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Jüdische Rundschau · 1922-09-08 · Heft 71-72 (8.9.1922) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 71-72 (8.9.1922)
Date
1922-09-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Kr. 71/72 rÜEDIS־CHE־R UNT D־ S C HA U Seite 481 den schweren Schritt des «doppelten Buchführungs- Systems, schafft freilich durch' die Technik der iuaiternen Statistik für die Praxis bessere Zahlciiühcrsichten und bessere Saclikontrollen. — Jeder von ihnen, der in seinem Beruf einmal versucht hat, den Leiter einer Buchliallun״ zu veranlassen, sein von ihm eingeführtes und ihm lieb gewordenes System zu ändern, weiß, wie schwer ein Erfolg dabei zu erzielen ist. Und so kam cs wohl, daß der zweite, mir btichtechnisch sicher überlegcne Fachmann, auf die ihm wohl auch gering erscheinenden Rcduktionsmöglichkeitcn verzichtend, der! Umfang des Betriebes in Ordnung fand. Ich ti.1riu den Tatbestand in seinen Einzelheiten vor, um Urnen.zu zeigen, wie leicht eine Zwiespältigkeit die EntscIihiiUassuug hemmt, Unsere wirtschaftliche Armut erzwingt eine Reduktion unserer Unternehmungen: und unserer Apparate. Ergreift die Leitung aber nicht selbst die Initiative hierzu, dann geht cs bergab. Eine Reduktion kann in zweifacher Weise erfolgen: positiv oder negativ. Po-itiv, indem die Leitung freiwillig die Begrenzung durch führt. Dabei gibt sie nach freien Ent- Schließungen geringen Erfolg versprechende Unternehmtingen׳ auf, — dabei liilt sie die besten Hilfskräfte und Beamten fest und verzichtet auf die weniger geeigneten und weniger wichtigen, schickt also Beamte und Angestellte, vielleicht oft schweren Herzens, fort. — Kann man sich zu diesem positiven Weg nicht entcchließcn, dann setzt bei den Verhältnissen, in denen wir jetzt wirken, die negative Reduktion ein. Man muß wichtige Unternehmungen lassen, wil andere minderwichtige bestehen. Die Verengung der Betriebe veranlaßt den selbständigen Abgang von Hilfskräften und Beamten, und da verlassen nicht die weniger tauglichen den Betrieb, sondern man verliert die besten Kräfte, die für sich an anderen Orten wirtschaftliche Möglichkeiten finden. Hierzu kurz ein zweites Beispiel: Oft bin ich in den letzten Tagen gefragt worden: Was ist das für eine Abteilung für Btiroaascliaffimgen, ,die ein scclisköpliges Personal, einen Leiter, einen Vorsteiler, drei Magazinverwaltcr und einen Sekretär braucht? Die unglückliche Bezeichnung der Abteilung fordert die Kritik direkt heraus. In Wirklichkeit handelt cs sich um die jetzt ihrem Zweck nicht mehr dienende Abteilung für Waren Versorgung. Mail wollte, Ratsch! äge naus den verschiedenen Ländern mit niedriger Valuta folgend, in diesen Ländern die günstigen Einkaufsgelcgenheiten für den Aufbau Palästinas ausnützen. Die vorscliiedencn Versuche sind gescheitert. Das kann den Kaufmann, der weiß, daß kaufmännische Transaktionen nicht leicht verwaltungstcchnisch bewältigt werden können, und der weiß, daß. vielfache Erfahrungen und Kenntnisse zai ihnen gehören, nicht wunden!. Die Funktionen der Abteilung haben bis auf ein geringes aufgehört; die Abteilung selbst ist noch vorhanden, weil der Antrieb zur positiven Reduktion, von der ich eben gesprochen habe, nicht stark genug ist. ׳ Hier zeigt sich die Schwäche der Verwaltung, die mit koinnibsianswciser Beratung arbeitet. Der einzelne verantwortliche Leiter einer Wirtschaft wird, wenn er seinen Aufgaben gewachsen ist, leichten oder schweren Herzens Entschließungen nach sachlichen Erwägungen durchführen, weil er das Kein oder das Ja des Ent- Schlusses zu verantworten hat Bei der