Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1922)
- Date
- 1922-10-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 533 Reihe der orientalischen Souveräne mit der Aufzahlung j des ottomnnischen Oroßlicrrn, des Schah von Persien und ' des Emirs von Afghanistan rasch erschöpft. Heute existiert auf demselben vorderasiatischen Gebiet eine Fülle politischen Lebens und neuer staatlicher Formenbildung. Das neue Rußland ist, ganz objektiv betrachtet, die hervorragende Schöpfung einer Staatskunst, die — abgesehen von den seit jeher nach Westen tendierenden baltisch-polnischen Randprovinzen — den gesamten Komplex des zerfallenen Ricscnrciclies zu dem einzigartigen föderativen Gebilde eines Staatenbundes neu zusammengcfnßt hat, in dem neben den enropäisch-slawisehen Elementen die orientalischen Triebkräfte eine bcdeutsame Rolle spielen, wie sie ihnen das alte Zarenreich j niemals zugebilligt hat. Und zwar dank ihrer Konsolidicrung in autonomen Teilrepubliken wie Turkestan, Ascrbeidsclian, Chivva, Buchara, Kirgisenrepublik, Krim, Georgien. In der neuen offiziellen Rcichsbezeichnung ״Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik“ ist jedenfalls das Wort ״föderativ“ in seiner praktischen Bedeutung nicht zu unterschätzen. Die Basis für das 'Bundesverhältnis ist weniger das formelle Sowjelsystem als, ganz wirtschaftsgeographisch, die Gemeinsamkeit des mächtigen europäisch-asiatischen Kontinents. Wesentlich anders ist die Zerschlagung des Ottomanenreiches verlaufen. Hier konnte der Abspaltung nicht sogleich die föderative Wiedervereinigung folgen, da hier die soeben bei Rußland erwähnte Basis des wirtschaftsgcographischen Zusammenhanges fehlt. Den Balkan verbindet kein gemeinsames Lebcnsintercsse mit 'Anatolien, wie auch dieses durchaus unabhängig von ,der arabischen Halbinsel und diese wieder von Aegypten und Nordafrika ist. Mit den Wirtschaftsgrenzen stimmen" auch die nationalen Konturen überein. Darum darf die Loslösung des Balkantcrritorimns wie auch der arabischen und afrikanischen Gebiete zwar als endgültig gelten; sie hat aber gleichzeitig auch eine wesentliche innere Stärkung aller Beteiligten gebracht, besonders der nunmehr reift osmanischen Türkei. Das Interessanteste für eine tiefere Betrachtung ist aber nicht die überraschende Kraftcntfaltung Angoras, sondern die Fortentwicklung der 'arabischen Länder, deren drei — Hcdsclias, Transjordanien, Mesopotamien — durch die gleiche Dynastie beherrscht werden, zu einem voraussichtlich föderativen Gebilde großen Stils, konzentrisch um den Wüstenkem geordnet, im engen Anschluß an den britischen Staatenkonzern, der an drei Stellen — am Suezkanal, an der Straße Bab el Mandeb (Aden) und am Persischen Golf — in dichter Füllung mit dem Komplex Arabiens und seiner Nachbarländer steht. Dieser britische Staatenkonzern schließlich' ist die wichtigste Neubildung in der staatlichen Organisation, auch des Orients. Der Uebergang von der Kolonialmacht zum ״Reich“, zum föderativen Staatenbund hat bei den kolonial-englischen, europäisch zivilisierten Dominions (Kanada, Südafrika, Australien, Neuseeland) nicht Halt gemacht, sondern greift jetzt — unter manchen Hcmnuingen und schweren Krisen — auch über auf die orientalisch zivilisierten Teilgebiete, insbesondere auf Indien und 'Aegypten und die soeben erst hinzugckonimcnc 'arabische Einflußsphäre. Sollte dies Unternehmen, europäische und orientalische Staaten föderativ zu verbinden — was Rußland auf dem nördlichen Landgürtel der Alten Welt geglückt ist —, England auch in der mittleren und südlichen Zone des Erdballs gelingen, dann würde eine neue Epoche der Weltgeschichte beginnen. Wirt- ׳schädliche Unterlagen sind dafür gewiß vorhanden, besonders im Hinblick darauf, daß das angelsächsische Amerika als Finanzier der Erde schon heute der stille ,Teilhaber des zur