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Jüdische Rundschau · 1922-09-08 · Heft 71-72 (8.9.1922) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 71-72 (8.9.1922)
Date
1922-09-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 484 . JUEDTS'CHli-irOHD'S'C'lfAtl' Nr. 71/72 r« Bud״ct für das Schul- und Sanitätswesen muß fest gewcliert «?11 und darf daher nicht abhängig sein vom Erfolg des Keren Ilajcssod. Man muß den Erfolg messen an ■ ^nrUi'Vlichcii Absichten. Wenn der Keren Hajessodnicht mehr fl 4Ö0 01K) Pfund aufbringt und der Nationalfonds in c״äC״J?־ihre 160000 Pfund aufgebracht hat, so sicht man, daß m Keren Hajessod ein Mißerfolg war. Der Keren Hajessod Int ferner bürokratisch usurpatorisdie Neigungen. Er usurpiert ״der versucht zu usurpieren die Macht der Lxckutnc, und _r usurpiert auch den Arbeitsbereich des Nationalfonds. Dadurch daß der Keren Hajessod in Amerika ain stärksten arbeitet, war der Nationalionds nicht imstande, dort seine Orranisation auszubauen. Und so ist es fast überall. Endlich mi ß ich sagen, daß das Abkommen zwischen Keren Hajessod und Nationalfonds nicht nur nicht gehalten y.• ° 1־c1 °n ist souc 0111 mm hat sogar von autoritativer beite gesagt, der NationUoiuh brauche keinen Boden mehr zu erwerben. Ich sehnige vor, laß wir den Keren Hajessod nicht mehr mit Ausgaben;״ Palästina, die wirtschaftlicher Natur und rentabel smd, belasten. Diese Bedürfnisse müssen wir decken durch besondere F'inanzinstitutc. Sonst erfriert das wirtschaftliche Leben Palästinas durch diese Zentralisierung. Redner beantragt am Schluß, zu beschließen: 1. Der Nationalfonds hat einen Ansnruch auf 20 <0/י der Eingänge des Keren Hajessod, 2. dem Nationalfonds sind die schuldigen 20 0,1o aus den bisherigen Eingängen des Keren Hajessod nadtzuzahlcn, 3. m aas ordentliche Budget ist ein Posten von 20 °/0 der Eingänge des Keren Hajessod für Bodenkanfe cinzuseUcn. , Sodann sprechen'Q0Idstein und Schm. Lewun zur frage der Keren Hajessod-Propaganda. csi'ly• ־ I , 1׳ Vierzehnte Sitzung.-./••' ,/i־: Donnerstag, 31. August, vormittags. < ״ ל ׳•'׳. Prof. Pick beantwortet die im Verlauf der Debatte an ihn gestellten Anfragen und begründet insbesondere seine Stellungnahme zur Assefath Hamwehanm da* mit daß er der Ansicht ist, eine Organisation des Jischtnv׳ sei nur dann von Wert, wenn sie den ganzen lischuvc, a.so auch den alten Jischtnv, umfaßt. Eine der wichtigsten Aufgaben sei die Ueberbriiekung des Gegensatzes zwischen neuem und altem jischtnv. Redner tritt daiür ein, die Frage des Frauen- Wahlrechtes durch ein Referendum der männlichen Bevölkerung zu entscheiden. Hierauf begründet er seine Stellungnahme in der Frage der Arbeiterküche in Jaffa, die den Anforderungen des Religionsgcsctzcs nicht .genügt habe, so dal! er eine neue errichten mußte. Miss Szold erklärt, daß sie selbst auf strenge Achtung des Religionsgcsctzcs in den von der Fraucnorganisation ge- *chaffeiien Küchen bedacht sei, jedoch habe sie sielt dagegen gewehrt, daß man einen Maschgiach cinstclien wollte, weil diese Golussitte nicht nach Ercz-lsrael verpflanzt werden soll. Vorsitzender Lipsky teilt mit, daß die Exekutive jetzt die gestrige Interpellation Locker zu beantworten beabsichtige und erteilt das Wort Herrn Dr. Weizmann. . Die Angelegenheit Jabotinsky -Slawinsky. . '• /׳״ Dr. Weizmann erklärt, daß die Exekutive seinerzeit läf Grund verschiedener Anfragen und Nachrichten in der Presse die Frage der Verhandlungen Jabotinskys mit Sla• winsky behandelt hat und dazu in einer Erklärung Stellung ge• nomtuen hat, die am 0. Dezember der Presse übergeben wurde. Dr. Weizmann verliest diese Erklärung und den am 3. Januar 1׳i'i2 vom Actions-Comitc gefaßten Beschluß, der eine Untersuchuiig der Angelegenheit fordert. Dr. Weizmann erklärt, daß nach Rückkehr Jabotinskys aus Amerika infolge der damals gerade bestehenden schwierigen Situation, die die sofortige Ents’cndimg Jabotinskys nach Italien notwendig machte, die Durchführung des Beschlusses des A.C. noch hiebt möglich gewesen sei. Jabotinskv sei direkt von Italien zur Jahreskonferenz gekommen, so daß die Exeltutive weder Zeit noch Möglichkeit hatte,, in die Behandlung der Frage einzutreten. 