Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 73 (15.9.1922)
- Date
- 1922-09-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652474--15193-2673640- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
?3 * zu,׳ jc יחיז Vor, •'»Ucli * als Otl!t_ 1Öen, vor, Man ג יי ז ft, 11 sw. hatte . I>.:, kein rol;te Pa, Datv.:s das ' 1;1 a d i e ״'!eis uuht , ilu» Mnt, eite clh ,a Sl) ca na{׳., S.tlUS itneti Zio« ttrale b c r a u f u>1. citall über eine ■fc i<1 זי׳■' Per 1״U lk'!J iiver« cHetv sii::a >־.! I. iujan ein ' 'kl t lier vena Wir Na׳J1; K.H. tiiie;eiten t r. be« Lim• ei.t n *zig). (Kj*!ruru);lau), mich über weit ittnu ■;ifiC des 1er.; ber- .reitteilt. , obi Pa- Midi lein, «and izjirt auf ilerti Das int iktef :mic r 0itrexi ge- Ul.fC wir Weil 11 gs* •derüittf 1l>crt aller die 'hert ad! abre Teile siccledef isch- . lit adert Kr. 73 haben besondere theoretische Eignung für Berufe. Wir werden unsere Geistigkeit nie ablegen, wir werden sie auch nicht .־:hlcgen bei Landarbeit. Und gerade deswegen glauben wir ja, einen ganz besonderen Schlag Landwirte zu stillen. Jede Berufsausbildung wird stets eine Synthese geistiger tttui körperlicher Ausbildung sein y.üspcn. Juden sind nicht geeignet, angestellt zu werden im Dienst. Wir wollen unsere Arbeit frei machen. Folglieh müssen wir Synthese des Leiters und Arbeiters zufleich sein, in enger Verbindung mit der Landwirtschaft wird das Handwerk sieb bilden; die handwerkliche Ausbildung ist in Deutschland besonders gut möglich. Diese Attr.bil( ttng ist ein 1 laup-punkt unseres Programms. Die Gliederung dieses Handwerks wird Ähnlichkeit Itabcn mit der des Handwerks in einer deutschen Kleinstadt. Ls ist nicht meine Aufgabe, hier auf Einzelheiten cinzitgelien. Wir werden Gelegenheit haben, während unserer Tagung in einem kleineren Kreise diesen und die nächsten Punkte eingehend zu besprechen. Die I iandwerksausbikim g stellt im engen Zutamnienhaiig mit der Ausbildung eines geeigneten ,Ucnfchcnniaterinls für den Industricaitfbau in Palltdina. Der deutsche Zionismus hat hier eine besondere Aufgabe. Der industrielle Pionier. Der wirtschaftliche Chaluz. Vo! e Beherrschung des Arbeitsvollzugs, des W'rrkzcugs, der Maschinen, des Materials ist Voraus- «ctziing. Die kleine Betricbswirkstiitte wird die Industrie in Palästina bilden. Leiter wird hier sein der Meister, der seinen;Mitarbeitern Vorbild in der gemeinsamen Arbeit ist. Sein Meistertum, nicht etwa nur itn Examen erworben, sondern in einer langjährigen und mühsamen praktischen Arbeit. Seine Aufgabe, mit Mühe und tag-;:eher Sorge die Wirtschaftlichkeit im Betriebe zu schaffen und erhalten. Theoretische Kenntnisse und kaufmännische Fähigkeiten werden nicht fehlen dürfen. Die Ausbildung dieses Typus in Deutschland ist die Aufgabe der nach- $ten Jahrzehnte. Ich werde gefragt: Sie sprechen liier von Berufsarten, die bisher bei uns nicht bestanden haben, und was ist cs mit deren, die hier schon in Berufen stehen, wie liommcn die hinüber? Es ist mir schwer, negativ zu antworten. Das Land ist klein, die Wirtschaft schwach. Die Kräfte, die sieh nicht entstellen können im Aufbau von unten her oder die nicht mit sich" die Mittel bringen, die sic nähren werden, haben — wirtschaftlich angcsehen — wenig Rautu im Lande, und cs wird schwer «ein, abgesehen von einzelnen Fällen, bei den jetzt hier bestellenden Verhältnissen deutsche Ucbcrsiedlungcn durchzuführen. Denn, meine Damen und Herren, im