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Jüdische Rundschau · 1922-10-06 · Heft 78-79 (6.10.1922) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 78-79 (6.10.1922)
Date
1922-10-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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7LT Seite 522 'Nr JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 78/73 Die Opposition otif dem Dclegicrlentag ן Von IIcinrkh Margulics, Berlin. Der Dciegicrlcn'ag der deutschen Zionisten fand bedauer• lieh erweise erst nach der Jalireskonfeicnz statt, und somit war ihm eine EWIußmoglkhkcit auf die üeramtbewegung wenig• itena unmittelbar nicht mehr gegeiKii. Für die üppositiuns• gruppe war dies 1111t«» fataler, als sie ja keineswegs eine ledig• lieh innerdeutsch interessierte Gruppe bildet, sondern sich längst in die GesanKopposition der GcsnmtbcwcgiHig cingefügt (wenn auch natürlich nicjit mit allen anderen 'Gruppen dieser Gesaintoppoäilion IJvntEfiziert) hat. Ihre Üeiiclitspunklc sind keineswegs lokal beschränkt, und wenn sie!״egen die Sächsische Straße Stellung nimmt, s» tut sic es mehr, weit tun! insofern dort eins der wichtigste!» Tore zur Gesamtleitung auch heute noch existiert, als weil die Z. V. f. D. von dort aus regiert wird, Darum gehen unsere Reformbestrebungen weit über den pro• vin/id'ci» Ehrgeiz hinaus, hinsichtlich der Zusammensetzung des deutsche!» LnndcsvorstatvJcs irgendwelche Verschiebungen vorzunehmen. Wir sind uns dc3sen bewußt, daß innerdeutsche Angelegenheiten im Gesamt/,:onisiims keine wesentliche Rolle spiele!», und darum zielen wir auf solche Dinge, von denen wir glauben, daß der deutsche Zionismus mit ihnen noch einen wertvollen, reformierenden und konstruktiven Einfluß auf den Aufbau Palästinas gewinnen kann. Ein Dclegiertentag als Sprachrohr für die Jahreskonferenz hätte daher gerade bei uns ein wesentlich größeres Interesse vorgefunden als die KassdeT Tagung, welche durch den verspäteten Termin zwangsläufig auf eine innerdeutsche Angelegenheit reduziert wurde. Wir hätten dann wenigstens von vornherein das Ge• fühl gehabt, daß eine aktive Beteiligung von uns einen wirkliehen Wert bekommen könnte, und wir hätten dementsprechend einen stärkeren Anreiz gefunden, den Wahlkampf nicht nur auf Berlin zu beschränken, sondern uns auch eine größere Anzahl Provinzmandatc zu sichern, die ja diesmal besonders reichlich zu haben waren. Wenn man sich vor Augen Iiiilt, daß wir auch ohne solche Versuche wie überhaupt ohne jeg• liehen Versuch einer eigentlichen frnktionsmäüigen Organisicrung auf dem Dclcgierlentag selbst ohne weiteres über 20—25 ״feste“ Mandate verfügten, außerdem aber speziell innerhalb der Gruppen des Misrachi, der Fraktionsloscn und der ״Ostjuden“ eine kaum geringere Anzahl von zuverlässigen Freunden besaßen, kann man ohne übertriebene Sclbstein- Schätzung annehmen, daß wir in' diesem Falle tatsächlich' die Möglichkeit gehabt liätfcn, eine auch zahlenmäßig sehr irfs Gewicht fallende Gruppe zusammenzubringen, deren Votum für die Jahreskonferenz zumindest moralisch stark ins Gewicht gefallen wäre. Zu all dem fehlte aber jetzt die Veranlassuag. Die Jahreskonferenz war