Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1922)
- Date
- 1922-10-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652480--15261-2673714- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
* 81 n Mr. Ischen S'lllTtl» I-Elou C er- *inan ischf[! («Her- > den e <jc. loden, »ekeu. riehen Reir,. I der schalt schalt Dollar *?11 tonale erden, iteien pJrks־ vor. »arten ein- •ז•*., zleser VCT- 1 Oe• Ziko.) י;ו1ו1.׳1‘ in Jen n c n• crun׳־ Linie, ft hc kup.v sofort cnhcii i eilt sehei« •סד: ו Kr. 81 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite Sil Deutschland öavid essen Vaad hild ־egen ü'hcr "Ren jnlLT einer nden Incrs Iriinnter• inten nifee 1 man de* | ügel; itcr* eckt I \t־,.v die ׳beit auf | tciie ] des I ko.) Zum Rathenau ■Prozeß Der Prozeß gegen d e Mörder Walther Rallienatts vor dem Staatsgcrichtshof in Leipzig hat bisher zwar viel interessantes Material über das Verbrechen selbst zutage refördert, leider aber scheint nicht zu erwarten zu sein, daß er wirklich die ganze politische Verschwörung auf• deckt, die in Deutschland gegen die republikanische Ver• (jssung bestellt und trotz dieses Prozesses voraussichtlich weiter bestehen wird. Bekannt ist, daß einer der Hauptpunkte dieser völkischen Ochciinorganisationen die Bekämpfmig des Judentums ist, und zwar nicht in jenem relativ harmlosen Sinne, den ein antisemitischer Jugenderzielirr vor Gericht diesen! Antisemitismus unterschiebt, nämlich als ״Bekämpfung der, Materialismus und der Zersetzung‘', sondern bis zu den tätlichsten Formen der Gewalt und des Pogroms. Von dem Umfange dieser Oe- «cgung, vor der übrigens das tägliche Leben jedem genügcntl Beispiele bringt und die von autoritativen nationalen Persönlichkeiten gestützt und von einer großen Zahl bedeutender und weniger bedeutender Presseorgane genährt wird, hat aucii dieser Prozeß ein gewisses Bild gegeben, obwohl merkwürdigerweise politischen F.rörtcrungcn von dem Leipziger Tribunal aus dem Wege;o.:,;n;1en wird. Das Interessanteste aber für, uns ist der Geisteszustand der deutschen intelligenten bürgerlichen Iiigciul, wie er sich in den Verhandlungen offenbart. Diese jungen Studenten, Kntiflcute, Offiziere, Beamte, die in der völkischen Bewegung vereinigt sind, haben geht nur keine Spur von politischem Horizont 1md poliitisfkcm Instinkt, sic lunchen mich nicht einmal den I Veraich, die Probleme tiefer zu nehmen und ihre Infor- ־־ rdionci kritisch nachzuprüfen. Wenn gewisse Schlagwerte und agitatorische Lügen auf die große Masse Eimlrtick machen, so darf man doch von der 1!heiligen:!: des Volkes fordern, daß sic sich selbst etwas wichtiger riaimt und nicht auf jeden Unsinn hineiiifüllt, Daß ein Pamphlet wie ,,Die Geheimnisse der Weise:! von Zion“ von diesen Leuten ernst genommen wird (worin allercings ihnen der Nationalhckl Luriendorff vor,angegangen ist), ist ein trauriger Beweis für ihre völlige geistige Unzulänglichkeit, Der Hauptangeklagte Techow sagte vor Gericht, er habe selbst in jüdischen Zeitungen gelesen, daß die Veröffentlichung der ״Weisen von Zion" zu spät gekommen sei, da die Vorbereitungen für die jüdische Weltherrschaft bereits beendet sind. Aehnüelicn Unsinn haben auch andere Angeklagte