Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 75 (22.9.1922)
- Date
- 1922-09-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Seile 500 J U E D ז S C Hll RUH D S־C HAU 5ל.זא 'der Rückreise von Karlsbad am deutschen Dcleg-icrtentag (eilgcnoiniiien hat, bildete ein Ereignis fiir die Delegierten und Gaste der Kasseler Tagung. Goldberg sprach Jiddisch und sprach in einem jiddisch', das den deutschen Juden im allgemeinen nicht ganz leicht verständlich ist. Dennoch fühlte man das Vorhandensein jenes Fluidums, das aus Redner und Versammlung eine Einheit machte und das den Delcgicrtcntag instand setzte, die jüdischen Kräfte zu exmessen, die den heutigen Zionismus in Amerika tragen. Gerade weil die amerikanische Frage in den Diskussionen mit der Opposition eine solche Rolle spielt, war cs wichtig׳, daß der maßgebende Teil des deutschen Zionismus von einem wirklichen Kenner der ,Verhältnisse wie Goldberg orientiert wurde und dabei fcstgcstellt werden konnte, daß die Informationen, auf die sich die Opposition stützt, doch in vieler Beziehung unrichtig waren. Diese Rede Goldbergs wurde in ihrer Wirkung verstärkt durch die Worte Sc hm ar ja Lewins, der als einer der Lehrer des amerikanischen wie des deutschen Zionismus Zeugnis ablegte für die Wahrheit von Goldbergs Darstellung und mit lcidensch'nftlieber Ucbcrzciigungskraft erklärte, welche Schädigung der zionistischen Bewegung durch die Opposition gegen den Keren Hajessod zugefügt worden ist. Diese Diskussion mit der Opposition hat bewiesen, daß cs bei entstehenden Meinungsverschiedenheiten nichts Wichtigeres gibt als dieselben 2u einer baldigen offenen Diskussion zu bringen und daß es nichts Gefahrvolleres für die Stoßkraft einer Bewegung geben kann als ein schleichendes Uebcl, ein ständiges Hin- und Herreden mit zunehmender persönlicher Verstimmung, aber ohne je zu einer Klärung zu führen. So war cs gut, daß die Vorkonferenz über die Jugendfragen stattgefuruien hat, deren wichtigste Aufgabe es war, daß die zionistische 1Jugend in Deutschland, die seit dem Jugendtage, also seit vier Jahren, keine Möglichkeit hatte, miteinander zu sprechen, dies wieder einmal getan hat. Es sei einem besonderen Aufsatz Vorbehalten, über die Probleme zu sprechen, die dort zutage traten und erörtert wurden. Zu begrüßen Ist unter allen Umständen die Tatsache dieser Auseinandersetzung und der feste Entschluß der maßgebenden Führer dieser Jugend, den Kontakt aufrechtzuerhalten und die im Augenblick bestehenden Meinungsverschiedenheiten über Weg und Ziel zionistischer Erziehung in ehrlicher Auseinandersetzung zu klären. Der Dekgiertentag bewies, daß im deutschen Zionismus wieder der starke Wunsch besteht, agitatorisch jeu wirken, daß das Bedürfnis allgemein verspürt wurde, neue Kräfte für die Bewegung zu gewinnen. Das ist ein Beweis für die Stärke des deutschen Zionismus, für den Glauben, den die deutschen Zionisten für ihre Idee und di!e Kraft ihrer Organisation haben. Sicht doch Schmarjä Levin den deutsche« Zionismus geradezu als prädestiniert für die Ausbildung von zionistischen Agitatoren an. Daß es nicht nur bei diesem Willen zur Propaganda bleibt, daß der bevorstehende Winter nicht nur eine Erneuerung der Keren Hajcssod-Arbcit, sondern auch eine verstärkte zionistische Propaganda bringen wird, das bewiesen die neuen jungen Kräfte, die sich auf diesem Delegiertentage präsentierten und die zum Teil sich für die Arbeit im Winter zur Verfügung gestellt haben. Diese neuen Kräfte machten sich besonders in der Debatte über Blumenfelds Referat bemerkbar. Gerade hier war cs von besonderer Wichtigkeit, daß Blumenfclds Vorschläge für