'Mit Rücksicht auf diesen Sachverhalt hält die Exekutive die Frage für belanglos für die Jahreskonfcrcn7, zumal Herr Jabotinsky bereit ist, das umfangreiche Material, das er in London hat, der Exekutive vorzulcgcn, und die Exekutive dann sofort an die Durchiührung des Beschlusses des A.C. schreiten wird, Dr. Weizmann bittet daher, die Sache von der Tagesordnung abzusetzen, bis die Exekutive Gelegenheit hatte, in das Material Einsicht zu nehmen und die Sache zu besprechen. Der Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung wird mit Majorität angenommen. ' Dr. Arlosoroff gibt namens der Hitachduth folgende Deklaration ab: ,׳Im Namen der Fraktion der albvcltüchen zionistischen Arbeitspartci Hitachduth habe ich zum Votum folgende Erklärung abzugeben: Die Fassung des Antrags, der von der Kommission angenommen wurde, entspricht in vielen Punkten nicht der Auffassung und den Folgerungen der Fraktion. Er ist weder geeignet, unserer ernsthaften Beziehung zu dem historische» Faktum der Mandatsbestätiguntg, weder unserem Standpunkt zu den damit verbundenen Ereignissen, noch unseren prinzipiellen Direktiven an die politische Leitung Ausdruck zu geben, die durch unsere Genossen in der politischen Debatte, speziell in der Frage unserer arabischen Politik vertreten wurden. Die Fraktion ist insbesondere der Meinung, daß gerade in Verbindung mit unseren Ent- Schließungen zur Mandatsbestätigung der Gedanke hätte Ausdruck finden müssen, daß die bestehenden Beschriittkungen der Alijah, welche im Zusammenhang mit politischen Tendenzen und Ereignissen der letzten Monate sogar eine gewisse Verschärfung in der Richtung des Ausschlusses der Juden von der Kontrolle der Immigration erfahren haben, das elementare Recht der Juden verletzen und in unauflöslichem Widerspruch zum Geist und zu den Zielen des Mandates stehen. Den Anträgen, die wir in der Kommission gestellt haben, hat die Kommission zu unserem Bedauern sich nicht anzuschlicßcn vermocht und mit Mehrheit gegen viiis entschieden. Da jedoch die Fraktion die positive Und anerkennende .Wertung der Tätigkeit der politischen Leitung der Zionistischen Organisation voll akzeptiert, hat sic cs für richtig befunden, allen ihren Einwänden gegen den Antrag selbst zum Trotz, mit ihren Stimmen für die in ihm ausgcdrücktc Stellung einzutreten.“ Es folgt die Abstimmung über das Vertrauensvotum. (S. Bericht in voriger Nr. der ״J. R.“.) SechzehntcSitzung.! Donnerstag, 30. August, mittags. Die Palästina- und Keren liajessod-Dcbatte wird abgcichlossen. Dr, Ruppln: Es ist unrichtig, wenn man sagt, ich hätte über die Privat« Initiative ironisch gesprochen. Ich ironisiere nur jene, die lauben, man könne Palästina mit platonischer Liebe zur 1rivatinitiative aufbauen. Allerdings meine ich, daß die Prf. vatinitiative auf dem Gebiet von Hnndefund Industrie größere Möglichkeiten hat, nicht «her auf dem Gebiete der Landwirtschaft. Bisher merkten wir aber auch auf dem Gebiet von Handel Und Industrie sehr wenig von wirklicher Privatinitiative, und ,«as ist kein Wunder, da wir unter einem ungünstigen Zoll- Janf, unter der hohen Valuta und ungünstigen