Zusammenhang mit dem Aufbau Palästinas steht die Forderung, dort auch in der ganzen Lebensart eine andere Einstellung zu gewinnen. Alan kann nicht die Maßstäbe des europäischen Lebens auf Palästina übertragen. Es' wird die Aufgabe der Mehrzahl der in mittleren Jah'rcn stehenden Zionisten sein, zu erkennen, daß für sic die Möglichkeit der per- *örtlichen Mitarbeit am Aufbau in Palästina durch das Mandat zu spät gekommen ist. Sic werden hier den geistigen Aufbau der Judenlicit ft׳r Palästina fortzusetzen und zu erneuern haben. Es werden viele Millionen Juden weiter im Galuth leben. Wir wissen, daß der Zusammenhang der Galuth-Judenhcit mit einem Kern ia Palästina schon vor zweicinhalbtausend Jahren existierte, und daß der Aufbau des zweiten Reiches nur möglich war, weil große Schichten nicht im Lande lebten, aber ihre Pflicht für das Land taten im geistigen Zusammenhang ttiitl wirtschaftlicher Hilfe. Palästina wird wiederum die Rolle spielen, die es von der Zeit C$1׳as utui Nchcmias 1000 Jahre für die damalige Gefamtiudenheit gespielt hat. Palästina, das Herz der judenlicit, ein Blttlutulatif, von Palästina und nach. Palästina zurück, und wir sind berufen, ihn cinzulcitcn; keine kleine Aufgabe. Kinder- und Jugenderziehung auf Palästina cinzustellen und die Arbeit fortzesetzen, die judenlicit im Galuth zu hebraisieren und ihr die Möglichkcit zu geben, im geistigen Zusammenhang mit Palästina zu leben. Die Mittel zu schaffen für den Aufb'au ist die Aufgabe der Wdtjudcnhcit. Eine Arbeit für Generationen, und unsere soll den Anfang machen. Eine beglückende Aufgabe, wenn man die historischen Zusanimenliungc überschaut. Wer Palästina mit Wirtschaftliehen Augen ansiclit, weiß, daß viele Millionen Pfunde als Donation, als Hergabe ins Land fließen müssen. Denn es geht nicht an, zu verlangen, daß die Beträge, die jetzt;?;braucht werden, um das Land vorzubereiten, »m Wirtschaft und Kultur zu schaffen, Privatwirtschaftliehen Ertrag bringen. Meine Damen und Herren, es ist heute viel 1m Streit vom Keren Hajcssod gesprochen worden. Der Streit sollte schweigen. Wir wollen das Geld für den Aufbau Palästinas von den Juden. Wir wissen, daß sie es geben können, und wir wissen, daß sic es geben wollen. Der Keren Hajcssod als Einheitsfonds, begründet auf dem Maassergedanken, ist die gegebene Form für unsere große Forderung an die Judenlicit. Wenn man in Palästina die einzelnen Werke des Keren Hajcssod sieht, liegt cs nahe zu sagen, daß wahrscheinlich mancher Geber freudiger und mehr geben würde für Einzelionds, getrennt nach ihren Zwecken. Ein Sch'ulfonds, ein Sanitäts- und I [vgicuefonds, ein Kolonisatiotisfonds würde vielleicht auf bestimmte Kreise mehr Anzicliungs- *vraft haben. Manche jüdische Gemeinde in Amerika würde mit besonderer Freude die Patenschaft beim Aufbau einer Kolonie oder bei der Ausführung einer bcstimmten Arbeit im Lande übernehmen. Aber immer, wcnn matt die Vorschläge ernstlich berät, kommt man z״ einem Punkt, wo cs nicht weiter geht. Man sicht im Geiste Hunderte und Aberhunderte von Sendboten in die Welt gehen, jeder mit einem * /u t דסetc H E״^Un D s c 1ד<דס71ז>. anderen Zweck, sich gegenseitig störend, sich ׳ gegert. seifig das Wasser abgrabend. Das können wir nicht wollen. Eine planvolle Arbeit in der Verteilung der Mittel nach Aufgabenkreisen, eine Hauptaufgabe unserer Kongresse wäre umnöglich geworden, jede Gruppe hätte soviel Mittel, als ihre Boten