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Jüdische Rundschau · 1922-09-29 · Heft 76-77 (29.9.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 76-77 (29.9.1922)
Date
1922-09-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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*־ '*■'« י* I -ii-**•** i 7די Nr.70,7ד mber agcn. 1 und eitmg ha ml«, ahme L111J- Seite tlidie ht ״e« von 3 (v. 7 S. enien j.'rord- :11 er• (feilt• |1 Ar• [10115• , den |/ider• Wir [krall [ioneti fcran- ■Minff der ג* Aa Die Vorkor fern« Ober ״W ege und Ziele der z i o * ״Istisclien Jugendbewegung In 1> c 111 s c 111 a n 11“ «urde am Sonntag, den 10. September, vormittag* um 10 Ubr, in Kassel von R.-A. Felix R o8 c n b I ü t li eröffnet. Sic ״•mcric mit ein er Mittagspause bis 7 Uhr abends. Anwesend ,ftircn zahlreiche Delegierte sowie Angehörige der zionistischen I11ccndorganisi1tior.cn, des K. J.V., des IM.iu-WeilS «nil des hicrrMlnmlcs. Nachdem der Vaisitzende mi!(geteilt hatte, daß Herr Dr. Waller Moses durch Krankheit am Erscheinen ver* Rindert sei, gal) er dem ersten Referenten das Wort. Refernt Dr. Fritz Löwenstelri Ich beabsichtige, hier nicht den Bericht über den ntmdcsfag in Fl.m-Weiii vorweg zu nehmen, der woltl In der Diskusslan erstattet werden wird, sondern will gnmrtriitzlich (Iber die «iditigstcn Fragen der yi:»ni•tischen Jugendbewegung In D-iilscliland spreche״, dabei d e 11 St a ndpuiikf des K. J, V, vertreten und ihn gegen den des Flau •Weiß abgrciuen. Die zioni-tische Jugendbewegung in Deutsdilitid ist nur aus ,;er rioiiistisr.hcn tnlivicklung zu verstehen; sie entstand, als es klar wurde, daß die Erreichung des zionistischen Endzieles nur die Folge einer langsamen Entwicklung sein könne. Da!ersuchte man, Erziehung an Stelle von Propaganda zu setzen, j! entstanden die I'.ümle junger Studenten* unn Kauflcute ::nd, vom K.J. V. gegründet, der Blau-Weiß, Wenn man nufer Jugendbewegung die Auflehnung einer Jugend gegen die Lebensformen und Anschauungen der alten Generation versteht, so ist, wie Blumen fehl richtig gesagt hat, der Zionismus die Jugendbewegung des jüdischen Volkes. Fs kann also keine autonome 7, io- ח is t i sch c J 11 g e 11 d he w e g 1111 g geben, sondern nur Aufjähen der zionistischen Jugend innerhalb der zionistischen Bewegung. Fliese Aufgabe besteht darin, der zionistischen Bewegung ihren revolutionären Chanktcr und die Reinheit der Idee zu bewahren und in diesem Sinne auf die Bewegung zu wirken. Die zionistische Jugendbewegung in Deutschland stellt ihrer Idee nach eine Einheit dar. Ständische oder berufliche Unterschiede sind fast völlig verschwunden, ebenso Unterschiede in den Lebensformen (Wandern). Dagegen bestellen heute sachliche Differenzen, aber die wir zu sprechen haben. Ais Ziel der Erziehung (st häufig der Staatsbürg er angegeben worden. Darunter verstehen wir nidit etwa Bourgeoises oder Philiströses, sondern den verantwort• liehen Träger des Aufhaiigedankcns. Das aber kann ein Wcsljttde nur sein, wenn er den Weg zum jüdischen Volk findet und in Palästina gewillt ist, als ein Teil dieses jüdl- «dien Volkes am Aufbau teiizuneluncn. Wir empfinden, daß