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Jüdische Rundschau · 1922-09-15 · Heft 73 (15.9.1922) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 73 (15.9.1922)
Date
1922-09-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I Seite , 492 JUED1 . f * ' , a. זן! ׳SCHAU Nr. 73 Nr. I, allrcracinen einen vorzüglichen Eindrude gemacht habe, da* [•ine, daß nicht genügend klar in den Mittelpunkt de» Ddeeiertentam das Neue gerückt wurde, das die Jahreskonferenz geschaffen hat: der Kougreßgedanke. Der Misracln verlangt vom Delcgicrtcntng, daß er sich mit allem Nachdruck und allem Ernst für den Kongrcßgedankeit entsetzt. Redner entwickelt dann seine Anschauungen über die Bedeutung des Kongresses und spricht die Hoffnung aus, daß ein großer Teil des deutschen Judentums niitgclien wird. Der Kongreß ist auch notwendig zur Erhaltung unseres eigenen Radikalisnius, den wir nur dann retten können, wenn wir den Kon-?rcß haben, der das Minimalprogramm durchführt. Unser klarer Wille, alle mitarbeiten zu lassen am Aufbau Palästinas, muß einen zweifelsfreien Ausdruck finden. Unser Weile kann nur gelingen, wenn wir starke Optimisten sind und mit einer Menge Imponderabilien rechnen; von diesem Gerichtsnunkt kann der Redner für seine Person das Wirtschaftsprogramm des Herrn Margutics nicht annehmen. Eine Möglichkeit, den K. H. «bzuhaiien, bestellt nicht, denn in dein heutigen Minimalbudgct des Hnnnz- und Wirlschaftsrates gibt es keinen Posten, auf den wir verzichten können, wenn wir zu dem Kongreß kommen, so wird die daraus hcrvorgclieiide Organisation der Jcwisli Armticy sich ein eigenes Finanz-Institut schaffen, aber auch dann werden wir für unsere zionistischen Ziele ein Finanz- Instrument brauchen. Der Kongreß kann nur zustande kommen, wenn er sich auf ein rein wirtschaftliches Programm bcschränkt. Indem Redner eine Resolution zur Kongrefifrage ankündigt, bemerkt er schließlich noch persönlich gegenüber Herrn Margtiücs, daß cs viel schlimmer sei, wem! eine Gruppe mit Gewehr bei Fuß dastcht, als wenn sie den Kampf aufnimmt. Denn aus dem Kampf der Meinungen ist Im Zionismus bisher immer wieder eine Vereinigung Itcrvorgegangen. Dr. Ariosoroff (Hapocl-Hazatr): Nach der Jahreskonferenz bleibt uns nicr.ts anderes übrig, als nachträglich Shilling zii nehmen und gewisse Einzelheiten zu unterstreichen oder abzulehncn. In diesem Sinne ist der Delcgiertentag nicht nur eine innere Tribüne, sondern ein Werkzeug zur Bildung einer öffentlichen Meinung im Zionismus und Beeinflussung der Weltbewegung. Redner würdigt die ... סח ׳Zusammenhang eie Befürchtung aus, daß auch der Kongreßgedanke, solange man sich über seine Vcrwirklicliungsmöglichkcit nicht im klaren ist, zu einer Fiktion degradiert werden könnte. Uebergehend auf die nolitisclicn Streitfragen, betont Redner, daß wir heute das eigentliche Endziel des Zionismus gar nicht, zu formulieren imstande sind. Dennoch tun wir cs gedankenlos fast täglich und legen die Bewegung fest auf Dinge, die den Verhältnissen nicht ent■>prechen. Dadurch kommen wir in die Lage, immer aufs neue auf Forderungen verzichten zu müssen, die wir noch gestern gestellt haben. Aber auch die Vergeßlichkeit, die h misctcnt öffentlichen Leben herrsch(, ist ein Beweis nolilischer Kraftlo&igkeit. Ein Beispiel bietet der Fall Jabotinsky-Petijura, über den einige Wochen die Wogen der Empörung hoch gingen, bis plötzlich alles wieder vergessen war. Die Exckutive hat keine gemeinsame politische Basis, und es sind Männer darin, die