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Jüdische Rundschau · 1922-09-08 · Heft 71-72 (8.9.1922) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 71-72 (8.9.1922)
Date
1922-09-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Kr. 71/72 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 483 Wir haben bereits den ausführlichen Bericht übel* die Debatten der Jahrestonfeicnz bis zur sechsten Sitzung und in der vorigen Nummer die wichtigste» 1'eile der letzten Sitzungen mescb usse) w.cdcrfrcßcben Wir gehe., aho jetzt «weh eäc» Üebcrbiick über die 7. bis 19. Sitzung, damit unsere Leser ein Gesamtbild gewinnen. . Sfeb ente Sitzung. Montag, 28. August, abend». Die Debatte über den Wcltkongreß wird fortgesetzt. £s sprechen hfe um an״ (Smyrna), Red. Goldblooin (England). Klemm a n n(Litauen), Dr. Marguliea (Tscheche« Slowakei), Naid itsch , Rubaschow. Jcllin Zlato« P°L9״l־,Drv VXiI,e״sky> Rabbi Schöisfcld, Dr. Gott« lieb (J\>lcn), Ooldberg (Amerika). Sodann spricht! ׳ Gronemann (Berlin): . , K°^re& ist die einzig mögliche Form, die anderen Juden lieranzuziehon. Das allein ist auch für den Zionismus annehmbar, denn es besieht die Gefahr, daß! wir verflachen und Kompromisse machen, und dadurcli, 11,111 wir in den Wahlkampf eintrefen, wird unser Nationalismus wieder gestärkt werden. Wir werden im Kongreß den radikalen Flügel bilden und Unseren alten radikalen Zionismus wieder vertreten Sclion die Vorbereitung des Kongresses wird uns stärken, dem wir müssen geeinigt auf den Kongreß kommen. , .. c n O 11 r i o n, L c w i t e und Farbstein wurde die Nachtsuzung geschlossen. ( Achte Sitzung. I Dienstag, 29. August, vormittag*. vr 1 ^’cr den Weltkongreß wird fortgesetzt. Nach Pod 1 Ischewsk. und Dr. Nurok (Misrachi) spricht 1 1 Dr. Hantkci Ich bin Anhänger des Kongreßgedankens, aber nicht mit >fn j'1?1Lcr, Vorß®brad1te!» Begründungen einverstanden. Das Mandat bedeutet, daß die große nichtjiidischc Welt unseren An« spmch auf Palästina anerkannt Hat Es muß die Ratifizierung des Mandates durch die jüdische Gesamtheit in einer absolut unanfechtbaren Form durchgclülirt werden. Daß alle Juden in die Ziomstisclie Organisation cintrctcn, ist unmöglich. Aber die Aufgabe der Zionistischen Organisation bleibt unverändert vveilcr bestehen. Wir liabendie Men selten auszubilden, die Pioniere zu stellen und audi die persönliche ökonomische Verknüpfung mit Palästina zu ccliaffcn. Auf den Eiuwaml, daß die Zioni* Mische Orj>aui$atiot1 zu schwach für einen WcItlooji^relJ ist, itmfl gesagt werden, daß wir tms den Zeitpunkt des Mandates niclit haben aussudien können. Der Moment muß atisgcmi!