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Jüdische Rundschau · 1922-09-22 · Heft 75 (22.9.1922) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 75 (22.9.1922)
Date
1922-09-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife 508 ' JUE'DISCHE RUNDSCHAU Nr. 75 Nr. ־1 © e, ר״״ ז %J m. f» %) Iä% *m ד־/ V# 1 *!*ist . Interview mit Herrn Abrollen! Qoldbe.r(), /.lflnuiiSCiieü pödesÄiiötl 4׳׳ r~r׳ i.^4 itive der Herr Abrrthoni Ooldberg, der bekannte Führer der amerikanischen Zionisten, weilte bekanntlich nach der Karlslinder Jahreskonferenz einige Zeit in Berlin und hat auch am Dclcgicrtcntag iri Kassel tcilgcivommen. Ooldberg gehört zu den ältesten amerikanischen Zionisten und hat bereits au vielen Kongressen tcilgcnommcn. In der letzten Zeit war er einer der energischsten Vorkämpfer des Keren liajessod in Amerika und hat bei den inneren Kümpfen der amerikanischen Organisation, die zum Sturze der Brandeis-Oruppe füJirten, eine hervorragende Rolle gespielt. Nach dem Sturze der Brandeis-Oruppe hatte man allgemein befürchtet, daß die politische Stoßkraft des amerikanischen Zionismus durdi das Ausscheiden der hervorragenden Persönlichkeiten der früheren Leitung leiden werde; in diesem J all re ist cs möglich gewesen, in glanzender Form den Gegenbeweis zu erbringen: Die Resolution des amerikanischen Kongresses zugunsten der jüdischen Heimstätte war einer der größten politischen Erfolfc des Zionismus überhaupt und hat die Bestätigung des Mandates herbeizuführen geholfen. Diese Lodge-Renolution ist das'Vcrdicnst der gegenwärtigen Führer des amerikanischen Zionismus, vor allem der zwei Männer Lipsky und Goldberg, die in unermüdlicher Arbeit es verstanden haben, den politisdien Willen der jüdischen Massen Amerikas zugunsten der zionistischen Forderung zu mobilisieren. Die Notlage des Zionismus hat cs mit sich gebracht, daß wir uns gewöhnt lialicn, vom amerikanischen Zionismus stets im Zusammenhang mit Geldfordcrungen zu sprechen; da wir aber überzeugt sind, daß auch finanzielle Erfolge auf die Dauer nur dann erzielt werden können, wenn ein« entsprechend gefestigte zionistische Bewegung vorhanden ist, hat unser Redakteur die Gelegenheit benützt, Herrn Goldberg gerade über die innere Entwicklung des amerikanischen Zionismus zu befragen. Aus der Darstellung Goldbergs geben wir nachstehende Ausfüllrungen wieder: 1 ״Der Zionismus in Amerika hat schon eine lange Gesdikhte. Es ist nidit richtig, wie viele meinen, daß der Zionismus erst aus dem Osten mell Amerika gebradit wurde; in Wahrheit sind zionistisdic Gedankengänge sdion lange vor Herz} fcstzustcllcn, bei den sephardischen Juden, die als erste nach Amerika gekommen sind. Idi erinnere nur an den merkwürdigen Plan Manuel Noadis, in New York eine Art Judenstaat zu gründen, der ein Naditasyl für die verfolgten Juden bilden sollte, von wo sie den Auszug nadi Ercz-Israel vollziehen konnten. Mehrere sephardische Familien, 7, B. Pereira Mendes, zu der auch' der in Karlsbad anwesende Rabbiner gehört, oder de Sola, waren sdion vor Herd zionistisch, Das sephardische Judentum war niemals arwtional und hatte stets Beziehungen zu Erez-Israel, aber die Wenigen Familien sind allmiihlidi dodi assimiliert worden Und heute 80 gut wie verschwunden. Nach den