zu Protokoll eegehen. In einer solchen Atmosphäre wächst das junge Deutschland heran. Unter dem Eindruck dieser Erklärungen erscheint einem nochmals das Schicksal Rathenaus in seiner ganzen Tragik. Er, dessen Idealismus vielleicht in seinen Wurzeln;tdisch, niemals aber auf jüdische Ziele gerichtet war, ht der Legende vom ewigen Juden zum Opfer gefallen. Sogar in dem Verhör der Tater erwies sich, daß bei nur «inigermaßea ruhiger Uebcrlcgtmg und nationaler Betrachkng die meisten der Angeklagten selbst zugeben mußten, iißR;!t!1ennuspolitische Wirksamkeit einwandfrei war und Deutschland zum Nutzen gereichte (wobei diese Knaben .«!ehe Wirrköpfe sind, daß sic Rathenau gleichzeitig «ine Erfüllungspolitik als Entgegenkommen gegen die enteilte und den Abschluß des Rapallovertrages als Brüs- Üerung der Entente vorwerfen), dennoch kommen sie :nr!1cr wieder darauf zurück, daß er ein ״Schädling" gev׳csen sein muß, der seine jüdischen Sondemveckc ver- %!e und zu diesem Zweck Deutschland verderben "ollle, da er ja einer der 300 Weisen von Zion gewesen «i usw. Hier stehen wir nicht mehr vor einem Problem Politik, sondern vor einem Problem der Pathologie. y׳r erinnern uns der Worte, die als erster ein jüdischer ״׳*» gesprochen hat, der zugleich .der Vater der zionisti- «hen Bewegung geworden Ist r Leo Pinsker. Er hat als ^fer die Judenfrage als pathologisches Problem der Hlkcr begriffen. Er sprach von einer unheilbaren Psy- Jose, die dadurch erzeugt und wachgchaiten wird, daß ״«Völker das Phantom des Judenvolkes vor sich sehen, ״cs Volkes ohne Land und ohne nationales Zusammenl?״cn> das dennoch mit beispielloser Energie seine «slioiinlc Existenz aufrecliferliält. Diese singuläre Er- «neiniing der Weltgeschichte ist für das Bewußtsein 5 ״orn!nlcn Völker so beunruhigend, daß daraus die r-0nk11cit der ״Judäophobic" entstanden ist. Gegen diese «ankircit läßt sich weder mit Argumenten, noch auch Talen ankämpfen. Es ist ein Irrtum zu meinen, daß l ’* die Taten, die ein einzelner Jude oder aber das; i J'h'im als Ganzes zugunsten eines anderen Volkes ׳«Hbringt, dieses Volle veranlassen kann, nunmehr den 1'tisemitismus aufzugeben, und günstiger über Juden I Judentum zu denken. Ein solcher Akt liegt nicht J1 Bereich des Willens, da wir cs mit 011101* Krankheit , (un haben, die unvermeidlich auf die Erscheinung des |וו»ך in ihrer pathologischen Form reagiert. Ueber diese jbaclic kommen wir mit keinen aufklärerischen Beu'^digungsversuchen hinweg. Aus diesem Grunde ™l auch alle noch so gut gemeinte Abwehr des Anti- ' 1,״•istnus durch Juden und Nichtjuden wirkungslos. Es ""ז nur ein Mittel zur Behebung dieser Krankheit, ein .,*1?es radikales Mittel: die Juden müssen ihre Existenz. 1«der auf eine solche Basis stellen, daß die geheintnis- : ״nd erschreckende Abnormalität von ihnen ge* ״niincn ist. Die Juden müssen wieder ein Land haben, «na 1 1 sic ihr eigenes nationales Leben führen, offen v ° *01'trollierbar vor der Welt. Dann wird jeder sehen, 11וה nl״m is*> wic indische Kräfte sich auswirken, weiclicn nationalen, kulturellen, menschiieitlichcr» Zielen 8״eben. Endlich wird ein Verhältnis der Unbefangenheit zwischen dem jüdischen Volk und den anderen Völkern