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Jüdische Rundschau · 1922-09-08 · Heft 71-72 (8.9.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 71-72 (8.9.1922)
Date
1922-09-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 71/72־ JUEDISCHE RUNDSCHAU auch mit Artikeln über den Keren Hajessod. Einen besonderen Erfolg verspricht die \0־:n Keren Hajessod J1,entr.ge״cbc1vc rtämhgc_ Beilage, die 1m Hamburger ״israelitischen Eamilienbiatl‘ viervvöchcntlich im Umfang von zwei Seiten erscncint. In dem ״M itteilungsblattdcrBcr- (Hier Logen erscheint״ ständig im Inseratenteil auf der letzten Seite Ucnclitc über dem Fortgang des Paliistinaaufbaus Andere jüdische lattmgcn werden durch Bereitstellung von Klischees und Artikeln unterstützt. Ergebnis per 31. August 1922. P al ä s t i n a G r un d f o n d s. Zahl der Zeichner *1003. außerdem hat er, seiner Bestimmung entsprechend, die Amclio* rEeni;;!; der gewaltigen RodcnkompJcxc Iiegonncn. Abgesehen .davou^ aber kommt cs für Um gerade im jetzigen Zeitpunkt der Kolonisation darauf an, seinen Bodenbesitz dauernd zu erweitern, Soll er all diesen Anforderungen gerecht werden, so müssen die Einnahmen ganz erheb!ich steigen, und auch m .Deutschland können wir trotz der schlechten Valuta dazu beitragen, wenn nur jeder einzelne jetzt denselben Prozentsatz seines Einkommens spendet, den er im Frieden für unseren Fonds!!ergab. Die bevorstehende Rösch -Maschanah-Aktion gibt jedem eine gute Gelegenheit, nach diesem Prinzip zu handeln. Zcichnnngsbetrag pro 5681 KAC׳) Zahlungen 1920 .... , . ... 1021 ״ 1922 " ״ (per 31. 8. 1922) , M. 1 n . %• »•rjr.1 5 931 113,25 6!69 65'>,70 507 315,--- 5 503 öS:'., 15 4 775 197,03 Palästina-Werk. (Aktion am 1. April 1922 begonnen.) Zahl der Zeichner 430. ZcicJinungsbetrag pro 1922 (per 31. 8. 1922) M. 3 182008,25 Zahlungen pro 1022 (per 31. 8. 1922) . 515 676 2 ״ .״,— Aussichten. Die Altssichten des Keren Hajessod (Jüdisches Palästina- Werk) E. V. in seiner jetzigen Zusammensetzung und seinen bisherigen Arbeitsmethoden crsclieinen nicht ungünstig, vorausgesetzt, daß sich ihm wesentlich mehr Heiler als bisher für die notwendigen Besuche zur Verfügung stellen werden. Der Keren Hajessod hat sich schon jetzt als ein atirerordentlich wertvolles Mittel erwiesen, der Palastinnarbeit, 011::c gesinnungsmiißige Bindung, weitere Kreise ziizitfüliren. Wird diese Arbeit konseriuent fortgesetzt, so wird in einigen Jahren ein radikaler Umschwung in der oifizicllcn Haltung des dem« sehen Judentums eingetreteu sein. II. III. P;11üi»t1naamt Als der letzte Bericht des Palästina amtes am Delegiertentag iu Hannover Vortag, traf 1ms die Botschaft von dc’11 Mai- Unruhen in Erez-Israet. i)ic Folge jener Ereignisse war die vollkommene Sperre der Einwanderung. Alle, auch diejenigen, die bereits unterwegs oder reisefertig waren, waten gezwungen, die Fahrt zu unterbrechen. Uns lag in Berlin die Sorge für 120 Leute (Ausvvc.ivJerer und Durchwandere!•) ob, die hier konzentriert waren, um ihre Reise nach Palästina anzutreten. Wir sorgten für ihre Unterkunft und Verpflegung und vor« suc'nten, trotz erheblicher Schwierigkeiten, sie in der Landwir;sein»ft oder i 111 I lamlwcrk zu bc'fliä lügen, um einer Deni'iralisienmg, die die Folge muiiatelangcii Wartens gewesen! Märe, vor/ube1!