/‘ werden, «*wohl gerade jetzt unser Volk zerstört ist. Die Bedeutung der Nichfzionisten für die Mitarbeit darf nicht überschätzt werden. Die Kongrelibcwegung muß der zweite Teil unserer politischen Aufgabe sein, sowie das Mandat der erste war. Sie hängt durchaus nur von der Intensität der für sie cintretenden Zionisten und der für sie arbeitenden Exekutive ab. Es folgen Rabbi Bcrlin, Jean Fischer, Sprinzak, Dr. Chajes und Motzk.n (Schlußwort). Nach einigen persönlichen Bemerkungen wird die Sitzun״ vertagt 1 Neunte Sitzung, 1 Dienstag, 29. August, nachmittags. PalS9t1na-Arbcit und Keren Hajessod, fn dieser Sitzung wurden zunächst die Referate l>r. R 11 p - |י i ns und Fei weis gehalten, die wir in der vorigen Nummer bereits veröffentlicht haben. Nach Fciwcl sprach noch Zlatopolsky: Der Keren Hajessod bedeutet nicht Spenden, sondern eine Steuer. Weiters ist seine Idee, daß er Zentralfonds sein 9011, von dem aus alle BudgctbidürfnUse in Palästina zu decken sind. Es wurde gesagt, daß die Zahl der Bcitragslcistcnden recht groß sei, und zweifellos sind die Abgaben der Juden für Palästina größer als früher. Aber auf dem Wege bloßer Spenden bitte;!! wir die erreichten Betrüge nicht zustande gebracht. Doch ist das Maas crpiinzip meiner Ansicht nach von den Zionisten selbst nicht au-rcichuid eiligehalten worden, mit Ausnahme einiger Länder, Maasser ist eine große Parole gewesen, kein bloßer Statutenparagraph, und 90 zeugt sein ,noch ungenügender Erfolg unter den Zionisten arm mangelnder Parteidisziplin. Und nicht nur in bezug auf den Maasser, auch auf die erwartete Mobitisieru»״• der Menschen haben wir Zionisten niclit ausreichend unsere Pflicht getan, Redner bespricht die Frage der Sammlung t;ntl Verwendung der verschiedenen Fonds imd geht auf die Methoden dis ein• heiflichcn Fonds ein. Konkurrenz und vervielfachte Spesen würden das Resultat zahlreicher Sonderfonds sehr bccin* trächtigen. Zentralisierung der Ausgaben in einem Fonds würde das Budget vereinheitliche» und leichter regulierbar machen. Man mache einen scharfen Urlcrschicd zwischen rentablen und unrentablen Ausgaben. Tro'.zJcm hat der Kcreti Hajessod die Gründung der Hypothekenbank erleichtert und die Vorlceituugsarhcilen des Rotenberg-Projektes finanziert. De Praxis führt dazu ohne Erschütterung der Grundlagen, Es ist daher nicht notwendig, prinzipielle Aenderungen des Keren Ha jessod vorzunehmen. Rupjün schlügt einen Kolonisation!•- fo'Kls innerhalb des Keren liajcswd vor, der aber nicht aut le ׳v.vieien Sammlungen beruht, dem Maasser aber absolut?״stimmt. Ein Recht auf Dividenden besteht nicht. Der Charakter der Steuer schießt aus, daß die Beitragenden Anspruch auf Dividenden!ulen, wenn auch die Möglchkejt von solchen nicht auszuscJiiielien ist. Die Schaffung der von Ruppin geforderten Emissionsrtdie bei der Kolbnialbauk ist äußerst wichtig. Sic wird alle Wertpapiere auf geschäftlichem Wege placieren. Wenn wir unser Ziel erreichen wollet!, darf nicht ständig redigiert und räsonn'ert werden, sondern man muß zur praktischen Arbeit übergeh:». Zehnte Sitzung. Dienstag, 29. August, Abends, Debatte (iLer die Referate Ruppi» und FeiweL Zm-.Jeh^t sprechen F i n k e 1 m a n 11 (Litauen) und L e w 11 e (Po.cn). terer tiihrt aus: , , , . . Was Ruppi» gezeigt habe, sei nach dessen eigenen^ Ziffern sehr traurig. ue» Optunisimi» Ruppms btzujihJ» der kuidwirtschaftliclien Kolonisation und ihrer Formen könne er nach allem, was er selbst aus de» Zeitungen 11»d pa nstincnsischen Berichte» wisse, nicht teilen. Wir durften die