entstehen. Das ״Phantom" wird verschwinden und damit auch die Judäophobie, Dann werden derartige Produkte einer verrückt gewordenen Phantasie, wic es ״Die Weisen von Zion" sind, nicht mehr möglich sein, oder aber sofort dorthin expediert werden, wohin sie gehören. Es gibt eben nur eine Lösung der Judenfrage. Das Leben wird auch denen, die dieser Erkenntnis sich bisher verschließen, die Wahrheit aufzwingen. Jüdische Hilfe für das Jlidhclie Kind (Berlin, Auguststraßc 13.) Bericht über die Arbeit — Mittelbcschaffung. Die ״ir׳<l, Hi'fc für ela» jüd. Kind" sendet uns nach• stehenden Bericht: Die folgenden Ausführungen berichten über die Tätig• keit unserer Arbeitsgemeinschaft und wollen die Aufmerksam• keit und die Mithilfe der Menschen gewinnen, die den Wert •der Arbeit unserer Kindcrfürsorgcstellc anerkennen und sich der Anteilnahme an seiner Förderung nicht verschießen. Wir verstellen unter Kinderfürsorge die forttaufende Beo ha eh tu n g der kindlichen Ent• Wicklung In Gemeinschaft mit den Angehörigen und die früheste Erkenntnis aller der Faktoren nsychlschcr und materieller Art, die sowohl im Kinde, als auch in seiner Umgebung sein Wachstum hemmen, cinschränkcn oder gar in unerwünschter Richtung beeinflussen können. Aus dieser intensiven Beobachtung, die der geistige Ge״ halt und die Triebkraft unserer Arbeit ist, ergibt sich die Verantwortung für eine Reihe folgerichtiger Hilf5• m all nah in cn, angewandt nach Prüfung und unter der Voraussetzung, daß sic eine erwünschte Beeinflussung der Entwicklung herbeiführen können, ferner in 0 e 111 c i n s c h a f t und strengster Heranziehung der elterlichen Verantwortlichkeit, In Ablehnung jeglicher Untcrstüizungstendenzen, die weder sachlich noch materiell ntisrcichcn für eine Jugeitdlülfr,stelle, ist cs das Ziel unserer Arbeitsgemeinschaft, sich mit den Be• diirfnissen jugendlicher Entwicklung zu identifizieren und durch erweiterte Heranziehung der ö f f cn 111 cli cn Verantwortung für das Gedeihen ac s Kindes den beste» Möglichkeiten in ihm zum Licht mul Dasein zu verhelfen. Der Wert unserer Bemühungen kann sachlich nur festgestellt werden unter dem Gesichts- und Oefühlskrcis, aus denen sie sich hcrleiten: H i 1 f c a m Kinde innerhalb der Familie und F a m i I i c 11 - A 11 f h i I f c d 11 r c h d a s IC i n d. 111 diesem Rahmen umfaßt unsere Arbeit drei große Aufgaben, die im Verlauf der Fürsorge an jedem Kinde praktisch wirksam werden: 1. Die Beobachtung seiner Gesundheit, seiner Hygiene »lief der seiner Umgehung unter spezieller Berücksichtigung der Wohnhvgieuc. 2. Die Beobachtung seiner Er.ichungamüglichkcitcn. 3. nerufshilfe zur Hebung seiner späteren so?laten Stellung. Auf die praktische 'Arbeit innerhalb dieser drei Gesichts• punkte sind wir in den diesem Bericht zugrunde liegenden AusTiihrungci! näher c'.ngcg.angcn, und wir siiitf gern bereit, diese auf Wunsch zugänglich" zu machen. Wir verweisen 111 diesem Zusammenhang noch auf den Wert cfer aus Frauen* Kreisen g c s t c fl t e n Hilfskräfte, die geeignet .futf, durch 11raktischo Mitarbeit unter Anleitung die Tracri;ihigkcit und die Wirksamkeit unserer Organisation wcscnlirli zu fördern. Wir sind 1ms wohl bewußt, daß eine lugendhiltsstelle, die durch beste Kraft ticrwirkeirf der kindlichen Entwicklung zu dienen versucht, in Verlauf der Arbeit tinaufluirücb auf Mittet und Wege sinnen muß, um immer lebendiger in direkte Beziehungen zum Kinde oder wenigstens zu den wichtigsten Faktoren seiner Erziciuui״, zu Mutier und Vater 7.11 treten. Wir sind daher, nachdem die Sicherung der organlsatorischcn Grundlagen in der Hauntsaclic crlclgt ist, gegen* w.