Wirtschafts- und Verkehrseinheit gerundeten englischen Imperiums ist Schwieriger ist freilieh das kulturelle Moment. Moskau und Samarkand können sich leichter einander amalgamicren als London- New York mit Bagdad-Kalkutta. Sollte der Konzern auch zustande kommen, dann ist cs immer noch fraglieh, wer ihm kulturell die Färbung geben wird von den beiden heterogenen Bestandteilen, ob das Angelsachsentum oder der Orient. Jedenfalls ist es bedeutsam, daß heute diese Aspekte zu jedem weltpolitischen Ausblick gehören. Durch solche Erörterungen wird das Sclbstbewußtsein des Orients ebenso sehr gefördert wie durch die offenkundige Tatsache, daß der arabische Länderkomplex seinen Anschluß an die englische Weltmacht nicht als unterworfene Kolonie, sondern durch Bündnisverträge unter Gleichberechtigten oder durch Mandatsauftrag des Völkerbundes gefunden hat. Ein jedes Zugeständnis an den Hedschas wird sein Echo in Indien haben. Die neue politische Ideologie des Orients, seine Reaktivierung, wird neben den Staatsumwälzungen durch eine ungemein tiefgehende wirtschaftliche Umstellung getragen. In die Rohstoffländer des Ostens dringen unaufhaltsam die modernen Betriebs- und Verkehrsformen ein. Rationelle Landwirtschaft, industrielle Verarbeitung der Rohstoffe an Ort und Stelle, Erschließung der Bodenschätze, Bahn- und Straßenbau, Elektrifizierung wandeln die tausendjährige Physiognomie orientalischer Staaten nicht nur im Landschaftsbilde, sondern auch im Volks- Charakter, in der sozialen Schichtung, im Vcrwaltungs- System. An Stelle des stabilen Verhältnisses zwischen allmächtigen Grundherren und demütigen bedürfnislosen Kleinbauern und Kleinpächtern tritt die problematische Beziehung zwischen Industriekapital und Industrieproletariat. Welche Wandlungen damit verbunden sind, zeigt die sozialistisdie Bewegung in Japan. Besonders kompliziert wird die Lage noch dadurch, daß — analog dem־ alten Rußland — das Kapital nicht nur sozial, sondern auch national, da fremdländischen, europäischen1 Ur- Sprungs, den Gegensatz zum!eingeborenen Proletariat J U ED r S CHE RUK DSC HAU darstellt. Man!esc cte t״sxhl:'yir;;cn Itepltcl bei Hynclman, ״Der Aufstieg des Morgenlandes“, dem Standardwerk über die O1icntniir׳cho!׳'rage uer G egen wart. •Vor diesem Hintergründe, den ::clnvcrc Gewitterwölken überziehen, über dessen Dsmkel fahle Blitze zucken, geht das jüdische Volk an den Wiederaufbau seiner nationalen Heimstätte heran. Feinstes politisches Taktgefühl und ausgebreitetes Wisse» ist darum erforderlich. Heißsporne mit starkem Temperament, aber engem Gesichtskreis, der bereits durch den Jordan begrenzt wird, haben in der politischen Debatte nichts zu suchen. Mit zwei Mächten muß auf jeden Fall ein gutes Einvernehmen herrcchcn, wenn das schwere Werk gelingen soll, mit dem Mandatarstaat sowohl als auch mit der neuen Nachbarschaft. Wir wissen nun freilich noch nicht, wie sicli künftig das nngcisächsisch-onentalische Zusammenwirken im britischen Staatcnkonzcm gestalten wird. Wir wissen aber, um alles klarzustellen, erstens, daß wir weder als Beauftragte Englands noch als Geduldete des Orients im Lande Palästina Fuß fassen, sondern als anerkannte jüdische Nation, der ein Siedlungs- und Lebensrecht in ihrem historischen Heimatlande durch Beschluß des Völkerbundes zugesprochen wurde, des Völkerbundes, der weder angelsächsisch noch orientalisch ist! sondern international und seiner Idee nach allumfassend; die ״Jcwish Agency“, die Jüdische Vertretung, ist keine englischen Beamten oder arabischer Parlamcntsmchrlieit unterstellte Behörde, sondern eine Institution des neuen, vom Völkerbund inaugurierten internationalen Staatsrechts, ein souveränes Organ des jüdischen Volkes mit dem unmittelbaren Appellationsrecht an den Völkerbund. Die Autorität des Völkerbundes ist die Bürgschaft unseres Rechtes. Wir wissen ferner jedoch zweitens, daß ohne eine sorgsame Anpassung unserer Maßnahmen an die Verhältnisse im Lande, ohne den wohlüberlegten Ausgleich unserer Interessen mit denen der Mandatarmacht wie auch der Landesmitbewohner die Realisierung unserer Rechte nicht möglieh ist. ״Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sicli des rechten Weges wohl bewußt.