Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1922-08-25 · Heft 67 (25.8.1922) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 67 (25.8.1922)
Date
1922-08-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2651273-2652410-2652469--15142-2673584
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 447 67 liehen nun- ISluilO 80■ f Bc- »rilcn, י den 'viril *olens s der deren ז den l l>e* ähnle ssung ikiinft er 2. Lid.) nliii!״ ' den Hali ih ndere! Cie• ende•!aiion?־ortet Zur ז des Wirt- 1 Ahliercti un:;sin ent, erb:• n.; t i 0• za’!!- von viel- .,ri. ־• I (1er ־cclre, tmscs!:,1t freier :1 die timg :gun- und ,Rei!;e 1nkm Hin•!isten ו er-, 1 der’ ׳udit, esen, , der itinn- Teil ־ ist,!ciien ssorfmren :hen inenrcisa view c.־!a* י1הק• Int• mit ticdien ent• nmg stina den 1 in atte.!eher ich■!• :ilui)• mit aben teilt: epo־ der zwei auem abil« \111<i r,ic!1 iden, n.geit Kr. 67 Fragen des Dclegicrtentagcs VH. Die Unabhängige Koalition! Von Willy Preis, Berlin. 1 Zu den in einigen Tagen beginnenden Waiden zum!uceben Delegierten!,1g bewirbt sieh um die Cmnst /׳״ Wälder eine neue Gruppe: eine ״Unabhängige Koa- ׳ ,:.iir-gnipiv“ mit einer Liste, die mit Herrn Prof. Dr.;■:cb, Löwe beginnend, Herrn Heinrich Marguücs auf der avciiea Stelle hat und mit Herrn Ernst Aber endigt. Die ״Unabhängige Koaütionsgntppe“ hat ein Pro- ..,fiirn aus sieben!,unkten veröffentlicht und ihre spe- :;die Aufgabe dahin präzisiert: ״Zur Uebcrbrücku«״ ccr Gegensätze und zur Beseitigung der Zersplittern!1־״ ,Si:״;ra״eu und alle zur einheitlichen und positiven Ar- Id! her.mzuJioIcn, die freiwillig oder unfreiwillig abseits *kn.“ I Der Wunsch, an Afle, an Alle, an Alle einen Ruf In!: Sammlung zu richten, ist natüriidi und lobenswert. 101׳ cs zweckmäßig ist, ״Zcrsp’iitemn״“ gerade durdi |r,d-d:1ng besonderer Gruppen zu bekämpfen, ist aller-; d,:;gs eine Frage für sidi. Das wichtigste aber liegt;rirlich im Inhalt der programmatischen Forderungen ,::־d im Charakter des Auftretens der neuen Gruppe, b.irdber gibt viel’.cidit noch mehr Aufschluß als die Kandi- •tnlisle und das ״Programm“ ein Kommentar dazu, A־a Herr cllinrieh Marguücs in der Nummer <3 Ufer ״Rundschau“ unter dem Titel: ״Die verbreiterte j Opposition ‘ liefert Gerade dem Koalition s-;;:danken msißt Herr 1L: in rieh Marpuiic, besondere JikdfUiiing bei. Das Zuslandekommen der Gruppe sei ]..׳tmindert“ ein Eortsdirlü von ״allgemeiner Bedeutung“,!dar 211 der Hoffnung berechtigt, ״die Ko.itition so "zu ifnvcijcrn, daß sie zumindest die breite Mittchnasse 1,!n״:!t und dann notfalls die vereinzelten ganz '::.ramigenten Erscheinungen von hüben und drüben melieren kann.“ jeder von uns, der persönlich riclit zu den ״intransigenten Erscheinungen“ zu;,,׳;׳"ren glaubt, würde gerne bereit sein, die ',fege kennen zu lernen, die schon im Anfang mit einem ‘,ו bedeuic.'Kicn Erfolg beginnen. Hat ja die Unabhängige Koalition nach Angaben des Herrn Heinrich Marguücs;.doch endlich wieder erreicht, daß der Binjan Haarcz 'ich zur Mitarbeit mit anderen Gruppen inncrha'b der Partei — und daß umgekehrt auch andere Gruppen sich!:reit erklärt haben, mit dem Binjan Haarcz. zusammen zu |:rk',;en." Um welch: ״andere Gruppen“ es sich :־.־ui:!;, ist nodi nicht ersichtlich. Audi die Bereit* :Aalt der Gruppe ,.Binjan Haarcz“ zur Mitarbeit scheint - wenigstens nach der Kandidatenliste zu urteilen — esch nicht voll gesichert zu sein. Die Bedeutung des Herrn R.