bestehenden Formen der landwirtsclwft »eben Kn.on.satiov! n.cat fortselzen, weil die Psychologie der Jude» für s:ejn>drt ge- . eignet ist! Die Juden seien Anhänger der Pnvalw.rtsd״ft. 1 d darum Itönr' nur diese zu ErfoVn Hwireii. p'J? *‘״i:Al* V■^rcröRuftiutf c^or H^vulkcrunr P31fts»1n3s kinn nur crrcici.t «SSfSS & äSXin {״*״» der industriellen Kotonisjtion. Alles Bisherige sei urfultes Experiment, das nicht fortgesetzt werden dürfe. Sodann erhält das Wort Kurt Blumonfcld« ' Did Keren Haicssou-Aktion dauert erst ein Jahr, mit] trt der Beurteilung der Erfdge bedenken, daß unser Weile «.in!ר»!!# Zeit dauernder, allmählicher l roztu ist. JSLta״«״? «JÄ?“ ״* ״״ k״» 1 Injessod als Mißerfolg Ijczclrnnef. ,Wir stehen atri ,Anfang, '»wollt eine Steigerung ah wie!» eine Verringerung ist mög« Heil. Jn jtxlcm Linde nibcu gnnz wenige Menschen eearbeiteh auch dort, wo die größlen Erfolge waren. Die offizielle zioiiistisclie Organisationי dm einzelnen Länder hat oft passiven w »lerstaiKl geleistet. Wir müssen uns liier fragen, warum das Keaultat unzulänglich ist und wir werden erkennen, daß noch mclit einmal versucht wurde, den Kongreßbeschluß ernsthaft durclizuliilmm. Wir müssen uns fragen, ob wir überluupt einen derartigen Fonds brauchen und diese Frage wird von allen bejaht werden. Mag man auch für andere Zwecke, für geschäftliche Anlagen, andere Finanzimiugsmöglicbkcitcn haben, dennoch brandicn wir für alle Zeit den Keren Hajessod als cm Nolopfer. Das Maasscr-Prinzlp ist ein Erz i eh ung s pri 11 z 1 p. Durch einen Beschluß kann man niemanden zur Zahlung des Maasser Zwingen. Das ist die ganze Er/.ichtnvgsatifgabe, die in der Keren Hnjessod-Aktion stec.d. Die Pflichterfüllung der gute» Zionisten ist das stärkste Argument. Es gibt schon Liimler, wo cs für einen Zionisten eiucii Makel bedeutet, den Mimr.ser nicht gezahlt zu bähen. Wenn wir das Tempo der Kolonisation beschleunigen wollen, müssen wir die Maasser-Forderung aufrecht cibaltcn. Wenn aucli die י Masse der Juden Heute dafür nicht reif ist. so vertrauen wir auf die uinwaiulclmlc Kraft der zionistischen Idee. Die Arbeit kann in allen Ländern einheitlich gemacht werden, Keren Hrjescod ist die Bewährung des Zionismus. Wir müssen überall menschliche Kraftstationon haben. Unsere Leute müssen verstehen, daß* nicht nur das Chnluz-ldcal, das die besten Mensehen iv, 1h Erez-Israel führt, Zionismus ist, sondern der Aufbau des Landes durch die Bewegung. Diese Menschen müssen wir, wfe eenon Dr. Lewin angeregt hat, durch eilie besondere Erziehung schaffen. Der Keren Hajessod muß für die Organ!« sation Symlzolwert haben. Zur Kiitlklhat n'cinaiuf tlns ׳Recht, oer niclit seit item Kongreß alles In den Dienst' Oer S.actic gestellt hat. Redner tritt schließlich für Abschaffung der zwanzigprozcntigcn Abgabe an den Nationalfonds und für den von Ruppin angeregten Kolonisationsfonds Im Rahmen des Keren llajessod ein. Es sprechen noch Dr. Hansncr (Misrachi), Dr. Mar« gtilies, Twersky, Klcinmann, Pod lisch ewski und als letzter Redner Ben Gurlon, welcher folgende Bemerklingen macht: Dr, Rtippi» will sicher