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Jüdische Rundschau · 1922-08-15 · Heft 64 (15.8.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 64 (15.8.1922)
Date
1922-08-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 64 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 421 Ein Kapitel aus der Sozialpolitik der Berliner jüdischen Gemeinde Von Dir, Georg Karcski, Vorstandsmitglied der Berliner Jüdischen Gemeinde. Das Gebiet sozialer Arbeit ist bisher in der Ber* lincr Jüdischen Gemeinde zweifellos als Stiefkind bclian• delt worden. Eine Reihe von Aufgaben, deren Lösungen ein Vorrecht, aber auch eine Pflicht der Gcmeindcvcrwaltimg gewesen wäre, lnnlHe infolgedessen von freiwilligen Organisationen in Angriff genommen werden, und erst allmählich und nach Ueberwindinig vieler Widerstände gelang es, die Gcmeindcorgane soweit zu bringen, daß sie diesen Bestrebungen nicht nur keinen Widerstand entgegensetzen, sondern ihnen Förderung und Unterstützung zuteil werden ließen. Es soll anerkannt werden, daß in den letzten Jahren gewisse Fortschritte auf diesem Gebiete erzielt worden sind, und daß die Gcmeindcorgane (also Vorstand und Rcpräsentanten-Vcr- Sammlung) in wachsendem Maße Verständnis für die Notwendigkeit sozialer Arbeit, namentlich für die in Berlin lebenden Ostjndcn, an den Tag gelegt haben. Wenn es trotzdem noch mancherlei unliebsame Störungen auf diesem Gebiete gibt, so handelt cs sich dabei um eine Erscheinung, die einmal in der Ocffcntlichkcit besprochen werden muß, nämiieh tun den Widerstand, den die Tendenz solcher Arbeiten bei einem Teil der leitenden Geincindebeamten findet. Eine besonders charakteristischo Illustration dieser Widerstände bot die Intcrpeilation, die die Vertreter der Jüdischen Volkspartci im Gcmcindcvorstand in der letzten Vorstandssitzung wegen des Fiüchttingshcims einreichen mußten. Dieses Flüchtlingshciin, das in dem ersten Stockwerk des ehemaligen Krankenhauses in der Auguststraße untergebracht ist, hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Es hat zahlreicher schwerer Kämpfe bedurft, bis sielt diese überaus segensreiche Einrichtung, für die eine Reihe jüdischer Frauen mit einer unvergleichlichen Hingebung tätig ist, gegenüber der Gemeindebehörde durchsetzen konnte. Außerordentlich große Mittel wurden durch opferwillige Spenden geschafft, um die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten, in einem trau* rigen Zustande befindlichen Räume für die Zwecke des Flüchtlingshcims brauchbar zu gestalten. Nachdem diese Opfer gebracht worden sktd, wurden die Räume dem Flüchtlingshcim mit ,ganz kurzer Frist gekündigt, und cs wird ihm initgetciit, daß ihm andere Räume in demselben Gebäude, wenn auch in kleinerem Umfange, zur Verfügung gestellt werden sollen. Als Grund wird angegeben, daß in. diesem Gebäude eine Reihe von Räumlichkeiten unbenutzt stehen, daß infolgedessen die Stadt Berlin diese Räume beschlagnahmt hat, und daß cs nötig war, mit der Stadt zu einem Vergleich in dieser Sache zu kommen. Zunächst ist cs schon überaus bezeichnend, daß eine derartige Situation überhaupt cintrcten konnte, ln einer Zeit, wo sich eine Reihe jüdischer sozialer Organisationen in großer Raumnot befinden, wo gewisse notwendige Aufgaben, z. B. Erweiterung der Poliklinik, näclit erfüllt werden können, weil