Dr. Heinrich Locwe, der Direktor der Bibliothek, begrüßte namens der Erschienenen den geehrten Gast und wies auf dessen Verdien•■!« um die Universität und Bibliothek hin. Mr. Roscnbloom erkennt in dem immer wieder notwendigen Ausgleich von Enutnoih wc־Dcolh, von Glauben und Wissen, die Aufgabe des Judentuins. Und in der Tat hat das Juden tun» auf seinen geistigen Höhepunkten die Versöhnung der von der Kutturmenjcliluii erreichten Kultur- und Geisteshöhe 11»it den überkommene!» Glaubcnsvorstcllungeii zum Hauptproblem seiner Forschung und seines ideellen Lebens gemacht. Herr Roscnbloom hat in richtiger Würdigung dieser seiner Erkenntnis die groflj Summe bereitgestellt, die ׳notwendig ist, um einen irslen Lehrstuhl an der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Jerusalem zu schaffen, die jetzt eröffnet werden soll, »md Zwar den eines Religionsplniosophen. Wenn aber die Vorbedingung jeder Universität die Bibliothek ist, so hat er auch mit der Stiftung eines erheblichen Teiles der philosophischen und religionswisscnschaftlic hei» Abteilung der Universitäls*Biblio'hck begonnen. Die Bibliothek ist als Grundlage alles kul urc’len Lebens ln dem neucrwaclictidcn Orient unentbehrlich. Aber auch die politische Versöhnung ist nur aus dem kulturellen Geiste möglich, der aus der Atmosphäre der wissenschaftlichen Bibliothek geboren wird. Es ist daher ein unsterbliches Verdienst Dr. Joseph Chazanowicz1, daß er zuerst den Bibliothekgedanken in Jerusalem erlaßt hat. Jetzt Int tue V/olffsohn-Stiftung den Gedanken aufgegriffen »uni beschlossen, ihr Walftsohn-Haus ln Jerusalem, das sie jetzt errichten wird, der Bibliothek zu widmen. Außerdem sollen in den ersten Jahrzehnten die geisteswissenschaftliche Fakultät und das Archiv ii» ihm ihre Heimat finden. Bei seiner Anwesenheit in Jerusalem hat Prof. Loewe angeregt, im Anschluß an die Stadt in der Richtung der Nablusstraße lind des Skopuswcgcs eine Universitätsstadt zum Skopus hinauf anzulcgen, wo bereits ein erstes Qebäudc erworben i»‘, und deshalb Ihm gegenüber, an der Stadtsci'e, ein monumentaks Bibllothcksgebaude zu errichten, eit» erstes ansehnliches jüdisches Profanbnuwcrk, während di; Juden nicht einmal auf sclicnswürdigc Synagogenbauten hinweisen können. Die B bfothek wird das erste oberirdische Denkmal jüdischer Kultur in Jerusalem sein, wo sonst alle Religionsgemeinschaften und Nationen durch mächtige »md weithin sichtbare Bauwerke von ihrer Kultur Zeugnis ablcgcn wollen. Die Wol f f sohn-Stiftung legt jetzt den Grund zu diesem! erste!» monumentalen Bauwerke. Mr. Rosen bloom führte aus, daß die Bibliothek von ungeheurer Wichtigkeit wäre, wie tr bei seinem Aufenthalt in Jerusalem immer wieder festgestellt hat. Sie steht im Zusammenhänge des Judentums und der Kulturcntwicklimg. Ohne jüdische Kultur aber hängt der neue jüdische Aufbau in Palästina in der Luft. Das Nationale müßte siel» in der Kultur und i!1 der religiösen Sphäre auswirken. Aber nicht einseitig dogmatisch, sondern in» Zusammenhänge mit den zentralen philosophischen Problemen und der ernsten wissensclaflliclie!» Forschung. Die jüdische Anschauung verlangte immer zuerst die sittliche Handlung und dann die Forschling. (Na’asse we-nischmn.) Die junge Generation handelt vielfach umgekehrt. Die Brandcis-Qruppc, der er angehört, lege den größten Wert auf die Kulturarbeit. Im Mittelpunkte des Judentums steht die religiöse Ausübung. Das Judenluin bestellt nicht aus Worten und nicht aus religiösen Theorien. Die haben andere Nationen genau so gut wie die Juden. Das Judentum verlangt die Einstellung des ganzen Menschen in den Dienst der ethischen Pflicht. In diesem Sinuc soll die Jerusalemer Universität kein Abklatich einer europäischen Hochschule sein, sondern den echt jüdischen Geist in seiner Reinheit verkörpern. Die Förderung der Univcrsitäts- und Nalional-Bibliothek ist dazu die Grundlage. Deshalb soll auch in Deutschland diese Arbeit aufgenommen werden. Das wird in Amerika ein großes praktisches Echo hervorrufen. Rabbiner Dr. JM. Hildesheimer sprach den» Redner den warmen Dank der Versammlung für seine mit großem 11 eifalle angenommenen Ausführungen aus und schlag vor,. in Deutschland vor allem bibliothekarische Sachwerte zu «werben und der Bibliothek zu schenken. Rechtsanwalt Dr. W a 11 e r 110b hervor, daß der Kernpunkt sei, daß sich alle Parteien ohne Unterschied an dieser all• gemein menschlichen, allgemein jüdischen und kulturellen Sache beteiligen könnten, die schon gezeigt habe, daß sie weder in ihren Zielen noch in itircr Leitung eine Partei• Sache scL r kor U vorsti kaum! netten Stadt' allein werdt zu Ba f-acbl ziidrl u ml 1 reg״rl 11 von 1 Lern» sch« thek gefaft als E. der K!,ruf. Rabb. Pr. יי Schi Dr. I Alt« und ׳ Komii Lern#' bereite Sie bl een , Pro ' De» arb ־ kul . vor Stil•1 0 r 11, Paria ־ן1:)0 Ha!!;, ' Will;: ' tialk.' JUf r Zu II ZU