Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 73 (15.9.1922)
- Date
- 1922-09-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 495 ■ 73 t finrr rs11;׳H| iis,ri!e Mid v'5, eiiidc. Jindcj, nmcij. densjfe ciiulc. ilredi't »Hers n der >g der %>:ng echts« Berlin; l Dr.!ist, tkc, bur<::; ich, Snlly 11 ג n, ann, sky, hei, a; J. npdiN bürg« nwalt dann« bin t hei Lahm tel, nel. Sa.; mn, inxno Pr.; Du. mr, rfurt; dam« . Dr. 1er; oth; »״£ 1 rz, Dr. Dr. acob wi. sc 11; Dr. OS• X׳'irt- . A. Dcrf ab* >;.r* licht, zur :sein der ilzu* licht raftc uerc sind• zio* iiz«* chet allen wir nten 1rc* der zur inen ן Nr. 73 1 Die Vo; Konferenzen * Der XVIII. Dele,gierten,ag ,־Jer Z. V. f. D. Iu*| in Kassel l 111י September mit den Vorkonferenzen begonnen. 1 ׳ ן• stärksie netci!־;ruu״ wies die J u g cndkonfcrciiz auf, ן ’ י deren von 10 Uhr früh bis 7 Uhr abends dauern den l!cfl cjnnijic.'i zahlreiche Delogierte und Angcliörijjo der groß et» || j-gi'iKlhiinde, insbesondere des K. J. V. und des Dlnu-Weiil, ||;,ilnnhiuen. Die von Herrn R.-A. Felix Roscnblüth ge-?j;.!■.den Beratungen, auf die wir uns noch ausführlich zurück- 1!;.,kommen, vorbelifllen, wurden von einem Referat von Dr. Ü <׳ritz Löwe nst ein eröffnet. Cr entwickelte die unserer Ü;״;(,iiilbewcgiiiig ziigrunik'Iicgemlen Prinzipien, die Ziele und ־| v,1׳:c der Er/iclmn!.: mul die Gründe, die die augenblickliche puwicklunjr im Blaa-Woil} in ntuiidier Beziehung als bedenklich •'! f:״-d1ci;1en lassen. Diese Fragu» slandcn i:11 Mittelpunkt der s|;c patte, die in sachlicher Dorm und versöhnlichem Geiste ',AJ1 bemühte, nicht so sehr die aufgeworfenen Fragen der 1! ־!;;chtiii:: zu lösen, als vielmehr sie zu einer wirklichen gnmdi'| ccomicn Auseinandersetzung zu führen. Gerade weil cs bisher G ״.Ifacli nicht zu ermöglichen war, diese Fragen zu disfeu- Ü| •.freu, *st der Verlauf der Diskussion als sehr erfreulich ij '־.;zusehen, vor allem die zweite Rede Kurt H1 u ווו e n f el d s, %cs die entscheidenden Fragen klar lierausarbeitcte. '! AucJi die zur gleichen Zeit abgchaltcne ICotifercnz über g (ic m c i n d c a r b c i t wies einen guten Besuch auf. Dia t| von Dr. Siegfried Mos cs geleitete Besprechung wurde durch | tin ausführliches Referat von Dr. Aron Sandler, Berlin, :י eröffnet. Herr Dr. Sandler begründete die Notwendigkeit!1 ,:;aer intensiven Mitarbeit der Zionisten in den jüdischen jl öcnieinJen, ilie die einzige öffentlich-rechtliche Organisation | v,m Juden dnrstcllen, über die wir im Galuth verfüge״, || fr scliihlerte die Möglichkeiten zu einer Einwirkung im ziod, dien Sinne, die sielt für die Gesinnungsgenossen im I Vorstände der Berliner Jüdischen Gemeinde geboten hätte. | Dr. Sandler warnte int übrigen vor einem bis ins einzelne j« a'sgcnrheitetcn Programm für die von den Zio-!nisten zu leistende Oemcindcarbcit, Er vertrat i; viel mell r den Standpunkt, daß das Programm sich jeweilig nach I den Verhältnissen in den EinzclgemcmJen rich'cu müsse uni I Aß es vor allem auf eine tätige Mitarbeit zuverlässiger J "oiiistcn an der praktischen Arbeit ankomme. » Zur Unterstützung der von den Gesinnungsgenossen zu 1־ kisteiiden Gcmeiudearbeil fordert Dr. Sandler den sofortigen | Aushau des von der Leitung der Z. V. f. D. errichteten | öemeindedezernats, das über ein gut arbeitendes I! Caro mit sachkundiger