Sephardim kamen die deutschen Juden, deren geistige Führer die Reformrabbiner waren. Doch auch dieses Refomijudentum war nicht etwa so extrem assimilatorisch wie das Refomijudentum in Deutschland, vielmehr sind gerade die ersten zionistischen .Vereine in Amerika von Refomirabbineni gegründet worden. Erst im ,Verlauf der weiteren Entwicklung ist das Reformjudentura antinational geworden. Es hat die Devise aufgcstcUt, Amerika ist unser Erez-Israel und Washington ist unser Jerusalem. Diese Entwicklung hat immer weiter um sidi gegriffen aber trotzdem sind eine Anzahl von deutschen Juden zionistisch geblieben. Die entscheidende Veränderung im amerikanischen Judentum vollzog sich durch die dritte jüdische Einwanderungswcllc, die das russische Judeitlum ins Land brachte. Die russischen Juden haben ihre zionistisdic Gesinnung aus ihrer früheren Heimat mitgcbradit, aber die einwandemden Massen bestanden meist aus kleinen Leuten ohne Intelligenz und ohne Führung. Daher haben sie sidi der Führung der deutschen Juden anverfraut und sidi immer mehr an den Gedanken gewöhnt, daß sie der Führung von außen bedurften. Ebenso wie im ganzen Judentum hat audi innerhalb des Zionismus die Masse stets Ausblick gehalten nach Führern von außen. In dieser!Tatsache liegt der Hauptgrund dafür, daß der Zionismus in Amerika keine geistige Weiterbildung und Vertiefung erfahren hat. Denn die Masse, die aus Rußland kam, war zwar erfüllt mit jüdisdicr Kultur, hatte Beziehungen zur hebräischen Sprache und Literatur, aber die Führerschaft war diesem Geiste fremd Und dadurch gewöhnte sich audi die Masse daran, fremden Göttern zu dienen. Dieser Zustand wurde als' ganz normal empfunden, sdion weil die deutschen Juden die Gründer der ersten Vereine waren. Vier Jahre vor Btandeis׳ Auftreten war diese Entwicklung unterbrochen worden, die deutschen Juden hatten sich zurückgezogen und die Leitung in der Hand der Ostjuden gelassen. Damals begann sich eine neue Entwicklung anzubahnen, aber glddi nach dem Krieg ist Brandeis aufgetreten und damit wurde die alte .Tradition erneuert. Mit Brandeis katn der Strom der assimilierten Juden wieder ln die Bewegung und die Massen haben sidi wieder gewöhnt, auch den Zionismus mit fremden Maßstäben zu messen. Es war der Versudi einer Erweiterung der Grenzen, aber er scheiterte daran; daß die Führer kein Verständnis für die jüdische Volksseele hatten. Brandeis׳ Sturz hat die Führung in die Hand der russischen Juden selbst gegeben. Aus dieser neuen Situation ergeben sich auch neue Perspektiven für die Vertiefung der zionistisdien Ideologie. Es ist unverkennbar, daß eine Vertiefung des Zionismus heute in Amerika unterwegs ist Die sehr mächtige Slndentenbcwcgung, die zwar offiziell nidit zionistisdi ist, ist in ihrer Ideologie nationaler als der offizielle Zionismus. Sie ist getragen von der Ueberzeugung der Notwendigkeit einer eigenen nationalen jüdische« Kultur ohne Rücksicht auf die Befürchtung, daß dadurch ihr Amerikanertum gefährdet werden könnte. Als ein besonders begrüßenswertes Symptom betrachte idi das Wiedererwachen des religiösen Gefühls. Bis vor kurzem war es in Amerika Mode, die Religion nidit nur abzulehnen, sondern sogar zu verspotten. Diese Schwädmng der Religiös kam aus zwei Quellen. Auf der