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Jüdische Rundschau · 1922-09-08 · Heft 71-72 (8.9.1922) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 71-72 (8.9.1922)
Date
1922-09-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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I K Seite 474 JUEDISCME RUNDSCHAU Nr. 71f72 m 0 יץ»)־ןבד׳/ןיי^ ^Na^aLi JL» ןיוךך hiii י"? י f ךי־# 'w { ‘V יSia/, i<l» / © ÜO A. Uebersicht Wie schon vor dem Delcgicrtentag in Hannover, so Hand auch kn diesem Uerichtsjaur unsere Arbeit vorwiegend i!n Zeichen der Keren Majcssod-Tütißkeit, die einen sehr ״roßen Teil unserer Kräfte beanspruchte, Es war die Hauptat!f״abc der Berichtsperiode, die bisher von der Aktion noch . nicht erfaßten Zionisten zur Zeichnung zu veranlassen, die bereits erfolgten Zeichnungen entsprechend dem gesunkenen (leUlwert zu erhöhen, vor allein aber das nicht/.iomstisdie deutsche Judentum für den Gedanken des Aufbaus von Pa• lästina zu gewinnen. Das Ergebnis, ein hochbedeutsamer iÄnf.mrscrfolg, ist bekannt. Vor einigen Monaten Ist es zur (ir11״tli1ng des allgemeinen Keren Uajessod (Jüdisches Pa- Iistiuawerk) gekommen, der seine Arbeiten im Frühjahr berönnen hat. Die Keren Hajessod-Arbeit wurde mit allen Mitteln größter Propagandacntfaltung geführt: journalistisch und publizistisch durch die ״Jüdische Rundschau“ und andere zionistische Zeitungen, ebenso durch Veröffentlichungen in der allgemeinen jüdisdicu Presse, und durch eine große Reihe ton Broschüren, — rednerisch durch eine Fülle von Versammlunpen in fast allen jüdischen Gemeinden und durch eine Reihe von bemerkenswerten Veranstaltungen, so in Köln, Nürnberg und Berlin, auf denen Nichtzionisten und Z10nisten spradicn. Ueber die Einzelheiten unterrichtet der besondere Keren Hajessod-Bcricht. Die zionistische Propaganda ist im Berichtsjahre wieder mit erhöhter Intensität aufgcnonmicn worden. Dank der Unter- Stützung, die wir bei einem großen Teil unserer rednerisch geschulten Gesinnungsgenossen gefunden haben, ist es uns gciu.11ge>n, fast alle Ortsgruppen mit Rednern zu versorgen. 1\Vir schulden besonderen Dank Herrn Dr. Fritz Kahn, der sieb für Vorträge in fast allen größeren Ortsgruppen zur Verfiiguitg stellte. Besonders bewahrt hat sich die Einrichtung von Vortrags-Zyklon, die in der kommenden^ Arbeitsperiode in stärkerem Maße durchgefülut werden sollen. Eine Erscliwentng unserer Propaganda bildet die in den Gruppen leider noch immer vorhandene Tendenz, nur ״bekannte Redncr“ sprechen zu lassen. Dein Nachwuchs wird dadurch die Möglichkeit der Betätigung und Entfaltung abgeschnitten. Aufklärende Vorträge über Zionismus und Palästina-Arbeit haben kn einer großen Anzahl von Orten stattgefunden, in denen wir noch keine zionistischen Stützpunkte besitzen. Diese Vorträge süul im wesentlichen von den zionistischen Gruppenverbänden vorbereitet worden. Besonders intensiv haben m dieser Richtung die zionistischen Gruppenverbände Mittel- und Niederschlcsions, Bayern, Württemberg, Hessen, Hessen-Nassau, Thüringen und in der letzten Zeit auch Baden gearbeitet. Zu erwähnen ist ferner auch die Ortsgruppe. Leipzig, die durch eine intensive Propagandaarbeit im letzten Jahre eine Verdoppelung ihres Mitgliederbestandes erreicht hat. Bczirkssekretariate bestanden im Berichtsjahre nur noch bi Nürnberg und Elberfeld und einige Monate hindurch auch ln Köln. Es hat sidi hcrausgcstcllt, daß die Sekretariate in der bisherigen Form zu schwer beweglich sind. Eine Umgcstaliung ist in die Wege geleitet. Von der Zentrale aus ist die zionistische Propagandaarbeit durch die Abgabe der