-A. Dr. Lclewer und von Frau II. Meyer. [1:bke — inn nur zwei Namen aus der Liste zu nennen - sind einem jeden mit den deutsch-zionistischen Ver- Kiiairfcn nur ein bisdien vertrauten ziemlich geläufig, ':;d tlodi heißen die Führer des Binjan Haarcz bis ::,zt anders. Oder gehören Dr. Kollenschcr, Prof. Levin, fr. Klee, Dr. Witkowski und Dr. Zwirn zu den ״verfi,!zelten, ganz intransigenten Erscheinungen von hüben" - die man ״isolieren kann“? Trotz dieser Unf-.IirTicit verdient eine Sache offenl'thflch unsere ganze Aufmerksamkeit, die verspridit, hei Ifrünacn ״endiieh wieder der Bewegung eine tragfähige iLntcrlagc“ zu geben, ,,welche sie vor Erschütterungen Nützt.'׳ ן Der letzte Satz verdient am dem Grunde zitiert In weiden, da er zu dem Im »!!gemeinen ruhigeren l!:;d bescheideneren Ton wenig paßt, durch welchen Ihf jetzige Artikel des Herrn Heinrich Marpulics sich l'W so vielen anderen Eiumziationen der verbreiterten 1 Uppo'■';ion vorteilhaft unterscheidet. Audi Herr Mar- |5&־׳ kann aber uidit auf das Vergnügen verzichten, 1׳ trade jetzt anzukümitgen, daß ״über jene großen pchlcr, die wir in der Politik gemacht haben, noch i |"sprachen werden inuit, sclion tun vorzubeugen, daß |l:<: nicht noch weiterzeugen“. Es ist wirklich verwunder- |!4 daß gerade die Männer, die die Notwendigkeit It;aer fadimännisclien Behandlung unserer wichtigsten I Arfdegenheiten so besonders sdiarf betonen und das ן ßfoBte Unglück unserer Bewegung in dem bei uns an-!״!),ich herrschenden Dilettantismus erblicken — das P! ia auch Herr Marguücs und das Programm der I'• K, wiederum mit ganz besonderem Nachdruck — |'4 so leichten Herzens als gewichtige Richter i gerade in poliiids aufzutreten anschicken. D.ese ן ,'ktcrie gehört dodi zumindest zu den eben!ס ininvkrigen Problemen, ruderen Behandlung!!!:״• Mar- ן fröcs von anderen einen ßcfäfügungsiiachwcis verlangt. 1% er doch, daß es 21m zweifelhaft erscheint, ob 14! Delegiertentag zu einer Prüfung des neuen woli!- 15״!gebauten Denksystems, das ״zweifellos (!) zu jener I ^Inlett Aufbauarbeit führen muß, die uns unserem Ziele bringt“ — das ״geeignete Forum“ ist. Oder I erblickt er immer noch!, zumindest für seine Person, |t;r׳ notwendigen Bcfäliigungsnadiwds in seinem Kampf I ^״hrentl des Krieges gegen die Politik der ״Aktiven | ׳'jufralität“, die uns tatsächlich — heute post fcstuin |wi man das dodi sagen) — zweifellos unserem I 'de nähcrgebradit hat. Damals hat Herr Hcinridi I "pfgulrcs in dner von Prof. Jäckl veröffentlichten Bro- ן'diüre (dieselbe Broschüre, m weldier er die Existenz!';»iilftlfcnder geistiger Verwandtschaft zwischen Kaiser * '״‘Min H. und dem Körnig SaJomon nadigcwicseu ן haben glaubte) ah ein immanentes Gesetz Satz über unzertrennbare Verknüpfung der Ge- «1uchte Palästinas mit dem Norden, verkündet. Audi I ®״!ah erschien nicht so sehr der Satz selber .als diese ®״erkcrischc Entschiedenheit des Besscrwlsscns un- J U ED׳IS C H E RUND SC H A(1 acccptabel, wie stich die heutige In der Ankündigung eines Rcttuugssystems, das ״zweifellos" dem Ziel nahe (nidit mal näher) bringt , . . Mit derselbe!» Entschiedenheit werden der ״bishörige Dilettantismus in der Qcldaufbringung wie in der GcMvcrwcrlung“ verurteilt, und — natürlich — der ״bisherige Mangel an einem klaren Programm zur An• Siedlung der Juden auf breitester Grundlage“. ־־• Auch hier dieselbe unberechtigte hochmütige Unbcsdicidenhcitl Die ״Dinctlantcn“ des Keren Hajcssod halxm mitcr ungünstigsten und schwierigsten Bedingungen des letzten Jahres — trotz der Unklarheit der politischen Lage und trotz der Schwierigkeiten in Palästina, trotz der ökonomischen Zerrüttung des größten Teils der Judcnhcrt, trotz der Sabotage seitens gewisser Gruppen der ״verbreiterten Opposition“, trotz der nicht gerade gcntlcmaniikcn Hetze in einer gewissen Presse und trotz der natürlkhen Schwierigkeiten einer jeden großen Aktion, deren Erfolg durch eine glücklich durchgeführte Organ!• sierung der Arbeit bedingt ist, — mehr als eine halbe Million Pfund, d. h. mehr als zehn M iIlion Go 1 dm a rk zusammengebracht. Sollte dieser in unseren Annalen nie dagewesene Erfolg nidit jeden ruhig Denkenden zu einer gewissen Bescheidenheit und Vorsichtigkeit zumindest In der Wahl seiner Ausdrucks form zwingen? m u 1*3 O'W1'»•^ conrerenz über dio wirtschaftlichen Möglichkclton in Palästina. £ ׳1 r •1 f, n 1' i! S' 1. BcCTUüscna;: Regierungsrat Hans Goslar. 2. DJ« nächsten Ansichten des Handels ond der Industrie In PaitiriUna: Davl* Trietsch, Herausgeber des Lcvante-Handbuchs. 3. Die Möglichkeiten der Banlndastrio InrnllMins: Regierungs• und Baurat Alex Bacrwald. 4. YernUirnng von I.lchtblldorn. 5. Allgcmelno Aussprache. Ort: Leipzig, GnafovAdolfstraße 7 Zeit: Dienstag, 29. August 1922 puakllic(! 6נ/י Uhr abends. Kaltas Büffet D;?!'Ibe größere Bescheidenheit dürfte man heute auch b,׳i Beurteilung unseres Dilettantismus in der Koaliiionsarhcit beanspmdien. Ist Ruppin nach seiner 15 jährigen gewissenhaftesten und ernstesten Arbeit in Palästina ein DÜeU.r.!:? Warum ist Oetüngcr, der ein geschulter Agronom ist und eine langjährige Arbeit bei ‘der J. C. A. in Rußland, in Argentinien tmd in CrasHen hinter räch hat, kein Fachmann? Viel größere Bescheidenheit weist das Programm selber und alle seine einzelnen Punkte auf, Sagt doch Herr Marguücs selber, obwohl er heute weiß, was er früher nur glaubte, daß nämlich *eine Gruppe ״sich im Besitze eines zusammenhängenden und weh!• aidgeb;uiten Denksystems“ fühlt, das, konsequent verfolgt und ״an Hand der wirklich gegebenen Verhältnisse“ atrqcbnut, d'c oben schon bcschrieben!: Rettung zweifellos bringen wird; ״zwar nehmen wir auch heule nidit in Anspruch, d'e erlösende Weisheit gefunden zu haben“. Also anstatt ihr ״erlösen• den Weisheit“ nur ein Gefühl des B־״.ilzes eines wohlaitfgcbauten Dcnksvstcms, das ml der Han I der wirklich gegebenen Verhältnisse einer weiteren Atnbaimng bedarf! Und was sind die konkreten Vorschkige, die die verbrcHcrtc Opposition ״einer sndikmdigen Instnnz zu unterhreiten“ bereit ist (Punkt?. des Progranima)? Der Punkt 3 des Programms gibt mich ein ähnliches Versprechen. Da heißt cs; ״Der bisherige Mangel an einem klaren Programm mr Aiisicdlung von Juden auf brei• fester Grundlage ist zu beseitigen. Auch hier• für liegen positive Vorschläge vor.