ein ewiger lierd politischer Unruhe sind und bei denen wir nie wissen können, ob wir nicht jeden Augenblick neue höchst kompromittierende Ucbcrraschungcn erleben werden. Auf das Gebiet der arabischen Polilik übergehend zitiert Redner das Wort Ruppins, wir müßten von den schlecht informierten Arabern an die besser zi informicrenden Araber appellieren, und sagt, cs gäbe auch besser zu informierende Juden, an die wir appellieren müßten, und darin liege ein wichtiges nach innen gerichtetes Erlichungsziel. Ais Beispiel der völligen Ahnungslosigkeit zionistischer Kreise liest Redner ein Zitat aus einer aincrikanisehen zionistischen Zeitschrift vor, worin das Verhältnis der Juden zu den Arabern verglichen wird mit dem Verhältnis der weißen Amerikaner zu den Indianern. Redner betont die Wichtigkeit einer politischen Erziehung der Jugend, die im gegenwärtigen Stadium des Zionismus nicht hinter kultureucr oder ästhetischer Erziehung zuiÜckstciicn dürfte. Zu den Wirtschaftsfragen übergehend unterstreicht Redner die Notwendigkeit der Alijah auch vom ökonomischen Gesichtspunkt. Die Arbeiterschaft, die unter der angeblichen Arbcilslosigkeit am meisten leiden müßte, verlangt gerade' mit größtem Nachdruck die Stärkung der Aiijalt. Schließlich ,schildert Redner die Bedeutung der von den Arbeitern geschaffencn sozial-ökonomischen Positionen und fordert den Delcgicrtcntag auf, den Arbeitersiedlungen seine Aufmerksamkeit zuzuwenden, nicht aus Arbcitcrtrcundlichkcit, sondern um der nationalen Kolonisation willen, die eine Förderung der wirtschaftlichen Initiative und der wirtschaftlichen Instrumente der palästinensischen Arbeiterschaft (Aibcitcrbauk) erfordert Nach den vier Fraktionsrednem beginnt die freie Diskussion. Dr. Leiewer (Binjan-Haarez): Wenn wir uns die Frage vorlegen, ob die Möglichkeit einer Verständigung mit Binjan- Haarez besteht, so muß man zunächst die kindische Auffassung aufgeben, daß die Gegensätze aus verletzter persönlicher Eitelkeit herrühren. Die Verständigung ist nur möglich, wenn die sachlichen Bedingungen erfüllt sind. Es war der historische Fehler des deutschen Zionismus, daß er im entscheidenden Augenblick der amerikanischen Krise sich nicht auf die Seite der Führer des amerikanischen Zionismus gestellt hat, sondern auf die Seite der Keren Hajessod-Gruppe. Man muß sich heute fragen, ob nicht ein vollkommener System¬ Wechsel kommen muß, denn olle Mittel und Wege, die die zionistische Bewegung seit der Londoner Jahreskonferenz aiigcwendct hat, können nicht zum Ziele führen. Heute ist cs die Pflicht des deutschen Zionismus, klar zu sagen, daß sein bisheriger Weg ein Fehler war. Auch wir im Binjan-Haarez bekennen, daß wir große Fehler gemacht haben, z. B. indem wir die Beamtenfrage in einer Form aufgerollt haben, in der sie zu Mißverständnisse« führen konnte. Aber es ist auch gegen die gesündigt worden, die ehrenamtlich gearbeitet hauen, und zwar von seiten der Beamten, die nicht genug deutlich erkannt haben, daß sie Vollstrecker des Willens der G c s a m t bewegung sind und ihr Ziel in inncrpoliiischcn Streitigkeiten gesellen haben. Der Schlüssel der Situation liegt in Amerika. Die Auffassung des Binjan-Haarez war seit der Londoner Konferenz, daß für die neue Aera des Zionismus die zwei europäischen Judenzentren ausschciden und nur Amerika übrig bleibt. Alleraings muß man da auf den Zentralismus ver/iclnen und daran gehen, die Organisation durch föderativen Zusammenschluß neu aufzubauen. Redner kommt dann auf die Vorgänge