׳>en, Die Weiten':ihrt konnte erst statffinden, ן nndidem eiste Prüfung durch Major Morris, den Leiter des 1 Departement 01 Immigration and Travel der palästinensischen 1 I Regierung iu Iler',in vopcnomtm'n wtnxlr, Von den vom I j P a 1 ä s 11 u a a ni t Berlin abgefertigten Palästina« f a h r e r n w 11 rd e n n u r insgesamt acht a b g c 1 e h n t. j Am 3. Jimi 1921 kündigte der Higil Commissioner in einer j Rede neue zeitweilige I!11 m i ז ין a t i o 1> s b c s t i rn - in u n g e n a«, die von der englische;! Regierung gebilligt wurden. Gemalt diesen Bestimmungen ist die Einreise nach Palästina nur für Personen folgender Kategorien offen: jüdischer Nationalfonils Der Jahresbericht über die Nationalfondsarbeit in Deutschfand gäbe kein richtiges ßi;d, wenn man ihn auf die Zeit zwischen dem vorjährigen und dem diesjährigen Delcgicrtcntag!!:schränken wollte; wir müssen daher das ganze Jahr 1921 und die ersten sieben Monate dieses Jahres 111 Betracht ziehen. Das Gesamtergebnis 1<21ו wies gegenüber dem Vorjahre eine nur 11 n w e se n 11 f c 11 e Steigerung auf, nämlich 2,007 Millionen gegen 1,733 Millionen. Der Grund für diese geringe Differenz liegt hauptsächlich darin, daß in der ersten Hallte des Jahres 1920 noch der Landfomlsbcitrag, d. 11. also die 6c!b9tbssteucn1ng zugunsten des N.-F. bestall, die dann zuguns.cn des Keren Hajessod aufgegeben werden mußte. Der Nattonalionds blieb also 1921 nur die Kleinarbeit, d. 11. Büchsen- Sammlungen, Gclcgenheitsspc-mlcn und Gclegenlieitsakikmcn bcschränkt, und cs bedurfte erst einer gewissen Umstellung der Sninrneltedinik und einer Intensivierung der Mitarbeiter, um nach dem Wegfall der großen Einzelspetulcn, die der Landfonds gebracht harte, der Entwicklung wieder eine aufsteigende Tendenz zu geben. Diese Umstellung hat sich denn auch günstig ausgewirkt: Die grollen Aktionen des Jahres 1921 — Purim, Kosch-Hasdianah ttnd Chanttkah — übertrafen mit etwa 510000 M. Gosamtresuhat das Vorjahr beträchtlich, die Büchsenergebnissc, die im Mittelpunkt der ständigen Arbeit sahen, wuchsen um das Dreifache, nämlich auf 430000 AE, und die Eingänge aus der» Spcudcnbuch brachten zum erstenmal nennenswerte Betrag«. dervor/u'leben ist auch die Ent- Wicklung Berlins, das von 276 000 M. 1920 auf 463 000 M. 1921 stieg und dessen Biichscniccnmgszüfcr 11601) gegenüber 4760 im Vorjahr betrug. Die ersten sieben Monate dieses Jahres zeigen eine weitere Entwicklung. Bereits Mitte August lütte _ die Einnahme 210000 M, also die Gesamtsumme des Vorjahres, erreicht. Da die Wmtennonate erfahrungsgemäß sehr viel günstiger als die Sommermonate sind, so Können svir diesmal sicher mit einer Gesnintnnnme von 4 Millionen Mark, wahrscheinlich mit einem noch höheren Ergebnis rechnen. Die Eingänge aus den Büchsen sind in dieser Zeit schon auf 350000 M. «!gewachsen, das Spcndetniucb ergab bis jetzt 105000 M. Die großen Aktionen können, da Rosch-i 1.1 schanah noch in Vorbereitung ist, noch nicht abgeschätzt weiden, immeibin läßt uns die Purimaktion, die über 300000 M. einbraciite, l'trr die GiückwunsdiabKBrungcn ein gutes Resultat crwaricn. Sehr wcsentlidi trug zur