“ Das soll auch für die jüdische Politik im ״sirugglc“ der Orientfrage gelten. Am besten ist es, wenn wir dort oifen und gerade stets die jüdischen Interessen vertreten, nicht als ״natives“, nicht als europäische Herren, sondern schlicht als Juden. Wir bedürfen In Palästina nicht — nach alter Golustraditiou — irgendeiner besonderen moralischen Rechtfertigung unserer Existenz, etwa als kulturelles Bindeglied zwischen Okzident und Orient. Es genügt die nachgewiesene Lcbcnsnotwcndigkcit und das anerkannte Lebensrecht und der Wille und die Kraft, Gutes und Ersprießliches für das Land zu leisten. Presse3timmcn Die New Yorker jüdische Tageszeitung ״Morgen- Journal“ bespricht die Nachricht, daß König Hussein von Hedschas einen diplomatischen Vertreter nach Amerika zu entsenden gedenkt. Die Zeitung begrüßt diesen Plan mit der Bemerkung, dali die Juden in Amerika Oelegenheit haben werden, mit diesen arabischen Vertretern in Fühlung zu kommen und die jüdisch-arabischen _ Beziehungen dadurch mir gebessert werden können, Die Zeitung betont, daß gerade Amerika ein sehr guter Boden für derartige Vcrhandlungcn ist, veil die Juden sich in Amerika freier füllten als anderswo luxl in der öffentlichen Meinung des Landes einen Rückhalt finden. Es heißt, daß ein reicher arabischer Kaufmann aus Kairo für diese diplomatische Mission auscrschen ist, und das Blatt hofft, daß sich in Amerika die Gelegenheit für ihn ergeben wird zu erkennen, daß auch die geschäftlichen Be- Ziehungen zwischen Juden und Arabern von großem Wert für die Araber sei!» können. * Das offizielle Organ der amerikanischen Zionisten, ״The New Pa lest ine“, kommt in seiner Neujahrsrückschau auf das bekannte Weißbuch Churdiills zurück und betont im Gegensatz zum ״Jewish Chronidc“, daß das Statement Churcliiils in voller Ij Übereinstimmung mit der Bai four- De kl a rat ion steht. und keinerlei Gegensatz zum wahren Bestreben des Zionismus bildet, Zur Araberfrage schreibt das Blatt, daß der Hauptgrund für den Widersinne! der Araber darin liegt, daß die Zionisten bis letzt die Bedeutung dieses Wider- Standes noch nicht begriffen haben und folgerichtig noch nidits unternommen haben, um zu einer ,Verständigung mit den . Arabern zu kommen. Das Blatt betont, daß der widerstand der Araber auf Irreführung beruht und daß cs daher unsere Aufgabe ist, die Araber ebenso von der Gerechtigkeit unseres Streben« zu überzeugen, wie wir die übrige Welt überzeugt haben. Wir müssen ihnen nadiwcisen, dali wir an einen gemeinsamen Besitz von Palästina denken mit zwei gleichberechtigte!» zusammenwirkenden Nationen und daß sie von der jüdischen Mitwirkung in Palästina nur einen Auf- Schwung des Landes zu erwarten haben. Wenn wir nicht glauben müßte», daß diese Wahrheit sich endlich durchsetzt, müßten wir unser ganzes Streben auffjebcn. Es ist bemcjkcnswert und erfreulich, daß das amerikanische zionistische Organ sich 80 ־ rückhaltlos zur arabischen Frage äußert, nachdem in letzter Zeit leider gerade in Amerika einige zionistische Privaiblättcr recht unvernünftig und unüberlegt über die Araberfrage geschrieben haben. Zionlska csd Fahlsten Rom. (J.C.B.) Dia läoßicfcdte Föderation Italiens hat als Antwort auf die antizionistlsehc faustische Erklärung ihrerscits eine Erklärung veröffentlicht, in welcher gesagt wird, der Zionismus stelle die italienische» Juden mit Bezug auf ihre Staatsbürgerschaft vor gar kein Dilemma, da die doppelte Staatsbürgerschaft nicht *»gelassen wird, und ebenso