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Jüdische Rundschau · 1922-08-18 · Heft 65 (18.8.1922) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 65 (18.8.1922)
Date
1922-08-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Zurzeit macht die 1 i'nteihringung der Touristen, zumal die TomistensaFtm |,di auf die zwei Monate März und April zusammen- I ifjngt, ziemlich grolle Schwierigkeiten, lis niiilhcn für §11:0 Touristen gute H-otete in Jerusalem, Hiiüi und 1 fcl-Awiw gebaut werden. — Die heißen SchwetcUjuelleu Ito» Tiberias, die sich zurzeit irt einem sehr primitiven;jjit.irid befinden und für europäische Besucher fast .;״benutzbar sind, sollte« in moderner Weise aiisgcbaut ״caJen und würden dann sicher viele Kranke aus dem;aiizcn Orient und vielleicht sogar aus Europa anzichcn. ebenso würde das milde Winterklima Palästinas beson- ,Irrs itn Jordantale mit seiner geringen Regenmenge die I [rriditinig von Sanatorien in Tiberias und Jericho'nahe• >(׳.cn, während für die Bevölkerung Palästinas und Aegypj •cns, die in der Sommerzeit gern kältere Punkte aufsucht, die Errichtung von Sanatorien auf dem Karmel (der in Sa ff cd ein profitables Unternehmen sein würde. Von geschäftlichen Unternchnnnigen bieten Aus* <:cht auf Prosperität I lypothekenbanken zur Beleihung von städtischen Grundstücken. Die jüdischen Ein wänderer, von denen in den letzten beiden Jahren jährlich «wa 10 000 ins Land gekommen sind, machen den Bau neuer Häuser erforderlich, da es im Lande leere Tolmungen nicht gibt. Die Bautätigkeit kann aber nur rinn vorwärtsgehen, wenn, wie cs überall in der Welt der Fall ist, Hypothekenkredit verfügbar ist. Ke von der | Zionistischen Organisation gegründete General Mortgage Bank of Palcstinc hat ihr Geschäft bereits begonnen und wird wahrscheinlich noch itn Jahre 1022 mit der Aufgabe von Hypothekenpfandbriefen beginnen, die mit 7״;!) verzinslich und itn Laufe von 15—20 Jahren amortifierbar sein werden. Alles in allem•, die wirtschaftliche Entwicklung Pahslinas hat seit der englischen Okkupation große Fort- 'chritrc gemacht. Wenn die Entwicklung im selben Tempo weitergeht, so hat Palästina Aussicht, in 1—2 Jahrzehnten zu wirtschaftlicher Blüte zu gelangen und das fortgeschrittenste Land des Vorderen Orients zu ver:'־•]. Die Warenansfuhr 192 i Gegenüber der in voriger Nummer mitgeteßten Einfuhr 1921 von 5621S94 äg. Pfd. betrog die Ausfuhr Palästinas in diesem Jahre nur 803 912 äg. Pfd. Die hauptsächlichsten Ausfuhrgüter waren: Orangen «• *t*ra>rax•» •!«•703 218 »•».ו äg. Pfd. Seife 169 747 ,, Melonen ■™״ 784 57 «•יי׳י״י־• ■••«.«*•י Wein 32757 ,, Linsen!•»״ 547 23 ...«.».»ז״.-..•.״״ Aprikosenpastc ••«••״ 22005 ייזי.״ Die Zcrealicnausfuhr spielte eine bescheidene Rolle, ® wurde Gerste nur für 7498 äg. Pfd. ausgeführt. Die Haupt empfangsländer waren: Aegypten 556 850 äg. Pfd. Großbritannien vt» r«M 775 120 «כ• ד י3*ז Frankreich »•■*•■■«687 21 ■»*■•*«•י ,, Ver. Staaten **■< <•*«•*•••»■•* 10 334 ,, Deutschland «■•■••»•3670 »*׳«•■ •י•׳ ,, Italien 3241 ,, Holland «•n■!«»■!»