einen Seite war es der radikal-aufkiärcrisdic Kpsmopoli tIsmus, und Sozialismus, der einen offenen Kampf mit Gott Hirte, so weit, daß zum Beispiel Ersdieinungcn wie Jom kippur-Bälie auf der Tagesordnung waren. Auf der anderen Seite hat das Refomijudentum, das zwar in seinem Urspnm״ au3 einer innerlichen Religiosität herkommt, die Möglichkeit geboten, die religiösen Lebensformen zu iguoriercu und allüudilich die Religion bis zur Unkenntlichkeit zu veräußerlichen. Aus dieser verzweifelten Situation sdictnt Jetzt ein Umschwung sich vollzogen zu haben. Die Kinder jener Generation sind oft sehr religiös. Zweifellos Ist das auch dem Einfluß Amerikas zuzusdirdbe'1’1, wo jetzt eine starke religiöse Bewegung hmner mehr hervortritt, aber auch dem Umstnnd, daß das ruhigere Leben der bereits eingebürgerten zweiten Gieneratton wieder zum Nadidcnkc« über die letzten Probleme zurückführt. Ein anderes Moment ist die Stärkung des Zusammenhanges mit dem europäischen Judentum. Audi hier macht sich' der Einfluß einer allgemeinen amerfkanisclien Bewegung geltend Amerika hat früher hochmütig auf Eun0]M herabgesdiaut, aber jetzt beginnt man dort ein- Zusehen, daß wir zwar zivilisatorisch 11511er stehen als Europa aber da« kulturell-schöpferische Leben Ist in Amerika erst in den Anfängen. Man beginnt, die alten Kulturen Europas, seine Literatur und Leistungen auf allen Gebieten, wieder zu bewundern, ,Dasselbe vollzieht sidi In der jüdischen Weit. Die amerikanischen Juden beginnen wieder die großen kulturellen und literarischen Leistungen der europäischen Juden zu bcwundern. Da auch in Europa ■idi allmählich eine Hoch- Schätzung Amerikas, ecincr Ideen und Zukunftimiöglichkeiten, durchsetzt, kann man erwarten, daß sidi allmählich eine An• näiicnmg zwischen mncrikanlndiem and europäischem Judentum vollzieht. Dadurch wird das amerikanische Judentum audi geistig beeinflußt werden. Audi innerhalb de* amerikanischen Judentu ms wird sidi eine Annäherung vollziehen. Der Prozeß der Assimilation der deutschen Juden an das russische Judentum ist im Werden, aber eine Voraussetrung dieser Vcrsdunelzung ist ein erhöhtes Selbstvertrauen der msslsdicn Juden, damit sie sidi den dcutsdien Juden gleichwertig fühlen. Idi habe sdion darauf hingewiesen, daß mit dem Fall von Brandeis die zionistisdie Bewegung Führer aus ihrer eigenen Mitte gewonnen hat. Diese Juden aus dem Volke haben zum ersten Male selbst, ohne die prominenten Persönlidikciten des deulsdien Judentums, Politik geführt und sie haben einen außerordentlichen Erfolg errungen, Es ist ihnen gelungen, zu zeigen, daß man nicht nur ,Namenpolitik• machen kann, sondern ,Firmapolitik'. Die Firma ,Zionistisdic Organisation' muß genügen, um 11nseren Vertretern Zutritt zu verschaffen, gleichviel wie sie heißen. Diese Politik hat Erfolg gehabt und sie wird ihre Wirkung auf das Selbstvertrauen der jüdischen Masse nidit verfehlen. Damit Ist eine Annäherung zwischen deutschen und russischen Juden auf eine gesunde Basis gestellt." Ueber die Zukunft fiuQcrte sidi Herr Ooldberg folgendermaßen: ״Eine Assimilation ln dem Sinne wie die sephardische Assimilation war, ist heute in Amerika unmöglich. Dam ist heute sdion der Antisemitismus zu stark und die Juden kommen immer mehr zu nationalem