Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 85 (27.10.1922)
- Date
- 1922-10-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Seite 582 Es ist liier nicht der Ort, auf Einzelheiten elnzugclicn und darzustellcn, wie eine derartige Pariei beschaffen sein und wie sie Vorgehen köiwte, obwohl konkrete Möglichkeiten mir genügend gegeben scheinen, Uelirlgens ist nlle» andere, was hier über unsere Stellung rum und im Legislative Council gesagt worden ist, imabhängig davon, oh auch diese Möglichkeit heute bereits verwirklicht werden kann, oder ob ihre Verwirklichung sich auf einen späteren Zeitpunkt verschieben wird. Es liegen mich ohnedies genug Möglichkeiten vor uns, aus dem Legislative Council ein Werkzeug des friedlichen Ausgleichs zwischen den beiden das Gemeinwesen gleichberechtigt und gleichverpflichtet tragenden Nationen zu machen. Und Versuche, die heute uns kleine Anfänge zu sein scheinen, können morgen und übermorgen wachsen und Wege öffnen, die wir jetzt noch nicht übersehen können. In jedem Falle, und allem Schweren zum Trutz, das uns auch hier bcvorstcht, ist schon heute offenbar, wie tief und wie prinzipiell die Verschiedenheit ist, die zwischen unserer Arbeit In den Instituten der Verfassung Palästinas und unserer Teilnahme an irgendeiner Rada, irgendeinem Sejm, irgendeinem Landtag im Gallith besteht, Dafür sorgt nicht nur die einzigartige Atmosphäre Palästinas, die durch das bloße — gleichsam rein ideelle — Vorhandensein unserer nationalen Aspiration geschaffen wird und die uns doch immer wieder vom verschwundenen Königssohn träumen läßt. Sondern dafür sorgt noch besser die lebendig« jüdische Arbeit und der jüdische Arbeiter Im Lande, die schon heute das jüdische Volle P-alästimis tief und mtnblöslicli in dieser Erde vcnnirrcH haben, J U E D IS CI IE AU Nr. 85 Kr, 8 __ _ # ן ן.ן *. J. z», ,t m ־% (£' Ji 41*%י *Jt Volkes ־ kr» Uv' tu il Prof. Laiar Roscnthal bei Hel;:neu 11. Auf Anstiche« der 7.101 bekannte Hygieniker Prof, im September 'PaliiMinn b Orgar.isattoii zu in;,)u/,irrcu tlciiciit zu erstatten. Ro!:;t!.dte<1 Exoku'ivc hat der R o s c 111 11 a i aus Moskau er,lieht um die 1 ir.dassah- und diriibfr der Exekutive nfhal, der früher Professor Jüdische Fürsprecher und die Sowjet-Macht Von Moses Deilinson, Rom.• Der Sekretär des Joint Foreign Committee, Luden Wolf, wandte sich im September d. J. an den Vertreter der Sowjetmacht in England mit einem Briefe, in welchem im Namen des J. F, C, ein sdiarfer Protest gegen die Verfolgungen der jüdischen Religion oder, wie sich Herr Wolf ausdrückte, der ״jüdischen Kirche‘‘ in Rußland erhoben wurde. Herr Wolf bat, diesen Protest der russischen Regierung zu übermitteln. Der Brief blieb unbeantwortet. Herr Wolf schickte nach zwei Wochen einen anderen, in welchem er die Kopie des ersten Briefes beilegte. Diesmal kam die Antwort. Sie lautete! ״ln Anbetracht der falschen und ■niedrigen Beschuldigung gegen meine Regierung, die der Brief enthielt, Und den anmaßenden Ton, in welchem diese Beschuldigungen vorgelocht wurden, hielt ich cs für unmöglich, die Mitteilung an meine Regierung zu übermitteln und in irgend eine Korrespondenz darüber ci.izu• treten." I lerr Wolf antwortete darauf, daß er die ausgeblicbcme Uebcrimllclung bedauert, hingegen befriedigt ist, daß die Beschuldigungen mit Entrüstung zurückgewiesen wurden, ״Jcwisli Chronieic“, das den Briefwechsel veröffentlicht, ist damit unzufrieden, daß Herr