Leitung verfügen müsse, Das Büro j hbe insbesondere die Aufgabe, den Zusammenhang unter J dm in der Oemcindcarbcit tätigen Zionisten herzt!stellen, den | A'tsfausdi von Erfahrungen zu vermitteln und im Euueüall!! Material zur Verfügung zu stellen.! : Die Ausführungen des Herrn Dr. Sandler fanden in ihren wesentlichen Teilen allgemeine Zustimmung. Herr Dr.!j Sichel, Chemnitz, führte Beschwerde über das | Verhalten der sächsischen Synagogcngemeindcit, das I nt einer völligen Entrechtung der Ostjitden in | der Wahlrcchtsfrage geführt habe. Er forderte einen ’ einmütigen Protest und einen entschiedenen Kampf ' I gegen die von den Notabein in den sächsischen Gemeinden j I herbeifgeführte Entrechtung der Osfjuden. | ,! Die Gemeindcl.xmferenz beschloß einstimmig, dem Dole- :! jbrlentag eine Resolution vorzulcgcn, in der im 1 linbück I ad die gesteigerte Bedeutung der Gemeindcarbeit die Schaffung; | eines besonderen Büros für Gemeindearbeit bei der Z. V. f. Ü. 1j ^fordert wird. j Da die Konferenz vor Anhörung der angesetzfen Referate j über soziale Arbeit abgebrodien werden mußte, wurde he-!schlossen, sic während des Delegicrtentages fortzusetzen. •l Die Keren H a je ssod- Konf e rc n z wurde eröffnet j rat einem kurzen Referat elcs Herrn Turnovvsky über ן Richtlinien der Keren Hajcssod Arbeit, dem ein Referat von I Dr. Erich M 0 s c s (Chemnitz) über die Arbeit in kleinere!»;׳rat mittleren Provinzstädten folgte. — zVus dem Rückblick, ü |c11 Herr ,Turnovvsky gab, sei nur die Tatsache erwähnt, daß j {<nt Unkosten des Keren Hajcssod nur 12 0׳,״ betrugen; daß itretzdera dieselben sidi der Geldentwertung entsprechend viel j mdir erhöht haben als die Eingänge, die noch irnmer auf den j; EiiikointncnvcrhäUnisscn des Jahres M21 teilweise sogar noch; fe Jahres 1020 beruhten, — Die zukünftige Arbeit sei zu 1 sdiciden in solche unter den Zionisten und unter den Nicht-! "«nisten. Bei der Arbeit unter den Zionisten gilbe cs vier ן Aufgaben: 1. Erhöhung der Zeichnerzahl, 2. Erhöhung der j Zcidiiningssummc, 3. Gewinnung von Mitarbeitern, 4. Ost- 1 Wenarbeit. Die Zeichnerzahl mit 4100 zionistischen Zeichnern! «־i allerdings nidit mehr sehr zu erhöhen, es sei denn, daß j 1•י' Zahl der organisierten Zionisten stark wachse. Dagegen; ®äßten die ZcicJinungssummcn unbedingt in starkem Maße I ״er Geldentwertung und damit dem Maasscrprinzip angepaßt I werden; Turnovvsky schlügt hier unter anderem dio ״Maasser* | «rilänmg״, die schriftliche ehrenworthche Erklärung des i Reimers, daß seine Zeichnung Maasser sei, vor. — Für die I Gewinnung von Mitarbeitern Saniert er die endliche Durch- |: •klirung des Zeit-Maasscr, der eventuell durch Geld — Bezah• |, 1״״S «incs gleichwertigen Vertreters — abgclöst werden könne. ן• riir die Propaganda schlägt Turnowsky (!lies leitet schon auf I Arbeit unter den Nichtzionistcn über) eine größere Ein- ן «uSnahmc auf die Provinz.- und Krcisprcssc vor und zwar ן «urel! Vermittlung der in. der Provinz wohnenden Gcsinnungs- | 5c110sscn• Ein eigenes Keren Hajcssod-Organ für die Propa- | ö'iiida würde er nidit befürworten, weil dies m teuer sei 1<‘׳'; ן and! nidit den gewünschten Erfolg haben werde. — Er | ״u.iett noch, daß die Arbeit in der Großstadt prinzipiell I ,;esclbc sei wie in der Provinz, nur dürfe man nicht mechanisch | <,!