die Richtung unserer Propaganda von Menschen aufgenommen und erörtert wurden, die selbst gewillt sind, Träger dieser Propaganda zu sein. Als man die Gründe erörterte, die eine gewisse müde Stimmung im deutschen Zionismus erzeugt hatten, ist es immer wieder die Palästina-Ferne gewesen, die hierfür herangezogen wurde. Sicherlich mit Recht. Die Tat- Sache, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse es heute vielen deutschen Zionisten unmöglich machen, ihre palästinensischen Lebenspläne zu verwirklichen, es den meisten undenkbar erscheinen lassen, was vor dem Kriege doch vielfach geschah, durch eine Reise nach Erez-lsrael sich einen lebendigen Eindruck vom Aufbau unseres Landes zu verschaffen, muß auf die Stimmung im ’dcutsehen Zionismus naturgemäß zurückwirken. So war cs natürlich, daß Schockens Referat in Karlsbad und die Ergänzung dieses Referates in Kassel die besondere Teilnahme des Delcgicrtcntagcs fanden. Vielleicht ist es noch zu früh, über dieses Referat zu sprechen. Seine Wirkung ist mit dieser Tagung nicht zu Ende. Die von ihm gegebenen Anregungen werden fortwirken und werden nach allen Richtungen hin zu prüfen sein, um jede Möglichkeit ausrunutzen, die deutschen Zionisten die Mitarbeit am Aufbau unseres Landes ermöglichen kann. F. L יו 10 1 u. ii Von Bertram Stern, Wiesbaden, ■ Der 18. Dclcgicrtent.ig 16t vorüber. Wir sind ln unsere Ortsgruppen zurückgekchrt und kü1111::a uns jetzt tat aller Ruhe über die Ergebnisse des Deleglcrtonlagca ein Urtc.ij bilden, 7.u unserer Freude könne» wir lesbtdte», tlaß wir mit diesem Delegierte»!.׳!!? nicht unzufrieden zu sein brauchen und daß er Ergebnisse gezeitigt hat, die in ihren let/len Wirkungen sicher von dem größten Erfolge für den deutschen Zionismus sein werden. Am erfreulichsten vor allen Dingen ist der auf dem Delegiertentag zu Tage getretene unbedingte Wille zur Einigkeit und zur Einheit der deutscher! Organisation. Dieser Wille zur Einheit klang aus den Reden der ״Oppositionsredncr“, der Herren: Lelcwer und Heinrich Margulics mit derselben Stärke wider, wie aus den Worten der Redner der ״Regie* rungspartei“. Die Zeit nach den» letzten Delcgicrtcntag war nicht unbenutzt verstrichen. Jede Partei hatte ihre Fehler cingcselicn und hatte gefühlt, daß zur Uebcrwüidung der Stagnation und zur Wiederauf,׳inhmc dar Arbeit Im deutschen Zionismus und zur Geschlossenheit •der deutschen Organi* sation wie einst, Einigkeit unbedingte Voraussetzung ist Am Sonnabend, den 29. Oktober, pünktlich 8 Uhr abrnds veranstaltet die Chcduzgruppo Berlin einen öf f entliehen Vortrag ImLehrervereinsnau», Alexander*«• .41, (OilSfB. Tä-f.lä) wird reden übtr f.**^ןיווי-ךלז-י-׳י־״ייי־׳ח 1י,י*יי׳,י AUo Interessenten, besonder! die jüdischen Arbeiter und Handwerker aind hieran eingeladen. der türkischen Ei folge an! PaRSjj, Jerusalem. (J-C.B•.) Die Siege der kc;n,| Fslfsclien Truppen haben unter den palästinensisch,'1 Arabern eine Erregung hervorgerufen, die von T; ‘ zu Tag ztinimmt. In Nablus, wo der letzte arabisch, Kongreß getagt hat, ist es zu ausgesprochenen p r 0 tVr kischcn Manifestationen gekommen, wobei den Straßen Umzüge mit türkischen Fahnen veranstalt wurden. ,Viele arabische Kreise verbergen nicht ih:j Sympathie mit der türkischen nationalen Ikwcgung ^,‘1 cs lassen sich auch Acußcrungeu über die evtl. Rückk! Palästinas unter die türkische Herrschaft hören, Ur Die Konjunktur auf dem jüdischen Arbeitsmark{ Palästina Das Arbeitsamt der zionistischen Exekutive in Palast;־ ]!lock daß bei winden ,!Her n, verschi« y,t 1s,mir tlringcB war Ic Partei, hören, wollte die Lu *espro sie nie Jüdische Fragen auf der Völkerbundstagung