Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 86 (31.10.1922)
- Date
- 1922-10-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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I Seite 503 nicht denken, daß ein solcher Tag kommen könnte. Mit 1 Begeisterung sprach Oberst Wedgwood über die Arbeit, die schon bisher in Palästina geleistet wurde. Cr sei s t 0 11 | auf den Keren Hajessod, diesen Faktor des Auf• baue* von Palästina im Geiste sozialer Gerechtigkeit. Der Redner zeigt eine genaue Kenntnis der Arbeit des Keren Hajessod in Palästina, auf welchen nicht nur das jüdische : Volk, sondern alle progressiven Elemente der Welt stolz sein können. Wedgwood schloß mit den Worten: Ihr Keren Hajessod bestärkt mich in dem Glauben, daß die Hoffnungen, 1 welche die fortschrittlichen Kräfte der ganzen Welt in die Schaffung des jüdischen Heimlandes in Palästina setzen, auch in jeder Richtung und in vollem Umfange in Erfüllung gehen werden. Langanlmltcndcr, stürmischer Beifall folgte den Aus• lührungen Colonel Wedgwoods und mit Absingung der ״Tikwah“ schloß der Ehrenabend. Die Kampagne in Boston Die Tour Wedgwoods begann mit einem Besuch in Boston, wo eine Vicrtelmillion Dollars für den ' Keren Hajessod aufgebracht werden sollen. Nach dem vorj liegenden Bericht vom 17. Oktober besteht begründete Aus-! sicht, daß diese Summe überzeichnet werden wird. Am 15. Oktober fand eine große öffentliche Versammlung zur Feier | des Palästina-Mandats statt, die geradezu als Ereignis in der Oeschiclttc der Bostoner Judenlieit beschrieben wird. Der Hauptredner war Col. Wedgwood. Am 16. abends׳fand ein Bankett statt, bei dem Col. Wedgwood, Dr. Silverman, Gov. Channlng Cox von Massachusetts, Morris Rotenberg, Mrs. Gott heil und Judge Lurid sprachen. Die Aktion in Boston hatte das bemerkenswerte Rcsul- (at, alle Elemente der Judcnwelt zu einigen. Unter den Teilnehmern der Kampagne befindet sich Rabbi Harry L e v i, der Rabbiner des führenden Reformtcmpels New-Englands, der bisher ein scharfer Gegner des Zionismus war, jedoch in seiner Jom Kippur• Predigt nachdrücklich für den Keren Hajessod cintrat. Unter denen, die Rabbi Levl anläßlich dieser Stellungnahme beglückwünschten, befand sich auch Louis E. Kirstein, der Führer der Ortsgruppe der Brandeis• Oruppc ln Ncw-England. Kirstein wird wahrscheinlich in das lokale Keren Hajessod-Komitee eintreten. po Un Vor den Wahlen in Polen Ueber die Vorbereitungen zu den Wahlen in Polen berichtet J, C. B. folgende zwei Episoden, die zeigen, welcher Mittel sich die Nalionalpolen in Wahlreden bedienen. Der Lemberger Wojwode Qalcckr besuchte in Bcglcitun״ einiger Wortführer der Assimilantcn und Orthodoxen den berühmte Wunderrabbi von Beiz und ersuchte ihn, einen Aufruf an seine Anhängerschaft zu erlassen, daß sie gegen die Liste des allgemeinen Blocks der nationalen Minderheiten m Polen, »wie gegen die Liste des Blocks der jüdischen Parteien in Ostgalizicn stimmen, , dagegen die Liste der Assimilantcn unterstützen sollen. Der; Wojwode ersuchte der» Wun-lcrrabbi von Beiz ferner, in diesem Sinne auch an den ״Gcrer Rebbe" zu sei treiben. Der Wunderrabbi von Beiz lehnte alle diese Ersuchen kategorisch ab. * Während des letzten Wochctwnarktes in dem weißrussisehen Städtchen Mir erschien plötzlich der bekannte Bandenfuhr er Bulak Balacho witsch auf dem Marktplatz, um dort unter der versammelten Bauernschaft gegen die Liste des Blocks der nationalen Minderheiten zu agitieren. Die Bauernschaft empfing ihn mit den Rufen ״Nieder Balachowitsch, nieder Pojnomlrcld!