Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 71-72 (8.9.1922)
- Date
- 1922-09-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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א "Seite 480' jf U E D I S C H E RUNDSCHAU Nr. 71/72 *{eilen, was uns hier alles noch fehlt. Der Abstand von unserem Kolonisten zu einem rechten Bauern, der Ab- *{and zwischen unserer jüdischen Frau in den Kolonien und etwa der deutschen Bäuerin ist nicht wegzuteugnen, Hier kann nur durch eine jahrzehntelange Erziehungsarbeit Acuderung kommen. — Die Tatsache, daß die Bäuerin nicht da ist, die die hunderterlei Anforderungen des Tages nach einer langen Erfahrung bewältigt, ist einer von den Anlässen, die dazu geführt haben, daß an Steile der Einzelwirtschaft die Kwuzah, die Gruppe, getreten ist. Für die Zeit der Okkupation ist die Ar- ])citsgcmeinschaft der Kwuzah unbestritten .die gegebene form. Ob sic es auch auf die Dauer im geregelten landwirtschaftlichen Betriebe sein wird, läßt sich halte noch nicht sagen. Eins ist sicher: Die Kwuzah ist der legitime Versuch, den Juden in die Landwirtschaft hineinzubringen. ׳ . Allerdings gibt es dabei vielfache Schwierigkeiten. Ich bin davon überzeugt, daß das, was jetzt in der Kwu. 2ah geschieht, nicht aus Theorien stammt, sondern sich juis dem Leben entwickelt, und daß die Kwuzah ein «chtes, natürliches Gebilde ist; aber cs wachsen aus ähr heraus Forderungen, die in wichtigen Punkten ab- ,weichen von sorgsam vorbereiteten Ansiedlungspiäncn. Ich gebe dafür wichtige Beispiele: Ein führender Arbeitervertreter stellte sich Im 'Jah'rc 3917 im ״Erez-Israci“, der Zeitschrift des jüdischen Naiionalfoncls, auf den Standpunkt, daß es ihm seibstverstündlich erscheine, daß in der Kwuzah’ die Zahlung nach der Leistung erfolgen müsse, — daß eine Sied. 11111g ohne einen bestimmten Prozentsatz Eigenkapital des Siedlers nicht möglich sei, — daß man die Quote des ’Eigenkapitals wohl hcrabsetzen könne, daß man sic aber nicht aufgeben könne, weil in ihr schon eine Qualiizieruug, eine Auslese liegt, da es sich in der Regel um Ersparnisse der Arbeiter handele. Dann heißt cs weiter: Die Okkupationsperiode und die Okkupationsgruppc müssen scharf getrennt werden von der Ansiedlungs. gruppe. Diese drei sachlichen Forderungen sind äufgcgeb'cn 1worden, mußten aufgegeben werden; und daraus er• brächst, das steht außer Frage, eine gewisse Gefährdung unseres Sicdlungswesens, Dazu kommt noch die aus unserem Wesen stammende Forderung der Kwuzoth auf ausschließliche, selbständige, aus sich' hcrauswachsetidc Leitung ihrer Arbeiten, die Abweisung von Maschgichim, — Forderungen, die wir anerkennen, deren Durchführung aber dazu beiträgt, daß immer mch'r Ver. antwortung in die Kwuzah gelegt wird. Und man kann nicht erwarten, daß in den Kwuzoth von vornherein die Qualitäten vorhanden sind, die da sein müßten, das alles ideal zu tragen. Bei der Ansicdlungskwuzah handelt cs sich' nicht allein tim den Betrieb der Landwirtschaft, sondern darum, den landwirtschaftlichen Betrieb erst aufzubauen, eine Unternehmung, die sich durch' 5—8 Jahre hinzicht, und die erst nach dieser Zeit eine wirkliche Ergcbnisabrcchimng gestattet. Zieht man in Betracht, daß fast alle Einzclzwcige des landwirtschaftlichen Betriebes noch‘ im Stadium der ersten Erprobung sind — handle es sich tim die Art der Feldbestellung, die Wahl der Früchte, die Art der Viehhaltung, die Wahl der Rassen, die Rentabilität der