Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 73 (15.9.1922)
- Date
- 1922-09-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652474--15196-2673643- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
. . A J , Seite 400 "'"’י" _____ Feierliche Prollamaiion der palästinensischen Verfassung י• ,Jerusalem (J.C.B.). ßie pnlüstinensisdie Verfassung•, welche hier am Freitag, 1. September veröffentlieht wurde, wurde am Montag, den 11. September feierlich proklamiert. Sir Herbert Samuel hat als der oberste Beamte 'des Landes die Inkrnfttretung der Konstitution proklamiert und in Gegenwart des Fcldmarschalls Lord Allenby und des Emirs Abdallah den Eid auf die Verfassung abgelegt. , Die Stadt hatte sich auf eine große Zahl Besucher von außen vorbereitet, die den Zeremonien der Verfassungsverkündigung beiwohnten.! * I * i ' Der Londoner Korrcs׳(>ondent der j.P. Z. meldet:; ׳*' Am 1. September ist die Palästina-Verfassung publiziert worden. Während der ursprüngliche Entwurf einen legislativen Council von 25 Mitgliedern voraussah, 10 Beamte und 15 Nichtbeamte, von denen 3 aus 'den drei Religionen vom High-Cominissioner bestimmt werden sollten, wird jetzt nur ein legislativer Council von 22 Mitgliedern bestehen, von denen 10 Beamte sind, die übriger 12 gewählt werden, aber so, daß darunter mindestens 2 Juden, 2 Christen und 2 Mohammedancr sein müssen, jeder männliche Palästinenser von über 25 Jahren hat das Wahlrecht, und zwar indirekt, indem die Wähler Vertreter ״wählen, die dann erst die Abgeordneten bestimmen. Der oberste Verwaltcr Palästinas, der den Titel ״High-Gommissioner“ ■und ״Commander in Chief“ führt, soll, wie Art;. 27 bestimmt, ״sich leiten lassen durch die dein Parlament 3m1 ׳. 'Juli vorgelcgtc Erklärung über die britische Politik in Palästina'. Während er die Nichtbccinträchtigung der!Rechte und Stellung der anderen Teil« der •Bevölkerung sichern soll, soll er unter passenden Bedingungen d i c ׳jüdische Ei nwa nder u n g erleichtern und die dichte Sicdclung der Juden auf dem Lande, Stäatsländcrcicn und b'rachliegende, nicht für öffentliche Zwecke b'e- ,nötigte La ndcreienmitcingcsc hlossen ,er-!wütigen“ (he sliall facilitate Jcwisli Immigration under!snitable conditions and shall cncourage closc seftlcment füjij the JcwS on the land including statelands and waste Uands not requireci for public purposes). Weiter heißt es, daß keine Verordnung dem legi slativcn 'Council vorgelegt werden soll, die in irgendeiner Weise den Mandats bestimmungen widerspricht oder mit ihnen unvercinbar ist. Neben dem legislativen Council soll dem High- Oommissioner ein Executive Council zur Seite stehen, 'dessen Zusammensetzung die englische Regierung T>estimmt. Den Zusammentritt des legislativen Councils, der den bisherigen Advisory Council ablöscn soll, wird der High-Gommissioner in Beratung mit dem Exeaitive Council bestimmen. Die Verfassung regelt auch das!Gerichtswesen und sicht mohammedanische, jüdische und Christliche Gerichte mit ausschließlicher Jurisdiktion in gewissen Fragen vor. In Fragen der Regelung der Ein- Wanderung soll der High-Gommissioner mit einem Komitee beraten, das aus nicht weniger als der Hälfte (6)' ider gewählten Mitglieder des legislativen Council besteht. Arabischer Demonstrationsstreik Jerusalem, (J.C.B.) In