seit der Londoner Konferenz zu sprechen und bemerkt, daß auch die jetzigen amerikanischen Führer ihr auf dem Karlsbader Kongreß gegebenes Versprechen bezüglich der finanziellen Leistungen nicht halten konnten, ln dem Augenblick, wo die deutschen Zionisten erkennen, daß ,.wir den Weg der Brandeis-Gruppe gelten müssen und nicht den Weg der Keren Hajessod-Gruppe, nur dann wird die Verständigung möglich sein. Wenn Sie diese Bedingungen nicht annclimen können, darin müssen wir auch heute noch beiseite stehen. Dr. Lesscr (Mannheim) bemerkt, daß die Jugendtagung Dr. Arthur Kanflce (1::;." *, Gruppe Hnnfke-Oronemanu): Herr Marguiie» 11,et inn In seiner Toga Krieg oder Frieden ohne Angabe von Bcsiingungci» gebracht. Darauf können wir nur sagen, wir sind für F'ricclen.• Was Leewer sagte, war ein Novum in׳ unserer Bewegung. Er sagte, wir s't ml bereit, mit Euch zu arbeiten, wenn ihr unserer Meinung seid. Führen wir das durch, so kommen wir zu dem Ergebnis, daß immer nur eins Gruppe arbeitet, die andere kritisiert. Das war bisher nicht unsere Auffassung vor» der Zionistischen Organisation als dem wendenden jüdischen'Volke. Deshalb nennen wir uns nicht eine Partei, weil wir uns als den Keim des Volkes fühlen. Die Bedingung des Herrn Lc'ewcr ist nicht zu erfüllen, denn die Mehrzahl der deutschen Zionisten glaubt nicht, daß sie einen falschen Weg gegangen ist. Unter dieser Bedingung können wir nicht Zusammengehen, und das wäre bedauerlich Zur Lage in Amerika: Alles was ׳der geeinte amerikanische Zionismus in der Kric״s/cit geleistet bat, wird hier ausschließlich der Brandeis-Oruppc gutgesclirieben. Brandeis Ist nicht der amerikanische Ziomsnius, die Majorität hat in einwandfreier Weise gegen ihn entschieden. Und was das Verhältnis der Jugend anbetrifft. so hat Binjan Haarez seine Fcindsciiaft gegen den Blau-Weiß so oft bekundet, daß er jetzt nicht als 1'reu ad und Beschützer des Blau-Weiß auftreten sollte. Wir haben jetzt alle Großmächte für uns gewonnen, nur die jüdische, für uns die wichtigste, fehlt. Sie soll uns ihre Kinder uni ihr Geld geben. Aber mit den Mitteln der Opposition werden wir sie nie erhalten, Dr. Egon Rosen berg ■(Berlin, Gruppe Hantke-Gronemann): I.cicwcr hat einen historischen Irrtum begangen, als er den Gegensatz zwischen Binjan Haarez und der Z.V.f.D. auf den amerikanischen Konflikt zurückfährle. Der Gegensatz ist in Wirklichkeit viel älter, er ist ideologisch und beruht auf der Verschiedenheit eines nationalen und׳ eines weniger natiouaien Zionismus. Wir konstatieren mit Genugtuung, daß Lclcwer heute die von seiner Gruppe ausgehende Beamteniietze bedauert, ln der K. H.-Frngo kann von einem Mißerfolg keine'Rede sein. Der ICH. ist ein Erziehungsmittel und wird zu immer größeren Erfolgen führen. Abraham Goldberg über d e Urandefs-Gruppe Abraham Gold berg (New York, spricht jiddisch): Als icli hierher kam, nahm ich an, daß man liier über die Von- Ginge in Amerika gut orientiert sei. Wir haben im letzten Jahr nicht nur die K. H.