Benutzung von Maschinen und die Wahl der besonderen Sorten — erst dann kann man sich ein Bild von den Schwierigkeiten, die in der Landwirtschaft zu überwinden sind, machen. Alles aber wird beherrscht von der Tatsache, daß unsere Menschen sich die Eignung zuin landwirtschaftliehen Betriebe erst schrittweise erobern müssen. — Um in diese Rechnung mit vielen Unbekannten eine leidliche Ordnung zu bringen, ist eine genaueste Rechnungslegung in Produktion und Konsumtion unerläßlich. Die Ansiedlnngskvvuzah erhält die Mittel für den Aufbau bisher als Kredite •aus dem Takziw (dem Budget) der zionisti• sehen Leitung. Hier hat eine regelmäßige Sachrcvision dafür zu sorgen, daß die Wirtschaftlichkeit der Auf- Wendungen der Kwuzah gesichert bleibt, sonst droht leicht die Gefahr, daß diese oder jene Kwuzah in eine dauernde Zuschußwirtschaft kommt. Es war mir selbstverständlich nicht möglich', die Produktion unserer landwirtschaftlichen Betriebe sachlich zu prüfen, wohl aber lag die Konsumtion im Bereich meiner besonderen Aufmerksamkeit. Hier habe ich micli gründlich umgcschaut und habe gefunden, daß 111 den Kwuzoth noch vieles zu bessern ist. Ich könnte mir vor. stellen, daß eine Gruppe von Arbeiterführern in inni. gern Zusammenhang mit den Kwuzoth stände, dauernd die Lebenskosten und den Ausgabenctat der Kwuzoth kontrolliert und beratet. Wenn innerhalb der einzelnen Kwuzoth die Kosten für die Küchenausgaben pro Tag schwanken zwischen 8 und 15 Piaster (die höheren Beträge nicht gerade in den kleinen Kwuzoth), dann muß man zu dem Schluß kommen, daß die Führung noch nicht mit geeignetem Ernst die wirtschaftlichen Tat- Sachen beachtet. Es hat mich gefreut zu seifen, daß in dem neuen landwirtschaftlichen Budget ein Posten von £ 5000 für «ine Frauenvvirtschaftsscliuk eingesetzt ist, die unter Leitung von Frau Hanna Meisel stehen soll.. Es hat auf mich einen großen Eindruck gemacht, als ich' gesehen habe, daß sie in der Arbeiterküche von Jaffa für 9 Piaster pro Tag ein gutes Essen gibt und aus den Erträgnissen eine Schule mit 2 Lehrerinnen und 16 Schülerinnen, die in der Küche Helferinnen sind, bestreitet, und dabei noch, wenn ich nicht irre, in nicht langer Zeit in der Lage war, ein erstes Dar. lelien von £ 150 zurückzuzahlen und eia Haus und eine Baracke für den Betrieb zu erwerben. Schmerzlich berührt war ich zu sehen, daß sich solche Qualitätsleistungen nicht schnell genug äuswlrkcn. Unsere Mädchen und Frauen, besonders die, die aus dem Osten Europas kommen, stehen, das hängt mit der geistigen Entwicklung ihrer früheren Woh'nlündcr zusammen, in einer völligen Begriffsverwirrung in bezug auf die Aufgabe, die ihnen im Aufbau des Landes zufällt. Ich möchte sagen, daß hier vielleicht nur der geistige Führer helfen kann, — vielleicht muß hier erst ein Dichter in einem hebräischen Epos ״Hermann und Dorothea“ das jüdische, luuswirtschaftlich arbeitende Mädchen, die jüdische Bäuerin gestalten und einen neuen Typus der Eschcth chajil als Idealaufgabe hinstclicn. Neben der Aufgabe, die hier der Frau und Ucm Mädchen Zufällen, stehen Vcrwaltungsaufgnbcn: eine rationelle, den Umständen entsprechende, sachgemäße Einrichtung der Küche, so daß die Arbeit von keiner Seite aus als Schwarzarbeit zu gelten braucht, und die dauernde, sachliche Versorgung der im Lande zerstreuten Küchen mit geeigneten billigen Materialien. Ich kann mir vorstellen, daß es gut wäre, wenn Arbeiterftihrcr ihre Aufmerksamkeit auf