־ Begriffe übertragen. Der Kleinstadt-Kchilla entspreche I 111 der Großstadt die Loge, der Verein, die Branche.; | ^r• Erich Moses führt aus, daß cs falsch sei, die Arbeit j, 1er Ostjuden von der unter den Zionisten zu trennen. . *1 den Ostjude״ sei es meist nur Zufall, ob sic organisiert! 1*0 ״״" nicht; man müsse die Psychologie des Osijudcn t v r '׳erstehen, dann gebe er leichter als der Westjude oraiisschnnfr sci stcts ((as Beispiel; keiner dürfe den Maasser ' Wem, von dem bekannt sei, daß er sich selber um iiin drücke,! 11 die Arbeit, die der Leiter der Keren Hajessod-Arbeit {!' Ec1״vt1 MiUiclfern verlange, müsse er vor allem neben 1 ncr OrgaiiisaUousarbeit selber für seinen Teil auch machen. f ff״ t a'cmnitz }labc man nun nach der urspriingÜdien Aktion! 1 ,.•ן. ״ ^cre" Hajcssod zwei Hauptaktioncn erfolgreich durdi- ah״! ' niimt‘ch eine Hausse-Sondcrabgabe und eine Warenwobei die Waren gegen Devisen verkauft wurden, j;ן ס ^cr Diskussion sei noch der Vorschlag Dr. Lcvy, I 0Bur2. erwähnt, der .Vorauszahlungen für den Keren Hajcssod forderte, um der Geldentwertung vorzubeugen, etwa analog den Vorauszahlungen für die staatlichen Steuern. Die Konferenz der Vertrauensleute des Nationalfonds war von zirka 50 Vertrauensleuten des N. -F. aus allen Teilen Deutsch!,ands besucht Herr Dr. Hantkc begrüßte als Direktor des N.-F. die Anwesenden und teilte die Beschlüsse der Jalircskoiifercnz betr. das Verhältnis des N.-F. rum Keren Hajcssod mit, Herr Weitzmann wies in seinem Referat vor allem darauf hin, daß cs trotz der Entwertung des deutschen Geldes absolut notwendig sei, die Sammlungen fortzusetzen. Einmal, weil das deutsche Geld hier zum Ankauf von Materialien, Werkzeugen usw. rationell aiisgcnutzt wird und zweitens, weil der N.- F. nicht mit ein Sammelapparat, sondern auch ein wichtiges Mithi der IJtXMipropaganda ist, — Es ist gelungen, trotz der holien Unkostcnsteigorimg, den Spesensatz des N.-F. verlüiUnismäßig niedrig zu halten. Herr Weitzmann schlug ferner vor, die Be/ielnmgen der Zentrale zu den Vertrauensleuten durch häufige Reisen der Sekretäre fester zu gestalten. Er bittet alle Vertrauensleute, von den vorhandenen Snmmclmittcin eifrigen Gebrauch zu machen uml vor allem das bei weitem noch nicht allgemein Angeführte Spcndcnbudh zu benutzen. JIISC״; 0zls!!lsÄP.ßrt]eiisH!rp!s;:n311 »־Zion Bor LinifrslruOe Anläßlich der z.Zt. in Berlin tagenden VERBANDS- BERATUNG des ״AllweUliclieti JiUlUe'a. Soz. Arbeiter* Verbandes Poale-Zion“ findet Montag, den 18. d. Mt«., 8 Uhr abends, in den beiden Sälen der Ressource, Oranienburger Str. 18 (Bhf. Börse), eine e* , Ofkni&clie stat,:' Tagesordnung: Der BefrciunöskaiDpf des jiid. Proletariats Redner u. a.t S. Kaplanski (London), B. Locker, S. Rubaschoff (Wien), Bei» Gorion Schochat, B. Katzcnelson (Palästina), Dr. Schipper (Wien), Dr. Wachmann (Lemberg). Karten sind an der Abendkasse zu haben. 1’ Dann sprach Herr Dr. Erhard über die Filmuml Landgemeindenpropaganda. Er gab einen Uebcrblick über diese beiden Arbeitsgebiete lind hob hervor, daß sic von ganz, besonderer Bedeutung für die zukünftige Arbeit des N.