kommissionsweisen Beratung schiebt sich die Verantwortung leichter hinter eine Majorität, die einen Entschluß, dessen Durch'- . fühning mit Unannehmlichkeiten verbunden ist, hinauszögert. Die Tatsache, daß in unserer Leibing in Palästina Politik, Verwaltung und Wirtschaft ineinandcrgcniischt sind, bringt der Wirtschaft noch aus einem anderen Grunde Schaden. Die Politik, und zum Teil auch die Verwaltung, erfordert in der Leitung Männer, die ein kompliziertes Gednnkensystem beherrschen, die ein Material von historischen Tatsachen und Beziehungen umfassen, die durch die ganze Welt gehen und die sich auf eine Zeitdauer von über 25 Jahren erstrecken, — und deren tägliche Veränderung zu beachten ist. Unsere leitenden Männer werden getragen von Ikzichungeil und Zusammenhängen zu großen Gruppen Mensehen, — Beziehungen, deren Aufrcch'tcrhaltuiig einen Teil ihrer Arbeitskräfte absorbieren muß. Dadurch kann bei ihnen nicht Zeit genug bleiben für die Bearbeitung der wirtschaftlichen Entscheidungen, und es fehlt die Ruhe, wirtschaftliche Entschließungen ausreifen zu lassen. Deshalb muß eine Trennung in der Leitung von Politik, Verwaltung und Wirtschaft durchgeführt werden. Bei der Wirtschaft stehen wir int Anfänge einer gewaltigen Aufgabe. Ohne daß man cs. recht beachtet hat, ist unsere Bewegung, die von geistigen Kräften getragen wird, in eine eminent praktische Wirtschaftsaufgabe gestellt worden. Wir haben das Mandat, das Bekritteln und Betrachten der Möglichkeiten, die mit Wenn und Aber Politik treiben, muß jetzt beiseite stellen. Es heißt, den Aufbau neu zu beginnen, das heißt, den neuen Verhältnissen entsprechende neue Formen für den Aufbau finden. Es geht nicht an, daß die Männer der Wirtschaft mit allen Angelegenheiten der politischen Exekutive und der Verwaltung beschäftigt sind. Es geht nicht an, daß der Mann, der etwa einen großen Auftrag von vielen tausend Pfund zu vergeben hat, nicht einige Wochen Zeit hat, sich allein mit der Angelegenheit zu beschäftigen, sondern seine Zeit mit vielfachen Sitzungen ausfüllt, und daß dann die Entscheidung für den großen Auftrag in einer Sitzung gefällt wird, ohne daß auch nur ein Mitglied des Gremiums die Möglichkeit gehabt hat, die letzten Details des in Frage kommenden Gebiets zu bearbeiten. Wie die neue von Politik und Verwaltung getrennte WTrtschaftsIcitung aufzubaucn ist, kann hier nicht ausgeführt werden. Ohne den' einzelnen verantwortlichen 1 Mann für jedes besondere Gebiet wird cs kaum gehen. Der verantwortliche Leiter, der cinsteht für seine Ent- Schlüsse, der die letzten menschlichen und jüdischen Voraussetzungen liabeu muß, uni mit voller Liebe zu den Angestellten und zu den Arbeitet« zai •stehen, wird in sich das Gegengewicht gegenüber den Wünschen und Forderungen ganzer Gruppen und Schichten zu tragen haben. ׳ j j וין 1 י 1 י •1 ן ן Es wird schwer sein, solche Männer zu finden. (Zwischenruf Dr. Margulics: Aber suchen kaiui man sie.) Der Erfolg scheint mir unsicher. Es gab bisher für die Juden wenig Gelegenheit, sich solche Qualitäten nnzucigneu und praktisch 7.U ,erproben; denn wie trieben wir Juden bisher Wirtschaft? Leicht ist cs, zu sagen, wir liabeu ja viele tüchtige Kaufleute, da müssen wir auch geeignete Leiter für den wirtschaftlichen Aufbau haben. Lasse» Sie mich hierzu eine kleine Abschweifung machen. Ein Herr aus diesem Kreise erzählte mir vor einigen Tagen, daß er in -Belgrad mit einem großen russischen Industriellen, der in den letzten Jahren auch politisch eine entscheidende Rolle gespielt hat, zusammentraf. Der Russe sprach davon, daß Deutschland im russischen Aufbau