Steigernn״ •der Einnahme« auch die Auffiilirung des Pal äs t i u a - F i 1111 s bei, der bis jetzt in 25 Städten gezeigt wurde. Die Aufführungen ergaben in allen Fällen einen Ucberschuß, in den meisten recht bedeutende Summen; die Gcsaniteirinahme betrog bis jetzt nach Abzug sämtlicher Unkosten?.irka 2750t)() AE; aui Berlin entfielen davon zirka 85 000 M. Zu erwähnen ist hierbei, daß fast alle Vorführungen mit Sammlungen für den Nationalfonds vorblinden waren, ein System, wcldies sieh ausgezeichnet bewährt hat: auf diese Weise wird die Palästina-Stimmung, 'die der Film erzeugt, .׳ui Ort und Stelle ausgewertet. Noch höher als die mntcrictlc!miß aber die propagandistische Wirkung bewertet werden, dadurch die Filmvorführungen viele Tausende von Juden für unsere Sache interessiert werden, die weder vorher vom jüdischen Palästina int allgemeinen, noch von der Natiorianondsarbcit in! Ix'sondercn etwas wullten. Es ist gar keine Frage, daß der Fk.n nicht nur für den Natiormlfomis, sondern für die gesamte Bewegung von hervorragender propagandisticcher Bedeutung ist, und cs muß dringend verlangt werden, daß ihn alle die Ortsgruppen, die ihn bisher noch nicht gezeigt haben, im Winter zur A u f i ü h r 1111 g bringen. Die Zentrale stellt alles erfordern die Malerin) \md genaue, auf Grund ihrer Erfahrungen amgcstellt״, Riehtlinicn zur Verfügung. Selbst wenn es aber gelingt) was wir sehr hoffen, in Deutschland sctir vkf mehr als 4 Millionen Mark atifzubriiigcn, so darf man sich doch durch diese rein zilfcnintäßigc Stei- Rcrung nicht täusdten lassen: infolge der Entwertung der deutschen Mark sind die 4 Millionen dieses Jahr sehr viel weniger wert als die 2 Millionen des Vorjahres; gilt dies so.oa für die inandische Kaufkraft, so noch ungleich mehr für die Verwertung in Palästina. Eine wirkliche Steigerung ״er Hinnahmen’ ist nur dadurch zu erzielen, daß jeder einzelne unserer Freunde seine Spenden dem gesunkenen Geldwert ״'paßt. Bisher war zwar auch eine stetig« Steigerung ״er Beiträge zu verzeichnen, sic blichen aber immer tun viele Monate hinter der Geldentwertung zurück. 111 Wahrheit trat also eine dauernde R ückcntwicklung unserer Eimuihnu'ii f-in. Dieser botlane!liehe Zustand kamt ohne 1'rage ׳geändert werden, ohne dal) der einzelne dabei auch nur annähernd so viel zu opfern braucht, wie vor dem Kriege. Vor dem Kriege kostete z. B. ein Baum 6 AL, was bei dem Purehsaimtc <Jcr Spender etwa des Monatseinkommens darslelne. Augcnkiekiidi kostet ein Bauin 50 AE, d. 11. zirka Vs.,״ des ®'!!sprechenden Einkommens von heute. Schon aus dieser Gegenüber Stellung ergibt sich, — da sich nnuiBcli die Asizanl ler Bnumspcitdcit kaum vermeint hat, — <1.1b ocr cmzc.ue ״»״ N.-F. selbst viermal so hoch wie au’cnläickirc״ beUen.reii ״?״». ohne dm! Friaicnsprozcntr.atz zu erreichen. Line so.aic unohttng ist aber jetzt um so notwendiger, ,ns aer Naliona.« miKls in Palästina sehr große Aufgaben zu erfüllen hat, denen 'r.״ur bei Aufbietung *aller Kräfte nadmikümmeu vermag. P« großzügigen Bcdcnküufc des Jalires 1921 mi Einck Israel haben iltiu auch große finanzielle Vcrnfliclituugen auferlcuE 1. Touristen, <1. 