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Jüdische Rundschau · 1922-10-13 · Heft 81 (13.10.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 81 (13.10.1922)
Date
1922-10-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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L!< die 0£' ühranff י ne äD<t״! m { 8 m "י־חי" Redaktion und Verlag W15, Sächsische StrnOe 8. Erscheint jeden Dienstag und Freiing ÜMUgaprcIf bei der Expedition und den Postämtern vlcrtcl|ahrl1chl50.-M. in Deutschland. Auilandsabonnement» werden in der Währung der einzelnen Länder berechnet. g-"*xa ■ך«ו| yf1»>nm1| Nummer 81 p3roa=3assss Berlin, 13. X. 1922 Anzeigen-Verwaltung t Jüdische Rundschau G.m.b.H., BerlinW15, Sächsische Straße 8. — Telephon 1 Amt Pfalzburg 6691, 6698 u. 6699. Anzeigenpreis für die achtgcspnltene Nonpareillezeile 25.-M, für lubfllieli• AnicliJ.n 50% Aulichl«!(, Anzeigenschluß! Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon! Pfnlzhurg669711.6698, Postscheckkonto! BcilinNr.17392* Oesterreich! Postsparkassen»mt Wien, Konto Nr, 156030. Für Tschechoslowakei! l'ostspnrkasser.amt Prag, KontoNr. 156030. — Rcdaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״א תשרי׳ חרס״ג XXVII. Jalirg. 1,!10* ־יסס*J?11* _y^!rol>* >ar da» JOtHathe Vo»1 tllo Schaffung einer ötfonUUh ■ rochllkh oo»ltharta«1 HelmitüMo In Palästina. ״Baseler Programm.«• Dü§ Ahschiedsbonkcii für Colonel Wedgwood Nach den Feiertagen begibt sich die neue zionistische Delegation nach Amerika, uni dort ftir den Keren Hajessod tätig zu sein. Als Erster ist am 28. September das bckannte Mitglied des englischen Unterhauses, Colonel Wedgwood, ahgcrcist, dem unmittelbar nach den Feiertagen Dr. Schmarja Levin und Dr. Ruppin folgen sollen. Am 27. September fand in London ein vom Keren Hnjcssod-Dirllitoiium veranstaltetes Abschlcdsbankctt z 1 Ehren Wedgwoods statt, dem Joseph Co wen präsidierte. Außer zahlreichen führenden Zionisten nahmen daran auch einige Abgeordnete wie Mr. Kenworthy, Malonc u, a,, wie auch prominente Mitglieder der Labour-Party, wie Mrs. Philipp Snowden teil. Joseph Co weil führte in seiner Eröffnungsrede u. a, aus, daß der Kere! Hajessod geschaffen wurde mit dem Zweck, Zionisten und N i c 111 z i 0 n i s t c n bei der Aufbauarbeit für Palästina zu vereinigen. Es gäbe leider zahlreiche Juden, die noch keine Zionisten 6lnd, aber auch sie müssen sich an der Aufbauarbeit beteiligen. Bisher wurden 600 D00 Pfund für den Keren Hajessod gesammelt, aber leider haben die Juden in England nur sehr wenig dazu beigesleuert. Selbst die Juden in Polen haben, trotz ihrer desolaten Valuta über 230 Millionen polnische Mark, d. 11. über 20 000 Piund aulgcbracht, wohingegen in Englantl nur 16 003 Piund gesammelt wurden. Colonel Wedgwood, einer der edelsten Engländer, gehe jetzt nach Amerika, um für den Keren Hajessod tätig zu sein und zur Verwirklichunnr des jüdisch-nationalen Ideals beizutragen. Diese Verwirkiicluing werde nicht nur den Juden und England, sondern der ganzen Welt zum Wolile gereichen. Er sei sicher, daß Colonel Wedgwoods Appell in Amerika Erfolg haben werde. Das Mitglied der palästinensischen Zionistischen Exckutive, Dr. Eder, toastete auf Mr. und Mrs. Wedgwood. Er zählt eine Reihe wichtiger Arbeiten, auf, die in Palästina mit Hilfe des Keren Hajessod durchgeführt worden sind. Der Poaic-Zion-Führcr, Kaplansky, dankt