mitwirkeu müsse. Nicht erwünscht war ihm aber die Mithilfe der deutschen Industriellen,!mildern er rechnete mit den. deutschen FinanznuLuncm. , Das hat seine Ursache darin, daß die dcutsdien lndustricllen den Aufbau in Rußland selbst durchführen würden, in eigenen Fabriken, mit eigenen Werkmeistern, den russischen Arbeiter erziehend und das volle Ergebnis aus der Wirtschaft für sich beanspruchend. Die dcutsollen I'inanzinäimer, die grollen Bankdirektorcii, deren Mitarbeit dem russischen Industriellen erwünscht erschien, betraditcn den russischen Aufbau als ein Anleihegeschah, aus. dem möglichst gute ,Verzinsung und Ge- ,wiunc zu holen sind. Sic machen ein Finanzgeschäft, dringen in die Arbeit des eigentlichen wirtschaftlichen Aufbaus gar nicht ein. Unter aus Juden sind nur wenige Kauflcufc, die am Aufbau einer Wirtschaft mit gewirkt haben. So kann cs kommen, *laß Jahre der Puhrerlosigkeit auf dem eigentlichen Gebiet des Wirtschaftsaufbaus in Palästina vergehen können. Inzwischen müssen wir Hachäna, Vorbereitung au eil für dieses Gebiet treiben. Keine Gelegen 11 eit soll te man vorübergehen lassen, junge Chaluzim in den Ländern mit mustergiltigcr Wirtschaft, wo sich eine Gelegenheit dazu bietet, in die wirtschaftliche Leitung einen führen. Aber auch in Palästina und iii allen unseren Aemtern sollte dafür gesorgt werden, daß ein junger Nachwuchs entsteht. Ich habe mich gefreut, von Herrn Dr. Kuppin zu hören, daß er seine Reise nach Europa dazu benutzen möchte, um eine Anzahl Volontäre für einige Monate .aufzunchmen und die erprobten in bestimmte Aeniter aufrücken zu lassen. Erst eine langjährige und sorgsame Vorbereitung wird uns die Organe einer guten Wirtschaftsführung schaffen können. 1; ׳ Im Mittelpunkt meiner Ausführungen sollte vom Wesen der Wirtschaft und der Wirtschaftlichkeit gesprechen werden. Nun muß ich mich kurz fassen: Es handelt sich hierbei nicht nur um Sparsamkeit. Größte Sparsamkeit Kanu größte ,Verschwendung sein. Wirtschäften ist mehr und sinnvoller als Sparen. Es gilt, die Wirtschalt vom Einfluß des Zufälligen zu befreien. Ordnung ist die Voraussetzung der Wirtschaft, und wirtschaftlieh ist etwas in dem Grade, als es sich als dienendes Glied ins Ganze zu stellen weiß, zugunsten der Erfüllung des Endzwecks. Hierzu kommt bei unserer Wirtschaft insbesondere, daß die Zwecke untereinander in Wettbewerb geraten; die Mittel, die für einen Zweck verwendet werden, entgehen allen übrigen. Entscheide unserer Wirlschaftslcitung werden stets Akte der Auslese sein. Wird ein Zweck bejaht, so stellt man damit andere zurück. Deshalb gilt es, letzte Sorgsamkeit bei der Leitung der Wirtschaftsabtcihmgen und im .Vollzüge der Wirtschaft säeherzustcllcii. Die an verschiedenen Orten in kleinen Anfängen befindliche und besonders bei den Arbeitern im Werden begriffene neue jüdische Kultur wird die Aufgabe zu erfüllen haben, ein Schwergewicht zu sein gegen die Entwicklung eines jüdischen Levantinertuins in den Städten und gegen das Entstellen einer englischen Assimiiation. Hier droht die Gefahr, daß unser Aufbau in seinem inneren Kern vernichtet wird. Neben den geistigen und kialturellcu Kräften kann hier entscheidend eine nach eigenen Gesetzen aus sich lierauswacltsendc bodenständige Wirtschaft helfen. 