Oeschickfichkeit haben, Geld aufzubringen. Eine Anarchie würde entstehen im Mittclzufluß. Wir müssen versuchen, die einheitliche Aktion weiter aufreclitzuhalteii. Wir rechnen damit, daß die Ergebnisse "des Keren Hajcssod von Monat zu Monat steigen werden. Es ist nicht Geringes, was wir von den Juden verlangen, plötzlich große Gelder freiwillig herzugeben. Der erste Entschluß zum Geben schafft erst den Boden für spätere größere Entschlüsse. Die Gcbefreudigkeit wird wachsen mit der Festigung unserer Aufbauarbeit in Palästina, ln der Keren Hajessod-Arbcit liegt mehr als Gcldfordcrttng und Geldattfbringung. Es ist eine grundlegende jüdische Aktion, ein Aufruf an die zerstreute Judenheit. Ich fasse den Keren Hajcssod so auf, daß er berufen ist, in den nächsten Jahren durch seine Anforderungen die Judenheit wieder zu einen. Ein großes Problem, in dem wir stehen, ist die Frage, wie stellt sich die ostjüdischc Masse ein in die europäisch-amerikanische Zivilisation. Wir wissen alle, daß da schrittweise, in einzelnen Bezirken schnell, in ,anderen langsam, eine Abwanderung stattfindet, die eingchalten werden kattn, wenn wir durch große Forderungen, die wir an sic stellen, diese Mensehen an uns reißen. Wer einmal der! Entschluß gefaßt hat, gebend mitmtun, hat sich mit uns verbunden. Der deutsche Keren Hajcssod, begonnen zu einer Zeit, wo fast überall in der Welt noch abgewartet Wurde, hat große Verdienste. Wir müssen nicht unbedingt unsere Beträge in Goldwertung umrechnen. Unsere Banken haben in Palästina eine feste Position. Sie haben es verstanden, rein kaufmännische Arbeit einzufiihren. Der Vertrieb unserer Bankaktien, und besonders die des J. C.T., sollte in allen Ländern versucht werden. Bei den Juden muß ein Markt für unsere Bankaktien sein. Die Arbeit, die in diesem Sommer der Jüdische Nationalfonds im Emck mit einem Aufwand von über £ 40000 durchführen läßt, ist die erste große systematische Ame 1 io ricrun gsa k ti 011 im Lande. Zum erstenmal werden Ansiedler auf Böden gesetzt, die hygienisch vorbereitet sind, deren Entwässc. rung und Bewässerung nach sorgsamen Plänen zu Ende geführt ist. Unsere Hypothekenbank kämpft noch mit Schwierigkeifen, die im Wesen des Belcihungsverfahrens liegen. Sic hat in diesem Jahr aber schon die Bautätigkeit stark gefördert. Ohne sic wäre ein großer Teil der zwischen 300 bis 400 Häuser nicht gebaut worden. Die Wirtschaft Palästinas ist noch nicht der Brunnen bis zur Quelle gebohrt. Das Wasser fließt noch nicht. Aber kleine Anhänge zeigen sich. Und die kleinen Gruppen deutscher Cliaiuzim sind dab'ci beteiligt. Wenn z. B. in unserer landwirtschaftliehen Versuchsstation aus einem Wcizenkorti Pflanzen mit 52 Halmen gezogen werden oder wenn die Markenhöfer-Gruppe mit 6 Piastern am Tage gut auskomint, so wirkt das nach itn ganzen Lande, oder wenn Kolonisten in Petach Tikwah den deutschen Chaluz als mustcrgültigen Arbeiter sehen, wenn clic jüdische Wirtschaft in Palästina erprobt und mustergültig sein wird in ihren Haupttcilcn, wird cs leicht sein, von den Juden wachsende Geldleistungen für Palästina zu verlangen. Wenn wir schrittweise daran arbeiten, die jüdische Wirtschaft aufmbauen, bauen wir auch den Erfolg der jüdischen Staats- Steuer, des Keren Hajcssod. Es soll einmal die Zeit kommen, in der aus Palästina die Qualitäten zuriickflicßcn auf die Juden der Welt. Daß nicht nur geistig, sondern auch wirtschaftlich' die Juden aus diesem Keren Hajcssod beeinflußt wcrcj.cn, dann wird sich auswirken, was wir jetzt beginnen. (Lebhafter Beifall.) * .