Colonel Wedgwood dafür, daß er die Einladung der Poalc-Zlon, ihrer Konferenz In Toronto beizuwohnen, angenommen hat. Dies werde noch mehr die englischen und jüdischen Arbeiter verbinden. Die englische Labour-Party habe dem jüdischen Volk geholfen, seine nationalen Ziele zu erreichen, und die jüdischen Arbeiter werden ihre Anerkennung ausdrückcn nicht mir in Worten, sondern in Taten, indem sie in Palästina die Ideen verwirklichen, für die die Labour-Party kämpft. Colonel Wedgwood, mit lebhaftem Applaus begrüßt, erklärt, daß es ihm große Genugtuung bereite, die Einladung der Poaic-Zion, nach Amerika zu gehen, um für den Keren Hajessod zu arbeiten, annchmcn zu können; er handle gm!z im Sinne der Beschlüsse der englischen Labour-Party, der jüdisch •nationalen Bcwegung beim Aufbau ihres Helms behilflich zu sein. Die Labour-Party sei eben gegen jede Verfolgnng und will, daß große Massen von Juden aus den Ländern, wo sic verfolgt werden, nach Palästina kommen, um dort ein sicheres Heim zu finden. Wir wollen auch, daß der!nationale Stolz der Juden wieder gehoben werde. Bis vor kurzem gab cs Juden, die sich schämten, Juden zu sein. Wir sind dafür, daß jedes Volk sich frei und stolz fühle, und daß sic sich als freie und stolze Völker ln einem Internationalen Bunde vereinigen, der alle Vorurteile zunichte machen wird. Wir wollen auch 111 Palästina, das dem Suez- Kanal benachbart ist, eine uns freundliche Bevölkerung haben, und wirkliche Freunde können wir nur in den Juden finden. Wir wollen weiter, daO die Juden der ganzen Welt auf England als Freund und Beschützer blicken und daß Eng- Iaud tatsächlich die Juden dort beschütze, wo sic des Schutzes gegen Verfolgungen bedürftig sind. Zum Schlüsse spricht Colonel Wedgwood die Hoffnung aus, nach seiner Rückkehr einen erfolgreichen Bericht über seine Reise In Amerika erstatten zu können, da er sicher ist, daß Amerika dieselbe Sympathie und dasselbe Interesse wie England dem jüdischen nationalen Heim entgegenbringt. Die prominente englische Sozialistin Mrs. Snowden schließt sich den Wünschen für eine erfolgreiche Tour Mr, Wedgwoods an. Sic spreche aus Erfahrung, da sic von den 48 amerikanischen Staaten 40 selbst besucht habe, und könne Colonel Wedgwood eines ausgezeichneten Empfangs in Amerika versichern. Die Juden seien berechtigt, stolz auf ihre Nationalität zu sein. Sie hoffe, sich bald selbst in Palästina vom Wiederaufbau des jüdisch-nationalen Heims überzeugen zu können. Untcrhausmitglied Malonc erklärte, daß die Zionisten in Wedgwood einen der besten Redner des Unterhauses zu ihrem Vertreter in Amerika gewonnen hätten. Der Wiederaufbau des jüdischen Nationalliclms sei eine der wenigen Friedensbedingungen, die wirklich durchgeführt werde. Das allein beweise schon, daß diese Forderung gerecht sei. Das Bankett wurde durch einen Toast von Mr. Malcolm, dem Präsidenten der armenischen Delegation, geschlossen, der u. a. ausführtc: Der Vorsitzende hat sich beklagt, daß es noch zahlreiche Juden gäbe, die keine Zionisten sind. Er soll aber froh sein, daß so zahlreiche Christen Zionisten sind, die mit dem größten Interesse den Fortschritten der jüdisch-nationalen Bewegung folgern ,!■ Schließung der Hochschulen in Ungarn Bewegung zur Aussperrung der gesamten jüdischen Studentenschaft Budapest. (J. C. B.) Die Dekanate sämtlicher Universitäten und Hochschulen in Ungarn verfügten die Schließung dieser Anstalten für eine unbestimmte Zeitdauer. Veranlaßt wurde diese Maflnahme durch eine sich rasch ausbreitende Bewegung unter der ungarischen Studentenschaft, die darauf hinzieltc, den jüdischen Studierenden den Zutritt zu den Universitäten überhaupt zu versperren und dabei vor keiner Gewalt zurückzuschrcckcn. Die Bewegung ging von der Budapcslcr Technischen Hochschule aus. Dort halte ein Teil der Studentenschalt auf Grund des Gerüchtes, daß ein jüdischer Fabrikant geäußert hatte, er werde keinen Ingenieur anstellcn, der an der Budapcslcr Technischen Hochschule sein Diplom erworben hat, den Beschluß gefaßt, den jüdischen Hörern den Zutritt zu den Hochschulen zu versperren. Nachdem diese Studenten zur Ausführung ihres Beschlusses geschritten sind, verfügte das Dekanat die Schließung der Hochschule zunächst auf drei Tage. Um sich mit ihren Kollegen solidarisch zu erklären, schritten die Hörer der übrigen BudapcstcrMlochschulcn dazu, ihre jüdischen Kollegen wit Gewalt von dem Besuch der Hochschule fernzuhalten. Diese Bewegung dehnte sich in wenigen Tagen auf sämtliche Universitäten und Hochschulen Ungarns aus, so daß sämtliche Dekanate zur Schließung ihrer Anstalten auf unbestimmte Zeit geschritten sind. Das Unterrichtsminfstcriuni hat eine Untersuchung der Angelegenheit eingeleitet. * I Der Schließung der Universität und Hochschulen sind unßelictire Tumultszeivcn vorausgegangen. Die antisemitischen Studenten überfielen und mißhandelten nicht nur ihre zu den Vorlesungen erschienenen jüdischen Kollegen, auch tnehrcrc Hochschullehrer wurden von ihnen tätlich angegriffen. An der Tierärztlichen Hochsdtulc zu Budapest wurden am 6. Ok-!ober die wenigen jüdischen Studenten, die auf Grund des ״״merus clausus dort studieren dürfen, von den christlichen Hörern im Hochscliulgcbäwle über fallen, blutig geschla- Ken und ihrer Mappen und Bücher beraubt. Ain gleichen Tage drangen antisemitische Hörer in einen Krankensaal der medizi- Pschen Fakultät der Budapestcr Universität ein und mißhandcllen den Universitätsprofessor Dr. Ocza Encz, in der falschen Meinung, daß er Jude sei. Sein Assistent Dr. Lind holz, *in Jude, wurde blmig geschlagen und aus dem Gebäude hin- *usgcworlen, Aehnliclie Szenen spielten sich an der Universität iu Preilburg, sowie an anderen ungarischen Hochschulen ab. Unterrichtsminisler Graf Kuno Klebeisberg empfing die Führer jener, H'Khschulvcrbände, die die Abhaltung der Vorlesungen verhinderten. Er gab der Deputation die Ver- Sicherung, daß die von Juden an ausländischen Universitäten *™orbenen Diplome streng nach dem Prinzip, des nu* merus clausus nostrifiziert würde«. Eine diesbezügliche Gcsctzcsvorlagc sei bereits ausgearbeitet, doch habe nian mit Rücksicht auf außenpolitische Bedenken diese Vorlage der Nationalversammlung noch nicht unterbreiten können. Das wird aber baldmöglichst geschehen. Er, KIcbclsbcrg, mache für seine Person die Wünsche der Christ* liehen Studentenschaft hinsichtlich des Rassenschutzes zu seinen eigenen. ״Milderung“ des numerus clausus Budapest. (J. C. B.) Unter dem Drucke des vom1 Außenminister Graf Bandy vor dem Völkerbunde in Genf gemachten Versprechens, lud der Unterrichtsminister Oraf KIcbclsbcrg die Vertreter der Kultusgemcindc und der jüdisclien Studentenschaft zu sich ein und erklärte ihnen, daß die Regierung wohl bestrebt ist, den vom Orafen Ban'fy in Genf eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen, doch sei eine plötzliche Abschaffung bzw. Armierung■ des Gesetzes vom numerus clausus derzeit nicht möglich. Er bittet daher die Erschienenen, ihm die Namen der abgewiesenen jüdischen Hörer von Fall zu Fall anztigcbcn, er werde jedem einzelnen ein Empfehlt!ivgfs.hreibcit an die Ucbcrprüfung9!