Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1922-09-19 · Heft 74 (19.9.1922) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 74 (19.9.1922)
Date
1922-09-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652410-2652475--15206-2673654
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

- jAn >011:9 וםי' (1,11 rein.;ht.n tt'*, 4ci;־c •die 5!c:;e Mich, JJfo- , zur ,;rus ticr da:!;! « Zu wenn ןן0״ג kein nun ei״ ' <111 tbcn. i die ׳rdeit ultur. Tn!, r Gedfilen minr׳ t die sich 1 die!rolle nicht sich It im &end. cliäj. des ln rin, Die prosein, ittung ätsch- Aufsehen seit eiungsproauch durch für in den ,׳icntc. natioisclicr iazuir iitcln. war, ei so innerkein ihrer Etilen, ׳issernotden icvn .ihm Zulottisver-;1111,11, It sic incindenn viel heorten rakte de! anpt• sctici» ten• Idee!alten raten runj! Aus« smm die echt, an icrnd sich ehe diese sehe, tarrt und!ehe iwa heit Kluft eiten wie entder und «ff*- »״ff eres :!«. geso. aller seit, nstc (w׳a der leite ben!ose;ine irk- Üen irch Nr. 74 JU ED ISO HE RUNDSCHAU Seite 503 derartigen Nationalismus ebenso diskreditieren wie die Ortho- «loxic das Judentum diskreditiert. Unsere zionistische Pro* giaganda hat cs bislicr nicht verstanden, sich um die Kern- ,jroblcme des jüdischen Nationalismus zu bemühen. Unsere lelircr Im Nationalirmus müssen Jirmijahu, Maimonldcs und tlie anderen jüdischen Ocister sein. Dann werden wir er* leimen, daß im Mittelpunkt unseres Nationalismus der De* *rill des ״auscrwhlilkit Volkes״ steht und dann werden wir nicht nationalistisch sein können. Bluntcnfeld hat polend■ si«t gegen das, was er ״neue Apologetik״ nannte, darin liegt «her ein Mißverständnis, denn In Wahrheit handelt « sielt bei den Versuchen der Münncr, auf die er mispicltc, sim die Verknüpfung des Zionismus mit dem Judentum und mit dem Menschentum. Diumcnlelds Verdienst um den Zionis* *ins ist es, daß er zum erstenmal in tiefere Schichten ge* griffen hat. Aber wenn heute Menschen, die sich mit Freude *eine Schüler nenne«, versuchen zu fragen, wie machen wir unseren Nationalismus wesentlicher, daun sollte er das ver* stehen. In unserem Ringen um die Antwort auf diese Fragen werden wir die Menschen gewinnen. Blumenfcld fürchtet, daß durch eine Beschwerung mit Inhalten die Kraft und Mobilität der Bewegung verloren geht. Aber ich glaube, je reicher der Mensch innerlich Ist, desto mehr Kraft hat er, andere mit langt habe, statt sich mit der Leitung durch zwei Misrichlstln* sien zu begnügen. Heinrich Loews (Unabhängige Koalition) spricht über die Paläslinaarbclt und betont die Notwendigkeit ver* stark Ur kultureller Arbeit. Die mechanisierte Anschauung von jüdischem NatJoiialiiiinu«, die bei uns Platz gegriffen hat, erschwert jede ernste Kulturarbeit und schadet auch unserer Arnbcrpolitik, denn auch die arabische Politik kftnntcn nur entsprechend erzogene jüdische Menschen machen, die die Araber und Ihre Sprache kennen. Statt dessen beugt man sich vielfach dem Chauvinismus der jüdischen Gasse in Palästina, die noch nicht begriffen hat, daß die heutigen Araber die Nachkommen von Am Hnarcz sind. Wir leiden auch darunter, daß die Kulturarbeit unter der Herrschaft von Politik und Wirtschaft steht. Die Leitung der Kulturarbeit muß unabhängigen Menschen übertragen werden, die mit der Leitung der politischen und wirtschaftlichen An* gclcgcnhcitcn nichts zu tun haben. Da» heutige Schulwesen