-Arbeit durchgeführt, nicht nur große Summen für Universität und Arbeiterbank aufgebracht, sondem vor allem die politische Aktion geführt, ohne die wir das M a nd a t nicht bekommen hätten, ich dachte, man würde uns hier feiern und hätte dann geantwortet: Ihr müßt nicht uns feiern, sondern die jüdische Masse; nicht Oberrichter und. Politiker, nicht, die Führer der amerikanischen Demokralle haben diese Leistung vollbracht, sondern das Volk, wir, die wir seit 25 Jahren zionistisch arbeiten. Brandeis, Mack und ihre Freunde hnben niemals jüdisch gearbeitet, bis cs der Kraft unserer Idee i:n• Kriege gelang, sie zu gewiimen, Der Zionismus in Amerika aber fit älter als Brandeis, Seil0 11 vor Hcrzl gab es einen amerikanischen Zionismus. Wir haben vor dem Kriege gearbeitet. Derseihe l i p s ky, der heute an der Spitze des amerikanischen Zionismus steht, hat Um vor dem Kriege geführt. Als Brandeis und seine Freunde kamen, überließen wir die Leitung ihnen und arbeiteten unter ihrer Führung. Als wir sahen, daß er der Sache nach unserer Meinung schadete, haben wir ihn nicht wieder gewählt Heißt das, daß wir ihn verdrängt linken? Es ging bei diesem Kampf nicht um die Frage: Donation und Investment; wir selbst sind in Karlsbad für den K, H. als reinen Spendenfonds ciogctrcten. Es ging nicht um die Einsetzung eines Wirtschaftsrates, den wir In Karlsbad durchgesetzt haben; und der,heute existiert Es ging vor allem 'um die Disziplin״* ׳ ' Wir sagten: Wenn Ihr Weizmann bekämpfen wollt, tut es auf dem Kongreß ln Karlsbad, nicht hier in ׳ New York, wo er als der gewählte Führer der Bewegung erscheint. Man verlangte, daß das aufgebrachte Oeld in Amerika bliebe und Weizmann der Mcschorcs von Brandeis würde. Dagegen haben wir protestiert. \Vir lehn 0 n a b, cl a ß die höhe rc Valuta einen Wertmaßstab für den Zionismus ab gibt. Noch ein Konfliktspunkt existierte. Es war der nationale Charakter der Bewegung In der Kongreßbewegung können wir mit jedem Juden rh samniciigelien, in der Zionistischen Organisation nicht •׳ (Zwischenruf Margulies: Ist Unlerniayer besser?) Wenn un' i termayer nicht heiser ist, ist etwa Brandeis gut? AI* v0‘,' ( *it/ciidrii des neutralen Keren Hnjessod würden wir aucJ* f; Brandeis aiinelimen, aber wir würden Uutermayer «icitiali ak 1 Vorsitzenden der Zionistischen Organisation wählen. Zion:״׳ < mus ist für mich mehr, als luden nach Palästina zu brin-Cn" % cs gilt, das ganze jüdische Volk zu reiten. Wie hat man Ver! I sucht, unter dem Regime von Brandeis zu arbeiten? (3!י." § suchte in jeder Stadt eine ״Korporation", eine Gesellschaft r zu bilden; eine für Glasindustrie, die andere für Eisen F Dabei mußte man nur ganz wenige Dollar einzahlcn und hat'׳» eine Fiktion, die nie Wirklichkeit wurde. So wollte man |ü, I lästina aisfbaucn! Und dann hat man sabotiert, hat Lcü» f ‘ Geld nach Palästina geschickt, gerade als dort die ׳׳!•(,;;!« J; Not war. Die Umstände waren gegen uns. Pogrome in i lästina; damit kann man keine Propaganda machen. 1)11!v' 1; haben wir gesagt: Ihr wollt die Organisation 8uflö3en, d« I ist jetzt zu trüb, denn wenn es Pogrome in Palästina!' gibt, geben die Zionisten 111 ehr als sonst,(!,{ | anderen Juden gar nichts. Wäre cs nach Brandy f. gegangen, so iiätten wir keine Aktionei» für das Mandg ׳ entfaltet und hätten cs heute nicht. Wir haben versucht, ihj I wieder zur Mitarbeit zu gewinnen. Da hat man uns ecan׳. | wartet: Wir sind keine zionistische Gruppe, wir arueiten? auch mit anli/iomstischcu Reformrabbinern zusammen, jj, J können wir auch mit Euch zusammen arbeiten. Mit denר״ [ Rabbinern, mit Kaiisch und Philipsohn, die in der Sen:!!!, f kommission gegen uns gearbeitet naben und dem Zionis.mlj!, die Schuld an den Pogromen in Palästina zuschobei», lehnen 1 wir ab, ausammenzuarbeiten, wenigstens innerhalb der?10, | nistischen Organisation. Darum brauchen wir die neutral; י Palästina-Organisation. Wir wollen Frieden, aber { nicht aut Kosten des Nationalismus oder auf { Kosten einer starken zionistischen