vorüber, und ihr Ergebnis für die Opposition überdies so entmutigend, daß diese Entmutigung fast auch unsere letzte Aktivität für den deutschen Delegiertetvtajg Lahmgeieg-t hätte. Was hatte sich in Karlsbad gezeigt? Nicht, daß die Gedankengänge der Opposition ignoriert und majorisiert werden, im offenen Kampf — das hätte die Kampfesenergien nur angcstachelt; aber es zeigte sich umgekehrt, daß diese Gedankemgange sich dadurch totlaufen, daß sie fast schon allgemein wurden. Oder ist cs nicht In Karlsbad fast schon allgemein als notwendig empfunden worden, erstens den Keren Hajcssoct an Rumpf und Gliedern gründlich zu zeformicrcn, zweitens die Jcvvish Agency von der schmalen Basis der zionistischen Partei auf die tragfähigen Schultern des Gesamtvotkes m legen, drittens die Exekutive so zusamiuenzusetaet», daß Unruhe erweckende Exponenten, zu denen wir mu! einmal leider Jabothvsky rechnen müssen, sie nicht mehr diskreditieren? Und was ist geschehen? Es bleibt alles beim alten-־־־! I p i : 1 1 Unter diesen Umständen hätte der Opposition ln Deutschfand nichts Peinlicheres passieren können, als wenn sie auf dem Dclegiertentag zahlenmäßig so stark geworden wäre, daß sie wohl oder übel siel! an der Leitung liäite beteiligen müssen.!Wie hätte sie die Verantwortung oder auch nur die Mitver- Entwertung für die Geschäftsführung einer so wichtigen Landsmannschaft übernehmen können, welche gegen die Jahreskonferenz ja schließlich nicht frondicren kann, sondern in den meisten Dingen einen der Opposition entgegengesetzten Weg verfolgen muß! Damit war uns aber der Weg für Kassel vorgczeichnct. Es kam jetzt nicht mehr auf die Zahl der Mandate an — im Gegenteil, ein Zuviel konnte bedenklich werden. Es kam überhaupt nicht mehr auf einen ״Kampf“ an und insbesondere nicht darauf, den Landesvorstand irgendwie anders zusammenzusetzen. Umgekehrt mußten wir uns hieran völlig desinteressieren, um unsere unveränderte prinzipielle Stellungnahme nicht zu verschleiern und nicht zu verwässern, und wir konnten uns darauf beschränken, nur Einzelne vorzuschicken, um informativ und aufklärend zu wirken, die falschen Vorstellungen zu zerstreuen, welche inan über die ״Opposition der Mißvergnügten" verbreitet hat. Darüber hinaus konnten wir lediglich versuchen fcstzustcllen, wo sich Arbeitsgebiete finden, auf denen wir unbeschadet unserer vorerwähnten prinzipiellen Stellungnahme unseren Anteil an der praktischen Aufbauarbeit nehmen können. 1 ן ן ן i!! ן 1 י I; Unter Verzicht also auf eine ״Fraktionierung“ bcfrachteten wir uns niclit als Kampftruppe, sondern mir als Pariamentäre. Wir legten keinen Wert auf «ine Vertretung im Präsidium, wir delegierten niemanden in den Permaiicnzausschuß, aber wir hielten uns ihm für Verhandlungen, sobald! sic gewünscht würden, zur Verfügung.! :;! * Wir müssen anerkennen, daß seitens des Präsidiums kein Versuch gemacht wurde, uaedre Redefreiheit zu beengen. Das Gegenteil war der Fall. Ueberh.iupt bestritten die Redner unserer Gruppe beinahe den größten Teil der Debatten, sowohl der politischen wie L־1׳be v>mlrrc der Palästinadcbatle (Agr. Dyk, Trietsch, Ing. Kauffmann, Löwe, Frau Meyer- Lübke), während