“ Unter gsoßem Tumult setzte Batachowitsch seine Rede fort In der Diskussion traten auch einige Juden hervor, besonders Herr A. Dclatizki, der ihm offen ins Gesicht sagte, an semen Händen klebe jüdisches Blut. Darauf antwortete Balacliowitsdi: ״Ich habe Juden geschlachtet und werde auch ln Zukunft Juden schlachte n!“ Ueber diese Worte bemächtigte 8:cl1 der Versammlung eine starke Entrüstung, so daß Balachowitscli den Platz räumen mußte. Für diesen Mißerfolg suchte sich Baladwnvitsch dadurch zu rächen, daß er seinen jüdischen Opponenten Dclatizki bei dein Rayons-Polizeichcf wegen schändlicher Agitation anzeigte. De• latizki wurde noch am selben Abend verhaftet und nach Mieswiesz gebracht. Nachdem der jüdische Sejm-Klub davor» benachrichtigt wurde, intervenierte er sofort bei dein Wojwoden von Novogrudok wegen Befreiung Delatizkii. Die Jüdische Neutralität im ostgalizischcn Kampf Wien. (J.C.B.) Die Wiener Vertretung des jüdischen Nalionalratcs für Ostgalizicn wird in Uebercinstimmung mit den zionistischen Instanzen in Ostgalizicn dieser Tage eine Erklärung veröffentlichen, daß durch die Teilnahme der Judenlieit Ostgaliziens an den kommenden Wahlen zum War• schauer Sejm die bestehende jüdische Neutralität im polnisch-ukrainischen Kampf in Ostgalizicn in keiner Weise angetastet sei Die Juden Ostgaliziens werden sich auch weiter in diesen Kampf nicht einmischcn und bis zu seinem Ende strikte Neutralität bewahren, Italien and die ostgalizischc Frage Rom. (J.C.B.) Wie die offiziösen Zeitungen mitteilcn, wird die italienische Regierung das Verlangen stellen, daß auf die Tagesordnung der Orientkonferenz auch Fragen Ostcuropas, speziell die Frage Ostgaliziens, gestellt werden soll. Der polnische Vertreter in Rom hat der italienischen Regierung eine Note überreicht, ln welcher die Zustimmung Italiens zu den Wahlen in Ostgalizicn verlangt wird. Das Ministerium des Aeußern hat in •Beantwortung der Note dem polnischen Gesandten mitgcteilt, daß durch das Ausschreiben der Wahle« in Ostgalizicn der Vertrag von St, Germain verletzt wurde. Italien als der Staat, der an der Zukunft der ex-österreichischen Gebiete am meisten interessiert ist, wird bei den alliierten Regierungen Schritte dahin unternehmen, daß die Wahlen in Ostgalizien unterbleiben. Freispruch polnischer Mädclienmärder. Das Lubliner Kretsgcricht sprach den berüchtigten Kapitän Sndowski und :.:.ne Mitangeklagten, die im Jahre 1910 in der Nahe des •,*lautäiens Dem bim sechs jüdische Mädchen auf bestialische ,weise ermordeten, frei, (J, d B.J. חגו1;f)NDSCl :! Dir pohiisc!;;: ״Vf: .1!At iV, י’׳.׳* 7 ׳ .»firut Warschau, (J,C. In e׳׳;:in Ge:־ " ,׳:׳!! mit dun M'tarbeiter der pülnbch-jin'.hchm 7.-:uur1״ ׳׳!;v;׳iny Cud/imne“ äußerte sich dir polnische /iriiem.iiiii'irr Naritüwitsch dahin, daß Polens Stellung zur F'r.-ge <!<״*• Pal.i.itha-Mamlntes schon dadurch gekennzeichnet sei, daß die Delegierten Polens beim Völkerbund für das englische M.-iulrt in Palästina gestimmt haben. Polen sei gegen Pa kr. li na sehr freund schaftlieh gestimmt: als Bewein dafür kann gelten, daß Polen in kurzer Zeit ein Konsulat in Jerusalem ciöffiicn wird, welches sich in erster Reihe mit der Anknüpfung von Handelsbeziehungen zwischen Polen und Palästina hefassen wird, in zweiter Reihe für eine Erleichterung der Formalitäten für die nach Palästina auswamicrtidcn polnischen Staatsangehörigen torgen soll. Keren flnjcr-sAMrre״״. Das polnische Keren Hajessod-Komitee beruft die erste Konferenz der Keren Hajcssod-Zciclmcr in Polen ein, auf der ein Board of Trustees eingesetzt werden soll, um die Keren Hajessod-Tätigkelt in Polen während der letzten zwei Jahre einer Revision zu unterziehen, Ein Komitee, bestellend aus Vertretern der Zeichner 8011 gebildet werden, um