der Blau-Weiß das nidit genügend erkennt, dali er in Ab• resdilossenhcit seine Menschen erzieht und in Abgeschlossenkit sie im Lande ansiedeln will. Die Forderung der Chaluziuth, d. h, der Berufswahl, der Hadhsdiaran und Alijah linier palästinensischen Gesichtspunkten ist vom Blau-Weiß «erst verwirklicht worden, sie erscheint uns heute als ein naßgehendes Kriterium für jede zionistische Jugendbewegung. Mit der Clialuziuth stellt für uns in untrennbarer Verknüpfung de Erziehung zur zionistischen Arbeit über• tiaupt, Zionismus ist keine reine Aiiswandcrerbcwegung, soti• dem Aufbau Palästinas mit den Kräften der zionistischen Bewegung. Während dieses Ziel im K. J, V, stets klar erkannt imrde, sehen wir im Blau-Weiß eine reine Palästinabewepng. gegründet nidit auf der zionistischen Idee, sondern nf einer Blau-Wcili-Ideologic, die ade Werte und Mittel der Erziehung. i!n eigenen Bund zu׳ finden glaubt. Darum ist um so wichtiger die Forderung der Judaisierung, rorunler nidit nur Aneignung jüdischer Inhalte durch Ler- ■en, sondem überhaupt die stärkere seelische Verknüpfung jnit Jüdischem zu verstehen ist. Hier sehen wir eine sehr pedcnklichc Entwicklung im Blau-Weiß. Wenn man Lands• wcchtlieder singt, hebräische Lieder aber a hieb nt, weil man entere der seelischen Stimmung als adäquat empfindet, ׳ttztere als'Unecht und fremd, so vergißt man. daß alle Erziehung nicht im Bejahen des Bestehenden, sondern in der nemeifulining eines anderen Zustandes besteht. Wenn man dies Sollen verneint und das Sein stets be- Pnt, gibt es keinen Zionismus. Ueberhaupt emp•!־nden wir, daß im Gegensatz zur sonstigen Entwicklung «s deutsdien Zionismus im Blau-Weiß heut« Oedanken und rornien lebendig sind, die dem deutschen Leben entstammen, wie dort, verwirft man Demokratie, von dort stammen Armee- W Ordensgedanken. Die Erziehungsmittel sind grundsätzlich überall ®«eiben. Wir alle verwerfen den Typ des Zionistischen ugemivereins mit seiner losen, den Menschen nidit er• «senden Orgnnisafionsform und vertreten den Gedanken des '1indes, der Gemeinschaft als des stärksten Mittels f cntwicklung und Erfassung des Menschen, aber wir müssen 75 auch gegen die Tendenz des Blau-Weiß abgrenzen, ״ vergißt, daß der Bund nur Milte! zum Zweck sein darf, b vr’t c'״cn Selbstzweck macht und zwar auf Lebenszeit, l-'Vr 1 ,."ß Ditfermmg von der zionistlsdicn Idee und '״Unil'kcit des einzelnen, in einer Umgebung zu wirken, f!!'dit aus Gliedern desselben Bundes besteht. Der Bur.« 5 trziclmngsmiUei wird durch den Erzieher, den Füh-;,!/ו Crp,ut. Dieser Führer kann aber nicht das Lebens- ®י ganzen Bundes symbolisieren. Derartige Ideale iiM •r Persönlichkeiten, die einem jungen Menschen Vor-!1«■ *Cm können, gibt uns die jüdische Geschichte, geben uns u ,! ^'־u -u״t* ^'c Heide» des Jiskorbuches, nicht aber ... vid'sclic Führer als der Führer eines unserer Bünde, 1;,u lsl UIIS der Unterricht ein wichtiges Er- «*mittel, das im K.J.V. hingst zu einem durchgear- . ,'**'יי System geführt hat, während im Diau-Weiß hier ^•01 zuviel von der Individualität eines Führers abhängt. ,j'.