Wolf an den Vertreter der Sowjetmacht in einem Tone geschrieben hat, in welchem er weder an die französische noch an die englische Regierung sich gewandt hätte, und hält deshalb die wenig liebenswürdige Antwort für zum Teil verdiÄst. Uns scheint aber, daß der Schritt von Herrn Wolf auch von anderem Gesichtspunkte aus eine Kritik Iicrvorrufcn nmß. Die Sachlage ist folgende: ln Rußland herrscht eine Macht, die es für nötig hält, die Religion zu verfolgen und zwar nicht die christliche oder mohammedanische oder jüdische Religion, solidem Religion schlechthin, welche, wie es an den Kremlwänden zu lesen ist, ״das Opium des Volkes“ sei. Es ist natür• lieh, daß. für Synagogen und Chedarim keine Ausnahme ge. macht wird und daß die Sequestration der ״Kircl1enschä!zc“ sich gleichermaßen auf Heiligenbilder und auf Thorakleidchen erstreckt. Herr Wolf hat seine Stimme nicht gegen diese all• gemeinen Religlonsveno'gungeii, sondern nur gegen Verfolgungen der jüdischen Religion erhoben und, während die christlichen Geistlichen zu Hunderten erschossen werden, hebt er einen Fall eines Rabbiners heraus, der m ein paar Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde. Entweder war sein Ziel nur ein rein dekoratives, des Protestes wegen, und dann ist es um• verständlich, weshalb er aus dem ganzen russischen System, das keine religiösen Unterschiele kennt, nur den jüdischen Fall erwähnt; oder bezweckte Herr Wolf eine Erleichterung der Lage der Juden in Rußland herbeizuführen, dann hat er die Sache zu oberflächlich genommen und, von seinem scha* blonenmäßigen Protesteifer getrieben, sic nicht genügend durchgedacht. f ■ Es kann einen Sinn, sei cs auch einen beschrankten, haben, mit Protesten gegen die Ausnahmestellung, die für Juden von Regienmgon geschaffen wird, sich au diese Regierungen zu wenden, Es ist aber überaus gefährlich, auch vorn cng-jüdisclien Standpunkt, es ist verwerflich vom jüdischen nationalen Standpunkt, einen Protest zu erheben, der, in gegebenen Verhältnissen, nichts anderes bezwecken kann, als für Juden eine Ausnahmestellung, ein Privileg zu schaffen. H. Wolf bemerkt am Schlüsse seines ersten Briefes: .,Die Verfolgung hat die Entrüstung der jüdischen Gemeinden in Europa und Amerika hervorgerufen“. Es ist klar, daß darin eine verkappte Drohung Hegt. Gesetzt den Fall, sie würde gewirkt haben utvl, tim die Entrüstung der Wcltjudcnheit zu besänftigen, hätte die Sowjet• macht den Juden das erlaubt, was sie ihren griechisch-orthodoxen Bürgern, hinter denen keine ״Gemeinden in Europa und Amerika'‘ stehen, verbietet. Die Juden könnten ihre Chedarim offen halten imd die ״Synagogensdiätze" würden keine Gefahr mehr laufen; die christlichen konfessionellen Schulen würde» aber weiter geschlossen bleiben, und die Kirchcnsdnilze sequestriert. Würde den Juden damit wirklich gedient, oder würde nicht vielmehr ihre auch ohnehin überaus schwere Lage direkt unhaltbar gemacht werden? Man muß endlich verstehen, daß in der komplizierten Frage des Zusammenlebens des jüdischen Volkes mit seinen Wirtsvölkern die Proteste an Regierungen, die Gesetze, die Minoritätsrechte, sogar Proteste an den Völkerbund und die ganze Arbeit, die damit im Zusammenhang entfaltet wirrt, für die tagtiigliclic Wirklichkeit eine minimale Bedeutung hat, und wenn sie einen Sinn hat, so nur bis zu einem gewissen Punkte, bis zur Erlangung der bürgerlichen Gleichberechtigung. Alles andere hängt fast ausschließlich