Vcrkchrsvcrhältmsseit leiden. Die Kreditmöglichkeiten sind sehr beschränkt, da unsere Banken nur sichere Kredite geben können. Darum vertaugte ich schon im letzten Budget einen Posten von 100 OCp Pfu'nd zur Förderung-von Industrien, d. 11'. zur Ermöglichung von Beteiligungen au neu zu schaffenden Industrien mit großen Risiko. Wir haben die ICO000 Pfund nicht erhalten, imd doch verlange ich im Budget für dar. kommende Jahr wieder einen Betrag hierfür. Mit der Kritik von de Liemc bin ich im Sachlichen durchaus einverstanden. ,Wir bemühen 1ms seihst, in . der Anstellung dam überzugehen, größere Gruppen aufzusieriai. Auch ich bin für gesonderte Verwaltung eines jeden Fonds. Besonders gefreut fiat mich die Kritik von Schocken* da cs sich hierum positive, konstruktive Kritik handelt. Unsere Differenzen betreffen auch nur nebensachliche Gegenstände; eia prinzipieller Gegensatz ist nicht vorhanden. Schocken hat recht, wenn er eine der wichiigsten Aufgaben in der .Verbilligung der Lebenshaltung sieht In dieser Richtung gibt'es ernsthafte Bemühungen der palästincnsischcn Arbeiter, die ׳anerkannt werden müssen. Alle Kritik aber bleibt unfruchtbar, wenn sic nicht positive Vorsehläge macht. Es ist unser größter Mangel, daß wir keinen Nachwuchs an Kolonisatoren haben, und cs wäre sehr wichtig, in dieser Beziehung Vorsorge zu treffen. Sprinzak: ln den Vorwürfen Dr. GoiUicbs und anderer Redner ist insofern ein richtiger Kern, als man tatsächlich bisher der kleinbürgerlichen Initiative zu wenig Aufmerksam« keit zugewendet hat. Das liegt aber vor allem daran, daß die Balbnttim zwar eine Ideologie der Privatinitiative geschaffen haben, aber keine wirklichen Institute. Die Arbeiter dagegen haben selbst Institutionen geschaffen, angefangen von 11.1־ mischbar bis zur Arbeiterbank. In ihnen entfaltet sich wirkfielt Energie und Initiative, und so kommt cs, daß auch bürgerliche Persönlichkeiten, sobald sie in Palästina sind, von der schöpferischen Energie der Arbeiter angezogen werden. Das ist keine Vorliebe lür links, sonder» Anerkennung des Geschaffenen. Wir wünschen, daß auch die Kleinbürgerliehen Elemente kommen, aber nicht auf Kosten der Linken, sondern kraft ihrer eigenen Energie. Redner kommt dann auf Sclvockcns Unterscheidung zwischen wirtschaftlichen und Notstandsarbeiten zu sprechen und setzt auseinander, daß infolge der Eigentümlichkeiten der palästinensischen. Wirtschaft manche scheinbaren Notstandsarbeitcn eine wichtige wirtschaftliche Funktion erfüllen ttnd vor allem, das unentbehrliche Durchg.uigsstndium für die Schaffung eines fachlich ausgcbildctcn Mcnschcnmatcrials bieten. Schließlich weist Redner die Vor. würfe der niisrachistischcn Redner wegen Benachteiligung orthodoxer Arbeiter zurück. Kaplansky west die Behauptung zurück, daß der Keren Hajessod seine Verpföchtungen gegen den Nationalfonds nicht ein,gehalten liat. Laut Kongreßbeschluß war das Direktoriuin des K. H. beauftragt, von den Eingängen des nächsten Jahres *zunächst de« regelmäßigen Etat zu decken und sodann alle andere» cinlaufcnden Beträge für die übrigen Zwecke des K, H. zu reservieren. Wir waren nicht imstande, unser Budget zu decken, geschweige denn unsere Schuld an den J. N.-F, nbzuzalvlcn, ohne den regelmäßigen Etat zu kürzen, was dem Finanz, und JVirtschaftsrat unmöglich erschien, jf1 ' '-־'׳ I "I! Siebzehnte Sitzung. 4. , , יי ז' Donnerstag, 31. August, nachmittags. '׳' : Peter Schweitzer (Amerika), der erst jetzt cingetroffen ist, entwirft ein optimistisches Bild der amerikanischen Keren Hajessod-Arbeit, N 1 Sodann folgt Wefzmanns Rede zur Frage der ijewish Agency umi des Jüdischen Wcltkongre« ses, die wir schon in voriger Nummer gebracht haben. An« schließend berichtet Dr. Hai per» über das Budget (s, gleich« falls vorige Nr.). Donnerstag Abend fand keine Plenarsitzung, son» dern lediglich Ko mm i ss ionssit zu« ge n statt. iT ,1 ,! / 1 1 1 Achtzehnte Sitzung. י',‘ יי•׳ Freitag, 1, September, vormittags. 