״n 'יlese Fragen der Erziehungsziele und •wege geklärt i'bc׳t'Vfd' W'f ho^e״t'ic*1 dcn Wc8 engerer Zusammen- Ein,,1״ spricht kurz für den HerzI-Bund sein 53, ers(andnis mit den vom Vorredner entwickelten Grund-, 11 der Erziehung aus. Nunmehr beginnt die Diskussion. , Wfc-V״ Fülle der Reden müssen wir un» darauf! Die ״» *J*® wichtigsten auszugsweise wiederzugeben. ^'0«oroff, Seit dem Jugendtage haben wir einen '’Wie! 1®" ”er Honistisclien Jugendbewegung erlebt. Längst loji 'j ״״ P'• gcglnuble Erscheinungen wie ein schrankenloser r!filner 1״tllT sichii'c’it den nationalen Forderungen unterjujrcJi , ,0'י auf. In alle״ nationalen Bewegungen hat die 5,4p(11 ■Un . JMV Volksmassc gefunden; in Deutschland fcppnin ״at'?nale Jugend dem Volke heute noch so fremd Misch״ T® vor 25 JnJircii. Man ■Ist auch fern dem die b Leben in Palästina. Die sozialistische Stimmung, Man ״mr. ^ushruch der Revolution herrschte, ist verraucht, der ״|l״|ndet heute nicht die Notwendigkeit, mit dem Leben ״י,!‘"!"!!נול׳™*Ischen Arbeiter mitzuiebeii. Die deutschen Wi« ,״״ ''’Palästina sind dem Laude vielfach fremd geblieben. Clcichoan!^311;Weiß-Kolonie wirtschaftlich beurteilt wird, ist Kuitig; fur den Geist Palästinas wäre sie bedenklich. IUEDISCHE RUNDSCHAU Seife 517 ugend&swegun «Der Der Standpunkt des Blau-Weiß Marlin Band mann (Breslau): Wem! Idi namens des Blnu-Wc:l!!tpredie, muH idi zuiilirhst betonen, daß unser Bundesing keine neu und unvermittelt oingetretenen Ereignisse geh rächt iial, sondern sieb aus inscrcm guizeit Leben ergab, Z i o n i s tu 11 s ist für uns eine Auswanderer* Bewegung. Wir glauben nicht, dali wir so stark sind, dali wir allein Palästina aufb.-uien können, aber wir wissen, daß uns der Bund die Stärke gibt. Wir glauben, daß Palästina aus vielen Kraftquellen erbaut werden wird imd dal» unsere. Generation nicht crlclien wird, <lali ibiraiB eine cinlicitliehe Kultur ersteht, M c n sch c n, d i e al י Ci n z.elo e n n eh Palästina gehen, gehen verloren, sic bedürfen des Bundes, und in Bünden sehen wir die Grundlage des Aufbau«. Wir sind geschlossen, nicht abgeschlossen, Wir vcrlrcieii einen bediugungsloscn Zionismus, d. h. wir wollen olle Krähe unserer Menschen befreien, um sie dann durch den Bund zu binden rum Aufbau in Palästina, unabhängig von einem theoretischen Plan, Was wir sage״ können, Ist wem'״, was wir tun können, viel, nbar n'cht alles. Wir können Möglichkeiten, schaficu, nicht eine Kultur. Unsere Menschen sollen nach Palästina gehen und dort schaffen; das heißt uns bedingungsloser Zionismus, Unsere Menschen stammen aus dem assimiliertem deutschen Judentum, wir haben viele Bindungen mit der alten Gesellschaft, aber unser Schicksal Ist ein anderes. Wir können nur in einer neuen Gesellschaft leben, (n Palästina, Unser« Mensehen sind nicht vom Zionismus überzeugt worden, sondern Zionismus ist für sie etil Jiigenderlcbnls. Deshalb wird cs für sie schwer «ein, hier zu bleiben als herüber zu gehen. Wir empfinde״ keine Kluft zwischen tun und dem Volke, Wenn unsere Menschen in Palästina nicht den Weg zu den anderen Kräften des Landes gefunden haben, so liegt es daran, daß sic als einzelne schwach waren, Palästina ist für uns, wie für Sie die große