von zwei Faktoren ab, von der jüdischen schöpferischen und organisatorischen Arbeit (speziell auf dem Gebiete der Mlnoritütsrechte) und vom lebendigen realen Verhältnis, das zwischen Juden und ihren Mitbürgern herrscht. Alle bürgerlichen Rechte, alle Mboritätsrechte, vorausgesetzt, Ist das menschliche Leben in einer Atmo- Sphäre des Hasses und der Verachtung unhaltbar, wobei ent• scheidende Bedeutung die Tatsache hat, daß bei Juden eine an der Moskauer Universität und Direktor des stliiliisrhen bakteilolorusclH'ii luslituis ir, Moskau war und jetzt seit zwei Jahren in Brrilu weilt, — er ist liier!)irekiionsmitplk’d dag Vereins für Förderung jk'S Oc* suudhcitswcscns unter den Juden EulSInuch ״OSE"", ־—• hat der Zlko über die Ergebnisse seiner Inspizierung*- reise wie auch seine allgemeinen Eindrücke iu Palästina folgende Mitteilungen gemacht: ״Die Ha lassah, die mehr 015 30 Acrzte uim 500 Angestellte zählt, hat über das ganze Land ein Netz von sanitären Anstaltci» gezogen. Sic Besitzt im Lande fünf Spitäler (Jerusalem, Jafla, Haifa, Tibcrias mvd Safed), ralilrru.he Polikliniken, Amimlatoricn, bakter:o'ogi5che und röntgün alogische Laboratorien, Feldlazarette in den Kwuzoth, ärztliche Stationen in den Kolonien usw. Im Laufe des vergangenen Jahres wurden allein ln den Ambulatorien mehr als 400 000 Fälle behandelt, 90 daß auf jeden Juden gegen fünf Besuche kommen. Diese pro Kopf recht hohe Zahl ist zum Teil auf das noch ziemlich häufige Auftreten der Malaria zimVckznlühre», ebenso auf die noch nicht völlig ein getretene Akklimntisie• rimg der neuen Chahi/Jm und «he über dem Durdr.dmitt stellende Zahl der Verletzungen infolge 110:11 nicht genügender Anpassung an zum Teil ungewohnte Arbeiten, aber auch, wie übrigens selbstverständlich, auf die bekannte Vorliebe der Juden für ärztliche Unicrr.tidningen und Behandlungen. Die Anordnung der ärztlichen Stationen ist derart, daß jeder in nicht mehr als fünf Minuten bis höchstens einer Stunde ärztliche Hilfe erreichen kann. Die Spitäler sind recht modern eingerichtet, die Pflege g'cicht dem besseren europäischen Durchschnitt. Hier bei der Pflege ließen sich, wie Igii gleich bemerken will, vielleicht noch gewisse Ersparnisse erzielen. Die Fürsorge der Hadassah wird, aFgemein gesprochen, als eine Art Wohltätigkeit au?geübt. Die Hadassah beabsichtigte, das ganze Sanitälswcscn des Landes in ihrer Hand zu konz.cn• trieren, jedoch läßt die Förderung durch die Regierung etwas zu wünschen übrig. So läßt diese, die separiert für sich arbeitet, Analysen in ihren eigenen Laboratorien herstcllen, obwohl deren Einrichtung eine viel primitivere ist als die der Hadassah-Laboratoricn. Die schwerste, aber schönste Aufgabe der Hadassah war die MUnrlabekUmpfung. Aber gerade diese Ist es, der jetzt die größten Gefahren drohen. Bekanntlich hat die Zionistische Organisation der Hadassah für das laufende Jahr eine rat 25000 Pfund geringere Stibvon tion als bisher bewilligt. Auf Grund von Reformen ließen sich entsprechende Ersparnisse erzielen, so daß die Hadassah auch so durchkomm er» könnte. Aber auch das Joint Distrlbtt tion Committee hat der Hadassah seine Subvention von 30 (WO Pfund entzogen. Wenn mm auch Einschränkungen möglich wären, »0 doch wollt nicht in diesem Maße. Das Joint Distributton Committee hat statt der Subvention an die Hadassah nunmehr der Regierung eine gewisse Summe für die Bekämpfung der Malaria zur Verfügung gedcllt, diese Summe