keine sozialistischen Experimente in Piaiäslina nnclien, sondern cs handelt sich um die Frage, ob unsere Arbeit national sein soll. Wir müssen 1ms klar machen, worin die zionistische Arbeit hi Palästina bestellt. Es gibt nie« m.aiiilen, auch «lieht in der extremsten Linken, der niclit jede Privatinitiative begrüßen würde, die wirklich komm(: wir wciulei» uns nur gegen die Privatinitiative, die Im Ausland gepredigt wird, um die nat'omlen Unternehmungen zu stören. Alan hat tm9 Palästina nicht gegeben, um ein paar Händler dort unterziibriiigen, die nicht mit den Arabern Handel treiben־ oder einige Sodaw.asscrfribrikei» in Td-Awiw errichten, sondem damit wir das brachliegende Land mit unserer wirklichen Arbeit fruchtbar machen uiitl anflmuen. Im Emek Jcsreel ist es 1ms gelungen, ein bisher wiislcs Gchiet in eine blühende landwirtschaftVche Siedlung zu verwandeln, Dieser bedeutende Erfolg unserer landwirtschaftlichen Arbeit im letzten Jahre wird viel zu wenig gc:ziirdigt. Statt dessen Hören Wir Klagen, man ßabe Gcki für Experimente H'imisgeworTcn unef nfciit genug Händler nach Jaffa hcrcingcbracht, Der ganze Zionismus ist ein ungeheueres Experiment, die Arbeit iin Lande ist Ex« peiiment. Wir werden dieses Experiment fortsctzeil und werden, nicht zillassen, daß man den 001115' wieder' hach Eret-Israel schleppt. Wir 11317er» Zu wählen zwischen zwei Wegen:• entwciier nationaler Idealismus, Pioniertum vom Geidgeben bis zum großen Pkmiortum der Arbeit, oder aber IJehertTagung de9 Golus nach Palästina und Kultus des Sodawasscr-Zionismus. (Beifall links.) Elfte Sitzung. Mittwoch, 30. August, vorm. Dr. Gott lieb (Polen): Der von Ruppin ausgesprochene Grundsatz, daß auf die Entwicklung persönlicher Beziehungen zwischen dem Keren Hajcssod-Zaldcr und den aiifzubaucmten Sachgütern hingearbeitet werden muß, ist von größter Beileutimg, Wenn man sieh die große Anzahl derjenigen Juden vor Augen führt, die mit dem Zionismus das Problem ihrer eigenen Existenz verknüpfen wollen, wird man die Aussichten des Zionismus weniger pessimistisch beurteilen als nach der Summe der Schckclzahlcr. Ruppin hat cs ■für notwendig bcflinden, sicli wohlwollend zu einer Richtung zu äußern, die es nicht verdient. Die von den Linksparteien ausgehende Psychose, die Propaganda für sogenannte soziale Lebcnslcrmcn, hat uns ungeheuren Schaden gebracht, fn vielen Menschen ist durch sie der lebensnotwendige Wunsch nach Entfaltung der 01׳ ׳nomischen EinzelpcrsiuiHchkcit ertötet worden, Kein Chaluz denkt daran,. sc'tn eigenes Haus zu bauen. Der Sozialismus bat eine Kluft zwischen Vätern und Söhnen geschaffen. Er hat uns die Jugend cnlrissen und unserer Tätigkeit (Sammeln usw.; den Nachwuchs geraubt. Ruppin bedauert die geringe Wirtschaftlichkeit unserer Arbeiter, natürlich Menschen mit ertötetem Eigentiimsgcfiilil produzieren keine Werte, Es ist keine Ziifäl’igkcit, sondern System, da die Exekutive, unter dem Einfluß von Links und Rechts stellend, Aas Zentrum vernachlässig!