gemeinsame Aufgabe. Ernst Simon: Jeder, der hier gegen den Blau- Weiß sprechen will, muß eine Vorfrage stellen: Wie kommt eigentlich Palästina in diese Gedankenverbindung? Diese Frage muß nber vor dem starken P.iiästinawillcn verstummen, der sich hier dokumentiert, Aber wenn der Weg des Blau-Weiß auch nicht aus dem Zionismus hermtsführt, so führt er doch einen falschen und gefährlichen Weg innerhalb des Zionismus, Diese Menschen sind siel: mit zu großer Freude ihres eigenen Lebens bewußt. Das ist eine dem Galuthjudcii verbotene Frucht, Erziehen heißt nicht nur freimachen, cs heißt auch von neuem binden. Der Blau-Weiß macht seine Menschen frei, aber er bindet sic mit denselben Mitteln, *11 denen er sic frei gemacht'hat. Es sind Menschen, die sich zwar aus deutscher Kultur entwurzeln, aber dann zu schnell und ׳falsch wiccfcr eingewurzelt haben. Das nennen wir Assimilation. Es gibt hier für uns keine Heimat. Aber cs Ist möglich, niiclt unterwegs zu Hause zu sein, und damit müssen wir den Anfang machen. Wir müssen den Rhythmus jüdischen Lebens mitlcben. Das Gefühl zionistischer Tatbereitschaft reicht nicht aus. Euer Weg, Blau-Weiß ist zu leicht; Ihr müßt Euch schon hier eine Aufgabe schaffen, Kurt Blum enf cid: Der Blau-Weiß hat sich abgeschlossen, wie nodi nie eine Gruppe vor Ihm. Es war völlig unmöglich, auf ihn qipzuwirkcti, Dje Qefahr der heutigen״;zionistischen Situation liegt darin, daß jede Fraktion und jedt Gruppe üiren Sondergeist pflögt und daß keine sich durch den Zionismus durchsetzt, sondern durch die Nuance ihres Zionismus. E's darf heute nur ein Kriterium für den Wert einer Gruppe im Zionismus abgeben: Wie stellt sie sich zur Zionistischen Organisation alt der Trägerin des Aufbaus? Der Blau-Weiß muß tvissen, daß eine Stimmungsgcmcinschaft nur für Menschen von 14 bis 18 Jahren möglich ist, daß solche Menschen aber nidit ihr ganzes Leben hindurch ln dieser Oemcinsdiaft bleiben können; denn Zionismus Ist die Wahl des reifen Menschen, der auf Orund seiner Kenntnisse des jüdischen Lebens sich entscheidet. Man nimmt im Blau-Weiß eine Entwicklung voraus, die eigentlich erst später erfolgen dürfte. Jetzt müssen elfe Tore weit geöffnet werden, damit wir auf die Führer des Blau-Weiß wirken und sic zionistisch erziehen können. Die satte Freude am Blau-Weiß muß aufhören. Nur eine Gemeinschaft von Kindern ist stets mit sich zufrieden: erwachsene Zionisten aber können nur leben in Unzufriedenheit mit sich selbst. Das K.J.V. aber hat die Aufgabe, vorbildlich Besseres zu leisten, das dann auch ouf uen Blau-Weiß wirken sott, (Mittagspause.) Georg Strauß (Blau-Weiß): Die bisherige Diskussion hat gezeigt, daß cs nötig ist, vor Ihnen über die Entwicklung des Blau-Weiß zu sprechen. Sie dürfen nicht vergessen, daß der Blau-Weiß eine sehr junge Bewegung Ist, Er besteht etwa 9 Jahre, und erst Jetzt wächst aus ihm eine Öcncration heraus, die älter ist a|s 20 Jahre. Ein eigentümliches Dilemma beherrscht die Entwicklung des Blau-Weiß: Seine führenden Menschen hat immer jene politische Leidenschaft erfüllt, ohne die lebendiger Zionismus nicht gedacht werden kann. Dagegen stand hinter ihnen eine