11. Personen, deren Aufenthalt in Palästina drei Monate nicht übersteigen wird; 2. Personen mit genügenden Mitteln: a) Personen, die m! Besitze von mindestens 500 £ sind, b) Personell, die ein monatliches Einkommen von mindestens 6 £ haben, c) Personen, die weniger als das oben genannte Kapital oder Einkommen besitzen, wurden n.clit absolut von der Einreise nach Palästina ausgeschlossen, jedoch mußte ihr Ansuchen um Einreisebewilligung in jedem Falle von dem Konsul an das lmniigrationsdcpartcment der paläsliiveiisischcn Regierung weitcrgdeilet werden, das auf Grund der allgemeinen Qualifikationen des Ansuchers in solchen Fällen die Entscheidung traf. 3. zurückkclirciidc Palästinenser; 4. Angehörige freier Berufe (Aerzfe, Rechtsanwälte, Lehrer usw.), die ihren Beruf in Palästina ausüben wollen; 5. 1־rauen, Kinder und andere Personen, die von in Palästina wohnhaften Verwandten abhängig sind; 6. Personen, die chic gesicherte Aussicht auf Beschäftigung bei einem namhaft gemachten Unternehmen oder Arbeitgeber haben; 7. Personen, die aus religiösen Motiven nach Palästina gehen und nadnvcisoii können, daß sic genügende Mittel bcsitzen, um siel! dort erhalten zu können. Für diese Kategorie von Immigranten gelten dieselben Bedingungen zur Erledigung der Einreiseerlaubnis wie für die der zweiten Kategorie. Diese Bestimmungen bilden noch heute die Grundlage iür die Einwanderung. Spätere Er- ״äiizimgen bzw. Interpretationen brachten nur eine Verschärfung vier anfangs als temporär angesehenen Bestimmungen. Heute werden nur drei Kategorien unterschieden: 1. Tornister!; 2. Kapitalistcn; 3. Personen, die auf ein Zertifikat des Departement of Immigration ihren Paß vom englischen Konsul visiert erhalten. Durch diese Bestimmungen wurden die Rechte der Zionistischen Organ, zjtion und ihrer Organe, der Palästinaiimtcr, die Einwanderung nach Palästina zu kontrollieren (durch das sogenannte Zertifikitsystem, d. 11. durch Zertitikate, die von der zionistischen Zentrale a usgegcbrn wurden), auf ganz geringe Befugnisse eingeschränkt. Eine Auswahl stand der Zionistischen Organisation nur dann zu, wenn die palästinensische Regierung die Einreise einer bestimmten Zahl von Handwerkern spezieller Berufe zidieß. Dieses geschah während der Berichtszcit zweimal. Beim ersten Male bewilligte die palästinensische Re« picruug die Einreise von 100 BauhandwcrKcrn, von denen 10 auf Deutschland entfielen; beim zweiten Male wurden 425 BauhandWerker zur Einreise zugeLtssen, von denen 35 durch die Kontingentierung dem Paliistiunamt Berlin zugewiesen wurden. Die Maßnahmen der palästinensischen Regierung wurden in erster Reibe mit der Arbeitslosigkeit in Palästina' begründet. Eine besondere Verschärfung erfuhren die Bestimmungen durch eine Verordnung der palästinensischen Regierung vom 19. Dezernber 1021. Diese besagt, daß vom 15. Januar 1022 ab alle Einwanderer, die den bestehenden Immigrationsbcstim« mutigen nicht cutsprechen, von den Häfen Palästinas zu rückgeschickt wurden, auch wenn sie ein ordnungsgemäßes eng. llr.ches Visum besaßen. Durch die Verordnung, daß fast alle Gesuche um Einreise der Genehmigung der palästinensischen Regierung bedürfen, wurden auch die Rechte der englischen Konsulate ein״cschriinkt. Unsere Exekutive in London und Jerusalem blieb