-, wenn sich def palästinensische Bericht vom Londoner dahin unterscheidet, daß gerade d.ls Budget von 75 Pfund für die Abteilung für Handel und Industrie gestrichen ist. Das lehren auch die Mitteilungen, welche wir In dem jetzt sehr!«gen Brief- und Personenverkehr zwischen Polen und Palästina erhallen. Wir haben eben kein anderes Volk als das der ״Krämer“, und seinen Wünsclien müssen wir uns an passen. Man will den Sozialismus ausgerechnet auf dem Oebict beginnen, auf dem er selbst in Rußland Schilfbrtich gelitten hat, in• der Landwirtschaft. Die Schaden zeigen sich niclit nur in der Palüstinatiitigkcit, sondern auch in unserer Arbeit hier. Das Warschauer Paliisfinaamt hat die Einwaude« rung geschädigt durch Auswahl der Emgiranten nicht nach sachlichen, sondern nach Parteigründen, offenbar, weil es Leute mit ausgcbildetcn- Eigcrvtumsgefühl fürchtet. Warum ferner werden uns die Industriemöglichkeiten als beschränkt hinrolcllt 'und von seiten 'der Ica-Untcrstütning tieratfiger UidernchimuiKcn gefördert. Zur Krilik des Keren Hajessod ״cficiid, fordert Redtier scharfe Unterscheidung zwischen dona- 110119 und iiivcftimnils. Die Opposition will Streichung des Scliulbuilßcts,' ich sage Ihnen, «Lall die Jiidenhcit gegen diese Streich tu»״ ist Aber das Schulwcrk soll getrennt werden von den geschäftlichen Anlagen. Warum Ist noch nicht eine Agentur der Xbtei'u״״ für Handel und Industrie ln Warschau eröffnet worden; sie "würde wenig kosten und viel tragen. Wir haben keine Verpflichtung der Welt gegenüber unterschrieben, in Palästina ei» Muster von 90zialer Gerechtigkeit anfruhauen. (Beifall rechts.) Wir haben »mr ein Ziel, die Mehrheit für Palästina zustande zu bringen. Andere Probleme und Nebenideen gehören «lieht In den Zionismus. Bearbeiten Sic den Keren IlaieswJ, entsprechend den Bedürfnissen Palästinas iwid nicht entsprechend der Propaganda jener Herren, für welclic die Pro»:׳״,anda Ziel und der Keren Hajessod Nebensache ist. Schließlich beantragt Redner die Annahme der Grundprinzipier» Ruppins und eine sezicllc Behandlung dieser Pro- Dieme in einem Ausschuß. ’ _׳' . Vleretnitisky polemisiert Heftlar «gegen IV Oottlieb und weist darauf Inn, daß die Keren Hajessod-Arbeit außerordentlich dadurch geschädigt wird, (Laß in dieser Weise gegen das P.aliistmabudgct agitiert wird. Daraus eik'art sieb das schlechte Resultat. Während man das Budget der Arbeitcikolonis.alioi» gckiirzt hat, gab man dem Misrärtu 11000 Pfund, obwohl es klar ist, daß es eine spezielle MKraili!« Kokmir.atio» nicht gibt. Wir wünschen einer wirklichen Pri.at- Initiative allen Erfolg, da wir wissen, daß auch dadurch Arbeit«- möglielikeitcn geschaffen werden. Aber das darf nicht auf Kosten des Keren Hajessod gehen. Hierauf erstattet Schocken ein anderthalbslündigcs' Referat über die Ergebnisse seiner Pnlüstütareisc, auf der er als Mitglied des Finanz- und Wirtscliaftsratcs und Gouverneur des jüdischen Nationalfonds de Institutionen geprüft hat. Da1< bedeutsame Referat briigjc-n wir an anderer Stelle. Nachdem noch Schächter (Rumänien) gesprochen hatJ wird die Sitzung geschlossen. Zwölfte Sitzung. Mittwoch Nachmittag. TIach Farbstein (Misrachi), der gegen die