dieses Problem lenken würden und mit Sorgsamkeit und Ernst an seiner Durchführung arbeiteten. Hier ist sicherer als auf manchem anderen Gebiet ihrer Betätigung für die Frau ein Erfolg zu erzielen: den Reallohn der Arbeiterschaft um einen hohen Prozentsatz zu verbessern und die jüdischen . Arbeiter in die Lage zu versetzen, für eine geringere Geldcntlohnung ihre Arbeit 11'ergebcn zu können und damit dem jüdischen Arbeiter den Markt zu sichern und die jüdische Wirtschaft einen großen Schritt vorwärts zu bringen. Die Festsetzung des Arbeitslohnes' in unserer Wirt- Schaft wird immer eine schwierige Aufgabe sein. Als Funktionär des Nationalfonds hatte ich in Palästina an der Vergebung der Aufträge im Emck mitzuwirken. Als erster Abschnitt sollten in diesem Jahre für £ 30000 Arbeiten aufgeführt werden. In diesem Betrage lagen etwa zwei Drittel reine Arbeitslöhne. Die Verantwortung dafür, ob in der Wirtschaft des Nationalfonds 30 oder 40 Piaster Tagelohn misgegeben werden, während zur gleichen Zeit in Jaffa oder in Pcthach-Tikwah und in anderen Teilen des Landes Arbeitslü!1nc von 17!/* bis 25 Piaster für ähnliche Arbeiten gezahlt wurden, war für mich schwer zu tragen. In ähnliche Verlegenheit kommen die Männer unserer Verwaltung täglich, und ich kann es verstehen, wenn mail sich hie und da vor ] Entscheidungen auf diesem Gebiete scheut. Nach' Angcbot und Nachfrage können wir 'den Tagelohn nicht regeln. Die Menge der ncuangckotnmcncn und arbeitslosen Chaltizim würde sonst den Lohn weit unter den Mindestbedarf herunterdrücken. Deswegen erscheint cs mir als eine der wichtigsten Aufgaben der Männer, die in der Leitung der Wirtschaft stehen, bei den Un. tcrr.ehmungen zur Verbilligung der Lebenshaltung mitzuwirken und sich dauernd in enge Fühlung mit den Problemen der Lebenshaltung des Arbeiters zu stellen. In Zusammenhang hiermit steht die Tatsache, daß ein Teil der Arbeit, die unsere Leitung zu vergeben hat, den Charakter von Notstandsarbeiten trägt. Es gilt, Notstandsarbeiten scharf zu trennen von den regulären Arbeiten, bei denen eine Bezuschussung niemals in Frage kommen darf. Wirtschaftlich und technisch gajt geleitete Unternehmungen der Notstandsarbeit sind das Geld, das man für sie auf wendet, wert, wenn die bei den No{standsarbei!en beschäftigten Arbeiter durch die Arbeit körperliche und technische Eignung für die Arbeit im Lande erlangen. Die Leitung unserer Abteilungen Alija und A'wodah setzt einen Grad von wirtschaftlichen Fähigkeiten voraus, der selbst bei Menschen, die seit langen Jahren in ähnlichen Aufgaben gestanden hätten, nicht leicht zu finden wäre. Die höchste Qualität eines Pionicrtums wäre nötig, um auf diesen Posten produktiv zu arbeiten. Es gilt, mit kleinen Mitteln große wirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen, mit dem Piaster zu wuchern. Jeder ohne letzte Sorgsamkeit ausgegebene Piaster wird anderen Unternehmungen, die ebenso dringlich oder dring- Melier sind, genommen. Hier muß es stets heißen: Einsparen, um Mittel zu haben, ,ein anderes Neues zu bc• ginnen. Und immer gilt cs zu kämpfen gegen berechtigte oder scheinbar berechtigte Forderungen der Ent- Schließungen der Leitung, — eine schwere Aufgabe. Kritisieren ist freilich leichter. Ich komme zu einem anderen Gebiet, zu unserer B c a m t c n f r a g e. Vor Ihnen liegt der Täiigkcitsbericht für das verflossene Jahr, und cs ist jedem von Ihnen leicht, auf Seite 31 fcsizustcllcn, daß 33 