-F. wäre. Der Redner behandelte dann die Erfahrungen der Fümpropaganda, wies auf die Fehler hin und maclitc neue Vorschläge für die Organisation der Filmvorführung. Er sprad! weiter über die Landgcmeindcarbcit, die leider bisher viel zu wenig von den Vertrauensleuten in Angriff genommen worden sei. Dei der Landgcmeindcarbcit müssen vor allen» die Jugendorganisationen mithelfcn, Es sc» zweifellos leicht für eine K. J. V. - Verbindung oder einen Blau-Weißzug, bei Wanderungen Büchsen in den benadibarten Gemeinden unterzubringen und diese dam! regclmiifiig zu leeren. Obwohl die Landgeineindenpropaganda erst seit ganz kurzer Zeit intensiv betrieben wird, seien bereits zirka 50 neue Orte für den N.-F. gewonnnen worden. Dies bedeute eine große Verbreiterung der Basis nicht nur für den N.-F., sondern für den Palästinagedanken überhaupt. Der Redner sprach dann noch über die .Technik und weitere Ausgestaltung■ der Lamlgemciudcnarbeit. An dieses Referat schloß sidi eine lebhafte Debatte, bei der sich fast alle Anwesenden beteiligten. Herr Dr. Bacr wies auf die große Bedeutung, die gerade jetzt der N.-F. in Palästina habe, hin. Nur durch den N.-F. sei die neue Be- Siedlung in Palästina ermöglicht worden, und die Vertrauensleute müßten sich darüber klar sein, daß jeder durch eifrige Sammeltätigkeit direkt mitarbeitc an der Kolonisation Palästinas. Aus der sonstigen Debatte sei noch besonders der herzliche Dank hervorgehoben, den die Vertrauensleute dem aus dem N.-F.-Büro scheidenden langjährigen Sekretär Herrn Weitzmann aussprachen.! . Von den Beschlüssen seien folgende erwähnt: Die Gol d e n e- Buch - Eintragung wird mit Wirkung vom 1. Oktober ab auf 5000 M. und der Betrag für einen Baum auf 100 M., für ein ,Telegrammformular auf 20 AL festgesetzt. Der Mindestbetrag für namentlichen Ausweis ist von jetzt ab 20 M. ׳ . Es wurde ferner beschlossen, daß In Jedem Ort der F11 m zur Vorführung gelangen und daß vor allern in Jeder Stadt die jetzt vorbereitete Aktion, die di« wichtigste Aktion des Jahres für den N.-F. bedeutet; die JRosch-Haschanah-Aktion, unbedingt durchgeführt werden mi! ssc. 1 1 1 . י! Die Landgemeinden- und Bilclisenpropaganda solle viel intensiver gestaltet werden. Ferner wurde beschlössen, die' Drucksachen nidit mehr mit der Bezeichnung J. N.-F, 90ndern mit Keren Knjenicth LijisrocI zu verstellen. In einem Beschluß wurde nochmals Herrn Weitzmann für seine erfolgreiche Tätigkeit gedankt und schließlich wurde noch in einem Antrag der Wunsch der N.-F. - Vertrauensleute in Deutschland ausgesprochen, daß die Bestimmung betr. Abfiihrung von 20°/# des K. H. an den N.-F, aufgehoben würde, Palästina-Besprechung Bezirk usw. haben, die besten Möglichkeiten einer grümi. liehen Ausbildung, Gerade die Aufgabe der deutschen Zio. nisten ist es daher, hierfür Mittel und Wege m schaffen. Das Ziel einer Ortsgruppe müßte sein, in ihrer Stadt einer Anzahl befähigter junger Menschen eine bestimmte Ausbiß düng zu verschaffe:!. Wenn 7״ B, eine Braunscliwciger Ort1-* gruppe jungen Leuten Aic Möglichkeit bietet, in gründlicher jahrelanger Lehrzeit sich zu wirklichen Facharbeitern und Kennern der Konscrvciiiudiistrie atiszubildcn, und dann für die besten von diesen einen Weg finden, sie nach Palästina zu bringen, so würde damit für die Schaffung bestimmter Industrien und einer volkswirtschaftlich bedeutsamen Existenz deutscher Chahi/.im »n . Palästina ein Weg gefunden sein. Es wäre eine weitere Aufgabe der!