ärtig bemüht, die Mütter und Kinder unseres Tätigkeitskreises, mit denen bereits eine engere Fühlungnahme besteht, durch Ci r 11 p p c n b i I d 1111 g i n l< I e i 11 e m Umfange, unter Vermeidung von Zusammcalianglosigkcit und Zufälligkeiten, in unmittelbare Verbindung zu unserer Arbeitsgemeinschaft zu!.,ringen. Die Arbeitsmethode der offenen Fürsorge, d. h. der Fürsorge für das Kind innerhalb der Familie, rnthiüt bereits feins'c Elemente, um außer der praktische׳! Hilfeleistung die menselilieben Beziehungen zu nilegen, Die individualisierende Arbeitsmetliodr, die dem einzelnen Kinde, seinem Wesen, der Entwicklung dieses Wesens und den Faktoren, die es beeinflußt haben, nnrhgcht und aus diesem Hildo das für cs Unerläßliche an ergänzenden oder eine Aendenmg licrbcifübrcnden Hilfe- Icisiungen folgert, ist eine machtvolle Pionierarbeit in der Er• kcniitnls tncnscliliciicu Wesens, aus der sielt immer lebendiger und unabsehbar im Dienste des Kindes schöpfen läßt. Die Ermittlung, ■die steh nun Gesamtbilde mit dem Kinde i m Vordergrund, erweitert, der Hausbesuch, der die Beobachtung und Wachsamkeit vertieft, Ehzelzügc, ,Unverständliches durch den Zusammenhang verstehen macht, geben der l'iirsorgctätigkrit ihnen ethischen Wert. Das Weehscbeitigkcitsgdüh! aber, die freie zwanglose Annäherung mit fein geselligem Charakter, schaffen die ge sundc, spa n n 11 ngs 10sc. A tm 0sph ä re, in der sich das Wesen des Menschen ungetrübt spiegelt und Motive sich allmählich leichter fassen lassen. Die Vermenschlichung dercttiiscli wirksamen Fürsorget iltlgkcltkann bedeutsam werden im Dienst des Menschen, ins besondere des jungen Menschen, Die praktische Ausübung Innerhalb der genannten drei Aufgaben, die wir uns gestellt haben, lassen deutlich wiederum drei'grundlegende Fragen erkennen: 1. Welchem Kinde wenden wir uns zu? 2. Auf welche Art und Weise crfiil'cn wir unsere Aufgaben? 3. Wie erhalten wir die Mittel zu ihrer verantwortlichen Erfüllung? Wir wenden unsere Aufmerksamkeit jedem jüdischen Kinde In der Familie zu, das gleich durch wen, gemeldet oder von einer Organisation überwiesen wird; bei dem die Prüfung ergibt, dall cs sowohl noch von keiner anderen Organisation erfaßt oder ausreichend erfaßt Ist (in letzterem Falte gegen■ seifige Verständigung): die Notwendigkeit hierzu aber vorliegt Unter Notwendigkeit, clnzugreifcii, verstehen wir, daß die elterliche Fürsorge allein nicht in der Lage ist, die von uns oben genannten Aufgaben nus^iUihrcii, entweder sachlich cetjr materiell oder beides zusammen. Brachte die Meldung das Kind (oder richtiger die Kinder einer Familie) zweckentsprechend in unseren Gesichts• kreis, so gehen wir ilun, seiner Familie und allem nach., was für dieses wichtig war und ist, Ohne andere Tendenz, als ihm