jedoch mir für zwei Jahre bewilligt. Die Malariabekämphing bedarf natürlich eines viel längeren Zeitraumes, vo daß bc/f:g• lieh dieser Untcrs'.iilzung des Joint nlir von einer Epi&odc In der Bekämpfung der Malaria gesprochen werden kann, Da* durch, daß infolge:;®;«» die Malnriabckämnf'.tnj der Hadassah entzogen wird, wird bewirkt, daß die auf lange Dauer beroch* ncte und bereits gut funktionierende Organisation der Hadassnh - für Malariabekämpfunig zerstört wird. Mit Rücksicht auf diesen Entzug der Joint-Subvcntion muß leidet die Lage der Fla* d a 55a 11 als recht traurig bezeichnet werden, aber, was ganz besonders charakteristisch ist, auch die Hadassah ist, wie übrigens al'e in Palästina, trotzdem sehr optimistisch. Von der sanitären Fürsorge ist besonders interessant die neuorganisierte SSugllngsfürsorge in Jerusalem. Die Hadassah erteilt ärztliche Hilfe und vor allem genaue Auskünfte und Ratschläge, während eine Dame ';,e 1:»f :׳-;11 'Ni fr 35 Liter Milch pro Tag ge;pe».!et bat. Die einzelnen bekommen die Milch gleich mit Eis geliefert, um j:c den! Verderben zu schützen. Die Schwestern inqii׳irren 'י einzelnen 1 Linier, 11!1 iiaihzuschcii, o'j die I’f'cge der K;׳ den mcdi/.iiiKilu-n Anforderungen eiiispri.lit. Diese Sau״־lj für-orge hat in der AlM'idt in Jerusalem geradezu rewü,’t;, gewirkt. Die Frauen, die früher für Hygiene nicht den rirvgstc» Sinn 11,allen, begannen sieb für die neuesten Forsdau«' gen auf dem Gebiete der Kinderpflege zu interessieren, ja j:' wiegen sogar ihre Kinder — boknnntUch etwas, das bei reichen fronmen Juden in Europa noch immer verpönt ist. Vorträge über Kinder fürsorge wurden in fe britisch, Jiddisch und Arabisch gehalten: Hier will ich : bemerken, daß der innere Verkehr der Hadassah hebräisch j;t Alle Krankhcl!s;׳es-;hirhtcn (Ancunncncu) 8'nJ hebräisch, at£ * Schwestern sprechen hebräisch, ebenso die Acrztc, wen׳! manchmal noch nicht ganz geläufig, aber sie lernen cs, ebenso : sind alle Bcriclrie hebräisch abgefaßt. Was die allgemeinen sanitären Verhältnisse im Lande betrifft, so kam im Laufe dieses Jahres neben der nicht mehr als sonst grassierenden Malaria noch ein weiteres Fieber, d,s der Vel ״,;Ilic :!!» scheu ft gehende «»Icher, wirkt, » Weise ln!,iltigke und ku!Hingen Pappataci-Ficber, besonders in der Gegend von Haifa und Tibcrias vor. Entgegen den zahlreich verbl ei leien Gerüchten gab er im Lande keine Cholerafä'lc. in Tcl-Awiw wurden vereinzelte Fälle von 1 Buboncnpest konstatiert, wobei jedoch die Mortalität * äußerst gering war, so' daß bis auf die Schutzmaßnahmen die f Krankheit sich nicht sehr bemerkbar mndhte. Bei den Arabern % wurden keine Fälle der Buboireupest festgcstcllt, was daran[ I zuriickniführe!» ist, daß Sterbcfällc fast nicht vorkamen und d» | medizinische Aufsicht respektive Behandlung bei den Arabern 1 stark im Rückstand ist, so daß die sicherlich vorgekommenen Fälle nicht zur allgemeinen Kenntnis gelangten. Dieses Vor- | kommen der B11boncn״c?t versuchtem mm manche Araber für ihre Agitation auszubeutcn, »!Klein sie behaupteten, die jüdisehen Immigranten hätten die Pest cinge• schleppt, ln Wirklichkeit wird die Pest jedoch durch Ratten infiziert, so daß man in gewisser Beziehung die Sanitätsbehörden!1» Aegypten und Palästina für das Einschlcppcn der Krankheit verantwortlich ranchcn kan». Bezüglich des Trachom» hat die von der Hadassah ausgeübte Schulhygiene redrt günstige Resultate gezeitigt. Was die Geschlechtskrankheiten betrifft, so waren diese bekanntlich früher Ip Palästina fast ganz unbekannt. Es soll nun ganz besonders betont werden, daß auch bei den Neuangekommenen Geschlechtskrankheiten mi ganz vereinzelt Vorkommen.