*׳'treffenden Gruppe, aus sich heraus ihren Ci1,1I11/i111 einen Personaikredit zu verschaffen, der sieh auf persönliches Vertraue״ stützt, und damit die ,Gründung!deiner Unternehmungen ermöglicht, die nicht so 'sehr dem Typus einer deutschen Fabrik, als etwa dorn einer Bctrichswerkslälte nalickomint. Hiermit schafft sich die Ortegruppe ein Arbeipgebiet, das einerseits für Palästina von großer Bedeutung ist uml andererseits die Gruppe selbst mit dem Lande verknüpft. Im weiteren Verlaute der Diskussion wurden bestimmte in dieser Richtung liegende Pläne der Chemnitzer'Ortsgruppe eingehend besprochen. — Herr Feuer« ring berichtete von der vor mehreren Jahren gegründeten dänischen Tischlerei in Jerusalem, die in ähnlicher Weiso entstanden, sich heute bereits zu einem großen iiruJ wichtigen Betriebe entwickelt hat. Die beim Landesvorstand der Z. V. f. D. zu errichtende Zentralstelle müßte eben gerade auch für d,c Schaffung derartiger Betriebe durch unsere Ortsgruppen und deren Besetzung und Leitung durch hier ausgebildete Menschen anregen und fördern. Die Diskussion konzentrierte sich weiterhin auf die Me« tliodcn und Ziele der Ausbildung i 1» Deutschland. Gerade von der Seite, die über praktische Erfahrungen der Berufsberatung und Leitung derartiger Lehrbetriebe verfügt, wurde ebnso wie aus dein Kreise der augenblicklich hier anwesenden arbeitenden Jugend Palästinas eine intensivste und gründlichste Ausbildung, als man sie bisher gewohnt' war, gefordert. Nur dann würden die aus Deutschland kom« menden Chnluzim den Iloffmmgcu 1!:ul Erwartungen ent. r.picchcu, die man auf ihr Kommen in Palästina setzt. Es kommt nicht darauf an, möglichst schnell eine größere An« zahl deutscher Chaluzim nach Palästina zu verpflanzen, son« der!! darauf, daß von hier nur in jahrelanger Lehrzeit ge* schulte Kräfte, die über gründlichste Kenntnisse iiikI Erfah« rungen ihres, Berufes verfügen, heriibergehen. Das ist die besondere Aufgabe des ckuLchen Zionismus, wie auf allen anderen Gebieten, so auch bei der Verpflanzung seiner Men» sd'.eii ״ach Palä Ulna sein Augenmerk niemals auf ihre Quantuat sondern auf die Qualität ihrer Ausbildung und ihres Könnens zu richte». Die Berufswahl darf nicht allein unter dem Gesichtspunkt der Auswanderung nach Palästina getroffen werden, sondern so, daß die sich Entscheidenden auch, wenn sie durch irgend welche Umstände nicht nach Palästina kom• men, hierzulande E'-idenz uiv.i Lebensinhalt suchen uml finden. Das Problem der Berufsscliichtimg der Juden verlangt nicht nur in Palästina sondern ebenso im Galuth eine Lösung. Wenn es uns gelingt, durch diese Arbeit drüben eine gesund« in der Urproduktion wurzelnde Berufsgliederung z.u schaffen, wird das auch für die Lösung der Frage der jüdischen Berufe im Galuth von groll cm Einfluß sein. Es versteht sich von selbst, daß auf die Frage, welche bestimmten Geweibe/weige in Betracht kämen, eine positive Antwort nicht gegeben werden konnte. Wohl liegt dieses und jenes Material vor, da׳! von der zu gründenden Zcntra'«' stelle hcrausgcgchcn werden kann; aber ebensowenig wie etwa hier ein Geschäftsmann seine Entscheidungen allein nach den Informationen einer Handelskammer treffen wird, son* dem auf Grund seiner persönlichen Untersuchungen, so wer. den auch unsere Men;dien, sofern sie nur tatsächliche Kennt« nis?e besitzen, sieh nicht auf die Informationen