Genf, (J.C.B.) Der Vertreter des Joint Fbrcign Committcc (politisches Komitee der englischen Juden) Herr Lucicn Wolf, überreichte dem Völkerbund ein Memorandum betreffend die gesetzeswidrige Interpretation des Art. 80 des Vertrages von St. Germain durch die österreichische Regierung, die die Juden der Möglichkeit beraubt, für Oesterreich zu optieren. Herr Lucicn Wolf hat sich ferner mit dem Generalsekretär des Völkerbundes wegen der erneut bestehenden Pogromgefahr in Ungarn in Verbindung gesetzt. Auch hat er mit den Delegierten des Völkerbundes die Frage einer Reform der Behandlung der Minoritätenfragen im Völkerbund erörtert. > Das Hilfswerk der Londoner Föderation ukrainischer 1Juden. Die Föderation ukrainischer Juden in England 'veröffentlicht einen summarischen Bericht über ihr in den letzten sechs Monaten durchgcführtes Hilfswerk in der Ukraine, wonach 6822 Lebcnsmittcipakctc durch die Föderation und 028 Pakete durch Private befördert wurden. Die Föderation unterhält in der Ukraine 56 Vertcilungskomitccs und führt .1000 Küchen auf ihre eigene Rechnung in der Ukraine. Deshalb war auch die Aussprache auf dem Dclegiertcntage gut. Hiermit wurden die Steine aus dem Wege geräumt, so daß jetzt die Bahn frei ist, um eine restlose, sämtlich zufriedenstellende! Einigkeit hcrbcizuführcu und dieses Streben wird auch zum Erfolge führen. Ich bin überzeugt davon, daß in ganz kurzer Zeit die Herren Dr. Klee und Dr, Kollenschcr wieder bei uns sein werden, denn cs ist doch ein Unding, daß sich die Väter des deutschen Zionismus von ihrem Werke auf die Dauer trennen sollten. Sie werden wieder zurückkehren, und unsere Bewegung wird wieder die Zugkraft und Stoßkraft erhalten wie ehedem. , 1 Und weiter erfreulich am Delcgicrtcntag war der Wille zum Judentum. Aus allen Reden erklang die Sehnsucht nach einer tieferen Erfassung des Judentums, nach einem Ringen nach dein lebendigen Judentum, das alle Herzen ausfüllt und dem zionistischen Bekenntnisse einen wahrhaft jüdischen Inhalt gibt. Das Wort Theodor Herzls, der Zionismus* ist die Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Judcnland, wird, wie alle Worte von Herzl, Wahrheit werden, Man muß die Reden von Blumcnfcld, Rabin, Emst Simon, Hans Goslar usw. gehört haben, und wird, wie ich, von dieser grenzen* losen Sehnsucht, ein voller Jude zu werden, erschüttert sein. Als drittes ist der Wille zur Verknüpfung mit Palästina aus den Debatten des Delcgicrtcntagcs als der einmütige Wille der deutschen Zionisten klar hervorgegangen. Sclbstvcrständlicli ist es heute noch nicht möglich, darüber Endgültiges zu sagen, aber die Einsetzung eines Wirtschaftsrates und die privaten Besprechungen auf dem Delcgicrtcntag lassen, wie das Referat Schockens, das Beste erhoffen. Und an letzter Stelle möchte ich den Willen zur Wiederaufnahme einer großzügigen Propaganda für den Zionismus in der früheren uneingeschränkten Weise erwähnen. Eine Propaganda auf der alten nationalen Grundlage, die die Herzen ergreift, die Mensehen, und dadurch auch das Geld für Palästina gewinnt. Das sind kurz die Ergebnisse des letzten Delcgicrtcntagcs, wie ich sie sehe. An den Ortsgruppen liegt cs nunmehr, die Beschlösse und die Stimmungen des Deiegicrtentages in die Tat umzusctz.cn. , Vorkonferenz über Kulturarbeit Am Sonntag, den 10. September, fand in Kassel im Rahmen der geplanten Vorkonferenzen auch eine Besprechung über Kuiturfragcn statt, die am Dienstag nachmittag■ fortgesetzt und beendet wurde. Die Konferenz stand unter Leitung des Herrn Dr. Rabin, Breslau. Anwesend waren etwa 60—70 Teilnehmer, unter denen die hauptsächlichsten Arbeiter auf kulturellem