ständig bemüht, Erleichterungen zu schalten, um die Immigration selbst kontrollieren zu können. Die Personen, die das Palii,still.!amt Berlin angchcit, zer« fallen in drei Kategorien: 1. Auswanderer •aus Deutschland; 2. Durchwanderet, die von anderen Paliistinaäintcrn abgefertigt wurden; 3. Palästinenser, Auswanderung. Die Auswanderung war durch die oben erwähnten Be« Stimmungen für fast alle der sich Meldenden auf das Höchste erschwert, ja für den größten Teil unmöglich gemacht. Besonders hart traf cs uns, daß die Ehrciscinrrglichlceit für unsere ausgcBildcici» jungen Landwirte zurzeit fast illusorisch ist, da die paiäsiiivcnsiselic Regierung die Bedürfnisfrage vcrnci.it und die Erteilung von Zertifikaten nur in ganz geringen Ausnahmefällen gewahrt. Das Paliistüiaamt bemühte sieh, Abhilfe zu schaffen, leider waren diese Bemülumgcn nur in ganz geringen Fällen von Erfolg gekrönt. Während wir in der vergangenen Berichtsperiode eine starke Auswanderung aus Deutschland und nur eine geringe Diircliwamlcrimg zu konstatieren hatten, ist iu diesem Jahre das Vcih'iltnis umgekehrt. Die Zahl der Auswanderer aus Deutschland beträgt vorn 15. Mai 1921 bis 1, Spt. 1922.. 358. Von einer Regulierung der Immigration konnte unter diesen Umständen keine Rede sein, sic war vielmehr ganz vom Zufall abhing.g, Eine Ausnahme bilden nur die 45 Bauliaiulvverkcr, die die Palästinakoimnisskm Berlin gemäß den eingetroffenen Meldungen bezüglich ihrer Quaiifikation nuswiihlt. Das Bestreben des Palästinaamtes Berlin war von jeher darauf gerichtet, ein qualifiziertes Arbeitermatcrial für Pah'isiimr zu liefern, Gesuche von Leuten, die in ihrem rach nicht renügend aurge bildet waren oder stell bisher nicht in einem ändwirtschafll.dien, technischen oder Itaiidwcrklicheu Berufe ausgebiidet hatten, wurden entschieden abgclehnt. Dagegen waren wir bemüht, den Betreffenden zu einer fachlichen Ausbildune zu verhelfen, Um diese Ausbildung auf tecJvnisdiem Seite 475 Gebiet besonders zu fördern, wurde das Technische Chaluz« Sekretariat beim Palästinaamtc c Luge richtet. Ueber seine Ark-it und über die Tätigkeit des Bundes zionistischer Praktikanten, der di« landwirtschaftlichen Eleven zusammenfaßt, wird bc* sonders berichtet. Durch Wanderung. Die Durchwandcrer werden zunächst von den Palästina# Ämtern Reval, Riga, Libau, Kowno, Memel, Danzig abgefertigt. Mit diesen Palästmaämtem stellt das Palästinaamt Berlin, das von ihnen als Vorort betrachtet wird, in engster Verbindung. ‘ Für sämtliche Durchwandcrer ist Berlin die Hauptetappenstation. 1 Hier müssen für die Durchwandcrer die fehlenden Visa ver* schafft verden, liier erhalten sie, da nur in Berlin eine Zweig« stelle der Rci c- und Traiisportgesdischatt Maawirim bestellt, 1 Eisciihaliir- und Sdriffskartni und alle anderen Rcisepnpicrc, ׳ die sie benötigen. Hier maclt-.'it sie ihre Einkäufe an Klei« düng, Au.riist :ng:gcgcn fänden, hier besorgen sie iiir Hand* vvcrKszeag und amiere (je rate, sowie Maschinen, die sic zur Einrichtung von Werkstätten benötigen. I Die Durchwandcrer kommen am Schlesisclrn l31־hnhof an 11nd_ werden dort vom Jüdischen Bahnhofsdienst, der eine 1 Entrichtung verschiedener fnstirtiiioncn ist, empfangen. Ihre 1 Unterbringung erfolgt, soweit sie nicht in Hotels oder Privat* logis Unterkommen wollen, im Flüdillingslvcim in der Wirsen« Straße 53. Dieses Heim unterstellt der Leitung des Jüdischen ) Arbcitcflürsorgeamlcs. Die Fürsorge für die Palästinifahrcr t , hat die I’aiästinakommisslori der Zionistischen Vereinigung in Berlin übernommen. “ '! Während im vergange-nen Berichtsjahr, wie schon oben crw.