das Direktorium bei seiner Arbeit zu unterstützen. Zu dieser Konferenz werden Vertreter des Board of Dircctors des Keren Hajessod erwartet. Der Minim albe trag für den Keren Hajessod wurde auf 24 030 poln. Mark pro Jahr erhöht, wovon mindestens 25«/» sofort bei der Zeichnung cingczahlt werden müssen. —< Für die Winterarbelt sind detaillierte Pläne vorbereitet; in den einzelnen Bezirken sind Keren Hajcssod-Konfcrcnzcn einberufen, um eine ausgedehnte Keren Hajessod-Aktion in ganz Polen in die Wege zu leiten. Die erste dieser Konferenzen wird in Wolhynien stattfinden. (Ziko.) ritaaen Annullierung von 13 f.llndcr'jclfsntandafen Neigung zur Boykottierung des Sejm Kowrio. (J. C. B.) Der Beschluß der Hauptwahlkom• mission, 13 Mandate der Minderheitsparteien zu annullieren, hat in den Bcvölkcruugskrcisen der Minderheitspartei ungeheure Aufregung hervorgerufen. Die Hauptkomitec» sämtlicher geschädigten Parteien halten Sonderberatungen über die anzuncluncnde Taktik ab. Die jüdisehen Vertreter gehen Hand in Hand mit den anderen Nationalitäten, Wie dem J. C. B.-Vertreter aus autoritativen Quellen mitgeteilt wird, herrscht in führenden jüdischen Kreisen die Meinung vor, daß für den Fall, daß dieser Beschluß der Hauptwahlkommission nicht geändert wird, die Juden dem Sejm überhaupt fernbleibcn wollen. Plenarsitzung des Jüdischen Nsffonalrsies In Litauen . Am 7. November tritt der jüdische Nationalrat in Litauen zu einer Session zusammen, in welcher die politische Situation im allgemeinen und die Tätigkeit der zukünftigen jüdischen Sejmfraktion im besonderen erörtert werden soll. Außerdem steht auf der Tagesordnung die Erörterung der Kandidatur eines neuen Ministers fürjüdischcAngclegcnheiten, der die Stelle des bisherigen jüdischen Ministers Dr. Solovcitschik cinnchmcri solk Der 1 Hau!sehe Innenminister?egen die Pogrormtgliatton Kowno. (J.C 13.) Im Hinblick auf die Pogromngitation des ״Geheimkomitces zur Reinigung Litauens von Juden“ teilte der Litauische Innenminister den Vertretern der Kownocr Preise folgendes mit: ״Die Pogromagitafäon ist die Arbeit jener finsteren Mächte, den litauischen Staat sdiätiiren wollen, ln Anerkennung der Gcfäiir.ichkeit dieser Art Agitation habe ich verordnet, die Schuldigen zu ermitteln und streng zu bestrafen. In Litauen sind niemals Exzesse vorgekommen und werden auch in der Zukunft nicht starifmäen, Die Gesellschaft kann ruhig sein, cs werden gegen jede Ge- 11 e i m b und Agi t a t io n, möge sie sich gegen welchen Teil der Bevölkerung richten, die strengsten Maßregeln ergriffen werden.“ .na&rft Nr• SO Der OBcrrnhbincr erwiderte darauf, in Ungarn!.ich keine {.i.tli/ianer, und von der Ausweisung milicu betreiben, die bered: über dreißig Jahre wohnen und die während des Krieges ihr [gut lande geoptevt hatten. Was den auikreii Vurwurl müsse er darauf hinweisen, daß auch der ülierwi der Juden Not leide uni daß die;« Armen ausschl von den reichen Juden erhalten werden, da niemand für sie sorge. Der Reirftsvenveser erklärte zum Schluß, in מ",!, die Gelegenheit .'־ ״ '" ־־ ־'־'־ ־׳־־ zu informiere«. *'-gen le זץ zu suchen, sich genauer über die Juden(,.., J, •M Oral Bcthlen gegen die Bijdapest, (J.C.B.) In einer Sitzung der Natio׳״׳ Versammlung, In welcher über die Teuerung!«raten wun!.’!)rächte der oppositionelle Abgeordnete Karl Rnssay 'י d.1׳ß. während die 1 rauen in der Nacht vor den Geichm Budapests sich um billige Lebensi« t;el ans teil et», c.,'י 'n die friedlichen jüdischen Frauen In Antisemiten einer Sitzung der - vor . Exzedcrilrn juuisciicn t-raucn insultieren In Beantwortung die.cr Rede erklärte Mtnisterpräsidr-i ’ Graf Bet Illen, es gebe übereifrige junge Leute, die ghu|A der christliclien Idee durch Kaffechausskandale und Straßen' prü״c!cien einen Dienst zu erweisen. Ich kann erklären, Grat BetJilen, daß ich unter christlicher Politik niemals An־׳ semitismus verstanden habe, Die christliche; Idee hat großen Fcirwl, und das ist döe unbedachte antisemitisch Politik. 