“ Wer ist diese sachkundige Instanz? Herr .Marguücs deutet schon an, — der Dclcgicrtcntag ist cs kaum, wohl auch keine Kommission des Dclegicrtentagcs, denn er — der Dclcgicrtcntag —• wird wahrscheinlich ״sich darauf beschranken müssen, die Z, V. f. D. so umzugcstaltcn, daß eine sachkundige Instanz zu einer solchen Prüfung und gegebenenfalls zur Realisierung der Vorschlüge geschaffen wird." Wie der deutsche Delegiertentag eine Instanz schaffen kann, die mit der Reatisierung einer Reform in dem Kofonisntionssysfem in Palästina und dem Geldaulbringungs- und Gcldvcnvcndungssystem der Zionistischen Organisation betraut werden soll, ist zumindest nicht klar. Aber wir müssen vertrauen, daß auch dies Im wohlaufgcbatiicn Denksystem, in dessen Besitz sich Herr Marguücs fühlt, seine Erledigung findet. Ucbcr diese zwei wichtigbfen Punkte erfahren wir also vorläufig nichts, weder im netten Programm, noch Im Kommentar dazu, weder über das kolonisatorische, noch über das Finanzproblein! Klar ist nur die Forderung nach einer ״Umgestaltung“ der Z. V. 1. D. (im Kommentar) und der Verwaltung der Z. V. f. D, (Programm: Punkt 3 ״Die Verwaltung des N.-F. darf nicht mit Männern besetzt werden, welche ähnliche Posten, bei ähnlichen und naturgemäß rivalisierenden Fonds bckleiden!“). Dicse’be Unaufrichtig!« ik!!egt in der ״umschrcibenden“ Form, Ja welch:r d'e nationalen Grundforderungen der zkmistiiclicn Arbeit in demselben Punkt 5’ (,,die :Wahmchmurig jüdischer Interessen, die Pflege jildhchcr Ku'tur und die Belebung jüdischen 2fokunftswillcns im Galuth — betrachten wir als eine wichtige Aufgabe"), angedentet wenden. Köstlich ist auch Punkt 4, der in seiner ״nackten Schönheit" wörtlich wiedergegeben werden muß! 4״, Wir verlangen, daß der kulturelle Aufbau des Landes umMiängig von den Zufälligkeiten politheh-wirtschaftlicher Koir.tellntionen vor sich gehen soll; dazu müssen den kulturellen Institutionen von der Orgatiisntkm aus die Bedingungen gegeben werden, sich selbst frei zu entfalten. Die Schaffung eines besonderen Scfuil- Vereins hallen wir für notwendig. Auch hier müssen die Fachlcuie von der Bevormimdung durdi unsachversiän• dige VcrwalUmgsorganc befreit werden.“ In wessen Namen verlangt das Programm die Be• fretung der Fachleute von einer Bevormundung durch!!״sachverständige Verwaltungsorgane? Bis jetzt *hat die Opposition vom Terrorismus der palästinensischen Lehrer geredet, die zusammen mit Arbeitern, unsere Vertrete!! systematisch vergewaltigen, Wie müßte einem Hcinridi Löwe das Herz bürten, indem er r.uf die Streichung der alten bei ilirn wirklid» einen integrierenden Teil seines Dcnksysten» bildenden Begriffe von den ״nationalen Onnidl.agm״ und auf die ganze Unaufridiiigkcit der beiden Pinkte 4 und 5 eingehen mußte, sicherlich nur um das Zustandekommen dieses ״unabhängigen“ Programms zu ermöglichen. Ist es erlaubt, mit solchen Opfern des Intellekts und des besseren Wissens da3 Zustandekommen neuer Konlitionsgctjildc nt erkaufen? Wäre es nicht vernüttf. tiger, in der gemeinsamen Organisation m verbleiben, die nicht ״zumindest“, aber tatsächlich schon jetzt ״die breite Mittclmasse umfaßt", und die dabei ruhig fcststdlcn darf (Punkt 4 «n ),togranut» der Uste Hantke- Gronemann), ״Der Umfang der zionistischen Idee tmd die Fülle der Aufgaben bedingen verschiedene Auffassungen innerhalb des Zionismus. Eine Um'onnicrung würde geistige Zerstörung bedeuten“. Vergebens suchen wir narb einer« teftlum di- Visionis, das die Entstehung der unabhängigen Gruppe erklärt und rechtfertigt? Ein solches tertium divi.ionis kann man doch nicht in der