1 י Miss Szold spricht in der Budgetdebatte zugunsten der Hadassah und erstattet einen ausfültrliclten äußerst infor» mativci» Bericht über die Tätigkeit der Hadassah in Palästina. Dann folgt der Bericht Dr. H ant kc s über die Beschlüsse der Keren Hajcssod-Konimission, Dr. Jacobsons und Dr. Ha Iper ns über Budget-Kommission, (Sämtlich bereits in voriger Nummer veröffentlicht.) 1 . i! 1 Neunzehnte Stfztung. Freitag, 1. September, nachmittags. Nach Erledigung von Statutenanpclcgcnhdten wird das Budget und die .Anträge des Budgctrcfercntcn abgestimmt und angenommen, (S. vorige Nr.)! u!!'• |,1 Die Schlußreden | , . Nachdem noch Begrüßungen von Max Nord au und Julius Simon sowie ein Telegramm des Waad Lcunu verlesen worden sind, ergreift das Wort Sokolöw zur Gedenkrede auf die Toten des letzte» Jahres. 1 * Rev. Percira Me »des, ehemaliger Präsident der ortWo. doxen Gemeinden Amerikas und Kanadas, halt eine hebräische Ansprache, in der er die religiöse und menschliche Bedeutung! des Zionismus darstcllt. . Sodann erteilt Präs. Dr. Chajes das Wort '“•* ’ ן df 1! יי׳ Dr. Welzmannt , ' . . Wir kommen nun zum Schlüsse unserer langen lind schweren Beratungen. Es ist jetzt nicht leicht, das Resultat dieser Beratungen festzustclien. Aber wenn man diese Konfo. renz vielleicht mit einem Wort charakterisieren will, so möchte ich sagen, sie war der schwierige Anfang einer neue» Einstellung. Ein Anfang, der durch ein natiir. lichcs Trägheitsmoment erschwert vvuiile. Wir sind uns olle bewußt, daß eine neue Epoche eingctreten ist, die neue Forderungen an unsere Kräfte, an unsere Fähigkeiten und sogar an unsere Traditionen stellen muß. Wir versuchten, diesen neuen Ejxxhe gerecht zu werden. Wir sind mit diesem Prozeß noch nicht fertig, aber wir haben die Ansätze gemacht. Und in diesem Sinne sind die Resolutionen! zur Vorbereitung des Weltkongresses gefaßt worden, in diesem Sinne verstellen wir auch die schwierige und etwas peinliche Debatte über das Budget und die schwierige Debatte über die politische Lage. Wir suchten das Können und das wollen in Harmonie zu bringen. Wir haben es noch nicht erreicht. Es wird an der Arbeit der Zukunft liegen, die Har« niotiie herzusielleu. Wir werden jetzt der Schwierigkeiten be« vvußt und dadurch gestärkt, ins Volk Wtiausgehcn und ihm verkünden, was es zu tun hat, und daß, die Antwort, die wir erwarten, würdig eines alten Kulturvolkes sein soll. Gerade heute brachten uns Freunde aus Ercz Israel betrübende Nachrichten, Nachrichten, daß die Kräfte, die!.ich Uns in Erez Israel entgegcnstellten, zu einer organisierten Art des Terrors gegriffen habe» und uns dadurch abschreckcn wollen. Wir sind nach wie vor tief überzeugt, daß nur ein kleiner Teil des arabischen Volkes uns feindlich ist und wir erklären, daß keines dieser Mittel uns vom vorgcaeichncten Weg, welches der Schicksals« weg ist, ablenken wird. Wir sehen den Schwierigkeiten mit vollem Bewußtsein und Ruhe ins Auge. Wir dürfen nichts anderes, als unsere Kräfte und Anstrengungen verdoppeln und verdreifachen. Und nun ־- der Tag geht zu Endo und ich will Sie nicht länger auihalte». Gehen Sie hinaus in die jüdische Gasse, verkünden Sic das neue Wort und die neue Botschaft. Sagen Sie den Juden, cs war noch nie eine Zeit wie diese, eine Zeit voll Verheißung und voll Arbeit, voll großer, schöner' Arbeit. Sage» wir dem jüdische« Volk, daß! wir wert und würdig bei» sollen des Vcrtraipis* die Besten unseres Volkes Und die Besten anderer Völker geschenkt haben. (Jnd ich schließe, indem ich die I k>f finnig und den Glauben au*w spreche, daß es uns gelingen wird, mit der Hilfe des alten strengen und gerechten Gottes dieses Vertrauen durch Schaffung einer Wirklichkeit zu rechtfertigen. (Die Versamm« lung erhebt sich unter stürmischem Beifall.) ז , ... v 0 *•» i , .... 