Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 76-77 (29.9.1922)
- Date
- 1922-09-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652477--15225-2673675- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 516 JUEDiSCHE RUNDSCHAU Bürger sind; wissen tind begreifen selbst nicht, welche ungeheuerliche Charakterlosigkeit sic begehen, indem sie jedem gerade vorhniuUnen nationalen Hintergrund sich anpassen, um ungestört leben zu können. Sobald dieses Bewußtsein dämmert, ist der Tag des jüdischen Nationalismus angebrochen. Die jüngste Geschichte assimilatorischer Selbst• Verleugnung ist um ein charakteristisches Beispiel durch die letzten Geschehnisse in der Prager jüdischen Kultusgemeinde vermehrt worden. Uin die Vorgänge z׳n würdigen, muß man mit den Verhältnissen einigermaßen vertraut sein. Man muß wissen, daß das Prager Judentum seit vielen Jahrzehnten die stärkste Stütze des Deutschtums in Prag war. Prag ist eine durchaus tschechische Stadt, die zur Zeit der österreichischen Herrschaft einen gewissen Stab deutscher Beamten und Militärs hatte und darüber hinaus einen deutschen Mitlelstand, der fast durchweg jüdischer Konfession war. Das heiß umstrittene Prager Deutschtum war also fast identisch mit dem Prager Judentum. Das deutsche Kasino, die Lese- und Redchalle der deutschen Studenten, die deutschen Kulturiusütutioncn waren von Juden beherrscht, in den deutschen Mittelschulen war die Majoritat der Schüler jüdisch. Bei all den zahlreichen nalionalen Kämpfen, die sich in Böhmen abspieiten, standen Juden in den vordersten deutschen Reihen. Nur das!deine Häuflein der Zionisten hat stets Neutralität in den innernationalen Kämpfen und Bekenntnis zur jiiüisehen Nationalität gefordert. Schon Herzl hat in seinem bekannten Aufsatz ,,Die entschwundenen Zeiten“ anläßlieh der Unruhen des Jahres 1807 diesen Standpunkt vertreten und damit den Grundgedanken ausgesprochen, der später zu einer eigenen jüdisch-nationalen Politik geführt hat. Aber die deutschen Juden ließen sich nichts dreinreden und nannten die Zionisten Verräter am Deutschtum. Die jüdische Kultusgeincinde in Prag war ein Sammelpunkt dieser deutschen Juden, ein Bollwerk des Deutschtums, und weder der verschwindend kleinen Gruppe tschechischer Assimiianten, noch den Zionisten ist cs gelungen, in die jüdische Ratsstubc einzudringen. Nun kam der Umsturz des 28. Oktober 1918. Prag wurde Hauptstadt der tschechoslowakischen Republik. Es ist bekannt, daß damals der jüdische Nationalrat die führende Institution der Juden wurde, während die Prager Kultusgeincinde vollkommen verengte. Die von den Zionisten geführte ji'idischnationnle Politik hat die Anerkennung der jüdischen Nationalität in der tschechisdien Verfassung zur Folge gehabt. Damals suchten viele bis dahin assimilatorische Juden Schutz unter der jüdischnationalcn Flagge. Aber später, als sich die Lage etwas konsolidiert hatte, erschien die Assimilation wieder auf dem Plan. Als später die zurückgekehrten Legionäre in Prag deutschfeindliche Ausschreitungen arrangierten, wurde auch ein Ueberfall auf das jüdische Rathaus, dieses Bollwerk des Deutschtums, gemacht, dessen wertvolles Archiv damals demoliert wurde. Aber die Entwicklung geht weiter. Bei den Neuwahlen in der Gemeinde vor einein halben Jahre erhielten die Zionisten 5 Sitze, die jüdischnationalc Mittelpartei ebenfalls 5 Sitze, dagegen bekamen die tschechischen Assimilantcn 6 Mandate und die deutschen Assimiianten, die bisherigen Herren des Rathauses, diesmal verkleidet unter dem Namen ״Demokraten“, bekamen 8 Stimmen und damit die relative Majorität. Wie sich nun herausstellt, haben die Demokraten damals mit den tschechisehen Assimiianten einen Pakt geschlossen, wonach