Beamte in Jerusalem in der Abteilung Buchhaltung beschäftigt sind. Als Mitglied des Finanzmul Wirtschaftsrates, der im Bericht besonders für die Rechnung*, und Sachkontrollc genannt isf, bin ich von manchen von Ihnen auf diesen Tatbestand liingewiescn worden. Ich benütze gern die Gelegenheit, hierzu zu sprechen. Zunächst prinzipielles. Der relativ k'c'nc Kreis von Menschen, aus dem wir für Palästina Beamte ziehen, hat bisher wenig Gelegenheit gcliabt, Beamtenqua'itiiten zu schaffen, weder in Wirtschaft noch in Verwaltung. Hierzu kommt ein Zweites: Wer etwa hier in Europa einem Angestellten und Beamten beschäftigenden Betrieb vorsieht, kann mit einem normalen Arbeitsmarkt rechnen, Entwickelt sich ein. Angestellter nicht nach Wunsch oder ist er an seinem Platze überflüssig, so '*t cs in der Regci nicht schwer, seinen Austritt zu veranlassen; ,denn dem Austretenden bieten sich Mög-, iiclikciten verschiedener Art. Die Verantwortung für den Leiter, der den Austritt veranlaßt, ist deshalb nicht groß. Ganz anders in Palästina. Bei /den dort herrschenden Wirischaftsvcrliälinissen bildet unser Vcrwaliungski.'rper eine Insel. Der entlassene Angestellte oder Beamte steht in der Regel ohne Aussicht auf Beschäftigung auf, der Straße, und in Palästina hat die jüdische Straße noch ,verschiedene negative und positive Eigenschaften. Eine schwere Verantwortung ruht auf dem Funktionär der Leitung, der Beamte und Angestellte ausscheidet.’ Aber betrachten wir den von mir besonders heran, gezogenen Fall. Es war eine der ganz wenigen Auf. gaben, die ich auf meiner nicht offiziellen Reise nach’: Palästina übernommen hatte, die Abteilung für Finanz, und Buchhaltung in ihrem technischen Aufbau zu prüfen und Vorschläge hierzu za machen. Ich hatte mir die letzten Tage meines Aufenthaltes im Lande für diese Arbeit aufgespart, ich habe folgendes gesehen: Dis vor etwa zwei Jahren gab cs in der Leitung in Jerusalem keine den Anforderungen entsprechende Buchhaltung, und allenthalben in der zionistischen und jüdischen Welt wurde dieser Tatbestand scharf kritisiert. Dem wurde ein Ende gemacht. Ein tüchtiger, erprobter Bücherrevisor nach der englischen Praxis wurde mit der Aufgabe betraut, eine griind'ichc, nach allen Seiten sichere Buchhaltung neu auDubaucn. Es war kciac leichte Aufgabe. Die Bucbhaltungsabtcilung im letzten Flügel des Verwaliungsliauscs 'in der Jaffastrcße in Jerusalem ist eine hochragende Burg, um die Chaos fließt und wallt. Hier sollen sich alle Wellen brechen. Anforderungen von allen Seiten, oft recht sonderbare, treten liier auf, sollen gesichtet und gewogen werden. Es bedurfte eines schweren Unterbaues, um einen sicheren Apparat zur Scheidung von berechtigten und unberechtigten Forderungen zu schaffen. Der Kon'.rollbau ist so konstruiert, wie man in Deutschland nach den Vorschriften der Baupolizei baut, mit siebenfacher Sicherheit, und das war sicherlich gut. Niemand kann sagen, daß ein Piaster ausgegeben wind ohne entsprechende Belege und ebne vielfache Kontrolle. Eine zweite Schwierigkeit bestand für den Anfang darin, daß ein entsprechender Stab von Beamten erst hcraugezogen werden mußte. Die Arbeiten mußten so organisiert werden, daß auch wenig geübte und unsichere Buchhalter fehlerlos arbeiten konnten. Nun kommt eine neue Epoche. Der Apparat hat sich bewährt. Ein mustergültig arbeitender Buchhalterstamm ist hcraugezogen. Die ordnende und erziehende Arbeit hat auch auf die gcidforderndcu