Gebiete sich befanden. Einleitend gab Herr Dr. Rabin einen Ucberblick über die im Augenblick in Deutschland gcleistete kulturelle Arbeit von zionistischer Seite. & schilderte die Arbeit der hebräischen Sprachschulen, wies auf die kulturelle Arbeit in den Jugendorganisationen und im Misrachi hin und setzte die Notwendigkeit einer Ver cinheitlichung und Ausgestaltung dieser Aktionen aus einander. Insbesondere wurde die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der hebräischen Sprachschulen her vorgehoben. Er regte ferner die Herausgabe einer Jugendzeitschrift an. ln der Diskussion berichtete Herr Dr. Fritz Löwenstein, Berlin, speziell über die Arbeiten des Jüdischen Schulvcreins in Berlin. Er besprach die Probleme der Beschaffung von Lehrern und Lehrmaterial und setzte die Arbeitsart und die Bedeutung der jüdischen Grundschulen auseinander. In entsprechen der Weise wurde auch über Frankfurt berichtet. Im all gemeine« kam in der Diskussion, der Wunsch zum Ausdruck, daß im neuen Landesvorstand der Z.V.f. D. ein Kulturdezernat eingerichtet werden solle, dem die einzelnen hebräischen Sprachschulen ungegliedert seien daß eine Jugendzeitschrift gegründet und nach Möglich, keit der ״Jüdischen Rundschau" ein hebräischer Tei beigefügt werde. Weitere Anregungen betrafen die Be Schaffung billigen hebräischen. Lehrstoffes und eine literarische Rundschau, die geeignet sei, einen wirklichen .Fingerzeig für geeignete Literatur zu geben. Bis zur Schaffung des Kulturdezcrnatcr. sollen diese Arbeiten von den Herren Dr. Rabin und Dr. Prager, Breslau geführt werden. Herr Stiebcl, Frankfurt a. M., wirc die Vorbereitungen des Jüdischen Schulvcreins über nehmen. .,־ ׳ - atigem׳ §1 den B Wh■ sogar 11 zu ver1 ' ft (!ege״ ' l p der ib ' ü 1 wörtli« daß e 51 Zionis נ ft Block die V i Auf C niisch» ü 1 heilen veröffentlicht einen Bericht über die gegenwärtige Konjunk!er |t auf dem jüdischen Arbeitsmarkt in Palästina, dem folgend;! zu entnehmen ist: In der letzten Zeit hat eine bedeutende Anzahl jüdisch;; Arbeiter in den städtischer» Industrien, besonder! in der Bauindustrie Arbeit gefunden. Die Zahl dieser Arbeitt; erreicht nun die Höhe von 4000. Außer in der Bauindustr;; sind die jüdischen Arbeiter auch bei dem Ausuni Einladr der Schiffe, bei Straßenpflastcrungcn, Brückenbauten uSw tätig. Das bedeutet insofern einen Fortschritt, als in früheren Jahren die jüdische Arbeit sich fast aussciilieülich ia üdisfjicn Kolonien zu konzentrieren pflegte. Indessen ist der Prozentsatz der Arbeitslosigkeit fast verändert geblieben. 919 betrug die Zahl der jüdischen Arbeitslosen 250 8 V« der gesamten jüdischen Arbeiterschaft; 1921 600 9% 1922 1000 oder 10-11»/«, Misrachi und ״Jewish Agency“ (J. P. Z.) Die Wcltzcntralc des Misrachi hat der nonistisehen Jahreskonferenz ein Memorandum überreicht, worin verlangt wird, daß dem Misrachi eine entsprechend; VertretunginderJewishAgcncy cingcräumt werde Die Erfahrungen des letzten Jahres haben bewiesen, daß nur ein einziger Vertreter für das religiöse Judentum nicht genüge. Sir Herbert Samuel an die englischen Zionisten London. (J.P.Z.) Sir Herbert Samuel richtete;11 Antwortschreiben an die engl. zion. Föderation, in welchen es u. a. heißt: ״Ich schätze die Glückwünsche hoch ein, die die Konferenz anläßlich der Ratifikation des Palästina-Mandates durch den Völkerbundsrat mir geschickt hat, umsomehr, d» die Resolution verbunden ist mit dem Ausdruck der Freundschaft (goodwill) der arabischen Be• völkerung Palästinas gegenüber und einer V« Sicherung des Wunsches der britischen Zionisten, mit ihr mcinsam an der Entw icklung des Landes zum Vor.eil aller seiner Einwohner zu arbeitea Ich vertraue fest darauf, daß die Anstrengungen der briiisch.cn Zionisten, diese Entwicklung zu fördern, aktiv und fruchtbar sein werdea Die große Aufgabe erfordert unausgesetzte Arbeit und viele Opfer, und es liegt an den britischen Juden, das Beispiel zu geben.