Räume nicht aufzutreiben odet ,unerschwinglich sind, läßt die Jüdische Gemeinde wertvolle Räume, um deren Ucberiassung sich jüdische Institutionen bewerben, so lange leer stehen, bis eine Beschlagnahme at» sic henmiritt! Wenn es nun schon so weit gekommen war, dann hätte gegen diese Beschlagnahme ein Kampf bis zum äußersten geführt werden müssen, und cs kann gar nicht bezweifelt werden, daß die Beschlagnahme die erforderliche Zustimmung des Ministers nicht gefunden hatte, wenn nachdrücklich darauf hingevviescn worden wäre, daß die Räume für soziale Zwecke, die im Rahmen der Aufgaben der Gcmcindc liegen, gebraucht wenden. Auf diesen zunächst selbstverständlichsten Gedanken sind die zuständigen Gemeindcbcamtcn gar nicht erst verfallen, sondern sie haben sich sofort darauf beschränkt, mit der Stadt über ein Kompromiß zu verhandeln. Dieses Kompromiß soll nun so aussehen, daß das Fliichtlingshcim seine Räume hergibt, diese an die Stadt ״!■»erlassen werden, und dafür das Flüchtlingshcim i«1 am.eit Räume, die ihm zur Vcrfügütig gestellt wenden, übersicdclt. Hunderttausende von Mark würden erforderlich sein, um diese neuen Räume wieder wohnungsfähig zu machen. Und warum dieses alles? Weil, wie der zuständige Beamte der Jüdischen Gemeinde ausführtc, ein Arzt des im zweiten Stock befindlichen Rettungsamtes die Vertretung bei einer anderen städtischen Institution, die in dieses Gebäude gelegt werden soll, leichter übernehmen kann, wenn er sich nicht ins Erdgeschoß, sondern nur bis ins erste Stockwerk hinunter zu begeben braucht! Es wird wenig Leute geben, die dieses Argument für so durchschlagend erachten, wie es dem betreffenden Herrn erscheint. Soweit könnte die Angelegenheit ja durch Indo* lenz und mangelndes Y\ rständuis für soziale Notwcndigkeiten sowie durch latente Abneigung gegen alle Ostjudenarbeit erklärt werden. Ein anderes Gesicht aber bekommt die Sache durch eine AcuSerung eines der Magistratsbeamten, der auf eine Frage, warum denn die Stadt nicht die Räume im Erdgeschoß nähme, die ja frei wären, so daß das Flüchtlingsheim in seinen bishcrigen Raunten biciben könnte, erklärte: der Stadt wäre cs völlig gleich gewesen, cs wäre ihr jedoch von seiten eines der verhandelnden Gemeindebeamten nahegclegt worden, doch lieber die Räume im ersten Stockwerk zu wählen!! | Ueberaus bemerkenswert ist noch ein anderer Punkt. Auf die Frage, weshalb gegen die Beschlagnahme nicht geltend gemacht wurde, daß die Räume für jüdisch* soziale Zwecke dringend gebraucht würden, da doch seit längerer Zeit Anträge auf Ucberiassung von Räumen für eine Poliklinik vorliegcn, wurde erklärt, daß der* artige Anträge nicht vorliega», Dabei hat bereits am 15. Oktober 1921 der Verein ״Jüdische Hilfe für das jüdische Kind" in diesem Sinne Anträge an den Ge* meindevorstand gerichtet, ohne allerdings bisher auch nur einer Antwort gewürdigt worden zu sein. Es hat auch bisher nicht festgestellt werden können, wo dieser Antrag eigentlich so spurlos verschwunden ist. Uebrigcns hatten sieh seit Monaten auch mehrere andere Institutionen — zionistische und ostjüdische — sowie eine hebräische Buchhandlung vergeblich um die Ucberiassung der jetzt beschlagnahmten Räume be* worben. ■ ׳ ׳ יי! ׳ . Es muß ferner bemerkt werden, daß die städtischen Säuglingsfitrsorgestclicn, besonders die Stelle 11 