wie di« italienischen Emigranten in Amerika ameri* kanische Bürger werden, auch der Uchertritt eines italienischen Juden in die palästinensische Staatsangehörigkeit nicht bcanstandet werden darf. Andererseits int es falsch, die Errichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina als englische Angclcgenheit zu betrachten, da die jüdische 1 lelmstiittc vom Völkerbünde, dessen Mitglied ja auch Italien Ist, einstimmig beschlossen wurden Nr. 81 Ucber die nationale Koalition Von Moses Bcilinson, Rom. der russisc״110-״istiic;.M In einer der letzten Nummern Wochenschrift ״Raiswjet‘ veröifcntücht S. Dubnow t;rw bemerken ׳werten Auf;alz, ״Nation»'« Ein igun״“. Wie er selb'* erzählt, hat Dubnow schon vor zwanzig Jahren, in sei״f|‘ ״Briefen über altes und neue’, Judentum“, zu einer Koalitj3:1 aller jüdischen Parteien, die auf den BuJrn des nationalen (;j.! danken« sichen, aufgerufe«; diesen Ruf wiederholt er j״;ü wo die Verhältnisse sich in vielem zum Besseren und anj? Schlechte!ca gv.mu1 1,״/.e ״uitonoiiuaiiiclu:‘' I zeption, als vi; uivU.r V« rticicr wohl Dub1ww j selbst gelten d'<f, 1,11 ׳■;ח zio1׳i;;•׳•hc haben sicli im j der letzten Jahre stark genähert: Autonomsten haben gelernt, i aia!,11.tu iikIii zu c. re..uuCJ1 u:1a nicn! a'.s bi!,.;י Utopie z.u hcUnditc 1, die Zionisten gewöhnen sich immer mehr die ״Verneinung des Gaiuth“ ab. Beide Konzeptionen fast gleichzeitig und aus demselben Streben entstanden, habe•;! gemeinsam für die nationale Wiedergeburt und gegen di! Assimilnthn gekämpft; ihr gegenseitiger Kampf beruhte guten Teile auf Mißverständnissen, die in der Hitze des Gefcciitcs entstanden sind, während das reale Leben seine die Parteien ve«öl!!»ende Arbeit ununterbrochen weitergeiuhn H hat, so daß während der beider» russischen Revolutionen <1905 t und IV17) wie auch während der Friedensverhandiungen mth dem Weltkriege Autonomsten und Zionisten gemeinsam ft! ׳ beide Prinzipien der nationalen Autonomie, der palastincnsischen und der im Galulli, gekämpft haben. Das Symbol dieser Synthese sieht Dubnow in der fast gleichzeitigen Be. stätigung des palästinensischen Mandates und der litauischen Verfassung. , : , 1 Andererseits stellt sich für Dubnow die gegenwärtig» Lage des größten Teils des jüdischen Volkes geradezu als katastrophal dar: das Mandat und die litauische Verfass®!- sind nichts als juridische Möglichkeiten, die noch mit realem ln• halt ausgefülit werden müssen; cs steht uns ein schwerer Kampf für die bürgerlkhcn Recute und lur die nationale Autonomie in fast allen Raadstaatcn des gewesenen Rullland bevor; das große russisch-jüdische Zentrum ist zerstört und ״das bolschewistische Rußland stellt ein Sodom der menschliche» Verbrechen dar; zwei Millionen Jude,» werfen sich hin und her, um dem Reiche ewiger Pogrome zu entrinnen, wo sie im Feuerringe des weißer» und des roten Terrors eingcschlossen sind", während Amerika der jüdischen Immigration seine Pforten schließt. Die Fülle der schweren Probleme muß die jüdische üetfenliichkclt dazu zwingen, sich zu bc. sinnen, umzulcracn, auf den gegenseitigen Kampf, wo er nicht absolut ixitig ist, zu verzichten, alle nationalen Kräfte zusammenzufassro. Dubnow schlägt selbstverständlich keine Verschmelzung der Parteien, sondern nur ihre Koalition vor, damit ein ״inierpartciischcs Zentrum“, gegen die Gefahren von rechts (die Orthodoxie, die immer mehr die Offensive ergreift) und von links (der Kommunismus), ״für die Wiederherstellung der Nation nach der Sündflut“ geschaffen wird. Als erster Schritt zu solcher Koalition scheint Dubnow der von den Zionisten projektierte Weltkongreß am gcei״- netsten zu sein, der sich aber nicht auf den Palästina-Aufbau beschränken, sondern eine volle Synthese zwischen Zion und der Diasporä darstelien soll. , Soweit Dubnow. Es ist nicht zu bezweifeln, daß vieles in seinem