einer am 10. September ab• gehaltenen Sitzung hat das Exekutivkomitee aes palästincnsisch-arabischcn Kongresses beschlossen, sich an die gesamte arabische Bevölkerung Palästinas mit einem Aufruf zu wenden, am Montag, dem 11. September, dem Tage •der feierlichen Proklamicrung der Verfassung des Landes, in einen allgemeinen Streik zu treten, als Zeichen des Protestes gegen das Mandat und die Verfassung.; e’J Ein Aufruf des Waäd Lenmi zur Bewerbung; ' um das Bürgerrecht / Jerusalem. (J.C.B.) Auf einer gemeinsamen Sitzung der palästinensischen zionistischen Exekutive und des Wan'd Leumi wurde beschlossen, eine Proklamation an die Juden in Palästina zu erlassen, in welcher sic aufgefordert werden, sich im Einklang mit dem vor einer Woche veröffentlichten Dekret Sir Herbert Samuels um das Bürgerrecht in Palästina zu bewerben. Weltkonfcnnz der rechten Ponle Zion - Partei 1 B e r 1 i n. (J. C. B ) Die sechste Weltkonferenz der jüdischen sozialistischen Vereinigung Poale-Zion (rechter Flügel) wird hier am 17. September eröffnet. Delegierte aus allen Ländern, die Vereinigten Staaten inbegriffen, werden hier zur Teil• nähme an den Verhandlungen erwartet. Wie cs heißt, wird der jüdische Dichter David Pinski ein Referat erhalten. Die Tagesordnung umfaßt die Frage der Kolonisationsarbclt in Palästina und die eventuelle Stellungnahme der rechten Poale-Zion zu den verschiedenen Internationalen. Die kommenden Wahlen in Litauen Kowno. (J.C.B.) Die Wahlen in den litauischen Sejm sind für'den 10, und 11. Oktober festgesetzt worden. Die jüdischen Parteien treffen bereits umfassende Wahlvorbcreitungen. Der jüdische Nationalrat hat an alle jüdischen Gemeinden ein Zirkular versandt, in welchem diese aufgefordert werden, dafür zu sorgen, daß alle wahlberechtigten Juden in den Wahllisten nicht fehlen sollen. Da die Wahlen nach dem Verhältnissystcm vorgenommen werden, ist cs wesentlieh, daß keine jüdische Stimme verloren geht. Es werden Unterhandlungen zwecks Aufstellung einer gemeinsamen Liste jüdischer Kandidaten geführt. Jedoch scheint cs, daß die rechte und die äußerste linke Gruppe unabhängig in die Wahlen treten werden. Die Zionisten gaben eine Erklärung ab, sie seien bereit, mit allen jenen Parteien ein Wahlbündnis einzugehen, die sich verpflichten, daß ihre Repräsentanten in die jüdische Fraktion des Sejm ■■eintreten ■werden./*■^ ' ״־ '-• "'׳״ '"־ ־•־ — - ״‘|Ü ED IS CHE RUNDSCHAU Lord Sydenliaas Stellung rar Fdr.5tInaSrf.gc ׳ Das Londoner Büro de!! J. C. B, Ist vom Kolonialminister ermächtigt worden, die zwischen dem englischen Kolonial■ minister Churchill mul Lord Sydcnham statt,gefundene Korrespondenz über die Stellung des letzteren zu der Palästina־ frage zu veröffentlichen. ■. ■ > 1 , ׳! Mr. Churchill wandte sich an Lord Sydcnham mit einem Schreiben, in welchem er den Widerspruch feststcllt, der zwischen der Beziehung Lord Sydenhams zur P.ilästinafragc im Jahre 1917 und seiner Haltung im Jahre 1922 herrscht. Am 19. August 1922 hat Lord Sydcnham in der ״Times“ einen Brief veröffentlicht, in welchem die folgende Stelle ' vorkam: ״ln Palästina hat die Politik der Begünstigung einer Horde von Fremdlingen mit Hilfe der britischen Bajonette vor der Ankunft der Delegation in London eine Empörung veranlaßt. Ein Teil dieser Fremdlinge ist höchst unerwünscht und sic werden gegen den Willen der berechtigten Besitzer und bei Verletzung des Versprechens Lord Balfours, daß die ,Zivilrechte‘ der Araber nicht beeinträchtigt würden, in das Land forciert.