Forderung der Einsetzung einer ״unabhängigen obersten Rcchmmgskmmncr (Punkt 6) erblicken? Ancrkennmig der Notwendigkeit einer organisierten Kontrolle ist das Gemeingut aller Zionisten. Die Notwendigkeit der ״Herstellung der jüdrtchcn Einheitsfront“ (Punkt!) ist allseitig ancrkan.it Es handelt sich nidit um das Ziel, sondern darinn, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Darüber flfistert das unabhängige Programm kein Wörtchen. Auch die Notwendigkeit der ״Schaffung eines gesunden wirisch,׳!flächen Fundaments“ in den Vordergrund zu stellen (Ptmkt 2) ist allseitig anerkannt. Wir würden allerdings nidit sagen, daß diese zV.1fgr.be ״lange vernachlässigt“ worden ist, wenn diese Bch.airptung den Tatsachen einfach nicht entspricht. Wir würden nicht von einer ״ungehinderten“ (Punkt 21 Einwanderung reden 1 Das würden wchl mich die Sachverständigen der unabhängigen Crmpjr: kaum verlangen, da Auf- Stellung einer solchen Forderung heute mit der von Herrn Marguües verlangten ״Ausge־d,a!tung an H.'.rnl «ler wirklich gegebenen Verhältnis:«:“ nicht verträglich ist und nicht viel mehr als eine demagogische Floskel darsteilt, Ucbcr die Form einer durch jüdische Or• ganc regulierten Einwanderung kann man sich leicht verständigen. Die Notwendigkeit einer vollen Unabhängigkeit der den wirtschaftlichen Aufbau leitenden Organe von den politischen Faktoren (Punkt 2) hat ihre (\!1erk׳*tm:,ug in der Schaffung des Economic Board und des Finanz- und Wirtschaffsrats gefunden. — So sicht das Programm der neuen Groppe aus. Man fragt sich, wozu der Lärm?, und inan versteht nunmehr die Bescheidenheit und die Resignation des Herrn Heinrich Margtües, der zugesteht, daß ״Einzelpunkte, dieses Systems von weniger großer Bedeutung sind“, und daß die Be Jlzcr des unabhängigen ״Denk- Systems" ״auch heute" noch nicht auf Besitz der ״erlösenden Wahrheit" Anspruch erheben können. Hoffen wir, daß diejenigen Unabhängigen, die trotz ihres Programms rum Delegierteniag gewählt werden, ihn doch als zumindest vorläufig einzig mögliche Dis• kusiloasgclegenhdt rn-erkennen und von den Geheimnissen ihres Programms den Schleier lüften werden. VW. Programme oder Personen? Von Divis Trietsch, Berlin. Wenn man die verschiedenen Programme durch sieht, die jetzt wieder zu den Berliner Wahlen seitens der verschiedenen Groppen veröffentlicht wenden, so wirtl der Unkritische Leser sich wohl wundem, wozu — bei solcher Aehuüchkeit der Programme — verschiedene, sieh bekämpfende Gruppen auf den Plan treten müssen. Dies gilt hauptsächlich in bezug auf die große Einmütigkeit, die liituichtlich der überragenden Bedeutung der Palästinaarbeit in den versehiedciicn Programmen zu herrschen sdicint. In Wirklichkcit aber ist die Ueberc'mstimmung in diesem Punkt nur ein Zeichen dafür, daß die Palästina-Eorderong sich soweit tiurchgcsetzt hat, daß jede Gruppe in ihrer Betonung das wirksamste Argument erblickt. Der Paiästinngedanke, im Sinne einer ״Primats“ der Palästina• Arbeit, hat sich durchgcsctzt. und diejenigen, die ihm früher entgegengestmden hauen, möchten sich — wcnigstens für die Wahlwvcckc — seiner bedienen. Nun werden freilich alle möglichen Leute schwer beleidigt sein. Wie kann mau Jemandem die Ehrlichkeit seiner Absichten und Programme bezweifeln, und .wie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.