Bewußtsein. Das deutsche Judentum verschmilzt allmählich mit dem russischen. Die Iauptfngc' ist * y . die Erziehung des hcranwachscnden Geschlechtes und in diesem Punkt müssen wir leider heute pessimistisch sein. Die jüdische Sprache Ist zum Untergang verurteilt, darüber kann kein Zweifel bestellen. Denn, obwohl die jiddische Presse und Literatur einen großen Auf• schwung genommen hat, und man sich des Jiddischen Dank der Wirkung des Zionismus, nidit mehr 6d!iimt, können wir doch die Augen nicht davor verschließen, daß die Kinder in den meisten Fällen die jiddisdie Spradie gar nidit mehr bcJicrrsdien. Wenn keine neuen Einwandererströme kommen, geht die jiddisdie Spradie unter. Es wächst also ein Judentum ohne jüdisches und hebräisches Wissen auf und cs gibt heute keine Kräfte im amcrikanisdicn Judentum, um eine neue kulturciie Bewegung zu entfesseln. Das liegt an der sdion erwähnten Tatsadie, daß die Emigranten nadi Amerika ohne Führung einer Intelligenz gekommen sind. Die Intelligenz ist in Europa geblieben und in Amerika hat sich kein geistiges Leben entwickelt. Allerdings gibt es heute gewisse kulturelle Institutionen, es gibt Talmud Thoras ln allen Bezirken, die hebräische« Lehrer sind sehr besdiäftigt, es gibt schon einen Kreis von jungen Leuten, sogar von in Amerika geborenen, die hebräisch können, aber nidit jiddisch. Die Verhältnisse bessern sidi allmählich, aber nodi Immer ist die Lage sehr sdüccht, und cs bedarf ungeheurer Anstrengungen, um den Strom der Assimilation aufzuhaltcn. Wäre nidit durch die Lage der Dinge die Zionistische Organisation Amerikas heute gezwungen, sich auf die O'cldsammlungcn zu konzentrieren, so wäre cs jetzt ihre wlditlgstc Aufgabe, diese kulturelle Bewegung zu sdiaffen. Infolge der verhängnisvollen Situation sind aber alle zionistisdien Kräfte in der Finanz• r.klion gebunden und andere aktive nationale Kräfte sind nidit vorhanden. Hier stehen wir also vor einem Problem, das uns selbst wohl bekannt ist und für das eine Lösung gefunden werden muß, wenn wir auch heute nodi keinen klaren Ausweg scheu.‘‘ Unser Gewährsmann stellte an Herrn Ooldberg dann noch einige Fragen über das Verhältnis zur Brandels-Gruppe. Goldlcrg sagte: ״Wären die Brandeis-Leute keine Zionisten, so müßte mau anerkennen, daß das, was sie gesdiaffen haben, eine sehr wichtige Sache ist. Sie haben einen Verein für Palästina- Zwecke gegründet, das Palcstine Development Council (P. I>. C.), der nidit national ist und daher eine Grundlage für die Heranziehung nicht zionistisch er Kreise bildet. Es ist ihnen gelungen, mit den Refomirabbineni Frieden zu schließen, die die heftigsten Gegner des Zionismus sind und gegen die Lodge-Resohition gearbeitet haben. Es ist sicher gut, wenn ein Weg gefunden wird, um auch so fernstehende Kreise zur Mitarbeit für Palästina heranzuziehen; aber die Zionistisdic Organisation kann 80 etwas natüriidi nicht madicn. Es gibt unter ihnen und audi unter uns viele, die wünschen, daß die Brandeis-Oruppe zu, uns zurftckkehrt, aber das, was sie geschaffen haben, laßt sie heute gar nidit mehr zurüd,•kommen. Denn obwohl zwischen den zwei Gruppen zwischen uns und ihnen, jetzt vollständiger Friede herrscht und vielleicht auch eine gewisse Kooperation in Palästina-Unternehmungen erzielt werden kann, sind jene doch gezwungen, sich in Ihrer Arbeit von der ziom';,(!.