'c (Natürlich, nirgends wollen die christlichen — bei uni heißen sic ״nationalen“ — Politiker mit den Exzellenten etwas zu tun haben, aber gewähren lassen sie sie gern Red. d. ״J. R.j Numerus clausus für Getaufte Budapest. (J.C.B,) Der Nationalverband der יוש« rischen Aerzte reichte eine Ein gäbe an den Unicrrichisnin&f | Kicbclsbcrg ein, in welcher darüber Beschwerde geführt wird, daß die Universität SzegeJin ־im ersten Jahre der Rechts. Wirksamkeit des Numerus clausus 26 jüdische Studierend;: der Medizin ausgenommen habe, trotzdem gesetzlich nur!mm zuliLsig gewesen wären. In der Eingabe wird betont, daß der Standpunkt der Universität Szc;cüin unrkhii״ ist, wonach getaufte Juden als christ'iche Ungarn zu betrachte« wären; denn das Gesetz klassifiziert nicht nach Glau, bensbekenntnissen, sondern nach Passen und N a 11 a n n 11 ta t c n. Die Eingabe verlangt, daß in der rinisclicn Fakultät der Universität Szegeuiu das Gesetz übet den Numerus clausus genau 90 wie in Budapest Ungehalten werde. Der Hunger In der Ukraine Moskau. (J.C.B.) Laut' den Nachrichten aus verschicdcncn Teilen des Landes nimmt die Hungersnot in der Ukraine in einer grauenvollen Weise zu. In dem Zaporoke-Gebict umfaßt gegenwärtig die Zahl der Hunger',cklendei» 121 200 Personen. Im November wird die Zahl rcchnmigsgemäß auf 200 003 steigen. Die Masse der Hilfsbedürftigen wird unvermeidlich von Monat zu Monat Zunahmen, so daß man im März 1923 mit der ungeheuren Zahl von 400 000 auf öffentliche Hilfe angewiesenen Per. sonen zu rechnen haben wird. ln Nikolajew leiden jetzt 12 % der Bevölkerung Hunger im November werden weitere 5 °/0 dazukommen; bis zur neuen Ernte, d. 11. bis August 1923 wird die Masse der vom Hunger Betroücncn in diesem Gebiet G0#/« der Gesamtbevölkeruug ausmachen. In Jckaterinoslaw müssen gegen• wärtig 150 Personen aus öffentlichen Mitteln ernährt werden. In Odessa wächst der Hunger von Tag zu Tag. Eine offizielle Kommission der ukrainischen Regierung, die die Lage in Odessa untersucht hat, hat die Lage als sehr kritisch gefunden. Nach mehrmonatiger Pause, während welcher keine Hungertodfiille zu verzeichnen gewesen waren, sterben jetzt wieder Alcmclien Hungers. Der Direktor der 1RA. in Rußland, Colonel Haskel, äußerte sich gegenüber dem Sonderberichterstatter des J.C.B. in Rußland, dal) die Lage in der NorJukraine sieh günstig gestaltet hat, aber in Südruftl.ind katastrophal geworden sei. Insbesondere sind durch den Hunger betroffen die Oouvernemenis Odessa, Nikolajew, Zaporos, Jelisabcthgrad, Jekatcrinoslaw und das Dc/iintligcbict. Die Bevölkerung dieser Gebiete müsse bis zur nächster» Ernte, d. h. bis August. 1923, ernährt werden. Der Vertreter des Joint in Rußland und in der Ukraine, Dr. Bogen, der soeben aus der Ukraine zurückgekehrt ist, erklärte dem Sonderberichterstatter des J. C. B. in Rußland, die Lage in Südriillland ist jetzt so kritisch, daß die Joint- Organisation zu ihrer Linderung eine kolossale Arbeit leisten muß. Cmi» isaler, feind in E 10- Leit Pfui pcbi PfU( liaft Die Jufejsimtfeisttitgea Budapest. (J.C.B.) Gegen den Erlaß der Auswei su » ״ s v crord nu n g überreichte eine Deputation der Puster israelitischen Kultur,gcmcimlc dem M'mbterprü identen ein Protestmemorandum. Der Ministerpräsident erklärte, die Verordnung sei nur zum Zweck einer Konskription der Ausländer erlassen worden. Die Deputation führte hieraus konkrete Fälle an, daß die Behörden jüdische Familien, die sich seit 30—<10 Jahren ln Ungarn rechtschaffen j ihr Brot verdienen, zwecks Ausweisung interniert I hätten. Der Ministerpräsident versprach hierauf, diese Fälle j untersuchen zu lassen. Heute hat min der Minister des Innern ei« Mitglied dieser Deputation, den gewesenen Justiz.