gewisser amtlicher Stellen verlassen, sondern aus sich heraus Bo« triebe schaffen können, die ihnen und einem Kreis von Mit« arbeiten! eine Existenz, sichern. Die Zusammenkunft, die sieb noch mit einer Reihe von Fragen beschäftigte, stellte eine ungemein wertvolle Ergän« 7.1111g der Palästm.ulebattc dar. Es wäre zu wünschen, daß möglichst oft Gelegenheit 21» derartigen Auscinandenctztmgen gegeben ist und daß die verschiedenen Gedanken, die bei dieser Aussprache diskutiert wurden, sehr bald ihre Vep wirklichung finden. Weitere Resolutionen Bibüolliek Der Delegicrtenlag erklärt die Arbeit für das jüdische Bibliothekswesen in Palä.äinn als überaus bedeutsam für den wirtscliaitliclien Aufbau Palästinas. Es wird jedem deutschen Zionisten zur Pflicht gemacht, an diesem Kultunverk ideell und materiell mitzuarbeiten und Prof. Ileinr. Locwe in seiner aufopferungsvollen und umf.ipsenden Tätigkeit zu unterstützen. _ Der Delcgicrtcntag drückt die Hoffnung aus, daß Heinrich Locwc in leitender Stellung alsbald in Palästina selbst seine Arbeit aulncbmcn wird. KuUtirdezcmat Der Delcgicrtcntag möge beschließen, daß der Landes- Vorstand innerhalb der nächsten Zeit das Kulturdczernat wieder einrichtct. (Dein Landesvorstand befürwortend überwiesen.) Im Anschluß an die Palästinadebatte fand am Dienstag ■nachmittag in einem kleineren Kreise eine Aussprache mit . Herrn Schocken über die Möglichkeiten einer praktischen Arbeit deutscher Zionisten in und für Palästina statt. Während im Plenum mehr die allgemeinen Grundlinien der Palästina« י arbeit dargcstcllt und diskutiert wurden, kamen hier die spe« zicllen Aufgaben und Arbcitsmöglichkcitcn des Einzelnen zur Erörtc.ung. Man verstand allgemein, daß die Grundbasis der palästinensischen Wirtschaft selbstverständlich die land* wirtschaftliche Produktion ist und daß allen gewerblichen und kaufmännischen Unternehmungen vor» vornherein bc» stimmte Grenzen gesetzt sind, Für diese Arbeitsgebiete, mit denen sich die Zusammenkunft im wesentlichen beschäftigte, gal! Herr Schocken etwa folgende Richtlinien; Der ■Typ des Menschen, der berufen ist, in Palästina derartige Betriebe zu schaffen, ist der wirtschaftliche Chaluz. Für ihn bietet gerade Deutschland mit seinen höchstentwickelten lokalen Industrien, wie wir sic. etwa in Sachsen, im Solinger Zur UnlmsitätsTrage Der Dclegicitciiiag hat mit lebhaftem Interesse von dem Referat des Herrn Prof, Dr. Fjodor Kenntnis genommen. Er beauftragt den Landcsvorstand, dem Zentralkomitee alsbald eine Vorlage 711 machen, welche diesen in den Stand setzt, zu den Focfor’schcn Vorschlägen Stellung״ zu nehmen und daraufhin Anträge zur Förderung der Universitätspläne an die Exekutive zu richten. Berichtigung. In dem in Nr. 70 veröffentlichten Artikel ״Der Aufbau der Hebräischen Universität“ von Dr. Fodor, sind mehrere sinnstörende Druckfehler unterlaufen, ln Spalte 1, Zeile 5 muß es statt ״und wo“ heißen ,,ab ovo“, ln Spalte 2, vorletzte Zeile fehlt eine ganze Zeile. Es muß heißen: ״Seine Wichtigkeit für die Eujwicklung von Industrie und Gewerbe im Lande ist geradezu unabsehbar.“ 1 1 1. < J, r; 1 I׳' I L C/■1, l t> ה ־ כ ו־ 5:Vl c 1יו.; ח> :5'׳ : b;,:L ו)': i־' i rr j % \ r:t r:1’i iJh;,,וי € r’ ‘‘י«*■ V, 1;; i ,J T'»'!/ a, ג n 5; 2 •i.' ׳1 1 ) n t ז r XL n I נ> x: •ן־ 1' k h P 1i. c 17 V » t: