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Jüdische Rundschau · 1922-09-29 · Heft 76-77 (29.9.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 76-77 (29.9.1922)
Date
1922-09-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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דל/1 (!er i'I.cit den t zu SCIit- Kiers nicht ü:.!e i.-deu , bei :1110esc« r״1־a rielit!rdc- :heu hat haunk’ii inkt ־;׳011 und der-!!er- Erich* am! üdieinndc. Tat im-!ich 'Nr. 70/77 *• ׳־** Die MnndalsIiontroHe des Völkerbundes Der Völkerbund hat einen Fragebogen zur Vorlage an die englische Regierung vorbereitet, um eine Kontrolle des englischen Mandates über Palästina durch den Völkerbund möglich zu machen. Die wichtigsten Fragen nehmen Bezug auf das jüdische nationale Heim und lauten: 1. Welche Maßnahmen sind getroffen worden, um das Land auf eine solche nolitischc, administrative und ökonomische Grundlage zu stellen, daß die Errichtung des nationalen Heimes für das jüdische Volk gesichert sein solle? Weiches Ergebnis hatten diese Mannahmen? 2, Welche Maßnahmen sind getroffen worden, um das Land auf eine solche politische, administrative und ökonomische Grundlage zu stellen, daß die Entwicklung der Selbstverwalt110£;s Institutionen im Laude gesichert sein solle? Welches Ergebnis hatten diese Maßnahmen? 3. Welche Maßnahmen!.ad getroffen worden, um das Land auf eine solche politische, administrative und ökonomische Grundlage zu stellen, daß die bürgerlichen und religiösen Rechte aller' Einwanderer in Palästina ohne Unterschied von Rasse und Religion gesichert sein sollen? Welches Ergebnis hatten diese Maßnahmen? Die Frage über die ״Autonome Verwaltung“ lautet: Welche Maßnahmen sind getroffen worden, uin die lokale Autonomie zu fördern und welches Ergebnis hatten diese Mannahnten? Bezüglich ״jewislt Agency“ wurde gefragt: 1. Warm und auf welche Weise ist die Jewish Agency offiziell anerkannt worden? 2. Ob und welche Ratschläge die Agclicy der Palästina-Administration im Laufe des vorigen Jahres erteilt hat? ln welcher Form und in welchem Zusammenhang? 3. Welchen Charakter trägt die Zusammenarbeit dieser Agency mit der Palästina-Administration auf ökonomischen, sozialen und anderen Gebieten, und in welchem Umfange hat sie stattgefunden? 4. Auf welche Weise hat diese Agency an der Entwicklung des Landei teiigenommen (statistische Daten bczüglich der Ergebnisse)? 5. Welche Maßnahmen sind in Vereinbarung mit der Regierung Sr. Britischen Majestät getroffen worden, um die Mitarbeit aller Juden zu sichern, die bereit sind, an der Herstellung des jüdischen nationalen Hei-' mes mitzuwirken? Mit Bezug auf Immigration und Emigration sind die Fragen folgendermaßen formuliert: L Wcldte Maßnahmen sind getroffen worden, um die jüdische Immigration zu erleichtern? 2. Welche Maßnahmen sind getroffen worden, um die Rechte und die Stellung anderer Teile der Bevölkerung zu wahren? 3. Welche Maßnahmen sind getroffen worden, um Ln Zusammenarbeit mit der Jewish Agency die dichte Ansiedlung der Juden auf dem Lande zu fordern? (Bitte die Ziffern anzugeben.) 4. Welches Ergebnis haben diese Maßnahmen gebracht? Mit Bezug auf die ״Nationalität“ (Bürgerrecht) wird gefragt: 1. Wie Jaulet das Gesetz über das Bürgerrecht? Sa!d spezielle Bestimmungen in Kraft getreten, um die Er- Werbung der palästinensischen Bürgerrechte durch die Juden zu erleichtern? Mit Bezug auf die 0״ek 0no m i seh e Gleichheit“ Verden folgende Fragen gestellt: 1. Ist es als nötig befunden worden, zusammen mit der Jewish Agency öffentliche Ar• heilen oder genicinnützliche Unternehmungen zu fördern oder natürliche Reiciitümer des Landes zu entwickeln uikI unter wddteii Bedingungen? 2. Es wird gebeten, die volle Liste der erteilten Konzessionen, sowie die Namen und die N.itiona* lität (Staatsangehörigkeit) der Personen, denen die Koiucssionen erteilt worden sind, milzuteilcn. Betreffend die ,,Offiziellen Sprachen" wird gefragt: 1. Ob die drei offiziellen Sprachen des Landes gleichermähen im Gebrauch sind und ob sie in den Qcsetzgcoungs• und Verwaltinigsaktcn, sowie vor Gericht gleichberechtigt sind. 2. Sollte dies nicht der Fall sein, welche Sprache wird dann gebraucht? Der Bogen enthält noch mehrere Fragen, die sielt auf das palästinensische Gcriclitssystem, die Heiligen Stätten, die Gewissensfreiheit, die militärischen Bestimmungen des Mandates usw, beziehen, , ״Hadassali“ und palästinensische Sanltätsvcrwallnng - ] e r u s a I e in. (J. C. B.) Wie offiziell mitgctjilt wird, sind am 15. d. M. 16 Mitarbeiter der jüdischen SanitätsgescUschaft ״Hadassali“ in den offiziellen Dienst der palästinensischen Regierung cingetrctcn. ־, JUEDISCHE RUNDSCHAU' Von ]Mischen Miiioritätenrechtcn Die Minoritätenffage vor dem Völkerbund Genf, (J.C, B.) Die reellste Kommission führte eine Diskussion über die Minorilä teuf rage. Der chinesische Dc!cgierte erklärte sicli mit dem Inhalt der Vorschläge Murrays einverstanden. Die Minoritätenfrage möge ebenso gelöst werden, wie dies in der Schweiz geschehen sei. Murray crkllrtc sich bereit, auf Punkt 3 seiner Resolution zu verzichten, schlug jedoch vor, int Protokoll fcstznlcgcn, daß Ir» Gebieten, wo häufig Konflikte ernster Nntur Vorkommen und die Ruhe imd Ordnung oft durch Vertreter der europäischen Mächte wieder• hcrgesleilt werden müssen, ein unparteiischer Rcchcnschaftsbericht über die Ereignisse ausz.uarbcite» sei und ein Vertiefer des Völkerbundes bei gegebener Gelegenheit ln dieses Gebiet entsendet werden solle. Die Kommission schloß sich diesen Bemerkungen an, wünschte jedoch, eine diesbezügliche Resolution zu fassen. Auf Antrag Dr. Benesch# wurde hierauf eine Resolution angenommen, die das Sekretariat ersucht, in der Frage der Minderheiten auch darauf zu achten, ob die Vertreter einer Minderheit ihre Pflichten gegenüber den Staaten tatsächlich erfüllen. Ungarn G c n L (J. C. B.) Die von den jüdischen Vertretern ln Genf, insbesondere vom Vertreter des Londoner Joint Foreign Committee, Herrn iLitcien Wolf, unternommenen Schritte, den jüdischen Minderheiten in Ost• und Mittelcuropa die ihnen zu kommenden Rechte zu ga ran tier c 11, waren mit Bezug auf die ungarischen J u• den erfolgreich. Während der Beratung über das Gesuch der ungarischen Regierung um Aufnahme in den Völkerbund hat der Vertrete!• Großbritanniens gemäß den Vorstellungen des Joint Foreign Committee die Frage des Schutzes der jüdischen Minderheiten in Ungarn oufgcrollt, Die ungarischen Ver• treter haben sich hierauf dem Völkerbund gege n über verpflichtet, den Schutzder Minder, beiten in Ungarn zu garantieren. Der jetzt in Genf weilende ungarische Minister des Aeußern, Oraf Banffy, hat Herrn Luden Wolf nodi die besondere Versicherung gegeben, daß Ungarn über das Leben der jüdischen Bevölkerung und ihre körperliche Freiheit streng wacjicn und daß der numeru* ela us 11 sin den Universitäten und Hochschulen abgcscliafft werden wird. , , Lettland und Estland Genf, (J. C. B.) Der Vertreter des Komitees der jü• di.1c.hcn Delegationen, Dr. .Leo Motzkin, und der Vertreter des Joint Foreign Committee, lucicn Wolf, haben beim Völkerbund Vorstellungen bctrcftbnd die Hintansetzung der jüdischen Minderheitsrechte in Lettland und Estland erhoben, da diese beulen Staaten sich weigern, den früher übernommenen dies• bezüglichen Verpflichtungen «lachzukommen. Die Aktion der jüdischen Vertreter wird insbesondere von Dr, Frithjoff Nan. s c n und von dem südafrikanischen Vertreter, Prof. Gilbert Murray unterstütz{. Die kommenden Sejrawohlcn W a r s c 11 n u. (J. C, B.) An den kommenden Scjinwahlcn werden sich die folgenden jüdischen Parteien bcteiligen! 