• 2665 ״ Indien v1*)»׳t<w-3Mnm>nva:•w 1225 ״ Daraaus erhellt, daQ Aegypten etwa 70 ",׳# und Groß- Witannien etwa 150/0 der Ausfuhr Aufnahmen, auf Deutschland entfielen 2 0/0, auf Oesterreich (459 äg. Pfd.) nur etwas über >/» ‘V». ׳c Wert kindliche für die Palästina s Brenn l einem dustrien, rbereien St Rollt ist auch Kleider •Stellung der für ien, die sr schon di auch 4!1d an eben:■״ ent und en vor *cs und [ständig wieder fikancr. S&iitälswesen Die ,,Hadassah“ ■veröffentlicht eine Uebersidht über ihre Tätigkeit von Mai 1921 einschließlich April 1922, Wir entnehmen daraus folgende Zahlen: Innerhalb dieser 12 Monate wurden: N’tue Patienten in den Spitälern aufgenonunen 5 453 1 Morn tsd urchschnltt 454 N'tue Patienten der Kliniken »יי•«״-...«״,.-»«...«״ SS230 Monatsdurchschnitt 7352 i samtbesuche der Kliniken ...., 481 533 Monatsdurchschnitt 40128 H׳ im besuche u» ■*..• -•*• •-•»«•»*•»1•244 14 «־ Monatsdurchschnitt 1187 Lipiratoriumsuntersticlnnngen 5694S Monatsdurchschnitt 4745 Der Bericht erwähnt, daß unter den Behändsten he große Zahl von Arabern, namentlich' in Safcd, Tibe« 'i s und Hebron sich befunden hat. Rekelt ist und anscheinend etwas bessere Lebensbedmginigcn bietet als die meisten andren Teile des oiulc:!. Bei den Einkünften der Araber ist im voraus noch zu bemerken, daß die meisten von ihnen ein 1 laus oder eine I lütte mit einer kleinen Wirtschaft und einigen Haustieren besitzen, die während Ihrer Arbeit außerhalb des Hauses von andren Familienmitgliedern besorgt werden und den notwendigsten Unterhalt für die gesamte Familie liefern. Im Bezirk Ramallah erhalten: O l i v c n p f 1 ü e k e r. Männer 15 Piaster pro Tag und Verpflegung brauen 10 Piaster pro Tag und Verpflegung (Zahl der beschäftigten Leute: 1000—5000.) Feigenpflücker. Frauen: 10 Piaster pro Tag und Verpflegung oder auf 8 Rottel gepflückter Feigen 1 Rottel au eigener Verwendung. Männer werden nicht verwendet. (7 Arbeitsstunden pro Tag.) Steinm etz, 40 his 60 Piaster pro Tag. — 10 Arbeitsstunden. Arbeitssaison: April bis September, Steinbrucharbeiter. 40—50 Piaster pro Tag, Ba uarbei ter, Männer: 20—30 Piaster pro Tag, Knaben: 10—15 Piaster pro .Tag. Bodenpflüger, 15 Piaster pro Tag und Verpflegung oder £ 3 pro Monat und Verpflegung. (Mit Pflug und Maultier: 50 Piaster pro Tag; mit Pflug und 2 Kühen 80 Piaster pro Tag. 7 Arbeitsstunden. ArbeitssaJson: Dezember bi» April Landarbeiter. 10 — 15 Piaster pro Tag und Verpflegung oder £ 3 pro Monat und Verpflegung oder £ 20 pro Jahr nebst Verpflegung und Kleidung. Landarbeiter, die beim Pflügen helfen, erhalten auch 13—20 Piaster pro Tag mit Verpflegung. Zur Erläuterung dieser Einkünfte des Fellachen muß man sich seine Lebensweise klartnachen. Er lebt in einer Lehmhütte, braucht für die Verpflegung seiner Familie nur etwas Brot, Früchte, Kaffee und für sich etwas Tabak. Er geht meistens in schmutzigen, zerrissenen Kickfern und Schuhen und ißt zusammen mit seiner Fa* nn'iic ohne jedes Eßgerät aus einer gemeinsamen Schüsse!. Für Seife und andere Reinigungsmittel braucht er nichts; Zeitungen, Briefe und Bücher kennt er nicht. Für den eigenen Unlenicht lmd den seiner Kinder gibt er keinen Pfennig aus. Krankheiten in seinem Hause läßt er, wenn das mit Kosten verknüpft Lst, häufig überhaupt nicht behandeln. An das Klima gewöhnt, ist er mir wenige Tage im Jahre arbeitsunfähig. Nun zum Vergleich einige jüdische 'Arbeitslöhne, wie sie der Waad Ha'awodolh haziburioth für den Bezirk Jaffa hcrausgibt, mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß die Löhne iin Lande schwanken. Hiernach erhalten: י':־.