1 Herr Btluincnfeld sprach in der Keren Hajessod. Debatte davon, •daß uns wichtiger als eine hundertprozentige Gesinnung eine zehnjirozentige Tat ist. Das gilt im Galuth und bei der Aufbringung der Mittel. Palästina verlgangt von den am Aufbau Mitarbeitenden mehr: den ganzen Menschen. Und cs muß, wenn die beim Aufbau in Wirkung befindlichen Gesetze klar zum Ausdruck kommen, oft *len sich ganz gebenden Menschen verwerfen, wenn er in der Erprobung zu leicht befunden worden ist. Wollen wir unseren Aufbau sichern, dann muß dauernd an einer Auslese der Menschen gearbeitet werden. Aus verschiedenen Ur- Sachen henuis erwächst die Tatsache, daß unsere Einwanderen bisher -nur zum Teil eine angemessene Vorbereitung lnitgcbracht haben, und daß unter ihnen ein hoher Proz entsatz ist, der sich bei strenger Prüfung für den Aidtnpi nicht eignet. Ohne eine Abwanderung wird es niclit abgehen, und man sollte sie im Interesse einer Kräftigung der Wirtschaft begünstigen und unterstützen. Mehr als bisher sollte man dafür sorgen, daß in den Ländern mit־ niedriger Valuta; soweit sie hierfür geeignet sind, eine systematische^ jibec .Jahre Kinausgehendo .Vorbereitung und Ausbildung unserer Chaluzim durchgeführt wird, so daß mir auserlesene und au schwerer Arbeit erprobte Menschen ins Land kommen. Nur mit ihnen wird cs gelingen, das zu erreichen, was unser Präsident Weitzmann als Wunsch aussprach: daß unsere Generation im Aufbau Palästinas ihre Pflicht erfüllt. (Langer, lebhafter Beifall und Händeklatschen.) ,1־ ' Aus dem Palästina-Bericht der Executive an die jahreskonferenz ,! f. Aus dem Bericht des Landwirtschafts - Departements U c b c r f ii 11 r u 11 g von Ch a 111 /i m ln die Land-׳ Wirtschaft. \ l Die Probleme der Erschließung der durch den J.N.FJ erworbenen neuen Böden und der Ikrchfiiß.gung eines Teiles'! der Chaluzim in der Landwirtschaft werden gegenseitig durch ' einander gelüst. Indem wir die Möglichkeit schufen, auf diese Böden eine ziemlich bedeutende Zahl von Chaluzim zu bringen, ) welche die Ameliorationsarbeiten auf Rechnung des J.N.F.lt ausführe״, vwirde so gleichzeitig die Besiedlung dieser Böden1 : vorbereitet. Der Kongreß bestimmte für diesen Zweck einen f Betrag von 70000 Pfund. , , . . ׳ a) Gdud linawodah. Der Gdud Haawodah Ist eine!’ Vereinigung von Arbeitern, die nach der Zahl ihrer Mitglieder; , tm<l ihrer Organisatiensform dazu geeignet ist, die Frage der * Erschließung der weiten Bodenflächc in Nuris zu lösen und die'! Besiedlung eines Teiles derselben vorzubereiten. Seine gute, : Organisation hat der Gdud Haawodah beim Wegebau längs 1 des Kincretli vor einem Jahre gezeigt. Da nach Kongreß-' ' bcschluß der fidud Haawodah in Emek Jesrccl angesicdelt ׳ werden sollte, brachten wir nach Ai 11 Ciiarod (Nuris) 150 Art! beiter und nach Tel Joseph, 5 km davon entfernt, 100 Arbeiter. Die Uebcrfiihrung einer solchen Anzahl von Arbeitern nach Nuris brachte die Lösung der!־rage der Erschließung von , Nuris. Der Cidud Haawodah begann mit dem Graben von Drainngcknniilcn, mit der Reinigung eines Teiles der Böden 1 von Steinen und der Befestigung eines Teiles der Grenzen i durch die Pflanzung von 75 O'JO Waldbäumen. Er baute feiner i einen Weg vom Platze der Siedlung zur Eisenbahnstation : ״Ain Ciiarod“ und führte folgende landwirtschaftliche Arbeiten!' aus: er pflügte und säte auf zirka 3030 Dunam Winter- und Sommersaat, legte einen Gemüsegarten auf einer Fläche von 130 Dunam an, pflanzte einen Weingarten mit verschiedenen! ־ Sorten von Tafeitrauben und einen Olivengarten. j., Auf nnscrii Vorschlag hin wurde ein Sachverständigerf für Tabakbau berufen und dann in dieser Gegend die ersten » Versuche in der Tabakpflanzung gemacht. Die Vorberei-•' hingen des Bodens für die Saaten dieses Jahres sind im>. Fortgänge begriffen. , 11 111 Ain Ciiarod wurden außerdem Werkstätten eingerichtet:'1 eine Tischlerei mit Hilfe der Maschinen, welche der ״Paliistincnsischcn Arbeitcrkassc“ aus