vorhandenen Broschüren und die herausgegebene Broschüre ״Zionismus und Völkerbund“ sowie durch die Herstellung besonderer Werbenummern der ^Jüdischen Rundschau“ unterstützt worden, Dieses PropagawLunatcrial ist von der Zentrale auch an eine große Anzahl von Personen in allen Gegenden Deutschlands direkt verschickt worden, die als Interessenten aulgegeben wurden, und die durch schriftliche Werbung zum Anschluß an die Bewegung gewonnen werden sollen. Wir werden in der nachsten Zeit daran gehen müssen, die noch vorhandenen Broschüren, insbesonacrc die Broschüre von Dr. Lelcwcr, ״Was will der Zionismus?", zu aktualisieren und neue Broschüren Und Flugblätter herauszugeben. Das ostjüdische Sekretariat Im Ruhrgebiet hat die Hoffjnmgcti, die an seine Gründung gesetzt wurden, nicht erfüllt und ist daher aufgelöst worden. Zur Erfassung der großen ostjüdischen Arbeitermasse in diesem Bezirk sind andere Maßnahmen eingeleitct. Die Richtung der Oemeindearbeit wurde in verschie- 'denen Spczialkonferenzcn unter Hinzuziehung auswärtiger Oesinmtngsgenossen bestimmt. Durch Schaffung eines Dezernates wurde für die dauernde Informierung der gemeindepolitisch tätigen Gesinnungsgenossen gesorgt. Bei der Schaffung der preußischen Gesamtorganisationen ist der Einf.uß zionistischer Politik in einer Reihe wichtiger Bestimmungen entscheidend zur Geltung gekommen. Die Arbeit hat an vielen Stellen, insbesondere auch in Berlin, zu einer Verstärkung unserer Position geführt, was sich z. B. in der Keren Hajessod-Arbeit geltend macht«. Auf manchen Gebieten zionistischer Arbeit hat die Ent- Wicklung der letzten Zeit zu einer gewissen Dezentralisierung geführt. Das gilt für die Kultur- und Jugendarbeit und für die soziale Arbeit. Die Kulturarbeit ist im allgemeinen lokal durch die Ortsgruppen oder besonderen Vereine organisiert und erfaßt vor allem die Jugend. Es ist festmstellen, daß die Kenntnis der hebräischen Sprache sich insbesondere in den Kreisen der Jugend weiter ausdehnt und durch die nach dem Muster der Berliner Hebräischen Sprachschule gegründeten anderen Sprachschulen im Reich wirksam gefördert wird. Die Jugendarbeit ist von den großen Jugcndorgaiiisationeu, insbesondere vom K. J.V., vom Herzl-Bund und vom Blau-Weiß selbständig geführt worden, Sic berührte die direkten Aufgaben des Bundesvorstandes in ihren Chaluziuthausvvirkungen. Die Werbearbeit der Jugendverbände hat befriedigende Erfolge gehabt. Hinzuweisen ist auch auf Strö- «jungen in der niclitzionistischen Jugendbewegung, wo sich vielfach Tendenzen eines stärkeren nationalen Empfindens gelteiid machen. An der sozialen Arbeit waren Zionisten in Rroßcr Zahl an maßgebenden Stellen tätig. Das Problem einer intensiven Aktivierung der Frauenarbeit hat auch in diesem Berichtsjahr keine Lösung gefunden. Die Erfahrungen ׳ haben bewiesen, daß es unsere dringendste Pflicht ist, durch den Landesvorstand alle Teile der Arbeit direkter zu beeinflussen, eine Aufgabe, die durch Heranziehung neuer Kräfte und durch eine bessere Arbcitsvcrtcilung gelöst werden muß, und deren Notwendigke.t sich aus der Verantwortlichkeit des Landesvorstandes für die gesamte z.ionistische Entwicklung in Deutschland er-' Rißt. Der Landesvorstand wird dem Delegiertenlag entsprechende Vorschläge unterbreiten. Im Gegensatz zu den vorerwähnten Arbeitsgebieten, auf denen die Tendenz zur Dezentralisation vorherrschte, wurde die Cbaluzarbcit erstmalig in den unmittelbaren Aufgabenbereich der Zentrale einbezogen. Hinzuweisen ist auf die Gründung des technischen Chaluzsekretariats und ein enges Zusammenarbeiten mit dem Praktikantenbund. Das Palästinaamt wurde weiter ausgebaut und ist jetzt in Stand gesetzt, seinen Aufgaben in befriedigender weise gerecht zu werden. Der Aiisiedlung unserer in Palästina lebenden Chaluzim «at der Landesvorstand ständig seine Aufmerksamkeit zugewendet und verschiedene Projekte geprüft, ln letzter Zeit wurde die Genehmigt!