־ Landarbeiter. In den Kwiraoth: 16'A>—211/2 Piaster (in nur drei Kwuzoth Zuschläge für verheiratete von 30—100 0׳,״). In den Kolonien: Schwarzarbeit (Hacken, Pflanzung»- arbeit usw.) 15—25 Piaster; F.aeharbeit (Weinlese, Ernte usw.) 25—35’/; Piaster. Zur Ergänzung sei bemerkt, daß laut einer vom Direktor der landwirtschaftlichen. Abteilung der Zionistischcn Organisation erhaliencn Angabe mit den Arheilem in den Betrieben der Organisation und des Jüdischen Nattonalfonds ein Lohn von £ 6 pro Monat vereinbart ist, wovon aber in der letzten Zeit nur £ 4 bis 4'/j ausgczahlt wurden. Diese jüdischen Löhne verstehen sich selbstverständlich ohne Verpflegung, Laut weiteren Angaben des Misrad Ha’awodoth haziburioth erhalten Organisierte: Handwerker und Industriearbeiter. Für Akkordarbeiten in den Kwuzoih 30 Piaster (Minimum) mit Zuschlägen von 40—100 ס/יי für Verheiratete mit Kindern (je nach Zahl der Kiivier). Facharbeitet erhalten i.n vielen Kwiizoth keine höheren Löhne. Fa eh a r be i tcr. (Außerhalb des Kwtrzofb) Maurer I•■«יי.‘-־•‘׳ ־׳■«* '«׳־•״*•׳ . *V 70-100 Piaster Steinmetzen u. Steinbrucharbeiter 70—100 ״ Tischler in Jaffa ..״ 75 —20״ Metallarbeiter in Jaffa 20—100 ״ Schlosser 11. Elektrotechniker 75 ״ Buchbinder 60 ״ Schneider ״״ n**at«* ■rsf 50- 60 ״ 50 ״ den Chawer durchschnittlich 2ו/י Krankheitstage pro Monat fort fallen — abgesehen von Sabbatlw und Regentagen sowie Tagen der Arbeitslosigkeit — bleiben im ganzen 18—20 Arbeitstage im Monat, also 5 Arbdtstage weniger,, als bei״ den Ambern, was eine erheblich« Einbuße an Arbeitslöhnen bedeutet. Von seinen Einkünften gehen für den Chawer außer den Kest.n fiir di» «leinent.arr.ten Lebensbedürfnisse ab: 2—3 ס/יי Krnnkonkasscnbeitcag, Beitrag zur Arbeiterorganisation, Kleidung und Räuigung'.miMel eines Kulturmcnschen sowie die sonstigen Ausgaben eines Nichtanalpliabetcn und in vielen Fällen Schulgeld für die Kinder und den eigenen Unterricht. Das alles sind noch keine Ausgaben eines ״Gebildeten'‘, sondern nur die von Angehörigen eines andre•!» als eines nicht mehr im (irimntivstcn Zustande befindlichen, als Naturvolk zu bezeichnenden Volkes. Um eine Vorstellung von den Kosten für die allcrclctnenfarslen Lebensbedürfnisse zu erhalten, sei auf das Beispiel von Dilb verwiesen, wo man — laut Angabe unserer landwirtschaftlichen Abteilung — für Essen und Wäsche pro Kwuzahmitglicd £ 2,60 im Monat braucht, wobei die Genossen bittere Not leiden. Angesichts dieser Ziffern fühlt man sich umsomehr veranlaßt, den Gerüchten von den ״enormen1' jüdischen Arbeitslöhnen sorgfältig auf den Grund zu gehen. H. H. •C. Arabische sind jüdische Löhne Es gibt eine Reihe von Menschen in Palästina und ifl Auslände, die der Ueberzeugung sind, der jüdisch» Arbeiter erhalte Löhne, welche die Arbeitslöhne in allen andren Teilen der Weit weit übertreffen und vor allem 91 den Löhnen der arabischen Arbeiter in g1־r keinem