Amerika geschickt wurden,'׳ eine Schmiede, eine Ulcchsciunicdc, eine Schneider- sowie•; eine Schusterwerkstätte. Die Produktion dieser Werkstätten : wird niclit mir von Aiu Ciiarod, sondern von der ganzen l'm-, gcbting benutzt werden. Es wurde ein Steinbruch zur Vorbereitung von Bausteinen angelegt. Einer der Vorzäige des־‘ Gdud Haawodah liegt darin, daß sich in demselben Mit-y glieder verschiedener Berufe befinden. Der Gdud Haawodah U seiner ־ aus-!':. möglich von strebe danach, seine Bedürfnisse durch die Arbeit Genossen zu befriedigen und soweit wie wiirtigcr Produktion unabhängig z.11 werden Gemäß dein durch den Karlsbader Kongreß bestätigten' Budget sollte der Gdud Haawodah ein Darlehen von 37 50t) Pfund erhalten. Es gelang uns aber nur, dem Gdud einen׳ Betrag von P! 065.815 Pfund zu beschaffen. ' ' b) K w u z a t h ״H a g i w' a h“. Außer dem Gdml( Haawodah wurde in der Nähe der Quelle ״Ain Tabuu“ eine Gruppe von 20 Arbeitern angesetrt. 111 Zukunft sollen hier 20 Sicdlcrfamilien leben. Diese Gruppe hat Saatboden für1 das neue Jahr vorbereitet und auch bereits Sommersaat, Futter und Gemüse gesät. Für Wohnzwecke wurden Baracken vorbereitet. Das Budget dieser Gruppe' sollte *1500 Pfund bctragen, wir konnten aber bis heute für sie nur den Betrag, von 1 360.6SO Pfund beschaffen. ־ c) M fiel c 11 c n -G r u p p c n. Eine Mädchen-Wirtschaft wurde in Nachlaß! Jeiiudah eingerichtet, wo sieh die Mädchen in den Wirtschaftsarbeiten iin Laufe von zwei Jahren aus bilden können. Die Wirtschaft befindet sieh unter der Auf■ siciit einer Arbeiterin, welche schon längere Zeit im Lande־ weiät und die landwirtschaftlichen Arbeiten gut kennt. Eine solche Wirtschaft muß hnuptrtkhlidi von der Produktion deii Wirtschaft selbst, durch d:c Erträge aus Molker!i, Gemüsebau; Geflügelzucht, Baumschulen existieren können. Mit Hilfe eine: Darlehens, welches wir gaben, wurden Kühe und Hühner er worben und eine Baumschule angelegt, in der Wirtschal arbeiten 12 Mädchen, davon 10 neue Immigranten. ln Petach Tikwah arbeitet eine Mäddicngruppe, welche di! Arbeiterkiiehe führt. Die Mädchen beschäftigen sich mit Ge müsebau für die Küche. Diese Gruppe besteht aus 10 Mädchci! und erhielt ein Darlehen von 757.140 Pfund.! ln Jerusalem arbeiten in einer Baumschule 12 Mädchen d) Arbeitergruppe in den Kolonien. Bc sondere Aufmerksamkeit schenkten wir den Arbeitergrupp,er welche sieh in den Kolonien aus den Arbeitern bei de Kolonisten gebildet haben. Man gab ihnen Darlehen zur Erwerb von Kühen und Geflügel und für Gemüsebau. Di Darlehen verschafften diesen Arbeitern die Möglichkeit, vo ihrer Arbeit in den Kolonien zu existieren und sich für di Ansicdhü'g vorzubcrciten. Zu diesen Giuppeu gehören: 1. Gruppe ״Marken ho f“ aus Deutschland, si arbeitet in Ain Ganim und Petach Tikwah und bestellt a:1 10 Arbeitern. Sie erhielt ein Darlehen von 327 Pfund, 11.־ Kühe, Bienenstöcke, Geflügel erworben und mit Geinüscba begonnen. 2. Gruppe ״L e i t m e r i t z.“ (10 Arbeiter); sie arbeiü ebenfalls in Ain Ganim und Petach Tikwah und erhielt vo uns ein Darlehen von 203 Pfund. Sic erwarb Arbeit tior Geflügel und beschäftigt sich gleichfalls mit Gemüsebau. 3. Gruppe ״Tel Zor“ (40 Ai heiler), großenteils ai Deutschland; sic arbeitet in Tel Zor, in der Nähe vo Sichren Jakob, und richtete mit I Ulfe eines Darlehens vo 400 Pfund von unserer Seite Hauswirtschaft ein. 4. Gruppe ״Slawuta“ (15 Arbeiter); sie bearbeitet Kfar Saba die Weingärten der Ko'.onLt.n und erwarb m Hilfe unseres Darlehens in Höhe von 143.600 Pfund A beitstierc. ■BKflHatt

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