Jugendbewegung, ein Bund von Kinder». Wir alle wissen, daß man Poiitik nur mit Männern machen kann. So bestand die Aufgabe, die Kinder und Jünglinge zu Männern zu erziehen. Sie werden sich klar darüber sein, wie langer Jahre solche pädagogische Aufgabe bedarf. Heute riuul wir so weit, daß die erste männliche Generation aus dem Blau-Weiß hcrauswäciist. Die Ereignisse und Beschlüsse des Bundestages, die Sic zum Teil so sehr in Schrecken gesetzt haben, sind der sinnfällige Ausdruck dieser Situation. Man muß den Blau-Weiß heute von zwei Blickpunkten aus betrachten: Einmal befaßt er sich mit der systematischen Erziehung der Zebu- bis' Achtzehnjährigen — das war bisher sein einziger, auch nach mißen hin wirkender Inhalt. Dann aber setzt er sich das Ziel, seine reifen Mensehen zu einem von politischer •Aktivität erfüllten zionistisch verantwortlichen Bund zusanimenzusdillcfkn — an diese Auf• gäbe kann er erst seit ganz kurzer Zeit planmäßig herantreten. Ich glaube nicht, daß cs in diesem Kreise möglich' ■ Ist, sich über die vielen ernsten Fragen der Erziehung , auszusprechen, welche die Führer des Blau-Weiß fortdauernd mindestens so sehr beschäftigen, wie Irgendeinen der voran(•' wörtlichen Männer Im deutschen Zionismus. Diese Fragen gehören vor ein Forum, das Erfahrung besitzt und Imstande ist, sich liebevoll mit jeder Einzelheit zu beschäftigen. Nur einen Punkt möchte ich streifen, der iin Mittelpunkt der Diskussion gestanden hat: Die Forderung des sogenannten Jttdischwcrdens, Wir erblicken in der Betonung dieser Forderung nur einen Ausdruck der Resignation des deutschen Zionismus. Jener Rerlgmiion der persönlichen■ Erfüllung des Zionismus, die aus der politischen und wirtschaftlichen Situation entspringt. Die gehemmten jvolitisclicn Energien versuchen sieh am literarischen Stoff zu entladen. D;r Blau-Weiß kennt diese Skepsis nicht. Er f.'ibit sich al* 11111111 der Auswanderer, für den die Entscheidung für Palästina nidit mehr prohlcinatkeh ist. Das Programm jenes politischen Bundes der Reifen, von dessen beginnender Formung ich als der nächsten großen Aufgabe des Blou-Wclß «»rach, läßt sich hier mir amtcntcu. EI n Gedanke wird diesen Bund beherrschen: Die Verwirklichung des Zionismus und die Einsetzung aller persönlichen Kräfte des Eia zollten für dies Ziel. Wir denken an keine Loslöumg vom allgemeinen ziotiisfisdicn Leben, Im Gegenteil, wir glauben an eine Ver• jüngtu'g des deutschen Zimihmns chirch neu leidenschaftlichen politischen Willen, der in unseren Menschen lebt. Drängen Sic uns nidit Immer in die Opposition, sondern kommen Sie uns mit Vertrauen entgegen. Dann werden Sic von der Sliirke unseres Zionismus und vön dem Ernst unserer erzieherischen Auffassung überzeugt werden. Juda Börnste tn rügt den Mangel an jüdischem Empfinden und jüdischen Inhalten im Blau-weiß, Leo Kaufmann (Cliefziha) belichtet eingehend über das Leben der C'tahizini, insbeaomlcre in den Kwuzoth und im C.’ihtd iInawodah, Er׳ übt cbcnfalli *dürfe Kritik am heutigen Blau-Wdll und dessen Volles- und Arbeitcrlrcmdhcit. Werner Bloch (Blau Weiß): leb werde mich bemühen, auf das Referat von Fritz Löwendeiu einzu״chcn. Er d.spoliierte cs in vier Teile, zu denen ich unsere Stellung dnrlcgct! will,!irstens die systematische Erziehung zum Zionismus als einer geistigen Bewegung. Der Bliu-lVeiß ist eine Erzicliungsgcmcinsdiaft und Int sich die Aufgabe gestellt, Jimgeus schau von ihrem zwölften oder dreizehnten Jahre an zionistisch zu erziehen. So bedeutet die ArlKii eine?