“ 1 ן; ׳;י-1 ■, י 1917 dagegen ist eine Mitteilung verbreitet worden, laut welcher Lord Sydcnham wörtlich folgendes gesagt hat: ,,Ich hoffe ernst, daß eines der Resultate des Krieges das sein wird, daß Palästina von dem vernichtenden Pesthauch der türkischen Herrschaft befreit und in das nationale Heim des jüdischen Volkes umgewanddt wird, welches dadurch seinen alten Wohlstand wird hersteilen können.“ Mr. Churchill gab nun in seinem Briefe an Lord Sydcnham der Ansicht Ausdruck, daß Sydcnham der Ocffcntliclikeit• wie sich selbst die Erklärung schuldig ist, wieso cs gekommen ist, daß das jüdische Volk, das früher für würdig befunden war, in Palästina sein nationales Heim zu erhalten, sich nun in eine Horde von Fremdlingen ver• wandelt hat. ״ > Aus der Antwort Lord Sydenhams an Churchill Ist fot• gendes zu vermerken: Da er (Sydcnham) 1917 in der Provinz gewohnt und gewisse Bücher wie Zeitungen ihm unzugänglich waren, mußte er einem Irrtum unterliegen. Erstens kannte er die ökonomische Lage von Palästina nicht, welches eine größere Bevölkerung nicht erhalten kann, zweitens wußte er nicht, daß die Balfourdeklaration als das Ergebnis langgeübter hinterlistiger Methoden zustande kam, drittens kann das Wort ״Jüdisches nationales Heim" verschiedentlich intcr• pretiert werden: er (Sydcnham) habe sich nie vorgcstcllt, daß eine jüdische Regierung in Palästina hcrgcstcllt werden wird. Er glaubte bloß, cs werde sich ein kleiner Jmmigrantenstrom nach Palästina ergießen. Seitdem aber hat Sydcnham die Frage geprüft und sich gezwungen gesehen, seine Meinung zu ändern. Auf diesen Brief gab Mr. Churchill die folgende Antwort: ״Sehr verbunden bin ich Ihnen für Ihren Brief vom 29. August, in welchem Sie zugestchcn, daß Sic sich schwer geirrt haben, indem Sic damals der zionistischen Politik Ihre Unterstützung versprochen hatten, und daß Sic Ihren Standpunkt in der Frage der Gründung des jüdisch* nationalen Heinis ändern mußten. Angesichts eines so klaren Eingeständnisses, das noch dazu so höflich formuliert wird, möchte ich Ihnen meinen Standpunkt nicht unnötig aufzwingen. Wenn Sie aber keine anderen Gründe dafür anzugeben haben, daß Sic von einem begeisterten Verteidiger zu einem aktiven Gegner geworden sind, als diejenigen, die Sic in Ihrem Brief miigcteilt haben, so kann ich nur feststellcn, daß diese Gründe falsch sind, selbst wenn es in diesem Fall auf einem Mißverständnis beruht. 1. Die Politik der Regierung Sr. Majestät hat immer darin bestanden, daß lediglich eine sorgfältig kontrollierte Immigration ins Land geführt werden soll, ohne daß den Einwohnern schwere Ungerechtigkeit widerfährt oder, möchte ich hinzufügen, irgend welches Unrecht überhaupt. Z Die Deklaration Lord Balfours ist keinesfalls aus hinterlistigen Methoden entstanden, sondern lediglich aus wohl, durchdachten Argumenten, die damals klar angeführt worden waren. 