(0:m11lss!on geben. Ausweisung ausländischer Juden Budapest. (J.C. B.) Die ministerielle Verordnung über die Ausweisung von Ausländern scheint tatsächlich nur auf Juden Anwendung zu finden. Vergangene Woche wurden zirka 600 Juden, durchwegs angesehene und wohlhabende Bürgcr, die seit 23 bis 30 Jahren in Ungarn wohnen, auf das Polizeikommissnriat eines meistens von Juden bewohnten Budapestcr Bezirkes vorgcladco, wo Ihnen die Ausweisung8• order zugcstclit wurde. Diese Ausweisungen sind nun In der laufenden Woche fällig, das Verlassen des Landes hat binnen 24 Stunden nach Einhändigung des Bescheids zu erfolgen. Im Judenvicrici von Budapest herrscht darüber große Aufregung. * Und dieses Ungarn Ist jetzt als zivilisierte Nation in den Völkerbund aufgenommen worden, der bei seiner Gründung als der Schützer der Minoritäten gedacht war! Und außer dem platonischen, mehr von eigenen außenpolitischen Interessen als von Gerechtigkeitsgefühl diktierten Protest der Tschechoslowakei hat bei Ungarns Aufnahme kein einziger Anwesender daran erinnert, welcher groben Verletzungen des Rechtes und der Menschlichkeit die ungarischen Gewalthaber sich gegen die jüdische Minderheit auf allen Ocblctcn des Leiwens schuldig machen. Der Olaube an das internationale Gewissen wird immer schwächer, Jüdische Politik und Orientfrage Von Dr. Jacques Adler, Leipzig. Der jüdischen Politik ist die Qunst einer Atempause offenbar in diesem Jahre nicht vergönnt. Zwar ist der Rcchtstitel auf jüdische Heimstätte und ״Jewish Agency“׳ durch das Placct des Völkerbundes zum Palästina-Mandat erlangt, aber noch muß das Schwierigste -— wie bei allen Rechtsgeschäften — geschehen, die praktische Ver. wirklichung des zuerkannten Rechtes. Mehr als anderswo gilt in der internationalen Politik die Wahrheit, daß selbst! ein feierlich verbrieftes Recht für seinen Inhaber nun׳ insoweit von Wert ist, als er Kraft und Macht genug! hat, cs durchzusetzen. Die Verwirklichung der Rechte, die da« Palästina»! Mandat dem jüdischen Volke verleiht, trifft zeitlich über•■1 ein mit der schwersten Krise der modernen Oricntpoütikj Schon zu Bismarcks und Gladstones Zeiten pflegte das( Oricntproblcm das Konzert der Großmächte an» leid*• testen aus dem Takt zu bringen. Und damals lag diä Situation noch relativ einfach. Der Orient war nur da3 Objekt der Orientpolitik, der willenlose Patient, an detrtj die Staaten des Abendlandes ihren kapitalistisch-mili«, tärischen Imperialismus erprobten, und wenn es ernstere! , Konflikte gab» dann selbstverständlich nur zwischen den; konkurrierenden Ausbeutern, Rußland mit dem ״Testa•) ment Peters des Großen“ an der Spitze. Zeigte einet; orientalische Macht, Persien, Afghanistan oder die Türkei; auch nur eine Spur selbständigen politischen Handelns, so war doch bald der Antrieb von irgendeinem Punktq Europas unschwer zu erkennen. Das Orientprobleni; schien kaum mehr als ein Ländervertcilungspnoblcm^ zu sein. 1 ■! Der seit 1914 cingetrctene katastrophale