1. der nationale Block, der Zionisten, Orthodoxe und die organisierte Kaufmannschaft umfaßt (diese alle gehören dem allgemeinen Minderheitsblock an); zweitens der von Pri• lutzki geleitete sogenannte demokratische Block; drittens die Rechtspartei der Poalc Zion, die Zcirc Zion, die mit den un• abhängigen polnischen Sozialisten gehen; 4. der Bund; fünftens die linken Poale Zion. ' ׳ Die polnisch-jüdischen Sozialisten geben anläßlich' der Wahlen eine jüdische Zeitung, die ״Przemyslcr Volksstimme", heraus, in welcher für die Kandidatur Dr. Licberinanns Propaganda gemacht wird, י Demnächst wird ln Warschau ein neues Organ der Linkspartei der Poale Zion zu erscheinen beginnen, Warschau. (J. C. B.) Die jüdische Presse In Polen kommentiert das Regicrungsprojckt der ostgalizischcn Autonomie dahin, daß dieses Projekt irrt strikte» Widerspruch sowohl zur polnischen Konstitution als auch zum Versailler Vertrag stelle. Die Presse meint weiter, das Projekt werde niemand befriedigen und deshalb auch nicht Wirklichkeit werden. ite, »9, die :ca' ade seil •זיז Iciz :ad •מ ein .cn c!1 Da en, 1:1« Jic eit cn, ad 11 c ie־ -.i 4 •ז׳ ,11:!-ז 111: essmic Fcsttngsmclodic (Seile 85, Nr. 10), die Hohe Feiertagswcisc Seite 96, dcsgl. Seite 99, die Nr. 56 und 57, und noch viele andere, die ich nicht auf/ühlen will, weil es mir schivcrfällt, nur mit Zahlen aufzuwarten. Kurz: jeder Jude, jeder Nichtjude, jeder Fachmann, jeder Niclittachmaim sei auf diese großen Erfolge Idelsohnschcr Kinde hingewiesen, deren Wcitercrschciuen — das Werk erscheint hebräisch, deutsch und «;ngliscli —• wir mit Spannung verfolgen. Zum Schlüsse sei dem großen Gelchrien _ und *einem mutigen Verleger auch an dieser Steife aller 'Juden Dank für Mühen und Erfolge ausgesprochen. Arno Nadel. Jüdisch religiöse Kunst Ein Gang durch die Ausstellung kirchlicher Kt&nst im Stuttgarter Handclsiiof bestätigt aufs neue das Beduifnis des modernen Künstlers nach religiöser Bindung und Gestaltung. Hochinteressant war uns besonders der j ü dtsche Saal. Neben den wertvollen alten Leuchtern, Geräten und Decken erschienen die Keime einer neu erblühenden jüdischen Kultur, Besonders überrascht wurden '',ir durch die Holzschnitte dc3 jungen Morgen thcinier Künstlers Hermann Fcchcnbach, zurzeit an der Akauemie in Stuttgart. Neben dem ausgeprägten Charakterkopf «es lesenden Talmudgelehrten und dem fein beleuchteten Chanukkahschnitt schuf er einen wohlgelungcncn Mi srach. Interessant ist, wie Fechenbach die Vielheit der Gedanken «nd Bilder zusammcnscliloß durch die OcgcnübcrstdliMig von göttlicher Arbeit und Gcbolcn zu menschlicher Arbeit und Gdiet. Die göttliche Arbeit in Form der sechs Schöpf un5 ״- Jage nehmen die untere Länge dc5 Misracii ein, vom Licht;״■*, *um Menschen und den Tieren. Darüber hebt sielt als iSichcnzackige 'Krone der Sabbath. Ornamental wirkt die jü-;«!sehe Schrift in der Krone, Die Krondcmaiitcn bilden die («1־er Feste der Freude: Peßach., Schwuoth und) Sukoiii, Süaraklerisiert durch den Auszug aus Aegypten, die Gesetzestafeln und die Laubhütte. Erleuchtet wird das ganze Bild durch einen zentralen Davübister». In die äußersten Spitzen des Sterns sind die höchsten ernsten Feiertage verlegt: Kosch- Hasch,mal! und Jom Kippur, dargcstcllt durch die Wage über dein offenen und andererseits Join Kippur durch das besiegelte Buch. Der Holzschnitt wird geschlossen durch zwei menschliche Figuren, links den arbeitenden jungen jüdi• scheu Bauern in Vorderansicht, rechts einen allen lictcndcn Juden im Profil. Arbeit und Gebet sind cs, die die