wir uns bei der Blumcnfcid-Dcbattc, die uns zu ״theoretisch“ erschien, zurück!) iclten. Der Verlauf derpolitischci» Debatte einschlicßlieh der Ausführungen, die Dr. Leie wer für den in unserer Gruppe mitveriretenen Binjan-Haarcz machte, erweckte in uns die Hoffnung, daß cs zu einer sachlichen Erörterung der einzclnc« Streitfragen kommen würde. Umso empfindlicher mußte es uns treffen, daß unmittelbar nach Leiewer zwei Redner eingeschaltet wurden, die mit dem ״Lokalkolorit" eines deutsehe!» Delcgicrtcntagcs doch wohl zu wenig vertraut sind, um abschätze» zu können, was in diesem Moment für Ausführungen notwendig gewesen wären. Dc..n die Situation war co, daß die Opposition Ir» unbestritten sachlicher Form ihre Friedenshcreitsclinft erklärt, der ilinjan-Ilaarcz überdies seine ״Fehler“ bekannt halle — cs war nicht leicht gewesen, das Werk der Versöhnung soweit vorzntrcibciu Eine ebenso sachliche, entgegenkommemie, und gleichfalls von der Selbsterkenntnis b®• gangener Fehler getragene Antwort hätte es in diesem Moment zun» Abschluß bringe!» können- Dm־ Moment wurde verpaßt Zweifellos waren beide Rede», die von Schrnarja Lewin wie di« von Goldberg, gut gemeint. Aber da sic völlig in! Stile der bekannten Tribüneureden ln erster Linie die Volksvcrsnmmhmgslintlnkte mislöstcn und die Opposition in der gleich■ lediglich die Theorie des geliorsaracr» Soldaten entgegcnhicltcn, dem das Gefängnis droht, wenn er kritisiert, statt zu gehorchen, mußten sie bei tuw den niederschmetternden Eindruck hervorrufen, daß der von uns unternommene Pariamentfi!־versuch gescheitert war. Wenn wir dennoch, wie unter diesem Eindruck fast schon beschlossen, davon Abstand nahmen, unsere Mandato niedcrzulegcn, und wenn es auch gelang, die sofortige Abreise der Binjan-Haarcz-Vertreter zu verhindern, so war dies jedenfalls nicht das Verdienst 'derjenigen, welche glaubt«!*, 1 ־ I ■ י . I ■I VMM« 1 ־ *M ד״ *"■י ך r־־Fי״ r\"n m n ' •ך o: 1 ,3 IX. Semettar Mitte Oktober werden neue Anfängerklauen für morgen» und nachmittag» eröffnet. Dl« Vorbeiprechuno *weck» Feitielcung de» Stundenplan» für alle AnfSngerklaucn findet Mlliwod», den 1t. Oktober, 6 Uhr abend», Im Büro de» Mlirachl, Monbljoupl» I» 1 (Sladtbahnhof Dön•) statt« N. Bergßrün, Hohcnzollcrndamm ÖX den Nimbus und die Rhetorik jener bcklctt ״großen Kanonen“ in diesem Moment auss!piclen zu 9011c 1t, Zwar war die Atmosphärc für eine Weiterführung der sachlichen Auseinander* Setzung, wie wir sie uns gedacht hatten, endgültig vorüber, und nachdem noch unsere Gruppe zu den beiden Red«» Stellung genommen hatte, verlief die Generaldebatte klanglos. Aber der Hauptaiisschutt nahm numneitr die Verhandlungen auf, und da er sic in einer zweifellos anzuerkennenden Form des Entgegenkommens führte, brachten sie wenigstens eine partielle Verständigung zutage, welche einen positiven Clia• rakter trägt, und mit welcher wir zunächst zufrieden sein können. Wir hatten nicht viele Dinge zu fordern, dem» im Sinne unserer eingangs erwähnten Stellungnahme desinteressierten wir uns völlig au der Leitung der Geschäfte der Z. V, f. D. und gaben die bekannte Erklärung ab, laut welcher wir uns an keiner Abstimmung