1 '1׳ Sokolow: Die Kraft Unserer Organisation besteht fn folgendem׳ Wir treten zusammen, wir diskutieren, wir diskutieren ״:uvvcilen sehr leidenschaftlich und nicht mir Augenblicke des Sturm« sondern auch lies Nebels kommen vor, die vielleicht roch fährlichcr sind für den Seefahrer — und dann wird es etwas heiterer. Und jetzt ist vergessen, daß ei» Teil der Versammlung Jeweils vor Beschlüssen Argumente vorgebracht und Ablelmtai״ gewünscht 11:1t. Mit dem Augenblick, wo die Beschlüsse an״e‘ nein inen worden sind, lactrnchtet die Organisation sie als bin, dend und gellt an die Arbeit. Das ist es, was wir immer wieder denjenigen gegenüber zu wiederhole!) haben, die «eh von uns, abtreunten, um draußen Opposition zu machen. Hjcrist die Opposition wünschenswert, draußen ist sie sinnlos. Hier nützt sie, indem sie auf gewisse Gesichtspunkte aufmerksam!nacht, die der Majorität und der Leitung vielleicht entgangen sind, aber'draußen führt sie zu nichts. Wir haben jetzt die beiden Begriffe ״Mibajith umichuz“ erweitert; und das jst vielleicht die;größte Leistung dieser Konferenz. Wir hatte» den ״Bajith“; die Zionistische Organisation bestellt wie cii und je und soll größer und starker werden. Aber wir haben unser Augenmerk mehr als je auf ..Mich.;!.־" gerichtet. ,,Die draußen" das ist das jüdische Volk im Ganzen und ich möchte es noch einmal in dieser Schlußanspracltc hervorheben. Unser Appell ist nicht ein, vages Manifest, sondern ein for melier Aufruf, auf 11 c» eine Antwort erteilt werden in u ß. Und die kann nicht anders rejn als günstig. Und so gehe» wir voneinander, nicht schweren Herzens, und jeder möge sich von der Gast der Skepsis und des Pessimismus, der Superklugheit und der Ironie, aller jener Cialusclgcntümikh. Leiten des jüdischen Geistes befreien. Wir bedürfen jetzt de« alten jüdische» Geistes, desjenigen, mit dem wir einst bauten als wir das erste, das klassische, dag herrlich״ Erez Israel schufen, mit den fruchtbaren Terrassen und der großen hebrä. iselten Sprache. Damals waren wir konstruktiv und wir werden cs wieder sein, wenn wir auf uns selbst vertrauen und mutig sind. Es ist meine und meiner Freunde in der Leitung feste Ueberzeugamg, daß wir einer Zeit cntgegcngchcn, wo ein Großteil des jüdischen Volkes mit uns;1:11 Aufbau arbeiten wird. Wir gehe» heute mit einem verkleinerten Budget an die Arbeit. Mich darf das nicht hindern, zu glauben, daß dieses Budget nur ein Mikrokosmus ist gegenüber einem, das mir vorschvvcbt. Es bindet mich »ad* unten, nicht nach oben. Von dieser Versammlung möge der Ruf: Keren Ha j es Süd wieder ausgehc» und mit demselben Enthusias.!uns, wie wir ihn das erstemal aufgenornmen haben. Wir haben etwas aus ihm gemacht, was er nicht zu sein bestimmt war, eine» ״Keren Ilatakziw“ und er muH wieder ein Keren Hajessod werde». (Beifall.! Es ist ei» Fortschritt, daß wir in unserer Bewegung im Finanz« und Wirtschaftsraf, den wir mit guter Auswahl und großem Erfolg eingesetzt haben, ein KoHefctivum fanden, aber in der Bewegung, in dem, was durch den allgemein jüdischen Weltkongreß für Palästina geleistet werde» soll, müssen wir außer diesem Kollcktivum, außer dieser Leuchte, die uns als Wegweiser auf dein Wege zur Realisierung begleiten soll, eine ganz andere, viel stärkere Leuchte haben: die eigentliche Leuchte nach unserer na. lionnlcn Heimstätte ist «1er Geist, der uns vor 25 Jahren begeistert und in Basel zusanimengeführt hat Ich wiederhole das Wort meiner Eröffnungsrede: Achrcnu, Heil uns! Wir beginnen jetzt die neue Epoche iti der feste» Ueberzeugung, «Laß cs uns gelingen wird, auf dem nächsten Zionisten kongre II, der, wie ich sicher erwarte, im Frühsonmier stattfindc» wird, von neuen Fortschritten in unserer organisatorischen Arbeit in Ercz-lsrael und tm Gokts für Erc/.