Aufsatze den gegenwärtigen Moment richtig dmraktcrisiert und außerordentlich zeitgemäß erscheint. Für viele Zionisten ist die Synthese des ״palästinensischen“ und des ״üaluth-Natämalisimis“ eine lebendige Tatsache geworden. Beweise dafür: die vieler» Männer, die der Zionismus für die nationale Arbeit 1:1 der ü.a.ipura gestellt hat, und zwar teilweise seine besten Männer und in die vorderste Linie der Front, das Kopenhagcncr Manifest; (he inneren Kample in der Zionistischen Organisation im Zusammenhänge mit der Brand eis- Krise; die Tätigkeit der sozialistischen- und Arbeitsparteien (Hitachduth, Zei'rc-Zion, Poalc-Zion), bei welchen die Gaiuth- Arbeit direkt progfam1nr.ti.se.! festgesetzt ist; die Erfahiungen der letzten Jahre, die vielen Zionisten bewiesen haben, daß die beste:! Janre lür den Palästina-Aufbau (1VJ7—■lViO) teilweise gerade wegen der mangelnden nnticma'cn Vorbereitung der Diaspora nicht das gebracht haben, was sie bringen sollten; die in zionistischen Kreisen immer mehr durchbrechende Erkenntnis, daß der Zionismus nicht einfach eine Bewegung für die Ansiedlung der Juden in Palästina, sondern eine Wiedergeburtsbewegung des jüdisclKii» Volkes ist; das aus dieser Erkenntnis zu erklärende wachsende Interesse der Zionisten für die jüdische Kultur in der Diaspora. Es ist unzweifelhaft, daß die reine palästinajiidische Einstellung der Zionisten heute naiv und unorganisch erscheint. Wenn Dubnow die Zionisten auffordert, ihre Einstellung zum Galutli-Naüo■ nalisinus zu revidieren, so rennt er zum guten Teil offene Türen ein, und es ist nicht ganz, gcrccut, die Zionisten und die Autononiislcn im Sinne des Umkrnens der letzten Jahre in dieselbe Reihe zu stellen; damit die von Dubnow angestrebte Koalition z.u Staude kommt, müssen die Autonomsten viel mehr umlernen und sich besinnen als die Zionisten. Dubnow ist sicher derjenige Vertreter des Autonomismus, der, dank seinein lebendige» Gescliichtssinn, am meisten sich von den Parteivorurtciieii zu befreie!» imstande ist. Und trotzdem finden wir gerade in seinem Aufsatze einerseits eine nur sehr bedingte Anerkennung der Bedeutung des zukünftigen palästinensischen Zentrums, das ״das Recht haben wird, auf einen gewissen Teil der Hegemonie auf dem Gebiete der geistigen Kultur Anspruch zu erheben, aber diese Hegemonie mit großen Diaspora-Zentren zu teilen gezwungen sein wird“, was ganz entsprechend der alten ״autenoniistischcn“ Mentalität das palästincnsischc Zentrum auf dieselbe Stufe der anderen Zentren degradiert und in ihm außerdem nur das ״geistige Zentrum' sehen will, de׳! ganzen sozialen Neubau in Erez-Isracl mit seinen Wirkungen auf die Diaspora aber ignoriert; andererseits Vcrncinung gerade des v.m,״«•;״ hu.u.rd.en Emllusscs von Palüstina, der Hcbraisierung der Diaspora. Widerspruch muß auch der Vorschlag von Dubnow erwecken, den Rahme» des von der Karlsbader Konferenz beschlosscnen Weltkongresses so zu erweitern, daß er alle jüdischcn Aufgabe!» und Probleme der Gegenwart umfaßt und, wie Dubnow sagt, ״ein wahres nationales Parlament, ein Symbol der Einheit der Weltjudenheit, der ältesten geschichtliche** Internationale“ wird. Für die Zionisten ist und bleibt das aktuellste Problem der jüdischen Gegenwart Palästina uad sein Aufbau; Hauptzweck (für die meisten Zionisten einziger Zweck und Sinn) des bevorstehenden Kongresses ist es, die breiten Schichten des jüdische» Volkes für den Aufbau zu gewinnen, darunter auch solche, die dem Kampfe für die nationale Autonomie in der Diaspora und der nationalen Ideologie des nicht es 4 desh rieh . aufjj , bcs! crkl 1 erst wor Ruß ״All;; and! jüdi hoc!. Pag I der Stai 1 Stal hev (Zäl fcrit ( ten , hat ‘ Reg wu! Tel ein 1 hab; me! Wä zu Stel; gra'; Jafi1 wu|l Bor gra ־ seii ן Fla! Sch. die ent pcc' lau1 Be׳ 11a! üb! 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