O rgani. sation. Ercz lisrocl ist nichts ohne Jisrocl. (Großer ß׳׳i!4 und Bewegung.) Dr. Schmarja Lev in: Als ich hörte, wie hier über י Brandeis gesprochen wurde, habe ich verstanden, wie eine 1 Legende' entsteht. Unser Freund Goldberg hat Ihnen gesr!;;(,! wie cs in Wahrheit mit der Brandeis-Gruppe stellt. Man lut die Anschuldigungen auf einem ganz faulen Fundament atu« gebaut. Redner erzählt sodann Einzelheiten aus dem Kample i:1 Amerika. Der Kampf ging um Prinzipien, genau so wie ״׳,׳r dem Krieg der in Deutschland gefüfirte Kampf wegen <:« hebräischen Sprache. Die Zionisten waren ini Jahre!<)11 viel gebildeter als jetzt. Jetzt hat mau hier versucht, 1!1׳a Zionismus zu entscclcn und ist zum goldenen Kalb gelaufen; daher ist es heute nötig, in den eigenen zionistischen Kcilica wieder von Zionismus zu reden. Heute glaubt jeder sadner* ständig Fiber politische und wirtschaftliche Fragen sprechen zu können, aber schade um jede Minute, denn Paläsii::* muß gebaut werden, und cs kann nur auf Grund des K, II, gebaut werden. Ich habe bisher nie geglaubt, daß llirij,־);! Vlnnrcz wirklich gegen den K. H. gearbeitet hat, denn ein solcher Kampf wäre verbrecherisch. Aber heute habe icii mich davon überzeugt. Wir müssen zum jüdischen Volk mit der Maasser-ldcc kommen, und unsere Sache muß gelingen, wenn wir zclin Prozent aller unserer Energien hincinstc.-kcn. Wir können Geld nur machen, i nriern wir Zionismus machen. Nach', dem Kongreß hat niemand mehr das Recht, gegen den ICH. zu arbeiten. Redner richtet schließlich einen Appell an diie zionistische Jugend, der Weiterbildung der zionistischen Ideologie ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Hierauf wird die Sitzung geschlossen. Dritte Sitzung. .Montag, den 11. September, abends 10 Uhr. Es wird eine Finanzkommifsion gewählt, he« stehend aus: Dr. Oerson, Hans Ooslar. Leibowitsch (Ham• bürg). Landsberg (Wiebaden), Nußbaum (Nürnberg), Schocken (Zwicbii), Woltf (Frankfurt a. M.), Tumpowsky (Leipzig). Siegfried Moses (Berlin), Feuemng (Berlin), Weißbrom (Ko• nigsberg). Sciilcisncr (Hannover), Franck (Berlin). Bruno Nathan (Köln), Aschkcnasy (Köln) und Jacobsohn (Breslau). Es folgen persönliche Erklärungen der Herren Heinrich Margulies und Dr. Schmarja Levin. Dann folgt das Referat des Herrn Schocken über rle;dt ן ß 1 r «■ etFiiuii «יו viti fewivubii »uauovut.11 b*muj u״u «11 der Welt der Illusionen in die Weit der Tatsachen %«ugebcn beginnen. SUt .Verehrte Damen und Herren I Es wäre für mich eine verlockende Aufgabe, jetzt stundenlang von Palästina zu Ihnen zu sprechen. leb habe aber einen Auftrag und halte mich an mein Thema. Mein Karlsbader Referat ist Ihnen bekannt, eines daraus muß Ihne« gegenwärtig sein, nämlich der Rahmen, den ich dort gezeichnet habe für die Wirtschaft in Palästina. Palästina ist ein Land, in dem in dieser Generation Aufgaben der Wirtschaft erfüllt werden müssen, bevor eine normale Wirtschaft sich dort frei entwickeln kann. Kraftquellen, Häfen, Bewässerung, Holz: die Beschaffung dieser Dinge ist eine Aufgabe, die in einer Reihe von Jahre« gelöst werden muß und auch gelöst wird. Im Emek, auf dem Bcrgland von Neliaiall, gegenüber dem Karmel wird jetzt z. B. ein alter, verwahrloster, vernichteter Eichenwald bearbeitet. Dort wird wieder palästinensischer Eichenwald entstehen. Erdöl-Vorkommen im Bereiche des Landes ist stark wahrscheinlich'. Jetzt wird alles im Lande mit dem teuren amerikanischen Petroleum bctrieben. Deutschland befindet sich heute in