1 ' < 1 ׳ 3. In Palästina Ist keine jüdische Regierung eingesetzt worden, sondern eine englische Regierung, mit der die Juden ebenso wie die Araber milirbeiten. Sie können sich hiervon durch eine Einsichtnahme in das Weißbuch überzeugen. Es ist aber noch ein Grund für die Acndcrung des!Standpunktes möglich und ich bin glücklich, daß Sie diesen Grund nicht angeben s-1 nämlich: es war eine leichte und populäre Sache für die zionistische Politik in der Zeit der Balfour-Deklaration cinzutreten, und es ist eine mühsame und durch viel Kritik erschwerte Aufgabe, zu versuchen, heute ehrlichen Verpflichtungen nachzukommen, die damals gegeben worden waren. Die Acndcrung Ihrer Ansichten Ist eine Sache, aber sich gegen diejenigen wenden, die Ihrem Rat gefolgt sind, ist eine andere Sache.“ Als Erwiderung darauf sandte Lord Sydcnham an den Kolonialministcr Churchill ein Schreiben, das mit den folgenden Worten schließt: ״Daraus ziehe ich die Moral, daß cs unvernünftig ist, sich zu einer Meinungsäußerung heranziehen zu lassen, •wenn man zu einem sorgfältigen Studium der einschlägigen Fragen keine Zeit gefunden hat. Ich erkenne an: ich habe eine Unvernünftigkeit, aber unter mildernden Umständen, begangen.“ Der Hungertod unter de! jSdlseiica Bcvölkemng Odessas Paris. (J.C.B.) Laut den Nachrichten, die die jüdische Welthilfskonfcrcnz von ihrem Vertreter in der Ukraine, Dr. Adler, erhalten hat, haben in Odessa während des Januar 1922 auf dem jüdischen Friedhof II 484 Begräbnisse stattgefunden•,' im Februar d. J. waren es schon 2093, im März 2059, im April 2433, im Mai 2325, im Juni 2273. Außerdem wurden im Laufe der sechs Monate 5680 unbekannte Personen beerdigt. Allein auf diesem Friedhof haben während der ersten Hälfte des Jahres 1922 17532 Begräbnisse stattgefunden. Auf dem Friedhof JU kommen täglich 10 bis 15 Begräbnisse vor. In diese Zahlen sind die Choleratoten nicht inbegriffen, da man wegen der Menge der Begräbnisse dazu übergegangen war, jüdische und mchtjüdischc Choleratote ־zusammen auf dem christlichen Friedhof zubegraben. Erst seit Juli werden die jüdischen Chofcrafotcn auf "dem jüdisehen Friedhof beerdigt. Die Gesamtzahl der während des ersten Halbjahres 1922 In Odessa verstorbenen luden beläuft sich auf 20000, das sind 10 0/0 der gesamten Ödcssacr jüdisehen Bevölkerung, die mau zu Beginn 1922 auf ungefähr 200000 geschätzt hat. Ungefähr 40 0/0 der Verstorbenen erlagen direkt dem Hunger, während 50 «/o an den direkten Folgen der Hungersnot, den Epidemien, zugrunde gegangen ««KJ. -• w.,.ka , ■ : ' - Nr. 731 ■'־ t'jm 5rr:s« 37 JÜ ׳ Aus»׳ Ein gcsclifchtüclicr Beitrag zum Scliekelproblen! J "*IC׳ Von Felix A. Th e i 1 h a be r. y j Es ist den heutigen Machthabern der jüdischen Gemein!!?; nicht genügend bekannt, wie sich in früheren Zeiten dl« (;י,״ ‘ meinden zur Unterstützung der Juden Palästinas verhielten 1 Wir verdanken einer Sammlung, die der Rabbiner Leo M0j > denn aus Venedig!unterlassen hat, einen wichtigen Einblick! der Einstellung der italienischen und deutschen Juden gegen,; über den Juden Palästinas. ״Das Rabbinat von Venedig“ , schreibt Dr. Ludwig Blau, dessen Werk ״Leo Modenas Brie!1 ״ und Sc hriftstücke״, Straß bürg 1907, 11ns die Kenntnis Vrä j mittelt, ״besaß wohl keine weltliche Macht, cs erfreute ■5ics I indes einer hohen moralischen Autorität“. Dieser Umstari! vcranlaßtc auch die Gemeinde Venedig, nicht nur für frena!t; Gemeinden sich zu verwenden, zu intervenieren und Geldmittel i zu übersenden, die mehr