־״4י?״ Londoner Instanzen für das aus der ״Jüdischen Rundschau" bereits bekannte Ostnurisprojekt erwirkt. Unsere Sammlungen haben unter der starken Belastung gerade tumerer aktivsten Mitarbeiter.durch die Keren llnjessod- Aktion gelitten. E» wird Aufgabe des Delcglertcntages sein müssen,!Mittel und Wege zu linden, um die Zahl der Träger unserer Biianzaktioncn zu vergrößern. Die ArrbeitsJast darf nicht auf den Schultern eines Gesinnungsgenossen in den Ortsgruppen ruhen, sondern es muß eine gerechte Arbeits- Verteilung erfolgen. Ueber unsere Sammlungen außer der Keren Hajessod- Aktion und der Nationalfoiids-Saiiirnluug Ist iin einzelnen fojgciulcs zu erwähnen: Die Schckclsainmlung 5631 ergab ein Resultat von 20000 Schekeln, zu denen noch 4000 Misracbi* Schekel hinzukaincn, während im letzten Kongreßjahre vor dem Kriege 9000 M. gesammelt wurden. Hierbei ist zu bemerken, daß sich die Sammlung damals auch auf Elsaß- Lothringen und die Provinz Posen und Westpreußen erstreckte, ln diesem Jahre, wo das propagandistische Moment des Kongrosses fehlte, sind bisher mir 12 000 Schekel und 3300 Misrachi-Scheke! cingcgangcn, wobei zu berücksichtigen ist, daß auf Obersdriusicti, das im vergangenen Jahre 150(1 Schekel aufbrachte, diesmal nur eine ganz geringe Anzahl gekommen ist, mul Danzig und Memel sich an unserer Sammlung; nicht mehr beteiligt haben. Inwieweit die Schekel* Sammlung unter der Jugend durch die Erhöhung des Sehckelbctragcs beeinträchtigt wurde, ließ sich einwandfrei noch nicht fcststcllcn. Der weitere Ausbau der Zionistcnstcuer, die die finan• zielle Grundlage unserer Arbeit bildet, beschäftigte uns un* ausgesetzt. Leider ist cs uns noch nicht gelungen, durchzusetzen, daß in jeder Ortsgruppe ein besonderer Zionisten- Steuer-Kommissar sich mit uer Werbung der Zionistcnstcuer beschäftigt. Wo dies der Fall ist, ist cs gelungen, den Kreis der Gesinnungsgenossen, die die Steifer regelmäßig zahlen, wesentlich zu erweitern und auch Erhöhungen der Zeichnungen, die sich der Geldentwertung einigermaßen anpassen, diirchzusctzcn. Bis zur Abfassung dieses Berichtes sind nur 3150 Zeichnungen gemeldet, die zum großen Teil aus niedrigen Beträgen bestehen. Die Ausgestaltung der Zionistcnstcuer zu einer wirklichen Finanzbasis der Z. V. f. D, wird eine der Aufgaben des Dclcgicrtcntages sein müssen. Für die vom Finanz- und Wirtschaftsrat geforderte Propaganda für den Verkauf von J. C.T.-Aktien konnten bisher nur die Vorarbeiten geleistet werden. Die ״Jüdische Rundschau“ hat im vergangenen Jahre ht zunehmendem Maße Abonnenten, insbesondere im Auslande, gefunden. Durch die Einführung der von Herrn Adolf Böhm in Wien geleiteten Palästinabcilagc hat die Zeitung eine außerordentliche Bereicherung erfahren. Unsere Beziehungen zur Exekutive beschränkten sich Im vergangenen Jahre nicht auf. den rege geführten Briefwechsel, sondern wir hatten Gelegenheit zu verschiedenen mündlichen Beratungen, vor allem bei der Anwesenheit von Herrn Dr. Weizmann in» vorigen Jahr und von Herrn Sokolow im August dieses Jahres. Anläßlich der Anwesenheit von Dr. Weizmann fand in Berlin eine von allen Gruppen stark besuchte Landeskonferenz statt B. Spezialberichte ., .1 ..׳.