Kwuaath« spridu und über Vernachlässigung der Kleinbürger klagt, spricht Ussischkin! Hier ist wieder die Streitfrage: Privatinitiative oder natka«, nalc Wirtschaft, aufgetandd. De Extremisten beider Seiten haben unrecht. In E re z Israel /,st beides notwen«, d 1 g. In der Frage des Bodeukaufs 1, B., über die in London; brennende Debatten geführt worden sind, haben Ruppin und! viele andere und auch ich gegen extreme Nationalisierung ge« stimmt, und ich würde es heute wieder tun. Zuerst Gentath[ Haarcz, dann Nnlionatisienmg — von diesem Gesicbtspmikf geht die Leilun׳׳ juis. Eine Statistik der letzten zwei Jahre zeigt, daß der Nationalfonos viel mehr für Bodwikauf ausgo gel7c!» hat, ai9 Private. Diese stecken ihr Geld lid>er in die; Imlustricn. Es ist ein Unterschied, ob Privatboden gegen Bar-, gcld oder auf lap׳gfristigc Kredite gekauft wird. Um das an zu« regen, brauchen wir einen Agrarkredit mit großen Sum«, men. Ein Anfang dazu sind die städtischen Hypotheken. Ich, weise auf das entschiedenste die hier gemachte Behauptung zu«; rück, cs sei dem Privatmann unmöglich, Boden zit bekommen,j wenn er nicht einer Kvirzah angehöre. Wer kommt ■und arbei« ten will, kann eben» Boden vom Nationalfonds bekommen, wie eine Kwuzah. Im Emek Jesreef werden zwei große Kolo«, nie» gebaut, eine nach dem Prinzip der Kwuzah, die andere'nach, «lern des Mo ׳.; di :uv Owtliiii. Wir verhallen mis beiden rcgeitiilwr; ganz objektiv, weil heule niemand sagen kann, welche hesscii gedeihen wird, leb, der Ich persönlich für die zweite Fon«, bin, würde deswegen nie wagen, die Arbeit der ersten einzt»« schränken. Gegen den Vorwurf, die palästinensische Leitung! ignoriere das Interesse von Balcbattim an Handel und Industrie: eine Bilanz der Bank würde zeigen, daß von den ausgezahlt et» Beträgen Kwirzoth und ähnliche Unternehmungen fast nichts,; balcbattische. Unternehmer fast alles bekommen haben. Wenn, die Bank nicht 200 000 Pfund, sondern eine Milliort hätte״ wäre auch das Problem gegenstandslos, daß man bei der ägvp«, tischen Bank Gekl bekommt, bei uns aber keins. Sie hat| nämlich 33 Millionen. Voriges Jahr gründeten wir die H y po^ thekenbatik, um Häuser zai bauen. Wir haben vom j. C. T., vom Keren Hajessod um! der A. I*. G. 60 000 Pfund( zusammen für Häuserbau in Haifa, Jaffa und Jerusalem Iht« gegeben. Von diesem Betrag haben 5000 Pfima Arbeiter für! den Bau einer Schule im Bomchow-Viertcl bekommen, den! Rest Balcbattim. Es gibt industrielle Anltihen unsicherer Natur, für welche die Banken nichts!!ergeben, die aber notwendig! sind Wir haben einen diesbezüglichen Fonds geschalten, der. im Budget mit 9000 l‘id. eingestellt ist, deren Verlust wir ns«; kicrcn. Die inkriminierten 1500 Pfd. im vorjiihngen Budget waren nicht für Industrie, sondern für das administrative Bim* ausgesetzt Die Frage der Entwicklung von Industrie und Handel kann nur so gelöst werden, daß eine breite Basis für KreeDte geschaffen wird. Dam! wird auch die Privat« initiative gedeihen. De Gründung eines Kolonlsatiunsfond!