ein Deutscher als Vertreter der stärksten Gruppe zwar Präsident werden, aber nach einem halben Jahre zurücktreten und dem Tschechen Platz machen ,wird. Und am 17. d. M. wurde auch feierlich mit den vereinigten Stimmen der deutschen und tschechischen Assimiianten gegen die 10 jüdischnationalen Stimmen der Führer der tschechischen Assimiianten zum Präsidenten gewählt. Damit ist die altbekannte Gemeinde Prag ins Fahrwasser der tschechischen Assimilation übergegangen. Es Ist kein Zweifel, daß die Gemeindeverwaltung fortsclirciiend tschcchislert werden wird. Für Zionisten ist es selbstverständlich gleigültig, an welche Nationalität die Assimilation erfolgt; wir fordern, daß auf repräsen* iativem jüdischen Posten nur ein Mann stehen darf, der sich lediglich von jüdischen Interessen leiten läßt. Aber was uns hier interessiert, ist das Verhalten der deutschen Assimiianten. Daß sic, die doch der deutschen Nation anzugehören vorgeben und an Nationalismus sich nie genug tun konnten, die wichtigste Position des böhmisehen Judentums selbst ihren ״nationalen Gegnern“ in die Hände spielen, ist eine Handlungsweise, die die Bodcnlosigkeit ihrer ganzen Existenz enthüllt. Der Sinn dieses Vorgehens zeigte sich schon in der nämlichen Sitzung bei einem scheinbar geringfügigen Gegenstand: Es wurde mit den, Stimmen der vereinigten deutschen und tschechischen Juden beschlossen, einem jüdischen Kindergarten, der bisher in einem völlig unbenutzten Zimmer der Talmud-Thora-Schule untergebracht war, diesen Raum zu cntziciien. Assimiianten aller Nationen bilden eine Koalition des Hasses gegen alles, was im Großen und im Kleinen eine Belebung des Judentums nnslrcbt. Dieser Geist ist nur noch Zersetzung. Er ist die Reaktion der durch die Erinnerung an die Pflicht menschlicher Würde und politischer Ehre in ihrer Ruhe gestörten Kleinbürger gegen die jüdischnationale Idee. Es ist der Triumph des Opportunismus, bei dem die Assimilation an ein bestimmtes Wahlvolk entartet ist zur Assimilation an sich, der es gleichgültig wird, welcher Nationalität man dient, wenn nur die jüdische dabei geschädigt wird. Dies ist eine Selbsterniedrigung, die in der Geschichte aller Völker kaum überboteu werden kann. , Die Prager Gemeinde hat in der jüdischen Welt!einen igyten .Namen« Alte historische״ Verdienste, eine alle Tradilion assoziieren sich in der jüdischen Vor- Stellung mit dem Namen Prag, Darum ist cs a״gezeigt, diese Affäre, die scheinbar nur lokalen Chnrnktcr Hat, aus dem Winkel der provinziellen Ccnc!1fe1';־»!aftu.1׳g hin Licht der vollen Oeffentiichkeit zu ziehen. Das Judentum der ganzen Welt soll wissen, was aus der Präger jüdischen Gemeinde geworden ist. Das Judentum der ganzen Welt soll an diesem, Beispiel die Schmach der Assimilation erkennen lernen. Und jüdische, Menschen, die Gefühl für Würde haben, j die vielleicht noch zweifelnd den gewiß komplizierten Problemen der Stellung des jüdischen Volkes zwischen den Völkern gegenüberstehen, sollen sich ein Urteil bilden über die Resultate, zu denen die konsequente Assimilatiori führt und werden verstehen, daß cs nur einen Weg gibt, dieser stickigen Atmosphäre zu entrinnen, den einen Weg, der zur Freiheit führt und uns Juden nicht nur als Juden, sondern auch als Menschen wieder aufrecht gehen und freie Luft atmen läßt. R. W. Die Feier der Mandats - Ratifizierung In Philadelphia Philadelphia, Anfang September, Am 30. AuguSt hat di« Judenschaft Philadelphias die Ratifizierung des Palästinamandats gefeiert, und zwar durch eine große Parade, einen Umzug durch die Stadt vom jüdischen Viertel bis zum Stadthaus, in diesem Umzug marsdiiorten etwa 10000 Menschen, Männer, Frauen und Kinder als Vertreter von etwa 50 