■׳ ־ ׳ , . Keren Hajessod ־ Am 1. Mal 1922 wurde die Sammlung für den Palästina- Grundfonds (Keren Hajessod) E. V, endgültig abgeschlossen, yon diesem Zeitpunkt an fließen alle neuen Zeichnungen, ob sie von Zionisten oder von Nichtzionisten herrühren, aus« nnhinslos dem Keren Hajctsocl (Jüdisches Palästinawerk) E. V, zu, der am 21. Februar 1922 gegründet worden ist. Nur die Eingänge aus den früheren Zeichnungen verbleiben dem Palästina-Grundfonds (Keren Hajessod) E, V, Die Arbeit für den Pallitlna-Grundfonda Keren Hajessod Die Erhöhungsaktion. Die Arbeit des letzten Jahres 1922 konnte unter einer besonderen Parole geführt werden, da das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland im Verfolg der Be• Schlüsse des Kongresses am 26. Dezember 1921 eine Maasscr. Ordnung für Deutschland festgelegt hatte. In dieser Maasscr- Ordnung ist klargcstelit, welcher Teil des Einkommens bzw. Vermögens von der Zinsabgabe befreit werden kann. Das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hat sich nach Annahme dieser Maasser-Ordnung in einem besonderen Aufruf -au die Zionisten Deutschlands gewandt und noch einmal aufs dringendste zur Maasser-Lcistung aufgefordert. Die Aufgabe des Büros bestand darin, die Zionisten, die für den Fonds bereits gezeichnet hatten, zu einer Erhöhung dieser Zeichnung im Sinne der Maasacr-Orinunjj zu veranlassen. Diese Ernöhuiigsaktion konnte erst in den letzten Monaten des Winters durchgeführt werden und wurde bis in den Hodi. 90111111er fortgesetzt, so daß von ihrem endgültigen Abschluß noch nicht gesprochen werden kann. Immerhin' kann gesagt werden, daß sich schon in den letzten Monaten die Wirkt!»״ der Erhöhungsaktion zu zeigen begann. Jedoch wird aucl! nach dem Abschluß dieser Aktion die Maasser-Ordnung in praxi noch nicht von allen Zionisten befolgt sein. Es wird sielt als notwendig erweisen, daß das System der Vertrauenskommissionen —׳ die nach § 9 der Maasscr-Onimmg deren Durchführung zu gewährleisten haben —- stärker ausgebaut wird. Es wird daran gedacht, in Zukunft regelmäßig Berichte über die Tätigkeit dieser Kommissionen zu veröffentlichen. Einbringung neuer Zeichnungen. Die nächst wichtige Aufgabe bestand darin, diejenigen Zionisten, die übcrliaupt noch nicht für den Keren Hajessod gezeichnet haben, endgültig zur Abgabe ihrer Zeichnung zu bringen. Vor Beginn der Aktion unter den Nicbtzlonisten wurden alle Anstrengungen auf diesen Punkt konzentriert, damit die gesamten Arbeitskräfte später, nach Erledigung dieser Aufgäbe, für die Propaganda unter den Nichtzioimtcn frei würden In Berlin fand zu diesem Zweck eine besondere Aktion statt’ es befinden sich hier schätzungsweise noch 150 Zionist11 ׳ die in der Lage sind zu zeichnen, ohne cs bisher getan zu haben In der Provinz dürfte das Verhältnis wesentlich günstiger sein' Es ist mellt gelungen, alle diese noch abseits stehenden Zionisten, die eben lediglich Mitläufer sind, zur Zeichnung zu _ veranlassen. Als Hauptgrund hierfür ist der Mangel au freiwilligen Mitarbeitern anzuachen. lnuucrliin H d w -s -nti lr Erfolge erzielt worden. ". '' * Ost judenarb ei t. Für die ׳Arbeit unter den Ostjuden Nt im wesentlichen der Mir,rach! verantwortlich. Der Misrachi leitete seine Arbeit mit einer Tournee des Herrn Rabbiner ü 1 a s e rr aus K'ausenbürg ein, der m den wichtigsten ostjüdischcn Zentren Deutschlanas m größeren und kleineren Versammlungen sprach. Auch die Arbeit unter den Ostjuden war stark durch den Mangel an geeigneten Mitarbeitern behindert. Ein großer Teil 5er Westjuüeii ist nicht in der Laue, erfolgreich Keren Hajessod• 01 Besuche bet Ostjuden zu machen. Hier liegt noch ela weite» f Arbeitsfeld offen. I Der Anteil der