^ Ideologie zu befreien, damit »ie ihre niclxt/äonisti eclvea x־« bänger behalten können. Zwar sind sic Mitglieder der zC nistischen Organisation, zahlen den Schekel, aber das natfona•ן ״ Element, in dem Sinne, wie wir es verstehen, hat fcr ',;j viel von seiner Wichtigkeit verloren. Dabei muß!״an darüber klar sein, daß die Brandeis-Gruppe die reichen jU sehen Dynastien nicht gewinnen wird, denn diese niemals zngeben, daß diese Gruppe im jüdischen gcsdkthjf,' liehen Leben eine Rolle spielt Für diese Warburgs, walds und wie sic alle heißen mögen, ist Brandeis g, 1 Außenstehender, ein ,Goj‘. Vielleicht könnte■ auf diese lrgtR(£ F eine große Persönlichkeit wirken, die sowohl im Wirtsclnftj.?■ leben oder in der Wissenschaft große anerkannte Erlös f* hatte, als audi sidi mit jüdischen Problemen bcsdiMtijt,' f Die Brandcis-Ünippc wird wahrsdieiniidi nur die aufgesti“^! nen russisdicn Juden gewinnen, keineswegs die alten dey!!1 sehen Familien.“ ׳ Zum Schluß sagte Ooldberg: f ״Es bt ganz falsdi, zu meinen, daß Amerika dem nismus nur Geld geben wird und daß alles andere, Mensch«■ i Ideen, persönlicher Opfermut, Pioniertuni nur aus Eurer,; j kommen kann. In Amerika sind jetzt sdion viele Zi0nh;‘־n! vorhanden, die ihr pcrsönlidies Leben mit Palästina verbinden wollen. Wir hoffen, daß diese Entwicklung sidi verstärken wird. Ebenso erwarten wir aber auch von Euro, pa, daß die Juden in Deutschland, Polen usw, auch das Ihrige bei der Aufbringung des Oe!1 des tun. Jede Mark für den Keren Hajessod wiegt morj. lisch nidit weniger schwer als ein DaSUr. Durdi die v«. einigten Anstrengungen des .gesamten einheitlichen Juden- Volkes wird Erez-Israel aufgebaut werden." Poalc-Zion ■Wcltkonfircnz Am Montag, den 18, d. M., fand in Berlin die fei«,!!die Eröffnung der Verbandsberatung der aliweltliciien :;<> nlstisdien Arbeiterpartei ״Poalc-Zion“ statt, zu der Delegiert; aus den meisten Ländern ersdiienen sind. Die U. S. P,D teilte in einer Zuschrift, die den Verbandstag begrüßt, mit׳ daß sie einen Delegierten zur Begrüßung bestimmt hatte, da5 aber wegen Verschiebung der Eröffnung der Vertreter wegen des gleichzeitig stattfiiidenden Parteitages nidit anwesend $e:1 könne. Im Namen des Verbandsbüros crölfnctc Kaplansky die audi von zahlreidicn Gästen besudit« Versammlung und entwarf ein Bild der allgemeinen politischen Lage und der Stellung der Poalc-Zion. Die Poalc-Zion haben das Man;!,1t begrüßt, weil sic hoffen, daß seine Durchführung mit einet englischen Arbeiterregierung vor sidi gehen wird. Sic hoffen, daß der Aufbau Palästinas durch vereinigte Anstrengung der jiidisdien und arabischen arbeitenden Massen vor sich gehen und dadurdi audi eine Annäherung der beiden Völker erfolgen würde. Namens des deutschen Landesverbandes der Poalc-Zion begrüßte Herr Alfred Berger die Tagung uni wies darauf hin, daß die Partei auch In Deutschland im Aufsdnvung sei, da die hier befindlichen ostjildisdicn Ar• beiter nur durch die Idee des Poalc-Zionismus befriedigt werden können. Er betonte die Sdiwicrigkritcn, die gerade der jüdisdic Arbeiter in Deutschland erleidet und berichtet über das gute Einvernehmen zwisdien jüdischen und deutschen Arbeitern. Nach der