seihst zu folgen, versuchen wir, cs H seiner persönlichen und bürgerlichen Existenz zu erfassen, ihm für seinen Körper und für sein Wesen das ihm Notwendige zuztifülircn. In der Art der Hilfeleistung und der persönlichen Annäherung verweisen wir auf die in anderem Zusammenhang gemachten Ausführungen über die individualisierende Arbeitsmethode, die mit persönlich freiem, sachlich nur geschulten Blick zur Familie kommt und alles Notwendige vom Uegebenen selbst im Rahmen unserer Aufgabe entnimmt. v Durch persönliche Annäherung und vernünftige Vorschläge versuchen wir, Mutter und Kind zu leiten; wir sind uns jedoch bewußt, daß jedes Kind und jeder Mensch, unabhängig von anderen Faktoren, als solchen, die geeignet waren, für sein Wesen bedeutungsvoll zu werden, Anregungen, Persönliches und Maßnahmen aller Art, seiner Natur gemäß verarbeitet. Wir verweisen hier nochmals auf die drei praktischen Aufgaben, innerhalb derer wir uns in unserer Arbeit für das Kind bcwegen. Wir verweisen auf die bisher geleistete Arbeit, auf den guten Geist, der in ihr waltet und begrüßen mit dankbarer Freude ieden, der de bescheidenen Keime für das Kind unserer Generation mit uns hüten und pflegen will. Die Mittel für dc;1 Betrieb, das Ambulatorium und die, vnn 1ms verschafften I tiltclehtungen wurden uns bisher ohne Verpflichtung durch freie Spenden zur Verfügung gestellt. Der Umfang der Gelder wurde von den Gebern nach: der Bedeutung, die sie un crcr Arbeit beimaßen, ihren Kräften entsprechend bestimmt, Wiire unsere freie Arbeit geeignet, die Aufmerksamkeit solcher Menschen dauernd zu gewinnen, die die tiefere Bedeutung unserer Wirksamkeit sowohl erfassen, als auch ma• tcrlell anerkennen, so wiire dies ein gutes Versprechen für die Zukunft unserer Arbeit. Die Umsetzung materieller Werte in solche Arbeitsleistung lohnt sich wohl für den Gebenden, so auch für die Jugend, die die Leistung mit Leistung vergilt und uns alle sicher unendlich reicher macht und vielleicht auch ein wenig fröhlicher und zugänglicher für das, was ein Kind zu seinem starken Wachstum braucht. Jftdlsclicr Schafverefn Generalversammlung Am Mittwoch, den 18. Oktober, findet in der ״Hütte"» Bachstr., am Bhf. Tiergarten, um 9 Uhr die Ocneralvcrsammlung des Jüdischen Schulvcrcins statt. <; Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes; a) al'gcmclncr! Tätl:kclt:bcricht: Dr. lüwcnstctn; b) Finanzbericht: Direktor; Nathan; c) Jüdische Sprachschule: Berggrün; d) Jüdisch^ Grundschule, Fasanenstr.: Frl. Landau; c) Jüdische Grund• schule, Rykcilr.: Sludicorat Dr. Michaelis. 2. Diskussion und Decharge. 3. Neuwahlen. 4. Anträge und Evenhialia. Sämtliche Mitglieder des Schulvcrcins werden hierdurcH; zu dieser Sitzung cingciaden. Jüdischer Schulvcrein E. V. Dr. Fritz Löwenstein. Vermieebte f'Jacbncbten Die Wahlen In Ostgalixien Lemberg. (J,C. B.) Nachdem die Verhandlungen zwischen den jüdischen nationalen Parteien und der Agud.11 Jisrocl wegen eines Wahlbündnisses ergebnislos geblieben sind,: weil die Aguda-Vertreter eine verhältnismäßig große Zahl, Mandate für sich beanspruchten, umfaßt jetzt die Liste des Jüdischen Blocks Zahlten, Misrachisicn und die jüdische Kauf» mannschafl. Die A ssi m il a n t cn stellen keine eigene Kanriidafur auf. Der ehemalige Abgeordnele des österreichischen Parlaments, Heinrich Reizes, kandidiert auf der jüdischen nationalen Liste. 