Zionisten an der Arbeit für den Keren Hajessod (jüdisches Palllstlnawerk). | At» der Gründling des Keren Hajessod (Jüdisches Palästina, 11 werk) E.V., die am 21. Februar 1922 . sUttfand, haben wjr | einen hervorragenden Anteil gehabt. Seither beschränkte sich I Öre Arbeit für den Patästina-Ürumllonds (Keren Hajessod; E.V 1 auf Einziehung der Gehler und die erwähnte Erhöht!ngjsaktion’ K Alte anderen Kräfte wurden für die Unterstützung der || gemeinen Keren i lajcssoil-Aktion bercitgcstcllt, »tml cs kam! |t betont werden, daß die bisherigen Erfolge des Keren Hajesvoi E (Jüdisches PalästinawerJc) E.V. zu einem nicht unerhebliches p T<dt der Mitarbeit der Zionisten zu verdanken sind. |. An der Gründung des Keren Hajessod (Jüdisches Palästina, ft werk) E.V. waren maBgehende Männer des deutsche« Judt5, lum9 beteiligt. Voraus gingen die Beschlüsse verschieden« größerer jüdischer Verbände Deutschlands, die bewiesen, daß in eien letzten Jahren der Gedanke eines neuen iüdischcn Pak, Stirn in «iclitzionislisclien Kreisen au Sympatiiicn gewonnen lut, Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands jialun auf seiner Tagung in Kassel an! 16. Aiai 1921 folgende Resolution an: ״Die Führertagung des Verbandes der jüdischen Jtigaib vereine Deutschlands betrachtet die Errichtung einer ja, disclien Heimstätte in Palästina als eine historische Tatsache, die parteimäßiger Behandlung entrückt bleiben muß. Sie hofft, daß vielen in ihren Heimatländern entwurzelten Glaubensgenossen in Palästina eine auf der Religion der Väter aufgebaute Heimstätte erstehen wind, aus der be, . lebende religiöse und geistige Impulse dm Judentum und der ganzen Weit Zuströmen.“ Diese Resolution wurde auf der Pfingsten 1922 in Born» statt findenden Tagung des Verbandes bestätigt, wobei auf die Neutralität des Keren Hajessod als wesentliche Voraussetzung der Mitarbeit aller Kreise liingcwicsen wurde. Neben dem Jugcndvcrbaml setzte sich für den Aufbau Palästinas der deutsche Rabbinerverband ein, der an» 24. Mai 1921 folgende Resolution faßte: ״Durch die Neugestaltung der Verhältnisse ln Palästina ist die Hoffnung gegeben daß für zahlreiche _ unserer Glatibcnsbrüdcr dort eine Heimstätte geschaffen wind. Der Rabbinerverband erklärt es für eine heilige Pflicht des ge« samten Judentums, am diesem Werk Anteil zu nehmen und sich an der Aufbringung der Mittel tatkräftig zu beteiligen, in der Voraussetzung, daß der Aufbau im Geiste der Lehre des Judentums erfolgt und die aufgebrachten Mittel dem Dienst parteipolitischer Zwecke entzogen werden.“ Ein großer Teil der diesem Verband »«geschlossenen Rabbiner nat die Arbeit für den Keren Hajessod tatkräftig unterstützt. Das G e n c ra I komi tee der Oroßloge hat am 22. Mai 1921 folgende Resolution angenommen; ״Die Großloge möge sich wie mit anderen interessierten Organisationen, so and) mit dem Zionismus zur Ausgestaltung Palästinas als bevorzugten Immigrationslandcs zusantroentttn, den Wiederaufbau Palästinas in diesem Sinne als ein großes allgemein jüdisches liilfsvvcrk erklären, an dem die dcujschen Logen sich ohne Beeinträchtigung ihrer durch den Wieder« 4inbau des deutsclten Vaterlandes und die Sorge um das notleidende deutsche Judentum und die in Deutschland be• ׳ Bildlichen jüdischen Fltidülingc in Anspruch genommenen Kräfte beteiligen sollen, sofern eine paritätische Lei tun״ des Aufbauwerkes und eine Verwendung der gesammelten Mittel allein für die genannten Zwecke gesichert ist“ Im Gegensatz hierzu war die Haltung des Central• Vereins ablehnend. Durch die Agitation der deutsch« nationalen Juden unter Führung von Herrn