“ Schließlich stellt Prof. Roscnthal fest, daß seiner Meinung nach für neue Acrztc in P*■ lästina kein Platz ist. Hierauf geht Prof. Roscnthal zur Schilderung seiner *11• gemeinen Eindrücke über und schildert zuerst mit Begeisterung die Opferfanuligkcit der Chaluzlm, um sich dann dem Zustand der Städte zuzuwenien. ״Einen gewaltigen Eindruck macht Tel*Awiw, Da« Wachsen der Stadt ist ein geradezu amerikanische» Jeder baut, und wer noch nicht baut, träumt vom Bauen. Infolgedessen konnten im letzten Jahre in Jerusalem, Jaffa und Tcl-Awiw die Mietzinse herabgesetzt werden. Die zahlreichen für nächste« Jahr in Jerusalem geplanten Neubauten (Taipioth und Bone Beijith) dürften die Miete» noch weiter ermäßigen. Der Badestrand in Tel-Awiw ist ganz modern eingerichtet mit Familicnbad, Restaurant, Kasino usw׳. Das Strandleben ist ein sehr reges. Es dürfte keinem Zweifel unterliegen, daß Tel-Awiw auch als Badeort eine große Zukunft bevorsteht. Als zweiter Badeort käme »och info'gc seiner heißen Quellen Tibcrias in Frage, wo allerdings bis jetzt noch alle9 recht primitiv ist. Die heißen Quei'en gehören der Stadt, und cs bedarf 'vorher einer Konzession für Ausnutzung der Quellen, um die nötigen Reformen in Angriff nehmen zu können. Diese Konzession hofft man n#h in diesem Jahre zu erlangen." territoriale Abgrenzung von ihren Nachbarn unmöglich Ist. Dazu kommt »och, daß cs keine rechtlichen Mittel gibt, um das Wirtsvolk, wenn cs vom Judenhass!: erfüllt kt, dazu zu zwingen, seinen Verpflichtungen wirklich und aufrichtig treu zu bleiben; es gibt immer tau;ende Wege um das'Gesetz formell zu erfüllen und tatsächlich nichtig zu machen.. Die jüdische Diasporapoütik soll deshalb immer darauf bedacht nein, daß die untiomlen Rechte nicht auf Kosten der feindlichen Haltung seitens des Wirtsvolkes erobert werde'» dürfen und daß das Erzwingen dieser Rechte mit Hilfe des Druckes seitens der ״Wcltjudershcil," zu keinem dauernden Resultaten führen kaum. Um zum Fall Wolf zuriUkzukehrcn, so verlangt dieser nicht nur Rechte, sc :•-dem etwa ג ganz außergewöhnliches, eine begünstigende Ausnahmestellung, Würde seinem Proteste Gehör geschenkt, so müßte die russische Regierung die Juden von allen anderen Bürgern des russischen Reiches als eine privilegierte Gruppe abcor/icm, Wer auch nur wir entferntesten mit de» gegenwärtigen Strömungen gegenüber den Juden. ln» RusscnreidiO bekannt ist, wer die 11:11•?ihligen, ganz einwandfreien Zeugnisse über die unaufhörlich wachsenden antij&dkehcn Strömungen, die die Intelligenz so gut wie die Baucnvachaft oder die nnU'ieie sUld'li;che Bevölkerung erfaßt haben, verfolgt hat, wer weiß, wie diese Strömungen sich auf die angeblich privil der kann leicht ermesse», w ״Irrte Stalleng der Jude» basieren, aisliarordfirtlich gefährlich es ist, irgendwelche Rcgierungsmaßnahracn anzurufen, die im stände wären, diesen Ber,chukii1״,n1 Es kann grausam ersehe;;•.:,1 einem geschrieben wird, dir d! russischen Juden nldii r;;1r״;:;!:.