beteiligten, die irgendeine Art Ver• oder Mißtrauensvotum enthielt, und ebensowenig a!» den Wahlen zum LmvJcsvorstand, Dagegen halten wir hinsichtlich unseres Verhältnisses zur ״Jüdischen Rundschau“ einige Wünsche, und vor allem wollten wir, als sachliche Hauptforderung, zunächst in Deutschland die Loslösung de» Gesaintkomplcxc« ״wirtschaftliche Aufgaben“ von der politisehen Leitung und seine Untersterung unter einen dem Ddcgiertentag immittclbar verantwortlichen Wirtschaftsrat, dessen Zusammensetzung in unserem Sinne erfolgen 90'lte. Hinsichtlieh des Keren H.ijcssod erklärte!» wir, daß wir auf das Recht der freie!» Kritik an seiner Struktur nach wie vor nicht verzichten würden, und zwar im Sinne einer offiziellen Um- Wandlung desselben in einen reinen SpciidenfotvJj für wirklich notwendige gemeinnützige Ausgaben, wohingegen wir natürlich innerhalb dieses Rahmens vo'l und ganz für ihn ein treten wür* den. Dies ist die Grundlage, auf welcher ei zu einer Ver• ständigmigkam. 1 1!,,«!! ׳! Die Opposition hat somit eines und vielleicht das im Augenblick wichtigste erreicht! daß sic dort, wo sie glaubt, positive Arbeit leisten zu können, die Bewegungsfreiheit für solche Arbeit erhält und zwar niit einer offiziellen Autor! sicrung, Ihren Kampf u!11 die notwendigen Reformen am Geist und an der Verwaltung unserer Bewegung wird sie unbehindert weiterführen, aber sie wird gleichzeitig die Möglichkeit haben, durch praktische positive Arbeit diesen Kampf seines Odiums der Negativität zu entkleiden. Nun kommt alles darauf an, diesen Wirtschaftsausschuß mit Leben zu erfüllen und ihn zu einer Zentralstelle zu machen, bei welcher sielt unter völliger Ausschaltung aller irgendwie politischen oder sonstigen Gcslnnungsgcgcnsätzc alle sachlich und fachlich intcrcssierlen Kräfte zur praktischen Arbeit vereinen. In diesem Sinne wird jeder, der diesen Versuch unterstützt, dazu beitragen, daß endlich enrnal eine Körperschaft unbeschwert durch Innere Kämpfe wirkluh eine Körperschaft ruhiger, versöhnender und iiberbrikkender Arbeit wird. Ucker die Art, wie wir uns diese Arbeit denken, werden wir die deutschen Zionisten ehestens informieren.! . , , . Die Wahrheit über Mexiko ׳ Der Unterstaatssekretär im Ministerium für Landwirt. Schaft und Bodenkultur in Mexiko hat an da* Unitf(J Jewlsh Emigration Committee den nachfolgend 1 Brief gerichtet, der geeignet >!t, über die Möglichkeiten I jüdischen Einwanderung nach Mexiko und fiber die Aufla»^, der mexikanischen Regierung in dieser Frage die notwendig; Klarheit zu schaffen und Irrtttmcr zu zerstreuen, die in letzier! Zeit entstanden sind.! .!! '! ׳! ( (Uebersetzung au* dem’ Spanischen.); ן Die Bumlcsexekutive Mexiko.! , j Büro des Staatssekretärs für Landwirtschaft und Bodenkultur. Be Ir. Jüdische Kolonisation. > ׳ I ÄB1 I In Beantwortung Ihres Schreibens vom Juli teile Litauische Sejm -Wahlen Einheitliche jüdische Liste. Kowno (J.C. B). Die jüdischen Parteien in Utaucn haben sieh dahin geeinigt, daß in sämtlichen Wahlkreisen die drei bisher existierende!» jüdischen Kandidatenlisten (nämlich die aus allgemeinen Zioniston, Misraelüsten und Zcirc-Zion bestehende Zionistische