-ilmt, die Zahl der L>1.׳rdnvnnd»Tcr geringer war als die; , Zahl der Auswanderer aus löcutschlawl, ist sie in dieser Bcnclnszeit dreimal so stark gewesen. Sic beträgt bis zurti 1 1. September lf!22 ... 877. Di.s erkürt sich hauptsächlich dadurch, dali namentlich am Lettland eine ganze Zahl von; 1 wohlhabenden Familien, die im Besitze der erforderlichen ■ 500_£ wären, nach ׳Palästina iilxrdeüelten. Außerdem ist für! I, Ostjmle» infolge stärkerer persönlicher Bc Ziehungen zu j»:uä« ׳ : stincnäschcn Juden die Bc.cluit'tiiig von Arbeitsgelegenheiten | leiciitcr. - Reiseweg. ׳;'־׳■ Die Besorgung der Bahnkartc sowie Schiffspassage und I die Beförderung des Gepäckes erfolgte durch die Reise• und 1; Trans!>ortgcsciiscl]aft Maawirim, Auguststr. 14/15, 1 f Der ReDev.eg fülirl über Mfincli n, Salzburg, Villach bzw. ׳* München, Kufstein, Brenner nach Triest. Die Reise über ׳! : Wien ist durch die Bestimmungen des Bundesministeriums t »; des AeuBer» nicht gestattet uiitl bedarf in jedem Fall der > besoudcten Gcnclunigung durch die Wiener Behörden. Um;• die Orientierung den Palästinafahrcrn zu erleichtern, hat das » ׳■ Paläsfinaatnt Berlin eine Kartenskizze herausgegeben, mit An• ״; gäbe der attgcnbikklicben Rcis;ro:1te, der Quarantäne in Triest j, und Alexandrien, der Schiffspneise, der Kopftaxe und der! Mitnahme von Umzugsgut. E.nc große Karte, die den Reise« 1 t weg demonstriert, ist den Ortsgruppen zur Verfügung gestellt , . worden, um sie in zionistischen Vcrsamnilungsokalen-, Schulen f und an'anderen Orten zum uifcittiichcn Aushang zu bringen.! ׳i Unsere Gesinnungsgenossen in Halle, München und Salzburg /V haben es siel! angelegen sein lassen, unsere Palästinafahrer j , zu etnpiangen, zu bewirten, ihnen beim Umsteigen behilflich j::- zu sein und so ihre Weiterreise zu erleichtern.! \ Palästinenser. ' : Dculschland ist aus den vcnchiedenstcn Gründen ein be• lichtes Reiseziel der Paläsfuicnscr. In Deutschland sind be« / ־', karmtcrniaficn gute Ausbiklung-srnöglkhkeitcn auf den verr : ' schieden!teil spczialistischcn Gebickn vorhanden. De «leutsehen Universitäten und Hochschulen erfreuten sich seit jeher 9! i des besten Rufes und wurden immer von der jüdischen Ju״cnd g des Ostens bevorzugt. Der jüdisdic Kaufmann und Industrirfle : ׳ sucht den deutschen Markt auf, um den Einkauf an Waren ,־ [ und Maschinen zu tätigen. Das Palästinaamt bemüht sich, i, den Palästinensern in allen diesen Dingen behilflich zu sein, 1 . und wird von ihnen gewissermaßen als eine konsularische Ver- 1׳ ' tretun״ betrachtet. Orga nisation d es Palästinaamtes. ,-׳ J; Das Palästinaamt Berlin ist ein Organ der Zionistischen ( ׳ Vereinigung für Deutschland. Gemäß den KongreßbeschKissen ö / ist die Verantwortlichkeit für die Gcschäftsprüftmg in die •י'!;״, Hände einer Palästinakommission gelegt. Der