jüdischer» Organisationen der Stadt. Als Zuschauer wohnte ilie/.u die ganze große jüdische Bcvölkerung von weit über 100000 Menschen der Veranstaltung bei. Von den Organisationen, die in dem Zug vertreten waren, seien 11. a. genannt der Independent Order of Brith Sch01 ein, Brith Achim, der Verband der jiidisehen Teilnehmer am Weltkrieg, die Young Jude ans und die Pflegerinnen des Roten Mögen Dowid. Jede Organisation habe ihre eigenen Fahnen, in großer Fülle, int Zuge und überall wurden große Plakate getragen, die teils der Bedqitung des Tages gedachten, teils für Nationalfonds und Keren Hajessod Stimmung machten. Das jüdische Viertel, von den» aus die Parade unter Führung zahlreicher Musikbanden ihren Anfang nahm, war festlich beflaggt, die jüdische Presse hatte eine besondere! Ausgabe veröffentlicht — kurzum, eine große Arbeit und Mühe war liebevoll aufgewandt worden, um vor der jüdischen und niclitjiklischen Bevölkerung die Bedeutung dieses Tages für das jüdische Volk kundziiton. Allen Teilnehmern «in Zuge waren jüdische und amerikanische Fahnen ausgcliändigt worden. In der UnabhSngigkcilshallc wurde vor der Freihcitsglockc von den jüdischen Soldaten, Mitgliedern der jüdischen Legion, ein Kranz nicdcrgclcgt. Vor dem Stadthaure wurde der Zug vom Bürgermeister Moore (der auch vor zwei Monaten auf der zionistischen Convention eine sehr Zionistenfreundliche Rede gehalten •hatte) empfangen und feierlich begrüßt, Herr Moore betonte u. a. auch, die Juden hätten ein Recht darauf, ein Heimatland px besitzen, statt in ,der Welt zerstreut zu sein. ,,, ,; Nachdem noch einige jüdische Redner, darunter Judge Bcrnard Rosenbiatt, gesprochen hatten, schloß die Feier mit Absingung der Hatikwah und der amerikanischen Hymne. Die nichtjüdische Presse Philadelphias widmete anliißiicl» der Besprechung der Feier dem, Zionismus freundliche, aufmunternde Worte und erinnert u. a. daran, daß Mitte vorigen Jahrhunderts, lange vor Hcrzls Auftreten, ein hiesiger Rabbiner, Isaac Leeser, den amerikanischen Konsul in Jerusalem, Wardcr Crcsson, b seinem Bemühungen, nahe bei Jerusalem eine landwirtschaftliche Kolonie amerikanischer Juden zu gründen, unterstützt habe. Die Art der Begehung der Feier, wie sie oben beschrieben wurde, mag vielleicht deutsche Zionisten ein wenig befremden, und doch ist, wie ich mir habe sagen lassen, diese Aufmachung die einzige oder doch die geeignetste, um an die hiesige Judenhcit bc ranzukommen und Ihr Interesse zu erwecken. Kein Zweifel, daß. das jüdische Leben hier in seinen Formen stark von der amerikanischen Art beeinflußt ist, in der ja das Sensationelle, das b die Augen Fallende eine erhcbliche Rolle spielt, und wer eine Wirkung erreichen, einen Erfolg erzielen will, muß schon die hier üblichen Methoden anwenden. So ist die Veranstaltung ein Erfolg gewesen, schon insofern, als es gelungen ist, die maßgebenden jüdischen Organisatloiven alle zur öffentlichen Feier der Erfüllung der zionistischen Wünsche zusammenzubringen und diese Feier vor der ganzen Stadt abzuhaltcn. Nicht überall in der Welt wäre ein solches Hinaustreten an die nicht-jüdische Oeffentiichkeit möglich gewesen; die amerikanischen Zionisten haben aber heute sowohl Im jüdischen wie auch im allgemeinen politischen Leben des Landes insofern eine sehr günstige Stellung, als sowohl Präsident I larding sich mehrfach zlorvistcnfrcundlich geäußert wie auch der amerikanische Kongreß kürzlich die bekannte Rcsolution zugunsten der baldigen Ratifizierung des Mandats gefaßt hat. Dies hat natürlich in der Oeffentiichkeit und Presse eine für den Zionismus durchweg sehr günstige Atmosphä re zur Folge, Dr. S. S c h w a b a c h e r. Die ״Lodgc - Resolution“ Washington (J. C. B,). Am 