“ Abs der englischen Presie London. (J.P.Z.) In der letzten Zeit mehren sich wieder ln der englischen Presse die Angriffe gegen den Zionismus, insbesondere in Verbindung mit den Unruhen in Mesopotamien und dem Vordringen der Türken gegen die Griechen. Der ״Weekly Dispatch“ vom 3. September brachte einen Leitartikel, worin die alten von der Nortlidiffe• Presse öfters betonten Angriiic auf den Zionismus wicdcrlu.it werden. Einen ähnlichen Artikel brachten auch die ״Evcning News" und eine ganze Reihe von größeren Provinzzeitungw. Am 6. September veröffentlichte der ״Daily Express־‘ einen Brief von G. A. Evans, Herausgeber der ״Palcstire News", der u. a. schreibt: ״Palästina ist am Rande einer Revolution. Die Rückkehr der arabischen Delegation hat die Flamme des Widerwillens gegen die britische Politik in Palästina hoch geschürt. Der ״Doar Hajom", das be• deutendste zionistische Organ in Jerusalem, setzt sielt für eine Politik der Vergeltung und des Zwanges ein, und es ist zu befürchten, daß der britische Steuerzahler die Kosten tragen wird, die arabische Bevölkerung unter die Balfour■ Deklaration zu zwingen. Von Sir Herbert Samuel inaugurierte Zwangsmaßnahmen sind der Grund der meisten Unruhen im Palästina von heute. Das Land ist übersät mit Oeheimgesell• schäften, welche für ein panisiamitisches Reich von Mcsopotamien bis Arabien mit Einschluß von Syrien und Palästina arbeiten. Es gibt nur einen Weg, um eine Katastrophe zu j vermeiden: Großbritannien muß sich an sein Versprechen j an die Araber erinnern und ihnen klar und sympathisch gegen• j überstchcn.“! Jüdische Emigration (J.P.Z.) Ein Vertreter der jüdischen Wclthilfskonfereiiz hat in Warschau die verschiedenen Emigrationsinstitute zu einer gc1ndnscl1a1tlid:e;1 Heiaiting cingdaden, in deren Ver• folg ein vereinigtes Komitee für die Ein- und Durchwanderung geschaffen wurde. Es setzt sich aus folgenden Vertretern zu• sammen; 5 des jüdischen Nationalrates, 5 des ukrainischen Komitees, 3 der ״(iias“, 3 der VJCA'“, 3 des Palästinaamtes 3 des Arbcitcr-Emigrationskoinitccs und 2 der Flüchtling*• Organisation. (J. P. Z.) Der Bahnhof der Stadt Danzig ist vor einiger Zeit Polen zugcsprochcn worden. Die Regierung hat nun der ״Hias“ das Recht, die Einwanderer in den Bahnhofs• gebäuden unterzubringen, genommen, so daß die Aus• Wanderer das weit hinter der Stadt gelegene Lager aufsuchen müssen. Jüdische Kolonisation in Mexiko (J, P, Z.) Uebcr das zur jüdischen Kolonisation vor» der mexikanischen Regierung angebotene Gebiet werden jetzt wei• tcre Einzelheiten bekannt. Das verfügbare Gebiet, das 250 englische Meilen umfaßt, ist südlich von Rosario auf einer I Halbinsel gelegen und ersteckt sich auf 16500 000 Acrres. Dieses Terrain war früher einem englischen Syndikat für eine Reihe von Jahren zu Kolonisationszwecken überlassen. Der Pachtvertrag ist aber erloschen, da die Gesellschaft gewiss« Bedingungen nicht erfüllte. Der Charter wird zurzeit bearbeitet und soll i;1 etwa 11 Tagen der ״Jcwish Mcxican Colonisation Society“ übergeben werden, die es dem Komitee in Chicago zur Entscheidung vorlcgen wird. 1 So sie! T 1 uberv ' sich •: jresch; Emur Hand 1 Mind ' same *i der ‘ russc L ln d»1 eine tioni ' deut derh habe Auf» c Will < ictz•: non 6 nisch: jor ■ Bev u 10•! xei kür haf . ive kei). tis׳{?e!; uk ן de ־ ba M. ha 31! bi P. ־s'!r *■1 ■ U ■