Palästinas Ist ein schlechter Abklatsch Europas, wir sehen mit Besorgnis, daß im Bildungswesen ein Lcvantlnismus einreißt, und wir müssen alles daran setzen, ernste Sachlichkeit und Gründlichkeit auch in den Unterricht hincinzubringen. Darum brauchen wir die Universität, die nicht, wie oft gesagt wird, *ich fortzureinen und desto eher wird et auch nach Palästina! der Abschluß, solidem tlie' Urtmdlage des ganzen Schulkommen. Deswegen genügen mir die Inhalte ülutncnfekls wesens ist, Die Grundlage für die Universität Ist d le ß I b 11 o * nicht. Seine tunt Punkte sind 1111 Grunde nur Synonyma für t h c le Redner berichtet darüber, wie es Ihm gelungen Ist, einen Gedanken, iiamhch die pflichtgemäße Einordnung in I die Mittel der WolffsolinStiltung für den Bau eines Biblioeinen Organismus. Dieses Ziel ist sehr wichtig, aber cs ist theksgehäudes zu gewinnen und obwohl der Nationalfonds durchaus nicht das letzte. Und wir müssen uns hüten, ( keinen geeigneten Plalz zur Verfügung gestellt hat und daher relative Dinge dieser Art zu absoluten zu machen. Wir;.׳tzt ein neuer Fonds für den Bauplatz gefunden werden muß, hofft Redner dennoch, daß sich das Moninncntatgch&udc der Bibliothek bald auf dem Wege zum Skopus erheben werde. Er schließt mit einem warmen Appell, der zur Mit* arbeit an diesem wichtigen Werk auffordert. Schlußwort Schocken« Schocken verweist In seinem Schlußwort zunächst auf die am Vortage in einem Kreis von Interessenten *bgehnltcne Besprechung, über die hier schon berichtet wurde.!Nachdem er hierauf in Erwiderung: einer Bemerkung Professor Loewes die Verhältnisse des Heizl-Waldes eingehend beleuchtet hat, kommt er wieder auf das Problem der wirtschaftlichen Betäligung zu sprechen 1 In meinem Referat hat cs •ich darum gehandelt, das Problem der Technik der Wirtschaft heraus* zuarbeiten. Denn fälschlicherweise spricht mail Immer vom Geld, aber das Primäre ist nicht das Geld, Nicht das Kapitel macht den Betrieb, sondern menschlicher Geist tmd mensch* liehe Arbeit. In jedem Wirtschaltckrcis kann man beobachten, wie ein Betrieb viele gleichartige nach sich zieht, die nicht da wären, wenn nicht der erste diese Pionierarbeit geleistet hätte- Ohne solche Pionierarbeit ist Palästina nicht aufzti* hauen. Darum müssen wir unseren Leuten den Rat geben, in Technik und Betrieb der Industrie hineiimieelun und dort Kenninisse zu erwerben, denn bislicr sind die Juden in diesen Berufen sehr wenig vertreten. Viele von uns Wirtschaftlern sind der Ueherzeugung, daß es auch hier In Deutschland in der zukünftigen Periode, wenn die Zelt der heutigen Konjunktur vorbei Ist, nicht möglich sein wird, *ich im Wirtschaftsleben zu behaupten ohne derartige Kenntnisse. Wir tragen also keine greife Verantwortung, wenn wir unserer Jugend raten, sich in dieser Weise auszubilden, denn auch wenn sie nicht nach Palästina kommen, werden die dadurch erworbenen Kenntnisse und Fälligkeiten ihnen im Berufs* leben nützen. Denn selbstverständlich wird Palästina nur die' besten von Ihnen sufne!1mcn können. Das sind die ״wirtschaftlichen Chahizlui״, die ich meine. Natürlich kann nym nicht ganz ohne Mitlcl autbanen, aber es gibt viele Unterne’.unungcn, die in ganz kleinem Umlang begonnen werden und allmählich wachsen. Dafür soll ein Kredit In der bereits angodentefen Weise beschafft werden, Der einzige Punkt aus der Debatte, auf den fch näher dürfen