Verlesung mehrerer Depeschen begrüßt Bert Kaznelson die Tagung namens der palästinensischen Arbeiterschaft, die In angestrengter, audi von den curopiisdien Genossen unverstandener jahrelanger Arbeit wichtige wirtschaftliche Positionen Im Lande gesdiaffen hat. Juris berichtet über das Wicdercrwadien der Partei in Polen nach der sdiweren Krise, die durdi die Spaltung entstanden war. Rubaschow wies auf die Vorgänge im Lager der linken POalc-Zion hin, die das Wort ״Palästina“, das für sie nur mehr ein leeres Wort geworden war, nicht aus dem Programm streichen wollten, als es die 3. Internationale verlangte. Darin ist das Zeichen zu erblicken, daß eine Annäherung der beiden Gruppen wieder möglich geworden ist. Die eigentliche Beratung begann darauf Kenstag vormittag, zu der Delegierte aus Polen, Palästina, England, Deutschland, Oesterreich, Rumänien, Belgien und anderen Läudern erschienen sind. Den Bcridit des Verbandsbüros erstattete Locker, der ein starkes Aufblühen der Organisation seit der 5. Weltkonferenz fcststellcn konnte. In allen Ländern jüdischer Massen- Siedlung hat der Verband jetzt starke Landesparteieil. ’ Kaplansky, Mitglied der Exekutive der Arbeitsgemeiri Schaft sozialistischer Parteien, berichtete über die Tätigkeit der Londoner Vertretung des Verbandes und über die Arbeit des Wirtschaftsrates der Zionistisdien Organisation, in wel• ehern er die Interessen der jüdischen Arbeiterschaft vertritt Der poalczionistische Vertreter im Aktionskomitee, Ru•! b a s c h o w, gab einen Bcridit und Udicrblick über fie Tätigkeit für die Interessen der jüdischen Arbeiterschaft ® der Zionistischen Weltorganisation. Die Verhandlungen dauern fort in tievi Die v.־i Uebc; E nicht;׳ *׳ produ'.t wie ec• 1 Else Fa ihr« sind ir’ Deutsch fühlt יר*׳ . jbsoluri ' A«o:׳fo; prolaus eiiianriii.־; noch c i Schwier, | Volkslk 1־ y^esen 1111 orten ta! Ihr Pia Religio ihr. den Ai!; du jnh! passiert . Fi•! ihre E:, bar ist I Schrei ’ klagen(. in alten־ und st; ihres 1 Deacic ’ niert 1 111! ,Thora ■!einer Zebaot: Sc Retigic' Mecht ■ liedert 111. Abrah Goiidi I Sein $! pulst Bauliandwerker gesucht j Die Immigrationsabteilung unserer Exekutive ( Jerusalem erreichte bei der Regierung die Einreist crlaubnis für 425 Bauhandwerker. Von diese]’ entfallen 35 auf Deutschland, und zwar folgen(| Kategorien: Zement- und Betonarbeiter 5! Zimmerlcute, Bau- und Möbeltischler .,.•.. 10' Steinmetzen und Maurer (für Ziegelu. Steinbau) 10 Schlosser, Schmiede, Maschinisten ...... 5 Rohrleger und Wasserleitungsiustallatcure . . . 5 Zusammen 35 Es kommen nur gut ausgebildete, fachlich' erfahrene Handwerker in Frage, die durch Zeugnisse ihre vollendete Ausbildung naclnveiscn können. Die Voraussetzungen für die Einreise sind: 1. Ein Paß, 2. ein polizeiliches Führungszeugnis, 3. ein ärzt-, lieh cs Attest, 4. Reisegeld (10—12 C). Sofortige Meldungen sind zu richten an 'das Palästina-Amt, Berlin W15, Sächsische Straße 8. D e Visa müssen bis zum 30. September erteilt sein. Der Bezalel In Jerusalem sucht einen Arbeiter,' dei* ln Vitragen, Glasmalerei und Zusammen- Setzung farbiger Gläser erfahren ist Entsprechend qualifizierte Personen werden gebeten, sich' an das Palästina-Amt zu .wenden.

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