als Bettelpfennige waren, sondern I auch mit ihren Vorstellungen bis in das internste Lehen der I Juden in aller Welf einzugreifen; so bekritteln Sendschreiben! die jüdischen Gemeinden von Wien und Amsterdam und rügen j Mißbräuche, Briefe nach Konstantinopel nehmen gegen tlrjt j Politik Stellung, die fremde Juden entrechtete, oder die Briefe i lauten in Polens Wirtsch aftsintcrcsse. Als z. B. in Prag die i Erbschaft eines aus Venedig stammenden Juden nicht rasch i genug geregelt wird, legt sich das venezianische Rabbinat jn< j Mittel. Und recht modern mutet uns die Reklamation an, die : das Rabbinat wegen eines Mictsrcchts auf eine Wohnung Rom erhebt, wobei man ihr Schreiben gar nicht lendenlahm nennen kann. Zahlreich sind die Aufforderungen an jüdische Gemeinden, die jüdischen Riten zu beachten, wie z. B. das Sendschreiben an die Juden in Capo di lstria, daß sic die Synagoge besuchen (1599). ׳ Diese Zeitverhältnisse müssen angedeutet werden, um die Stellungnahme der Juden Venedigs in der folgenden An. gclegenhcit zu verstehen. Im Jahre 1600 kam zur Kenntnis der Juden Venedigs, daß die palästinensischen Juden in Schulden geraten waren. Ein ihnen zur Linderung der Nt: gesandtes Schiff, auf dein sich für sie Geldsendungen und Wolle zur Verarbeitung landen, war gekapert worden. Infolge der Hungersnot lösten sich die Jeschiboth auf und zerstreuten sich die Mitglieder: einzelne gerieten ins Schuldgcfängnis. Die Juden Venedigs wollten nun die Abwanderung des Jischuw verhindern und sandten im Herbst des Jahres 1600 Send. Schreiben an die Gemeinden Deutschlands zugunsten der Armen des heiligen Landes aus, mit der Bitte, die Go. meinden möchten helfen und ihnen die Beiträge zustetlen. Man kann annchmen, daß Venedig bei ausreichenden Eingänge!! projektierte, weitere Schiffe abzusenefen. Die deutschen Juden waren selbst nicht auf Rosen gebettet, die Finanzlage de: meisten Gemeinden war gerade damals eine traurige. Trotz« dem scheinen die Schreiben nicht erfolglos gewesen zu sein. xDenn bald darauf beschließt die Venezianer Gemeinde, dal neben den Palästinagcldern, die ah Spende!» einlaufen, noch pro Kopf jährlich ein halber Schekel gezahlt werde. Dies Beispiel wird allen Glaubcnsbrüdcrn zur Nach, ahmung empfohlen und die Aufforderung zur Zahlung der halben Schekels für das heilige Land an alle Gemeind« gesandt. « . 1 , t! Es liegt die Vermutung nahe, daß Leo Modena diese beiden Dokumente in die Sammlung seiner Briefe mit auf. nahm, weil er an ihrer Fertigstellung persönlich stark beteiligt war. Leo Modena, dorr» die Eitelkeit nicht ganz fremd war, hat die Sammlung der Briefe nicht nach dem Gesichtspunkt 1 y' ei* ־«nn: ' t'cbersei: he im:!; t u e n io® 70; ' e 1 ז i n;;000, 31' s!. N. 11 i יי Ilse < ■ :;;:;us J,!;,y.dieiij Pirsch . I'imnue , Lei pz 1 r.Cic. i.