* •״.*־'..״ ✓ ,h Vie r t e Si t z ung. ) Dienstag, den 12. September, früh 10 Uhr. Fortsetzung der Generaldebatte. Namens des W a h 1 p r ü f u n g 5 * A u s s c h t! s s c s l׳erichtete Dr. Siegfried Moses. Es sind beim Dclcgicrtentng insgesamt 170 Atandatc angcmcldct worden. Auf Antrag des Wahiprüfungs-Ausschusscs wurden 176 Mandate als Ordnung*־ mäßig bestätigt. Hierbei wurde fcstgcstclit, dal! in Zu• kunft Sondcrgnippcn (z. B, Jugctidgrtippcn) die Bildung eines eigenen Wahlkörpcrs auf keinen Fall gestattet werden kann. Den/ion Fett (Berlin, Ostjudcngruppc): Die Kongreßidee muß in die jüdischen Volksmasscn getragen werden, ln Deutschland müssen wir die ostjitdisclicn Massen für den Zionismus gewinnen. In dieser Beziehung ist wenig getan worden. Wir lehnen ab, diese Arbeit dem Misrachi zu überlassen, wie das im Bericht der Z. V. f. I>. an den XVIII. l>cicrrkrtciitag gesagt wird. Wir müssen verstehen, auch auf die alltäglichen Bedürfnisse der jüdischen Masse cinzugchcn. Das Programm der Opposition. Heinrich Margulics (Berlin, Unabhängige Koajitionsgruppe): ich werde heute ruhiger antworten, als ich es gestern getan hätte, Es war eine große Leistung von «ns, daß wir Vertreter von Binjan-Haarez als Parlamentäre hierher bekommen haben. Dr. l.cvin aber, den ich sonst yerehre, hat, wie jener junge Offizier in der Zabcrn-Affärc, gehandelt und die Brücken abgebrochen, die wir zu schlagen versuchten. Er hat von Disziplin gesprochen. Ich möchte ihm antworten, was Sokolow z.11 Wollfsohn sagte: Wir halten Disziplin gegenüber der Idee, nicht gegenüber Personen. Als Liebknecht sah, daß er sich mit seiner Kriegsgegnerschaft in der sozialdemokratischen;Partei nicht durchsetzen konnte, tat er einen Vcrzweiflnngsschritl: er ging auf den Potsdamer Platz, und rief: Nieder mit dem Kricgl Wir haben Disziplin bewahrt, wir haben nicht in die jüdische Welt hinausgcschricn: der Weg des K. H. ist ein falscher Weg. Herrn Goldberg erwidere ich: wir haben uns nicht mit Brandeis identifiziert. 1ש!י Schuld an dem amerikanischen Zerwürfnis trägt Wci/mann. Der Gegensatz, bestand angeblich in der Frage tler Investments. Jetzt sagt uns Goldberg, auch sic seien für den reinen Spcndctifonds. Der Gegensatz ging au• geblich um die nationale Oalutharbcit. l/ntermaycr aber, der Slfel'6^ neue Führer,'schrieb an Weizmann, daß er gegen Galutharbcit sei, und Weizmann hat ihm beigestimmt. Wir sind nicht gegen Oalutharbcit, sondern wollen nur, daß sie be« sonnen und nicht chauvinistisch geführt werde. Goldberg׳ ׳ sagte, hinter ihm und seinen Freunden stände das jüdische Volk. Ans den Berichten, die uns das Mitglied tlcr *mrri-j knnischcn Delegation, Alexander Goldstein, über die K. H.» Propaganda in Amerika gegeben hat, ersehen wir, da» man; dort mit kleinlichen Zirkuskunststückchen Geld zu bekommen suchty. (Zwischenruf Schmarja Lev in: Man hat in Amerika die Versammlungen ebenso würdig abgehallen wie in Deutschland. Sic sind irre geleitet und falsch informiert, Herr Mar- ״lies.) Ich besitze ein detailliertes Aufbauprogramm für .