-Zug• f(ihrer? Ule Erzicliung jimgcr Matschen w;i!1׳׳end mehrerer Jahre, die einen eindeutigem Weg nimmt, Ei .־ Generation von Fritz Lihvendein und Kurt Blume,ifeld hat «•ich ungefähr im Alter von 18—19 Jahren zionistisch entschiede», d. 11. geistig flnscinandergcsetzt zwischen der Frage: I'ciitsditum «t I Juden-., tun!. Bei. uns bedarf «! einer solchen intel'ekliialisüsdicn Eni- Scheidung nicht. Langjährige Erziehung läßt au? unseren Kreisen hcdüigtmgdo» Zionisten erwachsen, die sclbxfvcr'tänd• ■ lieh'Auch geistig zionistisclicn Problemen gewachsen s'nd. Der. zweite Punkt war die iiuvcre Verbundenheit mit dem jüdischen Volke, die uns fehlen soll. Die anderen re len von ihrer Verbundenheit mit dem jüdischen Volke und kommen in Wirklich• keit nicht mit ihm In Berührung. Ihre Stellung zum Volke möchte ich als eine literarische bezeichnen. Fine solche lehnen wir ab. Auch die Führung jüdischer Jungen* ist für um Volks* arbeit, Bedeutet doch die Berührung mit Ulc idigcn luden fruchtbringendere Arbeit ab unklare Vorrtcll•׳,ngen und Sculi* ments, die mit den Worten ״jüdische? Volk“ verknüpft sind, Ortjudenarbeit, als sie notwendig war, ist von un? ge!״ ,et worden. Doch wir wissen, daß jüdische Kultur ent In Pa- . fiistina erstehen wird, Damit bin ich bei dein dritten Punkte: Unserer Eingliederung in das jüdische!.eben Palästinas. Man lehnt unsere Blau-Wciß-Kolonie ah, weil sie e'11 exklusives Gebilde im neuen Jischuw darstellen, ja sogar einen Keil hineintreiben soll. Palästina ist ein kleines Lnnclclicn, und jede lüdischc Position bedeutet ein stirkei Pim lür den Aufbau, Durch unsere Ucbcrsiedlung nach Palästina sind auch wir ' ein Glied des aufbaueivten Volkes. Eine Zc'le soll die BiaiuWeiß-Kolonlc sein, die durch Zusammemchweißung un- ’ sercr Kräfte neue« Leben nusstr.ih'eu soll. Bliti-WciO-Kokrvc beißt nicht esoterische Sied'ung im Tolstojsehen S'nnc, 90ndem engste Verknüpfung mit jüdischem Leben in Palästina. Dort heißt es Slellung nehmen zu den Tngesfragen de? Landes, hier beißt cs, ganze Menschen zu erziehen und vorzübercitcn im Sinne staatsbürgerlicher Erziehung, wie Fritz Löwetts'el« den vierten Punkt nannte. Hier muß kurz etwas über den Bundestag gesagt werden, dessen Gesebehn s?« und Beschlüsse j immer als Beispiel unserer Exklusivität bezeichnet' wurden. Der Bundestag bedeirtet die Konsolidierung un-crcs B.irHcs, d. h, der Abschluß einer ungefähr zwei- bis drcijähri״en Ent- Wicklung. Dort mußte der Gedanke des Bundes noch cinnrl klar formuliert und In seinen letzten Konser!!1enzen gezeigt werden. Heide stehen wir als der Blau-Weiß vor der' Jtigendkonferenz, voll verantwortlich für zionistische Jugendnrbclt ln Deutschland. So beginnt unsere staatsbürgerlich«׳ Erziehung lin Bunde für den Bund und wird wachsen für di«: Zionistische