* möchte ich ab lehnen. Wenn er separat zu sammeln ist, ist er schädlich, wem» nicht, ist er überflüssig. Auch sind wip beute nicht in der Lage, de«t 90»/o mittelloser Einwanderer^ welche Boden ur-d Einrichtung verlangen, ein mehrjährige* Darlehen zu geben. Deshalb soll •niclit cm Fonds ,geschallen( werden, der unbegründete Hoffnungen erweckt. I Nach U s s 1 s ch ki r» spricht Abr. Gold berg (Ainenka), der dafür cintritt, durdt Schaffung von Spczialfonds dem Keren Hajessod allmählich zum ausschließlichen Kolomsations»« fotids zu mach ca Es folgt Julius Berger:! Wer int abgclaufcncn Jahre Keren Hajessod-Arbeit aut dem Maaßerprinzip geleistet hat, kann sich nicht anders .119 optimistisch äußern. Die Gegner haben kein Recht zu ihrctil Pessimismus, da sic von Anfang an nicht auf dieser Grundlagci gearbeitet haben. Die Rückgänge des Nationalfonds erkläre!« sich daraus, daß zum ersten Male neben ihm eine orgaimierta Sammlung durchgeführt wurde. Daß der Nationalfonds diesem Umstand nicht gewachsen war, ist nicht Schuld des Ke reu Hajessod. Redner ist gegen die Teilung des Fonds. Ihr Keren Hajessod ist ei» Staatsschatz vor dem Staate, der vor« wepgenomniene Begriff des Staates. Der Keren Hajessod ist ein’׳Mittel, die Bewegung zu beleben, indem er von dem me« drigen Niveau der Sainmtimg auf das der nationalen Forderung gehoben, die Juden zur Steliungnalwnc in der nationalen ringe zwingt uml 90 mit dem Zionismus verknüpft. D:r Keren 11a« jessod ist nicht nur die Rettung aus den politischen, sonder« auch aus den finanziellen und organisatorischen Schwierigkeiten, vor denen wir stehen. , _ , Hierauf erstattet Dr. Thon namens der RcsdutionsM kommission Bericht und sdilägt drei Resolutionen zur pohtischcrt Debatte \x7r, die sich auf das Mandat, Vertrauen zur Exekutive uml Immigration beziehen. Locker schlägt namens 1 oaic« Zion gl ei eil falls drei Resolutionen vor. Sodann interpelliert Locker namens Poale.Zion wegen der ״Affäre Jabatmsky- Slavinski, Schkolnik wegen des Verhaltens Prof, )׳icks zur Assefath Nivvtharim. Da die Exekutive sich außerstande crkuirt, die Interpellation ohne Beratung zu beantworten und die Beantvvortirng für morgen zusagt, wird schließlich nach Gcschäftsordnungsdcbattc die Abstimmung über das Vertrauens» Votum und die anderen Resolutionen ׳ auf morgen vertagt. Nachdem «weh Dr. Mossinsohn■ gcvprochen 1! t. wird die Sitzung um 6 Uhr geschlossen und eine Abenasitzung anberaumt. Dreizehnte Sitzung. Mittwoch, 30. August, abends. In der Palästina-Debatte sprechen Heller, Dr. Löwenherz, Dr. Reich de Llemsi Herr Schocken hat an der Pa'ästina-Verwa'tung Kritik geübt, die ich nach mancher Richtung ergänzen könnte. A le die, die wie ich über diese Paiä: tinavcrwa'tung denkem werden Herrn Schocken in seinen Bcsscriiitgsbeir.üiumgeii unterstützen. Ruppin hat unrecht, wenn er sagt, daß wir den Einwanderern, die ohne Kapital hach Palästina kommen, in ihren Ideen und Theorien uiciit entgegentreten können. 1:11 behaupte, dal) wir י die» nicht nur können, sondern müssen. Den Keren Hajessod muß man ganz offen als einen Mißerfolg bezeichnen.

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