nicht die irdische Selbstverständlichkeit des Lebens zu einer Religion machen, in unseren» nationalen Streben liandelt es sich um eine einfache irdische Angelegenheit, die *ehr wichtig ist und im Mittelpunkt unserer Arbeit steht, aber wir wissen, daß es nicht das Letzte ist. Darum schmerzt «9 uns auch, wenn ein Mann wie Schmnrja Levin, den wir loch verehren, im Zusammenhang mit den heutigen Ocsclich* nisscn immer von Mcscliiach und Geulali spricht. Wir müssen »ns das Bewußtsein wahren, daß für diese letzten Ideen des Judentums unsere heutige Zeit nicht reif Ist. — Wir müssen 11111 dessen bewußt sein, daß wir ein .,Daheim im Unter* wegs" haben und uns cinglicdcrn dem Marsch des jüdischen ,Volkes, den Rhythmus dieses Marsches fühlend. Bei einem *olchcii Zustand, den Gustav Landauer ein ,,Leben In suspenso“ genannt hat, liegt di« Gefahr sehr nahe, daß man ein Surrogat sucht. (Zwischenruf Heinrich Margulics.) Ihre Zustimmung, Herr Margulics, freut mich nicht, denn es sind ganz verscliicdcne Dinge, an die wir denken. Darum möchte ich hier joch einmal ganz Mar aussprechen, daß wir zu Blumenfeld gehören und nicht zu Ihnen und daß unser Weg überhaupt nur möglich geworden ist, weil Bluntenfcld vorangegangen ist.!Nicht in irgendeinem Kompromiß sehen wir die Möglichkeiten zionistischer Propaganda, sondern in einer Erfüllung unsere» Streben* mit Realität über das bloß Formal-Organisatorische hinaus. (Lebhafter Beifall.) Auf Antrag von Sally Hirsch wird Schluß der De• latte angenommen. Schlußwort Blumcnfclds. Blumenfcld; Als ich dieses Relerat, das viel schwietlger war als frühere Referate, hielt, war ich mir darüber im | Haren, daß der zweite Teil nur von wenigen gebilligt werden; würde. In zwei fahren, glaube Ich, werden mir viele bei* > itlinmcn. Ich wollte über Propaganda reden. Ein Teil der Diskussionsredner aber haben Proparandareden gehalten. Das hätte Ich auch gekonnt. Es sollte nicht dargcstelit werden, was , einmal werden soll, sondern was heute ist. Dag'gcn darf; man nicht kämpfen, indem man sagt, alles, was wir heute vertreten, sei vergänglich. Ocwill ist cs das! aber wir! werden der Ewigkeit jüdischen Lebens nur! durch die Tat unsere» G c sc 111׳c c h ts dienen k ׳1 können. Wir brauchen wieder eine von einer Zentrale { cingchen möchte, ist der Eiuwaud des Iler/n Dyk, daß geleitete zionistische Propaganda, die das Ganze und nicht l «1*9 ßenor.scuscliaitlichcii betriebe ohne sac.ukt1ndi״c11 Auf- •!.•ז_י...!..-A_1.11. 1_ .!L 11..._1. 1 1,1.;. .1..•;.!»״ *enpr mellt reiissieren kennen. SclbstvcrständHell ist das eine ciicrscheinungen darstellt, “ln die Propaganda gehört nicht 1 *«<1»'״ »־'t reüssieren können. Selbstverständlich ist das eine ein inhaltlich Gestimmtes Judentum, wohl aber in die Erziehung. Gewiß muß die Propaganda von Menschen geführt werden, die im jüdischen Leben wurzeln und jüdische Inhalte besitzen, »her es kommt darauf an, was sie geben sollen. In einem Augenblick, wo die Beschlüsse unserer Organisation mißachtet weiden, muß nian fragen, wie diese Organisation wieder Sinn erhalten kann, nicht aber dagegen sich wenden, daß durch eine solche Betonung des Unerläßlichen der Begriff der Organisation verabsolutiert wird. Man darf nicht den Ge* danken des Messianismus mißbrauchen, um die Aufgabe der jüdischen Gegenwart zu diskreditieren. Wer die besseren Inhalte zu haben glaubt, soll seine Leistung aufweisen. Warum