und gcklempfangenden Stellen allenthalben im Lande guten Einfluß ausgeübt. Die Zeit vor dem Aufbau dieses Buchhaltungs- Apparates ist vergessen, und man bat ein neues Thema der Kritik: Wozu braucht man die vielen Buchhalter. Diese Frage, war populär im Lande und im Galuth, lange bevor in unserem Tätigkeitsbericht der Buchhaiiungs.Apparat aufgeführt wurde. Ich werde Ihnen gleich meine Ansicht zu dieser Frage vortragen. Ich möchte «aber noch eines vorausscliickcn, damit Sie sehen, welche Arbeit dort geleistet werden muß. Sie hören hier nebenbei, daß die LeKrcrgch'ältef drei «der vier Monate rückständig sind, weil die Keren Hajessod-Eingänge nicht ausreichen. Wir sind alle Juden. Wir haben eia besonderes Gefühl dafür, was cs^ bcdeutet für den Lehrer, für seine Familie, für seine Frau, für das jüdische Dorf, wenn der Lehrer kein Gehalt tekommt. Aber eines fällt uns nicht ein. Wir denken nicht daran, welche Schwierigkeiten der Buchhaltungsabteilung Zufällen. Dem Lehrer muß ein teilweiser Ersatz für das ausstclieudc Gehalt geschaffen werden. Die Hanhala (die zionistische Leitung) übernimmt in ement gewissen Umfange die Garantie für Kredite der Lehrer. Sechs, sieben verschiedene Leihkassen kommen hierfür in Frage, manchmal auch nach private Geldgeber, lind um hierbei Ordnung zu halten und sicher zu gehen, übernimmt die Duclikallungsabtcilung die Ausführung der kleinen monatlichen Rontcnabzahlungcn, zu denen der einzelne Lehrer sich verpflichtet hat, und die unter der Garantie der Leitung erfolgen müssen. So kommt cs, daß bei der Auszahlung eines Monatsgehaltes von etwa 15 Pfund sechs, sieben auch neun verschiedene Ab- Zahlungen in kleinen Beträgen, etwa 50-Pinster-wcisC an ■die verschiedene» Kassen zu verbuchen sind. Diese Arbeit, zu der noch die Berichterstattung an die Lehrer selbst kommt, muß bewältigt werden und hier zeigt sich so recht die teuere Wirtschaft des armen Mannes. (Ruf: Die Leute hungern dabei.) Nach meiner Ansicht haben die Stimmen, d e gegen die zu hohe Beamteiizalil in der Abteilung sprechen, recht. Die Epoche der Einrichtung der Buchhaltung und der Einführung der betreffenden Beamten cst vorüber. Geordnete Arbeitskanäle haben sich nun nac.i allen Seiten eingccchliifcrs. Eine erhebirbe Reduktion des Beamtenstabes erscheint mir möglich. Voraussetzung hierzu ist im besonderen aber, daß man bei der jetzigen guten Qualität der Mitarbeiter höhere Anforderungen an die technischen, Leistungen des einzelnen Buchhalters stellt, — daß man dadurch vielfache Wiederholungen in den Uebcrtragungcn erspart. Ich habe das Ergebnis meiner Arbeit dem Abteilungsleiter vorgetragen. Mein schriftlicher Bericht an die Leitung, der sich mit vielfachen technischen Einzelheiten auch aus anderen Abteiiungen zu beschäftigen liat, ist freilich aus verschieder.en Gründen noch nicht geschrieben. (Uebrigens em Beispiel dafür, daß unsere Arbeit ehrenamtlich schwer zu machen ist.) Nun höre ich' aber, daß der unbestrittene erste Fachmann der. Landes die gleiche Durchprüfung der Abteilung wie ich durehgcführl hat, und daß er fcstgesteilt hat, daß nichts zu reduzieren und niemand zu entlassen sei, — ein Widerspruch, den ich gut verstehe. Die von mir vor״cs.ch|agcncn starken Reduktionen wären irn wesentlichen das Ergebnis einer gründlichen Acndcrung des Br.chungssystems. Mein Vorschlag, der sich anpaßt au die Praxis von gutgelcilclca Kaufmannsbeirieben in Deutschland, verzichten hie und da aut