« ז ■Geb,; ¬¬5!,סי , Frau , ד oll» V. Lid), s. ד ■V3il 8. ׳:M, La, 9. an ud (red ',־ £ Katzent:; raun ar,!, Geb•!, irlchlci , k!ra P! £ Lindau(*,' \nily •*.' Stcnimt"'׳ U'ei!cr:t ־ <i. Geln,; hochter; b. 9. t i;4 ׳11 ßerli i Versarr Bloch ' 1 ges1 vorgenommen, nach weichem sic heute vielleicht die National. Ökonomen oder Historiker veranstalten würden: also nach ihrem kulturellen Werte, Da er ja auch der erste Rabbiner Venedigs zu seiner Zeit war, hat er naturgemäß gerade mit derartigen Angelegenheiten zu tun gehabt. Venedig war da. irals der Mittelpunkt einer starken Einwanderung deutscher Juden, weiche das Hauptkontingent der Gemeinde stellten und dazu beitrugen, daß durch die Predigten gehalten wurden, dazu kamen Icvantinischc und spanische Juden in starker Zahl, während die französischen Juden sich auffallendcrwcisc zu den deutschen zählten. •Die italienischen Juden traten zahlenmäßig bei weitem zurück. Der stete Austausch zwischen Polen, Holland, der Türkei usv. sorgte dafür, daß eine Kiai Israel- Stimmung die besten Voraussetzungen haben konnte, um so mehr, als die Schreiben auch an die italienischen Nachbas gemeinden in Hebräisch gehalten waren. Leo Modena, der eia gewandter hebräischer Stilist war und in manchem literarische und menschliche Berührungspunkte mit Heine hatte, war der geeignete Mann für diese Aufgabe. 1 Die durchgehende Benutzung der hebräischen Sprache näherte die Jüdische Welt einander. Man muß staunen, wz z, B. ein religiös kritiscfies Schreiben eines Hamburger kritischen Kopfes, dessen Pseudonym leider bis jetzt noch immer nicht gelüftet wurde, aus dem Jahre 1616 von Leo Modena in Heizer c j Lichter,׳'׳ i Aeyer hl «, i»s M, Lks «!ende5, 309, gs'l bäum, V Mäusle 1 Tiefen. ' ¬¬יחסי, IM blitn.i [ ,, •סו: H. 11 P. Fei׳,״׳• Ganz L5wcrc Era t*d׳e gcs. a H47 ' 1500 ”, I loopo last« *!Loses , 523 y non,ד.' R«u t* Venedig eme Widerlegung findet. Da die jüdische Gemein*! 5™ Hamburg offiziell erst mit dem Jahre 1911 gerechnet werden 6 L kann, so ist es immerhin interessant, daß sich schon damals der Mann darunter befand, der die Sprache der Reform verfochten hat. Und die Gemeinde Venedig, wohl *mter dem Einfluß Leo Modenas, droht den Hamburger Vorstehern, ihren ״Ketzer“ mit dem Bann zu belegen und dies in der Hamburger Synagoge verkünden zu lassen, falls die leide: Ungenannte nicht vorher seine Schriften widerruft. Und wirklich ist auch der Baun ausgesprochen worden, den Blau In einer Rcsponscnsammiung nachweisen konnte. , So gingen damals angenehme .und unangenehme Be* | J Ziehungen von den Juden aller Lander zueinander in einer viel stärkeren Form, als wir sie heute kennen. Dieses innig« seelische Zusammengehörigkeitsgefühl aber trug auch dani bei, den gequälten Juden das Joch ihres Judentums tragen zu helfen! , ».! <..:/1 ׳׳ ..Der Jade“ Eine Monatsschrift, herausgegeben von Dr, Martin Bubet im Jüdischen Verlag, Berlin NW. 7, Dorotheenstf. 35• Das 10. Heft des VI. Jahrgangs ist soeben erschien5״ und hat folgenden Inhalt: Hans Kohn, Wandlungen im Odf"׳ Arjch Tartakowcr, Palästinas Eintritt in die moderne weit■ Wirtschaft; Rafael Sciigmann, Modernes Judentum; Samu- Rappaport; Aus dem religiösen Leben derr Osliudcn. VI. 3. c. Gräber- und Scliulslürmcn; Martin Buber, Die Heirat on Basischem. Bemerkungen: Robert Wcltsclt, Reise zu Chaluzimj Helene Hanna Cohn, Von der zweiten Genera*«* in Palästina, Umschau: Rudolf Samuel, Sozialismus; watm Prcuß, Arbeiterbewegung in Palästina. — Abonncmcntspr«(55 pro Quartal: Deutschland M. 100.—.. >; Strafe4' Oller, - üre!! v. Fr, 1■ H<* «KW,1־ Srursn!00 . Sc; Stau, ■ ^,**r j.; o r 1־ ins. :; 10 *, i f hoch 'L * Fi', LJllni,l 1׳r. 1 , 1 thal, ־ ' Urb׳. , i>. } יי ' feu '׳ tck• Uip/ k-CV)‘,. ut>. «ad!, , Dr, Ihn'־ 0, U Eli״, hin ׳00! Eint; Mc, , Uli’.