Verhältnis stehen. Demgegenüber ist es interessant, «ine Lohntabelle, die kürzlich vom Rcglcrungsdcpart erneut lür Handel und Industrie in dem ״Comtncrdal Bulletin ‘ 4״ Regierung veröffentlicht wurde, mit den Löhnen zu ItrRkichen, die laut Angaben des Waad Ha’awodotli ||1zihurioth organisierten jüdischen Arbeitern gezahlt 1 rdc11• fe Die von der Regierung veröffentlichten Löhne be- I!Avfllcn sic1' auf den Bezirk Ramallalt, der im wesentlichen ' n Christen bewoatt( wird, ökonotaisch seht gut ent- יי ״.»»»T.Tcsai»■ 9» Schuster 11*1•וו•׳•‘■■« -׳«־ * BtnrtTvr-airB mr 40 Bäcker in Jaffa > V«» . 30- 60 Näherinnen in Jaffa (mit Essen) 25— 40 Buchdrucker in Jaffa . 16--• 64 ״ Arbeitszeit: 8—S»/* Stunden. Ungelernte Arbeiter, Träger, Hilfsarbeiter, Hafenarbeiter 25—30 Piaster Tischlerbilfs.irbcitcr 111 Jaffa bis 45 Piaster. Ungelernte Bäcker 15—25 Piaster. Wenn man die in vielen Berufszweigen den Arabern gezahlten Löhne m i t Vcrpflogtmg gegen diese jüdischen Löhne ohne Verpflegung stellt, so erhält man fiir die jüdischen Arbeiter keine wesentlich günstigeren Lohnbcdingimgeii als für die arabischen; wenn man den von den Organisationsbetricbcn gezahlten Lohn von £ 4 bis 42/י zu Grunde legt, so sind die jüdischen Einkünfte sogar erheblich geringer. An einigen Orten, wo eine Abmachung mit Verpflegung getroffen ist, betragen die Löhne mir zwischen £ 4 jmd maximal £ 2'/* im Monat (wobei das Essen schlecht und ganz imzulSnglich ist). Diese Ziffern sind noch im Verhältnis der Zahl der Arbeitstage im Mio tut zu betrachten. Da für Streiks in Palästina Wir entnehmen der ״Wiener Morgenzcituug" folgenden Bericht: ln den letzten Wochen gab es mehrere Streiks die Aufsehen erregt haben. Der eine ist in der Draexeroi der Gesellschaft Hasolel, die das Tageblatt ״Dsar Hajom“ hcrausgibt, misgebrodwn und dauert nun fast schon vier Wochen nn. Die Zahl der feiernden Arbeiter ist klein (nicht ganz ein Ditrencl), aber der Streik er« regt Aufsehen, denn er verh-'miort den ״Doar Hajom“, im vollen Umfange zu erscheinen. Sowohl ״Doar Hajom“ wie die im gleichen Verlage erscheinende ,,Palcstmo Weckiy" benützen den Anlaß zu sehr scharfen Angriffen nuf die Arbeiterschaft. ״Palcstinc Wecldy“ fordert das Eingreifen der Regierung irml der Gesetzgebung zum Schulze der Arbeitgeber. Ursachs der Differenz war die Einführung vor! Maschinen in die Druckerei des Hasolel, dessen Eigentümer in- Ztisammonhang damit die Zahl der beim Drucke beschäftigte!» Arbeiter herabsetzen wollten, wogegen sich die Ariyriter zur Wehr ׳setzten. Wichtiger uivd prinzipiell interessanter war die Aus« Sperrung und der Streik bei den •Bauuntcmclnnungen in Tet-Awiw — vermutlich die erste in Palästina, liier weisen die Differenzen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern selten auf tiefe fliegende Momente und Fra״ci» des Aufbaus Palästinas bin. Bekanntlich herrschte in Palästina den Winter über eine sehr starke Arbeits« Tosigkeit, 'Auch heute ist sic trotz des sehr großen Aufschwunges im Baugewerbe nicht ganz überwunden, es gibt noch etwa 7(X) Arbeitslose im Lande, Diese Arbeitslosigkeit führt zu entwürdigenden Zuständen auf dem ■Arbeitsmarkt. Arbeit erhielt, wer