21, September hat Präsident H a r d i n g seine Unterschrift unter die Resolution gesetzt, die seinerzeit im Kongreß der Vereinigten Staaten (im Senat auf Antrag des Senators Henry Ca bot Lodge und im Unterhaus 1t. Vorschlag des Kongreßmitgliedes Hamilton Fish) angcnommen wurde und die den Bestrebungen des jiidi sdien Volkes zur Herstellung eines nationalen Heimes in Palästina Unterstützung zusagt. Die Gerichtsbarkeit des Ratblnafs In Jerusalem Jerusalem (J.C. R.). Das llauptrabbinat in Palästina hat soeben dem Oberkommissar von Palästina, Sir Herbert Samuel, eine Denkschrift über die Rechte und die Kompetenz der Jüdischen religiösen Gerichte innerhalb der Palästma-KonslHutlo'i überreicht. Das Haup'rnbblnat protestiert dagegen, daß die Rechte dieses Gerichtes begrenzter sind als die Rechte des muselmanischen religiösen Gerichtshofes. (Originalbcricht der ״J, Ü") Nr. 70/77 ihr 1 erschic;*:, Der Dele״ierfcntarj der holündisciien Zionisten Am 17. imkI 13. September Luk! in Hilversum bei Am<!(r dam die diesjährige Jahresversammlung des lioll lndi;ch<.7 ״; ’ nistcnbuiHles statt. Die Exekutive war durch Herrn Lieh(' 11 e i m vertreten. Die IConiorenz war sehr stark hesu hf u.,! die Debatten über die allgemeine Lage des Zionismus’ t!-j die Fragen der zionistischen Propaganda in 1 lo!la!1<l die gespannte ■Aufmerksamkeit der Delegierten, sowie ' Zuhörer, die besonders aus Amsterdam zahlreich waren, Es ist bekannt, daß die holländischen Zionisten zum tf hebüclie« Teil gegenüber der Weltorganisation Opposition[ gestimmt sind, und daß insbesondere der Vorsitzende, [>[- fessor Ornsteii», sowie die Herren Jacobus Kann und 1)[ L i e in e in der letzten Zeit mit scharfer Kritik hervor,:etre!^ sind. Der diesjährige DelcgiertonHg stand jedoch i!;1 einer versöhnlichen Stimmung. Herr De Liemc übte in seinem Referat über den Verlauf der Jahreskonferenz!!5 Karlsbad nochmals scharfe Kritik, aber im Laufe der Diskuwiro in welcher Herr Liciitheim den Standpunkt der Exekutive ff legte und besonders die Angriffe auf die Leitung wegen der ’* Annahme des Churdilllsclicii Statements zurückwicC K\ri sich die Uebcrzctigting durch, daß die Zukunft des holülndisciiq Zionismus bedroht sei, wenn er in einer rein negativen Opno. sition verharre. Die angenommenen Resolutionen sprechen <!fr Exekutive der Weltorganisation das Vertraue!» a u 1 ur.i lassen den Wunsch zur positiven Arbeit im Einvernehmen mit der Exekutive deutlich erkennen. An Stelle des zu rücktrctendcn Herrn Ornstein wurde Herr Simons im Haag zum Vorsitzenden gewählt zum Sekretär des Bundes an Stelle des zurück tretenden sehr verdienstvollen Dr. B. Kahn wurde Herr Bernstein gewählt. In seiner Schlußrede gab Herr Lichtheim dem Wunsch tv.d der Hoffnung Ausdruck, daß in Zukunft vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Exekutive utvJ dem hol• ländischem Verband möglich sein, und daß alle Kririk, deren Berechtigung er keineswegs verkenne, auf das sachliche Gebiet beschränkt und von Uchertreibungcn frcigchalten werden m׳>t Der neue Vorsitzende, Herr Simons, richtete zum Schluß der Tagung einen Appell an alle holländischen Zionisten, den neuen Landcsvorst.wd zu unterstützen, und gab die Versieherung ab, daß der Vorstand zur harmonischen Zusammenarbeit mit der Exekutive bereit sei. Die n jstis Ich de? Bkti (fdattet v.chtigs 1.111׳ idll V c r t r < Die zio! fl (!1f rior ei klar >1!r die ׳■‘״sucht D ent* iml, vc unter J! die Leb ,ersteht, Z10 11 11 Volke nisti s ״ n h c n rioni* darin, d rriitef U Sinne ai twegur dar. St» cerschw» (Wandel über die Als bärge etwa B< liehen Westjudi findet U sdien V der Blat Deutschland Ein religionsfelndllcher Erlaß in Sachsen .! Das Sächsische Kultusministerium