Oöttfichkeit des Lebens zu fassen vermögen. Hann» Israel. Büchcrschau Die Jüdische Nallonnlblbllothek In Jerusalem von Nor■ bert Weid ler, Hemusgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft zur Föideumg der Jüdischen NatintiMbibliothck ״Pro biblotlicca judaica", Zürich, Gcßncrallce 52. -8° י, 24 Seilen, Preis 1,5!) Frej. Diese Sdirift behandelt in übersichtlichen Kapiteln Geschichte, Stand, Organisation, Ausbau und Ziel der Jüdiselten Natiomilbibliotlick. Besonders wertvoll erscheint uns das Bestreben, genaue Daten anzuführen. So macht uns die Broschüre bekannt mit den Schützen und Schenkungen der Jüdischen Nation,־lihihliotliek und den Komitees, die sich bisher :11 14 Staaten gebildet haben. Ganz besonders willkommen ist der Abdruck der Statuten der Schweizer Gesellschaft, die als brauchbares Schema für jedes Land dienen könnte, gleich wie das vorgesdilagcnc ״Arbcitsprogramni und WeglciUmg für die Freunde der Jüdischen Nidionalbibliotlick". Zehn jüdische Univcrsitiitsiiroi'essore» und vier Rabbiner in der Schweiz bilden zurzeit das Kuratorium der Gesellschaft ״Pro biblotlicca judaica", Zweigstellen sind in sechs Städten errichtet. Diese gründlich vorbereitete organisatorische Arbeit läßt auf Erfolg hoffen. Siirtiche Landcisamniclstcl'.cn sollten sicli ihnen gebotene Muster;•.neigen machen und nette Orts• gruppen sich unter Ucbcriulimc dea gegebenen Beispiels bilden. Das Titelbild, welches einen aus unfruchtbaren Gefilden in ein blühendes Land tchwcbendea Ocnlus darstcllt, itammt Seite 515 י־ Die Assimilation am Abgrund Es ist in der letzten Zeit von zionistischer Seit« öfter darauf hingewiesen worden, daß wir heute eine1 andere Stellung zum Phänomen der Assimilation haben als zu Beginn der zionistischen Bewegung. Damals hat die neuerwachte Erkenntnis, die leidenschaftlich« Abkehr von der bisherigen Art der Judenpolitik, dazu verführt, die Assimilation, die als Folge der Emanzipation der Juden eintrat, schlechthin als verdammens• werte und unsittliche Fahnenflucht aufzufassen. Erst die Festigung der nationalen Bewegung gab genug Ucbcrlcgenheit und Sdbstsicherhcit, auch das ge• schichtlichc Werden vortcilsloscr zu würdigen und diel psychologischen Wurzeln zu untersuchen, aus denen das politische und kulturelle Programm der Assimilation' hcrauswuchs. Wenn wir so die Assimilation historisch׳ utid gcistcsgeschichtlich zu begreifen versuchen, so er• kennen wir, daß an ihren Anfängen ideale Motive stehen,*־ die der Grundstimmung verwandt sind, die unsere', heutige Generation zum Zionismus gebracht hat. Es! ist Auflehnung gegen die Enge, die geistige Beschränktheit des Ohetto, cs ist die Sehnsucht nach weiten Horizonten, der Wille zur Kultur, der Kampf um höchste menschliche Werte. Diese Anerkennung der ideellen An•• triebe legt uns besondere Pflicht Jer Kritik auf. Was ist aus der Assimilation geworden? Ihre reinen Vor* kämpfer haben geirrt. Ihr Weg hat in eine falsche Richtung geführt und wurde von der Lebenskraft des Ghetto überwuchert. Die Assimilation als Bewegung ist heute nicht nur äußerlich zusammengebrochen, sondern auch innerlich vollständig entartet. Obwohl sie immer noch weiter vegetiert, hat sie längst aufgehört, eine geschichtliche Macht zu sein. Was uns heute als, Assimilation begegnet, ist nicht mehr Hinstreben zu idealen Zielen, sondern eine rein negative Tendenz, Mimikry, eine kaum glaubliche Stufe der Charakter* losigkeit. Die Jahre des Krieges und der darauffolgenden Umwälzung haben den kläglichen Zusammenbruch der! Assimilation mit einer erschreckenden Deutlichkeit deinonstriert. Wir meinen damit nicht nur die Tatsache, daß die Länder mit ausgeprägtester programmatischer' Assimilation, wie Ungarn und Deutschland, sich in