hat der Misraclu die Aguda nicht überwältigt? Um so schlimmer, wenn er die größere Wahrheit und den kleineren Erfolg aufzuweisen hat. wenn Ihr glaubt, daß nur Mlsrachisten Propaganda treiben dürfen, so erinnere ich an das Wort des Kiausenburger Raw, daß das jüdische Volk niemals Agitatoren gehabt habe wie Hcrzl und Weizmann, Es Ist nicht wahr, daß wir Inhaltliches aus dem Nationalismus fremder Völker übernommen haben, nur den Begriff haben wir entlehnt. Was aber den Begriff des auscrwahltcn Volkes anlangt, den Simon als Charakteristikum des jüdischen Nationalismus he* zeichnet hat, so findet sich dieser Begriff auch im Natlonallsmus aller Völker, etwa bei Dostojewsky oder Lagnrde. Nur die kennen die letzten Dinge, die liier inr Werk tun. Unsere Arbeit betrifft Gegenwärtiges, unser Blick Ist in die Zukunft gerichtet. Wem Keren Hnjcssod und Bcftifsvah! zu schwierig erscheinen, der sollte nicht von den Zeiten des Messias sprechen. (Lebhafter Beifall.) Nach einer persönlichen Bemerkung Goslars wird die Sitzung geschlossen. Schlußsitzung. Mittwoch den 13. September nachm. 4 Uhr. Gronemann gedenkt der Toten des Jahres. Die Versammlung hat sien erhoben. Er erinnert an Theodor llerzl und an David Wolffsohn, dessen Jabrzcit wir Schluß der Palästinadebatte. Frau Hedwis Meyer-Lübke (Berlin, Unabhängige Koalitionsgrupne) Beklagt die Teilnahmslosigkeit der Organ!• salion gegenüber der Frauenarbeit, die besonders auf dem Gebiete der Heranbildung von Chaluzoth wichtiges leisten könne. Die Rednerhi wendet sich gegen den Misraclu, der In Palästina beim Einwanderungsheim einen AJaschgiacb ver» Schwierigkeit, aber wir haben das doch nicht als unsere Maxime beschlossen, sondern cs Ist eine der Talslichiichkcitcn, mit «lenen wir rechnen müssen. Man hat mit den Aufsehern in den Kwuzolh schlechte Erfahrungen gemacht umd hat daher eineu Weg gewählt, der den Arbeiter!» erträglicher schien, nämlich die Ucbcrwachisng durch Kontrollorgane und Insti'ukloren. die von Zelt zu Zelt die Betriebe besuchen. Nun schlage icn selbst auch einen Typus vor, der ständige Leitung inncliat, nämlich den zentralen Betriebsleiter, der selbst als Pionier auf seinem Posten stellt. Aber der Ist nicht von einer Autorität hingeschickt, sondern er leistet als Meister diese Arbeit. — ich möchte noch betonen, daß. wenn Ich den wirtschädlichen Chaluz in den Vordergrund schiebe, Ich damit keinen Gegensatz schaffen will zum landwirtschaftlichen Chaluz, von dessen überragender Wichtigkeit Ich tief durch* drangen bin. Nur glaubte ich, dal) vom landwirtschaftlichen Chaluz in diesem Zuaainmciinang nicht soviel gesprochen werden muß wie von jenem, über den noch nichts bisher gesagt wurde, Mau sicht heute schon In Palästina eine um «Ich greifende wirtschaftliche Tätigkeit, die nichts zu tun hat mit zionistischcr Initiative. Das begrüßen wir, aber wir können nicht warten, bis sich auf diesem Wege eine extensive Wirt* schalt entwickelt, wir müssen für das Zentrum sorgen, in der Erwartung, daß sich die Peripherie dann dämm schließen wird. (Beifall.) Es folgen nun die Abstimmungen. Zunächst gibt Herr Margulics namens der Unabhängigen Koalition»- gruppe die bereits In der voiigen Nummer Seite 404 abgedruckte Erklärung ab. Sodann erstattet Dr. flantke als Vorsitzender des Hauptausschusscs den Bericht über die vorliegenden Anträge. Sämtliche Anträge des Hauptausschusses werden