Organisation und den erwachenden Staat In Palästina. Wird man unsere Arbeit nidit. wie bis jetzt leider allzu oft, sjören, so wird der Blau-Weiß, dessen fugend min Ihm nicht voraverfen kann, seinen Teil zur Erfüllung des Zionismus heltragen. Bedeutet doch Blau-Weiß n'ch's anderes afs der richtige zionistische Weg der jüdischen Jugend in Deutschland. Kurt Blumenfeld: Wir setzen uns mit dem Blau- Weiß nicht als Gegner, sondern als Menschen auseinander— Es handelt sich für mich nicht darum, Euch zu überzeugen, sondern Euch Fragen vorzulegcn. die Ihr überlegen sollt und über die wir vielleicht In einem Jahre wieder sprechen können. Es sind Fragen, auf die man vielleicht heute noch keine abschließende Antwort geben kann. Ich will mich jetzt den Fragen selbst zuwenden. Die jüdischen Inhalte sind Euch fremd. Ihr orientiert Euch an der Kultur des Oaluth. Ich weiß z, B., daß Luch die deutschen Landsknechtlieder mehr liegen als hebräische Lieder. Ihr werdet dagegen einwenden, ja, diese deutschen Lieder entsprechen eben mehr unserer Individualität. Die hebräischen Lieder sind nicht der Ausdruck unseres Wesens; wenn wir sic annehmen würden, müßten wir heucheln. Es Ist eben eine künstliche Sache. Dazu muß ich sagen, daß cs nicht angclit, die Dinge auf die Formel: ״künstlich, da 11 er schicclit" zu bringen. Nach dieser Ansicht müßte der ganze Zionismus eine Heuchelei Im großen sein. Denn auch er st etwas von außen an den Einzelnen Hcrangcbrachles, das dieser erkennt und in sich und an sich 2!t verwirklichen sucht. Gerade wir Westjuden bekennen un» zum Zionismus, obwohl wir ln dem Milieu der Assimilation erwachsen sind, Der Sinn unserer Erziehung liegt doch gerade darin, Menschen auf unserem jüdischen Wege zum Zionismus hin zu entwickeln, hinweg von dem, was an ihrem heutigen Sein falsch und mangelhaft Ist. . Es Ist nicht richtig, wie Herr׳ Born stein vorhin ausgeführt hat, daß man das Jüdische in enropäische Formen und Begriffe preßt. Wir können an Europa nicht vorbei und dennoch gehen die jüdischen Werte bei un* nicht verloren, Wir haben die deutsche Kultur an uns selbst erlebt, aber gerade an Ihr erkannten wir, daß wir anders sind, 11 ווd dn3 Ist unser Zionismus, Nun zu den konkreten Dingen. Ist es wahr, daß sich die Blatt-Weißen nicht mehr in dem Maße wie früher zur Landwirtschaft wenden? Ich weiß cs nicht und kann nur sagen, daß es ein großes Unglück wäre, wenn es sich so verhielte. Welche jüdischen Dinge *ollen Im Blau-Weiß be* trieben werden? Es sollen einfach jüdische Dinge ffe• lernt werden, Geschichte, PaläsUnskumlc. Hebräisch. Da* dritte Konkrete, was zu fordern Ist, ist die Einfügung in die Organisation. Nun zur Frage der geistigen Entwicklung. Die Forderung, die Ich hier erheben muß, möchte Ich mit der Notwendigkeit ״der Erkenntnis jüdischer Ge* per:war’" bezeichnen. Hier Ist alles Gesagte zu kurz und zu wenig gewesen. Haben wir denn überhaupt die Mdg* lichkelt einer systematischen Beeinflussung Junger Menschen? Hier ist der Punkt, wo die Frage des Führers »kut wird, Der Führer einer Orupjpe bestimmt das Leben ln dieser Qruppe

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