׳!lästina. Geben Sic mir ein Forum, wo ich cs vertreten kann, der Dclcgicrtcnlag ist nicht dafür geeignet. In der Frage des K. 11. verlangen w i r d i c Erklärung, daß er ein reiner Spenden fonds sei und nicht der zentrale A u f h a u f o tt d s. Es sollen die F t k t i ח ס e n beseitigt werden, als ob 20 ׳ ״> dem Nationalfond*, 30 <y׳> für Investments gegeben werden sollen. Im übrigen ver• langen wir ein wirtschaftliches Aufbauprogramtn auf geschäftlicher Basis, gruppiert um unsere Banken. Da* ist unser Programm. Unsere Bedingungen für die g c nt c i 11 s a m c A r b e i t sind: der Nationalfonds muß unangetastet bleiben und soll von Männern geführt werden, die nur in ihm arbeiten und nicht gleichzeitig in anderen Institutionell. Wir verlangen ferner den Wirtschaftsrat, die Studienkommission und die Rechnung*• kämm er, wie in unserem Programm dargclegt. Endlich wünschen wir eine energische Kongreßbewegung in Deutschland zwecks Herbeiführung einer jüdischen Ein* hcitsfront. Palästinadebatte •«.. Feuerring (Gruppe Hantkc-Granemann): Vieles von dem, was Margulies hier vorgcbracht hat, ist nicht Eigentum‘ seiner Gruppe, sondern Forderungen, die die meisten Zionisten unterschreiben. Man dient den Dingen nicht, wenn man sic zu Partcisachen macht. Darum werde ich versuchen, die Dinge wieder auf das Niveau der reinen Sachlichkeit zurückzuführen. Das Fazit aus dem Referat des Herrn Schocken ist die Erkenntnis, daß uns in Palästina augenblicklich nur die Arbeit der Chaluzim weiterbringen kann, und daß unsere Generation persönlich nicht viel anderes leisten kann als für den K. H. arbeiten. Ich habe aber in seinen Ausführungen vermißt, daß er uns gesagt hätte, welche Möglichkeiten für eine persönliche wirtschaftliche Verknüpfung mit Palästina bestehen. Zweifellos bestehen derartige positive Möglich- Leiten und sie müssen ausgenützt werden. Am besten wäre, wenn der J. C. T. eine Reihe von Filialen in den!.ändern der Diaspora eröffnen könnte, und wenn eine Zentralstelle für den Absatz von Aktien geschahen würde. Redner beantragt schließlich ein Ressort zur Förderung der Privatinitiative, des Bodcnkattfcs usw. Der Informationsdienst muß ausgebaut werden. Obwohl die Palästina-Beilage der ,.liidischen Rund* schau" einen guten Anfang bietet, braucht doch ein Privat, manu, der etwas unternehmen will, Einzclinformationen, die eine Zeitung nicht geben kann. Zu diesem Zweck muß eine Zentralstelle geschaffen werden, der auch die Gewinnung eines Interessentenkreises obliegt. Ferner mögen Schritte cingeleitet werden, 11m im Wirtschaftsleben stehende Einzelpersönlichkeifen zu interessieren und zu diesem Zweck vielleicht auch׳ , eine ähnliche Institution in Deutschland zu schaffen wie der Economic Board in London ist. Wo Ift (Frankfurt) polemisiert zunächst gegen Margulies und dann gegen Schocken, der nach Meinung des Rednern in der Beurteilung der wirtschaft'iclicn Möglichkeiten Palästinas zu vorsichtig ist. Auch in der Landwirtschaft sind die Mögiiclikeilcn beschränkt, da eine Ausfuhr nicht in Betracht kommt daher dürfen wir uns nicht auf Bevorzugung der Landwirt- Schaft f «stiegen. Fs hat bisher an Forderung «anderer Berufe gemangelt, z. B. könnte die Textilbranche in Palästina ganz gut cingcführt werden. Auch von den Chancen des Häuserbatts hat Schocken nicht gesprochen, ln der von Schocken angcdcutetcn Futwicklung der Hypothekenbank zu einer Baubank erblickt Redner eine große Gefahr. Es ist nicht richtig» daß alle Kapitalsanlagen in Palästina ein großes Risiko bedeuten. Fs gibt auch rentable Anlagen, z. B. Errichtung von Hotels. Redner ist gegen die Schaffung einer Zentralstelle nur für Privatinitiative, um nicht einen Gegensatz gegenüber der Linken zu provozieren, er