Protektion hatte,- cs kam vor, daß die kleinen Unternehmer den Ar« heitern ansnglen, morgen erhärte Arbeit, wer früher komme, uikI die Arbeiter rannten in aller Frühe um die Wette auf den Arbeitsplatz. Fs wird sogar erzählt, daß sich die Chaluzim gefallen lassen mußten, daß ihre Muskeln geprüft wurden, ehe sie Arbeit erhielten. Die ungelernten Arbeiter hatten keine Möglichkeit, andere als ״schwane“ Arbeit zu• verrichten und sich facnlich nuszu« bilden. Die ’Arbeiterorganisation wollte diesen Uebelständen ein Ende machen und »erlangte darum von den Unter« nehmen», daß sic alle Arbeiter durch die Organisation aufnolmie!» und cmlnsron. Neben der Abstellung der angeführten UebcK-tiimic wollte die Arbeiterorganisation dadurch eine gerechte Verteilung der vorhandenen Arbeit unter den Arbeitern licrbeilülmn. Es sollte nicht der protegierte Arbeiter vollauf b sclüiftigt sein und weniger glückliche Kameraden arbeitskis sein, sondern alle soHtcrij solange die Arbeit*!osi<jkdt herrscht, deren Last in giciclicz Weise tragen. Nur so könne auch .71’ den Fortgang der Immigratioir gethdtf werden. Die Arbeiter« Organisation verwies ferner darauf, daß sic die Möglich« Reit habe, die Arbeit organisrhen und organisierten Gruppen den Kwu/oth der Bauarlieitcr, TisdiLr u»w. — ziiztilcnet» rm<l so chic Aushitdung des ungelernten Arbeiters innerhalb seiner Gruppe möglich zu machen. Daher die Forderung nach Vermittlung der Arbeit durch die Organisation. Um diese Fonicrimg brach der Streik und die Aussperrung nus. Desc verhängte die Or. gauisation der Arbeitgeber — eine für Palästina neue Form der Organisation. Die Arbeitgeber argumentierten gegen die Arlxüter, daß die Frage der Beselinftigungstosigkeit eine Angelegenheit der Zbnistisehen Organisa« tion ttmi nicht der Arbeitgeber sei. Auch sei der Bau« platz keine Sclnile fiir unsusgcbildcte Arlwitcr und Cha« Itizim, Der Aufbau des Landes verlange aber Förderung dar Privatinitiative dos Kapitals, das seine Verantvor« tun״ und sein Risiko ות tragen habe. Die Fabrikanten könnten in rauer so wichtigen Frage wie der der Arbeiteranstcllimg und -cutlnssung sich nidit den Wünschen der Arbeiterorganisation fugen und müsse» selbst über iiirc Arbeiter entscheiden können. Das Hnnjrtargument der Arbeitgeber aber war, daß die Arbeiter selbst die Kooperative für öffentliche Arbeiten haben, die als Groß« Unternehmer auftritt und den Fabrikanten Konkurrenz im Baugewerbe bereitet (die Kooperative baut eben zwei Stadtviertel im Tei-Awiw), Es sei undenkbar, daß die Fabrikanten sich von den Arbeitern, die ah ihre Kon« kurrenten »ufUeten, verschreiben lassen, welche Arbeiter sie atifnchntcn. Streik und Aiissnerrtmg dauerten nur wenige Tag» an. Die nationalen Repräsentationen, Waad Leirmi und Zionistische Exekutive, griffen ein. Es wurde ein dreißigtägiger Waffenstillstand vereinbart. Der Waad Lemni setzte «in Schiedsgericht ein, dem je zwei Vertrete der beiden Seiten — von seiten der Arbeitgeber kommt vor allem die moderne Siliksttabrik um? die Tischlerei Guralski und Kri/ki in Betracht —■ brgtmten. Während eines Monats müssen Kündigungen dez Arbeiter diesen

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