sodann angenommen und sind bereits in der vorigen Nummer veröffentlicht. Dr. Hantke stellt fest, daß außer diesen Anträgen, die sich der Hauptnusnehuß zu eigen gemacht hat, kein anderer Antrag vorlag, so daß der Hauptausschuß keinen zurückgcwlcscn hat. Sodann werden die Wahlen vorgenommen, deren Resultat gleichfalls bereits bekam!tgegeben wurde» Eine neue Institution Ist der Wirtscliaftsausschaß, dessen Aufgabe es kt, die Prjvat- Initiative in Palästina 211 fördern. Die Schlußreden Damit Ist die Tagesordnung erschöpft und der Vorsitzende Roscnblüth erteilt nunmehr das Wort dem anwesenden Mitglied der Palästina-Exekutive, Herrn Sprinzak. Sprlnztk (Hebräisch): Ich will die Gelegenheit benutzen, dem Vorsitzenden zu danken für die Einladung, die mir Gelegenheit gab, zum erstenmal einem Delegierten!,1g der deutschen Zionisten beizuwohnen. Der deutsche Zionismus hat immer eine große Rolle in der Bewegung gespielt, er hat uns Qedanken und Systeme gegeben, die Theorie ausgebildet Und uns wertvolle Kräfte geschenkt, darunter den Leiter unserer Arbeit *in Palästina. Er hat uns besonders in der lebten Zeit Menschen gegeben, welche den Oe ist des arbeitenden Palästina verstehen. Wir in Palästina verfolgen mit großem Interesse die Vorgänge im deutschen Zionismus und wir fühlen, daß der deutsche Zionismus allmählich zurück* kehrt zu seiner zentralen Stellung in der Weltbewegung. Wir haben mit Bewunderung den Elan und die Energie begrüßt, die die deutschen Zionisten für den Keren Hajessod eingesetzt Italien, und die ersten deutschen Chaluzim, die nach Ercz-Israel kamen, waren für uns eine Botschaft von der Erneuerung des deutschen Zionismus. Wir bemühen uns heute Im Lande um die Erneuerung des Volkslebens und der hebräischen Kultur, dabei fühlen wir, wie sehr es uns an allem fehlt, an Institutionen, Methoden, Verantwortung,* Ordnung ur.xv. Demi Kultur Ist nicht nur Erzichungswesen, sondern Kultur Ist das ganze Leben und die Arbeit mit Menschen. Bei unserem Weg zu dieser menschlichen Kultur, die jetzt unter Schmerzen allmählich geboren wird, brauchen wir geistige Kräfte, nationale Intelligenz, und diese hoffen wir aus Ihrem Kreise zu empfangen. Wir erwarten, daß der deutsche Zionismus In dieser entscheidenden Stunde *eine Krälte mobilisieren wird. Ich wünsche ihnen, daß diese Mobilisierung der zionistischen Reserven, daß vor allem die Heranziehung des Nachwuchses, nach dem Erez-brael dürstet, gelingen möge, und schließe meine Rede in der Art, wie man In den Kreisen, denen Ich angchörc, Kundgebungen und Briefe zu schließen pflegt: Mit Arbeitsgrußl (Lebhafter Beifall.) Dr. Nußbaum würdigt In kurzer Ansprache die Be* dcutung des Dclegier'.entagca, als dessen wichtigste Ereig* nlsse er bezeichnet die verständnisvolle Aussprache mit der Jugend und den Ausgleich mit der Oppo• itionsg nippe. Er dankt liicnuf dem Präsidium für di« vorbildliche Art seiner Geschäftsführung. Roscnblüth: Bevor wir stiscinandergehen, gebührt unser herzlicher Dank der zionistischen Ortsgruppe Kassel, die diesen Deleglerientag so vorzüglich vorbereitet hat. Der Delegierten tag hat uns ein gutes Stück vorwärts gebracht. Er hat nicht nur In Einzelheiten gute Arbeit geleistet, sondern wir haben atich wieder manches gesehen, was uns die be* sondere Bedeutung des deutschen Zionismus vor Augen geführt hat. Die Vorkonferenz der Jugend war ein Zusammenprall von jungen