Liste, die Liste der orthodoxen Orgamsaiion ״Aebduth“ und die Folkistüche Liste) zu einer einzigen vereinigt werden. Die Judenheit Liiaucns wird demnach bei de!» bevorstehenden Wählet! in den Sejm als eine Einheit vorgehe». Die Zionistische Liste weist u. a. folgende Kandidaten auf: Dr. So 1 ow c i t s ch ik, Dr. Rosenbaum, Dr. Brutzkus, J. Rabinsohn, L. Oarfunk ei. Die Achdnth-Liste weist• auf: den jetzigen Deputiorten Dr. Rachmilcwitseh, den Kownocr Rabbiner II. Schapiro 11. a. An der Spitze der Liste der Folkistcn stehen: Dr. Landau, Rachisolm, Deputierter Finkclstein u, a. OCI€ ״>’ IsLÜM —|yp.*rgaa1 *wnWr-^rBxhit iÜMMiai Pe8 ich Ihnen mit, daß die von der nordamerikanischen ['r<Kt il veröffentlichten Informationen über die jüdische Einwamkrua- * nach Mexiko sehr große Ungenauigkeiten enthalten. Die größte dieser Ungenauigkeiten ist die Behauptung, daß zwischen 4^ Präsidenten der Mexikanischen Republik und der Union «! East European Jews ein Abkommen wegen der ostjüdis4M Einwanderung nach Mexiko getroffen worden sei. Ein »!eh« Abkommen existiert nicht. Es sind jüngst der mexikanischen Regierung Vorschläge gemacht worden, un» die Möglich, k ei ten einer jüdischen Einwanderung fcstzusteUen und un! Land für die Errichtung landwirtschaftlicher Kolonien berat• zusteller». Bis jetzt ist!!»Jessen mit den interessierten Orupp^ kein Abkommen geschlossen worden, sondern diese Gruppe!, wurden dahin verständigt, daß die Regierung im Augenblick kein Land in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen zur Ver• fügung hat, da die nationalen Ländereien unbebaut sind, jern von den bewohnten Zentren und aller Verkehrsmittel noch ent• behren. Auel! in dem Falle, daß einige von ihnen günstige Bedingungen aufweisen, ist, um sie zu kultivieren, die An• legung von Privatkapit.il notwendig, und so müßten die Inter״ essentengruppen auf ihre eigene Rechnung die Erforschung, Auswahl und Entwicklung der Böden unternehmen, d» die Regierung nicht in der Lage ist, cs zu tun. Die Regierung ist auch nicht der Meinung, daß es für sie eine Notwendigkeit ist, dies zu tun, da sich die Kolonisation ausländischer Gruppe^ ganz von selbst entwickelt, indem die durch das Dekret vont 27. Januar 1921 gewährten Steuerbefreiungen ein ausreichende! Entgegenkommen darstdlen. Ich übersende Ihnen in der An■ läge (die Anlage wird hier nicht mit wicdcrgegcbcn. Red. d. J.R.) ein Exemplar der provisorischen Bestimmungen über die Steuerbefreiung für Kolonisten, an deren Schluß Sie dag genannte Dekret finden werden, und ebenso ein Memorandum, I das über die nationalen Ländereien Informiert und über die Art, * wie sie erworben werden können. Dl« hierin genannten Steuer• befreiungen Bind ddc einzigen im Augenblick gegebenen Privi• legier», und andere sind auch der» Juden nicht versprochen worden. Im übrigen sind die Häfen und Grenzen der Ver• einigten Staaten von Mexiko für Einwanderer der weißen Rasse geöffnet, wie auch immer ihre Nationalität sein mag, unter der Voraussetzung, daß die Einwanderer moralisch einwand, frei, fleißig und erfahren in einem Handwerk oder eine» Industrie sind, die ihnen selbst und dem Lande nützlich »ei« kann.! :!! ,! |! ,! 