Naumann in seiner Haltung bestimmt, vermeidet der Centralvcrcin ängstlich jedes klare Bekenntnis in jüdischen Angelegenheiten, die einen engen Intercsscnkrcis überschreiten. Dennoch ist die Keren Hajessod« Bewegung von zahlreichen Angehörigen des Centralvcrein» unterstützt worden. Die Vereinigung für das liberale Juden timt hat bis ictzt eine offizielle Stellungnahme vermieden and nur in einer Notiz der ״Jüdisch-liberalen Zeitung“ erklärt, daß sie sie!» gegenüber dem Keren Hajessod neutral verhalle. Unab« hängig davon hat die Berliner Ortsgruppe der Liberalen Ver• cinigung ein Inserat in jüdischen Leitungen veröffentlicht, ia den! sie den deutschen Juden ״rät, sich von diesem Unternehmen fernzuhalten“. Ke Agudath Jisroel bekämpft den Keren Hajessod, hauptsächlich in ostjüdischen Kreisen, mit allen Mitteln. Ungeachtet solcher Schwierigkeiten kam das konstituierende Komitee des Keren Hajessod (jüdisches Palästinawerk) E. V. zustande, und zwar in einer Zusammensetzung, die deutlich zeigt, daß unter vielen angesehenen Männern des deutschen IwJetrtiims nicht die Absicht bestellt, sich in der Arbeit für bUistina durch die parteipolitische Stellungnahme ihrer Or. gauisationen bestimmen zu lassen. Die Mitglieder des tonst:• tliierenden Komitees gehören fast alle entweder dein Central• verein oder der Liberalen Vereinigung an, ohne daß diese Zugehörigkeit ihre HanJLungsfieilicit beeinträchtigt hätte. Das Präsidium des Keren Hajessod (Jüdisches PaEistinavverk) E. V. wählte nach seiner erfolgten Konstituierung Herrn Direktor Wassermann zum Vorsitzenden und die Herren Generalkonsul Eugen Landau und Dr. Hantke zu stellvertretenden Vorsitzenden. Durch eine sofort entsetzende Arbeit gelang es dem _ Präsidium, bisher in folgenden Städten lokale Keren Hajessod.Komitees zu gründen, die ähnlich wie das Hauptko.miJcc zusammengesetzt snd: in Barn« berg, Bayreuth, Peuihen, Baun, Bremen Breslau, Coburg, Ciitlien, Dresden, Erlangen, Frankfurt a. M., Frankfurt a. 0., Hamburg, Hameln, Haumover, Köln, Landsberg a. W״ Marburg. München, M.-Gladbach, Nürnberg, Osnabrück, Saarbrücken, Stettin, Trier, Würzburg. In den meisten Städten Deutschlands hat der Keren Hajessod seine Tätigkeit aufgeivommcn. Veranstaltungen mannigfaltiger Art haben ntaltgcfundcn. Zu den wichtigsten gehören die Rheinland-Konferenz in Köln, die Konferenz in Nürnberg und die Aktion in Berlin. B'• 901Klercr Wert wurde auf Verstärkung der Propag-ndamlttcl gelegt. Es wurden folgende Broschüren herau^jegebens 1. Was ist der Keren Hajesrod? 2. Die sanitären Au Haben beim Aufbau Palästinas. 3. Der Keren I J.aJc-osJ und die Wohnungsfrage in Palästina. 4. Die Aufgaben der Forstwirtschaft in Palästina. 5. Landwirtschaftliche Kolonisation in Palästina, b. Das jüdische Schuiwcrk in Palästina. T. Die Wasserkräfte Palästinas. 8. Die Rolle der Injustrie beim Aufbau Palästinas. 9. Der Keren Hajesrod und die jüdische Universität In Palästina. Eine große Anzahl weiterer Broschüren ist in Vorbereitung. . Eerr.er wurde der künstlerisch ausgeführte Aufruf sowie eine Anzahl Plakate und Flugblätter ausgegeben; außerdem eil» Lichtbildcrarchiv eingerichtet 1111 ׳.I eine Leihbibliothek an- Keiegt, Sodann wurde alles versucht, um die jüdische wie die nichtjüdisdie Presse in Deutschland laufend mit Notizen ubci die Entwicklung Palästinas zu versorgen, ah und 211 ( א mich Erfo sw« Fa« Seit« 11 0 < letzt And׳ Kl «> Zck Zäh! weri I bi sii aus! : für!and "1; zwi , ׳ best ן und יי ' Das 1 1 nu :; Miß? Di«; des / Bell:.' ־; tum' Nat 1 ׳ ׳ satt! sch:4 J der um J! fon! 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