-lsraci berichten zu können, um dann wieder weiter fort rusch reiten und einmal unser ganzes Ideal verwirklicht zu «dien, die nationale Heimstätte nicht mir international, sondern־ auch «lein jüdischen Volk mit allen Mitteln gesichert. (Stürmischer Beifall, die Versammlung er« hebt sielt.) . ö Dr. Chajes (hebräisch): In den ersten ,Tagen der Konferenz schien cs, als ob eine kalte Stimmung über der Konferenz läge, die, wie einer der Redner mit Recht sagte, vielleicht daher kommt, daß wir vor dem Mandat gewisser, maßen einen Turm in der Luft gebaut haben, jetzt aber vor dem großen historischen Ereignis stellen, das uns zwingt, das Träume» zu lassen und real zu arbeiten. Wen» man unter dem Eindruck dieser Stimmung fragen, konnte, ob diese Menschen wirklich die Größe tles Ereignisses erfaßt haben, so kötmen wir heute diese Frage bejahen. Denn als die Kan. ferenz zu arbeiten begann, kam ein neuer Geist hinzu, «1er alte zionistische Geist. Wenn wir jetzt wieder hmaus״ehcn, um vvcitcrzuarliciten, 90 wissen wir, da«, wie der Riese Antiius seine Kraft aus der Berührung nut der Muttererde zog, auch wir bei der nahen Berührung mit dem Volke doppelte Kraft fuvden werden. Ich schließe die letzte Sitzung unserer Konferenz mit denselben Worten, mit denen ich die Konferenz «»geleitet habe: Der Segen sei'mit Euch und Eurer 'Arbeit! Die Sitzung ist geschlossen. (Die Versammlung erhebt sich »ml singt Hatikwah.) . Schluß der Jahreskonferenz Freitag, 1. September 1922, 5,30! Uhr nachmittags. ,, Berichügung;י I . In dem! Bericht über die Beschlüsse der Jahreskonferenz sind in voriger Nummer mehrere Druckfehler unterlaufen. Auf der ersten Seite, 3. Spalte, ist Resolution 2 in zwei Absätze getrennt, cs soll richtig nach dem Schluß des ersten Absatzes sofort der Text des zweiten beginnen, also: ״stehen somit im Widerspruch...*‘ 1 Auf Seite •169, Alitlclspaltc, ist im Beridit über Keren Hajessod die Resolute» t volUändig vvcggcblkben. De Re- Bolution Lautet: . , . , Resolution I: ״Angciichfs der Besfltlgan״ des Pa15sfln»mandat*s durch den Völkerbund, die die schwere Aufgabe und hohe Verantwortung für de« Aulbau der jüdischen nationalen Heimstätte dem ganzen jüdischen Volk amcrlcgt, wiederholt die Zionistische Jahresltoitfcrcuz die Aufforderung, die der 12. ZionlstenkongrcQ an alfo Juden gerichtet hat: Aut der Grundlage der Maasserlelsfung, die den Zionisten zur Pficht gemacht i!t. Im Keren Hajessod den allgemeinen jüdischen Fonds für de״ Aufbau der jüdischen Heimstätte in Erez Israel zu schaffen.*1 Ein Bcgfüßungslckgramm RoUischilds Beim Büro vier Ja:״cik.K1te1vu.: in Karlsbad ist folgendes Telegramm ms Ibrot» Rothschild aus p.uij eingelangt: A» die I Ioitcj» Sokolow und Weizmann! Sehr gerührt durch das Telegramm, das Sie mir im Namen der Zionistischen Jalircs'.couierctiz z-.igcsandt haben, »ende ich meine besten Grüße und die lebhaftesten Glück, wünsche zu oem bewunderungswürdigen Er• folg, welche» Sic 2ur Anerkennung des jüdischen na« , tioruirav^Heims in Ercz-lsrael erreicht haben. ״' ' ’ ״’׳׳* Edmound «1c Rothschild.

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