in der Elsässer Strafte, gerade oatjüdischc Säuglinge nicht auf* nehmen, sondern an die Säuglingsfiirsorgestelle der ״Jüdischen Hilfe für das jüdische Kind" verweisen. Eine soiclte städtische Fiirsorgcstcllc soll also jetzt in die bisherigen Räume tittsercs Flüchtlingshcims eitttiehen, während das Gesuch um Ucberiassung von Räumen für die jüdische Sätiglingsfürsorgestclle noch unbe* antwortet ist. Jüdische Sozialpolitik! ׳ Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der Kampf gegen den Geist, der aus dieser Haltung spricht, mit allem Nachdruck und aller Schärf ג durchgeführt werden muß. Die Herren, die bisher systematisch ver• suchen, jüdischsoziale Gemeindearbeit und namentlich solche, die sich mit den Ostjuden be* faßt, zu sabotieren, werden gut daran tun, sich beizeiten umzustellcn oder aber sich zu der Erkenntnis durchringen, daß in e uer modernen jüdischen Gemeinde nur solche Beamte am Platze sind, die an die Lösung sozialer Aufgaben nicht nur mit formal-juristischen Ar• gumenten, sondc-n mit vollem Merzen heranzugehen in der Lage sind. . ■;,׳;! י•׳ I ׳ .! I ■יי•!• haben, jeder zu jedem. Wir sind Brüder mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten. (Es kann nicht Zionisten efften und zweiten Grades geben; (lächerlich, wenn cs nicht traurig wäre.) Und das ist es, was der Dckgicrtentag schaffen kann und schaffen muß: der alte jüdische Gedanke der Versöhnung muß im deutschen Zionismus wieder zu Ehren kommen. Nicht eine Versöhnung der sachlichen (jegensät/c, die nur oberflächlich sein könnte; cs ist ein Zeichen unserer Kraft, daß wir solche Gegensätze atifzmveiscn haben, indem wir unser großes Ziel, das wir alle mit gleicher Liebe erstreben, doch nicht alle auf dein gleichen Weg» zu erreichen 110ffett. Aber der (jeist der Versöhnung muß dennoch wieder in uns lebendig werden, der Wille einander zu verstehen und gemeinsam zu arbeiten, das Solid,iritatsgefühl, das uns ja den schwierigen Zeiten früher über alles hitnveggeholten hat. Das kann der Delegiertcntag schaffen; wenn er es nicht erreicht, so hat er seinen Zweck verfehlt. So stark sind wir nicht, daß wir auf wertvolle Mitarbeiter und ganze Gnippen verzichten können, daß wir Miß- Stimmung erzeugen und so unsere Freunde zurückstoßen. Und wenn cs Heißsporne gibt hier und dort, die mit unvorsichtiger Rede, in mifwallcndcm Temperament (aus Liebe zum Zionismus!) zu weit gehen, der Sache dadurch schaden anstatt ihr zu nützen, Freunde verletzen anstatt sie zu gewinnen, dann müssen die engeren Parteigenossen ihnen den Weg weisen und ihnen erklären, daß wir alle mit der alten Methode nichts mehr zu tun haben wollen. C’est 1c ton qui fait la niusiquc: das gilt auch für uns. Der Ddegicrtentag muß den Anfang machen: das Solidaritätsgefühl muß oberste Parole sein. Gegensätze dürfen keinen Grund für Zwiespalte mehr abgeben, Mcinungsversdiicdenheiten keine Trennung mehr verur- Sachen. In 25 Jahren sind wir jetzt durch die Mandatsbestäfigung unserem Ziele naher gerückt, als wir es je in unseren kühnsten Träumen erwartet haben; ja, wir haben das Ziel schon jetzt erreicht, wenn wir durch Trennendes uns nicht mehr hemmen lassen, sondern aus ihm uns Förderung erzwingen für das uns allen ücmcinsamc: die Liebe zu unserem Volke und zu Zion. Die Bestattung Sch. Isch. Hurwitz Am Freitag, den 11. August, 