Zusammen•! bruch des bis dahin durch Rüstungen und Bündnisse künstlich gestützten Glcichgewiclitssystcms, das dem' Ländern Europas Herrschaft und Kontrolle über die go* samtc Alte Welt verlieh, hat die Grundlagen der Orient•' politik vollkommen umgeändert. Der Orient ist nicht; mehr das macht- und willenlose Objekt, er will jetzt Subjekt der auf ihn bezüglichen Entscheidungen sein,' Dem Kolonialprinzip Europas stellt er die ״Homerute‘•1 entgegen, woraus sich als Kompromiß das Mandatssystem! ergeben hat, wie ja denn überhaupt die Politik al<f die ״Kunst des Möglichen“ cs liebt, Extreme, sobald sie abgekämpft und müde sind, auf irgendeinem Mittelwege! auszttgicichcn, , : Den Anstoß zur Aktivierung des Orients gab rweifcW los die Periode 1914—1918, die die beiden großen Völker; Vorderasiens, Türken und Araber, bei den kämpfenden! Mächtegruppen bündnisfähig machte, ein Umstand, der ihr Selbstbewußtst kräftig steigen ließ. Den inneren Antrieb bot die politische und soziale Entwicklung im; Süden und Osten des asiatischen Kontinents, in Indien^ China und Japan. Es leuchtet ein, daß der militärischo; Nationalismus der Angoratürken im Geiste des modernen Japan seine Quelle hat. Es ist verständlich,1 daß von den modernen mohammedanischen Hochschulen Indiens und der politisch-sozialen Bewegung Ghandis der Impuls zu jener eigentümlichen Solidarität des Nahen und Mittleren Ostens ausgeht, die von Kairo bis Bombay mehr und mehr die einstige, europäischen Interessen so, leicht gefällige Intrigenpolitik der Satrapen, Oenerale und1 Klcinfiirstcn ersetzt und weder dem Begriff ״national“ noch ״religiös“ unterzuordnen ist, sondern eine neue Kategorie ״orientalisch“ —• im Gegensatz zu ״eure*: päisch" — fordert. All diese Regungen im Orient, die seinen Willen mr politischen und sozialen Selbst- Bestimmung bekunden, sind heute bereits an der Ober• fläche des politischen Geschehens angelangt und nicht zu schwer zu erkennen. Allmählich erst sichtbar werdend, aber um so tiefer wirkend, vollzieht sich die innere geistige Umgestaltung des Orients. Indien und China; sind hier die Ausgingspunktc. Der asiatische Geist, vor wenigen Jahren von dem Chinesen Ku-Hung-Ming noch verteidigt gegen den Ansturm der Ideen Europas, erteilt heute bereits der Kultur des Abendlandes, die sich׳ in den Sehlingen wirtschaftlicher und technischer Hyper•׳ trophic hoffnungslos verfangen hat — Spenglers Buch! —, leidenschaftliche Absage in den Hortis-Rornancn des Sir Galaltad. Deren ersten, ״Die Kegelschnitte Gottes“, die von wilder Glut erfüllte Antithese zwischen morgen• ländischer Weltanschauung und der christlich-jüdischen Theologie des Abendlandes, wie sic Sir Ga Iah ad als Basis europäischen Wesens auffaßt, wird man mit Er* schüttcrung lesen, und regt er den Leser zu scharfen* Widerspruch, zur Aufhellung der Irriümer und Mißver* ständnisse an, dann um so besser. Ehe praktische Möglichkeit endlich zur politischen Umstellung des Orients haben drei Vorgänge der letzten Jahre ergeben, die russische Revolution, der Zerfall der alten Türkei, die föderative Umbildung des britischen Imperiums. Gemeinsam ist ihnen die Tatsache der Be* freiung bis dahin gebundener nationaler, kultureller und sozialer Kräfte, die Entstehung neuer souveräner oder -mindestens autonomer Orientstaaten, Früher war die I i i I

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