- minister Dr. Wilhelm V a z s 0 n y, davon verständigt, daß er die in den angegebenen konkreten Fallen zu unrecht durchgeführte Ausweisung und Internierung habe rückgängig machen lassen. Im übrigen schreitet die Auswehungdampagne vor* vvärts. Noch immer stehen etwa 13 000 Juden vor der Ausweisung. Außerdem r.iuJ für den 33. Oktober weitere 5000 Juden vor die Polizei geladen worden. Wie verlautet, werden diejenigen, gegen welche die Ausweisung verfügt wird, zunächst in sogenannten ״SzIuibhSusern" inter*. niert, von wo aus sie dann zur polnischen Grenze ab- ־ geschoben werden sollen, I Hortliys Vonזי־׳״'c gcg;n t!!e *׳,ulen Budapest. (|. C. D.j Dar P.eieh:,verweser Un״artw, Nikolaus von Horthy, hat während seiner Ruwirehe durch das Land in der Stadt Miskolc;׳, den Leiter der jüdischen Kult'tisgcmeinde von Miskolc?, den orthcvicweii Okerrabbiner Dr. Jakob Spira, empDugen, de? dem Reichjvcnvcser daraut hinwics, daß di« ::jrairäsrk.a Juden jehaft ihre patriotischen Pflichten immer erfüllt Inb,:, Der Rciehsvciweser uotworb:;«, die (uclcn hatten zwei' Fehler begangen, dui ei׳?.׳.!, d.-Ji sie 'd;.: ehigewamlcrtcn gnli/isclicn Juden nicht au׳:; ihrer Mute auv,;<y;k11, den zweiten, daß die Juden schaft im Ueberlii:;);;:invM ״׳:׳, während breite Mussen Not leider*. Ein hebräischer Schriftsteller verstümmelt Jerusalem. (J.C.B.) Wie jetzt bekannt wird, ist der in der Nähe von Pctach-Tikwah von Arabern überlaüene und verstümmelte Jude der bekannte hebräische Sehrif steiler »! und Poet J, C. Rimon, der seit 13 Jahren in Palästina ין und zuletzt in Tel-Awiw gewohnt hat. Der barbarische I Akt wurde von drei Arabern auf eine sehr grausame | Weise vollfi'ihrt. Der schwer verletzte Schriftsteller wurde >־ in das ״Ma1lassah"-Spitai von Tel-Awiw gebracht; an seinem | Aufkommen wird gezwcifclt, I In der Umgebung von Pctach-Tikwah wurden als der R Tat verdächtigt 40 Araber festgenommen, Sic werden | dem Verletzten vorgeführt werden, damit er unter ihnen I die eventuellen Täter festst eilen kann. ' 1 Eine jüdische Völkerbund?•Liga [ Wie der Korrespondent des J. C. B. erfährt, hat das | Komitee der jüdischen Delegationen in Paris Schritte unter- 1! nommen, um eine jüdische Völkerbunds-Liga *ra I Anschluß an den internationalen Verband der Völkerbunds- | Ligen zu gründen. Es wird beabsichtigt, die Konstituierung der | jüdischen Völkerbunds-Liga so rechtzeitig vorzunehmen, da■* I sie zu der nächsten Plenarsitzung der internationalen Volker-;־ bunds-Ligen, die bekanntlich im Frühjahr 1923 in Wie״ | tagen soll, Vertreter entsenden kann. P D.is Judcnviertel in Smyrna tmverseltu i Berlin. (J. C. B.) Auf die telegraphische Anfrage dM; Berliner Zcntralhiiros des vereinigten Komitees für jüdische ן Auswanderung (Emigrations-Direktorium) über die Lage ״״ ' jüdischen Bevölkerung in Smyrna langte folgende Antwort; ein: Die Juden in Smyrna haben nicht so stark gelitten: . wie die übrige Bevölkerung. Das jüdische Stadtviertel^ ־} «י fast unversehrt. Nur diejcnig״n Juden, die außcrMl des jüdischen Stadtviertels wohnten, haben fast alle ihr ria md Gut verloren. Aus dem inneren Anatolien weilen geßcn‘ ■wärtig etwa 3000 Flüchtlinge in Smyrna. Amt eiisq verl füll! I für: gen! 1.1; <׳ '.3 4.1 i 5.1 •*; I, * I tö.l ן :,11 t c) 1׳