11 Uhr nachmittags, wurde Sch. Isch Hurwitz auf dein Friedhof Berlin- Vcißensce zu Grabe getragen. Die Berliner Hebraisten fanden sich fast vollzählig ein, uin dein toten Schriftsteiler das letzte Geleite zu geben. Außer den hebräisehen Schriftsteücrn waren eine Reihe führender Zionisten anwesend. Rabb. Dr. Bergmann hielt eine Traucrpredigf, in der er den Verblichenen mit Koheleth verglich, dem Zweifler und Grübler, der vor allem die Wahrheit suciit. Er würdigte Hurwitz als eine der großen Figuren der Haska!ah, der mit ganzer Seele am Judentum hing, so daß auch seine Schriften trotz den mancherlei ״Ketzereien" von uns hciliggcsprochcn werden wie einst das umstrittene Buch Koheicth. Die von tiefem Verständnis für die Persün'ichkeit des Versterbe• nen und von genauer Kenntnis seiner Schriften zeugende Rede machte einen tiefen Eindruck. Professor Heinrich Löwe und Herr Wislawski würdigten in ihren Traucransprachen die große positive Bedeutung von Sch. Isch Hurwitz für die jüdische Wissenschaft und das hebräische Schrifttum. -. V Buch erschau Gabe, Herrn Rabbiner Dr. Nobel zum 50. Geburtstag dargebracht (Frankfurt a. M,, J. Kauffmann. 5682), Die Leistung eines Menschen kann auf zwei Wegen erkannt und zur Darstellung gebracht werden; direkt: durch die Aneinanderreihung und Verdeutlichung aller seiner materiellen und ideellen Schöpfungen, und indirekt: durch die Aufzeigung der Wirkungen, die von seiner Persönlichkeit auf den Kreis der unter seinem unmitfeJba ren Einfluß Stehenden , und auf deren Lcistungen ausgcgangci» ist. Einen Versuch, das genannte Ziel auf dem zweiten Wege zu erreichen, stellt jedes- נוח! die Zusammensteilung eimer Festschrift zu einem Jubiläum oder sonstigen Festtage einer führenden Persönlichkcit aus den Beiträgen seiner Schüler oder Mitarbeiter dar. Die in einer solcher» Festgabe gesammelten wissenschaftlichen oder literarischen Arbeiten wollen ja nicht nur als Esnzcileistungcn gewertet werden, sondem irr ihrer Zusammenfassung und Gesamtheit von der Wirkung des Gefeierten Zeugnis ablcgcn, und ihr Wert beruht letzten Endes darauf, in weichem Grade ihnen das gelungen ist. Von der Festschrift nun, die ein Kreis von Freimden und Schülern (im besten Sinne des Wortes) dem früh dahingegangejicn Frankfurter Rabbiner (und Gcrinnungsgenossen) Dr. N. Nobel am 50. Geburts- *8ge aus eigenen Arbeiten und solchen des Gefeierten *usammengcstcllt hat, darf gesagt werden, daß ihr die Aufgabe in hohem Grade gelungen ist: auch wer den auf der Höhe des Lebens Abberufene« niemals näher fickannt hat, wird aus der Lektüre der schriftstellerischen Leistungen seiner huldigenden Freunde und Schüler ein ungewöhnlich lebendiges Bild davon gewinnen, was dieser Mann als Denker, als Prediger und als Führer — diesen drei Charakterzügen Nobels ,widmen die ,Ver* KSS.'1"*1! 1!!!!!!J^yJU.-'LJ—ÜJllüiJl-!—~-Üffll ■—Jl "1 lim.. 1J11L1I!£I!L'IJ!