1! : , j'! ״ ׳ •••“ * ׳־׳-•׳• Mexiko, de!» 31. August 1922. /*f'f’” Der Unterstaatssekretär 1. A. der Abteilung. > 1 Daraus geht hervor, daß keinerlei besondere Abmachungen getroffen sind, sondern daß die mexikanische Regierung nut gewillt ist, jüdische Einwanderer wie alle anderen weißen Einwanderer ins Land zu lassen und sie in derselben Weise zu behandeln wie andere Einwanderer. Die Tätigkeit der Ica An» 2. Juni wurde in Paris die Generalversammlung def Jewish Colonisation Association abgclialtcn. Dem dort er• statteten Bericht entnehmen wir! Die Kolonisation in Argen״ tinien umfaßt jetzt 18003 Seele!», die landwirtschaftlich be• echäftigt sind, sowie 8900 nicht landwirtschaftlich tätige Per* ronen. Trotz des gesunkenen Preises für landwirtschaftliche Produkte haben die Kolonien im letzten Jahre gut existieren Rönnen, in Brasilien bestehen zwei Kolonien, die in tropischen Gebieten gelegen sind und wo die Kolonisten damit beschäftigt sind, Urwald zu rodet», In den Vereinigten Staaten vor» Amerika ist die Zahl der Bauern jetzt größer als in Südamerika, Es existiert dort ein von der Ica gegründeter Jüdischer Hilfsvcrein für liKlustrie und Landwirtschaft, mit dem die Ica gemeinsam arbeitet Der Verein gibt hyP0thckarische Darlehen und hat im vergangenen Jahre für diese Zwecke 361000 Dollar vergeben uivd aus Rückzahlungen und Zinsen 273 000 Dollar eingenommen, ln Kanada leben 391 jüdische Familien von landwirtschaftlicher Tätigkeit, Sie bewirtschaften zusammen 36000 Hektar Landes. D.e Arbeit wird dort durch ein Canadian Committee nusgeübt. 13er Be• rieht berührt ierner die verstreute!» jüdischen Siedlungen in C vpern, der Türkei, sowie die landwirtschaftliche Schule in der Nähe von Smyrna. Was über Palästina gesagt wurde, ist unseren Lesern bekannt und erfordert deshalb keine Wiedergabe. Die Ica hat sich auch der vorhandenen jüdischen land• wirtschaftlichen Siedlungen in Osteuropa angenommen. Die Kolonien im russischen 1 lungergebiet erhielten in! vergangenen Jahre von der Ica 12!/a Tonnen Saatgetreide. In Polen, Rumänien und Litauen wurden Gewerbeschulen teils neu gegründet, teils subventioniert, Ferner hat die Ica sich 1nit_ der Neuorganisation der Darlehenskassen beschäftigt 11IK* cs ist ihr gelungen, 21 Kreditgenossenschaften mit 23 000 Mit• gliedern in Galizien und 30 mit 27 000 in Polen ent• stehen zu lassen. In Wilna wurde eine Voiksbank ins Leben gerufen, die ihrerseits 3ö Darlehenskassen das notwendige Kapital vorgeschossen hat. Die Ica hat auch bei der Regelung der Enugrationsfrage sich betätigt, in Argentinien wird ihr die gesamte Kontro.le der jüdischen Eitiwajidcrung von der argcntinisclien Regierung überlassen. Abreise Jabotinskys nach Palästina London (J.C. B.). Auf die Nachricht von der piötfr liehen Erkrankung seiner in Palästina lebenden Mutter is! Jabotinsky aus Lonioa nacl» Palästina abgere ist■ «|^?7^יי“ייח I tnäch der י genai üebi< hörte werd » komO soll,!u »g namd Lriicl in P nicht sen i kistia jrgen i » als 1 5che! MitU ( Dbun Jahr! über leim wie J922 Kr ״Pal « סו eint son! daß Er!! erle 1 lieh׳: die 1 1A' 's! ri a

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