beantragt vielmehr ein Palästina-, amt für wirtschaftliche Initiative schlechthin, welches sowohl der nationalen als auch der privaten Kolonisation dienen soll« K a t z c 11 s t e in (Misrachi) ergänzt die Bemerkungen des Herrn Barth über den Kongreß und spricht den Wunsch aus^ daß die Kongreßbewegung die Trenmingsorthodoxic ans ihrem Schmollwinkel hcraitsholen wird. Dafür sind Anzeichen in agudistischen Actt Herongen aller Länder zu finden, wenn auch der Frankfurter ״Israelit“ Intransigent bleibt. j Leo Kaufmann (llapoiil-Ha/.air): Ganz abgesehen von allen Schwierigkeiten, die hier angeführt werden können lind die in Palästina seihst noch viel fühlbarer sind als hier, dürfen' wir nicht die zentrale Schwierigkeit übersehen, daß es sich1 uns nicht darum handeln kann, das Land Palästina aufzubauenJ sondern uns geht cs um die jüdische Wirtschaft im Lande« Die wirtschaftliche Struktur des jüdischen Palästina ist heute schon insofern sehr bedenklich, als die jüdische Wirtschaft auf einer ganz schmalen Produktionsbosis beruht. Die Folge dieses Mangels einer ausreichenden jüdischen Urproduktion ist die Erscheinung, daß das jüdische Geld schließlich an die arabischen Produzenten fließt. Rings um die Kolonien lind die jüdischen Städte entsteht ein Kreis arabischer DSrtcrj Schart formuliert kann mau sagen: das Wachsen des wirtä sehaftlielicn Ucbcrbaus ohne ein Wachsen der jüdischen Proa duktionshasis verlängert den Weg zu einer jüdischen Majorität,! Wenn man die palästinensische Wirtschaft unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, kommt man zu der Erkenntnis, daß’ cs mir eine Lösung gibt, nämlich die Verbreiterung der jüdi»! selten Produktionsbasis, Redner geht dann auf die Schwierig« keiten der Kolonisation ein. Palästina ist ein armes Land, unsere Menschen sind ungenügend' vorbereitet, cs fehlt noch• an der erprobten Betriebsform. Die Form der Pflanzung*- kolonic Ist abgetan, auch die kleine Kwuzah hat sich nicht als die richtige Form erwiesen, obwohl man die Leistung der; kleinen Kwtizoth gar nicht hoch genug einschätzen kann.׳ Aber heute stehen wir auf dem Weg zur rechten Betriebsform in einer neuen Etappe,'wir versuchen jetzt die. ״große Gruppe“; wie sie vor allem der Gdttd darstellt. Nuris ist heute; der exponierteste Posten Palästinas, nicht nur gesundheitlich[ und politisch, sondern wirtschaftlich; denn dort wird «ntschieden über die kommende wirtschaftliche Struktur Pa-! lästinas. Durch die Zusammenballung der Kraft In der ״großen! Gruppe“, die Immer mehr ihre Bedürfnisse im eigenen Rahmen befriedigt, ist cs auch möglich, mit 60 Pfund pro Kopf Ansicdlungskosten niiszukommcn. Der Moschaw Owdim ist nicht, wie manchmal gesagt wird, das entgegengesetzte System^ sondern er erwächst ebenso aus der Lebensnotwendigkeit be« stimmtcr Menschen wie die Kwuzah und ist daher ebenso! zu bejahen. Redner kommt dann auf die zionistische Lage' in Deutschland zu sprechen und bezeichnet als das Grund-[ erfordernis der weiteren Arbeit die Schaffung einer anderen zionistischen Atmosphäre. Man muß verstehen, daß aucW ‘Wirtschaftspolitik aut lange Sicht gemacht werden muß, denn Konjunkturpoliiik bedeutet Raubbau an unseren Kräften. Man darf sich nicht durch Schwierigkeiten abschreckcn lassen,’ sondern inan mutt dieselbe Gesinnung haben wie die Arbeitet', in Palästina, die «auch sehr schwarz selten und oft schwärze»; als berechtigt und dennoch mit der gleichen Entschlossenheit[