hat am 1. September folgende Verordnung erlassen: ״Schulbesuch an staatlich nicht anerkannlea Feiertagen. An staatlich nicht anerkannten Feiertagen darf Lehrern und Schülern künftig in keinem Falle mehr Unterriclitshefreiung zum Zwecke der Teilnahme an religiösen Feiertagshand• lungen erteilt werden. Die Verordnung über die Teilnahme der Schüler an kirchlichen Feiern und Hand• lungen vom 27. Juni 1921 , Verordnungsblatt Seite 81) bezieht sich mir auf solche Gottesdienste und kirchliche Feiern, durch die der geordnete Unterrichtste'.rieb nicht;;e• stört wird. Auch die den Israeliten durch Verordnung vom 7. März 1878, 29. November 18SI und 2. April 1913 (v. Seydcwitz-Haeblcr, Volksschulgcsctz, 7. Aufl. Amu. 7 S. 188) und den Angehörigen der Advcntisten vom siebenten .Tage durch Verordnung vom 25. September 1920 (Verord• mmgsblatt S. 131) bisher zugestandenen Vergünstigungen er׳• I ledigen sich hierdurch. Ministerium des Kultus und yfient• liehen Unterrichts“ ' Diese unglaubliche Verordnung steht nicht nur zum Ar• tikcl 135 der Reichsverfassung, der die ungestörte Religion*• Übung unter staatlichen Schutz stellt, sondern auch zu dca elementarsten Rechten jedes Staatsbürgers in schroffstem Wider• Spruch. Die Verordnung ist natürlich rechtsungültig. Wir hoffen, daß die Empörung, die diese Rcligionsverfolgung überall hervorgerufen und die bereits zu parlamentarischen Aktionen geführt hat, die baldige Aufhebung der Verordnung veran• lassen wird, die offenbar von einer völlig irrigen Auffassung des Prinzips der Trennung von Staat und Kirche und det Grundsätze der Simultanschule ausgeht. Nichtzionistische Stimmen 1 Wir haben in unserer letzten Auseinandersetzung mit den C.V,-Blättern darauf hingewiesen, daß die ״Jüdische Rundschau", derjenige Teil der Zeitschrift ״Im Deutschen Reich", der sieh mit allgemein jüdischen Problemen beschäftigt, dem neuen Centrnlvcreinsorgan nicht wiedergekelirt ist, Unsere Anregung ist auf fruchtbaren Boden gefallen, und in Nr. U von» 31. August hat sich unser Freund Verax wieder einmal mit jüdischen Dinger» beschäftigt. Wir sind weit davon ent• lernt, uns auf eine sachliche Auseinandersetzung mit diesem Artikel cinzulasscn, dessen Tendenz ca ist, nach möglichst intensiver Verhöhnung der Zionisten und der Engländer dann zu erklären, daß die Ansicdhmg jüdischer Ackerbauer in Pa* lästina stets eine Angelegenheit aller Juden gewesen ist. Herr Verax wird in seinen weiteren Artikeln, die er ankündigt, ohne Zweifel Gelegenheit nehmen, zu zeigen, in welcher Weise seine Freunde vom Ccntralvcrcin dieser Pflicht bisher genügt haben und in welcher Weise sie es in der Zukunft zu tun gedenken. Im ״Israelitischen Familienblatt", Hamburg, bringt He״! Rechtsanwalt Karl Löwenstein, Aachen, ein Schlußwort zu der Diskussion über den Kcrc» Haicssod, Es ist Herrn R.-A. Löwcnstein nicht gelungen, neue Argumente geltend zu machen, sondern er versucht von neuem, durch Zitate nachzuweisen, was niemals bestritten worden ist, daß das Direktorium des Keren Hajessod In London heute ziwiistiisdi zusammengesetzt i-t. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen* daß es ein unmögliches Verlangen ist, Kreises; einen maßgebenden Einfluß auf die Verwaltung des Keren Hajessod zu geben, die ihre Bereitwilligkeit, sich an der Aufbringu™־ der Mittel zu beteiligen, bisher noch nicht bewieset» haben. PIC Verhältnisse in Deutschland zeigen zur Genüge, daß wir zu jedem Entgegenkommen gegenüber snichtzianiirischen Kreisen dann bereit sind, wenn wir aktive Kräfte am Werk sehen, die uns beim Aufbau Palästinas helfen. ',«ich Die i N; -,יי•'. A. ׳edtv;: rvvu in üvj!:. ־׳!d net, ־teilt ,! Jtidisct.» ,,f'e i,.V: fan der .״ ־1גיח: i deich