die׳ Heimstätten des wüstesten Antisemitismus verwandelt haben, der den Juden trotz ihres Ueberpatriotismus* mit erbarmungsloser Deutlichkeit gezeigt hat, daß ihre Bemühungen um Anerkennung ihrer Zugehörigkeit zur Wirtsnatibn, daß alle Preisgabe und Verleugnung des Judentums nichts genützt haben. Sondern wir meinen die innere Bloßstellung, die sich darin äußert, datt jüdische Assimilanten cs fertiggebracht haben, gleichzeitig mit der Aenderung der Staatsnation auch ihre eigene ״Nationalität“ zu ändern. Es gibt in der Slowakcl jüdische Gemeinden, die noch vor fünf Jahren die stärksten Pfeiler des Ungartunis waren und die sielt heute nicht nur zur slowakischen Nationalität bekennen,! sondern auch der Regierung von Zeit zu Zeit in ge-', cignctcr Form zuraunen zu müssen glauben, daß die Zionisten nicht genügend slowakisch-national empfinden. Achnllchc Vorgänge finden wir in anderen Staaten. Dies« Erscheinung führt die Assimilation als ideale Kraft vollständig ad absurdum. Nicht mehr ist sie der "Wille, ganz in den Verband der Nation einzudringcii, deren Kultur, Sprache, Gesittung dem betreffenden Juden als seine eigene erscheint, mit der er sich innerlieh so verbunden fühlt, daß er auf dem Scheidewegei zwischen Judentum und ihr die letzte wählt, sondern hier ist nur noch nackter Opportunismus, der wie nichts anderes geeignet ist, das Judentum!und die Juden in den Augen aller Nationen, auch derer, die dadurch einen Machtzuwachs haben, verächtlich zu madicn. Diese Entartungserschcinungcn sind die brennendste Schande unserer neueren Goliisgcscliichte. Denn diese Menschen, die gewöhnlich im Privatleben anständige von Maler Alexander Wntb. Die Broschüre, inhaltlich »nd buchtcchnisch eine gcwhsenhaftc Arbeit, ist gegen Einsendung von 1,70 Fres. in Marken direkt von der oben genannten Adresse oder durch die Redaktion zu beziehen. , M. Beer» Allgemeine Geschieht« des Sozialismus und der sozialen KUmpfc. I. Teil: Altertum; 11. Teil: Mittelalter; III. Teil: Neuere Zeit. Berlin 1922, Verlag für Sozialwissen• schäften. , In diesem Werk gibt Beer eine Instruktive Geschichte des vormarxistischen Sozialismus, eine Ucbcrsicht über die Ent-; Wicklung der sozialen Zustände und die sich aus׳ ihnen, ergebenden sozialen Ideologien und Kämpfe. Im Altertum (1. Bd.) nimmt Palästina einen breiten Raum ein. Die soziale Gesetzgebung Israels, das soziale Pathos der Proplictcn und das soziale Leben dOr׳Essäer werden eingehend־ dargcstcllt. So gibt das Büchlein eine Art materialistischer• Geschichte des jüdischen Volkes, die auch dort interessante Aspekte bringt, wo man sich der Auffassung nicht anschlicßen kann. Der enge Zusammenhang zwischen religiöser und sozioicr Bewegung, wie er sieh im Judentum äußert, tritt auch zutage in den mittelalterlichen sozialen Strömungen, die׳ der 2. Band - schildert. Der 3. Band gibt eine Darstellung der ersten sozialen Erhebung Deutschlands (Bauernkrieg) und eine Einführung in die diversen utopistischen Systeme. Dar1 ganze Werk ist fesselnd und anziehend geschrieben, zeigt die idccngeschichtlichcn Zusammenhänge und gibt einen guten Ucbcrblick über die Materie, Heines Werko in Einzelausgaben. Mit Bildern aus seiner Zeit. Neu durchgcschcne Originalausgabe: Die Romantische Schule. Einleitung von O. A. E. Bogeng. —» Hamburg-Berlin 1922, Hoffmann & Campe Verlag. > Der im Rahmen dieser Ausgabe erschienene Band der bekannten literarischen Streitschrift Heines hat ein vornehme* und ansprechendes Gewand gefunden. Das gut gedruckt« Buch ist durch zahlreich« Bildbeigaben (Bildnisse der Romsntiker, Buchsclmiuckwicdergnbc jener Zelt usw.) und Faksimilia besondere anziehend und wertvoll . j •u ..-.- <>•

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