großen wirtschaftlichcu Schwankungen; man kann damit rechnen, daß die nächsten Jahre eine festere Basis bringen werden und daß die Spannung zwischen der Auslaiidswcriung unserer Währung und ihrem Inlandswert sich ausglcichcn. Heute ist die Spannung 80 groß, daß wir deutschen Zio nisten voreinerScheidew.and stchcn*und nur in das ״gelobte'Land“ hinübersehen können. Es darf aber nicht so bleiben. Denn wir deutschen Zionisten werden unser Bewußtsein weiter tragen, daß wir eine Kerntruppe im Zionismus sind. Auch in bezug auf die besonderen Aufgaben im Aufbau Palästinas. Wir haben eine Kemtruppe für Palästina zu stellen, und nichts darf uns davon abhalten. Wie sieht es damit jetzt aus? Die letzte Statisiilc, die über neun Monate reicht, bis zum 1. Juli dieses Jahres, spricht davon, daß unter 8000 Einwanderer» 53 aus Deutschland gekommen sind. Dies ist freilich immer noch mehr als aus Amerika. Wieviel mehr als58 ׳ Menschen wären es aber, wenn wir, die geldliche Spannung überwunden hätten I Nun, wir können &u$ der ,Ucbe1%viudun3 nicht 01:03 weiteres rechnen. Wir wollen Kemtruppen stellen, wir können es, weil deutsche Wirtschaftserziclumg in besonderer Einstellung auf Palästina auf uns wirkt. Wir können wertvolle Kräfte stellen, wenn wir hier eine gründliche Vorbildung des Vortrupps durchführen. Zwei Dinge treffen zusammen: 1. die Unmöglichkeit, jetzt in großer Anzahl hinüberzugehen, 2. die lange Arbeit, tun die Vorbereitung durchzuführen. Nicht dort ist zu lernen, was man dort braucht Es ist nicht der Gegenstand unserer heutigen Sorgen, ob unsere erzogenen Kräfte Mittel haben werden, nach Palästina zu gehen. Die Bewegung wird wachsen, auch’ in geldlicher Beziehung. Die Mittel werden da sein, chaluzischc Kräfte, die hier ausgcbildet sind, ins Land zu bringen. Der Grad der!Eignung unserer Chaluzint für die Arbeit in Palästina muß ihnen Anrecht auf Beihilfe von den zentralen Stellen oder aus den Ländern mit guter Valuta sch,affen. Wie aber die Vorbereitung durchführen? Da* Problem der Berufsschichtung der Juden im Galuth kann ich hier nur streifen: Ein beschränkter Kreis von Berufen. Palästina fordert hier grundlegende Aenderung. Zuerst müssen wir die Urproduktion erobern. Wir haben in den 40 Jahren palästinensischer Kolonisation gelernt, daß cs nicht ge• nügt, einen jüdischen Oberbau zu schaffen. Solange wir keine jüdische Landwirtschaft haben, haben wir nicht den ersten Teil des Aufbaus durchgeführt. Weil cs sich hier um den schwersten Teil der Umschichtungsarbeit handelt, muß das immer wieder in den Vordergrund gestellt werden. Wir haben gute Anfänge. Unter der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft in Palästina haberf Wir heute schon in Palästina kleine Gruppen geschulter deutscher Chahizim. Es ist Ihnen bekannt, daß die Gruppen Zwi (Max Hirsch) und Chefzibah’ auserschefl sind, um auf Nuris-Ost angcsicdelt zu werden. ,N^h den Gruppen der palästinensischen Arbeiter, die 15 Jahre im Lande gearbeitet haben, kommen nun wichtige Teile der aus Deutschland stammenden Chahizim zur Ansiedlung. Im Lande hört man Bel den Chaluzim immer wieder die Klage, daß die vorbereitende Ausbildung in Deutsch• land niciit lang und nicht gründlich,' genug gewesen ist. Ein Grundsatz; drei- bis vierjährige Ausbildung• arter ist c kam ar.lv Die von die sehe sein best c!ur< Zus For a rt Ma: auf Me seii son Ma Re! set: jui Zu; in : ex nu lei Zi xv i E; sa ' Ji ‘ lä ' kc, Pi J»; li-: lä ■ 1*',׳:

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