-!IILI!L1IL!I ME'BffljiliiBMglglS'lBl! JBWlJi.!gü1!Ji!!BI fasr.cr der Festschrift ihre literarischen Gaben — für seine Freunde und Schüler und darüber hinaus für seine ganze Gemeinde bedeutet und geleistet hat. Es dürfte ja wahrscheinlich nur einem kleinen Kreise, auch unter uns Zionisten, bekannt sein, daß sich um Nobel ein Kreis von Jüngern gebildet hatte, der von ihm tiefste Erlebnisse gewann, ja teilweise eine revolutionäre Umgcstalbmg des persönlichen Lebens unter seinem Einflüsse vollzog. Schon diese Tatsache beweist, daß Nobel eine Persönlichkeit von über das Durchschnittliehe hinausragender» Ausmaßen und von faszinierendem Einfluß gewesen sei!!» muß. Wie umfassend aber sein Wirken und seine Wirkung in dem ihm nahestehenden Kreise gewesen ist, das wird ganz deutlich erst, wenn man die Beiträge liest, mit denen seine Fretmde und Jünger ihn zu seinem 50. Geburtstage zu feiern sich bemüht haben. Dem Denker, dem Prediger und dem Führer ist, wie sdion erwähnt, die Festschrift geweiht, und von der Leistung dieser drei in Nobel vereinigten Gestalten gibt das Werk der Freunde und Jünger Kunde. Wenn Siegfried Kracauer in tiefschürfender soziologischer Untersuchung dem Wesen und den Erschcinungsformen der Freundschaft uadispürt (vielleidit unbewußt geleitet von den» Wunsche, das Besondere der Be* Ziehungen Nobels zu seinen Jüngern, dieser zu ihm und untereinander zu ergründen), wenn Emst Simon in formvlolcndcten und gcdankcnticfcn, ebenso an Plato wie an Nietzsche orientierten Ausführungen, die Ab- Iehmmg der Tragödie durd» Plato aus der Natur der Tragödie und dem philosophisdten System und ge* schiditlichen Erlebnis Platos ergründet, wenn endlid» Rudolf Hallo in seinem Aufsatz ״Figur und Idee" für ein kunsttheoretisches Problem letzte Formulierung findet — so zeugt das am Ende doch' auch davon, in welche .Weiten und ,Tiefen der Oeist des Meisters dieser Jünger, Nobels, gedrungen ist, welche Schätze die Universalität seiner Bildung und Denkriehtung in den Jüngern emporgehoben hat. Daß Nobel als Prediger von hinreißender Kraft und Wirkung war, davon legen die beiden Beiträge der Festschrift, die von Joseph Prager und Max Michael herrühren, Zeugnis ab. Sic sprechen eigent* lieh nicht von den Predigten Nobels. Aber wenn Prager untersucht, wie man Predigte« hören soll und allein zu hören, das heißt zu verstehen, imstande ist, ^md Michael der Frage nachgeht, welche Stellung die Predigt in» jüd! rin n Gottesdienste entnehmet» müßte — und nicht cinnimmt —, dann sind doch beide, auch wo sie's nicht sagen, zu Urteil und Anschauung ge* langt eben durch das Anhören der Predigten dessen, den» ihre Untersuchung gewidmet ist, Nobels, bei dem der eine das Hören der Predigten gelernt, der andere die Einsicht über die ,Bedeutung der Predigt für den jüdischen Gottesdienst wiedergefunden hat. Von dein Führer, der Nobel war — wir dürfen sagen, als Zionist war —, spricht der dritte Teil der Beiträge zur Festgabe, und hier erfahren wir recht eigentlich von dem Menschen, dem jüdischen Menschen Nobel, ln ihn» war die Sehnsucht des Zionismus nach Erneuerung des jüdischen Volkes und Volkstums mit dem ethischen Pathos der Propheten, das dieser Erneue rang die Ridmrng ins Sittliche weist, vereint. Und wiederum strömt dieser Bund politischer und ethischer Sehnsucht aus den Worten wieder, in die die Freunde »uid Jünger zur Huldigung des Führer? ihre lite* rarischc Dankbarkeitsgabe gefaßt habet». Da spricht Eugen Mayer in einem Aufsatz, dem er bereich* nendcrwsisc das prophetische Wort ״Räumet, räumt, macht Bahn!“ als Titel gegeben hat, von der Inhaltlosigkeit, in die die Gesetzestreue heut entartet is^ und von der .wahrhaften Erneuerung und Befreiung

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