zionistischen Anschauungen, w׳ie wir ihn ln Deutschland seit langer Zeit nicht erlebt haben. Wir haben das Bild einer großen zionistischen Jugend vor uns gehabt, die sich untereinander ausgesprochen hat, und wir haben gefühlt, daß dort sich eine Menge neuer Kräfte regt. Dos Ist überhaupt eines der wesentlichsten Ergebnisse des Delegierten tigea, daß hier neue Kräfte zutage getreten sind, daß auch Gruppen, von deren innerem Leben man keine rechte Vorstellung hatte, hier wieder in neuer verheißujigsvoller Stärke autgetreten sind. Wir haben die Jüngsten hier gesellen und mich die Alten, die Veteranen des deutschen Zionismus, die das 25 jährige Jubiläum des I. Kongresses mit uns geleiert haben und schon damals dabei waren, Wir begrüßen in unserer Mitlc vielleicht den ältesten deutschen Zionisten, Herrn Lazarus F r I e d m a 11 n aus Mainz (lebhafter Beifall), dann Goitein aus Frankfurt, Heinrich Loewe und Davis Trietsch. 25 Jahre zionistischer Treue und unermftdlicbcr zionistischer Tätigkeit sind auch ein Aktivposten, auf den wir mit Stolz hinweisen. Wenn Herr Sprinzak, dem ich^lür acize Begrüßungsworte herzlich danke, die Qualitäten des deutschen Zionismus gcwiii.ligt hat, aber meint, «laß uns die Icldensehatt'.ieho Sehniucht nach Palästina abgeht, so möchte Ich darauf hinweisen, daß unsere Leidenschaft vielleicht nicht geringer ist als die unserer östlichen Brüder, aber sie äußert sich in anderen Formen. Sie wurde merkbar aus der sachlichen Leidenschaft, mit der wir hier über Palästina gesprochen haben. Die Palästina-Debatte hat uns vor allem Eines gegeben: Die Idee, daß es doch nicht ln erster Linie auf das Geld ankommt, sondern auf Pionierarbeit. Und das ist cs, was wir deutschen Zionisten der Bewegung geben können und geben wollen, Im Ociste jener Wirtschaftllchkeit, auf die Herr Schocken solchen Nachdruck gelegt hat. Die Aussprache mit Blutnenfcld hatte diesmal für uns eine besondere Bedeutung, da wir wissen, daß Blumenleid uns jetzt voraussichtlich für längere Zelt verläßt. Wir haben wieder gespürt, was Blunncntcld dem deutschen Zionlsmus gegeben hat, und wenn wir sehen, daß neue Ji!(;<mv׳J mit neuen Gedanken aufatrebt, so w׳lsseu wir, daß diese Oedanken herausgewachsen *lud aus dem, was Blum er, leid uns gegeben hat. Er Ist der Lehrer und Wegweiser des deutschen Zionismus geworden und die zionistische Arbeit in Deutschland ohne Blumenfcld wird für uns alle sehr' schwer sein.! Es Ist das Wesen unserer DetegiertenUge mit ihrem mehrtägigen Zusammenleben von Zionisten im Gedanken an die jüdische Zukunft, daß sie uns immer eine wesentliche Stärkung und Steigerung unserer Kräfte bringen. Wir haben neue Kräfte hier gesehen, Gruppen,, die wieder zu neuem Leben erwacht sind und von denen icfi große Leistungen liir die Zukunft erhoffe, und wir haben auf der anderen Seite Oemelnsamkeit mit anderen gefunden, die vielleicht noch fester werden und noch andere Personen erfassen •wird. Wir gehen jetzt auseinander mit dem Gelöbnis der Treue und der pfliehtbewußten Arbeit, erfüllt von zionistischer Leidenschaft, Ich erkläre den Deleglertenlag für geschlossen. (LeFVIDr Beifall, di« Versammlung erhebt sich.) iJiäUtt.j. &4LUJ Berlin w 15 ->!Hute an. den. JttdL »wawuwH*1Mwjwr»«1BzaHB*a«■» ■VUWlB'WIlMemWaMBMlWJMCI» ■»PBe«*BBt»SBW»a1as»jtwBagjwr1—er־־ ’•’?"!יזייוויד׳ «SD־*# AäDAIM■**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.