PaJästinakom• (׳7 •ןי mission in Berlin gehöre« Vertreter der Zionistischen Vereini« 1;. gung für Deutsch,and, Misrachi, Poale-Zion, Hapoel-Haratr,;1 Merkas der russischen Zionisten sowie des Technischen ChGtiz- ׳ L• Sekretariates und die Vertreur der männlichen und weiblichen! Praktikanten an. Die Paiästinakoromission hat vor allem das I! Rcciit, über die Auswahl der zur Alijah Zuzulassenden ro ent« i 1 scheid eil. j Der Beamtenkörper setzt sieb aus Herrn Kurt Rosenbaum rf als Leiter, ferner einem Assistenten und zwei weiblichen Flilfs- /; kräften zusammen. י י';• Mangels eines öffentlichen Alijnhfonds lag dem Palästinaamt 1 die Aufgabe ob, in zahlreichen Fällen Reisebeihilfen für Clialuzini zu beschaffen, tlierfiir sowie für Verpflegt!ngs-, ( Uiiterkuiifts• 1»nd Ausbildungsbeihilfen hat das Palästinaamt , durch besondere Sammlungen 299 986,88 M. aufgebracht, j IV.;׳R' Technisches Chalüzsekretariat Die Hachsctvarah, d. 11. die Vorbereitung des Menschen•; niatcri.als für Palästina, war. wie in allen übrigen Ländern, so auch in Deutschland, bisher t'.cr privaten Arbeit verschie• dener Organisationen ühcrlasicu. lier Bund zioni sti- , scher Praktikanten, der heute etwa 230 Land- 1 wirte um ladt, 1111.1 der Zionistische Arbeiter- und ' 1 II a nd w c r k c r b und , der die Sorge für die Ausbildung von Haiaiwrrkcrn, die Vcrinittlung von Stellen usw. im Auge ׳', batte, standen in einem nur losen Verltälin s zur Orgamsit.ou. r WähreiKl sich aber der laiiüvv.rtschaitliciie Prakt.kantenbnnd 1 J allmühlidi zu einem gut organisertett Qnluzvcrbattd cmp:>rgearbeitet hat, haften dem Hanävvt rkerbttnd noch viele Mängel ,!. an. Er .beruhte vor allem auf der Stellenvernnttlung, uttd so kam es, daß auch Menschen in ihn aufgenommen wurden, יי tiie nur aus sozialen Gründen Uiitersiützuiig suchten. Zudem fehlte cs an Planniäßigkcit und Propnganua, um den Kreis der Clinluzim zu vergrößern. Dennoch haben beide Organ!- sationa». vor allein der Praktikanlenbimd, das Verdienst für sieh, eine beträchtliche Zahl von Menschen für Palästina vorbereitet zu haben, und zugleich haben sie eine Reihe von Methoden der besten Ausbildimgsir.öglichkeitcn gefunden. , Auf Grund der Erfahrungen dieser Organisationen hat; die Z.V,f. I), den Versuch einer Lösung der jesamten A 11 s b i Id u 11 g s ( ra ge n gemacht. Während die | Haciiscliarah iu anderen Ländern das Werk von Organisationen * ist, deren offizielles Verhältnis zur Exekutive sich erst anbatmt (unter Urnen an erster Steile die Weltorganisation ״Hcchaltu•‘, , Wien)), bat siel! also in Deutschland die Z. V. f. I). selbst um , diese Arbeit bemüht. Der laiidwirisihiltliehe Praktknnfcnbtind, t der die Ausbildung von Lr.ndiviitcn durchführt, wird von d־r Organisation nur mittelbar unterstützt. De Atisbiltlung vre» , tccnuischtn Chaluzim, d. 11. insbesondere von Handwerkern, i, 1 ist <la׳;cj:cn von der Z. V. f. D. selbst übernommen, indem : 1 am l. Februar 1922 das Technisch« Chahizsekritariat gegründet wurde. Im Folgenden werden die Grundlagen, nach denen das Sekretariat arbeitete, dargestellt, sodann über die Erg c b n i ssc des Halbjahres vom 1. Februar bis l. August 132. berichtet.

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