1 Zu den Scna'swalilcn wurde keine jüdische Liste auf;׳C',td!t, da wegen des zu späten Beschlusses, an den Wahlen! tcikunclimcn, der Listencinrcichungs'.crmin versäumt wurde. I Von den jüdischen Parteien treien der ״Ditnd", sowie die rechten Poalc-Zion mit eigenen Listen auf. Austritt Dr. Schipper» aus der poalc-zlonlsHfchen Ptrte! Bekanntlich entstanden innerhalb der Rechtspartei der Poale-Zion in Polen ernste Meinungsverschiedenheiten, weil das Zentralkomitee den Beschluß faßte, sich an dem Wahl- Work der nationalen Minderheiten, in welchem die übrigen jüdischen Parteien vertreten sind, nicht zu beteiligen, sondern mit den polnischen Arbeiterparteien ein Wahlbündnis cinzu•• gehen. Dr. Schipper kiimpltc bis zum letzten Moment für nie Vereinigung der Poale-Zion mit dem Minderheitsblock. Nachdem seine Partei, Irot! des felilgcschlagcncn Versuches einer Verenigung mit der international gerichteten ro'iiischcn' Arbeiterschaft, hei ihrer Weigerung, dem Minderheitsblock bei• zutreten, behnrrfc, voll,• יי־ Dr. Schipper den Austritt aus der rechten noalc-zionistisclien Partei und kandidiert nun als jüdischer Vertreter auf der Liste des allgemeinen Mindcrhcitsblockcs. (J. C, B.) Dr. Rappln in Wanchan Warschau. (J, C, B.) Hier ist Dr. Arthur Ru pp in eingetroffen und hält Besprechungen mit den führenden jü< disehen Indrslriellen Warschaus ab, um sic für den Palä» sti na markt zu interessieren. Per zentrale kauf• männlsche Verein hat eine besondere Versammlung ein• berufen, ln welcher Dr, Ruppin über Palästina als Wirtschafts• Zentrum sprechen wird, % Keren HsJessed Synagogen-Kampagne in New York'. Im Anschluß an die hohen Feiertage organisierte das Keren Hajessod-Komitee In New York eine Keren Jlajessod-Kamnagne in East New York und Bronsville. Eine große Anzahl Gemclnden haben ihre Synagogen zur Verfügung des Keren Hnjessod-Büros gestellt und wurden am Neujahrsfest-Appelle für Geldspenden verlesen. Eine Konferenz, der Rabbiner und Renrnsenfinten der East New York-Gemeinden fand ain' (>, September zwecks Organisierung der kommenden Synagogen- Kampagne statt. Es wurde beschlossen, einen Appell durch die Rabbiner an die jüdische Bevölkerung und an die Synagogen zu erlassen. Die regionalen Keren Hajessod-Komitees sollen Rabbiner In Ihre Keren Hajessod-Komitees koopt'eren, um eine engere Verbindung zwischen den Keren Hajessod-Organen und den Gemeinden hcrzusfcllcn. (Ziko.) . Südafrika. Aus den letzten Berichten des Keren Hajessod in Südafrika ist ers’chtlich, daß die Ratifizierung des Mandates sehr günstig auf die rührige Keren Hajessod-Kampagne, die jetzt durch die südafrikanischen Zionisten c’ingelciiet wurde, gewirkt hat. Großer Enthusiasmus herrschte in Cape Town während der Kfnderprozession, die zur Feier des Mandates und des 25 jährigen öedcnktagea ries Zionistcnkoiigrcsscs arrangiert wurde. Am selben Tage hielt Mr. J. Olswangcr, der Südafrika im Interesse des Keren lhiessod bereist, eine Vorlesung über die Wichtigkeit der Ratifizierung des Mandates, (ziko.) . 1 r _1*׳'יז