-U::1r t:1 bei der gegenwärtiger! Lage nur 0 1 »ca solche tragische Verhältnisse, ln welchen sich heute Rußland befindet. Man kann nicht verlangen, daß die jüdischen Parteien freies Fehl für ihre Arbeit habe», wetci die russischen an Hände» mul Füßen gebunden sind; man kann nicht ver• langen, daß die hebräische Kultur freie Entfaltungsmöglich• keiten hat, wenn die russische auf illegale Wege zu flüchten gezwungen Ist; man kann. nicht verlangen, daß jüdischer öffentlichen Tätigkeit keine Hindernisse gestellt werden, wenn für die russische öffentliche Tätigkeit Erschießung und Ver• banmmg drohen. Es ist damit nicht gesagt, daß überhaupt keine Proteste erhoben weide» dürfen; diese Proteste sollen aber das ganze System und nicht seinen kleinen, Juden hetreffenden Teil treffe». Das alles sollte klar sein, auch vom eng-jüdischen Standpunkte, vom Stamlpunkte des jüdischen Wohlergehens, in Anbetracht des Zündstoffes, der durch ״jüdische Privilegien angcsanimeit wird. Und vom jüdische» nationalen, dvom menschlichen Standpunkte müßte man sagen: man darf nicht eine Regierung und ihre Methoden nur vom Standmmfctc des jüdischen Wohlergehens, des Stattfindens ouc! der Unterdrückung von Pogromen, der Aufrcchterhaltung o:cf der Verletzung der Gleichberechtigung usw., bewerten. Da- Judcnhcit hat die Pflicht, die gegebene Regieret:/׳, i-nsbcsomk’r־ in einer Periode, wo der Kiuupf um diese Regierung keinen Augeniilick stiihtelit, auch vom allgemeinen menschlichen Standpunkte einer Prüfung 21t unterziehen! ist sie gercctih arbeitet sie zmn Wolde des Landes und der Allgemeinheit. I du Syl j kräfdif? J Fül t hiiicinp! I uclier 1 t;'״S 1 Clltwcd* S i:,rCnA |י Bag I ot,j<kt’ S rache, t II diesen l ' liagatell mittclba ״roß, d• ill,geint tische / gemäß ״cfähriii laben 1 gebrach frage b r.acli dt ßeschlü! I jud wird si< wenden Ist Politik i rein, w» Besiedli Palüstin sciiließli nur ein etwa d| Zentral« Distrikt! _ iuttd Palästin. und Eit wertet .1 iisierten gebiet ו Welttnai Malta 11 icl11icht\ national* Juden j politiscll Land, d lästina . die Pfc|* dem H. Zionisin* kehrs 1 Ktruktui S find öki | den Ni 1!4 ä'Uelnc ן die Br I N'litlert | '1jsclicn | Positiv« f; f*heuter?,; ll.Ulh'I '׳.!,ll'igtj Schicksal der 1, den noch gibt es ,■iciitigen Weg: wenn die ganze rur,;־.ir.cI1Q 11er Regierung leidet, 211 tun, als clicr.2 dieser Mit1ciJcn׳;ci»?׳r 4 b-> le'il ru uß״. zu t: fiir die Jude» seifet zifisch jüdische Ufot!*!3ג;!ifisch antijüdische Maß werden. Das gilt im all״ ir rew , ju'i'r1־ und j! 11־ in ר:..:■!: Me.ßiialmiwi i,!t n'chtsanderes der Versuch, sie letzler RccltiiiMig n ne;:: Nahrung zu geben,! Es muß eine Synthese der Antwort auf diese Frage mit re:« ln־;he:0!1(!cre wenn es von ' indischen Zielen gesucht und je nach dom Resultate die Gru»־ linien der jüdischen Politik .nusgearbeitet werden. Die Rem gto11svcrfol(׳u11;׳cn sind für die Sowjetmacht nichts »ifällye8׳ mm dem Rahmen des Systems hernusfallcndcs. Stellt n•*״ diese Macht eine gerechte (selbstverständlich nicht im luten Sinne) Regierung dar, Ist sic eine absolute Notwendig״^ und sirel die Schwierigkeiten, die aus ihren Methoden der p disciicn und der russischen Bevölkerung erwachsen, eine U«• vcrmcidliclikclt, die man 1» Kauf nehmen muß, dann trügt ׳י-וח geduldig, zusaimnen mit der ganze» Bevölkerung, diese Sem' Jjj rigkclteu (mau erinnere sich an die Kriegs zelten!). ®ך die Sowjetmaclit eins Regierung dar, die unnötlgerwe« ״ ׳« Wl;1:nnus, i.iin״ s ' 'Hkt, HHis|״tl °f t -113 hircip.f 1״ -Cacii ■'-'heu‘ J11! erst gci'.'lliröaii und schädlich. Spe-, sind nur 011*׳ am Platze, wo spe- 1!!:nrn inuar-Kimmcn un׳l getroffen!»ei»:», gilt ganx im l.':^:iukrei| für t